Ausgabe 
12.1.1911 Erstes Blatt
 
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Der SBetterauti

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Wißmar. 11. Jam Ter Arbeiter Stroh von hier wurde mit einem Schuß im Leibe in die Klinik nach Gießen gebracht. Er hatte im Trünke Streck mit seinem Schwiegervater angefangen und dessen Zimmertür mit der Axt zertrümmert. Dieser ergriff das Gewehr, schoß und jagte dem Angreifer eine Kugel in den Leib.

Hessen-Nassau.

[] Marburg, 11. Jan. Für die weitere Ausgestaltung und Vervollkommnung der hiesigen Universitäts-Jn- stitute sind im diesmaligen Staatshaushalt wieder reiche Mittel bereitgestellt. So soll u. a. mit dem Umbau eines Physikalischen und eines Psychiatrischen Instituts be­gonnen werden. Für daS erstere wurde ein Bauplatz für 55 850 Mk. und für daS letztere ein solcher für 41 940 Mk. erworben.

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Amtliche Wetterbericht.

Oeffentlid)e Wetterdienststelle Gießen.

Verlauf der Witterung seit gestern früh: Die gestern im Westen erschienene Zyklone ist wider Erwarte,r rasch ollroarU ge- zogen, während in ihrem Rücken über den britischen Inseln em neues Hochdruckgebiet erschienen ist. Auf der Vorderseite deS Tieis wehen in Mitteldeutschland zeitweise starke sudoUtiche Wmde, die zunächst noch trockenes ^roslwetter bringen; doch ruft der welt­liche ^Wirbel m Rorddeutschland bereits Niederschlage (Regen) ^^WetteraiiSsichten in Hessen am Freitag dem 13. Jan. 1911: Schneefälle, etwas milder, nach Norden drehende Wurde

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Zur Errichtung von Arbeiter- roobnunacn auf paritätisch. Grund­lage soll eine Geielli^aft ge­gründet werden. Wer sich mit Kapital beteiligen will, wird ge­beten gefall. Adresse unter 0304 in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers niederzulegen.

Lf?nb ^er im SM, .EI) t e c I o n {p r p n i U kurzen Worie/Ä 8 Msdaun (pras die Lehrer Bpi dar-us hm, daß die" uuch in allen anderer d^ugt Anlagen unt lewellt werden müssen lie Lust zur Arbeit etwas zu leister, m unb arbeitssrohen mnterricht-mM, bt ieicheniinierricht.

Heller von Düdei-- -chneir im Unter- |ich dec Lortragenb: Zeichnen im aüge> tjelnen Facher einzr- n Schuljahr alle chreibens Vorkommen, 3 für das Kind k begleiten. Herr Bier. jTechnik des Tafel cs. Schulrat Schere chtete über seine & npfahl das Werkcher >nete^Schrift, um aut. zu ged en, sich banr. noch eine Ejngah nterrichts in bei

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Ein prosefforenftreit in Heidelberg.

Einige Blätter hatten von einem Professorenstteit an der Heidelberger Hochschule berichtet, in dessen Vertan! der Pnvatdozenl in der philosophischen Fakultät Dr. Arnold Rüge den brannten Nationalökonomen Dr. Max Weber zum Duell gefordert haben soll. Dazu erfährt dieDeutsche Journalpost" folgende Einzel­heiten aus authentischer Quelle: Privatdozent Dr. Rüge hockte in einem Artikel imHeidelberger Tageblatt' behauptet:Die moderne Frauenbewegung in Deutschland sei eine Bewegung, dr sich zusammensetze aus alten Mädchen, sterilen grauen, Bitwen unb Jüdinnen; die aber, die Mütter sind unb die ^.richten der Mutter erfüllen seien nicht dabei". Auf diesen öffentlichen Angriss ant­wortete'die bekannte Frauenrechtlerin Frau Marianne Weber die Gattin des Professors Dr Max Weber, in emem sehr scharfen Schreiben, worin sie von Dr. Rüge Aufklärung forderte, auf wen sich in Heidelberg seine Angriffe bezögen. Dr. Rüge ant­wortete, er habe die gesamte Frauenbewegung genteinl, nicht aber einzelne Heidelberger Persönlichkeiten. Auf diese Erwidermig Ruges entgegnete Frau Weber noch schärfer. Sw fchrteb, Dr Nfuge müsse sich,, sofern ernormal urteilsfähig sei , selbst gesagt haben, daß seine Behauptungen "lerchlsertig ans der Luft gegriffene, durch keinerlei Mlltel zu beweisende, achlrch ganz haltlose Schmähungen" seien.Wurden Sie, schloß das ver­öffentlichte Schreiben, zunächst einmal bei sich selbst ehrliche Em-- kchr halten, so würden Sie sich verimcklich überzogen mm sen, daß hinter bem Glauben an ihren Berus zum Sittenprediger sich in starkem Maße der unbeherrscht« Drang verbirgt, auch über Dinge, zu deren Beurteilung Ihnen die unumgänglichen Voraussetzungen und Kenntnisse fehlen, ein gewisses intgeäugeltto und vor allem recht unreifes Aeußerungsbedurfrirs iuh ergießen zu lassen". Auf diesen Brief hin fragte^Dr. Rüge bei Professor W eher an, ob er die Ausführungen seiner Gattin billige. Prof. Weber schrieb,darauf an Dr. Rüge einen Bries, durch den sich Dr. Rüge rn ferner Do­zent e n e h r e b e l e i d i g,t fühlte, Er wandte sichan emMst- glied der Fakultät, um einen friedlichen Ausgleich der Affäre herbeizuführen, wobei er die Zurücknahme der beleidigenden Aew- ßerungen durch Professor Weber zur jBebmgung machte Pros Weber lehnte aber jeden Vergleichsversuch ab. Erne Forderung ist von Dr. Rüge nichterfolgt; unrichtig ist auch die Meldung, daß er üion der Universitätsbehörde gemaßregelt roorben sei Er hat aber gegen Pros. Weber unb Hessen.Gattin die Privatklage wegen Beleibigung eingereicht.

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zu gefährden., ,

Kaiserslautern, 12. Jan. Der nach bedeutenden Unterschlagungen flüchtig gewordene sozialdemokra­tische Stabtrat Wolfs wurde in Hamburg ver­haftet.

Paris, 12. Jan. Nach amtlicher 9tote ist in Lunc- ville unter dem Militär und der Bevö.kerung eine T Y p h u s- epibentie ausgebrochen, die auf den Genust verseuchten Wassers zurückgeführt wird.

Paris, 12. Jan. Der Ausschuß der Radikalen und der Sozialradikalen hat auf Antrag seines Vorsitzenden Combes einen Glückwunsch an Prisson abgesandt, in dem seine Wahl zum Kammerpräsidenten freudig be­grüßt wird.

Madrid, 12. Jan. Der Minister des Innern forberte die spanischen Ei s en b a h n d i r e kto r e n auf, ibn unverzüglich zu benachrichtigen, falls eine ungewöhnliche Bewegung unter dem Eisenbahnpersonal beobachtet werde und wies die Gouverneure von Badajoz, Cacores unb Pontevedra an, ihn mit Nachrichten über den Ausstand der portugie­sischen Eisenbahnangestellten auf dem laufende zu halten. Alle Gouverneure wurden durch ein mmisterielles Rund­schreiben um Mitteilung ersucht, falls die spanischen .Bahn­angestellten versuchen sollten, ihre ausständigen portugiesischen Kollegen zu unterstützen.

San Salvador, 12. Jan. Ter seitherige Vize­präsident Manuel Araujo wurde zum Präsidenten gewählt. Die Wahl wurde in allen Bevölkerungskreisen mit Befriedigung begrüßt.

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Sonntag, 15. Januar:

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* Wetzlar, 10. Jan. Das neue Amtsgerichts­gebäude an der Promenade geht seiner Vollendung entaegen. In seinen Räumen finden auch dte Katasteramter Wetzlar I unb H ibt Unterkommen. Wird das Amtshaus 1 einer Bestimmung Übergeben, verschwindet auch das Kuntongefängnis am schiller- platz von der Bildfläche.____________________________

Letzte Nachrichten.

Wirren in Portugal.

Lissabon, 11. Jan. Der Minister des Innern bat seine Entlassung angeboten. Eine .Abordnung hat ihn ge- beten, im Amte zu verharren. Es bestätig.. bet BU0

verkebr im Jill and und nach bem Auslande vollkommen cingeftem ift Siele Ladengeschäsie fmh trotz des Streus der Danbelsangestellten geöffnet. Die Zusammen,toße in bet Stabt haben zu zahlreichen Verhaftungen geführt ,

Lissabo n, 12. Januar. Die .Handelvangestellten baten Braga, den Wschied des Ministers des Innern nicht an- zunebmen. Braga erklärte, daß er berells abgelehnt W-

Lissabon, 12. Jan. Die Er s enb ah nang estellten baten die Arbeller, sich ihnen anzuWießen, um die Ruhe nicht

Sport.

Schilauf im Westerwald. Auch im Westerwald regt sich der Schisport stärker. Wie aus bem Anzeigenteil erfichtlich, findet am Frellag abend im Hotel Lay in Wetzlar eine Be- l'prechung von Interessenten statt, bte voraussichllich zur Grün­dung eines Westerwälder-Schiklubs führen dürfte. __

k, fflärtnlagm 184 000 Wil Mit, d« getarnten flmttdirietMg trt Stadl Friedberg erhöht ftch die Summe <mf 6OO OOO Mk. Du I L Durchführung einer gemeinschaftlichen Kläranlage erforder- (

Derwalrung war der Hauptpunkt der Beivrecknmg.HJlan Le zu dmn Ergebnis, daß ein Verwaltungskörper mll den ; !?Ten einer juristischen tzerson das einfachste sei. Um die Sache . Iicr Klärung entgegenzusühren, wurde em besonderer Ausschuf. /teilt bem es vor allem obliegt, die Vorzüge unb Vorteile ber inzelnen Projekte zu beurteilen, und sich für bie Durchführung ^ geeignetsten zu entscheiden, bie Kostenfest,etznna bei der Er- ^mng wie beim Betrieb zu beraten und bie Rechte des Unter« rfbmeiis wie bie ber beiden Stabte festzulegen, ^as letzte Wort mcrben bie Stadtverordneten ber beiden Stabte zu fprechen haben.

Butzbach, 11. Jan. (Gemeinderuts,chung.) Bürger­meister Flach verpflichtete bie neugewählten Gemeinde- ratsmitglleder Friedr. Ink. H e y d und Jos. p P e n - lieimer mittels Handschlag an Eidesstatt unb wres sie in ihr Amt ein. Die Beigeorbnetenwahl würbe auf Diens- laa 24 Januar, von vormittags 10 bis 1 Ufjr unb ton mS-taflä 21/2 5 Uhr feftaefebt Ls Mitgti°d°r der T^hl- kommission würben gewählt: Buraermerster Flach als Vor- ickMiber, A. I. Tröster und Wrlh. Braubach als Ber,rtzer und als Ersatzmann Friedr. Grauer. Infolge Vergrößerung der Stadt unb Zunahme der Einwohnerzahl haben ,ich auch die Arbetten in der städtischen Verwaltung bedeutend ver- mehrt, weshalb folgendes O r t s st a t u t zur Landgemeinde- ordriung beantragt wurde: Für die Gemeinde Butzball) sind mkünftig anstatt eines Beigeordneten zwei Beigeord­nete zu wählen. Die Wahl des 2. Beigeordneten hat infort nach ministerieller Genehmigung des Ortsstatuts zu er olgen. Der Bauplatz Flur 8 pir 141 unb 142 tourbe an bto F-irma A. I. Tröster verkauft. Für das Gelände sind für den Quadratmeter 6 Mark und bie Differenzzinsen zu deMhleii nnd für das Straßengelände und die Trottorr- ioslen ist nall) dem Ortsstatut Ersatz zu leistem Alle Ge­mein deforderungen his zum Betrage von 1 Mark sollen zukünftig nicht mehr zwangsweise beige trieb en, sondern meberge,chlagen werdem Die unentgeltliche Benutzung des Liehmarktplatzes, des Turnplatzes und der Festhalle zur Abhaltung eines Festes am 24. unb 25. 3>uni wurde dem Gesangverein Eintracht gestattet. Das Ge,uch des Herrn Wilhelm Schneider I. hier um Ertelluna der Erlcurbnis ber Wirtschaftskonzession für fein in ber Enusstraße ge­legenes Wohnhaus wurde befürwortet unb bie Bedursnis- fiaae bejaht. Da bie Oefsenllichkeit der Sitzung schon vor Jahren beschlos,en worden ist, soll zukünftig die Tages- orduung der Gemeinderatssitzungen verofsennicht weroen

Dorfe bei Avellino. Dort erschotz eme, Däuerm den Lieb­haber ihrer 2od)ter. Tie Menge verfolgte die Mörderin, bie ta bat Gerneinbesaal lief. Ms die Saite nachbrängten, brack ber Fußbobcn ein; alle stürzten in bie Tiefe. Vierzig Per­sonen wurden schwer verletzt.

Kleine Cageschronik.

Der nach Unterschlagung von etwa 95000 Mark von Bonn geflüchtete Obertelegraphenassisdcnt H u 11 a n u s soll lautBerl. Lokalanzeiger" in Berlin verhaftet worden sem

In dem galizischen Ort Stanislowo verübten bra Frauen ein Bombenattentat aus einen steinreichen Mann, einen berüchtigten Frauenjäger und verletzten ihn tätlich

Auf der Station Zizikar der dstneuschai Oswavn wurde eine fünftägige Beobachtungszeit verbunden mit Desmfizierung der Kleider unb des Gepäcks für die nach dem Westen rci|enbat Chinesen angeführt, um die Verschleppung ber Pest 5 U In Cincinnati wurde das Gebäude ber HanbelS- f am m er durch Feuer zerstört. Der Schaden beträgt mehr als eine Million Dollars.________________

Starkenburg und Nheinhrsfen.

n. Offenbach, 10. Jan. Bei der Hauptversammlung des Bezirkslehrervereins wurde da Vorstand, dem sat- ötr nur Lehrer angehört hatten, durch die Wahl zweier Lehre­rinnen auf 9 Mllglieder ergänzt Fraulein Hotz und^aulein Lang wurden einstimmig durch ßuru, gewählt. Dre hiesigen Lolksschullehrerinnen haben es ui ihrer großen Mehrheit av- gelehnt, bem neugebUbeten hessischen Lehrerinnenverbande bet- »iitrcten unb sind bem Hessischen Landes-Lehrerverane treu ge­blieben.

w. Worms, 10. Jan. Die Stadtverordneten be­willigten in ihrer heutigen Sitzung ben Kr, egsteilneh m er n ton 1864, 1866 und 1870/ < 1 eine Ehrengabe m Zohe von ' 2l) Mk. Es kommen biejenigen Veteranen in Betracht, bereu Cinlommen 1300 Mk. nicht übersteigt. Au, dn nach Wans- Ixjim führenden Landstraße wurde heute früh die Lerche emeS ciiva 30jährigen, gut gekleidtten Mannes an einem Saum_auf* gehängt vorge,unden. Alle Umstande la>sen au, Mord chlreßen, so schwere Verletzungen mit einem stumpfen Gegenstand, oivie eine Stichwunde unter dem Auge. Letter wurde ans Blill-^ lrchen unb anderen Bewa,en festgestellt, daß die Lerche erst an einem anderen Baurn aufgehängt war unb ber Strrck anschernend rtn worauf der ober bie Täter sie nochmals aufljangten Aus tcrfdiiebenen Zeichen, wie Tellen eines neuen snbenen Regen­schirms ist zu schließen, daß der Tat ein harter Kampf Voraus- ßtaangen ist In den Taschen des Toten fand man noch 191 Mk

daß wohl die Annahme berechtigt ist, ba6 ber ^Jlorber geftort rourbt Alle Papiere des Toten fehlen, so datz ferne Personlrck- noch nicht festgestellt toerben konnte. Auch dre Tater srnb noch nicht ermittel^ .Die Polizei fahndet eifrig nach ihnen.

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Eine erschütternbe Bluttat ereignete sich m Senerchia bei Neapel. Fast gleichzeitig waren nach langer Kerkerhaft ein junger Bauer unb eine junge Bäuerin aus dem Kerker entlassen worden. Der junge Mann hatte ans Ei,erfucht seinen Vater, ber seine Fran verführt hatte, unb ,eine lFrau ermordet, bie fast gleichzeitig entlassene, 26jährige Bäuerin hatte ihrer Schwiegermutter, die sie allzusehr überwachte, ben Kopf abgeschnitteii. Das Paar, das sich durch Zufall fand, trat zum Entsetzen des ganzen Dorfes in ein Liebesverhältnis. Am meisten entrüstet darüber war die alte Mutter der Bäuerin, die vergebens ben Liebhaber ihrer Tochter zu veranlassen suchte, bas Verhältnis auszugeben. Als keine Mahnung fruchtete, er­wartete die alte Frau ben Liebhaber in der Kirche beim Hoch­amt und schlug den am Altar Knienden von hinten rn r t einer Art nieder. Während alles floh, stellte sich bie Mörderin den Gendarmen. Ein ähnliches Verbrechen ereignete sich m einem

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