Ausgabe 
13.1.1911 Erstes Blatt
 
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92cr Bezirkspräsident von Lothringen ist bet der Anstosunys- Verfügung von der Erwägung ausgegangcn, datz ''^orrame Sportive" den Zweck verfolge, ^er der lochrtngtschen Bevol- Tcrmtg, vor allem der Jugend, £o11 f #e<5ttmmung ful Frankr eich zu machen und ste dem Deittschen .Iteich z-U entfremden, daß die Verfolgung dieses Zweckes, die unter dem Deckmantel des Sports geschieht, der Regierung gegen, über geleugnet und geheim gehalten ward, imd da^ dwser Zweck dem § 126 des StrchgewtzbÄhes zuwtderlauft. Maßgebend war ferner, daß der Ve-rin sich durch das Zuschautragen franz ö- li scher Ver einst rächt, das L> Pi e len 1 r an i o _f 0 (ftc r Signale und französischer Marschmulrk owte de­monstrative VerherrlÄung von Frankreich tn Rede SS Sieb auf deutschem Boden sich einer dretsten Heraus­forderung Deutschlands schuldig macht und durch dieses Ölten dem Geist des Aufruhrs den Boden vor- Ibl-i-eiiet (Verstoß gegen Artikel 6 des Gesetzes vom 11 August 1848), sowie endlich durch das Verhalten des Ver­eins am 8. d. Mts. An diesem Tage hat der Vereen trotz misdrücklicher Versagung mit der Abhaltung emes Konzerns begonnen und ohne Genehmigung einen Umzug nut MustH auf öffentlichen Straßen der, Stadt verans^ wob^ I er vor gewaltsamen Ausschreitungen nicht 5uruckgeschrttkt i|t

Sieine Mitglieder haben bei dieser Gelegenheit bewiesen, daß sie sich nicht scheuen, Maßnahmen der B^waltung mit un­gesetzlichen Mitteln zu verhindern und haben dadurch gegen 1 § 129 des Strafgesetzbuchs verstoßen.

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)i6 transatlantildfe Leget- und vamptschkffahrt in »ret Adhängigteit von den Lrgednchen ver Meerer- soischung. .. t .

m, in! deutschen Volke die Erkenntnis gcroaifum , Sc bet Welwölker -nssch-idet >md Mun ct«

h-iHt Gottes Stiefkind" herabsinkt, wenn es ftch uicht rechtzeitig Anteil an oer Seeherrfchaft sichert, so hüt & auf bei Jinnt Seite auch nicht versäumt, der ans solchem streben sich JÄen moralischen Verpflichtting nachsukommen, seE Te l - ^ftuschaitlichen Gnorfching der Weltmeere beantragen. Tie)e l'ftrebungcn werden in erster Linie von der

! Hamburg und dem Reichsmarineamt getragen und kommen der Ernten Schiffahrt zugute. Nicht nur, daß eine genaue Kenntnis Mr Meere und deren Strömungen die Sicherheit der Fahrzeuge ^ährleiftet und eine lohnende Ausbeute ^s A^reichtumS- ge­riet werden solche .Kulturtaten, rote die Schaffung enter Kabe^ ^zwischen Deutschland und Brasilien dadurch erstim das Bereich ^ Möglichkeit gestellt. DieGesellschast für Er^ und Volker- siinde" in Gießen erwarb sich ein Verdtenft, daß sie in ihrem toten Vorträge einen Kenner der Verhältnisse MM Wort kommen sich der den älteren Mttgliedern von feinem früheren 23erirf>t fibtt Sne Reise auf derValdivia" noch m angenehmster Gr- tnrcerung sein wird: Bros. Dr. Gerhard S ch o 11 von der '^euftchttn kehrte. An Land übersichtlicher Kartentafeln verstand es der Vortragende, den schwierigen Stoff in gemeinverständlicher Form darzustellen. Er nahm seine Zuhörer un Geiste an Bord eine- eronen Segelschiffes mit aus die Reise von Jamburg nad> Sinters ES? ^d zeigte, daß hierbei dergerade Weg" ausnahmsweise mcbt der kiirzeste" ist. Bis in die Nähe des Aeguatvrs geht bei Nocmattr 'Lage mit tzilfe des Nordostpassats die Reise bei klarem ( fcanmel glatt vonftatten, bis das schiff ui die aquatcroiale Kal- j rnrntone etntritt. Rasch flaut^er Wind ab, und das 'Dchtt, kommt . oft wochenlang nicht von der Aelle. Ist es ihm :

Jungen, den Aequator zu überschreiten, |o kommt es in das Bereich ^z^Sudostpassats, der ihm den direkten B)eg nach der Sudspitze Lftikas unmöglich macht und es zu weitem Ausholen, manchma 1 bil in Sicht der brasilianischen Küste, nötigt. Erst bei 30 Grad D'icher Breite etwa gelangt esvor den Wmd urch segelt nun m '"Kirfer Fahrt bei stürmischem Wetter südlich von Afrika vorüber bis in die Nahe des australischen Festlandes, um von hier aus mit den günstigen Monfunwinden ans Ziel zu gelangen, ^re Ruck- fahrt deckt sich mit der Ausfahrt keineswegs, da die zuerst for- IJnben Momente sich jetzt als schwere Hindernisse erweisen, eie SSt sich zuerst der südlichen Lstküfte Afrikas zu,um m die Agiilhas^Strömung zu kommen uti) mit ^rerjoilfe, trotz des leeren Westwindes, um das Kap der guten Hoffnung herumzu- km men und den Südostpafs^t zu gewinnen.Dieser gestattet.eine aradlinige Fahrt nach dem Aeguator, wo sich in der ,,L>rcklen- K" die heimkehrenden und aussahrenden Segellchiste begegnen. K jedoch nötigt der widrige Nordostpassat U öeintW«ta Legler zu einem wetten Bogen nach Westen, der ihn manchmal bis in die Mitte des Wegs von Europa nach Amerika fuhrt.

Während in früherer Zeit die Segel,ahrt nach Dinterindien etwa 130 Tage erforderte, genügen heute, infolge besseren Kenntnis und Ausnutzung dn Luttstromungen, schon 110 Tage. Noch ausfallender zeigt , ich diese Be»eruna auf der von Segel- kiffen meistbenutzten 5Rei)elinie: Die Umichlffuna des ^orn, im in Chile die Salerterbafen anjulauim. *

I Südamerikas lagert nämlich einTie, , ba» hettige ^irDci minbe erzeugt, bie bei direkten Fahrt entgegengerichtet lutb.

Auf Grund der Forschungen der Deut,chen Seewarte weichen mut bie deutschen Segler den Westwinden, unter Umstanden bi iurn 60 Breitegrad, aus gewinnen damit die günstigen . D»roinbe, die später nach Norden, umdrehen, so daß Fahrten erhielt werden, die in der Fachpresse, namentlich von englischer i Seite, mit Worten hoher Anerkennung gerühmt werdem Es i, «uf diese Weise gelungen, die sruhöre, Fahrtzert oon ,108 ^agen «114 80 Taae herabzuietzen, ja der Fun,masterPotoft , der du s &rt Hanttiurg-Jquiaue zehnmal ausgeführt hat, brauchte zw wnzesten Fahrt nur 64, zur längsten dagegen /4 Tage, ,o bat all i eine Schwankung von nur 10 tragen vorliegt.______________

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Schule. Laßt uns einig sein und ifltTer W mrotngen./' mo kaum, daß die Bolksschüler diese SympathiekimdgebulA^be'Nlchsen hatten, da kamen auch die Mädchen, um sich.dem Dtreik anzu- schließen. Und der Vorsatz wurde wirklich ausgemhrt. Die Schuler von Rouviere zogen v^rs Rathaus, entsaichten eine Adordnmig aa hen Bürgermeister. Sie wurde von dem Stellvertreter de-^^Stadt- gewaltigen empfangen, der sich bereit erklärte, die ^^elegeut^i« dem Stadtrai vorzutragen. 2lber die iugcnblid>en Herren er­klärten, daß sie nicht eher die Sckmle wieder betreten wurden, au- die Klassenzimmer mit Oefen versehen und angemessen geheizt roäten. ... . ,

Kieme Cagerchronll. . .

Auf den Schriftsteller Andrejew wurde in fernem Landhause in Finnland ein Mv rdanschlag verübt. Ein Hausknecht wollte in das Landhaus ein bangen, was aber durch Frau Andrejew vereitelt wurde. 2lls Andreiew kur rdarauf vor die Tür trat, feuerte der -hEtnecht f.inen Revolver auf ihn ab. Die Kugel ging fehl, -ter Verbrecher

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daß' bcr Untergang berPreußen",, bes größten Seglcrs oer Welt, von 160000 Zentnern ^ragsahigkeit, als em Unglück- fall bezeichnet werden kann, der das ganze deutsche Volk traft

Für die Dampsfchiffahrt haben die Suttüromung eine roeitau geringere Bedeutung, wenn sie auch immer noch ausreicht, elvft SM» in i»m &abrt »anj bedeutend ,u bw** sobald die Windstärke 8 überschritten ist. Am wichtiglien iur Dampfer ist die genaue Kenntnis der Meeresströmungen, ein Kenntnis, die allerdings noch nicht sehr Weit ^blhe.^noe&df£ ber Fahrt nach Newyork kommen die Schisse in die getahrlicöc

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unb gibt- doch den Schisfen die Möglichkeit, un Nottalle die . <Tuetterau5nditen in Helfen am Samstag dem 14 Jan. 1911: entgegenfahrenden Schiffe auszusuchen. Anfliefterung, nördliche Wmde, etwas kälter, spater wieder -trubung.

DcrmHdlte» 'Wils geriiige ^^^^^bbiigen überall Neuschnee; Schibahnen gilt,

vermna re». Schifienberg Robelbah.i gut.

* Der Mord an dem Rittmeister Krosigk auf- ----------

.....

MZWMAMM MMKMZZZL'L binnen gerichtet worden.

* Der Streik der Schulkinder. die Alten

funaen so zwitschern die Jungen". Die französischen Kmder ver­möge 'nicht länger tatenlos mitanzusehen, wie die ©roßen durch Ausstände ihre Wünsche durchzusetzen "-chen. schon m«achrst mit Schillstreiks gedroht worden, aber nun ist cy Wahrheit ge-1 worden die Schuljungen von Toulon streiken jtnb wollen erst I da^n wieder die Arbeit am'nehmen, wenn ihre r5^derungen er­füllt sind Die Forderungen sind immerhin bescheiden, die Kinder I möchten in kalten Wintertagen nicht m ungeheizten Raumen vor Kälte zittern, sie verlangen Oesen unb Heizung ut ben Klassen I zimmern Die Sckmler von fRoutiiere haben die Bewegung er- öfftitt mit einer Proklamation, die von der allgemeinen Arbeitergenossenschaft Frankreich>s herrühren konnte^ ,^ie..Zog^ linge der Schule von Rouviöre sind sich einig tn ihrer Empörung öarübet, daß ihre berechtigten Fordetnngen von Oefen nM er­füllt worden find und werden Montag den 9. Januar tn den Streik treten zum Proteste gegen diese Behauung Hw ver'precherft 'ich aeaenfeitig beizustehen in Eintracht und Solidarität, bis ihnen K7tiALim dMLdrt i(L" Der G-dnnk-wurde [»fort »?n ben Zöglingen ber Volksschule ausgenommen, die nun ihrerseits! e^en stammenden Protest unterzeichneten: .Wir wolleii am Montag und den folgenden Tagen den Kameraden uns anfchließen, , um unsere Unzufriedenheit zu zeigen, und wir werden sehen, ob ne geehrten Herren vom Rathanse sich herbeilassen werden, darauf zu achten. Werden sie nicht aus Kosten der Steuerzahler be- .afilt? Warum sollen wir ausgeschlofien sein, wo alle Stenern von unseren Eltern bezahlt werden? Kameraden, geht nicht zur

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