Ausgabe 
12.6.1911 Erstes Blatt
 
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dem Haupt-

nationaler veulscher Nundflug.

Man fei der An sich

das; die

Be-

Verletzung der Alge

Berlin, 11. Juni.

Sensation hinter sich: den

Berlin hat wieder einmal eine des nationalen deutschen Rundilugcs.

nationaler Beziehung überaus ernst.

In einer a m t l i ch e n N o t e wird mitgeteilt, die fran­zösische Regierung habe schon vor mehreren Tagen dein Madrider Kabinett erklärt, daß sie, fatls die spanische Mititärbehörde in der Gegend von Tetuan oder Larrasch vor- gehe, cs als eine Uebcrschreitung der Algeciras- alte a n f e h e und hierzu ihre Zustimmung nicht geben könne.

Rach einer anscheinend amtlichen Meldung hat die fran­zösische Regierung angesichts des Vorgehens Spaniens Meicrlci Maßnahmen ins Auge gefaßt: 1. In Madrid an die Achtung der besonderen Verpflichtungen Spaniens gegenüber Frankreichs zu erinnern und 2. den Algeciras- mächten den Unterschied zwischen der Rolle Frankreichs und den Machenschaften Spaniens klarzutcgen, welche mit der internationalen Stellung Marokkos unvereinbar seien.

Paris, 10. Juni. Aus Tanger wird gemeldet, daß die s p anisch e ,M arinein f an t c ri e das Forr K ebi- boal besetzt und aus demjelben den Pascha von Moga-

soldatcn. Sic führt zwei Landungsgefchützc, eine Fcld- tanone und zwei Mitrailleuscn mit. Tic schcrifische Flagge weht immer noch über der Stadt, nur auf dem spanischen Konsulat ist die spanische Flagge gehißt.

Paris, 10. Juni. Aus Tanger wird berichtet: Tie Meldung, daß drei spanische Bataillone in Larrasch ans Land gegangen seien und die dort seit mehreren Tagen vorbereiteten Baracken bezogen hätten, habe sowohl in diplomatischen Kreisen wie unter der Bevölkerung großes Aussehen herovrgcrüfcn. Man sei der Ansicht, i Landung der Truppen in völkerrechtlicher zieh u n g eine schwere" ciras-Akte bedeute. Spanien wolle, indem es gegen El Ksar vorrücke, von dem reichen Gebiet, dessen Mittelpunkt Tanger sei, Besitz ergreifen, und durch den Marsch nach El Ksar würden wahrscheinlich Ruhe­störungen hervorgerufen werden, die einen Vorwand für diesen Vorstoß bilden sollten. Mehrere Blätter erheben scharfen Einspruch gegen das Vorgehen Spaniens, das durck» nichts gerechtfertigt fei. Tie eingeborenen Schutz­befohlenen, deren Ermordung Spanien angeblich rächen wolle, feien wahrscheinlich nur sog. wirtschaftliche Betricbs- teilhaber gewesen, denen nach den Verträgen nur für ihre Güter, nicht aber auch für ihre Person Schutz gewährt werden könne. Tic Bestrafung der Urheber dieses Ver­brechens stehe dem Sultan, aber nicht Spanien zu. Tie von der spanischen Regierung getroffenen Maßnahmen feien sowohl im Hinblick auf die Lage in Marokko wie in intcr-

Für fünf Uhr war der Beginn des Startes angeiefct, der sich inbei; etwas verzögerte Der Morgen war windstill, trotzdem störte der ^taub einigermaßen. Als die Sonne die Spitzen der mageren Kiefern und Föhren am Ost ran de des Platzes ver­goldet, wurden irie ersten Fahrzeuge aus den Hangars gezogen und eine letzte Prüfung an ihnen vorgenommen. Inzwischen waren die angemeldeten Flieaer eingetroiien. Mehrere Militärkapellen sorgten daiür, daß sich die Menge dis zum Zeichen des Starts nicht allzu sehr langweilte. Auf den Rasenpläken entwickelte, sich eine Art Volksfest.

Gegen 5 Uhr und 13 Minuten hörte man das Knattern eines Motors, und unter lausendstimmigen Jubelrusen stieg als Erster der Münchener Lindpaintner auf. Er flog die vorgeschriebene AnsangSrunde um den Platz, der beiläufig gesagt 2' . Kilo meter lang ist, und verschwand nach kurzer .seit in der Richtung auf Britz zu. Er hatte auf seinem Farman-Zweidecker als Passa gier den Leutnant Hcvler bei sich. In kurzen Zwischenräumen von etwa vier bis fünf Minuten stiegen bann noch weitere sechs Flieger auf: .Hans Vollmöller, Otto Reichardt,'auenburg, Earl Müller, Bruno König nno Robert Thelen. Tei Avoaral Büchners geriet infolge Ueberfüllung des Benzintanks in B r a n d. Ein besonderer Schaden entstand nicht.

Tas Ziel der ersten Strecke war Magdeburg, das nach den bisher eingetroffenen Teveschen allerdings nur Lindpaintcr erreicht hat. Tie anderen Flieger mußten wegen des böig ein- 'etzenden Morgenwindes unterwegs bi? Fahrt auf geb en, wobei einige Maschinen beschädigt wurden. Ans dem sUugvlay selbst war allmählich der Wind ebenfalls io stark gc worden, daß die Flugleitung die Verantwortung nicht übernehmen wollten, die übrigen. Flieger aufzulassen.

Potsdam, 11. Juni Vollmöller landete kurz nach 51 _> Uhr südwestlich von Potsdam ans etn* 1000 Meter Höhe in ftcikm Gleinluge. Bei der Landung zerbrach das Fahrgestell des Flugzeuges. Ter Apparat wird sosort auSaebeü'ert. Voll­möller gebeult morgen den Flug sortzusetzen. Reichardt ist bei Burg, Thelen in der Nähe von Brandenburg a. d. Havel gelandet. Schauenburg ging bei Neuhos bei Brandenburg a. d. Havel wegen Motorschadens nieder. König, der mit Leutnant.Koch auf Albatros nach zweistündiger Fahrt 11 Kilometer östlich von Genthin wegen starker Böen gelander war und dann nm G Uhr die Weiter- fahrt aufnahm, mußte 20 Kilometer von Magdeburg wegen starken Windes niedergehen. Tie Landung erfolgte glan.

Flugplatz Johannisthal, 11. Juni, 10 Uhr, 15 Minuten. Thelen, der wieder aufgeiticgcit ist, landete zum zweitenmal bei Lostau in einem Kornfelde. Sein Apparat erlitt geringe Beschädigung Thelen zog sich eine Verstauchung des Taumens zu, während sein Mitfahrer unverletzt ist.

Magdeburg. Tas Wetter ist außerordentlich g ün - sl i g. Um 531 Uhr früh wurde in einer Höhe von 1000 Metern nur eine Windstärie von fünf bis fieben Metern festgestellt. Lind- raintner ist um 7 Uhr 20 Müi. heute vormittag mit Passagier hier eingetroffen, von einer vieltaufendkövfigen Zufchauermengc begeistert begrüßt. Tazu wird weiter gemeldet: Lindpaintner traf in einer Höhe von 300 Metern ein und ging vorsichtshalber mit gehendem Motor nicoer. Er machte eine große Schleife und landete glatt auf dem abgeftedt;n Platze. Lindpaintner und sein Passagier berichteten, sie hätten den direkten Weg nach Magdeburg genommen. Tie Orientierung sei vorzüglich und die Luft vollkommen klar gewesen. Beide hatten sehr unter der großen Kälte zu leiden. In einer Höhe von 800 Metern war dic Temperatur erheblich unter Null. Tie Fahrt verlief durchaus befriedigend. Einige ftilometcr von Magdeburg riß an den hin­teren Tämpfungsflächen ein Spannseil.

Ausland.

Tie italienische -------- .rmvorlage wurde am

Samstag veröffentlicht. G^ina,; otr Erklärungen Giolittis bei ihrer Einbringung in der Kammer wird das Wahlrecht allen

Tie Veranstaltung hatte eine wahr-' Völkerwanderung nach dem Flugplatz Johannisthal ver­ursach!. Tie Beförderungsmittel waren derartig überfüllt, daß auf verschiedenen Stationen Wagehalsige von den Dächern der Eisenbahnwagen hernntergeholt werden mußten. Auf der El,äusser nach Schöneweide begann von morgens vier an ein niruntcr brochener Korso von Automobilen, Droschken, Krenisern und an­deren Fahrzeugen.

2ius Liessen.

,. Parlamentarisches. Zu dem Antrag des Abg. Gläs - 1 i n g betr. dic Vereinfachung von M e ß b r i e f a r b e i t e n bat delannllich die Regierung erklärt, das; sie bereit sei, den in dem Anträge geäußeiicn Wünschen im Allgemeinen zu enlsvrecheu. -ter zweite Ausschuß hat zu dieser Antwort Stellung genomnren und nach einem eingehenden Bericht des Abg. Woks-Stadecken die Angelegenheit sonach für erledigt erklärt. Zu dem Antrag der Gemeinde Bretzenheim betr. die Errichtung einer Güterladc- irclle beantragt der erste Ausschuß die Sache für erledigt zu erklären, nachdem eine Verständigung zwischen dcr (Gemeinde, der Eisenbahndirektion und dem Finanznirnisteriuni angebahnt ist. Ter Vorstellung des Gütervorstehers K. S t n m p s-Worms soll nach dem Antrag des ersten Ausschusses keine Folge gegeben iverden. Tie Vorstellung des Sladlvvrstandes zu Alsfeld betr. die Linienführung der Bahn AlsfeldNieder-Aula, sowie die Bahn Alsseld-Loshausen wird für erledigt erklärt, die ^Vor- Itellung einiger Orte betr. die Errichtung eines Bahnhofes zwischen Ebersberg und Schönnen soll der Regierung nochmals zur Prü­fung cmvfohlen werden. Der vierte Ausschuß beantragt, die Vorstellung der Avdeckercibeiitzer, sowie der K. Karle in Lauter cben'alls 'ur erledigt zu Erklären.-

Aus Larvas rl) wird unter bem 8. ds. gciiiefbcL daß bic gelandeten spanische n .Truppe u sich nicht in die Stadt be^avcn, sondern außerhalb der M o n e r n üu der <strap,e nach El Ksar lagern. Tic Polizei vcrhin- dertc während der ganzen Nacht den Vcrlchr Der Stadt- bewohncr in den Straßen.

Rach Berichten aus Darrasch vollzog sich die Lan düng der spanischen Truppen in vollkommener Ordnung mit Hilfe der Boote der spanischen KriegsschiffeEcttaiuna" und -Almirante Lobo". Tic Landungstruppen besetzten die vorher vereinbarten Punkte. Die von dem Hauptmann Ovilo befehligte Truppenavteiluug besteht aus 125 Infante­risten und Kavalleristen des Tabor, 2,1 So.baten in.er sun- Ossizieren von ber Marincinsantcric und etwa'20 Marine-

Zwischen dem Kaiser und dem P r i nz r e g e n t e n von Baheru l.ak aus Antai; des 25. Regent enjubiläums des Prinzrcgenten ein herzlich er T e p e s ch e n w c ch s e t l'tattgefunbuL ^em Prinzregenten gingen außerdem von mehreren Bundes. irWLn und bem Rcichstanzler herzliche Glückwunschdepeschen zu.

Ter Justizausschuf; des preußischen Herren Hauses nahm bas Gesetz über dic Feuerbestattung in der Fassung des Abgeordnetenhauses an.

Der wurtlem bergische Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat zu der Gehaltsaufbesserung der Beamten den Vorschlägen der Regierung in der Hauplfache Augen immt. Bei den Bediensteten beantragt er eine weitere Er­höhung Ser Aufbesserung um rum) eine halbe Million Mark.

Im ganzen ü a u i) a; e n Lauoc wurden am Samstag Gedächtnisfeiern aus Aulaß des 100. Todestages des Groß- hcrzogs Karl Friedrich von Baden abgehaltcu. Ter von der Smdtgemeiude Karlsruhe im Großen Saal des Mu­seums veranstalteten Feier wohnten das Großherzogspaar, die Großherzogin Luise, das Prinzenpaar Mar von Baden, die Minister, die Hofstaaten und ein zahlreiches Publikum bei. Tic von Musikstücken eingerahmte Gcdächknisredc hielt dcr Direktor des Großherzoglichcn Gymnasiums Geh. SdOp­iat Prof. Dr. Hänß n e r - Karlsruhe.

In Frankfurt a. M. konstituierte sich ein Verband für internationale Verständigung, zu helfen Be­gründung eine Reihe deutscher Völkerrechtslehrer und andere Per­sonen hatten Einladung ergehen lassen. Zum ersten Vorfitzenden wurde Professor Dr. Emanuel v. U l l m a n n - München, zum ersten stellvertretenden Borfiyenden Professor Dr. Otfried Riv- v o l d - Oberurfcl, zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Pro- fefsor Dr. Waller 2 ch ü ck i n g - Marburg, zum Schatzmeister Bankdirektor M a y e r - Frankfurt a. M , zum Generalsekretär Oberainimann Heinze Karlsruhe gewählt. Ter Verband, der feine Wirksamkeit auf das Deutsche Reich beschränken will, wenn er auch darüber hinaus für später eine internationale Organi­sation der bereits bestehenden und der noch zu gründenden Landes­verbände anstrebt, sagt int Satz 1 seiner Statuten über feinen Zweck folgendes: Ter Verband für internationale Verständigung fetzt sich die Aufgabe, das Verständnis für die Bedeutung gegen­seitiger förderlicher Beziehungen zwischen den Völkern auf allen Lebensgebieleir, namentlich für Fragen und Probleme des Völker­rechts zu verbreiten, um dadurch einer stetigen, von vermeidbaren Zwischenfällen freien Politik zwischen den Staaten, wie sie im Interesse der allgemeinen Multur liegt, den Boden zu ebnen.

Tie am Sonntag in Straßburg zu einer außerordentlichen Sitzung einberufenen delegierten der elsaß-lothringi­schen Zentrums Partei berieten über das zukünftige Par­teiprogramm, wie es sich durch die neue Verfassung ge­stalten könnte, und faßte schließlich solgcnde Entschließung:

Ter Telegiertentag verurteilt auis sckärsste die ablehnende Haltung, welch^e die Reichstagsfraklion des Zentrums feinen Beschlüssen in Sachen der Verfasiungsresorm Elsaß-Lothringcns hat angedeihen lassen, und beschließt, an feiner eigenen, unab­hängigen Landesorganisation mit deren Namen und Programm sestzuhalten, dagegen den Beitritt zum neu zu gründenden Aus­schuß der Zenrrumsoariei abzulehnen. Darüber, ob in Zukunft die der elsaß-lothringischen Zentrumspartei angehörigen Ab­geordneten gleichzeitig der Zentrumsiraktion des Reichstags an­gehören sollen, hat stalutengemäß die Kreisorganisation zu be­finden."

®Hrflcrn gemährt, die ein Alter von 30 Jahren erreicht oder Militärdienste geleistet haben, felbst wenn fic ftid-r lesen und ick'reib en können. Auf Grund des neuen Gesetzes ist die Zahl der Wähler aus 7 701 000 berechnet, das heisch 82 Prozent der Gefamkbcvölleruug und somit eine Vermehrung der Wähler nm 3 6-12 000 gegenüber dem alten Gk'Ctz iringefühn wird ferner von der nächsten Legislaiurperiode ab eine jährliche E ntjchä digung der Abgeordneten im Bettage von 6000 Lire.

Bei einem Festessen, das aus Anlaß der i n 1 c r natio­nalen Pserdeschau stakt sand, wies Lord Lonsdale auf die große Zahl der Nennungen, nämlich 5500, hin und sagte, er Irene sich besonders darüber, daß der deutsch e K a i f e r seinen C f f i j i c r e n Sic Teilnahme an der V e r a » sl a l t u n g gestattete. Wenn auch jn de. Presse und von anderen viel über den sogenannten Antagonismus gnprotben werde, so glaube er doch nicht daran: ja, er sei sogar bereit, 1000 gegen 5 zu wetten, daß er nidsl bestehe. Tie Ausführungen Lonsdales wur­den mit Beifall und Heiterkeit aufgenommen.

Der A n s st a n d d e r K o h l e n t r ä g c r i n Southamp- to i^droln sich ernst zu gestalten. Der ainerilainsche Tanipfer Paul" verschob feine Abfahrt, da er nicht kohlen Fairn. Der DampferKaiserin Auguste Viktoria" ging am Freitag zur fest­gesetzten Zeit in See. Die Maler, welch? gedungen waren, um Sie von Scv Regierung für Sen rruppeiilransvon zur Königs rcv-uc gecharterten Transportschisfe anzustreichc», legten Sie Ar­beit nieder, obschon ihnen eine Lohnerhöhung von 1 Schilling wöchentlich geboten wurde. Tie Mannschaft des der White Star Linie gehörigen DampfersOlismpi.i", der am 14. Juni zur critcn Fahrt in See gehl, weigerte sich, Sic Anstellung zu unter schreiben, wenn die Voimiarc nicht auf 6 Pfund monatlich er höht würden. Als dic Gesellschaft ablehnte, verließen die Mann­schaften das Bureau.

Ans Saloniki wird gemeldet: Ansgefandte Hirten und Bauern konnten die Spur Richters nicht entdecken. Es hat den Anschein, daß sich die Räuber vor den Patrouillen tiefer ins Gebirge zurückgezogen haben. Tie Bemühungen, eine Bei bindung mit den Räubern hcrmstellen, werden fortgesetzt. Tie Behörden nahmen weitere Berhastungcn von DorsbcwoHncrn vor, welche den Räubern Dienste geleistet haben.

- \ x ' lu Juni. Ter gestrige M i u i st errat

beichastigte sich mit den ans L a r r a s ch und E l K s a r vor licgeitScii "K ach richten, in Denen Dic Ermordung von ö r e t ) p ani s ch c n schütz b e; ohlcnc u durch Leute des Rogyis m Lazzia gemeldet wird. Die die Kolonie der spa­nischen ^chutzbesohlenen lies beunruhigte. Ter Ministcr- rak lvar der Ansicht, daß Untätigkeit im gegenwärtigen Augenblick als Veriiachlässigung der ihm ubaegenben Psuch ten aufgefaßt werden würde, unb beschloß, dem K o m in andaut en der T rup p c n a b t c i l u n g in Eata-

11 a o en Befehl 'zu erteilen, einen Teil der Mannjchafken von Eakaluna durch denAl- niirautc Lebe" zu landen und ihrer Ausschiffung den Charakter einer Kundgebung zu geben. Tie Vertreter der Vertrag sm ächte von Algeciras wurden cr- judjt, den beteiligten Kabinetten von dcr Entschließung des spanischen Kabinetts Mitteilung zu machen. Indes,en hatte, bevor die vom Kabinett, beschlossenen Weisungen au den Konsul in Larrasch gelangten, dieser das dortige Kon- fularkorps^ zusammenbernsen und ihm die Landung ,pa- nischcr Truspen angcinndigl, die es mann Ovilc ermöglichen solle, sich an der 2piee eines Teiles dec Mannschafken nach El Ksar zu begeben, nw infolge des Einsalle-.' von Reitern auf- rührcrijchcr Eingeborener große Unruhe herrsche. Ter Minister des Acußcrn erhielt gestern Nachricht von der er- soigtcu Truppcnausschissung mit) teilte sie den diplo­matischen Vertretern telcgraphifch nur, Damit sie dieser Tatsache in ihren Bccichlen an die Regierungen Rcchn.uig trugen". Ter Pascha vvtt Lärrasck» rotvb im Amte erhalten bleiben. Lediglia, die scherisische Flagge wird ans den vsfenllichcn Gebäuden wehen.

S.E. 8lal* W- 3«l>rgang x IHontag, ,r. Juni

WWnvUCl ZlllwlUa -s

General-Anzeiger für Oberheffen SS5S

Spanische Truppenlandungen in Marotta.

Spanien schickt sich an, dem Beispiel Frankreichs au fiugcn und gleichfalls unter allerlei Vorwänden militärische «a tf1- t.rcjTcn' die zur Besetzung marokkanischen ^bieks luhreit ivllen. Französische Blätter, dieicl't ohne Grund furchten, die beteiligten Mächte würden diesem ganzen -tretben nicht mehr länger ' ischanen, erhcvcn Vor würfe gegen das fpanischc Vorhaben. Auch die französische Regierung foll tu einer amklichcn Note Einspruch erhoben haben. Es ist einstweilen nocki nicht abzitseheu, welche Fol gen dtefc Vorgänge sowohl unter den marokkanischen Ein geborenen rote auch bezüglich der Eutsckiließitngcn der Alae- etras-Machte haben werden.

dor, welcher si.ch vorübergehend in Larrasch ausgehalkcn, gewaltsam vertrieben habe.

DerTemps" schreibt:

. . 2ic spanische Regierung steht mit ihrem Vorgehen in jeder Viiifichr außerhalb des Rechts. Sie kann sich auch nicht aus das Ben viel Fraulreichs berufen, Senn fic hat nur aus n c i - S i i ch e r ll n t e r n e l; m u n g s s u d; t gehand.tt und Frankreich werde für Sie Ruck'ich:, Sic cs Spanien gegenüber bewiesen habe, schlecht belohnt.

~crEclai r" sagt: Beunruhigend fei es, das; Lon - d o ii noch mehr als Berlin die Spairicr vor- >v ä rts b u g c. Englanb wünsche eben, bas; die Rord- lüste Marokkos Den Spaniern zusalle, b.i cs dieselben wenig fürchtet, während die Franzosen au dcr Meerenge von Gi­braltar gefährlich werden könnten.

Jaurös fclireibt in derHumanitö":

Weil endlich die Spanier durcl; die unchrliche Marotio- politik Frankreichs geschädigt, F r a n k r e i ch n a ch g e a h m l ljaben, entrüsten nch unicre Botschafter, Kolonisten und unsere wahrheitsliebenden Regicrungsmänner und erheben gegcil Spanien den Vorwurf der Rechtsverletzung. Hat Mini ft er E ruf. pi wirkiici) die Absicht, a.is das marouinischc Unternehmen noch einen Zwist mit Spanien aufzupfropfen?

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