London, 10. Wagen Southami
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Aus StaOt lind Land.
Gießen, 11. Juli 1911.
— Der Groß Herzog hat den OberlandeSgerichtSrat bei dein Oberlandesgericht Otto Jung auf sein Nachsuchen seines Amtes als Mitglied des Nerwaltungsgerichtshofs enthoben, den Oberlandesgerichtsrat bei dem Öberlandesgcricht Peter Fleitz, sowie die Geh. Negiecungsräte Lr. Karj 51 a y s e r, Kreisrat deS Kreises Worms, und Dr. Eduard Wal lau, Kreisrat deS Kreises Groß-Gerau, für die Dauer des dermalen von ihnen bekleideten Amtes zu Mitgliedern deS Verwaltungsgerichtshofs ernannt.
** Lehrcrpersonalien. Uebertraaen wurde dem Schulamtsaspiranten Joh. Koch aus Volxheim eine Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Schwabsburg; dem Schul- amtsasprranten Hch. Güldner aus Köngernheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Leeheim.
Erledigt sind die Stellen je eines Steueraussehers bei dem Hauptsteueramt Offenbach und bei der Zuckerfabrik Groß-Gerau. Meldeschluß 15. Juli.
" Elektrizität nach Krofdorf. Mit dem Bau der Leitung für Elektrizität nach Krofdorf, den das städtische Werl m eigener Regie ausführen wird, wird noch in diesem Monat begonnen werden, wogegen der Bau des Ortsnetzes durch eine größere Unternehmerfirma ausgeführt wird. Wegen eines Anschlusses der Gemeinde Wiese ck an unser städtisches Weck liegt die Entscheidung gegenwärtig beim Ministerium, das den Vertrag noch zu genehmigen hat.
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dürften. Möglicherweise würden sie durch ein deutsch-französisches Abkommen, vielleicht and) durch eine Ergänzung hierzu zwischen Deutschland und England abgeschlossen, da ja in Afrika selbst einige heikle Probleme die Interessen Deutschlands und Englands berühren. Vorderhand mache man sich auf eine ziemlich lange dauernde Aussprache zwiscl^en Frankreich und Deutschland gefaßt. Von einer Hinznziehmrg Spaniens ist einstweilen nicht die Rede, woraus geschlossen lvird, daß Spanien in der Frage der Kompensationen keine Rolle zugcwiesen ist.,
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Aus Tanger verlautet, daß der Sultan sich doch noch zu einem militärischen Vorgehen gegen die Spanier im Norden Marokkos entschlossen habe. Dies würde die Gefahr eines Konfliktes Mischen Frankreich und Spanien bedeuten, da der Sultansbeschluß anscheinend von Frankreich inspiriert ist.
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r , ÖoiVau, 10- Juli. Mit der Geschichte eines Unglück- Uchen Schuss es hatte sich als Berufungsinstanz die Hanauer Strafkammer zu beschäftigen. Mit dem Pächter der Wallrother Ge- meutbejagb (Kreis Schlüchtern), einem Frankfurter Vermessungs- mspettor und dessen Jagdaufseher Ferdinand Zapp aus Breiten- vach unternahm an einem Oktobertage des vorigen Jahres der ^^emeur Paul König aus Frankfurt a. M. eine Streife durch das Mallpother Jagdgebiet. Als nun ein Fasan auftauchte,^
[J Wetter, 10. Juli. Der Gesangverein „Orpheus" hielt in diesen Tagen einen Gesangwettstreit, verbunden mit Fahnenweihe, ab. Es beteiligten sich Ges^g--> vereine aus Hessen-Nassau und dem Großherzogtum Hessen.,^ Das Fest wurde am Samstag mit einem Kommers eröffnet, i Gestern früh fand in den Sälen des Gasthauses zur Linde und Roth das Preissingen statt. Das Preisrichter-Kollegium bestand aus den Herren Chormeister Deubler-Offen- bach, Komponist Deys-Siegen, Chormeister Fischer-Hersfeld, Komponist Pauli-Fechenheim, Chormeister Rohde-Marburg, Musikdirektor Stollewerk-Koblenz. Der Wettstreit hatte folgendes Ergebnis: 1. Klassensingen, 1. Klasse: Frohsinn, Kastel-Wehlheiden und Mannerchor Fulda 1. Preis, Ger- mania-Unterliederbach 2. Preis; 3. Klasse: Liederkranz- Fulda, Eintracht-Butzbach, Liederkranz-Ockershausen, Askalonia-Kassel und Sangeslust-Siegen 1. Preis; Kon- kordia-Corbach 2. Preis. 4. Klasse: Eintracht-Gladenbach und Frohsinn-Assenheim 2. Preis. 5. ^-Klasse: Liederkranz- Biedenkopf und Sängerlust-Hausen 1. Preis; Liedertafel und Mannergesangverein Frankenberg 3. Preis. 5. L-Klasse: Germania-Goßfelden und Mannergesangverein Wehrda 1. Preis, Liederkranz-Roth 2 a- und Harmonie-Espa 2 b- Prers. Ehrensingen, 1. Klasse: Männerchor Fulda 1. Preis (200 Mk.); 2. Klasse: Frohsinn-Garbenteich 1. Pr. (180 Mk.); 3. Klasse: Eintracht-Butzbach 1. Preis (150 Mk.), Sangeslust-Siegen 2. Preis (75 Mk.); 4. Klasse: Eintracht-Gladenbach 1. Preis (120 Mk.). 5. Klasse A: Sängerlust-Hausen 1. Preis (100 Mk.). 5. Klasse B: Mannergesangverein Wehrda (50 Mk.). Höchstes Ehrensingen: Männerchor Fulda: 1. Preis (goldener Lorbeerkranz), Frohsinn-Kassel 1. Preis (silberner Lorbeerkranz), Sünger- lust-Hausen 1. Preis (silberner Lorbeerkranz). Das Fest geht erst heute abend zu Ende.
Der Ausstand der Seeleute.
Amuiden, 10. Juli. Als gestern der Dampf er „Alster", nad) Hamburg bestimmt, die Hobe See gewinnen wollte und er den Dampfer „Rynstroom", an dessen Bord sich ein Militärposten befand, passierte, forderte der Posten die „Alster" auf, Halt zu machen. Da das Schiff der wiederholten Auffordcrnng nicht schnell genug nachkam, wurden auf die „Alster" ein Dutzend Schüsse abgegeben. Verwundet wurde niemand.
Amsterdam, 10. Juli. Man glaubt allgemein, daß das Vorgehen gegen den Dampfer „Alster" auf em Mißverständnis zurückzuführen ist. Zwei an Bord des „Rynstroom" slationierte Soldaten erhielten die Weisung, keme Dampfer vorbeizulassen. Aber die Anweisung bezog sich nur auf ine kleinen Dampfer, die zum Transport der Ausständigen verweiset toerbcn. Einer der beiden Soldaten hielt den kleinen Dampfer „Alster" für ein solches Fahrzeug und forderte ihn daher zuni Halten auf. Der Kapitän und der Lotse der „Alster" hielten sich nicht für verpflichtet, der Aufforderung Folge zu, leisten und setzten die Fahrt fort, woraus der Soldat sechs SckMe abgab. wer Dampfer mhr weiter und berichtete den Vorfall, bevor er von Ymuioen in See ging Die Zivil- unb Militärbehörden von Amsterdam haben eine Üntersuchmig eingeleitet
Die Jollensuhrer haben sich dem Ausstande an- geschlossen. — Der Minister des Innern, der Justiz und des Krieges l-alten eine Bespr echun g mit dem Bürgermeislier über die letzten Unruhen. — Bei Durchsnd>ungen in Häusern, wo öie dlusständigen sid) versammelten, wurden fünf Personen verhaftet und mehrere Feuerwaffen beschlagtrahmt. — In dem Lagerschuppen der Niederländisch-deutschen Trcmsportgesell- ,cl)aft wurden durch eine Feuersbrunst, die heute abend ausbrach, dreißig Ballen Tabak zerstört oder beschädigt. Es wird Sabotage veryrutet.
London, 10. Juli. Obwohl die Getreideverlader und die anderen Hafenarbeiter in Hüll mit der einge- tretenen Erhöhung der Löhne nicht zufrieden sind, führten sie die Drohung, heute nickst zur Arbeit zurückzukehren, nicht aus, sie nahmen vielmehr insgesamt heute früh die Arbeit auf.
**Gleibergversammlung. Die Hauptversammlung des Gleibergvereins findet am Samstag, 29. ds. Mts., nachmittags, auf der Burg statt. Professor Dr. Kaiser wird einen Vortrag über die geologische Beschaffenheit des Berges halten, während Privatdozent Dr. Rausch über die Geschichte der Burg sprechen wird.
** Die Archilekturteile des Turmes der Jo- hanniskirchc sind so verwittert, daß man sic Nachsehen und die schadhaften Stellen ausbessern muß. Man hört, daß die Arbeit aus 15—20 000 Mk. veranschlagt ist.
14 neue Wohnhäuser wurden im abgelaufenen Vierteljahr baupolizeilich genehmigt. Man kann annehmen, daß sie noch im Laufe dieser Bauperiode im Rohbau hergestellt werden.
**Dieneue Anlage zwischen der Licher Straße und dem Friedhof ist jetzt nahezu fertiggestellt. Sie ist vom Tiefbauamt nad) Plänen des Ba.urechnikers Köhler hergestellt worden, dem auck) die Leitung und Ueberwachung der Arbeiten übertragen war. Was hier geschaffen wurde gereicht der ganzen Stadt zur Zierde. Besonders ist der Teil hübsck) gelungen, in dem ein mit Binsen gedecktes Tempclchen von einer künstlich geschaffenen Erhöhung durch das Banmwerk hindurck) lugt. Zu wünschen wäre, wenn das Gelände längs des Schienengleises um die Kaserne herum ebenfalls als gärtnerische Schmuckanlagc angelegt würde.
Landkreis Gießen.
Z. Steinberg, 10. Juli. Der Gesangverein »Eintracht" beschloß in seiner am 9. Juli abg'ehaltenen Generalversammlung, im Juni 1912 sein 43jähriges Stiftungsfest, verbunden mit nationalem Gesang§-Wett st reit, zu feiern.
G r o ß e n ° L ich den, 11. Juli. In der gestrigen Nummer unseres Blattes ,st bet dem Bericht über das Krieger lest infolge undeutlicher Zuschrift der Name emes Kriegsveterauen falsch ivieder- gegeben. Es handelt sich nicht um einen Herrn Magnus, sondern 'Ul enges.
— Bettenhausen, 10. Juli. Die Vorbereitungen zu dem Sonntag den 16. und Montag den 17. Juli l. Js. stattfindenden Volks- und Bauernfest sind nun vollendet. Bedeutende Redner haben ihre Zusagen gegeben, bei dein Feste mitzuwirken. Um 1/.,2 Uhr wird sich der Festzug ln Bettenhausen aufstellen, um sich nach dem herrlich gelegenen Festplatze, ,der Wieke*, zu bewegen, wo ein Volksfest stattfindet.
38. Gauturnsest öes Turngalier Hessen.
Schlitz, 10. Juli.
Auch der heutige zweite Festtag unseres Gauturnsestes verlief tu sehr schöner Weise. Volksfest, Konzert, Tanzbelustigung usw. unterhielten die zahlreichen Besucher aufs Beste. Gegen Abend fand die Verkündigung des Ergebnisses des M u st er r i eg e n- turnenS statt. Es erzielten und erhielten entsprechende Ehrenurkunden :
Turnverein Wetzlar (Pferd) 75,33 Punkte; Männer-Turn- Serctn Gießen (Barren) 72,50; Turnverein Marburg (Pferd) 68,50; Turnverein Gießen (Barren) 67,33; Turnverein Alsfeld (Barren) 65,83; Krofdorf (Barren — Pferd) 64,75; Wetzlar - NMrmes (Barren) 64 58; 2unwereilt Gießen, Zöglinge, «3.U6; Butzbach (&ect) 63; Kirchhain (Sjünen) 62,Li Nieüer-Weisel (Barren) 62,58; Lauterbad- (Pferd) 62; Burg- ^'74' Aßlar (Barren) 61,50; Serina Misteln (Reck) Svk Zöglinge (Barren) 60,75; Holzheim (Pferd) 60,49; Ardda (Barren) 60,25; Männer-Turnverem Gießen, Zöglinge (Barren) 60,16; Grebenhain (Banen) 60,08; Turnverein Lau- terbach, Zöglinge (Barren) 60,08; Grüuberg (Pferd — Barren) A66; dtaunheim (Barren) 59,66; Nieder-Wöllstadt (Barren) K24: Schlitz (Barren) 56,33; Schlitz, Zöglinge (Pferd) 54,25; Albshauicn (Barren) 53 Mendorf a. d. Lahn (Barren) 48,74; Blbeshausen (Barren) >8,66.
Deutsches AeZch.
Ein Telegrmnm aus Balstrand meldet: Nach sehr schöner sonniger Fahrt ist der Kaiser um 5i/g Uhr vor Balhomen ein» getroffen. Das Wetter ist wesentlich wärmer geworden. An Bord ist Alles wohl.
Nach Mitteilung des evangelischen Oberkirchenrats ist die in Sachen Iatho unter dem 24. Juni ergangene Entscheidung des Spruchkollegiums für.kirchliche Lehrangelegenheiten nunmehr mit Gründen auSgefertigt unb soll entsprechend dem Beschluß des Spruchkollegiums veröffentlicht werden. Letzteres wird in der nächsten voraussichtlich am 1 2. I u l i zur Ausgabe gelangenden Nummer des kirchlichen Gesetz- und Verordnungsblattes geschehen.
fiel) dazu ci)!ßcfi!"\- •. Der Kursus, der 3 Wochen dauert, wird von Seminarlehrer Thierolf erteilt.
Nieder-Mörlen, 10. Juli. Die beiden an der Mordtat der Frau Walker beteiligten Geschwister, die neunzehnjährige Katharina Wolf, sowie deren Bruder, der siebzehnjährige Schmied Heinrich Wolf, sind beide Kinder eines notorischen Schnapstrinkers. Die Mutter, die vor einigen Jahren starb, war Hebamme, während der Vater Arbeiter ist. Die Katharina, welche als Anstifterin bei der Tat die .Hauptrolle spielte, war sehr putzsüchtig und ging vor ungefähr einem Jahr nach Frankfurt, angeblich um mehr Geld zu verdienen und mehr Vergnügen zu haben. Ter siebzehnjährige Heinrich Wolf war früher in der Landwirtschaft beschäftigt, wo er jedock) nicht gut tat. Er hatte dann das Schmiedehandwerk erlernen sollen, aber die Lehrzeit nicht ausgehalten, sondern sich aus den Rat seiner Schwester nach Frankfurt begeben, wo er mit dem Erbe, dem Teilnehmer an der Mordtat und Liebhaber seiner Schwester, bekannt wurde. Die Geschwister Wolf sind die nächsten Verwandten der ermordeten Frau Walter und hatten deshalb genaue Kenntnis von den finanziellen Verhältnissen beziehungsweise der Erbschaft. Die günstigen Erfolge bei den Ermittelungen sind den Angaben des früheren Lehr- meisters des verhafteten Heinrich Wolf zuzuschreiben, dem am Dienstag vor dem MordeinigeWerkzeuge. Beiß- zarlge, Brechwerkzeuge usw. g e st o h l e n wurden, und dessen Verdacht sich sofort auf seinen früheren Lehrling lenkte.
Zu dem Raubmord wird uns von anderer Seite noch mitgeteilt: Der frühere Schlosser, jetzt Chauffeur Wilhelm Erbe und die Dienstmagd Katharine Wolf wurden gestern abend 9Vi Uhr in das Gießener Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Tie Mordtat wurde in Frankfurt a. M., wo Erbe und Hch. Wolf zusammen eine Schlafstelle hatten, geplartt. Am Mittwoch nachmittag fuhren nun die drei Personen nach Friedberg unu gingen von dort burch den Wald zu Fuß nach Nieder-Mörlen, im Walde übernachteten sie, um die Tat am frühen DonnerStagmorgen auszuführe, wurden jedoch gestört und begaben sich hierauf wieder in den Wald zurück und warteten bis 4 Uhr nachmittags, wo sie alsdann zur Ausführung schritten. Nach Verübung des Mords begaben sich die drei Personen durch den Frauenwald nach Friedberg und fuhren mit dem um 5.19 Uhr in Friedberg abgehenden D-Zuge nach Frankfurt a. 'M., der junge Woft begab sich in seine Wohnung Wasserweg 4, während das Liebespaar nach Colmar weiter reiste, wo Erbe eine Stelle als Chauffeur angenommen hatte. Die Mordtat selbst wurde nur von klem jungen Wolf und Erbe ausgefuhrt, während Kath. Wolf im Walde wartete.
Kreis Wetzlar.
() Dutenhofen, 10. Juli. Seit einem Jahrzehnt besteht hier eine Kleinkinderbewahranstalt, die gestern nachmittag ihr Iah res fest unter großer Beteiligung feierte. Aus dem ursprünglichen Kinderfest ist im Laufe der Jahre ein Gemeindefest geworden. Mit Freuden hörte man die Berschen und Lieder an und sah den Spielen der Kleinen zu. Auch der Posaunenchor wirkte mit. Zum Schlüsse wurden alle Kinder mit Kaffee und Kuchen bewirtet.
Hessen-Nassau.
0 F r a n k e n b e r g, 10. Juli. Unter dem Viehbestände der Hatzbachermühle ist die M. a u l - u n d K l a u e n s e u ch e ausgebrochen.
Ausland.
Der nationale Ausschuß der geeinigten französischen Sozialisten beschäftigte sich mit dem Arbeiterpensionsgesetz. Gegenüber Jaurös, der das Gesetz verteidigte, entarte Guesde, feine sozialistische Partei der Welt habe für ein Arbeiterpensionsgesetz gestimmt, das die Arbeiter zu einer Beitragsleistung zwingt. Der französische Sozialistenkongreß in Nimes, der für ein solches Gesetz eingetreten sei, habe eine Niederträchtigkeit begangen. Schließlich wurde mit 87 gegen 52 Stimmen ein Beschlußantrag angenommen, in dem der nationale Ausschuß erklärt, sich dem von dem allgemeinen Arbeitsverband gegen das Arbeiterpensions- gesetz eingeleiteten Kampfe anzuschließen.
In P aris sind zwei Drittel aller Bauarbeiter ausständig.
Die erste unter dem Befehl von Hamid Bey zur Verfolgung der Entführer des Ingenieurs Richter von Kokinople aufgebrochene Abteilung hat nach mehrtägigem anstrengendem Suchen sichere Spuren Richters gefunden. Hamid Bey berichtet, er hoffe, in einigen Tagen Richter befreien zu können falls keine unvorhergesehenen Zwischenfälle eintreten.
Die Räuber Richters verlangen jetzt statt 50 000 nur 15000 Pfund (d. s. 300 000 Mark) Lösegeld. Diese Summe soll binnen 5 Tagen nach Ela Elassona gebracht werden. Richter teilte in einem ebenfalls an das deutsche Konsulat gerichtete Schreiben mit, daß er kränkle. Er beschwört die Behörde, sie möchte die Zahlung des Lösegeldes beschleunigen, da die Räuber ihn bedrohen.
Die „Times" meldet aus Teheran: Dort ist die Lage infolge neuer Aufstände schlecht. Der Gouverneur von Schiras drohte, heute einen Stadtteil beschießen zu lassen. In Kermand- scha zerstörte eine aufrührerische Menge mehrere Regierungs- gebäuoe.
In Ocvtlan (Mexiko) kam es in der letzten Nacht zu einem politischen .Aufstand, in dessen Verlaus elf Personen getötet und 15 verwundet wurden. Der Mob griff die .Geschäftshäuser an, von denen eines, das einer englischen Firma gehörte, die englische Flagge hißte. Trotzdem wurde das Haus angegriffen, jedoch nur geringer Schaden verursacht. Truppen stellten die Ordnung wieder her.
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Kreis Büdingen.
)!( Geiß-Nidd a, 9. Juli. Heute nachmittag zwischen 6—7 Uhr wurde hier ein Sittlichkeitsverbrechen begangen. Ein vierzehnjähriges Mädck)en von hier, das in Dauernheim zu Besuch weilte, wurde auf dem Heimwege in der Nähe des Dauernheimer Hofes von einem Ünbekannten angefallen. Der Unhold steckte dem Mädchen ein Tuch in den Mund und nahm unsittliche Handlungen an ihm vor. Dabei erlitt das Mädchen schwere Verletzungen, so daß noch am Abend ein Arzt zu Hilfe gerufen werden mußte. Von 5ent Täter fehlt jede Spur.
Ober-Widdersheim, 10. Juli. Am Sonntag, 9. Juli, fand hier die bereits int November 1910 in Dorheim angesetzte Versammlung der Vereinigung ehemaliger 116er statt, zu der sich aus etwa 40 Orten 450 Mitglieder eingesunden hatten. Unter Vorantritt der Spielleute des 1. Bat. 116. bewegte sich um 3 Uhr der stattliche Zug nach dem am Ende des Ortes belegenett Festplatz. Der Obmann der Ortsgruppe Ober-Widdersheim, 2. Vorsitzender, Bürgermeister Weid, begrüßte die Erschienenen und brachte das Kaiserhock) aus, worauf der 1. Vorsitzende, Apotheker Hempel aus Köln, das Wort ergriff und die als Vertreter des Regiments erschienenen Herren Offiziere, Hauptmann v. Bursztini, die Leutnants v. Grolmaun und de Harde, sowie den stellvertretenden Bezirksvorsitzettden von Nidda, Betzberger, int Namen des Vereins begrüßte. Der Redner wies darauf hin, daß die Ansicht, welche anfäng- lick, in den Kreisen der Hassiavereine bestanden hatte, dahingehend, daß die Vereinigung ehemaliger 116er der Hassia ichade, durch die Tatsachen volltömmen widerlegt sei; denn erwiesenermaßen erlitten die der Hassia angeglieoerten Vereine feine Einbuße an Mitgliederzahl, sondern es seien in vielen Ortscbasten seit Bekanntgabe der Bestimmung, daß ein jedes Mitglied der Vereinigung auck) Mitglied eines der Hassia angegliederten Vereins sein müsse, schon mehrere Mitglieder der Vereinigung den Ortskriegervereinen neu beigetreten. Die Vereinigung zählt jetzt in 126 Ortschaften etwa 1600 Mitglieder und es ist zu erwarten, daß die elbe bis zum 100jährigen Regimentsjubiläum etwa 3600 Mann stark sein wtrd. Die nächste Versammlung wird am zweiten Sonntaa im November in Berstadt stattfinden ... ,± Bleichenbach, 1L Juli. Gegen 3 Uhr morgens er» tonten die Sturmglocken. Die Scheuer des Drehers Heinrich Dcckmann IL stand tu hellen Flammen. Mann und vrau eilten nach den Ställen und banden das Vieh los das in den Sttaßen wieder aufgefangen wurde. Die Scheuer stand allein und das Feuer konnte ohne fremde Hilfe von der hiesigen Feuer- wehr bewältigt werden. Das ganze Gebäude brannte zusam- r Auf welche Weise das Feuer ausgebrochen ist, bleibt ein Uatfel. Die Gebäude waren in bestem Stand und der Besitzer ist cm äußerst vorsichtiger Mann. 1
K Kreis Alsfeld.
r. Kirtorf, 10 Juli Der Gesangverein Liederkranz ^^-k!^^rtg!ahriges Bestehen feiern. Eingeleitet wurde SS. sJi i Samstag durch Äne Vorfeier. Der Haupttag aber nai der herrliche Sommersonntag, 9. Juli. Früh weckten vom bannergezierten Kirchturm tönende Weisen die Schläfer des alten 9KUbr mar Festgottesdienst, in L dm Pfarrer die Bedeutung dieses Tages und der Vereinsarb^it im Lb-N d-r GM-.NL- gedachte. Son V-18 Uhr trafen tätlicher Zahl die auswärtigen Vereine von nah und fern ein entwElte sich jetzt in den Ortsstraßen, das semen Höhepunkt erreichte, als nach 2 Uhr der ansehnliche Festzug, eröffnet vom Radfahrvereiii Kirtorf, der Schuljugend und Ehrenmngsrauen mit klingendem Spiel sich zum Festplatz b™ hi?dter^n Zug- .Aber noch beträchtlicher war h-ä Auch der einzige nock) lebende Mitgründer
efus, der 7ßjal)rtge Konrad Döll, fuhr im Festzug mit ®er Festplatz^ auf einer Wiese an einem Berghang an der Wh? ni!fer 9cIcgen' "ahm den Festzug und die vielen Gäste auf Xie Vereine gruppierten sich im Halbkreis um die bcrt, Verein ein Willkommenslied er- ^^n ließ. Dann begttißte der Dirigent, Lehrer Erdmann
Unverzagt hielt die Festrede' Der Präsident beä Kriegervereins überreichte eine Fahnenschleise unb eine junge Dame übergab mit ein paar netten Versen einen und Jungfrauen Kirtorfs gewidmeten gestickten tfabnentragrienten. Beiden dankte der Präsident des Vereins K- All/ 30^niV°Sbie S8CrEinC in a,,ä8eIl,fter R-ih-n.
Kreis Friedberg.
3 . Friedberg, 10. Juli. Heute morgen begann im
o"cheniaale unseres Lehrerseminars ein ZeichenkursuS jur Lehrer unseres Großherzoglums. 24 Teilnehmer haben
'SiiPPS. '■jiinmer mit M, ver an eine ruhige tjamihe t M Meres H'ebigttr i!udwigstraße ilit die etile Etage, ( Jillimerwotmung in.; dellt. Üicht, Bad ui ■2tentL perlOkiobetcr. »idicher (Satten vvrhan 1er 2. Slock meines V Zimmer, Bade- und: i immer je, eletttildje L «asieitung, grobe Berai her von Herrn Dr S r'vhnt islzmI.Lktobe t'Ci'ig zn vermieten. Wb. Kilbingcr, tzöwe EI Leliersweg 79 a
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