diesem Winter wieder zur tejügung. Die Einnahmen des Vereins betrugen 3395 Mark, die Ausgaben für Unterstützung vvn allerhand Werken der inneren Mission belaufen sich auf etwa 3000 Mark, der Ueberschuß kommt der Herberge zur Heimat zugute. Den Hauptvortrag hielt sodann Pfarrer Wurm -Stuttgart über dje Frage: Was fordert die Gegenwart von der Inneren Mission und welche Forderungen hat die Innere Mission an die Gegenwart? In klaren Ausführungen legte er dar, wie die christlichen Gemeinden die Hilfe der Inneren Mission nölig haben, daß sie dafür aber auch die Kosten aufbringen und die nötigen Arbeitskräfte stellen müßten. Dadurch wird jede christliche Vereinsarbeit Mr Gemcindearbeit, wie es der evangelischen Anschauung vollkommen entspricht. Deshalb ist auch die sog. humanitäre Arbeit des Staates, der Kommunen oder privater Vereine in ihrem sittlichen Werk und ihrer sozialen Bedeutung unumwunden anzuerkennen und mit Rat und Tat zu unterstützen. Ms Gegenleistung dafür must sie mehr Kenntnis ihrer Arbeit, mehr Würdigung ihrer durchaus lauteren Motive Und mehr Anerkennung ihrer Erfolge, besonders ihrer sozialen Bedeutung, fordern. Sie wird dagegen die Ausbildung ihrer Arbeitskräfte vertiefen und eine Reform der apologetischen und evangelisatorischen Bestrebungen in organisatorischer und sachlicher Hinsicht veranlassen. An der sich an den tiefgehenden Vortrag, der dem oberhessischen Verein nicht nur aus dem Herzen gesprochen war, sondern auch die seither vom ihm getriebene Praxis aussprach, sich anschließenden Aussprache beteiligten sich Kirchenrat D. Schlosser, Superintendent D. Petersen, Pastor Wett in-Berlin, der Vertreter des Zentralausschusses für Innere Mission in Berlin, Prof. D. Schian, Geh. Schulrat D. Stamm hier u. a. mehr. Zum Schlüsse wurde eine Entschließung angenommen, tvelche feststellt, daß der Oberhessische Verein mit dem Gedanken, daß Innere Mission Gemeindearbeit sei, vollkommen übereinstimmt. Mit Gebet wurde das Jahres- fest gegen 2 Mr geschlossen._____________________________________
Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank vor Gericht.
4- Dortmund, 8. Nov.
In den fortgesetzten Verhandlungen wegen des Zusammenbruchs der Niederdeutschen Bank bekundete der Zeuge Bankier Louis Wolff (Hamburg), daß das Bankgeschäft Wolff von der Niederdeutschen Bank angekculft wurde, die in Hamburg ein gutes Geschäft haben wollte, um dadurch ihr eigenes Ansehen zu erhöhen.
Zeuge Hartwig erblickt die Ursache des Zusammenbruchs tiortn, daß sich jeder auf den anderen verlassen habe.
Der Staatsanwalt teilte mit, daß der Reichstvgsabgeordnetc Graf Oppersdorf es äblehne, als Zeuge zu erscheinen. Im Einverständnis mit den Prozestbeteiligten wird auf den Zeugen verzichtet, ebenso verzichten Staatsanwalt und Verteidiger im Interesse der Beschleunigung der Sache puf eine große Anzahl Zeugen, die den Fall Alexander betreffen Es kommt dann der Anklagefall eines Kaufmanns Achilles zur Erörterung, der der Bank zwei Kuxe übergeben hat, die diese dann weiter Mb. R.-A. Frank erklärt dann für den Angeklagten Ohm: Es bestand eine generelle Verfügung, die Depots nach Berlin zu schicken, aber sie betraf nur die verfügungsfähigen Werte. Bei sämtlichen Depots war, mit verschwindenden Ausnahmen, eine Verfügungsberech- tigung vorhanden. Der Staatsanwalt erwidert hierauf: Es bestand wohl eine generelle Verfügung, die Depots nach Berlin zu schicken. Die Anklage behauptet aber, daß die Angeklagten «auf jede nur mögliche Weise bestrebt waren, eine Verfügungsberechtigung hereinzubekommen. Für den Fall, daß dieses Bestreben vergeblich war, wurden trotzdem, und zwar mit Wissen der Angeklagten, die Werte nach Berlin verpfändet. Es kommt dann ein Anklagefall G e r r tz e n zur Sprache, der der Bank >Kuxe im Gesamtwerte von 30 000 Mark übergab, die ebenfalls widerrechtlich an die Berliner Handelsgesellschaft weiter gegeben sein sollen.
4 Dortmund, 9. Nov.
Zu der heutigen Verhandlung waren 40 Zeugen geladen, die aber sämtlich wieder entlassen wurden. Vor Eintritt in die Verhandlung erklärte her Verteidiger R.-A. Frank, es sei unrichtig, daß der Zeuge Wolff aus Hamburg beim Zu- smumenbruch der Niederdeutschen Bank eine Million verloren habe; Wolff habe wenig oder garnichts verloren.
Der Zeuge Gerretzen erklärt nochmals, er habe bei Hinterlegung seiner Wertpapiere keinerlei Versügungsberechtigung unterschrieben. — Der Angeklagte Schmitt erklärte auf Befragen, er habe die Bedingungen, unter welchen die Niederdeutsche Bank lmit der Nationalbank für Deutschland arbeitete, nicht gekannt. — Bankdirektor Weber (Rostock) erklärt, daß der Niederdeutschen Bank im Januar 1909 ein Diskontkredit von einer Million Mark eingeräumt worden sei, wofür eine Deckung durch Bürgschaften Und Wertpapiere vorhanden war. Schaden habe sein Institut bei dem Konkurs nicht erlitten, da eine doppelte Sicherheit vorhanden gewesen sei. — Es folgte sodann die Erörterung des Falles Fuhrmann. Fuhrmann hat im Jahre 1906 der Niederdeutschen Bank 2 Kuxe übergeben, die er bar bezahlt batte; eine Blankozession hatte er nicht unterschrieben und auch der Niederdeutschen Bank kein Versügungsrecht über die Kuxe ein- yeräumt. Im März 1907 kaufte die Niederdeutsche Bank in seinem Auftrag wieder 2 Kuxe, über die er eine Blankozession aus stellte, da die Papiere nicht bar bezahlt waren. Im November 1907 verkaufte die Bank sämtliche 4 Kuxe an die Berliner Handelsgesellschaft; .es wurde deshalb außer wegen Depotunterschlagung auch wegen Betrugs und Urkundenfälschung Anklage erhoben. Angesichts der sich widersprechenden Zeugenaussagen meinte der Vorsitzende resigniert, die Sache werde sich anscheinend nicht ausklären lassen. — Hierauf wurden die Ver- handlungen auf morgen vertagt.
Das Urteil im Gntmöndigunasprozetz der Grafen von der Zchulenburg.
Elberfeld, 9. November.
c Zivilkammer des hiesigen Landgerichts hat heute in
oct Aufsehen erregenden Entmündigungssache des Reichsgrafen von der Schulenburg, ^ideikommißbesitzers auf Oefte und Herrn der Zwmgenburo in Tirol, das Urteil gesprochen. Der Graf klagte auf Aufhebung der Entmündigung, die von dem Amtsgericht Velbert über ihn verhängt worden war. Das Amtsgericht hatte seinerzeit ausgesprockien, daß der Graf nicht imstande sei, die Angelegenheiten eines Edelmannes und Standesherrn, eines Ehemannes und Vaters zu besorgen. In der ersten Verhandlung rn der Sache wandte der Graf ein, daß man ihn aus politischen Motiven mundtot machen wolle. Die erste Verhandlung errdete damit, daß der Gerichtshof dem Kläger aufgab, ein Gutachten des Medizinalkollegiums in Kobleiiz zu erbringen. Dieses wurde m der erneutdn Verhandlung durch die Bonner Universitäts- Professoren Thomsen und Ungar erstattet. Dieses Gutachten kommt zu folgendem Schlüsse: Der Graf leidet an psychischer Degene- ratwn. Diese angeborene psychische Mnormität hat sich im Laufe der Zeit so erheblich entwickelt, daß die gesamte geistige Persönlichkeit des Grafen als eine hochgradige psychopathische bezeichnet werden muß. Der Graf ist infolge dieser Veränderung seiner geistigen Persönlichkeit außerstande, seine Angelegenheiten zu besorgen, er leidet an Geistesschwäche im Sinne des § 6 BGB Gegen die,es Gutachten wandte der Kläger ein, daß ihn seiner- zeit der bekannte Afünchener Universitätsprofessor v. Gudden Monate lang beobachtet und keine Spur von Geisteskrankheit an ihm gesunden habe. Die Zivilkammer wies den Antrag des Grafen auf Aufhebung der Entmündigung ab.
(ßericbtsfaciL
, . ^Offenbach, 8. Nov Große M il ch p an ts ch e r e i c n hat sich die Ehefrau des Milchhändlers Friedrich Müller in Offenbach zu schulden kommen lassen. Beide hatten entrahmte und mit schlechter Magermilch vermengte Milch, die nach dem Ergebnis der Untersuchung nur 1,8 Prozent Fettgehalt aufwies, als Vollmilch verkauft. Die Ehefrau erhielt eine Geldstrafe von £0 Mk., während der Mitangeklagte Ehemann, der die angeblich
für den eigenen Bedarf bestimmte minderwertige Milch verwechselt haben will, freigesprochen wurde.
F.C. Höchst a. M., 9. Nov. Am 16. Mai ereignete sich auf der Mainzer Landstraße in der Nähe des Griesheimer Exerzierplatzes bei Frankfurt a. M. ein Zusammenstoß zwischen dem Automobil des Chauffeurs August Stephan in Diensten des Kommerzienrat B. Meyer in Mainz und dem Leichenwagen aus Nied infolge zu schnellen Fahrens des Autos. Tie Folge war die völlige Zertrümmerung des Leichenwagens und schwere Verletzung des Fuhrmanns und des Totengräbers. Das Höchster Sckwsscngericht erkannte gegen Stephan wegen fahrlässiger Körper- oerletzung auf zehn Tage Gefängnis. Der Fuhrmann ist bis heute noch nicht völlig hergestellt und der Totengräber Kitz noch dienstunfähig. __________________
Lrrft-cbiffahrt.
Zuverlässigkeitsflua am Oberrhein.
Mannheim, 9. Nov. Das Kartell Südwestdeutscher Luftsahrvereine, dem die Luftschiffer-Bereine von Konstanz, Freiburg, Straßburg, Karlsruhe, Mannheim, Darmstadt, Frankfurt,, Wiesbaden, Mainz, Koblenz, Gießen, Marburg und Kassel mit insgesamt über 3000 Mitgliedern angehören, ist gegenwärtig eifrig mit den Vorarbeiten für den neuen Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein beschäftigt. Dieser Flug soll im Frühsommer kommenden Jahres, etwa Ende Mai und anfangs Juni veranstaltet werden. Als Ausgangspunkt ist Straßburg gedacht, dessen Verein im kommenden Jahre im Kartell den Vorsitz führen wird. Freiburg ist als südlichste Etappe in Aussicht genommen. Hier soll ein besonderer Rasttag mit Schauflügen eingehalten werden. In mehreren Schleifen, die noch genau festzustellen sind, sollen möglichst viele der Kartellstädte auf dem Fluge berührt werden. Es besteht ferner die Absicht, einen Prinz-Heinrich-Preis der Lüste zu stiften, der alljährlich im Kartell ausgeflogen werden soll. Ferner l>at das Kartell beschlossen, aus den Ueberschüssen des Zuverlässigkeitsfluges zwei Flugzeuge anzuschaffen, die den einzelnen Vereinen zu sportlichen und nützlichen Zwecken zur Verfügung stehen sollen. Die Vereine werden ihrerseits in ihren Städten Flugzeugschuppen bauen, wo die Flugzeuge untergebracht und ausgebessert werden können. Solche Flughäfen werden bis nächstes Frühjahr in Freiburg, Mülhausen, Baden-Oos, Straßburg, Darmstadt und Frankfurt errichtet werden. Wenn sich dieses Netz weiter verdichtet hat, kann damit gerechnet werden, daß die Flugzeuge auch in den Dienst der Oeffentlichkeit gestellt werden.
*
ff. Neue Flugposten. Nachdem die Engländer mit ihrer Flugpost hübsche Erfolge erzielt haben und auch bei uns Zeitungssendungen mit der Flugmaschine befördert worden sind, denken die, Franzosen daran, in großem Maßstabe Flugposten einzurichten. Zunächst wird eine regelmäßige Flugpost zwischen A l - gier und Timbuktu geplant. Die Strecke erscheint zwar für den gegenwärtigen Stand der Flugkunst ein wenig lang, dafür jedoch dürste das Gelände nicht allzu große Schwierigkeiten bieten. Auch auf Madagaskar wird vielleicht eine französische Flugpost eingerichtet werden, die von Tananariva Nach Ambo s,it r a und nach Fianarantsoa regelmäßig verkehren soll. Jenseits des großen Teichs hat man übrigens, wie ein Mitarbeiter des Gaulois gelegentlich dieser französischen Flugpostpläne erwähnt, auch schon Versuche mit Flugposten gemacht. In den Vereinigten Staaten war in Sheepshead-Bay ein Flugpostamt eingerichtet worden. Die hohen Partosätze scheinen jedoch das Publikum davon abgehalten zu haben, den Flugpostdienst in solchem Maßstabe zu benutzen, daß die Unterhaltung gelohnt hätte. Zwischen dem Flugplätze K i n l o ch und Fair-Ground hat man übrigens auch in diesem Jahre versuchsweise eine Flugpost unterhalten. In Frankreich, wo jetzt diese großzügigen Flugpostpläne aufgetaucht sind, hat man, abgesehen von gelegentlichen Zeitungsbeförderungen, noch teilte eigentlichen Flugposten gehabt.
In A l ts a n ck e n landete Sonntag abend 6 Uhr der morgens Vs5 Uhr in Campagne mit zwei Luftschiffern aufgestiegene französische Ballon „P i c a r d i e". Durch einen starken Sturm wurde der Ballon mit einer Geschwindigkeit von 100 Klm. in der Stunde vorwärts getrieben. 12 Uhr mittags war Swinemünde erreicht. Der Ballon legte in I6V2 Stunden gegen 1700 Kilometer zurück und stellte hiermit einen Weltrekord auf.
Kleine Tageschronik.
Bei dem Offiziersrennen der Offiziere des Luftschifserbataillons I u n g f e r n h e i d e ist der zu dem Luftschifserbataillon kommandierte Leutnant Runkel vom 4. Ulanenregiment lebensgefährlich verunglückt. Beim Nehmen der Hürde ging das Pferd durch und schleuderte dm Reiter mit dem Kopfe gegen einen Baumstamm, so daß ein Ast durch das Gehirn und die Stirn drang; er wurde bewußtlos ins Garnisonlazarett verbracht.
Aus Köln wird gemeldet: Seit Donnerstag steht der ganze Tagebau der Grube Türnich in Flammen. Das Feuer breitet sich mit großer Schnelligkeit aus.
Die Stadtverordnetenversammlung in Krefeld genehmigte mit 24 gegen 10 Stimmen den Bau einer Feuerbestattungsanlage auf dem neuen Krefelder Friedhöfe.
Die Unionmühle in Essegg ist vollständig nieder- gebrannt. Der Schaden wird auf zwei Millionen Kronen geschätzt.
Die Typhusepidemie in Rheinland und Westfalen fordert noch immer neue Opfer. In den beiden Ham- borner Krankenhäusern erkrankten vier Krankenschwestern. Zwei sind bereits gestorben.
In Berlin entstand in einem Dienstraum auf dem Wriezener Bahnsteig des Schlesischen Bahnhofes eine Gasexplosion, wobei der Fahrdienstleiter, Assistent Horn, mehrere Brandwundeir erlitt, gegen die Wand geschleudert wurde und dabei durch innere Verletzungen und Hautabschürfungen verletzt wurde. Tie Wände, Türen und Fenster des Dienstraums wurden stark, das Stellwerk geringer beschädigt. Der Eisenbahnbetrieb ist nicht gestört.
In Marienwerder (Westpreußen) wurden Bei einem Stubenbrande i.t der Herberge zur Heimat vier Kinder einer vorübergehend sich aufhaltenden Stallschweizerfamilie aus Schier (Prov. Sachsen) so schwer verbrannt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Die Kinder verursachten vermutlich während der Wwesenheit der Mutter mit Spielen von Streichhölzern das Feuer.
Der Nordstrand von Helgoland ist hoch mit Schutt und Steinen bedeckt. Das ftarfe Bollwerk ist zerbrochen, ein großer Streifen Landes wurde in das Meer gespült. Die Düne hat stark gelitten. Auch der Reichskriegshafen soll stark beschädigt worden sein.
Nach einer Depesche aus Johannisburg wurden in eine Primrosemine 10 6 Eingeborene durch Einsturz eines Ganges ein geschlossen. Das Rettungswerk ist wegen der nachstürzenden Trümmer äußerst schwierig- und gefährlich.
handel.
•* Postscbeckverkebr. Im Neichsgostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Oktober 1911 auf 60 326 gestiegen. (Zugang im Monat Oktober allein 844). Auf diesen Postscheckkonten wurden im £ ftober gebucht 1171 Millionen Alk. Gutschriften und 1147 Millionen Mk. Lastschriften. ?as Gesamtgutbaben der Kontoinhaber betrug im Oktober durch- schnittlich 124 Millionen Mk. Im Verkebr der Reichspostscheck- ämter mit dem Poslfvarkassenaint in Wien, der Postsvartasse in Budavest, der belgischen Postverwaltung und den schweizerischen Postscheckbnreaus ivurden fast 5 Millionen Alk. nmgeieyt und zwar auf 2380 Uebertragungen in der Richtung nach und auf 0740 Uebertragungen in der Richtung auS dem Auslande.
Märkte.
§ Grünberg, 9. Nov. Ter heutige sogen, „zweite Gallus- markt" hatte wiederum eine recht starke Ausfahrt an Jimg-
schmeinen. Tie Preise zogen bei der lebhaften Anfrage an, dec Handel ging flott. Man bezahlte für das Paar 8 9wöchige Ferkel 21—24 Mk.. ältere 2tz-3o Alk., starke Qualität 30-3? Mk.
X Groß-Felda, 7. Nov. Unser seitheriger Tezeinbermarkt ivurde heute zum ersten Male als „H e r b st m a r k t" hier ab- gebalteu. Dadurch wird der Markt mit einem Viehmarlt verbunden. Der Auftrieb an Jungschweinen iuar mäßig, was eigentlich nach dem Bestand unverkaufter Ferkel auf deu Märkten zu vomberg a. O. und Ruppertenrod unerwartet erschien. Ter Handel zeigte durch den derzeitigen sehr niedrigen Preisstand keinen ,yiu6. Alan bezahlte für das Paar Ferlel im Alter von 6 bis 1 Wochen 20—22 Alt., für von 8-10 Wochen alte 22—-3 M.. und 12—14 Wochen alle 30—32 Mk. Die fetten Schweine bezahlt man zurzeit mit 46 Pfg. das Pfund Lebendgeivicht. Tas ist ein Preisniiterschied von 6 Pfg. daS Viund gegen die gleiche Zeit des Voijahies. Aber das Pfund Wurst kostet eben genau noch 80 Pfg, ivie damals.
fc. Frankfurt a. M., 9. Nov. Ter Di eh markt am Mitt- >voch, den 2 2. 0 ü e nt b e r fällt wegen des Bußtages a 11 s.
LLngesandt.
Für Form und Inhalt aller unter Dieter Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen. Auf das „Eingesandt" des Herrn Direktor Stein- geeiter sei folgendes erwidert: Es ist nur zu loben, daß Schüler „zum eisernen Bestand jeder ernsthaften deutschen Bühne" gehört. Einsender ist selbst viel zu schr Schiller-Verehrer, als daß er den „schönen Brauch" tadeln wolle. Als Antrittsrolle der jugendlichen Heroine hätten schließlich auch noch andere Schillersche Dramen in Frage kommen können, wir Beatrice in „Braut von Messina", das doch im neuen Haus noch nicht gegeben worden ist. Wenn aber trotzdem die „Jungfrau von Orleans" zur Aufführung gelangen soll und muß, warum muß dies bann im Abonnement geschehen? Dafür ist doch keine Ursache vorhanden! Das Publikum abonniert doch nur in der Ueberzengung, daß dieselben Stücke im Abonnement nicht innerhalb so kurzer Zeit wiederholt werden. Andere klassische Stücke, die für Gießen neu waren, werden sofort zu Volkspreisen gegeben, wie „Räuber" und „Kabale und Liebe". Hätte man nicht einmal die „Karlsschüler" zur Schillersgeburtstagsfeier geben können?___________________________________
Kirchliche Nachrichten.
Eoastgelische Gemeinde.
Sonntag, den 12. November, 22. nach Trinitatis. Gottesdienst.
3n der Stadtkirche.
Vormittags 9Uhr: Professor D. Schian.
Vormittags 11 Uhr: Atilitärgottesdienst.
Pfarrer Schwabe.
Nachmittags 2% Uhr: Kinderkirche für die Maithäusgemeinde.
Pfarrer D. Schlosser.
Abends 6 Ubr: Pfarrassistcnt S ch 0 r l e m m e r.
Abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgememde.
Dienstag, den 14. November, nachmittags 4 Uhr, im Matthäus- saal: F r a n e n m i s s i 0 n s v e r e i 11.
Mittwoch, den 15. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Diarkusgemeinde.
Donnerstag, den 16. November, abends 8 Uhr, int Matthäus- saale: Bibel stunde. (Bilder ans dem Leben der Avostel.)
Pfarrer D. Schlosser.
3n der Johannerkirche.
Vormittags 9*/2 Uhr: Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lnkasgemeinde.
Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Ans < eld.
Abends 71/, Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde.
Mittwoch, den 15. November, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lukassaal. Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r.
Ire tag, den 17. November, nachmittags 51/, Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannes- gemeinde.
ttathottsche Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag, den 11. November.
Nachmittags nm 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag, den 12. N 0 v., 23. Sonntag nach Pfingsten«
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.
, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
„ um 9 Uhr Hochamt mit Predigt.
„ um 11 Uhr Heil. 'Messe mit Predigt.
Nachmittags um <i Uhr: Christenlehre: borauf Andacht.
. - ____ ________ «________________ hm
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Mi ■■ -■r~ '■ ■■■■
Nov.
1911
Barometer
auf O° reduziert
2
S
E e~ w
der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Grad der BewöNrung in Zehntel der flchlb. Htmmelsfl.
Wetter
9 -26
39,3
82
7,4
92
8
2
10
Regen
9 x»
<41,8
7,2
7,5
99
SSE
2
10
Bed. Himmel
10. 26
44,2
4,1
6,0
98
still
still
10
Nebel
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8. bi
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+ 8,6 eJ.
Niedrigste „ , 8. „ 9. „ = 4- 1.6*0.
Niederschlag: - 3,6 mm.
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pe.hcn ist oft gleichbedeutend mit sich erkälten. Darum pflegen vorsorgliche Frauen besonders bei rauhem Wetter in der Handtasche neben Portemonnaie und Schlüssel eine Schachtel Wybert- Tabletten nntzunehmen, die
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iede Heiserkeit im Entstehen bannen. Die Schachtel kostet in allen Apotheken nur 1 Mk. und die Wirkung ist unübertroffen. Depot in Giessen: Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. [ssle
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