Ausgabe 
10.7.1911 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

161. Jahrgang

Nr. 159

Erscheint »glich mit Ausnahme beS sonntags.

auszudehneii, sondern nur für das

Wal 1 au

Hause ii. nimmt, Grund"

TieGietzener Zamlllenblätter" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegt, da» Kreisblfltt fir bei Kreil «letzen" zweimal wöchentlich. TieLaibwirtschastlichen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Montag, 10. Juli s9N

AotationSdruck und Verlag der Vrüblichen UnioerfttalL - Buch- und Steindruckerei.

9L Lange, Dietzen.

5iedaHion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition unb Verlag: e<Ä>5L «ebahiorceoill Tel.-Adr.:?ln,eiüerGietzen.

Vie hinterlandbahn.

ii.

9tad)öein ich mich in der Samstags Nummer gegen den yau einer Bahn nach Soljra gewandt habe, als einer Bahn, die nicht geeignet ist, die wirtschaftlichen Beziehungen bis

uinr salzbödegebiet

Sieber» und Verstal Bedeutung hoben kann, wollen wir

PS-Senuiinwti l>cnd. Magneten., billig W » r« vcrtauj. m »uOa^aaKniteinÄ^M oTontiiirt a,

die geographischen Bedingungen dazu. Tie wirtschaftlichen Beziehnngen der Dörfer des Tautphetales werden ,war immer auf Friedensdorf hinweifen: aber Friedensdorf liegt Viel zu nahe bei Marburg Dagegen ist das viel heben tendere und volkreichere Perftat imftmibc, einen ei wirtschaftlichen Mittelpunkt zu bilden, und zwar da, wo seine beiden Quellbäche zusainmenfliegen, m '?iicbcr\iien

lasten kann.

Sehen wir uns nun die Linie Gießen im einzelnen an, so werden wir sehen, daß ihr Ausbau im Verhältnis zu ihrer Länge, die vielleicht den einen oder andern wegen der Kosten erschrecken möchte, gar nicht so ehr kostspielig ist, und daß die Rentabilität dieser Linie ziemlich gesichert zu sein scheint. Zunächst ist es ja schon einmal Har, .daß die Linie überhaupt nur bis Rieder eisenhausen ausgebaut zu werden braucht, do Niedereisen­hausen-Wallau als ein Teil von DillenburgBiedenkopf seit diesem Frühjahr bereits in Betrieb ist. Aber ich nehme wohl mit Recht an, daß die Züge später ganz von selbst wohl bis Wallau oder Biedenkopf durchgeführt werden müssen. Deshalb nenne ich die Bahn: Gießen -Wallau. Und zweitens ist es cm ganz besonders günstiger Umstand, ich möchte sagen ein Zufall, daß eine Teilstrecke der Hinter­landbahn, die Verbindung von Niedereisenhausen über Bottenhorn mit dem oberen Salzbödetal, zum Ausbau für die nächste Zeit von der Regierung schon so gut wie zu- gesagt ist, weil selbst diese erkannt hat, das; die reichen Bodenschätze, die die zu erschließende Gegend birgt, eine sehr gute und gesicherte Rentabilität dieser Bahn ver­sprechen. Bereits zweimal haben im vergangenen Fahre mehrere Herren der Frankfurter Eisenbahnoirektion die ab gelegene Gegend besucht und sich eingehend nach den Ver­hältnissen erkundigt, worauf zur Vermessung der Bahn geschritten wurde, die ergeben hat, daß große techmsche Schwierigkeiten nicht im Wege stehen und stärkere Stei­gungen als im Verhältnis 1 :10 nicht vorkommen. Es befinden sich auf diesem kleinen Landstriche nicht weniger als 43 Grnbenfelder, darunter sehr ergiebige Eisenstein-, Kupfererz- und Schwerspatlager, bic früher stark abgebaut wurden, dann aber eingingen und bislang noch still liegen, weil die weite Achsenfracht zur Babu zu teuer Hm. Vor alten Dingen aber kommen hier die wohl auch in Gießen befannten großen Grünsteinbrüche bei Bottenhorn und Steinperf in Betracht. Man har berechnet, das; die täglichen Verfrachtungen allein der Grünsteinbrüche etwa lODoppel- waggons betragen werden. Um diese Grünsteinindustrie SU möglichst großer Entfaltung zu bringen, um sie in einen erfolgreichen Wattbewerb mit den bis nach Fronkiurt hin eingeführten schwedischen Bau und Pflastersteinen treten ;u lassen, wird der preußische Staat ein ganz besonderes Interesse daran haben, ihr möglichst günstige Msatzbedrn- qunqen zu verschaffen, d. h. sie möglichst kurz und billig mit den großen Städten, Gießen, Franksurt, Darmstadt usw. zu verbinden. Wie sehr eine Bahn nach Bottenhorn gewünscht wird, geht schon daraus hervor, daß die Be sitz er eines Griinsteinbrnches auf der ersten Eifenbahnver sammlung fich bereit erklärten, sofort 50000 Mk. zu ihrer Erbauung beizusteuern. Freie Hergabe des Geländes und Zuschüsse au Geld sind von saft allen Gemeinden bereits versprochen. Daß diese Bahn anfänglich nur als Verbin­dungsbahn zwischen Perf- und SalzbödetiU. gedacht war, und nicht als Teil einer Bahn nach Gießen, das ist ja

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nun der Besprechung einer Bahn näher treten, die bis zum oberen Lahntal durchgeführt werben soll.

Wir müssen da zuerst den Punkt festlegen, an dem dies» Bahn in das obere Lahntal eiiigcfühu werden soll Da nun jene Gegend sehr gebirgig ist, die Bahn sich deswegen immer im Tale halten muß und die Lahn dort nur zwei * bedeuten de Bäche von Süden her aufnimmt, die Dautphe und die Perf, kann als Endpunkt nuferer Bahn nur oder Wallau in Betracht kommen Im nften 7.alte würde die Bahn über Gladenbach geführt werden muffen; und um von uirchvers aus dorthin zu lammen, inärc entweder ein außerordentlich kostspieliger, säst zwei Kilometer langer Tunnel zwischen Rollshausen und Morns Hausen nötig, oder die Bahn müßte, wie die von Gießen l'ithcr beabsichtigte, den von mir gestern als einen für Gießens Handel und Wirtschaft außerordentlich ungünstigen und geradezu nachteiligen Weg über Lohra nehmen, um von dort bis Gladenbach mit der Niederwalgern »er borncr Linie zusammenzulanfen. Zwischen Gladenbach und riebeuoborf liegt bann ein Gebirgsrücken, der ebcnfaUs rid)t ohne größere Tunnel genommen werden tönntc. Und schließlich, was das wichtigste für Gießen ist, fällt bei Friedensdorf als dem Punkte, an dem der vom oberen i^ahn- und Edertal, von Laasphe und Biedenkopf her kam wende Verkehr wählen müßte zwischen dem Weg über Rod U-im nach Gießen und dem über Mölbe nach Marb tyg, genau derselbe für Gießens Handel so bedenkliche Umstand nis Gewicht und in noch viel höherem Maße als bei Lohra, dnß nämlich jener Verkehr totsicher ebenso wie seither den Weg nach Marburg nehmen würde. Marburg ist von Friedensdorf etwa 24 Mm., Gießen würde von dort über , > rum bad) Fellingshausen 4'» Mm., über ErdaKönigs berg gar 31 Mrn entfernt fein. Die Bahn würde mit (iiCHcner Geld geradezu zum Nutzen Marburg.- gebaut mer- brn Der Vorteil der etwas größeren Billigkeit der Gießener Wirtschaftsartikel würde durch den Vorteil der billigeren Verbindung mit Marburg mehr als überholt. Gießen würde trotz seiner größeren Anzichungstraft wegen des allzu großen Mißverhältnisses der Entfernungen in \\ 7 riedensdorf den Wettbewerb nut Marburg nie auf nehmen l,.nnen. Nun kann ja dieses für Gießen ungünstige Ver - iZltnis der Entfernung im Hinterland nie gänzlich beseitigt , tr erben, selbst wenn inan die Bahn in einer für Gießen auch noch so vorteilhaften Weise führen würde, weil cin- fad) das Hinterland von Marburg ans fast überall näher zu erreichen fein wird als von Gießen. Das ist aber nicht schlimm, wenn nur bic beiben für die Handelsbeziehungen maßgebenden Faktoren, die größere Anziehungskraft Gießens und die größere Nähe Marburgs, in einem für ließest einigermaßen günstigen Verhältnisse zu einander sichen, d. h. wenn die Anziehungskraft Gießens das Heber- gewicht hat. Das tut sie aber bei Lohra nicht und bei .Friedensdorf noch viel weniger. Auf deutsch: Gießen muß seiner zu bauenden Hinterlaudbahn eine solche Richtung geben, daß an den Punkten, an denen diese Bahn die Gladenbacher und Bideukopfer Querbahnen schneidet bzw. L berührt, das Mißverhältnis der Entfernungen nad) Mar­burg und Gießen wenigstens bcbcutcnb herabgemindert und abgeschwächt wird, da es nun einmal nicht beseitigt werden kann. Mit anderen Worten: Gießen muß mit seiner

SWL- neben- .iL-hjeint ca.2®;

Gießener Anzeiger

Generül-Anzeiger für Oderhefjen

wohl selbstverständlich Aber als dem i übrigen 'hotten- Horner Momitec vor 6 Wochen imHinter!. An z " die Durchs iiihrung der Bahn bis Gießen als bas mit allen Mitteln zu verfolge nbc Ziel um gestellt wurde, da griff das ganze Perf- uub obere Salzbödegebiet diesen Vorschlag mit Freu ben auf. Man wartet nur auf Gießen' Die Balm soll das Terftal auswärts über £ bereifenhaufen, Steinperf und BoUenhorn geführt werben, um bann entweder in Harten rod ober Wommelshausen in bie Herborn Niedenva! gerner Bahn ein geführt zu werden.

Man braudii also bloß bie Rodheimer und Bottrm Horner Bahnen, bie beibc sowieso bod) bald gebaut werden sollen and beide bic Richtung nach Nordnorbivcstcn ixiben, in -'.iisammeuhaug zu bringen wir werden gleich sehen, auf welche Weise . sie ni' eine längere Bahn zu bc trachten und bie zusammenhängende, wahrscheinlich, wie schon gesagt, durchgehende Linie Gießen Rodheim Wow melshauscii Niedereifenhartsen Wallau Biedenkopf ist fertig. Es handelt sich hir Gießen darum, icncn Bahn bivjbeüvebungcu über Wommelshausen bic Hand zu reichen und seine Bahn ebenfalls in den Bahnhof Wommelshausen einmünben zu lassen Um dorthin zn kommen, würde die Balm bis üirchvers denselben Verlaus nehmen müssen, den seither die kürzere Linie nach Lohra nordöstlich nm Tuns berg vorbei nehmen sollte Von Kirchners würde bie Hinterlandbahu nun auf einem von bei Natur gerabezu rar gezeichneten Wege, nämlich über bic vier von ber LoHracr Bahn gänzlid) unberücksichtigt gelassenen Dörfer, die hinter einander in einem Tale liegen, also zu einem Bahnbau sozusagen einladen, über Altenvers, Rollshausen, Seelbach und Robenbansen, und schließlich durch bic tiefe Gebirgs falte zwischen dem Schneeberg und dem Hamerich hinbnrdi uis Saiziwdclal nackt Wonimelshauseu gelangen zu können Diesen Einschnitt in bas Gebirge könnte man sich gar nicht besser wünschen. Durch ihn wäre schon längst eine größere Straße gelegt worden, wenn er nicht feit alters bie Grenze zwischen Kur Hessen unb beut hessischen Großherzogtnm gc bilbet hätte, ein Umjtanb, der biesen günstigen Verkehrs weg vollkommeii in Vergessenheit hat geraten lassen. Der Einschnitt geht nach Sübostcn zienilich allmählich in bie Kirchverser Niederung über, ermöglicht also einen lerchten Anstieg der Bahn durchschnittliche Steigung zwischen Altenvers und dem Höhepunkt des Einschnitts 1 :60,1. Nach der andern Seite fällt er sa steiler ab. Das hat aber nichts

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Reisekoffer

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erschlossen, aber noch nicht mit einer größeren Stabt ver bnirden ist. Fn Niederhausen sind nadi~ deinHinterb Anz." seit Eröfiunng der Dillenburger Strecke bis jetzt allein D neue Wolmhauscr gebaut worden Dort in N'icbcr

. . n' die Entfernung an Luftlinie von Marburg zwar um io km kürzer ist, aber an Bahn länge mir um drei Kilometer kürzer sein würde als vou Gießen, tonnte Gießen den wirtschaftlichen Wettbewerb mit Mar bürg mit sicherem Eriolg autnehmen. In Aallau mürben bie Eittsernuiigsverhältnisfc für Gießen idiou nickst mehr io günstig fein, in Friedensdorf noch viel weniger. Daun möchte ich auch uod) darauf Hinweisen, das; man sich nm dem Gedanken trägt, in nicht allzu ferner Zeit innerhalb des st reifes Biedenkopf eine Verbindung zwischen dem Lahn und dem Edertal herzustellen. Diese Bahn würd' nie von Friedensdorf ansgehen können. Ebenso wäre eine Linie Biedenkopf Battenberg a. d. Eder in ieber Hinfickst unmöglich. Diese wird ats Fortsetzung einer Bahn Wetz (ar - Giadenback, Friedensdorf Biedenkopi genannt. Nebenbei: Wie Wetzlar 112000 Gimm. in Gladenbach uub Friedensdorf den Wettbewerb mit dem von dort viel nahe reu uub überhaupt bebeutenberen Marburg s20 000Einw.j mit auch nur geringer Aussicht auf Erfolg auszuiwhmcn, überhaupt das Wirtschaftsleben des ferneren Hinterlandes zu bccinfluffcn, ihm etwas neues, vorteilhaftes zu bieten hoffen lanii, »vas man aber nichtsdestoweniger in der Tat von Wetzlar aus hartnäckig behauptet, das erfcheint mir wenigstens als vollkommen unverständlich.) Was also jene Verbindung zwischen Sam und Eder angeht, so ist eine von Wollart ausgehende Bahn schon lediglich^aus verkehrs-- technischtzn Gründen - die bautechnischen Schwierigkeiten dürsten moi.l überall gleich groß sein am wahrschein­lichsten, da Wallan ohnehin schon wichtiger .stnotenpunft . Gießen würde somit in der Tat Aussicht Haden, durch eine ziemlich gerade Bahu mit dem oberen Edertal, wahrscheinlich Hatzfeld, verbunden .zu sein Den wirt schaftlichcn Vorteil davon wird Gießen allerdings erst in einigen Fai ren, wenn diese Fortsetzung zur "Eder auS- gebaut ist, verspüren. Aber in diesem Sinne vorzirbauen, sogar ohne dabei in seinem augenblicklichen Vorteile irgenb- wie beeinträchtigt zu werben, ich glaube, das kann nur nützlich fein. Vielleicht ist es and) nicht zu gewagt, zu behaupten, daß eine als ordentliche staatliche Nebenbahn ausgebaute Strecke GießenWallau in Verbindung mit ber' eben im Bau befindlichen Abkürzungsbahn Ältcu- huudcn Birkelbach Erndtebrück als Abkürzung der Strecke Gießen Dillenburg Siegen - Mtenhunden wenigstens einen Teil des ft arten Güterverkehrs vom Ruhr kohlen gebiet nach Gießen und Frankfurt auf sich zu ueh meu geeignet ist und damit die Dillenburger Bahn ent-

zu sagen, weil die Bahn sid) doch beiimhe wagercchl (1 :130> an die Hänge der südlichen Berge icljuen muß, um die »öhc des Wommelshäuscr Bahnhofes bcizubehaltcn, Pie fast der jener Gebirgsfalte gbeichkommt (ctiM 25 m Höljeir untcrfdiiet)'. Zwischen Wontmelshausctt uird Gießen hätte bic Bahn also ebenfalls keine technischen Schwierigkeiten zu überwinden wie ja ihre nördliche Fortsetzung nach Niedereisenhaufen and) nicht. Teurer würde eine solche Bahn nach Wommelshausen natürlich kommen als eine nach Lohra, schon aus dem cinsachcii Grunde, weil sie uin km länger würde. Aber id) glaube in dem vorher­gehenden gezeigt zu haben, daß diese größere Ästpitalaiilage id) in ganz ungleich höherem Maße verzinsen würde. Ich möchte i;icr nur noch daraus Hinweisen, daß das Mißver­hältnis der größeren Entfernung an Gelcislängc nach Gießen im Vergleich zur Nähe Marburgs, das bei Lohra 11 km betrug, bei Wommelshausen zugunsten Gießens auf :> km tcrabfinicn würde. Mit Erbauung dieser Balm wäre die Frage der Erschließung des Hinterlandes, d h seine lurze Verbindung mit Gießen (und Frankfurt» in bester Weise gelöst. Den wirtsd)astlid)eii Interessen aller berühr­ten Orte, vor allem Gießens, wäre gedient, und die .strers- tadt Biedenkopf hätte die so nötige, lang ersehnte Verbin- bung mit dem Süden des .streises. Durch diese Bahn ivird die Vcrbiiidung von Gießen nach Biedenkopf um H) km, bic nach Wallau um 15, nad) Niedereisenhanfeii gar um 35 und nach Wommelshausen um 10 km kürzer als bisher. Und kann es den Ortschaften des Biebertales, Heuchelheim, Rodheim, Fcllingshaufen, und denen des Bcrstales, strum- buch ufw., wirklich gleichgültig fein, ob sie eine Bahn be kommen, bic in Lohra nufhöri, ober eine solche, aus bereu Zügen inan birett bis Nicberciscnhausen, wahrscheinlich sogar bis Biebciikopf fahren kann?

Man wirb vielleicht cimueuben, eine Hinterlanbbahn tönuc nur ein stäbtischcS Unternehmen werben, bn das hessische Gießen vom prenßischen Staate für eine staat­liche Hinterlandbahn keine finanzielle Unterstü^ung er warten dürfe; und die städtifchen Mittel, unterstützt von den einzelnen beteiligten Landgemeinden, reichten nur für eine billigere Bahrt nach Lohra aus. Ta möchte ich be­merken, daß Eßen int eigensten Interesse doch erst einmal mit al leit Mitteln versuchen müßte, für eine Staatsbahn bic Unterstützung des preußischen und auch des hessischen Staates zu erlangen. Das ist natürlich in erster Sinic Aufgabe der preußischen Geinciudcn. Und ich inöchle hier nur' noch einmal wre schon vorhin bemerken, daß bic Bahn Gießen-Niebereisenhauscii im ganzen Perf- unb oberen Salzböbctal sofort sehr großen Anklang gesunden hat, wäh­rend der Vorschlag einer Bahri nach Wetzlar, der nie sehr beliebt war. in der letzten Zeit noch außerordentlich an Freunden verloren hat.

Marr wartet im Hinterland nur auf Gießen!

Auf die Mithilfe des Krerses Marburg wird man auch rechnen körrnen, da die kurhefsüchcii Dörfer des Vcrstalcs, auf das nach feiner geographischen Lage die Stadt Marburg doch feine wirtschaftlichen Ansprüche mit Aussicht auf Er­folg geltend machen lann, durch die Hirttcrlandbahn er- schlofsert werden. Und nochmals: Tas tzint erlaub ro art et auf Gießen! .1.1).

Große Unterschlagungen bei oberschiestschen Gruben.

Lieber bie am Samstag kurz mitgetcilicn Be 1 rngc - reicn bei oberfchlefifchen «Gruben melbet bicBreslauer Leitung": Ein bei einer Kattowitzer Firma an gestellter Buchhalter verübte feit Jahren große Warcnuntc. schlaguiigen gegen feinen eigenen Ehef inbem er £cl, Teer, Marbib waggonweife wegfchafftc unb sie nn Werke abgab. Der Buchhalter legte ein eigenes ausgcbchrttcs Lager gc- stohleiicr Daren an unb verkaufte bic Waren an feine eigene Firma zurück. Außerbern soll bei Firmcniuhaber felüft im Einverständnis mit einzelnen Angestellten von Werken,

20 Törfer, deren Mitte Niebereifetihausen iui- licgcn im Gebiete ber Perf, bent ..Brcibcnbachcr ber burch bie neue Bahn nach Dillenburg zwar

zu l.a

Mehgkr in abjiigcb. Off. uni. B. K'H/ an T. Frenz, Annonlk Srped., Mainz. r

Unmisc-!. ein inc.'fe iit erhaltener blcebcto .. ibsuflcben. Siepbnmiw l 1001! M-ln Feldbahngleir Schienen K mm hodi- GW nur tune Seit oeriusetct nena m ber Nähe flunlliß mnnH Schrisiliche Jlngcboic inner K an heil Oiiefeener ÄnzeMl^

I Hinterlanbbahu vor Marburg nach Westen ausweichen. Tas ist nicht Mangel an Selbstvertrauen aus bic eigene wirtschast-

I liche straft, bas ist teilt Zugeständnis an Marburg, sonbent I das gebietet bic geschäftliche Klugheit, bic einen aussichts- I losen Kamps von vornherein ablehnt, bic nicht ins, un- 1 erreichbare Blaue, fonbern auf fester Grundlage fpckulterl.

Deswegen darf sich Gießen auf feine Bahn, die Bieden­kopf über LohraFriedensdorf und nicht über^ Nieder- eisenhaufenWallau erreichen will, cintafjcn. Im Vor­teile Gießens wie des Kreises Biedenkopf liegt cs, daß durch die neue Bahn vielversprechende Gegenden auf mög­lichst kurzem Wege mit einer größeren Stadt verbunden werden. Tic Dörfer des Lahntales aber, die fick; um den Friedensdorfer Bahnhof gruppieren, haben diese kurze Ver­bindung bereits, und zwar itach Marburg. Dagegen das obere Salzbödetal, das zufunftsreichc Perstal und das obere Lahntal bei Laasphe und Walkau besitzen cinc^solche Verbindung noch nicht. Was die am 28. April d. I. neu

' eröffnete Strecke Walkau-NtedcreifenbanfcliOberscheld

1 Dillenburg aiibetrifft, so lann Dillenburg in diesem czinnc als größere Stadt von wirtschaftlicher Bedeutung etwa wie Gießen oder Marburg wohl kaum in Betracht kommen. Daß der Verkehr auf dieser neuen Bahn sid) seither in viel günstigerem Maße entwickelt hat, als man voransgcschcn hatte imHintcrl. Anz." konnte man schon wiederholt Klagen hören, daß die bei der Bahn getroffenen Verkehrs- einrichiungen zumal für den Gütervcrtcbr lange nicht mehr ausreicheu, das ist wohl ein Zeugnis dafür, daß bn-.- große, dörferreiche Pcrftal. wirtschaftlich sehr eiiiwicklungs- sähig ist. Ich würde ans allen diesen Gründen, denen ick) nachher noch einige beifügen werde, als Verbindungsbahn | zwischen dem oberen und mittleren Lahutal, zwischen kL-icden- l'opf und Gießen, zu der westlichen ü v e r N i c ö c r e i i c n

Im a ii i" e n raten. Und ist nidit Wallan als Ein m u n - dungspunkt der Bahn in das Lahntal ein ganz be­sonders günstiger Punkt? Tort nimmt die obere Lahn ihren größten Nebenfluß, die Perf, auf. Wal lau ist bc- 5 oCit-5 der Knotenpunkt ber MarburgKreuzlaler unb ber

BiedenkopfTillenburgcr Bahn. Wallan liegt in nächster I Nähe und in der Mitte der beiden angenblicklichcii wirk- schaitlichen Nebenbuhler im oberen Lahntal, Biedenkops und ^aasphe Lckwn ehe die Bahn von dort nad) Dillenburg gebaut war, zählte Wallan bereits 1600 Einwohner und seitdem ist es noch viel mehr im Aufblühen begrissem

. lum Vergleich möchte id) erwähnen, daß Rorcheim mit Bieber nur 1700 Einwohner hat. Friedensdors wurde rne cüic )ol"d)c Bedeutung bekommen wie Wallau; ihm fehlen