Ausgabe 
11.2.1911 Erstes Blatt
 
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tzen Erklärungen ab, die vertraulich zu behandeln waren. Die Berichte, die von einigen Blättern über seine Erklärungen auf Grund von Indiskretionen veröffentlicht worden seien, seien vielfach sinnentstellend. Im beson­deren bezog sich die Wendung, daß der Staatssekretär die Opposition gegen den Gesetzentwurf im Auslande nicht tra-

2UidlaiiO.

Der französische Senat nahm in zweiter Lesung den Gesetzentwurf an, welcher die gesetzliche Zeitbe­stimmung für Frankreich abändert, um sie mit dem in Europa herrschenden Zeitsystem in Einklang zu bringen. Ferner wurde der schon von der Kammer genehmigte Ge,etz- entwurf über die Bezeichnung der Champagner und Weine angenommen.

Handel.

** 4»/o Hamburger Staats-Anleihe von 1911. Die B an £ für Handel und Industrie hier ist ebensalls an der Uebernahine der Anleihe beteiligt und nimmt Zeichnungen entgegen. Diese Baut ist außerdem auch ZeichtMlisssteUe juL bie neue 450 Bayerische Staats-Anleihe.

b. Diez, 10. Febr. In Altendiez trank heute mittag in einem unbewachten Augenblick in der Wohnung seine, Großmutter das 3 Jahre alte Söhnchen des Anton Stein aus einem Glas, in dem sich unverdünnte essigsaure Ton« erde befand. * ~

Der rasch herbeigerufene Arzt stellte Sßer» giftung fest, doch hofft man, das Kind am Leben zu erhalten.

Als die alte Frau nach einiger Zeit das Zimmer wieder betrat, fand sie das Kind bewußtlos am

Eingesandt.

Gießen, 11. Fckr. Wahlbetrachtuugen.

. ^teiu harr aufeinander treffen, gibt'

der falte Stoff feine Funken heraus. So geht es auch oft bei Wahl- llimplen. Als vor wenigen Wochen ein freisinniger Redner von derUeberbrüllung der Gegensätze", von derAusfüllung der Kluft zwischen Bürgertimr sprach, da hüllten sich die sozialdemo- kratrlchen yiefigen o'Uhrer in Schweigen und behielten ihre lieber- zeugung von der Notwendigkeit des Klassenkampfes tief im Busen verwahrt SelbstBrutus" schwieg. Jetzt, wo die Wahl int eressen die Verbündeten wieder getrennt haben und Freisinn und Sozial- demlokratre um bic Seele, d. h. um den Stimmzettel des Arbeiters ringen, wird auch ter Funke geweckt und heraus fliegt das Wort 01011 7^ aWnenüigfett des Klassenkampfcs, selbst wem: alle von >em linksstehenden Bürgertum geäußerten Beschwerten befriedigt Eyu_ l,t lmn wieder die gähneiide Kluft aufgerissen.

Das höhnende WortJllusionspoliliter" scheint zwar nicht in veuchelheim gefallen zu sein, aber es muß doch dort den Herren, denen^es schon mehr an den Kopf geschleudert wurde, uat und m die Ohren geklungen haben.

1 i1 £.r uaNip i", d. h. Oer Kampf nm die Verstaatlichung

aller Produktionsmittelmuß durchgefochten werden", klang es scharf aus dem Munde des HerrnBrutus". Dort ist! allerdings ftttbürgerliche Jllussionen" fein' Raum. 1 Und doch d*cin* uicht geheilt zu sein. Immer noch will man

ten Begleiter em ^>tück Weg lang bilden. So hat auch Hers H f a r r er K orell sich für diel o u st i t u t i o n e 1l e Fabrik- ?^C in * U n 9 ' ocm Steal des Herrn Reichstagsabgeordneten

.' s *5?^lrnn Egesprochen. Eine gewiß schöne Aussicht für unsere ^ndustriAlen uni) alle, die mit fremden Kräften arbeiten! Die Erreichung soll nach einer Meinung allerdings noch in weiter erne liegen. Die Verstaatlichung der Großbetriebe, die ein anderer freisinniger Redner aus Gießen in Heuchelheün für nottoenOig erachtet haben soll, wird ja nach der Ansicht des- Ielbcit Herrn erst in etwa 10 Jahren kommen.

mann gelangt von hier aus nach Bremen, Frankfurt und 'München zur Ausstellung.

** Typographische Ausstellung. Morgen, Sonn­tag vormittag, von 101 Uhr findet im Zeichcusaale der Stadt­knabenschule eine von der hiesigen Typographischen Gesellschaft veranstaltete Ausstellung von Arbeiten der k. k. Lehr- und Ver­suchsanstalt in Wien, statt. Der Eintritt ist freu

** Aus der Eisbahn finden morgen zwei Kon­zerte statt, das anstelle des Anlage ko nzerts stattfindende bei freiem Eintritt.

** A r 6 e itsvergebung. Zu der Notiz, daß der Firma Th. Bruck, hier, ter Zuschlag auf die Betten für die hiesige Irren­anstalt erteilt worden wäre, sei ergänzend mitgeteilt, daß der Firma F e r d. N e n n st i e l von den 238 Matratzen 66 Stück zur Liefe­rung übertragen wurden, und zwar Roßhaarmatratzen.

'' Kriminalwachtmelster. An Stelle des zum Polizeisekretär gewählten Kriminalwachtmeisters Pfeffer wurde in der letzten Sitzung der Stadtverordneten Kriminalschutzmann Zink zum Kriminalwachtmeister ernannt.

** Silberne Hochzeit feiern am Montag der Zug­führer Friedrich Althof und seine Ehefrau Llsette geb. Bernhardt.

** Maul- Und Klauenseuche. Neue Aus­brüche der Seuche sind gemeldet aus Weiterswei­ler, Regierungsbezirk Pfalz; Fin stin germo ß, Re­gierungsbezirk Oberbayern; Licht en au, Baden.

Landkreis Gießen.

, Annerod, 10. Febr. Der hiesige Kappenklub be­absichtigt am Sonntag in dem Saale bei Gastwitt Wächter sein Wintervergnügen zu feiern.

= Seigenem, 10. Febr. Der Kaninchen- und Geflügelzucht-Verein Leihgestern hielt kürzlich seine Hauptversammlung bei Gastwirt Tern ab. In den Vorstand wurden gewählt: G. Schrader als erster, W. Dem als zweiter Borgender, W. Neeb als Schriftführer und I. Hagele als Äajierer. Es wurde beschlossen, daß am Sonntag, 18. Febr. ein Preisschießen bei Gastwirt Dem statt find en soll. Hierzu wurden verschiedene Preise ge­stiftet. Ferner wurde beschlossen, vom 1. April auf eine Fachzeitung zu abonnieren. Fast alle Mitglieder waren zugegen. Die nächste Monatsversammlung soll Samstag, 4. März, bei Herrn Bender stattsinden.

--Garbenteich, 10. Febr. Dem Gesangverein Viktoria" ist ein erheblicher Betrag an Geld zu Zwecken für Gesangspflege zuteil geworden. Sttmmehr beabsichtigt er, für nächstes Jahr einen großen Gesangswettstreit veranstalten.

Kreis Alsfeld.

= Ilsdorf, 10. Febr. Unsere Eisenffc.ingrüben werden feit einiger Zett mit Keroslompen (nicht mit elektrischen Lampen) beleuchtet.

Kreis Lauterbach.

. P- Schlitz, 10. oebr. Schon wieder sind in der gestrigen Nacht Einbrecher hier tätig gewesen. Bei Herrn Tr. Aistermaun, Poststraße, wurden alle Räume wahrscheinlich nach Gecheswert abgesucht, aber vergebens. In der ttiidje tat man sich gütlich an Butter, Schinken usw., auch eine angebrochene Flasche Wein wurde geleert. Ein Barbetrag von etwa 20 Mt., der Köchin gehörig, blieb dagegen unberührt. Einen weiteren Besuch machten sie (es soll sich um zwei handeln) im Lass Jungoütt, auch dort

Die Pest in China.

10. Febr. Die russische Regierung entt endet aus Wunsch und Kosten der chinesischen Regierung zur Er- orschung und Bekämpfung der Pest eine wissenschastliche Expedition nach China, an deren Spitze Professor Sabol et ny steht.

Peking, 10. Fcl>r. Di- Pest breitet sich in der gnnzen Mandschurei aus. In Nordchina ist die Verbreitung noch gering. In Kwangtschoengtfe hat sich die Lage ver- schlimmett. In Cbarbm laßt die Seuche nach, da die Bakterien geringere Gefährlichkeit zeigen. Eine weitere leichte Zunahme hat m Tientsin und Tschifu stattgefunden; in anderen Städten ist die Lage unverändert. Die Regierung warf etwa 7oO 000 Eaels sur SNaßrcgeln zur Bekämpfung der Pest aus

tereffe der Frauenbewegung fuhren sie in aller Herren Lander. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit mht indessen keineswegs, wertvolle Studien, namentlich über Voltaire sind deren Ertrag. Ueber die Frauenbewegung hat sie neben zahlreichen Broschüren und kleineren Arbeiten das sehr klare und übersichtliche HandbuchDie moderne Frauenbewegung" (Leipzig, Teubner, 2. Aufl. 1909) ver­öffentlicht, das sich auch zur Einführung in die Probleme der Bewegung trefflich eignet. Die jüngste Veröffent­lichung beschäftigt sich mit einem Thema, das sich mit ihrem Vortrag am Montag berührt, mit dem Erziehungs­wesen (,,Moderne Jugend." Ein Wegweiser für den Daseins­kampf. Münckeu, Reinhard). Die besonderen Schwierig­keiten, die alle die zu überwinden haben, die zu Ueber- gangszeiten sich ihren Platz erringen, haben ihre Kräfte gestählt.

fiel den Spitzbuben kein Geldwert in die .Hände, doch wurde den offen stehenden Speisen und Getränken zu­gesprochen. Mit einem Polizeihund verfolgte man die Spuren, jedoch ist bis jetzt noch nichts von einem Erfolg bekannt.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 10. Febr. Gestern vormittag fand in ter Turnhalle des Seminars die Entlassung der letzten Parallelklasse, der Oberklasse (Kl. la) statt. Der Direktor machte den ans dem Seminar Scheidenden die Mit­teilung, daß die ganze Klasse bestanden habe. Ten Samstagabend werden die Entlassenen int Saalbau ihren Kommers abhalten, zu dem viele Einladungen ergangen sind. Tie städtische Ge­werbe-Akademie, die früher eine Pttvatanstalt war, wird demnächst die Feier ihres zehnjährigen Bestehens feiern.

= Friedberg, 10. Febr. Die Stadtverord- neten-Ver sammlung bewilligte den Vetranen mit weniger als 1800 Mk. Einkommen einen Ehren sold von 25 Mk.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach, 10. Febr. In der gefttigen Stadtver- ordnetensitzung wurde der Antrag des Stadtv. Fr. Nessel, wonach die Kricgsveteranen mit einem Einkommen bis zu 1500 Mark von den Slommunalfteucrn befreit werden sollen, abgclehnt, dagegen beschlossen die Stadtverordneten, den Veteranen zu Weih^ nachten eines jeden Jahres eine Ehrengabe von 25 Mark zu gewähren.

d. M ainz, 10. Febr. Gestern abend traf der G r o ß he r z o mit Gefolge und dem o. Hombergk im Automobil an

der Stadthalle zur Teilnahme an der Karneoalsitzung ein. Der Landesfürst wurde über die rheinseitige Terrasse nach dem blauen Terrassensaal, der in ein Fürstenzimmer umgewanüelt war, ge­leitet. Nachdem der Großherzog unter einer herrlich ausgeschmück- ten Nische Platz genommen, wurde er vom Präsidenten Glotz­bach begrüßt. Hierauf wurde der Großherzog mit den übrigen Ehrengästen durch das rheinseitige Foyer, während auf beiten Setten die Prinzen- und Ranzengarte in ihrer schmucken Uniform Spalier bildeten, nach dem Haupteingang ter Stadthalle geleitet Unter Trommelwirbel der Garden gingen die Herrschaften in die feenhaft beleuchtete Halle, vor der Tribüne war ein kleines mit Blumen und den närrischen Fahnen geschmücktes Empore errichtet, auf dem die Herrschaften Platz nahmen. Dem Großherzog schien das hubfche Arrangement und die mtt Narrhailesen angefüllte Halle große Freude zu beretten, denn er lachte vergnügt seiner Umgebung. Bei dem Großherzog hatten außer dem Gefolge und dem Minister, der Gouverneur v. Schlüssen, Provinzialdirektor Geheim erat Dr. Breidert, Oberbürgermeister Dr. Gvttelmann. Eisenbahndirektionspräsident Dr. Michaelis und Landgerichtspräsi- dent Dr. Hangen, Platz genommen. Nach dem närrischen Er- offnungsspiel fand der Einzug des Komitees statt. Der Präsidew Dr. Renn hielt eine Begrüßungsansprache. Es wurde hüranf das Ehorued:Froi/iocke nun, ou sroye nmot im grünen Rheines- tal, Heil dir Mognntia! Dein Landesfürst ist da!" mit Begeisterung gesungen. Nach Verlesung des närrischen, Humor« vollen Protokolls durch Settetär Huy jr., erfolgte die Begrüßung des Großherzogs durch den Präsitenten Dr. Renn, die mtt einem dreifachen Hoch auf den Lantessürsten schloß. Es folgten m bunter Reihenfolge mtt Schlagern versehene Vorträge, ein Zwiegespräch, ein Pislonsolo und Lieder des Opernsänger Rupp Die Sitzung war eine der glänzendsten, die jemals stallgefunten

Erst am Schlüsse, als das letzte Lied angestimmt wurde, verließ der Großherzog die Narrhalla.

Hessen-Nassau.

ft- Rod heim a. d. B., 10. Febr. Landwirte und Obst- baumzuchter Hagen sehr über den H a s e n f r a ß an ihren Obst- baumpflanzungern Auch in unserer Gemarkung ist der Schaden sehr beträchtlich, sind doch in der Gemeindebaumschule sämtlichl Stämmchen angefressen.

w Griesheim a. M., 10. Febr. Heute vormittag geriet der 15jährige Sohn des SägewerkspächterL van Venroy in eine Masch inen weile und wurde voll, ständig zermalmt.

gisch nehme, sich lediglich auf die Protestkundgebungen aus­ländischer Interessentenkreise. Die Erklärungen auswär- tiger Regierungsstellen berührte der Staatssekretär hierbei nrcht.

Der Magistrat von Berkin hat beschlossen, der Stadt­verordnetenversammlung die Erhebung eines Zuschlages auf die Einkommen st euer von 110 Proz. und aus die Grundsteuer von 165 Proz bei gleichzeittger Erhebung der Lustbarkeitssteuer vorzuschlagen.

Aus Marienburg wird amtlich gemeldet: Bei der Landtagsersatzwahl in Elbing-Marienburg wurde der Gutsbesitzer B ä r e ck e - Spittelberg lDeutsch- fonf.) mit 297 Stimmen gegen den Stadtforsttat Schröder (Vaterl. Wahlverein) bei 201 Stimmen gewählt. Die Ge­samtzahl der abgegebenen Stimmen ist 498.

** Stadttheater. Tie zärtlichen Verwandten. Hierauf: > Ter Vetter. Zum Gedächtnis des 100. Geburtstags von Roderich Venedix, dessen harmlosen Lustspiele einst uniere Großeltern . vegeisterte, wurden gijlein alc,..> /uii |. Lor Stücke angeführt und zwar mit -einem großen Lacherfolg. In Nr. 12 der Gießener Familienblätter wurde Benedixens Schaffen eingehend gewürdigt, und es ist keine Verkleinerung des alten Bühnenpraktikers, der mit all seinem Wesen so ganz in seiner Zett wurzelte und sie mit seinen Lustspielen unterhielt, wenn man den gestrigen Erfolg in erster Linie der für unsere Verhältnisse geradezu glänzenden Darstellung gutfajreiut. o.uie vfseil,üy-ttüy lorgiäiiige Vorberei­tung wetteiferte mit der guten Laune der Darsteller, die, jeder nach seinem Können, ihr Bestes gaben und die Zuschauer trotz der langen Tauer der Vorstellung bis zum Schlüsse aufs an­genehmste unterhielten. Neben unseren einheimischen Darstellern trat Marga Reh na, zuletzt am Deutschen Theater in Phila­delphia, auf, die für die nächste Spielzeit als Naive in Frage kommt. Klare Spielform und lebhaftestes Temperament ver­einigten sich mit einer guten Stimmbebandlung zu einem recht vorteilhaften Gesamteindruck, besonders als Ottilie in denZärt­lichen Verwandte n", aber auch als Wilhelm imBette r" gefiel sie recht gut. Von den übrigen Mitwirkenden ist an erster Stelle Lore Scholz zu nennen, die sich zu einer vorzüglichen komischen Alten" entwickelt hat. Ihre liebesehnende Irmgard war von famosem Humor getragen und reizte zu beständigem Beifall. Rudolf Goll spielte den Oswald in seiner schlichten, herzvollen Art und Elly Gühne als adelsstolze Adelgunde war von köstlicher Wirkung. Prächtig in seiner anmaßenden Beschränktheit war der Schümmerich Hermann Nordens, liebenswürdig und herzlich Eva Gühne und Karl Marx als Liebespaar Voll freundlicher Milde und herzwarmer Jnnigkett war Fränzi K o ch als Thusnelde und auch als Luise imVetter", ten Hermann Norden ausgezeichnet darstellte. Hilde Engel war eine allerliebste kleine Pauline, Karl V o l ck ein gestrenger Papa. Auch der äußere Rahmen der Vorstellungen war recht gefällig und anheimelnd, den Leiter verschwieg der Zettel, der sich mit dem festgesetzten Ende der Aufführung fast um s/4 Stunden geirrt hatte. /<. N.

** Stadttheater. Zum Gastspiel des Wiener Kunsttheaters am Freitag, 17. Febr., dürfte folgende Besprechung derNeuen Fr. Pr." interessieren. Die Ge­schichte von dem bäuerlichen Romeo und der bäuerlichen Julia, die trotz der Feindschaft ihrer Väter nicht voneinander lassen und, statt den gefürchteten Dopeplselbstmord zu ver­üben, in eine einsame Sennhütte flüchten, wo sie ihrer Liebe selbst, den verweigerten Segen geben die köstlich frische und freie Handlung hat von ihrer Wirksamkeit nichts verloren. Das Ensemble, zum Teil von Wiener Bühnen her bekannt, hat in trefflicher Schulung ein ansehnliches Kunstniveau erreicht. Eine kluge und zielbewußte Leitung zeigt sich im einzelnen wie in der Gesamtwirkung. Die große Wirtshausrauferei am Schluß des zweiten Aktes war ein kleines Meisterstück der Regie.

" Kunst verein. Die Gemälde-AuSstellung bleibt von Montag ab wegen vollständigen Wechsels der Gemälde einige Tage geschloffen. Die ausgestellte Kollektion Prof. Dett-

Heer und Flotte.

Wie das Wolffsche Bureau erfahrt, ist der N a ch f o l g e r des Generals d er Infanterie v. Woyrsch, des bisherigen kommandierenden Generals des 6. Armeekorps, der Kommandeur der L Divisi7on, Generalleutnant von fP r i tz e l w i tz. ,

Aus und Land.

Gießen, 11. Februar 1911.

* Tageskalender. S t a d 11 h e a t er: Sonntag nach- rnittag 3^ Uhr: ,T e r fidele Bauer"; abends 772 Uhr: Glaube und peima

Kroubauerscher Quartettverein: Wohltatigkeits- konzert im großen Saal des Gesellschaftsoerems. Sonntag nach­mittag 5 Uhr. K

Kinematograph: Neuer ©pieLplan.

Biograph: Neuer Spielplan.

A n l a g e m u s i k am Sonntag vormittag ll1/, Uhr auf der Eisbahn. Operettentag. 1. Ouvertüre zur Operette ^Leichte Kavallerie^, von Fr. v. Suppe; 2. Fantasie a. d. Operette .Ein Walzertraum^, von O. Strauß; 3. Mimosa-Walzer aus der Operette .Die Getiha", von Jones; 4. Marsch a. d. Operette .Der Obersteiger" von Zeller.

**Finan-Minister Braun. Das in diesen Tagen ^erstattete Gutachten des Direktors der Klinik für innere 'Krankheiten, .Univ.-Prof. Dr. Voit in Gießen, und des behandelnden Arztes, Scur.-Rat Dr. H o s f m a n n in Darm­stadt, spricht sich n. d. Darmst. Ztg. dahin aus, daß sich sder Minister von dem am 22. Oktober 1910 erlittenen «Anfall in der denkbar günsttgsten Weise wieder erhott habe. Die jetzt noch bestehenden, nicht mehr bedeutenden Störungen ließen ihr gänzliches Verschwinden und die Wiederkehr «vollständiger Dienstsähigkeit erwarten. Absolute Enthal­tung von allen Dienftgeschäften sei aber noch für ein wei­teres Vierteljahr dringend erforderlich. Finanzminister Braun hat dementsprechend einen wetteren Urlaub an- -getreten.

" Hessischer Adel. Der Großherzog hat den dem ordentlichen Proseffor an der Technischen Hochschule zu Darm- istadt Geh. Baurat Maximilian Aug. Leo v. Willmann verliehenen russischen erblichen Adel für sich und feine gegen- madigen und zukünftigen ehelichen Nachkommen beiderlei Ge- schlechts anerkannt.

* * Erledigte Lehr er stell en : Die mtt einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Ge­meindeschule Ku Ober-Finkenbach; , die mtt einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde­lchule zu Unter-Ostern. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu.

* * In d en Ruhestand versetzt wurde der Weichen­steller 1. Klasse in der Hessisch-Preußischen Eisenbahnge-, meinschaft, Wilh. Horn zu Gießen.

" Der Vorstand der Landwirtscha ftskammer hielt am Freitag eine Sitzung ab, in der die in diesem ,Jahre notwendigen Wahlen einer Besprechung unterzogen und die demnächstige Vornahme der Revision der Satzungen jber Landwirtschaftskammer beschlossen wurde. Die in Aus- isicht genommene M u st e r - O b st p f l a n z u n g soll in der Nähe von Bensheim errichtet werden. Dem Ausschuß Rheinheffen wird zur Gewährung eines Zuschuffes an den Obst- und Gartenbau-Verein Ober - Ingelheim zur Unterstützung des 'dortigen Obstmarktes ein größerer Betrag vorlagswetse über­wiesen.

Zur Gieß euer Reichstagsersatz wähl. Am Donnerstag abend fanden n ation allib er a le Ver­sammlungen in Burkhardsfelden und Oppenrod statt, in denen der Kandidat Prof. Gisevius, sowie Reck)tsanwatt Kaufmann und Oberlehrer Dr. Krausmüller sprachen. Tie _ Ausführungen der Redner wurden mtt großem Interesse ausgenommen, die sich anschließenden Aus­sprachen verliefen sehr lebhaft und anregend. Am Sams­tag und Sonntag beaüsichttgt die nattonalliberale Partei in Daubringen, Staufenberg, Ruttershausen, Weitershain, Bernsfeld, Atzenhain usw. Versammlungen abzuhalten Fortschrittliche Versammlungen fanden am ,Donnerstag in Weickartshain, Ober-Bef singen ynb Reiskirchen statt. In ihnen sprach Reichstags- 'kandidat Pfarrer Korelü 13

" Das Konzert Yvette Guilberi ist abgesagt worden, wie' erst heute nutgcleilt worden ist.

**ZumVortragSchir macher schreibt man uns: Damit Dr. Käthe Schrrmacher, die am Montag, 13. Fe­bruar, abends 8V2 Uhr, im Hotel Schütz über das Thema Mutter und Sül)ue" spricht, ihren Hörerinnen und Hörern kerne ganz fremde sei, teilen wir auf mehrfachen Wunsch . folgendes über ihren Lebensgang mit. Geboren ist sie in Danzig, sie studierte in Paris, legte dort das Staats- exameu ab und bezog darauf die Universität Zürich. Wie . bie erste deutsche Privatdozentin Dr. Elise Richter, in ' Sbicn, promovierte sie in der romanischen Phi^uvgie und : 5tüar mtt einer Dissertation über Thsopytte de Viau, einen Sanger des 13. Jahrhunderts. Seit 1895 ist Dr. Schir- : macher ur Paris ansässig und von dort aus Mitarbeiterin oer bedeutendsten deut)men und österreichischen Zeitunaen i mni) Zettlchnften, Zahlreiche Vortragsreijen im Iw- .