Ausgabe 
9.12.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 290

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könne man doch nicht wissen, wie

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Hermann Knabe, Former in Lo.

r, mit Anna Kad)ar.mi

berg in SdiannoM Kreis

Marburg 6.

Eicibahngdnlfe, mi:

i'abfit' Ringel, bcie,

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3um i.i .-.j jCiptscy ber biCbiur

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k-tt, 1441

Zum Landes fekretär der sozial dem okra risch en Partei Hessens wurde anstelle des oerftorbenen Lanßtags- abgeordneten Ioljannes Erb der Ertskrankenlassenbeamte Herrn. N e u ni a n n - Lssenbach iber bei der lebten Laruiagswahl für die Sozialdemokraten in Bensheim kandidierte), gewählt.

al er gleichzeitig tabat nineit, di Tann werde nicUeiu i einmal eine Hc.r und Flotte auslommen tonne. Wal llamv scharf sackUtch füfcicn.

Christoph Plauz,

Che schlie Hungen: Tczcmbcr 2.

nrdi Tun die Lage Teuti'chiand> in der äußeren Politik, vor allem den Gegeniap wischen Cngland und Teutichland Tie Ver- slimmuiig Tiutidilonb? über seine Ausschaltung in der Marokko- frage durch das Lorgeben Englands sei begreiflich und ebenso sei der Versuch Tcut'chlands verständlich, sich mi: Frankreich zu verständigen. Er könne nicht finden, das Teutschland sehr Glänzcndcs dabei erreicht habe Aber man habe erreicht, daß niemals in der Geschichte der Fall war Tas ici eine qroyc blcTcbr und wenn jetzt die Gefahr des .nrieges vorbei sei, io

in Frieden leben nullen teil i.nnmen, wo nun ohne

Lollar.

Aufgebote: November zo. Ludwig Forbach II, t' ttirt in Lollar, mit Anna Katharina Fmct in rief t.r. .

>trei= Marburg . 29. Gott r et> Eckh'.rd:, Zimme ti-.rn in Staufenberg, mit Katharina, runter in Lollar S l

Samstag, y. Dezember Ml

Utenenfbnjrf imb Verlag der Vrüdl^chea UntPtrfuät* - V.ich- und 6ieinbrutfettL

91 Lang«. Gießen.

Redaktion. Lpvedition und Druckerei! Schul, ltraße 7. Eroedition und Verlage 9tet>a?!ton:e-M#112. Tel.-Ad Anzeigers letzen.

Watzenborn-Zteinderg.

terbcfälle: 9<or 30. Cito Häuser, 12

;er, beide in Al: selb. 6. G.org Finl, Zchreinergehil'^ Katharina Schilling, beide m Alsfeld.

Drucksachen aller Art Ausstattung slüreiflojirtiswert die Brühl'sche Univ.-Druckeret,

irmnißen zwuchc« yitg* die man ud) stark halten.

Pöppenilnimee11

ibilierstr. 23

ld sie wiederkehre. Nach

und Angriffe in: Sinn: des deutschen Lideralisinu« und IdeaUemu.. im Sinne einer aus die Mone de» Volles gerichteten Politik Lebhafter Beifall.)

Geh. 3urti$rcr M e tz gedachte nach der liitigteü des v initi Kunde., die iur cm .vrm des Liberalismus in unserem Wil >nnm gc'ühi! habe Schließlich forderte er aus, sich im Intcrcisc br> BaterlandcO an l m lewruc. ;aiDai \a..u lampi im Sinn. des Liberalismus ui betätigen, und id'toü mit einem .'?odi aus bi teutide Vaterland.

ober ol ne persönliche c pipen

seinen au Crt uud Stelle gesammelten Erfahrungen könne er sagen, daN im englischen Volk niemand daran denke, einen Krieg nur Teutichland tu führen, gerade so wenig, wie es im deutschen Volke umgekehrt der Fall sei. Anders scheine cs bei einem Teil dn engli'chen Regierung zu sein. Auch im bevorstehenden Wahltamii mässe man deshalb cs betonen, daß man mit bim englischen Volk in Frieden leben wolle, aber man wolle auch nidl einem englischen iik 11idneboriduertuin unterstehen. Wenn in England und Frankreich beniwch aus einen früheren oder späteren Krieg mit uns gerechnet werde, so sei das eine Folge unserer inneren Politik. Tnrch liberale Politik, die auch die Arbeiterschaft heran ziehe xu den Aufgaben des Staates und das Intcresfe der Arbeiterschaft am Reiche verstärke, werbe and, die Stellung der teuiidien Regierung gegenüber dein Ausland g.- stärkl werden Ieda einzelne habe dabei oie Pflicht, nututarb ilcit, und icder, b.r dazu Helse, trage dazu bei, ein neues Staatsg snbl )u schaffen, das dazu diene, dem deutschem Voll ein ruhiges friedliches Dasein zu schaffen. Es gelte, dem deutschen Volk neue Freiheiten zu schaffen, gerechte Stenern zu machen und damit ein Volk zu erzuhen, das der Regierung in allen Lagen eine starke Stütze sein könne. Tann werde das Wort ivaln werden:Am deutschen Wesen wird dereinst die Welt genesen". (Langanhal. tcndcr, lebhafter Beifall.)

Geb 3»ftnrot M e v* dankte dem Redner für seine Ausfüh­rungen und die llcbcrnahme der Kandidatur, betonte, daß die liberale Einigung im Wahlkreis so gut wie fertig fei und gab der Hofsnuug Ausdruck, baß es gelingen werde, nut den vom Redner Dorflctraijcn.m Grundsätzen den Wahlkreis dem Liberalismiis zurück- zugewinnen. >Lebh. Zustimmung.'

Zn der nun folgenden Aussprache beglückwünschte zunächst Ingenieur B u r m e st e r die fortschrittliche Voltsvartci zu der durchaus glücklichen Wahl des ftaiibibaten Er hoffe, daß die Art der Bikämpiung der liberalen Parteien, wie sie in den letzten Wahlkämpfen geübt iDorb.it fei, vorbei fei und die in Ausficht gestellte Einigung der beiden Parteien eine dauernde sein werde. Mil einem Kandidaten wie Erkelenz werde es möglich sein, den Wahlkreis zu gewinnen. Sodann fragt er den Kandidaten übet seine S.llung zu einigen Frkagen der Prioatbeamten. Vor allem bekämpfte er die sog. Konkurrcnzklauscl, die viele tüchtige Leute geradezu zwinge, in das Ausland zu gehen. Ferner forderte er eine Aenderung des Patentrechtes in ber Weise, das; die von Angestellten gemachten Ersindungen nicht uncingeschränli in den Besitz des Arbeitgebers übergehen und forderte die Verbesserung des Koalitionsrechis der technisch-industriellen Beamten. Landgerichts- rat S chma hl fragt nach der Stellung des Manbibaten zur Sozial­demokratie, zur Kolonial-, Heer- und Flottenpolitrk.

Verbandsfekretär Erkelenz stellte in feinem Schlusswort fest, daß grundsätzlick'e Widersprüche gegen seine Aitssührungen nicht erhoben worden seien. Zu den Bemerkungen des x? rrn Burmester führte er aus, das; auch ein liberaler Staat Klasicn- politik insofern treiben müsse, daß die Gesetze jeweils einzelnen Ständen zugute kommen. Manches sozialpolitische Gesetz werde aber schon durch eine gerechte Steuerpolitik überflüssig werden, ictcnialio müsse die fozialvolitilck c Lrinlgelbpslilit von heute aufhören, die im Grunde niemand befriedige. In einem wirklich liberalen Staate werde manche Frage leichter zu regeln sein, wie im jetzigen Klasscnstaat. Tie jetzige Konkurrcnzklauicl sei Vielfach zum Unwesen geworden, dessen Beseitigung bei ein.r starken liberalen Bewegung auf Grund der gemeinsamen politischen Weltansdjau- ung 'ich leicht ariden laste. Bezüglich des üoalüionsi und des Patentrechtes sei er mit den Ausführungen des Herrn Burmester einverstanden. Zu den Anfragen des anderen Red­ners übergehend, führte er zunächst über feine Stellung zu den nichtliberalen Parteien aus, baß ber Antisemitismus nicht aus­reichend sei zur Parteibildung, dazu sei der Gedanke zu klein. Ter Antisemitismus bestehe nur als Anhängsel der Konser­vativen. Tie Sozialdemokratie sei gerade vom Arbeiterstand- ounft aus das größte Hemmnis einer gesunden Sozialpolitik. In ber Art, wie bie Sozialdemokratie auftrete, sei sie die stärkste stütze der Reaktion. Tie Reaktion bestehe, weil die Sozial- Dcnwfrahc vorhanden sei, und umgekehrt. Eine Scherung der allgemeinen Verhältnisse werde auch bieie Zustände bessern. Hun- beritaufenbe von Arbeitern ständen außerhalb der Sozialdemo- Iratic und mit einer kräftigen liberalen Politik würde diese Zahl noch größer werden. Mit der Tatsache, daß die sozialdemo­kratischenArbeiter eine eiaenc Partei bildeten, müsse man sich abimben. Aber daß die Politik dieser Partei gegen bie Libe­ralem gemacht werde, trage dazu bet, daß 60 Millionen von 5 Millionen beherrscht würben. Wenn die Sozialdemokratie sich frage, was sie mit Hilfe der Liberalen erreichen könne, und ihre Politik danach einridne, so komme sie auf ihre Rechnung und auch der Liberalismus, während jetzt bloß dkr Junker auf seine Rechnung komme. Mit der größeren politischen Erziehung der Wählerschaft werde dies anders werben. Sei der legten Rcichs- tagswahl hätten ntehr als eine Million Arbeiter lioeral gewühlt und wenn cs gelinge, das Verständnis für eine liberale Atoeitcr- politik weiter zu verbreiten, werde diele Zahl größer und vieles in Teutfchlaiid bester werden. Er könne fich aber nicht dazu auf- schwingen, den sozialdemokratischen Arbeitern das Rationalgcfühl adzufprechen, denn auch in ihnen lebe das Gcsühl des Zuiammen- l;angd mit den übrigen Volksgenossen. Allerdings daneben gebe es eine Art sozialdemokratischer Paneuheologen, die anders dächten, redeten und schrieben. Viel gehe ia davon nicht in die Hööic der Arbciterfchan hinein, aber es entstehe dadurch die Gefahr, daß die bcutidjen Arbeiter von den anderen Volksschichten ialfdi beurteilt würden. Man müsse den Arbeiten« immer wieder lagen, daß die anderen Bolksschtchtcn keineswegs ihre Feinde icicn und daß alle am legten Enoe dieselben gemeinsamen Ziele hätten. Tas werbe umiomehr Eindruck machen, je mehr eine bessere liberale Politik gemacht werde. Wenn heute bie Arluitcr- idiait vicliach der anderen Ansicht der sozialdemokratischen Führer glaube, so fei dies darauf zurück;usühren, daß viele, die den Patriotismus besonders betonten, sich de.sen zur Forderung egoisti­scher Wünsche bedienten. Auch vom Standpunkt des Arbeiters aus sei eine gesunde Kolonialvolitik, etwa im -sinne Ternburgs, notwendig und es sei nur -u beoauem, daß die Notwendigkeit zu einer deutschen Nolonialvolltik nicht schon zur Zett Bismaras allgemein ertannt worden fei. Man brauche in aofehbarer Zeit Molonten, um bie ubcr'chuuige.i Ärbeitsträfte unter.ubringen. Wenn dies nicht gefchege, werde cs Arbeits.o'igk.it und ui ueren i^e e.ge .v>..oii.LH u. wau>-

icnbc ui\,vUcrtaaH uorzuoerciten, üi eine iciu;ttgc Aur, der deutschen siaatruiäniur. '^us übrnic ai <>c taii£vunutii heraus jeün auch Cie '..u.gaben für 4>eer und Flotte zu betrachten. Ein staa:--.we.n, das r.iajr genügend gerüstet 'ei, ick'wcbe in^ größerer i

,.a....... . tfuk.. ~x- yat.c >tcy bec c.'it ^ig.yen ^.O.ILNS

gegen T npolis und bei hn letzten Vv land und Tcutick l ind gezeigt T- i alb

Tiknnlned'k, nut .'tatbarimi deid. in tllsfelo. Erun

Paul Ehristian fcermann Grotzncr, yieatwnuali in Miininge», mit Ernute Auguste Helma Waldeck in Alsfeld.

Geborene: Tc-ember 2 Tem '.cc^gergchttjen Andri«' Roben Klein eine Tocvrer, Marie Katharine.

Sterbefälle: November 30idtl,anna Schmuicr, g.;

Schneider, aus Lauierdach, 81 Jahre all. Tezemb.r 3. E p.- Totgeburt. 5 Eleonorc taiborine Ho st mann, 2 Jahre au.

Beuern.

Aufgebote: Nov. 30. Heinrich Jörg, Wcißbindergesel in Saufen, mit Christine Tort in Beuern.

Hdogcn-vusea.

Aufgebote: Dez. 7. Heinrich Kimmel III., Schlosser, nut Katharine Hahn, beide in Grohcn-Bufeck.

Geborene: Tez. 3. Tem Landwirt Heinrich Scheid V. ein Sohn, Erich.

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Anii'tag^.,1

Alt» Liessen.

Tie hk'fifi,kn StaatSeianahmkn aus direkten und indirekten S t c » c r q n e^l l c n haben Im Jahre 1910 wiederum eine recht erfreuliche Steigerung flegen Die Vorjahre erfahren Wie ans den neuesten Veröffent lichungcn des u roßt;, statistischen Amtes \\\ ersehen ist, halte die HLNptstaat.-kassc für 1910 au» der Staatseü, iommenstener eine Einnal.nte von 13 79", 4<m> ?.<; r nnd aus der Vermögenssteuer eine Entnahme von l 11418i Nk ,u verzeickinen, in Summa 18839 .'»92 Ml, wozu noch 1 303 39? Mark für allgemeine evangelische und 220221 Mk für stitlro lische Kirchensteuer hüiwtomiiicii Iür das laufende S?aiiv 1 altsjahr 1911 loar im Ltaalsvoranschlag die Einnahme ans - der Staatscintoinmensleuer ans 14234O0O Ml und bie Ein nähme aus der Vermögenssteucr auf 4 168300 Ml ein Aefchätzt roorbett: es ist bei der Überaus vorsichtigen Ans stellnng deS Voranschlags durch Den Finanzmniister wohl mit Sicherheit zu erwarten, daß diese beiden Zahlen and) in Wirklichkeit nicht nur erreicht, sondern nodi übertreffen werben Dürften. Tie Gcfamteinnahme ans Den direkten Steuern, indirekten Auflagen, Regalien ufw. war im Staat'- Voranschlag für 1911 auf 23 64.»OOo Mk berechnet, wo­von nach' Mzug aller Ausgaben ein Nederschust von 20988 701 Mk. in bie Staatskaise fliefern sollten

Es bürste nicht uninteressant sein, bei dieser Gelegen heil bie Entwickelung ber Steuerfrei! unseres Hessenlanbcs in ben letzten vier Jahrzehnten mit einigen Zahlen näher zu bclcuditen Im Jahre 1870 betrug bie Einlommcnsteuer nur 24.900 Mk: eine Vermögenoiencr kannte man bamals nberhauvt in Hessen nicht Zm Jahre 1881 stieg bas EinfommcnstencrertriigniS auf 3 4i 1 sou ^If., 188.'» auf 4 016 300 Mk, 1890 auf 1332 500 "U, 189.'» aus .'»062 200 Mk. unb 190'J auf 6 721 800 Mk. Im Jahre 1901 wurde bekanntlich bie Vermögenssteuer in Hessen eiugesuhrt,. bie 55 Psa. für je 1000 Mk. Vermögen delcng und bie über« rafd)cnb hohe Summe vo>t 2 258300 Mk. erbrachte, also über ein Viertel der Staatseinkommeusteucr, bie jidi 1901 auf 8 533 300 Mk stellte. Ta Cdrägni: ber riiwt:- ein ko mm en st euer stieg bann 1905 aus 9 63« >600 Mk. uud überschritt im nächsten Jahre zum erstenmal bie zehnte. Million, nämlich 10062 8(10 Ml , währenb e 19ns aus ilahe-' zu 11 Millionen stieg. Nack; ber amtlichen Feststellung iw? Groß!), statistischen Amts hat fid) also bas Ertragnis der Staatseinkommensteuer im Jahre l'>iO gegen bac be > Jahres 1870 um mehr als bas sünfeinhalbsache erhöht, unb seit b cm Jahre 1900 mehr a ls u e r b o p p c 11, wobei allerbings zu benchten ist, baß im Jahre 1910 bie Sten?. I'djraubc um 75 Prozent stärker angezogen wurde ?ic Vermögenssteuer hat gleichfalls starke Mehrein­nahmen aufzuweifen. Schon 1902 ging man daran, beit Satz von 55 auf 75 Psg zu erhöhen, nurprovisorisch", wie bie Regierung versicherte Tas Erträgnis ging bann 1902 auf 3 103 100 Mk., 1905 aus 3 232600 Ml. nno 19d8 ckus 3 355000 Mk. Tie Steigerung des Vermögenssteuerertrag' nisses hat also mit dem Er«rägius ber Einkommensteuer n.cht gleichen Schritt gehalten Tic pli'bliche Steigerung auf 4 444 000 Ml. für 1911 ist Hauptfach.ick) ans bie Sleuerer- höhung von 75 auf 95 P,g. für je 100J Mk. zurückzuführen.

ScDwesternlu IM» rountewP; faüCÄoflcCtion m I

StanSescinirsnacHricyten.

(lllachtrüglich angegangen.) Alrselö.

Aufgebote: T emb.> . Ivbanncs Hei, Tienstkncd)t in Reuters, mit Eluabetha Mrömmrlban in Alsselt - .ldolph Gustav Hermann Rühl, Buckwruckcreibcntzer, mit Mathilde Schwei

abcnds^-Ubrv-' in Ltcin» Gau

MikikiL' I Aidtvigllrü« U SpchÄ' otÄrf.-ffdtii üertoföcnnen corrre 1 Miflitui '

Mot, is y- v-

WoßQcubr»

iunb 50 l'icimin.

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nal wöchentlich^.,, oatfermciiier ftr* n. *

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Barte jrbt . ohne sBrenncnnl '(binde, öewite 11111 bcrlidi,voiiu-f lMk.ii.2Mp.,'' narr, Trogeiie, 9ti

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wählerocrsammlung Ser sortschrittlichen Doltspartci.

Gießen, 9. Tezernbcr.

Tie erste Wähler Versammlung der sortschriti lichen Volk-Partei, die gestern abend in Slemr Garten ftattifliib, war auöcrorbtnilidi stark besucht Privatdozcnt Ti Vogt hieß alle Mitstreiter zu einem fröhhdxn und hoffentlich siegreichen Wahlkamps willkommen. Tie heutige Versammlung sei von der sortsHritilichen Part.» allein einberuien, aber cs sei bcgründclc Hoffnung vorhanden, daß vom Soniuag ob bie beiden liberalen Part ien gemeinsam gegen rechts und links kämpfen würden. (Lebh. Suiummnng In Verdandssekretär Etk lenz hibc die Partei einen Kandidaten aufgestellt, defscn Wah! nicht nur für ben Wahlkreis, sondern für den ganzen Liberalismus gut sein »erbe

Verbandssekrctär Erkelenz hatte lieber geseh.n, .venu man ihn erst gehört unb bann aufgefiellt hätte Aber da die Zeit bringe, müsse es auch so geben unb er hosic, daß er in der nächsten Zeit den Wählern so b cf amu unb so viele- von Den voli' tischen und wirtschai'tlichcn Verlmltnissen tk-t- Wahlkreises kennen lern.m werde, daß er es im Inti' seiner Wohl nutzbringend ver­werten könne. Etwas sei im Wahlkreis Gicßcn erreicht worden, was leider nicht überall erreicht fei, nämlich die Einigung be* Liberalismus. liefe Einigung, bie int Interesse des Tentsetzen Reick'-S liege, sei civ 3ol f er -ieichs'incuurcform gewesen, dic ne­ben ihren vielen Schaken eine Gute gezeigt habe, bii* sic den LiberaUsmuS geeinigt habe

Tor Redner widmete bann dem Pfarrer K'orclk als dem iranbitatni b.r P.art.i bei t -r le teil :li id'vt',ii4evia6lvabl unb Dem früheren Abg Tr Guthileisch al? Vorkämpfer des sozialen Lide caliSmus warme Worte des Gedenkens.

Tcr Reichstagswahlkampf solle Ab-ieordnetcu unb Parteien lirek.ivcn für die Arbeit der Zukunft gebe i und bab i die Wähler- schäft politisch erziehen Tas Ziel mülie sein, anstelle Des Ran'en- unb Klasscnkampfes dic Sorge für bas Allgemeimvohl treten zu lassen. Nicht nur die Sozialdemokratie habe Klassenvolitik gc- rricbcit, sondern das fei noch viel mehr von den Parteien ber R?ak tion geschehen. Ihre Macht b.-riile f.iranf, bat sie durch ihre Politik Türgerlum unb iMri>eiteridiatt gertennt hiht. Wenn beide einig seien, werde djc Macht der Reaktion bald gebrochen sein. Aller­dings inadtc die Sozialdemokratie der Reaktion ihr Bestreben, Bürgertum und Arbeiterschaft getrennt zu halten, sehr leicht. Erst sorge die Jeaktwn durch verkehrte .Handl)abung, der Gesetze dafür, daß die Sozialdemokratie möglichst radikal sich gebärde und dann weise sic auf die radikalen Redensarten bin, um angeb­lich den Umsturz zu bekämpfen Tic deutsche 5oAialbemohaiie sei in, wie sie von oben her gemach: worden sei. Liberaler Grund iav müsse sein, daß au dic Stelle der Klasscnpolitck Valksvolitik trete Tic Staatsmaschmcric dürfe nicht dazu benutzt werden, bie Herrsch ast ber Junta ut crljtlten, miß ihnen materielle V.-r teile zu sühern Wenn Bärget und Jlrbcitertaajt gemeinsam VolksvoUtu treiben wollten, müßten beiße Teile sich entgegen lonuneii auf tem Boden des gleichen Rechts elnj die Ausnutzung ter (epiflfii Klassenpotitik rerstehe fick» am besten das Zentrum. iit bie Stelle Der Klassenvolitit falle im liberalen Sinn eine Politik treten, die jcDer Klaue Gelegenheit gebe, ihre 'ltliini(be ;u vertreten und im Rahmen uner wahrhaft liberalen Politik noch Möglichkeit zur Turchsnhrung zu bringen.

Im bevorstehenden Watuiainps rocroe die Reichsfinanz- reform eine graf e Rolle ipielen. Nicht daß eine Finanzreform (|cmacht word.n sei, fei der 'vr.ngende Punkt, sondern Die Art bei Steuern, die man gemacht habe. Steuern seien notwendig, aber fie seien so einznnchten, das jedermann nach Maßgabe seiner Leistungssuhigtrtl zu teil Staatslasten beitrage Tie große Un- gcrechtigkeit der RcichSsinanzrefortn sei es gerceien, daß dtc Junker Hasse sich geweigert hätte, ihren Teil ton den neuen Steuern zu tragen. Im übrigen Volk sei eine gewisse Steuerfreudigkeit lorhanten gewesen, bie erst dann ins Gegenteil nmgeschlagen ici, als itd) herausgestellt hatte, daß die reichttcn Leute nicht zahlen nolltcn. Bei Der berorstehenDen Reichstagswahl müsse Guicral- ubtedmung gehalten werden mit den Mannern und Parteien, dic keine allgemein gerechten Steuern haben wollten. Eine fort- schrittlick'e Politik, namentlich auch auf dem Gebiete der Steuern, sei die einzige, die unsere Soztaldemotratte schnack>en unb bas Nattanalgeiühl Der Arbeiterschaft starken kömie. Tic ngcnartigftc Partei der Stcuermehrhett sei bas Zentrum, das zwar behaupte, eine Politik des Erreichbaren zu treiben, aber stets vorher der Regierung sage, wie weit oder vielmehr Ivie icenig weit ihre Forderungen gingen. Taö Zentrum sei direkt sck)ädiicu für untere politische Enlwick.'unf., . i-i. do. ..t. datz wir ein eigent­liches politisches Leden nicht hätten. Unter dem Vorwand, die Religion sei in Gcsahr, entziehe es dem Liberalismus viele An­hänger und verhetze die übrigen Parteien. Ter jetzige Kampf gelte les halb dem Zenlrnin und ber getarnten Rechten. Es komme nicht daraus an, ob Der Einzelne gegen Diese oDer jene Steuer gestimmt habe, sondern daraus, ob er zu jenen volksfeindlichen Parteien der Steucrmchrhcit gehöre. Zur yiei-e des Reichsschatziekretärs Wcr- muth in der vorletzten Reichstagsntzung führte der Redner aus, das. natürlich Durd) die neuen Steuern Ectd in du Rcichska'ie gcioinmcn sei. Tic Kritik richte üchsticht dagegen, sondern gegen tie Art unb Weise, wie man die Steuern gemacht habe. Lie

neuen Steuern belasteten Handel, Verkehr und Konium. a.ie

Steuern feien mit Anschlägen aui den Verbrauch gelegt worden, jo daß die nächste Folge der Rcichsfinanzreform scharfe Lohn- kämpse seien Tic Folge Davon fei eine weitere Verhetzung tiviidjen Arbeiterschaft und Bürgertum, bewege sich aiio durchaus in ber Richtung des Klaiienkamvies. Tie beste Politik fei die, daß das Volk bereit sei, dem ^taat die Mittel zu geben, die er zur Erfüllung seiner P lichten und '21ut- gaben braudte. Tic libctnleif Parteien müßten die Wähler zu der Einsicht erudjen, das; Teulschland wieder den An'chlun an bie Staaten mit fortgeschrittenen Demokratischen ^inriauungen gewinne. Tas Bürgertum müsse Die oolitische Lchlatlrankbett überwinden, cS müsse neben den Fragen dcs Erwerbs itch wieder mehr politisckjen Tingen zuwettden. Tem deutschen Grotzbentzer- lum ivüiien durch iiue lc.ivui.i vluH>jti.ti -tulwnen

ugeiübn, die dem Dcutl'dien Bürgertum entzogen würden, -ttc Ueberwindung Der DDiittiü.ca SckilasTrankhcit müsse aus den Wäh­lern selbst hcranswachicn Tic Wählerichakt müsse_lernen, daß nicht bloß eine gerechte Steuervolml geben MUNC, londcrn baß auch das Voll reif sei, seine Geschicke un höheren Maß als bisher selbst zu bciiimuieii. Kürzlich hätte das deutsche Voll dicht vvr einem Kriege gcstandeii, aber cs habe nichts davon gewutzl- Tas deutsche Volk mfln'c zu stolz dazu jein, jidt m loldjen Singen allem von oben lenken und leiten zu lassen Auch in tnne- ren Angelegenheiten habe das Volt wenig zu sagen, der Reichs- teg fei idjroadj, weil das Volk zu wenig lich um die e Tinge be- - ümmerc. Bürgertum unb Arbeiterschaft müßten i.t die er Be- .chung lufamnic.litchen und wenn die Sozialdemokratie bao.i iuv: Mitwirken wolle, müsse das liberale Bürgertum es ohne >.e Soziaideuwkratic allein mit der Arbcitcnchaft zuiammcit machen. Wenn das beutfege Voll sich mehr Freiheit unb Geltung orrsajafsen wolle, infuie wieder mehr der Idealismus im ö ent» > täten Leben beachtet werden. In biciem Sinne begrüße er es, sich auch dic Frauen me:,i pcliniajcn 5. Ligen zuiveuden, _ba *".burd) nicht idealer Sc i nng in b.c Politik komme. -ic i -Uten sich auch im ceDorftCi,ciiDc;i Wahlkampf an der praLi eben

Zweites Blatt st»i. Jahrgang

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