Ausgabe 
10.11.1911 Zweites Blatt
 
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diesem Winter wieder zur tejügung. Die Einnahmen des Ver­eins betrugen 3395 Mark, die Ausgaben für Unterstützung vvn allerhand Werken der inneren Mission belaufen sich auf etwa 3000 Mark, der Ueberschuß kommt der Herberge zur Heimat zu­gute. Den Hauptvortrag hielt sodann Pfarrer Wurm -Stuttgart über dje Frage: Was fordert die Gegenwart von der Inneren Mission und welche Forderungen hat die Innere Mission an die Gegenwart? In klaren Ausführungen legte er dar, wie die christlichen Gemeinden die Hilfe der Inneren Mission nölig haben, daß sie dafür aber auch die Kosten aufbringen und die nötigen Arbeitskräfte stellen müßten. Dadurch wird jede christ­liche Vereinsarbeit Mr Gemcindearbeit, wie es der evan­gelischen Anschauung vollkommen entspricht. Deshalb ist auch die sog. humanitäre Arbeit des Staates, der Kommunen oder privater Vereine in ihrem sittlichen Werk und ihrer sozialen Bedeutung unumwunden anzuerkennen und mit Rat und Tat zu unterstützen. Ms Gegenleistung dafür must sie mehr Kenntnis ihrer Arbeit, mehr Würdigung ihrer durchaus lauteren Motive Und mehr Anerkennung ihrer Erfolge, besonders ihrer sozialen Bedeutung, fordern. Sie wird dagegen die Ausbildung ihrer Arbeitskräfte vertiefen und eine Reform der apologetischen und evangelisatorischen Bestrebungen in organisatorischer und sach­licher Hinsicht veranlassen. An der sich an den tiefgehenden Vor­trag, der dem oberhessischen Verein nicht nur aus dem Herzen gesprochen war, sondern auch die seither vom ihm getriebene Praxis aussprach, sich anschließenden Aussprache beteiligten sich Kirchenrat D. Schlosser, Superintendent D. Petersen, Pastor Wett in-Berlin, der Vertreter des Zentralausschusses für Innere Mission in Berlin, Prof. D. Schian, Geh. Schul­rat D. Stamm hier u. a. mehr. Zum Schlüsse wurde eine Entschließung angenommen, tvelche feststellt, daß der Oberhessische Verein mit dem Gedanken, daß Innere Mission Gemeindearbeit sei, vollkommen übereinstimmt. Mit Gebet wurde das Jahres- fest gegen 2 Mr geschlossen._____________________________________

Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank vor Gericht.

4- Dortmund, 8. Nov.

In den fortgesetzten Verhandlungen wegen des Zusammen­bruchs der Niederdeutschen Bank bekundete der Zeuge Bankier Louis Wolff (Hamburg), daß das Bankgeschäft Wolff von der Nieder­deutschen Bank angekculft wurde, die in Hamburg ein gutes Geschäft haben wollte, um dadurch ihr eigenes Ansehen zu erhöhen.

Zeuge Hartwig erblickt die Ursache des Zusammenbruchs tiortn, daß sich jeder auf den anderen verlassen habe.

Der Staatsanwalt teilte mit, daß der Reichstvgsabgeordnetc Graf Oppersdorf es äblehne, als Zeuge zu erscheinen. Im Einverständnis mit den Prozestbeteiligten wird auf den Zeugen verzichtet, ebenso verzichten Staatsanwalt und Verteidiger im Interesse der Beschleunigung der Sache puf eine große Anzahl Zeugen, die den Fall Alexander betreffen Es kommt dann der Anklagefall eines Kaufmanns Achilles zur Erörterung, der der Bank zwei Kuxe übergeben hat, die diese dann weiter Mb. R.-A. Frank erklärt dann für den Angeklagten Ohm: Es bestand eine generelle Verfügung, die Depots nach Berlin zu schicken, aber sie betraf nur die verfügungsfähigen Werte. Bei sämtlichen Depots war, mit verschwindenden Ausnahmen, eine Verfügungsberech- tigung vorhanden. Der Staatsanwalt erwidert hierauf: Es be­stand wohl eine generelle Verfügung, die Depots nach Berlin zu schicken. Die Anklage behauptet aber, daß die Angeklagten «auf jede nur mögliche Weise bestrebt waren, eine Verfügungs­berechtigung hereinzubekommen. Für den Fall, daß dieses Be­streben vergeblich war, wurden trotzdem, und zwar mit Wissen der Angeklagten, die Werte nach Berlin verpfändet. Es kommt dann ein Anklagefall G e r r tz e n zur Sprache, der der Bank >Kuxe im Gesamtwerte von 30 000 Mark übergab, die ebenfalls widerrechtlich an die Berliner Handelsgesellschaft weiter gegeben sein sollen.

4 Dortmund, 9. Nov.

Zu der heutigen Verhandlung waren 40 Zeugen geladen, die aber sämtlich wieder entlassen wurden. Vor Eintritt in die Verhandlung erklärte her Verteidiger R.-A. Frank, es sei unrichtig, daß der Zeuge Wolff aus Hamburg beim Zu- smumenbruch der Niederdeutschen Bank eine Million verloren habe; Wolff habe wenig oder garnichts verloren.

Der Zeuge Gerretzen erklärt nochmals, er habe bei Hinter­legung seiner Wertpapiere keinerlei Versügungsberechtigung unter­schrieben. Der Angeklagte Schmitt erklärte auf Befragen, er habe die Bedingungen, unter welchen die Niederdeutsche Bank lmit der Nationalbank für Deutschland arbeitete, nicht gekannt. Bankdirektor Weber (Rostock) erklärt, daß der Niederdeutschen Bank im Januar 1909 ein Diskontkredit von einer Million Mark eingeräumt worden sei, wofür eine Deckung durch Bürgschaften Und Wertpapiere vorhanden war. Schaden habe sein Institut bei dem Konkurs nicht erlitten, da eine doppelte Sicherheit vor­handen gewesen sei. Es folgte sodann die Erörterung des Falles Fuhrmann. Fuhrmann hat im Jahre 1906 der Nieder­deutschen Bank 2 Kuxe übergeben, die er bar bezahlt batte; eine Blankozession hatte er nicht unterschrieben und auch der Niederdeutschen Bank kein Versügungsrecht über die Kuxe ein- yeräumt. Im März 1907 kaufte die Niederdeutsche Bank in seinem Auftrag wieder 2 Kuxe, über die er eine Blankozession aus stellte, da die Papiere nicht bar bezahlt waren. Im No­vember 1907 verkaufte die Bank sämtliche 4 Kuxe an die Ber­liner Handelsgesellschaft; .es wurde deshalb außer wegen Depot­unterschlagung auch wegen Betrugs und Urkundenfälschung An­klage erhoben. Angesichts der sich widersprechenden Zeugenaus­sagen meinte der Vorsitzende resigniert, die Sache werde sich anscheinend nicht ausklären lassen. Hierauf wurden die Ver- handlungen auf morgen vertagt.

Das Urteil im Gntmöndigunasprozetz der Grafen von der Zchulenburg.

Elberfeld, 9. November.

c Zivilkammer des hiesigen Landgerichts hat heute in

oct Aufsehen erregenden Entmündigungssache des Reichsgrafen von der Schulenburg, ^ideikommißbesitzers auf Oefte und Herrn der Zwmgenburo in Tirol, das Urteil gesprochen. Der Graf klagte auf Aufhebung der Entmündigung, die von dem Amtsgericht Velbert über ihn verhängt worden war. Das Amtsgericht hatte seinerzeit ausgesprockien, daß der Graf nicht imstande sei, die An­gelegenheiten eines Edelmannes und Standesherrn, eines Ehe­mannes und Vaters zu besorgen. In der ersten Verhandlung rn der Sache wandte der Graf ein, daß man ihn aus politischen Motiven mundtot machen wolle. Die erste Verhandlung errdete damit, daß der Gerichtshof dem Kläger aufgab, ein Gutachten des Medizinalkollegiums in Kobleiiz zu erbringen. Dieses wurde m der erneutdn Verhandlung durch die Bonner Universitäts- Professoren Thomsen und Ungar erstattet. Dieses Gutachten kommt zu folgendem Schlüsse: Der Graf leidet an psychischer Degene- ratwn. Diese angeborene psychische Mnormität hat sich im Laufe der Zeit so erheblich entwickelt, daß die gesamte geistige Persönlich­keit des Grafen als eine hochgradige psychopathische bezeichnet werden muß. Der Graf ist infolge dieser Veränderung seiner geistigen Persönlichkeit außerstande, seine Angelegenheiten zu be­sorgen, er leidet an Geistesschwäche im Sinne des § 6 BGB Gegen die,es Gutachten wandte der Kläger ein, daß ihn seiner- zeit der bekannte Afünchener Universitätsprofessor v. Gudden Monate lang beobachtet und keine Spur von Geisteskrankheit an ihm gesunden habe. Die Zivilkammer wies den Antrag des Grafen auf Aufhebung der Entmündigung ab.

(ßericbtsfaciL

, . ^Offenbach, 8. Nov Große M il ch p an ts ch e r e i c n hat sich die Ehefrau des Milchhändlers Friedrich Müller in Offenbach zu schulden kommen lassen. Beide hatten entrahmte und mit schlechter Magermilch vermengte Milch, die nach dem Ergebnis der Untersuchung nur 1,8 Prozent Fettgehalt aufwies, als Vollmilch verkauft. Die Ehefrau erhielt eine Geldstrafe von £0 Mk., während der Mitangeklagte Ehemann, der die angeblich

für den eigenen Bedarf bestimmte minderwertige Milch verwechselt haben will, freigesprochen wurde.

F.C. Höchst a. M., 9. Nov. Am 16. Mai ereignete sich auf der Mainzer Landstraße in der Nähe des Griesheimer Exer­zierplatzes bei Frankfurt a. M. ein Zusammenstoß zwischen dem Automobil des Chauffeurs August Stephan in Diensten des Kommerzienrat B. Meyer in Mainz und dem Leichenwagen aus Nied infolge zu schnellen Fahrens des Autos. Tie Folge war die völlige Zertrümmerung des Leichenwagens und schwere Ver­letzung des Fuhrmanns und des Totengräbers. Das Höchster Sckwsscngericht erkannte gegen Stephan wegen fahrlässiger Körper- oerletzung auf zehn Tage Gefängnis. Der Fuhrmann ist bis heute noch nicht völlig hergestellt und der Totengräber Kitz noch dienstunfähig. __________________

Lrrft-cbiffahrt.

Zuverlässigkeitsflua am Oberrhein.

Mannheim, 9. Nov. Das Kartell Südwestdeutscher Luft­sahrvereine, dem die Luftschiffer-Bereine von Konstanz, Freiburg, Straßburg, Karlsruhe, Mannheim, Darmstadt, Frankfurt,, Wies­baden, Mainz, Koblenz, Gießen, Marburg und Kassel mit insgesamt über 3000 Mitgliedern angehören, ist gegenwärtig eifrig mit den Vorarbeiten für den neuen Zuverlässig­keitsflug am Oberrhein beschäftigt. Dieser Flug soll im Frühsommer kommenden Jahres, etwa Ende Mai und anfangs Juni veranstaltet werden. Als Ausgangspunkt ist Straßburg gedacht, dessen Verein im kommenden Jahre im Kartell den Vorsitz führen wird. Freiburg ist als südlichste Etappe in Aus­sicht genommen. Hier soll ein besonderer Rasttag mit Schau­flügen eingehalten werden. In mehreren Schleifen, die noch genau festzustellen sind, sollen möglichst viele der Kartellstädte auf dem Fluge berührt werden. Es besteht ferner die Absicht, einen Prinz-Heinrich-Preis der Lüste zu stiften, der alljährlich im Kartell ausgeflogen werden soll. Ferner l>at das Kartell beschlossen, aus den Ueberschüssen des Zuverlässigkeitsfluges zwei Flugzeuge anzuschaffen, die den einzelnen Vereinen zu sport­lichen und nützlichen Zwecken zur Verfügung stehen sollen. Die Vereine werden ihrerseits in ihren Städten Flugzeugschuppen bauen, wo die Flugzeuge untergebracht und ausgebessert werden können. Solche Flughäfen werden bis nächstes Frühjahr in Frei­burg, Mülhausen, Baden-Oos, Straßburg, Darmstadt und Frank­furt errichtet werden. Wenn sich dieses Netz weiter verdichtet hat, kann damit gerechnet werden, daß die Flugzeuge auch in den Dienst der Oeffentlichkeit gestellt werden.

*

ff. Neue Flugposten. Nachdem die Engländer mit ihrer Flugpost hübsche Erfolge erzielt haben und auch bei uns Zeitungs­sendungen mit der Flugmaschine befördert worden sind, denken die, Franzosen daran, in großem Maßstabe Flugposten ein­zurichten. Zunächst wird eine regelmäßige Flugpost zwischen A l - gier und Timbuktu geplant. Die Strecke erscheint zwar für den gegenwärtigen Stand der Flugkunst ein wenig lang, dafür jedoch dürste das Gelände nicht allzu große Schwierigkeiten bieten. Auch auf Madagaskar wird vielleicht eine französische Flug­post eingerichtet werden, die von Tananariva Nach Am­bo s,it r a und nach Fianarantsoa regelmäßig verkehren soll. Jenseits des großen Teichs hat man übrigens, wie ein Mitarbeiter des Gaulois gelegentlich dieser französischen Flugpostpläne erwähnt, auch schon Versuche mit Flugposten gemacht. In den Vereinigten Staaten war in Sheepshead-Bay ein Flugpostamt eingerichtet worden. Die hohen Partosätze scheinen jedoch das Publikum davon abgehalten zu haben, den Flugpostdienst in solchem Maßstabe zu benutzen, daß die Unterhaltung gelohnt hätte. Zwischen dem Flugplätze K i n l o ch und Fair-Ground hat man übrigens auch in diesem Jahre versuchsweise eine Flugpost unterhalten. In Frankreich, wo jetzt diese großzügigen Flugpostpläne aufgetaucht sind, hat man, abgesehen von gelegentlichen Zeitungsbeförderungen, noch teilte eigentlichen Flugposten gehabt.

In A l ts a n ck e n landete Sonntag abend 6 Uhr der morgens Vs5 Uhr in Campagne mit zwei Luftschiffern aufgestiegene französische BallonP i c a r d i e". Durch einen starken Sturm wurde der Ballon mit einer Geschwindigkeit von 100 Klm. in der Stunde vorwärts getrieben. 12 Uhr mittags war Swinemünde er­reicht. Der Ballon legte in I6V2 Stunden gegen 1700 Kilometer zurück und stellte hiermit einen Weltrekord auf.

Kleine Tageschronik.

Bei dem Offiziersrennen der Offiziere des Luftschifserbataillons I u n g f e r n h e i d e ist der zu dem Luftschifserbataillon komman­dierte Leutnant Runkel vom 4. Ulanenregiment lebens­gefährlich verunglückt. Beim Nehmen der Hürde ging das Pferd durch und schleuderte dm Reiter mit dem Kopfe gegen einen Baumstamm, so daß ein Ast durch das Gehirn und die Stirn drang; er wurde bewußtlos ins Garnisonlazarett verbracht.

Aus Köln wird gemeldet: Seit Donnerstag steht der ganze Tagebau der Grube Türnich in Flammen. Das Feuer breitet sich mit großer Schnelligkeit aus.

Die Stadtverordnetenversammlung in Krefeld genehmigte mit 24 gegen 10 Stimmen den Bau einer Feuerbestattungs­anlage auf dem neuen Krefelder Friedhöfe.

Die Unionmühle in Essegg ist vollständig nieder- gebrannt. Der Schaden wird auf zwei Millionen Kronen geschätzt.

Die Typhusepidemie in Rheinland und West­falen fordert noch immer neue Opfer. In den beiden Ham- borner Krankenhäusern erkrankten vier Krankenschwestern. Zwei sind bereits gestorben.

In Berlin entstand in einem Dienstraum auf dem Wrie­zener Bahnsteig des Schlesischen Bahnhofes eine Gasexplo­sion, wobei der Fahrdienstleiter, Assistent Horn, mehrere Brandwundeir erlitt, gegen die Wand geschleudert wurde und dabei durch innere Verletzungen und Hautabschürfungen verletzt wurde. Tie Wände, Türen und Fenster des Dienstraums wurden stark, das Stellwerk geringer beschädigt. Der Eisenbahnbetrieb ist nicht gestört.

In Marienwerder (Westpreußen) wurden Bei einem Stubenbrande i.t der Herberge zur Heimat vier Kinder einer vorübergehend sich aufhaltenden Stallschweizerfamilie aus Schier (Prov. Sachsen) so schwer verbrannt, daß an ihrem Auf­kommen gezweifelt wird. Die Kinder verursachten vermutlich während der Wwesenheit der Mutter mit Spielen von Streich­hölzern das Feuer.

Der Nordstrand von Helgoland ist hoch mit Schutt und Steinen bedeckt. Das ftarfe Bollwerk ist zerbrochen, ein großer Streifen Landes wurde in das Meer gespült. Die Düne hat stark gelitten. Auch der Reichskriegshafen soll stark beschä­digt worden sein.

Nach einer Depesche aus Johannisburg wurden in eine Primrosemine 10 6 Eingeborene durch Einsturz eines Ganges ein geschlossen. Das Rettungswerk ist wegen der nachstürzenden Trümmer äußerst schwierig- und gefährlich.

handel.

* Postscbeckverkebr. Im Neichsgostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Oktober 1911 auf 60 326 gestiegen. (Zugang im Monat Oktober allein 844). Auf diesen Postscheckkonten wurden im £ ftober gebucht 1171 Mil­lionen Alk. Gutschriften und 1147 Millionen Mk. Lastschriften. ?as Gesamtgutbaben der Kontoinhaber betrug im Oktober durch- schnittlich 124 Millionen Mk. Im Verkebr der Reichspostscheck- ämter mit dem Poslfvarkassenaint in Wien, der Postsvartasse in Budavest, der belgischen Postverwaltung und den schweizerischen Postscheckbnreaus ivurden fast 5 Millionen Alk. nmgeieyt und zwar auf 2380 Uebertragungen in der Richtung nach und auf 0740 Uebertragungen in der Richtung auS dem Auslande.

Märkte.

§ Grünberg, 9. Nov. Ter heutige sogen,zweite Gallus- markt" hatte wiederum eine recht starke Ausfahrt an Jimg-

schmeinen. Tie Preise zogen bei der lebhaften Anfrage an, dec Handel ging flott. Man bezahlte für das Paar 8 9wöchige Ferkel 2124 Mk.. ältere 2tz-3o Alk., starke Qualität 30-3? Mk.

X Groß-Felda, 7. Nov. Unser seitheriger Tezeinbermarkt ivurde heute zum ersten Male alsH e r b st m a r k t" hier ab- gebalteu. Dadurch wird der Markt mit einem Viehmarlt ver­bunden. Der Auftrieb an Jungschweinen iuar mäßig, was eigent­lich nach dem Bestand unverkaufter Ferkel auf deu Märkten zu vomberg a. O. und Ruppertenrod unerwartet erschien. Ter Handel zeigte durch den derzeitigen sehr niedrigen Preisstand keinen ,yiu6. Alan bezahlte für das Paar Ferlel im Alter von 6 bis 1 Wochen 2022 Alt., für von 8-10 Wochen alte 22-3 M.. und 1214 Wochen alle 3032 Mk. Die fetten Schweine bezahlt man zurzeit mit 46 Pfg. das Pfund Lebendgeivicht. Tas ist ein Preisniiterschied von 6 Pfg. daS Viund gegen die gleiche Zeit des Voijahies. Aber das Pfund Wurst kostet eben genau noch 80 Pfg, ivie damals.

fc. Frankfurt a. M., 9. Nov. Ter Di eh markt am Mitt- >voch, den 2 2. 0 ü e nt b e r fällt wegen des Bußtages a 11 s.

LLngesandt.

Für Form und Inhalt aller unter Dieter Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen. Auf dasEingesandt" des Herrn Direktor Stein- geeiter sei folgendes erwidert: Es ist nur zu loben, daß Schüler zum eisernen Bestand jeder ernsthaften deutschen Bühne" ge­hört. Einsender ist selbst viel zu schr Schiller-Verehrer, als daß er denschönen Brauch" tadeln wolle. Als Antrittsrolle der jugendlichen Heroine hätten schließlich auch noch andere Schillersche Dramen in Frage kommen können, wir Beatrice inBraut von Messina", das doch im neuen Haus noch nicht gegeben worden ist. Wenn aber trotzdem dieJungfrau von Orleans" zur Aufführung gelangen soll und muß, warum muß dies bann im Abonnement geschehen? Dafür ist doch keine Ursache vorhanden! Das Publikum abonniert doch nur in der Ueberzengung, daß dieselben Stücke im Abonnement nicht inner­halb so kurzer Zeit wiederholt werden. Andere klassische Stücke, die für Gießen neu waren, werden sofort zu Volkspreisen ge­geben, wieRäuber" undKabale und Liebe". Hätte man nicht einmal dieKarlsschüler" zur Schillersgeburtstagsfeier ge­ben können?___________________________________

Kirchliche Nachrichten.

Eoastgelische Gemeinde.

Sonntag, den 12. November, 22. nach Trinitatis. Gottesdienst.

3n der Stadtkirche.

Vormittags 9Uhr: Professor D. Schian.

Vormittags 11 Uhr: Atilitärgottesdienst.

Pfarrer Schwabe.

Nachmittags 2% Uhr: Kinderkirche für die Maithäusgemeinde.

Pfarrer D. Schlosser.

Abends 6 Ubr: Pfarrassistcnt S ch 0 r l e m m e r.

Abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgememde.

Dienstag, den 14. November, nachmittags 4 Uhr, im Matthäus- saal: F r a n e n m i s s i 0 n s v e r e i 11.

Mittwoch, den 15. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Diarkusgemeinde.

Donnerstag, den 16. November, abends 8 Uhr, int Matthäus- saale: Bibel stunde. (Bilder ans dem Leben der Avostel.)

Pfarrer D. Schlosser.

3n der Johannerkirche.

Vormittags 9*/2 Uhr: Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lnkasgemeinde.

Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Ans < eld.

Abends 71/, Uhr: Versammlung der konfirmierten männ­lichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde.

Mittwoch, den 15. November, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lukassaal. Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r.

Ire tag, den 17. November, nachmittags 51/, Uhr: Ver­sammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannes- gemeinde.

ttathottsche Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag, den 11. November.

Nachmittags nm 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag, den 12. N 0 v., 23. Sonntag nach Pfingsten«

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.

, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

um 9 Uhr Hochamt mit Predigt.

um 11 Uhr Heil. 'Messe mit Predigt.

Nachmittags um <i Uhr: Christenlehre: borauf Andacht.

. - ____ ________ «________________ hm

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Mi -r~ '

Nov.

1911

Barometer

auf O° reduziert

2

S

E e~ w

der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke

Grad der BewöNrung in Zehntel der flchlb. Htmmelsfl.

Wetter

9 -26

39,3

82

7,4

92

8

2

10

Regen

9 x»

<41,8

7,2

7,5

99

SSE

2

10

Bed. Himmel

10. 26

44,2

4,1

6,0

98

still

still

10

Nebel

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+ 8,6 eJ.

Niedrigste , 8. 9. = 4- 1.6*0.

Niederschlag: - 3,6 mm.

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pe.hcn ist oft gleichbedeutend mit sich erkälten. Darum pflegen vorsorgliche Frauen besonders bei rauhem Wetter in der Hand­tasche neben Portemonnaie und Schlüssel eine Schachtel Wybert- Tabletten nntzunehmen, die

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iede Heiserkeit im Entstehen bannen. Die Schachtel kostet in allen Apotheken nur 1 Mk. und die Wirkung ist unübertroffen. Depot in Giessen: Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. [ssle

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