Ort Pr.es sesehoen ntmt beunruhigend. Frankreich und Deutschland haben durch die gründliche Liquidation der marokkanischen Angelegenheit gute Arbeit geleistet. Sie haben auch ein gutes Beispiel gegeben durch den Beschluß, alle etwa aus dem jüngsten Abkommen erwachsenden Schwierigkeiten dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Tas Abkommen Frankreichs mit Deutschland betreffs Marokkos ist von demselben Geiste erfüllt wie das russisch-deutsche Abkommen betreffs Persiens. Das sind positive, wertvolle Ergebnisse, denn die bestehen- denBündnissystcmebedroheneinandernicht. Sie haben nichts Gegensätzliches an sich und sind auch nicht unvereinbar untereinander. Wir sind von ihrer Eignung zur Verständigung überzeugt, welche Zwistigkeiten es auch immer in der Vergangenheit gegeben haben mag. Um den künftigen Zwistigkeiten vorzubeugen, genügt es, daß man vorher die einander gegenüberstehenden Interessen ausgleicht. Weder Rußland noch Frankreich, weder England noch Deutschland haben sich dieser gemeinsamen Pflicht entzogen.
Die Tardanellenfrage.
Konstantinopel, 8. Dez. „Jeni Gazetta" erklärt mit Bezug auf die Dementis der Nachrichten bezüglich der r u s s i i ch e n Note, die Form des Schrittes ändere nichts an dem Inhalt und der Wichtigkeit der diplomatischen Aktion Rußlands. Das Blatt teilt über den Schritt Rußlands mit:
Am Tag nach der Rückkehr der türkischen Kommission aus Livadia sprach der russische Botschafter in einer Unterredung mit dem Großwesir und dem Minister des Aeußern von der Tardanellenfrage und erklärte, die Durchfahrt russischer Kriegsschiffe durch die Meerengen würde an und für sich der Türkei keinen Schaden zufügen, sondern ihr im Gegenteil nützlich sein. Die Pforte antwortete, sie könne die Frage nicht erörtern. Man müsse die anderen, gleichfalls interessierten Mächte befragen. Selbst wenn die Mächte einwilligten, könnte die Pforte nur auf der Aufrechterhal- t u n g des Statusquo bestehen. Man glaubte, daß die Angelegenheit sich auf diesen Schritt beschränken werde, als der russische Botschafter am 2. Dezember den Schritt in ernster, kategorischer Weise namens der Regierung erneuerte, indem er freie Durchfahrt durch die Meerengen verlangte. Offenbar hatte Rußland die Mächte sondiert und sich einiger Unterstützung versichert.
Die „Newoje Wremja" schreibt: Es ist augenblicklich unangebracht, die Dardaneklenfrage aufzuwerfen, da die Kompensationssorderungen der übrigen Mächte Schwierigkeiten bereiten könnten. Tas Blatt ernennt in dieser Angelegenheit die Untätigkeit der russischen Diplomatie an, welche die Frage neuerdingsnicht aufgeworfen habe.
Der italiemsch-türtijche Krieg.
Tripolis, 8. Dez. (Agenzia Stesani.) In der Nacht zum 7. Dezember ereignete sich in Tripolis, Ain-Zara und Homs nichts neues. Die Arbeiten zur Verstärkung von Ain-Zara werden eifrig fortgesetzt. Gestern vormittag wurden drei Kavalleriepatrouillen zur Erkundung gegen Süden und Südost ausgeschickt. Sie stellten bis auf 15 Kilometer Entfernung fest, daß sich kein feindlicher Trupp dort aufhielt. Eine bis T a g i u a r a vorgedrungene Patrouille bemerkte 100 Araber, darunter einige Bewaffnete, die sich, ohne zu feuern, in der Richtung auf Argub zurückzogen. Ferner wurde festgestellt, daß die Türken bei der eiligen Flucht kein Feldgeschütz mitführten, folglich ist ihre Feld- artillerie ganz in die Hände d e r Italiener gefallen oder versteckt oder vergraben.
Ein Flugzeug stellte gestern abend fest, daß auch die Straße nach Azizia über Bircddin hinaus und die Straße nach Birtobras und Sidiseich bis acht Kilometer südlich von Sidiseicy vom Feinde frei ist. Der B e r i ch t er st a t t e r des „T e m p s", der am 1. Dezember überfallen und verwundet worden war, ist jetzt fast vollkommen wieder hergestellt. Er wird am Samstag oder Sonntag an Bord der „Bosfro" abreisen.
Ausweisung der Italiener aus der Türkei.
Konstantinopel, 9. Dez. Der Ministerrat hat gestern die Ausweisung aller in befestigten Plätzen der Türkei wohnenden Italiener beschlossen.
Nachrichten aus Bulgarien melden, daß man dort weiter eifrig rüstet und direkt Kriegsvorbcreitungen trifft; es sei auch nicht daran zu zweifeln, daß italienische Offiziere und Emissäre eine rege Tätigkeit in Bulgarien entfalten.
politische Tagesschau.
Das Schiffahrtöabgabengesetz und das Ausland.
Die diplomatischen Verhandlungen der deutschen Regierung mit Oesterreich, Holland und der Schweiz über die Regulierung der Elbe und des Rheins und die Erhebung von Schifsahrtsabgaben werden, so wird uns geschrieben, erst im nächsten Frühjahr ausgenommen werden.
General, der die Truppen zum äußersten Widerstande aufmuntert. Halkett, von kleiner Statur, aber ein ebenso gewandter wie waghalsiger Reiter, jagt mit geschwungenem Säbel — seiner Truppe wert voraus — auf diesen General los und fordert ihn auf, sich zu ergeben. Es war dies der General Cambronne, von dem behauptet wird, daß er daraufhin den bekannten Ausspruch getan: „Tie Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht!" Als Oberst Halkett sich anschickt, den Widerstrebenden fortzuführen, erhält sein Pferd einen Schuß und bricht zusammen. Diesen günstigen Umstand benutzt der Franzose, macht sich los und eilt zu seiner Truppe. Halkett reiht aber das Pferd bald wieder hoch, holt den General noch rechtzeitig ein, faßt ihn bei den Achselschnüren und trifft bald darauf mit seiner lebendfrischen Beute wieder bei seinen ihm zujubelnden Landwehrleuten ein^
„Mrassiere und Husaren, Ter Dragoner muntre Scharen- Ihr Ulanen, stimmet ein: Laßt uns fechten, siegen, fingen Und ein Lebehoch ihr bringen, - Ihr, der edlen Reiterei!"
. *) Der Held der ersten Skizze weilt noch unter den Lebenden, ledoch macht ihm ein böses Gichtleiden, das er sich im Feldzuge zugezogen, den Lebensabend recht sauer. Da er auf eine staatliche Unterstützung zu einer dringend notwendigen Badekur nicht rechnen 'kann, weil er nicht verwundet wurde, und ihm selbst bei feiner zahlreichen Familie die Mittel hierzu fehlen, richtet der Versal er (die Schrptleitung) die herzliche Bitte an alle Freunde und Gönner der edlen Reiterei, ihm (ihr) durch Uebersendung von Beiträgen — über die der Beschenkte später selbst Quittieren wird — behilflich zu fein, dem Braven die wohlverdiente Linde- "ung seines Leihens zu ermöglichen.
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Wenn die Mona Lisa wieöertame .. .
Die letzte Erinnerung im Louvre an das Verschwinden semes tastbarsten Schatzes, die traurig kahle Wandstelle m dem berühmten Salon carrd, wo einst die Mona Lisa lächelte, i|t nun verschwunden, man hat resigniert, und an dem Platz des Meisterwerkes von Leonardo prangt jetzt das stattliche Rafael-Bild des Grafen Castiglione, des berühmten Hofmannes der Renaissance.
Trotzdem tauchen immer wieder, bald hier, bald dort, dunkle Gerüchte davon auf, daß sich eine neue Spur der Diebe gefunden habe, daß ,ich demnächst eine Spur finden wurde, daß es nicht ausgeschloisen |ei, daß die schöne Frau mit dem seltsamen Lächeln plötzlich wieder kehren könnte
Trotz der gegnerischen Stellung von Oesterreich und Holland zu den Schiffahrtsabgaben ist die deutsche Regierung der Hoffnung, daß die diplomatischen Verhandlungen nicht ergebnislos verlaufen werden. Sollte dies jedoch der Fall sein, so wird man diesen Staaten volle freie Hand lassen und die mit ihnen abgeschlossenen Verträgt"in allen Punkten respektieren. Durch die Reguliertlng der Elbe und des Rheins dürfte auch das Ausland in den Besitz so großer Vorteile gelangen, daß die damit verbundenen Nachteile kaum in Betracht kommen werden. Tie Befürchtungen im Auslande bestehen zum Teil darin, daß es sich um Wiederaufleben der alten Abgaben handele, denen keine Gegenleistungen gegenüberstehen, während es sich tatsächlich um Gebühren handelt, die im Interesse der Schiffahrt verwendet werden. Sie sind minimal im Verhältnis zu den dadurch ermöglichten Verkehrserleichterungen.
Vorläufig ist beabsichtigt, die Schifsayrtsabgaben auf der Öder oder Weser einzuführen und später auf einer Reihe von anderen Flüssen, die noch reguliert werden sollen. Die Erhebung von Abgaben auf der Elbe und dem Rheine kann selbstverständlich erst erfolgen, wenn die Verhandlungen mit dem Auslande von Erfolg begleitet sein werden. Es wäre immerhin möglich, daß Oesterreich den deutschen Wünschen nachgibt und Holland in seinem Widerstande beharrt. In diesem Falle werden Befahrungsabgaben nur aus der Elbe erhoben werden, während auf dem Rhein and ere Mittel als Beitrag zu den Re - gulierungskosten des Rheins in Vorscylag gebracht werden müßten.
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Zur Ausprägung von Silbermunzen.
Die Ausprägung größerer Mengen Silbergeld ist in den letzten Monaten erfolgt, nachdem geraume Zeit die Prägung von 2- und 5-Markstücken eingestellt worden war. So sind im laufenden Jahre zur Ausprägung gelangt für 3 0 Millionen Mark Dreimarkstücke, für fünf Millionen Mark Zweimarkstücke und für 5 Millionen Mark Fünfmartstücke. Diesen 40 Millionen Mark Silbergeld stehen gegenüber 40 Millionen im Jahre 1910 und 50 Millionen im Jahre 1909, so daß in den letzten drei Jahren 130 Millionen Mark Silbergeld ausgeprägt worden sind. Im Umlauf dürften sich befinden für 255 Millionen Mark Fünfmarkstücke, rund 100 Millionen Mark in Dreimarkstücken und 300 Millionen Mark in Zweimarkstücken. Auch die 25-Pfg.-Stücke sind in diesem Jahre in größeren Massen neuausgeprägt worden, so daß sich Anfang 1912 10 Millionen Marr in 2o-P,g.-Stücken im Verkehr befinden werden.
Die persische Aage.
London, 8. Dez. Wie das Reutersche Bureau aus Teheran erfährt, hat die persische Regierung dir Ernennung Leeeffres zum Mitarbeiter im Finanzministerium widerrufen und damit eine der amerikanischen Forderungen erfüllt. Ferner habe Persien sich bereit erklärt, in freundschaftliche Unterhandlungen mit Rußland über die übrigen russischen Forderungen einzutrelen. Es fei aber nichtinderLage,die Notwendig.eit anzuerkennen, dio Frage der zukünftigen Ernennung fremder Beiräte England und Rußland zu unterbreiten. Persien gibt der Hoffnung und dem Wunsche Ausdruck, daß der gegenwärtigen unbefriedigenden Lage dadurch ein Ende bereitet werden möge, daß auf diesen Punkt nicht gedrungen werde.
Täbris, 8. Dez. Die Fidai haben damit begonnen, die Zitadelle von Täbris zu befestigen und Vroviantvorräte anzusammeln. Der Endschunen behauptet, daß Depeschen aus Teheran besagen, der standhafteste Widerstand von Täbris sei notwe ndig, um die Russen zu zwingen, ihre Forderungen h er abzu setzen bezw. völlig zurückzuziehen.
Die Fidai sammeln unter der friedlichen Bevölkerung Unterschriften für ein Telegramm, in dem der türkische Sultan um Entsendung von Truppen nach Täbris gebeten wird. Ein russisches Detachement ist in Hot eingetroffen.
Vie Verjüngung Chinas.
Berlin, 9. Dez. Der Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus Neu York: Nach zuverlässiger Quelle haben England,,Nuß- land und Japan ein Abkommen getroffen, um dem chinesischen Kaiser den Thron zu erhalten und aus China einen Bundes ft aal nach dem Muster Deutschlands zu schaffen. Frankreich und die Vereinigten Staaten wünschen die Herstellung einer Repu- blick nach amerikanischem Vorbilde.
Zwei japanische Divisionen sind mobilisiert und bereit zur Einschiffung nach dex Mandschurei.
Peking, 8. Dez. Ein-a m t l i ch e s S ch r e i b e n des d e u t- s ch e n P o ft m e i ft e r s Henne in Sianfu vom 26. November meldet, daß er von Strolchen an e griffen und am Kopfe verwundet worden sei. Offiziere der Aufständischen hätten ihn in Sicherheit gebracht. Er habe sich wieder erholt und habe seinen
Gegen diesen Gedanken sträubt sich Maurice Prax in einer lustigen Plauderei des Journal, in der er von dem Entsetzen spricht, das Tausende von Leuten heute befallen würde, wenn Mona Lisa plötzlich wiedertäme. „Nein, wenn sie wirklich zu uns zurückkehren will, dann sei man klug und weise, dann gebe man sie uns nicht sofort wieder, dann warte man wenigstens bis zum Januar. Tenn ein plötzliches Wiederaustreten der entflohenen Schönen würde in dieser Stunde geradezu vernichtende Folgen haben. Vor Weihnachten und Neujahr würde es das gesamte öffentliche Leben in Aufruhr versetzen und dem nationalen Kapital schwere Verluste bringen. Die Hunderte und Tau,ende von Kalendern auf das Jahr 1912, die in Form und Inhalt auf das Verschwinden der Mona Lisa eingestellt sind, mußten rühmlos eingestamvft werden. Alle Zuckerbäcker Frankreichs wären bitter hermgesucht, müßten ihre Schokolade, ihre glasierten Maronen und ihre Pralinvs neu verpacken und Millionen von Bildern und Kästchen fortwerfen, auf denen heute das Lächeln der Mona Lisa leuchtet. Und was soll mit dieser Unzahl neuester Spielsachen geschehen, die mit der Mona Lisa und ihrer Flucht in Beziehung stehen?
Immerhin, die Verleger, die Spielzeugsabritanten, die Schokoladenfabriken und die Zuckerbäcker würden sich vielleicht noch durch rasche und schwere Geldopser retten können. Die Wiederkehr der Mona Lisa würde aber sür einen Stand einen völligen Ruin bedeuten, für die guten Theater- und Varietedirektoren. Was sollen sie tun, wenn die Gwconda plötzlich wieder in Paris eintrifft? In allen Theatern sind die großen Revuen für den Jahresschluß bereits fertig gestellt, geprobt, die Kostüme geichassen, die Dekorationen vollende. Und alle diese Revuen erzählen von der rätselhaften Schönheit der entschwundenen Dame. Der Geist aller Eoupietdichier und die musitalijche Phaw- tasie der Komponisten verdankt ii feine jüngsten Irin- gebungcn. Mitten in der besten ' -eschäftszeit, int froh.- liu)en_ -a.'i.il)naö)tätnibct, in der sch»... .en Feststimmung, an ber Schnelle zum neuen Jahre m- alle unsere Lhca- tcr und Varietes ihre Pforten fennven und an den verrammelten Türen t; ■ n e man bann ne traurige -.inchrist lesen: „Geschlossen ..,;n der Rückkehr der Ptona Lisa."
Dienst wieder aufgenomr/.cn. Seine Frau, st ine Kinder und ein englischer Angestellter seien unverletzt. Der Bries bestätigt die Nachricht vom Tode der F r a u B e ck ma n n sowie ihrer zwei Töchter und verschiedener chinesischer Schulmädchen. Die Beamten der ausländischen Postanstalten wünschen dringend, Siansu zu verlassen, aber die Straßen würden durch Briganden unfidKt gemacht, obwohl die Stadt ruhig ist.
Deutsches Reich.
Der Kaiser ist am Freitag um 10.10 Uhr von Prim- kenau nach Bahnhof Wildpark abgefahren. Der Herzog stud die Herzogin Ernst Günther von Schleswig- Holstein geleiteten den Kaiser zum Bahnhof. Der Kaiser wurde von Vereinen und Schulen, die vom Schloß zum Bahnhof Spalier bildeten, mit begeisterten Kundgebungen empfangen.
Tas „Bcrl. Tagebl." will wissen, dem Geheimen Regierunge rat Hüfner vom Kaiserlichen Patentamt, dec sich um ein Reichstagsmandat bewirbt, soll der zur Vorbereitung seiner Wahl erforderliche Urlaub vom Staatssekretär deS Innern v c r weigert worden sein. Nach der „Neuen politischen Korrc spondenz" hatte Herr Hüfner einen Urlaub von vier Wochen nacL gesucht. Dieser lange Urlaub ist abgelehnt worden. Dagegen ßci der Staatssekretär des Innern die Ehess der ihm Nachgeordneten Acmter ermächtigt, Gesuchen' von Beamten um kurzfristigen Urlaub, sofern nicht dienstliche Rücksichten dem entgegenstehen, zu entsprechen.
Ausland.
Die französische e g i e l n n g setzte zur Beratung des deutsch-französischen Abkommens den 14. De zember fest. Zwischen dem Ministerpräsidenten Eaillaux und den Delegierten der Gruppen der Linken soll eine Besprechung statt- finden, um das Datum der Erörterungen über die Anfragen zu bestimmen.
In der russischen R e i ch s d u m a begannen am Freitag die Verhandlungen über den Gesetzentwurf, betreffend die Abtrennung des Gouvernements Ehelm von Polen. Berichterstatter Lichatschew hob hervor, daß die wirtschaflliä) abhängige Bevölkerung im Gouvernement Ehelm überwiegend au: rmfifdjen Bauern bestehe, denen gegenüber die polnischen Großgrundbesitzer sich in der Minderheit befanden. Das Beureöen der polnischen Kreise würde dahin gehen, ine dortige runische Bevölkerung zu katholisieren und polemisieren, '^er M i n ist e r des Innern erklärte, in den gegen die Absonderung des Gou vernements erhobenen Protesten |ei die Bedeutung der Frag wesentlich übertrieben. Die Vorlage stelle de facto nur ein. Aenderung der inneren Verwaltungsordnung in einem tieinen Teile des russischen Reiches dar. Die Uebettieserungen, die Sprach: und die geographische Lage bewiesen unleugbar, daß das Gouvernement Ehelm von der russischen Bevölkerung angesiedelt [ei. Generalversammlung der Deutschen öühnenv.räm.
sh. Berlin, 8. Dezember.
Im Königlichen Schauspielhause trat heute nachmittag im unmittelbaren Anschluß an die Generalversammlung dec Bühnen Genossenschast der Deutsche Vühnenverein zu seiner Gmeralvei sammlung zusammen. Er repräsenckert die berufene Vertretung fast aller deutschen Bühnenleiter.
Exz. v. Hülsen-Häseler eröffnete die Verhandlungen. General intenbant Prvf. Tr. Ernst Ritter v. Pvssart (München) dankte für die ihm zu seinem 50jährigen Jubiläum zuteil gewordene Ehrung. Nachdem Geheimrat Lautenburg und Direktor Lindemann zu Schriftführern berufen worden waren, berichtete Generalintendant Baron zu P u t l i tz über den Antrag wegen eines Preisausschreibens des Deuischen Bühnenvereins für die bühuenfähige Neubearbeitung einer älteren ausländischen Oper. Ein Preis von 10 000 Mk. soll für die beste Uebersetzung bei Oper Ton Juan gewährt werden. Generalintendant v. Putlik stellte sodann den Antrag, den 5 0. Geburtstag bekannte deutscher Dichter dura) Aufführung von Stücken dieser Dramatiker an den betreffenden Jubiläumstagen allgemein zu feiern. Im nächsten Jahre feiern Gerhart Hauptmann, Schnitzler, Dreyer und Fulda ihren 50. Geburtstag. Ein Ausschuß unter dem Borsik des Barons Putlitz wird die Frage weiter behandeln. Bei Beratung der Frage, ob und welche Maßnahmen gegen das Ueber handnchmen der Kinematographentheater zu ergreifen sind, betonte Direktor Dr. L o e w e (Breslau), daß der Bühnen verein keine Stellung gegen die Kinematographentheater nehmen wolle, da sie wesentlich zur Bereicherung der Bildung beitragen: es sei aber sehr fraglich, ob das von allen derartigen Unternehmungen g.Le. lieber einen Penswnsversicherung.verband unter Berücksichtigung des neuen Versicherungsgesetzes fiir Angeftellle be richtete der Syndikus des Deutschen Bühnenvereins Tr. Fetisch. Der Entwurf berücksichtigt auch die Interessen der Bühnen- und Orchestermitglieder.
Exz. v. Seebach berichtete über die beiden in Dresden am 17. September 1911 abgehaltenen Ausschußsitzungen, welche bk Eventualklauselverträge und die Eingabe des Verbandes deutscher Orchester- und Chorleiter betrafen. Der Ausschuß hat hierzu vor geschlagen, daß Güitspieioertrage nur niiipreci-euo den Vorhandenei' Bedürfnissen abgeschlossen und Gastspiele nur dann zuzulassci:
Und die Mona Lisa selbst, wa^ sollte sie beginnen? " Ihr Platz im Louvre ist seit geftern besetzt, ein fremder, bärtiger Herr hat bte Stätte ihrer Triumphe mit Beschlag belegt. Ihr bliebe nichts übrig, als im Funbbnreau ein Obbach zu suchen.
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— Das Schau spielet Parlament, bas gegenwäriic in Berlin tagt und mit einem erheblichen Stimmenauswand ar beitet, nahm nach kurzer heftiger Anseinanbersctzung mit 107 geaen 8 Stimmen den Antrag an, nach dem Nissen vis Tezember 191:' besoldeter Präsident bleibt. Die Gegner, etwa 60 Mann, hatten vor der Abstimnmng den Saal verlassen.
— Das Laboratorium ber Wohlgeburt. Der int Alter von fast neunzig Jahren verstvrbetie englische Gelchtt- Francis Galton hat einen erheblichen Teil seines Vermögens oer Lonboncr Universität vermocht, damit diese einen seiner Lieb lingswünsche erfüllen möchte. Galwn, ber als einer der führen den Vertreter der Mensa-en- und Vollerkunbe galt, hatte fidt in den letztet wahren seines Lebens einem eigenartigen Studiuin -ugewandt, n.. dessen Inhalt ec den Begriff der Engenie schu'. Der Zwea i neuen Wissenschatt Witte nach seiner Absicht die Ergründung der Zusammenhänge sein, die zur Erzeuguiüi rörpeclichec und geistig hervorragender Atensä)en führen, sowie selbstverständlich auch ber Mißstände, die der Erzeugung einer bedeutenden Nachkommenschaft entgegenstehen. Demgemäß Hal er Die Bestimmung getroffen, daß die loh ihm lstnierlassene erheblich' Summe zur Errichtung einer Professur und eines Laboratortnme- für nationale Eugenie verwandc werden.
k(. Leuchtende Mücke n. Ein Lefer der .Naturivisseitschattt lichen Wochenfchri't* hat bet einer kleinen grünen Müctenarl Veuchl- erschemungeii beobachtet. Es hanvelt sich dabei um kleine, zur ßannlie öer Ziickmucken (Tendipedidou) gehörige Tierchen. Wie die Redaktion der genannten Zetischrist hierzu bemerkt, in dte Beob- aclitung über beuchten bei Zuckmücken wahrscheinlich neu. Cb et sich nun um Eigenlicbt handelte, das die Tiere selbst ausslrahltcti ob es sich durch eleklnjche Ei)cheinimgen erklären läßt, die bürd' Die Gewilterliunmung bei der Beobachtung hervorgcruteit tuuröei oder ob das l?eud)ten eine Täuschung war, zu dec Die zailgrüm Färbung der Tteie den 'Anlaß bildete, läßt sich nntiirlid) mcht ohm. weiteres eulfcheidett.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In Berlin Feiert am -sonmag leinen bü. Geburtstag der um die Erforschung der antiken Kunst hochverdienie^ früher1" Gencralscirttär des Kaiserlich-deutschen Archäologischen Z.tstttui- Professor.Conze.
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