Nr. 56
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Lin Ehrentag des Untcrstaalslckretärr Georg v. Mayr.
Unterstaatssekretär •$. D., Professor Dr. Georg von Mayr in München, begeht am 12 Februar b. ,3- seinen 7 0. G e b u r t s t a g. Das Wolfsche Bureau begleitet diese Notiz mit folgenden Bemerkungen über den verdienst-
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Oietzener ZamlliendlStter" werden dem ,3huetflcr* viermal wöchentlich beiqelcflt, daS „Kreisblott für de« Kreis riehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Leitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
vollen Mann: ■
Ueberall ist bekannt, daß er Theorie und Praxis der Statistik, ------ . „ - *- - - **--------r , Privav-
Hus den Reichstagsausschüffen.
:: Berlin, 10. Februar.
Ter MililarhauShalt im Budqelaussch'iß.
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des ehrengerichtlichen Verfahrens pegen Offiziere sowie der Stel- (uiig der nicht dem aktiven Milltar,lande angehorenden Personen in diesem Verfahren in die Wege gelcüet wird. .
Zur Besetz ungmilitarischerStellen nunmbtricgd» Minister von Seeringen auf die Ausführungen feines T5yc- gängers Bezug. Tie frrriönlidre Tüchtigkeit entscheide letzt schon ofne Rücksicht tun politische oder tomesnonelll Ueberzeugung. Svzialdemvtralen seien davon natürlich ausgenommen. Die geiell- schüftliche Stellung soll sich nach der Begründung des Antrages auf einen vermeintlichen Unterschied zwischen 111 el und Bürgertum beziehen: der ftriegsminmer letuit leinen Unterschied in der qesellschaftlichen Stellung adliger oder bürgerlicher Leute Auch im Ofsizierkorps werde da tem Untend'icb gemacht Tie Entschließung bedeute auch einen (imgriil M die Rechte des Kaisers und der anderen Kontingentsherren, ^tc erste Entschließung wird hierauf abgelehnt, die zweite anaenommen. Nächste Sitzung: Dienstag.
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Ter MahlvrüfunqSanSschuh erklärte die Wahlen der Abgg. Tr. Böhme (B. t F Marburg) und Riese berg (wirlsch. Bgg. Wanzleben) für gültig
Ter Reichsverstcherung°a"8hchnh erledigte heute den Abschnitt über bat Verfahren bet Unfallsachen. Die aus ungefähr 50 Paragraphen bestehenden Einigungsanträge würben mit geringen Aenderungen angenommen. Nächste Sitzung Dienstag.
Aus Stadt und Land.
tti lenen. 11. ,>ebruar 1911.
2 U Landesuniversität. Der außerordentliche Professor Dr. med. Karl von Eicken hat den an ihn ergangenen Ruf nach Erlangen als Nachfolger des nach Halle berufenen Profeslors Alfred Denker ab- gelehnt.
♦* Qum Wohltätigkeits-Konzert am Sonntag geht nns aus Wiesbaden nachstehende Notiz zu: Zum erstenmal trat Fräulein Johanna Gets aus Berlin hier anfu nd hat es verstanden, sich auch stärkerem Wettbewerb gegenüber äußerst günstig zu behaupten. Die sunge xame,
Dieser besondere Charakter der Faust-Dichtung gibt nun nicht zu übersehende Fingerzeige für^dte Buhnenetn- ricbtung des Werkes. Vor allem muß Goethe möglichst ungekürzt ru Worte kommen, xarum hat stch dte Direktion des totadttheaters bei der Inszenierung von dem Gesichtspunkte leiten lassen, den Faust als ernztg dastehende Dichtung und weniger als ausgesprochenes Buhnendrama vorzuführen.
Im •allgemeinen wird Goethes LeLenswerk auf Provinzbühnen nur gegeben, wenn ein bedeutender Künstler als "Mephisto gastieren will. Dte 24 Bildernder -ragodie — ich spreche hier immer nur voni ersten -teile — sollen und müssen dann an einem Abend wohl oder übel herunter- gespielt werben. Daß das zu geradezu brutalen Kurzungen ober w übermäßiger Spieldauer führen muß, liegt aus der Hand. Eine einigermaßen zusammenhängende Vorführung der Tragödie beansprucht allermindestens 41/2 Stun- )en und dann wird dein Goetheverehrer noch mehr oder weniger gut zurecht gehauenes Stückwerk gezeigt.
^a lag denn der Gedanke sehr nahe, die Darstellung Mi en de zu verteilen, umso näher, da sich un- nptäir in der Mitte des Werkes bei der Verjüngung Fausts nieder Hexenküche ein organischer Einschnitt findet, -uejer Wea ist in der Tat von zahlreichen Regisseuren erster Rinnen beschritten worden, z. B. von Hermann Muller ü^"annooer (1877 . von Ad-ls Silbranbt in Wien (188.3 unb= neuerdings wieder vom Turmstädter Hostheater. ^ie Einwände, die gegen diese Teilung z. B. von Eugen Kilian vorgebracht werden, müssen nach Ansicht des Schreibers hMpr teilen vor der Bedeutung der oben dargelegten Grunde zurücktreten. Die Beilegung des Werkes in zwei Telle wird bei der hiesigen Aufführung umso weniger stören, als stets zwei aufeinander folgende Abende gewählt werden. .
Kür die Zweiteilung spricht übrigens noch etn rem praktischer Grund. Eine mindestens llc- lehr..oft aber ö bis 6 Stunden dauernde Aufführung stecht nnnllich an
aus der Schule von Etelka Gerster in Berlin hervorge- gangen, hat seltene Gaben und Vorzüge für ihre lauj- balm mitgebradit. War audi ihre stimme, ein Heller, kraftvoller, in a len Lagen gleichmäßig entwickelter Mizzo- sopran von sehr angenehmeni Mlang, in den ersten bern von einer Poraudgcgangenen Erkaltung noch nich« ganz freigesungen, so gewann dock) Stimme, wie Sicherheit und Wärme des Vortrages mehr und mehr, und die geschmackvoll ausgewählten Lieder von Brahms, Ammann, Weingartner, Franz u. a. „boten einen hoben Äe- nuf». Tie vorzügliche Schule und hervorragende totimm- begabung wird Fräulein Geis nock) zu großen Erfolge» führen; nud) sie wird uns, gleich ihren beiden ftunftgenosjen, stets willkommen sein.
♦* Alldeutscher Verband. Man schreibt uns': Während der Alldeutsche Verband 1910 daS Andenken an die Reichsgründung in festlicher W:ise beging, ifit er in bi; em Fahre 'm Rücksicht auf seine Beteiligung au der städtischen Feier von der Veransta.tung eines eigenen Abends zuiuck- actrctcn. Er beabsichtigt dafür, die B 0 r t r a g s a b c 11 de des ganzen Jahres in gewissem Sinn dem C4ebcn.cn an die Gründung des Reichs zu widmen, mdem er als Gegenstand dafür die Entwicklung der wichtigsten deutschen Stände unter den neuen dnrckf die Reichsgründung ge,chaf,e- neu Verhältnissen wählt. Ter erste Vortrag über die Entwicklung b er deutschen Landwirtschaft, bett Professor Dr. GisevinS übernommen lut, wird nächsten Donnerstag in Steins Garten st all finden.
•• Alice-Frauenoeren für Krankenpflege. Auch m diesem Jahre wird der Alice-Franenverem einen VortragS-LursuS für Frauen und Diadchen i'bcr bie Pflege Verwundeter und Kranker unentgeltlich veranstalten. Die Kurie werden, für ade Teilnehmerinnen von gronent Nutzen sein; sie vermitteln Kenntnisse und prattischc Fertigkeiten, durch die sich die Teilnehmerinnen, auch abgesehen von jedem Slrieq und seiner Not, im bürgerlichen Leben, in der Familie oder sonstwie sich und ihren Nebenmenschen durch Rat und Beistand nützlich erweisen können. Ter Alice-Frauenverein für Krankenpflege betrachtet es al5 seine vornehmste Ausgabe, Beruiskrankenvflegerinnen auS- rubilden und anzustellen. Ta die AnstellungS-, Gehalts- und Pensionsverhältnisse der Schwestern deS Alice-FraucnvereinS recht günstig sind und sich gegenwärtig ein Mangel an Schwestern bemerkbar macht, so ist hier Frauen und Mädchen eme paßende Gelegenheit zur Erlangung einer Erwerbs. .tellung geaeben. Nähere Auskunft erteilt die Vereins- Vorsitzende Fran Geh. Justizrat Gebhardt, Bergstraße 3.
** Der Bäcker gesellen-Der ein „Früh aust^ begeht in diesem Jahre bie Feier seines 25jäf) r igen Bestehen^. Das Fest soll während der Cftcrfeicrtage in größerem Rahmen abgehalten tverben. Ter Fe,lauS- schu'ß ist ei r.q bemüht, eine schöne Feier zu veran a tcu uuv viele Fremde werben hierzu erwartet. Aus Frankfurt a. M., Mannheim, Mainz, Wiesbaden usw. haben stch bereits gletckn. Vereine mit größerer Teilitehmerzahl angernelbet, tote auch bie früheren Mi g.ieber bes Vereins, bie saft samtliui selbständig sind, ihm Zusage ,zur Teilnähme gegeben
der Gntfd)H = fiun6?n. Da. Zentrum ersucht den Reichskanzler, dahui zu wirken, daß Gesuche um Besreiuitg von M 1 I t t ar pf I i fb 11 g e n vom »kliven Dienst aus Billigkeitsgründen, bewnders bei Gesuchen von Ditwen, möglichst wohlwollend behandelt werden.. Das. Rerchs- militärgcfcB soll dahin geändert werden, daß bet Villlgke ^runden die Befreiung Militärpslichtiger durch U.eberweifung. zum ~anb sturm ersten Au'aebots sowie bie vorzeitige GmtlaiJUuS bereif dienender Mannschaften durch die Erfatzbehorden dritter Jnft z zu verfügen ist. Von der Mllitärverwaltuna,und den Konservativen wird diese Entschließung als uberflusfig erachtet, von der Fortschrittspartei emvsohlen. L-ic wird schließlich angenommen unter Streichung der Worte „besonders bei Gesuchen von Witwen". In dieser Fassung erklärte Generalmafor Wandel die Resolution für unbedenklich. ~
Tw fortschrittliche Volk sparte 1 beantragt eine Ent- sckließung, die den Reichskanzler ersucht, daß bei der^ Besetzung militärischer Stellen allein die persönliche -tu m 11 g - leit ohne Rücksicht auf die volilische ober konfeslionelle Ueberzeugung oder die gesellscha'tliche Stellung entscheiden foll. llrne zweite Entschließung der BolkspaOtei verlangt unter Bezugnahme aus frühere Beschlüsse des Reiäistags, daß die Reform des gesamten Militär st rasrechts, des Beschiverderedits um
haben.
**DasUrteilgegenben Friedberger Bom-« benattentäter Werner rechtskräftig. Sie vom Rechtsanwalt Dr. Tuteur L, Kaiserslautern, dem Vertet-. biger Werners, gegen bas Urteil bes Gießener Schwurgerichts beim Reichsgericht eingelegte Revision ist durch Beschluß bieses Gerichts z u r ü ck g e w i e s en, weil der Verteidiger nur mit Einwilligung ber Ettern bes Verurteilten aber ohne Zustimmung bes letzteren bas Red)tsmtttev eingelegt hat. Das Reichsgericht sah von einer osfent- lidfen Verhanblung ber Sache ab, well ber junge Werner selbst gar nicht gewillt gewesen sei, bas Urteil auzusechten, sonbern ausbrücklich erklärt hat, baß er es als volllommei, aeredit annehme. Hiernach sei bie Revision als unzulasfig gegenstaubslos geworben. Ans ben Kreisen ber Juristen (jört man übrigens, baß bie Begrüubung, die Rechtsanwalt
stuschaner wie Darsteller derart hohe Anforderungen, baß bort bie Aufnahmefähigkeit, hier bie Spannkraft unbebtngt erlahmen müssen.
Wenn ber erste Abenb mit ber Hexenküche schließt unb ber zweite mit ber Gretchentragöbie einsetzt, so ist es möglich, bie 24 Bilber bes ersten Teils ohne größere Strick/e, ohne finnentstellenbe Zusammenziehungen ober illafion- störenbe Verlegungen bes Sd'.auplatzes in Vorstellungen von normaler Dauer vorzuführen. Daß ber Bühnenmög- Lid) feit immer gewisse Zugestänbillsse gemacht werben müssen, braucht wohl nicht besoiibers betont zu werben.
Für bie hiesige Ausführung sinb Erfahrungen, die sich aus anberen Faustausfichrungeii ergaben, nach Möglichkeit benutzt worben; es kamen in Betracht bie Infzenierungen von Mar Reinharbt, von MartersteiA in Köln, von Kilian in Karlsruhe, vom Münchener Künstlertheater u a.
Aber auch ber bestinformierte Regisseur kann nicht ohne weiteres an bie Verwirklichung noch so wohlbebachter Absichten gehen, er bleibt in gewisser Hinsicht abhängig von ben szenischen Mitteln, bie ihm sein Theater für cm derartiges Werk zur Verfügung stellt. Unb-^a darf immerhin gesagt werben, baß bie maßgebenben stellen ber yie- jiqen Bühne weber Anstrengungen noch Aufwendungen gescheut haben, um eine roürbtge Ausführung zu ermöglichen; so würbe z. B. für bie Walpurgisnadit eine befvnbere Effektbampfleitung eingebaui, unb bic Konstruktion einer etwas kleineren Hinterbühne soll sdfnelle unb offene V'r- wanblungen für ben zweiten Abenb erleichtern. .
Die obigen Ausfühmngen beziehen fich lamliim auf ben ersten Teil bes Faust, ber hier vorläufig all?'- in ^ra95ürCe?ne Inszenierung bes zweiten Teiles, bie aber erst für eine ber nächsten Spielzeiten geplant ist, müßten anbere Gesichtspunkte maßgebend» sein, bereit Darlegung für später vorbehalten blecht.
Hermann Steingoetter.
■internationale Statistik, gcsöidcrr hat, wie feiten einer. Zehn Fahre (1869—79, war er Leiter der amtlichen bayertfd^n ^tatilht. Was er damals geleistet, war grundlegend und bahnbred)end wr die folgende Entwickelung und ben l)eulh.en Stand der baperifchcn Statistik, namentlich die ReichZstatistik selbü ror.rbe ftark beeinüutzt u befruchtet. Trotz seines AussckcibcnZ aus seiner amtlichen statistischen Wirksamleit im Jahre 1879 hat er bis zum heutigen Tage ber Statistik bie Treue seiner regen Mitarbeit bewahrt. Bei allen beb entfernen Fragen, welche bie bcutsche Stalifttk zu Io, en hatte, hat er immer ein gewickstiges Wort mügefprochen — teils m Form von Anregungen ober Gutachten, teils durch ftritu bet fertigen Leistung, teils durch Mhandlungen, Schriften, Bucher, teils aus dem Katheder und durch sonstige Vvrttaae. .
Uni dem Dank für die großen, blcibenben Verdien,te, die Georg von Mayr sich um alle EinzelgebiCte der Ltatillik erworben, würdigen Ausdruck zu verleiben, einigten ,ich zahlreiche ^deul'che Statistiker auf den Gedanken, dem Altmeister ber beut,dien Ätaiiltit zu seinem 70. Geburtstage eine Ehrengabe zu widmen. Als solche wurde ein Werk verbreitet, das „D ic Statistik in Deutschland nach ihrem heutig eii tot an d" zur 2 ar- stellnng bringt. Die Herausgabe des Werkes übernahm der Direktor des K. Bayerischen Statistischen Landesamtes Ministerialrat Tr. Friedrich Zahn in München, unb bg eme statrsliiche äahl von Fadynännern aus ber Reichs-, Landes-, ftommunal-, und Privatstatistik sich zur llcbernahme von Einzelb^ragen bereit erklärten wurde es möglich, das so umsa, sende Thema Mit einer Ausführlichkeit unb Gründlichleil zu erschöpfen, wie ne bisher wohl nicht erreicht war. Das Werk dm en Fcrttgftellung , owett nebief-'*- ist, daß es in wenigen Wochen auch im Buchhanbel (I Schweitzer Verlag, München, 2 Bände, rund 1800 toeilen) erscheinen kann, wird am 12. Februar dem Jubilar überreicht.
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Zweiter Blatt lbf. Zahrgang °
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderheffen
Goethes Zaust im Eichener Ztadttheater.
Zur Aufführung des „Faust" im Gießener Stabttheater nm nächsten Dienstag unb Mittwoch wirb uns geschrieben^
Die Ausführbarkeit von Goethes Faust war von jeher ein Problem unb bie Meinungen barüber gehen 5um Teil heute noch auseinander. Ter Dichter selbst hatte ursprung- lid) an eine Aufführung seines Lebens Werkes nicht gebadzt unb er staub bem ersten Versuch einer solchen — 18-9 unter ftlingemann in Braunschweig — recht skeptisch gegen-
Wenii 'heute wenigstens ber erste Teil ber Tragöbie sich Bühnenrecht errungen hat, so verbankt er bas Jemen rem dramatischen Qualitäten wohl erst in zweiter -ime. ~ _ Eugen Kilian, ber Qberreaisseur unb Dramaturg oc. Münchener Hostheaters, von bem eine eigene Buhnenmn- rid)tung ber Dichtung herrührt, behauptet sogar, baß oei Faust „sich in seinem weitaus größten Telle gegen tue theatralische Darstellung sträube unb baß er in feinem ausgesprochen ^nbramatischen unb nnthcatralifchen Eya ratter seines feinsten dichterischen Reizes auf dem Theater ^E^^Wenn^ biefe Meinung wohl auch zu weit geht, benr. den meisten Gretchenszenen ist boch eine unmittelbare bra- matische Wirkrmg kaum abzusprechen, so ist boch sicher bei außerordentliche Eindruck, den die Faustdichwng auch voii der Bühne herab, nack) einer nunmehr 80jährigen Erfahrung, stets hervorruft, aus anderen Gründen herzuleiten, als ans denen einer echt draniatif'dzcn Anlage. _
Dieser Eindruck beruht, mit kurzen Worten, auf dem Umstand, daß in dieser Dichtung eben einer der erlauchtesten Geister der Deltllteratur zum Hörer spricht. Heinrich Bulthaupt kann deshalb in seiner „Dramaturgie des tochau- spiels" mit Reckt sagen: „daß gerade diese Dichtung Goethes von jedem Gebildeten mit heiliger Scheu angefchaut werbe . Faust trägt in w vielen Worten unb Gebanken den Geniestem pel ewiger Geltung wie kaum ein zweites V>erk deutscher Zunge, und das verleiht ihm eine einzigartige Popularilat.
i|ß Gißssßn. ggBtt ist ei|0fr1&£>'i
Der Budget auSschuß bewilligte lieute im eriien Tat Jein er Sitzung die Mehrsorderungen des Haushalts sur ,-kUß- »rtiHerie unb lionierr ohne Erortcrunü, ©enetalnu or Wandel begründet die Forderung eines Kraftiahrbatailllms und führt auß: daß die Mannschaften dieses Balallwns nickt mir im technischen Dienst, sondern auch im insanteri,ttsd>en Gefechts dienst auägebilbft werden müssen. Dazu ist es erfordcrlid), daß die Komvagniesührer beritten sind. .. . -
Von einem Abgeordneten werden Mitzbrauche in dir Bc- <nutzunq von Krattwagen ohne Namensnennung zur Sprache gebracht. Ter Kriegsminister bittet um Mitteilung der Namen und ^ag^dann die Beratung des ß 1 der Heeresvorlage, der die F r i e d k n s vr ä se n z st ä r ke fcfl,ebt. Tas Z e n tru m sprach sich für das Quinaucnnat aus, aber gegen bte A usde y nuna des E i n jä hr i g en priv il e gS au f ,b 1 c Mitt c l f ch u I e n. Weiler wünscht das Zentrum, day em —cd ber .lr- deren für das Militär den Gefängnissen überwmen w rden soll. Bon fortschrittlicher Seite wird der Forderung, ben Mittelfchulen ben Einjährigenschein vorzuenthalten, entschieden cntgcgcngc rrten. Bon der Heeresverwaltung wird erklärt, daß gerade im Interesse des tlcinen Handwerks von einer werteren Heranziehung der Gefängnisarbeit abgesehen worden sei. f
Generalmajor Wandel gibt Auskunft über die Abfichten, bie für die frühere Zulassung der Wsolventcn neunklauiger ..c i t- 1 e l s ch u l e n zur Einjährig- Fr c iw 111.1 g en pru f u na bestehen, sowie darüber, daß für die Zulasiung der Schuler lunft gewerblicher Anstalten zur erleichterteiä Prüfung Erwägungen schweben und teilt Zahlen über die Abkegn.ng ber erleichterten mm äiniäbria-FreiwilliaendlCnst mit. Auf Grund ber
Prüfung zum Einjäbrig-Freiwilligendienst mit. -- -
Bestimmung, wonach durch hervorraaende Leistungen
im praktischen Leben ohne wissenscha tlichen Besahigungs- Ueberall ist befannt, daß er Theorie und braxis der Nachweis das Zeugnis für den einjährigen Milihrdienst erworben Decknll und Wisfenschast, Reichs-Landes-Kommunall, werden lann, itnb in den Jahren Igi» bis IMn M Ber-chtr- aungsscheine erteiü Wordeii. Es wird angeregt, allfahrlick me.llr-^ qcbniifc der hierbei inbetracht kommenden Prüfungen zu veroslent- lichen, um den jungen Leuten Anregung zu geben, auch darnach zu streben, in ihrem Fache etwas hervorragendes zu Icucn, und um es auch Eltern und Lehrern zu ermöglichen, aus Grund von Tatsachen zu entscheiden, ob sie jungen Leuten raten können, diesen Weg zur Erlangung des Einjährigenzeugnmes zu vergucken.
Der K r i e g s m i n i st e r dankt bem Vertreter der Sozial- dcmokraten für das Vertrauen zur Heeresverwaltung, da» darin zu erblicken sei, daß die Heeresverwaltung oder einzelne ihrer Glieder bestimmen sollen, ob ein junger Mann em ober mehr Fahre zu dienen habe. Die Heeresverwaltuttg habe dagegen aber Bedenken. Der Vergleich mit den Dispofitwnsurlaubern stimme nickt, weil da bürgerliche Verhältnisse ausfchlaggebend feien.
Tie Heeresvorlage wird angenommen.
Zentrum stellt im Anschluß hieran folgenden Antrag cun Abänderung bes Artikels 6 0 der £ 1 d) s t) e r f ai- jung- die Fnedeysstärkc des Reichsheeres wird im Wege der ‘ReÄefeBobta.fl feftoefteUt. Der Kr.easm.n.ster -rll-rt, daß ihm eine Stellungnahme daher erst möglich fei, wenn er die Aus'aisung der zuständigen Stellen 1 in Reiche tennen gcleritt ljabe. Da von anderen Parteien Bedenken geäußert werden, wird der
rlassen 100 Jahm
Frühaii ,mittag- 4 Uhr sopbenwall Ter Vornan!
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Rotationsdruck und Verlag der Brubischer» Unwersuät« - Buch- und S'eindruckeret. 9L Sange, Dießen.
Redaktion. Expedition und Knickerei: Sckul- ftraße 7. Expedition unb Verlag: ob
Redaliwm^Ellü. Tet..Adr.:AnzeigerGleben.


