Ausgabe 
9.12.1911 Erstes Blatt
 
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Ur. 290 Erstes Blatt

I6(. Jahrgang

Samstag, 9. Dezember M

1 er Gießener »«zeige, cddifini tdfllid), aiifeer comuaflS. - Beüaqen: nlennal wöchentlich SittzeverZamilicndlätter, iivciinal wödientl.KiciS« dlall förden Kreis Gießen (Iirnetng unbirreitna); uveimol rnonotl- Land» wirtfd)a1llid}t8tüfro$en Renilvred) -Unfdilüne: h'ir die Olrbatiioii 113, Berlag u. Expebilion bl Adresse für Tfveldjmt «u-eiger Wiefern.

Annahme von Anzeigen für Die laneomtmnicr bi» vormitlag» 9 Uhr.

siekenerAilMger

General-Anzeiger für Gberhesten

Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Buch- und Zteindruckeret R. Lange. Redattion, Lrpedition und Vruckerei: ZchnINraße 7.

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Vei«q4»ret 5: monatlich TZPl., viertel- inhrlicb ltf. 2. S>; en.rcd Abtwle» tu Sinei "tfllcn motuth* 65 durch die last SW.!viertel* m a ivf.-.'.

Reiletiprci»: total lila, aittivätlt SO t«emnq. V bdrebntifur: t'frnntivonhrt) für Den pohiifdgci leit; Aumist . hn .'fVfutUe* ton*., Ben'iif.1 ico' uut ,0euct>t»iaa(:M. '.teu- raih, tut .cinDl und Vanb-: tf.t'cfi. 'ui ilnietflenteil: S*.

Die heutige Nummer umsaht 28 Seiten.

politische Wochenschau.

Gießen, Tezember.

Wir stehen jetzt mitten in der 9kidMQgLiDahIbciDcgung drin. Nur wenig mehr alS vier Wochen lind es noch bis zur groben Voltsadrcchnung, und doch geht alles verhält- niSmäßig ruhig. Tas politiidie Ungcroitter mit seinen Stur- men und Blitzen ist halb vorüber, aber ein stilles Wachstum ist überall zu sehen, und die Früchte reifen der Ernte ent­gegen. Tie Wahlaufrufe der politischen Parteien wirkten nur noch wie ein leichter, die Vegetation fordernder Regen. Aber wenn nun zuletzt die Bäume erstiegen, die Früchte i eruntergeholt werden, da wird es in den Wahlbezirien wohl wieder etwas lauter zugehen. Man ruft nach den rüstigen und hochgrcisenden Mannern, die Lasten zu tragen vermögen und, wenn es daraus anlomint, aud) zerrissene Hosen nicht sd)euen.

Auch Herr von BeUimanu-Hollweg ist noch einmal zu Dem Baume der Erkenntnis geschritten und hat nach der frucht gelangt, die ihm bisher zu fassen nicht vergönnt war und die er lange and) geflissentlich verschmäht hatte. Er hat in seiner letzten Marollo Rede sichtlich um die bisher leicht über die Achsel angesehene Boltsgunst geworben. Und es hat, and) bei denen, die zu desschwarzblauen Kanzlers" Freunden nicht zählen, ein Gefühl der Erleichterung gc- iveat, dah aud) dem Auslande der Wille zu Iräfugem Schutz der nationalen Arbeit endlid) einmal tunbgetan wurde. ITie Hauptsache haben Ünö des Kanzlers Worte frcilidi nicht ersetzt, die Taten' Tie StCiatsrunst zäl.lt ja zwar and) Worte und Reden zu ihrem Hauptrüstzeug, aber es muß die rechte Zcii für sie gewählt werden. A.iu> hilc Sprache Felovas ergreift nur daun die .Herzen,wenn 'die Vollen getürmt den Himmel schwärzen und wenn dumpstobend der Tonner hallt". Heute, da das englische Ungewitter und die Kriegsgefahr vorübergegangeu sind und ans für» erste nicht mehr bedrohen, klang Bett)manns Stimme, so ernst und imicr sie sich an die englischen Staatsmänner riditctc, dodt etwas dünn Als Eco her Bollsslimmung aber haben die Bekenntnisse und Feststel­lungen des leitenden deutsd)eu Staatsmannes immerhin in der ganzen Welt starken Eindruck gemacht. Tas hat Der langen und schrecklichen ;>eit der amtlichen 2tim und 2rorfenl)cu in unserer auswärtigen Politik einen halb wegs ucrföl,nenhcn Abschluß gegeben.

Während im übrigen Reiche ziemlich aUgcmciu-tue liberalen Rücken an Rucken seckueu werden, u't der gemein jamc liberale Erntekranz in Hessen eine unfertige Arbeit geblieben. Tie Ti stet von Al'zen-Bingcn hat die hessische äonschrittspartei widerwillig gemad t; and) von den letzten Landlagswahlen her lagen in and) nicht gerade sehr viele blaue c t)ancn da, die man in die goldenen Achren hätte hinein flechten können. Umso erfreulicher ist es, daß man, uci einigen Voraussetzungen, die wohl sicher erfüllt wer­den, in unserem Wahlkreis Gießen burd) das wilde Ge­strüpp früherer Zwietracht sich endlich Bahn, geschaifen hat für ein gemeiniaems Vorgehen bei der Reichstagswahl.

Tie nalionailibcrale Partei hat es den Fortschrittlern, die bei der Ersatzwahl für Köhler mit Pfarrer Jlorell den Vorsprung gewonnen hatten, nach gemeiniamen Besprech­ungen überlassen, einen geeigneten Kandidaten zu stellen, der dann aud) die nationalliberale Unterstützung erhalten sollte. Und so wurde uns gestern abend in osfentlicher

Versammlung der Bcrbandsie.rc.ur Erkelenz a.s ge­meinsamer liberaler Reichstagslandidat vorgestellt.

Ein Mann von erst 33 Fahren, ber ganz aus sich felbü heraus etwa- geworden ist. Eine stattliche Erscheinung mit verhaltenem Feuer in den fompathi.chen Zügen. Aber 1 intcr dem charaitcrinifchen sa-warzhaangen Ktinstlerlops neckt, wie man bald nad) seinen ersten^cn horte, mehr als ein gewandter Agitator und jugenblicner Euerer. Er ist vvlilifch aus seinen eigenen Lebensverhältnisfen heraus gewachsen, und feine Ucuerjcuginig hat er sich kaum au gelesen. Zn (einem Wirtungskreise als schiickicr Mann der Arbeit hat er die um ihn herum liegenden poliiischen Augen glciser geprüft. Wie feine Latze, flar, kurz und überlegt lerauslamen, ohne Ueberhannng, aber doch voll innerer in ihm einen Lelbstdenker erkennen, der nicht der Mann ist, orihodorc Formeln naazubeien. ES wurde begreiflich, daß Erkelenz von der Sv.zialDcmv Italic sich abwenden mußte. Und gleid) stellte er in seinem anderlhalbnündigen freien Vortrag als Haupt- gedanlcn an die spitze: statt des Rassen- und Klassen- tampses müsse die Sorge für das Allgemeinwohl treten. 3n dem Gcgeneinanderivirlcn der äußersten Rechten und der Sozialdi molratic, die beide falsche '.'.'iiitel an.venoeten, sei die Rot uh er er Zeit entstanden. S-o fei der Riß zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum erweitert worden. Aus diese Weise hat dann der neue Reichstagslandidat mit origi­nellen Zügen das weitere Bild unserer Parteiverhällnlu'e gezeichnet. Tie große Arbeiterpartei, also die Lozsialdemo irälie, und da.' Zentrum seien in Teuu'chland die Grup pcn, die den Mampf gegen reaktionäre Potitu erschwerten. Und dock) seien gerade in btc.en beiden Parteien die ^le­in eine weder va.eelandsfkindlich, nöch unsozial. Ter So- zialdcmolratie, das heißt ihren Führern, mangele das Bei ItLndnis für positive Arbeit, und das Zentrum (treue, mit der Reaktion eng verwachsen, seinen Wählern Land in die Augen, indem es sich damit vritste, für das Erreichbare cingctreien zu fein.Wenn man s so hört, inodst - leidlich fdieinen", mVniic Heer Ertelenz, und wenn er bicj^rctdjen- worte vervollständigt und hnizugetngt hatteSteht aber dennoch schief darum, beitn d.i hast kein Christentum", so würde er das Zentrum an seiner empfindlichsten Stelle angepadt haben Aber mit vollem Rechte Tenn es verhält sich tatsächlich so, daß das Zentrum recht häufig selbsttätig Forderungen mit Der Regierung oder den Konservativen verabredet, um bann den im Grunde liberal und sozial Gei in n teil seiner Wähler die angcbentete 2cid)cn bitternnene zu zeigen Tann rückte Erkelenz die großen Einzelfragen ui die reckte Beleuchtung: Reichssinanzreform und Steuerpolitik. Es berührte angenehm, daß er auf alle Schlagivorte und Gcincinviätzc verzichtete, daß er hervorhob, er werde den Wahlkampf zwar lacklidi scharf, aber ohne persönliche Spitzen führen. Vielleicht batte er schon in die gestrige Rümmer desVorwärts" Einblick genommen, der Ujin vorhielt, daß er bei feiner Kandidatur in Solingen in einer^lcrversammlung einen angctiuntenen Sturen fried eigenhändig an die Lu t befördert habe Tock Erke- lenz mag gan* recht daran getan haben

und gar nicht den Eindruck, als fei er bändelSsüchtig Auch in der Weltpolitik hat er jich als Friedensfreund bekannt, aber aud) hier die Berteyrtheit uno uinjeiiiguu des foziaioemolrati chen Vorgehens hcroorgehoben. Ge­rade west wir den Frieden wollen, so betonte er, müssen wir stark sein, die notwendigen Fordernngeii für Heer und Flotte bewilligen Außerdem aber werde gerade eine libe­

rale Poii.i., Die ucr ^.uuixuia.. o.it- en ........

ein neues, des.eres S natsaesül.l fdiah'c, Da- "

schwierigen auswärtigen ragen einen starken Rückhalt geben. Auch der Stanopumt, den der Redner in der Kolo nialpolitik einnimmt, trägt diese chmpatl »sche nationale Rote.

so kann das erste Auftreten des gemeinsamen liberalen Kandidaten ein Er.olg gcnann£ werden Erkelenz beiipi die wohl abgewogene, ruhige Sprcduuetic, Die gelassene» und cinbrudvDolien Gesten eines reifen Polit lers. Mi' ihm geht die liberale Lacke im Gießener Wahlkreis vietleie.st vonvärts!

Sa onow über fct.cn Aufenthalt in Paris.

Paris, s. Tez. Ter russische M i n i ft e r d t > ALützern Sasonow erilärtc Dem hiesigen Vertreter bei Petersburger Telegraphen Agen.ur n a , er l abc mit feiner Pariser Reife den Zweck verfolgt, die Bekannt s d) a f t bei Mitgli oder der s r a n z ö f i f di c n Re gier n n g z u m a ck e n und mit ihnen einen M einungsa u s - la u f di über alle die beiden Länder interessierenden Fragen zu pflegen. Tiefer Meimtiigsanstausch habe aud) seiner Erwartung gemäß die vollständige ' o 11 b a i 11 ä t bei Fnterefsen F rankreicks und Rn tzla nbs in allen schwebenden Fragen bei auswärtigen Politik sowie die Lta bilität und Lebenskrast des französisch russischen Bündnisses bargetan Er habe infolge der Abwesen l;eit des Königs von England fick, gegenwärtig nickt nad» England begeben können, und be -halb llnterrebungen mit dem russischen Botschafter in Xfonbon Grafen Benck e n borff sowie dem hietigen englisd)en Botschafter Bertie gehabt. Tas Gerücht, ivonack seinen Unterredungen mit den Mitgliedern der französischen Regierung dritte Per fönen beigcwohnl hätten, sei unrichtig Bei feiner Reife habe er nickt speziell die T a r d a n e 11 e n s r a g e odn die persische Angelegenheit im Ange gehabt Tie Presse habe unrcd)t, ber Tardaneklensrage eine übermäßig. Bedeutung bcizumessen, und was das an Persien gcriditcte Ultimatum anlange, so habe dieses den Zweck gehabt, in würdiger Weise auf ein von Rußland al unzulässig er­achtetes Borgehen einer Gruppe persischer Politiker zu ant­worten, die weder Linn für die wirklichen Verhältnisse, nod) politischen Takt besitzen. Rußland strebe keineswegs eine Vergrößerung seines Gebietes an, welche es nicht brauche

Ssasonow gemährte audi einem Mita« beiter de. ,,TempS" eine Unterredung, in loclchei er erwähnte, oaß er fich auch mit den chinesischen Vorgängen bc fdiätrigt habe. Auch in diesem Punkt sei der Einklang bei Anschauungen ein DOllftänbigei. 3ehe unvorsichtig. Fni liatioe sei ausgeschlossen. Ties sei bie Haltung Frankreichs, Englanbs uttb aud) Fapans, mit weich' letztem Rußlaub in dieser Frage die« besten Beziehungen unterhalte. Tie Meldungen der Blätter, wonadt Rußland Die Tardanellen- trage btphmaliid) auf roll eil wolle ober von bei Türkei btreft bie freie Turchfahrt für seine Kriegsschiffe gefordert habe, seien eine Fabel. Ls ist lein offizieller ^dhritt erfolgt, sondern cs haben lebigiid) einfadie Be­sprechungen des Botschafters Tsd'arhloiv stattgesunden, iueld)C burdi die Besurd)tung veranlaßt ivorbeii mären, baß die Tlirlei durch die Regung uitfcrfeeifmer Minen den ruffischen Handel stören könnte

Tie allgemeine Lage Europas, s.ihr Lsasonotv fort, erscheint mir trotz deS italienisch türkischen Krieges und

Da naht es schnell wie Gewltterschein..

(Reiteranekdote n.)

tz.L war in der Abenddämmciuug dcs 18. Zanuac 1871 auf ben idnteebcbcdien Gefilden der Pilaedie. 9äd)t rocit iübivcit- iid) St. Lucittin aus dem Wege von Buffy nach Fius reiten im 3d;neegeftober drei verwegene Gesellen der 2 Eskadron d.s 2. Rheinischen Hnsarcnrcgiments Rr. *J. Fm Fatue 1813 war VlereS aus dem Lüvowsdicn und L>eiwigfcken Freikorps ge- hübet worden und der alte schneidige Reit orgelst. Den Theodor xorncr in so herzersrischender Weite in dem bekannten Liede Was glänzt dort im Walde im Sonnenschein ?" von der stamm-- irupve berfchwarzcn Sdiar" verewigt bat, wurde bei den 9. öuiarcn beionders in Ehren gcballen. Ter Gefreite Hein rich Kramer*) mar Führer dieser Patrouille und hatte den Auf trag. Den Weg von Fins nad) sorcl zu beobaduen. Plötzlich deutet einer Der 2rei auf ein Dunkles Etwas, das iidi am Toriausgmig von Fins bcutlid) gegen Das übrige weiße Einerlei abhebt.Las wird eine Barrikade fein!" meint beruhigend Der Führ er. Lic BarrikaDe beginnt aber balD auf Der srraße nad) sorcl vor Ulkriechen, balD fieht man aud) Baivneue glitzern und an das Lhr ber gescannt Horchenden tönt von der glatt gefrorenen Straße her das shtarren von Radern. Kein Zweifel Ar> tülcric mit 3nfanlcricbeDcdung. Vorsichtig reiten Die Lrei mit fhufefcrtigem Karabiner bis am eiroa 20J sdirirt an Die Molonnc lieran. Auf einmal löst sich ein Reiter von dem 'cindlicken Trupp, die Kapuze hat er übers Käppi gezogen und in der Rechten Hält er seine Marte geradewegs auf die Husaren los. ..Nickt Ihieben, laßt ihn kommen'" Ter Gefreite cntfidiert feinen Re i'olper. Ter feindliche Reiter trottet harmlos heran unD tragt schon aus einiger Entfernung mit Der ihm angeborenen £öflieb' leit;Est ce auc le dicmin vour Sord?" Nun heißt es^arbe bekennen. Ter Gefreite gibt feinem braven Gau! die svcren inD ist mit einem Latz an Der seirc des ung£aublid> Dcrblür t Trcinschauenden. Ganz kurzes Zwicgeivräck. Ter Goi'reste tcu dem Franzosen Den Revolver am die Brust und tragt in w.nck> cchtem kriegssranzosisch:Boulcz-vous avec nous?" Ter Rc? i r:mann wird unfreiwillig ;um Tickter und stammelt .,L man iien prifonnierTann wieder Der Befehl des Ge reiten; .Leise svrecken, Karabiner m Hang, Gewehr am, du reitei: au> iie rechte seite. Du direkt hinter uns!" Tie Zügel Dc5_ G.- Eugenen nimmt Der Go reite Kramer selbst in D.o s?anD, d.r F.an- - '-e i .stt sich trampibait am saitel'.iiopr fest und Dann um ? - ^'i.rblatt los wie einst Lüyows roiLe, verweg.ne Jagd selbft, V> schnell es Der hartgefrorene Boden eben erlaubte. Es wir «cder and) Die höchste Zeit, denn bei der Batterie d.'s Ut ^.n wurde es niibeinuich lebendig und einige Reiter fetzten ur -Verfolgung an, um den Husaren die wertvolle Beute wieder

;u entreißen. Tie Preiißenvi'erdcken erwiesen sich aber bei diesem Wettrennen als erheblich Hinter und als der Gefreite fvälcr bei einem kleinen «cridnuiutcnlanen feinem unfrcimilligcn Gaü Revolver sowie Tcgen abnimmt, bemerkt er zu seiner größten Genugtuung, daß er in dem Artilleriekavilän Tuvuich von enter ?NobilgardciibattCiie einen kostbaren Fang gemacht hat. Auck Der Gefangene ist freudig überrascht, als er härt, daß ihm nichts ge'cheiien wird, >o lange er keine Anstalten tum Entwischen macht feine Mamcrabcn hätten bchcnotc:, geiicht er, das; jeher M2> c- friert i ürde, der in preußische Hände fiele. So wteD dec nächt­liche Ritt murr allseitiger großer Jufriehcnheit iortgeieot, ois man oic Vorposten erreicht. Tort übergibt der nugtntmige Ge­freite seinem EskaDronckei oen gefangenen Batteriedrei, D.1 en Ankunft bet Den rheinischen Husaren ungeheure 5?eitcrkei; erregt. Kapitän Tupuich wurde späterhin in der Festung iölu imer ntert. lüährcnD man die Brnü des < i.ireiten Kramer für seine entschlossene Toi mit Dem Eisernen Kreuz schmückte.

Solcher unfreiwilliger EM'ührungcn hat die deutsche Krieg- beschichte viel aufzuweifen, nur einige wen a seien hier kurz «liniert. Vir begeben ons zunächst Der Abwechslung halber i.i da- ivfülicbe Rußland, wo Diegro t Armee trn Sommer 1812 iaft cbenioviel Durch Die Hitze ;u leiden hatte wie im Winter Lcsicloen Fabres dnrck Die nölte Am 30. Zuli hatte die Iran» jöiii'cke Kavallcric-Tivnion, tec Das vrenß'cve Zietemdre Hu'ar.n- regiment jugeicilt war, beim Tene Panii-ami ein neunuünD.ges E.stcht gegc.t Kosaken ;u bestehen. Bei der Einleitung oicies Zu'amrncnitoßes geriet Der Gc're .e Te.m der 1 Eskadron, ein unscheinbarer, aber r.e.enstorker Mann, mit einigen her umschwär­menden MOlafen ancuianher. iferaDe bät e Betro eine Dv.ier gierigen Sieiiliegen io nannte man Die Mouten, weil ne jedesmal ioort icu.erfehrten, wenn man i.e vor g ciuu zu haben glaubte mit «einem Karabiner aus dem Sattel geichoi-cn. Da ritt cm anderer Kosak mit Eingelegter t'ame au' den Gr raten los, um dem imJüigcnblid an-Äeutend Wehrlo en Den Gnaden- sioß ^u geben. Petrn heg- een Dar.;. D-rütec gjiv anders Sajncll cntichlopen tariert ter luKblütige Husar Den gegc i ibn gerührt.n Lanzcn'tcß mit Dem Arm und kraut in Dem eiben Äugeiill'.ck feine nervige rau.t um d.n scka't. I.tnäckä ent'tch: ein artiges Vtn- und >?ct errcn. Da es er Dem egner Die nunmehr gemein* iamc War' . -u rmn'.ude: iud :. So nun Der Mo,ak «eine L'ai'jC am Arm festgebunden hatte oder Die Baste getreu feiner Zn rol- licn nicht preisgeden rollte iur> Der Gefreite reite: unter

^rab uw -e .: in G.. .. Ta- J erö des - a e:rr. mail': infolge Clv i. r.t ir..;enjr;;-..enxn Herdent^eoos unD t s iiearrbrl-

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Paar mit einem schadenoe.t Jnuligeia. :er c-;i:v angen ro'.rb.

Während des .'hiegee Frankreichs gegen Lesterreich sand am 17. Mai 1809 in Der Nähe von Lin; a D Tonan ein Tresicn statt in dem sich das schwache luiultcmJbcrgifdic Armeekorps gegen eine faü hreiiadie liebermadit behauptete. «Vegen 2 Uht mittags stand das Damalige Jägerregiment zu Pferde Herzog Louis - jetzt Tragoner Regiment 'tönig 2. Wuruemderg - Nr. 26 r.u dem rechten Flügel rückwuNs gefiaiielt und wartete aui den Befehl zum Elngreiien. Gegenüber aut österreichischki Seite be icnD sich Das Zu antcrle Regiment ?NanfreDini gleichfalls in Der '){fferne. Nun hatte ber Unteroffiüer Weiß von Den rounteni

bergi'chen Jagern zu P'crde früher, als fein Heimalsorl noch ut Lefterreick gehörte, bei den österreichischen Schwarzenberg Ulanen gedient und war im Feldzüge 1805 während eiitei M om - manbrcruitg mm Kommandantin Des FnianteAe Regimrn.s Nkan ircDini von letzterem wegen eines geringtügigen Versehens uv. einer empiindliaen Stta c belegt worden Turch den Preßburger Frieden war dann der Geburtsort des Weiß württemberqi'ck g norden unD io stand Der trübere öslerreid>i'che Ulan jeyt in Den Reiben Der ivürttcmbcrgiüb.n Zöger zu Pferd Weiß, bei Dc. vordersten Eskadron bciinDlick, erkennt nun plötzlich bei Dem gi-gtiinL-critchcnDcn öücrreichifchen Rcgimrni Äaniredini oi. ihni wohlbekannten Züge Des vor Der Front Des Regiments l allenDen Cbentcn wieder. UmvUlkürlich gibt Wen'; feinem Pferde c>- Sporen und jagt m voller Karriere Durch Die $länfleiiinie aut

wolle desertieren Weiß batte aber etwas ganz anderes vor. Er stürzt auf feinen ehemaligen Peiniger zu, packt ihn vor der Front seines Regiments am Kragen und ?crn Den VerbUmien mit festem Griste mit stck rott Als daraus hin d.is gau c Reg: ment Manireoini rote aui s ommando auf Den verweg^,' < it Dnnghng an'chlagt, brüllt Wen aack rudn .:tu.Hott' ü i.i;.: ja «onft euren Cberü tot

Gefangenen in gestrecktem Galovo Davon und bringt ihn mit samt cem getreulich mit Den xunomeröen seme? Herrn hrnt.rhn. galoopicrenDen Reutncckt wohlbehalten ;u «ttnen Zäqern, ro.- Die irilltommene Beute mit großem Jubel m Empfang genonin- n u irb. Ter brave Untcrofii lei Wei8 aber wursc zum £r i ernannt und mit dem Ritterkreuz bei 'ranrö'ischen Ehre ul cg dekoriert - noch in Den Rang.isten zur Zeit der Befreiung-. Ir. wurde er als Rittmeister geführt

Auch in-den Annalen ter Zeit jener fdjrocren Kämv'e, i D;r Riederzroingung des mächtigen Konen galten, finden nu ein - allerdings nhor. betanmered Beispiel jenes crii bett Wagemutes Bei Dem allgemeinen Bontoß der Reiirven am Abend c-fi Schlacht bei Waierloo tro* eine hann/o rschc Tan roirrbrißube unter Rührung Des betannzen Cbctpen späteren i- ciieiaiä Hugo He.; :t au einige Bataillone ber alten Iran ifischen fian'cTgarc.. <or ihrer Fr. u bemertr der Lberst einen