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12.9.1911 Erstes Blatt
 
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Als 1876 die ZwilstandeSsührung ein* geführt wurde, ward er zum stellv. Standesbeamten und zum Sekretär des Standesamts ernannt. In dieser Stellung war er über 80 Jahre lang tätig und in ihr ist er der Ein-

Preis unterschreiten, von der Zuschlagserteilung ausgeschlossen lind."

Später sprach Syndikus Dr. Karwehl (Berlin), der einen längeren Bericht über die Wirksamkeit des Arbeitgeber-Schutz- Verbandes und über die Frage der Tarifverträge usw. erstattete.

Mit dem Schlossertag ist eine Ausstellung von Fach- arlikeln, Maschinen usw. für das Schlossergervcrbe ver­bunden, die bis Dienstag abend geöffnet bleibt. Die Firma August Eichhorn in Offenbach hat verschiedene Fensterverschlüsse ausgestellt, Ferdinand T e u b e l - Frankfurt a. M. bietet ver­stellbare Metermaße dar. Die Firma Gebrüder B u s ch b a u m , Werkzeugmaschinenmdustrie, Darmstadt hat als int-restante Neu­heit elektrische Schnellbohrmaschinen, elektrische Schleifmaschinen, Säulenbohrmaschinen, Darmstädter Patent-8-Eisen ufro., sowie eine Anzahl elektrischer Schweißbrenner der Firma Ehr. Gg. Weber- Weidenau (Sieg) ausgestellt. Tie Firma Gebr. Trier-Tarm- stadt hat eine große Auswahl in Walz- und Prosileisen-Tabellen ausgestellt und weiter sind noch die Darmstädter Firmen Georg Hillgärtncr, Jakob Scheid, Wilh. Hublid und die M o - torenfabrik Darmstadt, sowie die Firmen H. Schäfer und die Jmperial-Kompagnte in Frankfurt a. M. vertreten.

Kreis Friedberg.

^Groß-Karben. 10. Savt. Aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens wurde heule dem Kriegerverein die Kaiser schleife verliehen. Sämtliche Vereine des Bezirks Vilbel hatten Abgesandte zur Feier und dem voraus- gehenden Bezirkstag geschickt. Die Verhandlungen und die Feier leitete der Bezirksvorsteher Lehrer Will-Rendel durch eine Ansprache ein. Die Kaiserschleife übergab Regierungs­rat Dr. G a ß n e r-Friedberg, er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Den Dank des Kriegervereins sprach dessen Vertreter aus. Abends fand in derLinde" ein Ball statt. Der Bezirkstag bewilligte für den verunglückten Kameraden Hamann-Büdesheim eine namhafte Summe.

Starkenburg und Rheinhessen.

Da rm sta dt, 12. Sept. Am Sonntag ist im 81. Lebens­jahre Kanzleirat i. P. Kraft verschieden.

27. Oktober 1861 in die Dienste der Stadt eingetreten. Biele Jahre lang hat er als erster Beamter der Bürger­meisterei gewirkt. Als 1876 die ZwilstandeSsührung ein-

wohnerschaft Darmstadts so bekannt geworden wie selten ein Beamter. Ain 22. Jan. 1908 erfolgte mit Wirkung vom l. Febrliar ab nach 46|ähriger Dienstzeit auf eigenen Wunsch scine^Versetzling in den Ruhestand unter Anerkennung der der Stadt geleisteten langjährigen treuen Dienste.

m. O f f e n b a ch a. M., 12. Aug. Zum städtischen Hoch- baurnspektor wurde von ca. 70 Bewerbern der Regierunas- baumeister Sander aus Worms gewählt, der zuletzt beim Postamt in Darmstadt beschäftigt war. Wie bereits ge­meldet wurde, wurde der Metallarbeiter Joh. Schwimm­dock von hier mit einer Bierflasche erschlagen. Gestern nachmittag weilte der Staatsanwalt am Tatort. Als Täter kommen die Gelegenheitsarbeiter der 23jährige Hch. Weber, ber 26jährige Wilh. Dönges, der 40jährige Emil Pioller, der 34 Jahre alte Taglöhner Peter Winter und der gleich­altrige Joh Rupp inbetracht, die mit Ausnahme der beiden letzteren in Haft genommen wurden. Zu einer schweren Z^uttat kam es in Bürgel in der WirtschaftZur Rosenbohe". Der seit einigen Tagen hier zugezogene, 1873 ui Schoppershof bei Nürnberg geborene Eisendreher Joh. Meier benahm sich unflätig m der Wirtschaft, tvorauf rhm das Lokal verboten wurde. Darüber geriet er so in Wut, daß er mit einem Stillst der Schwägerin des Wirtes Constantin ein Loch in den Kopf schlug. Constantin erhielt drei Messerstiche, darunter einen in die Lunge. Eckwer- verletzt wurde er ins städtische Krankenhaus gebracht, wo er in bedenklichem Zustande darniederlieat. Der Messer­held wurde verhaftet.

= Worms, 12. Sept. Von Sonntag an werden in dem hiesigen Festspielhause 6 Aufführungen des Bühnen* werkeS .Luthers ein historisches Charakterbild in 7 Abteil* ungen von Dr. Otto Deorient, stattfinden.

ch. Ober-Saulheim, 11. Sept. Von einem Groß* feuer wurde unsere Gemeinde helmgesucht. Bei einem Land* w.rt arbeitete die Dreschmaschine. Durch das Heißlaufen eines Lagers der Treschwagen geriet er in Brand und in wenigen IHmuten brannte die ganz mit Frucht gefüllte Scheuer lichter* loh. Ten Arbeitern gelang eS mit der größten Mühe, sich zu retten. Trotz der Anstrengung der hiesigen Feuerwehr 'landen rm Nu noch drei weitere gefüllte Scheuern in Flammen, öie ebenfalls MS auf den Grund niederbrannten. Die vom Brandunglück Betroffenen sind nur niedrig versichert. Da Gefahr bestand, daß das Feuer einen ganzen Ortsteil ver- nichten würde, holte man noch die Feuerwehren der um­liegenden Ortschaften herbei, denen eS auch gelang, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken.

n _ Hessen-Nassau.

G-, W ar bürg, 11. Sept. In der heutigen Sitzung der bn e.t,.e,n fand der Antrag des Magistrats, zu Zwecken der Verwirklichung der verschiedenen kommunalen Pro- lekte eine Anleihe von 3Vr Millionen Mark aufru- nehmen, Zustimmung.

V. H a n a u, 9. Sept. Der verstorbene Rentier Alexander Jung, unbesoldeter Beigeordneter der Stadt Hanau, hat der

Arbeiterbewegung.

Düsseldorf, 12. Sept. Wegen Tarifdifferenzen, die zwischen den Arbeitgebern nnd dem Transport- arbeiterverbande bestanden, ist hier in Düsseldorf ein Fuhrmannsausstand ausgebrochen, der gestern zu ernsten Straßenkundgebungen führte. Es sollen Arbeitswillige mit Schußwaffen bedroht, La­dungen von den Rollwagen geworfen und Pferde anaehalten woroen sein. Die Polizei traf umfassende Schutzmaßregeln.

Provinzial-Ausschutz der Provinz Dberhessen.

L. Gieren, 9. toept.

Anwesend: Provinzialdirektor Dr. Ustnger, als Vor­sitzender, sowie 6 ordentliche Mitglieder. Anfang 9y2, Ende 1 Uhr.

1. En t eig nung von G elän d ein Gemarkung Saasen zur Verbreiterung der Mittelgasse. Auf Antrag des Vertreters der Grundstückseigentümer wurde Beweisbeschluß dahin erlassen, daß am Samstag, den 16. d. M., nachmittag 4i/4 Uhr, Augenschein an Ort und Stelle durch den Provinzial-Ausschuß stattfinden soll.

2. Beschwerde des P. Alles von Nieder- Florstadt gegen die Festsetzung des Wasser­geldes. Infolge Vermittelung des Vorsitzenden kam ein Vergleich dahin zustande, daß Alles an Wassergeld jähr­lich 630 Mk. zahlt und zwar bis zum Ablauf der fünf- g'"hrigen Vertragszeit. Diese Festsetzung hat insolange in- aft zu bleiben, als nickt durch außergewöhnliche Ver­größerungen der gewerblichen Betriebe des Alles oder durch ihre außergewöhnliche Verkleinerung eine wesentliche Aen- derung in dem Wasserverbrauch eintritt. Die Gemeinde nimmt den Rekurs gegen die Entscheidung des Kreisaus­schusses des Kreises Friedberg zurück und trägt die durch das Verwaltungsstreitverfahren entstandenen Kosten.

3. KlagedesOrtsarmenverbandesGiehen gegen den Ortsarmenverband Butzbach we­gen Unterstützung der O. B. Ehefrau. Die O. B. Ehefrau besaß noch den Unterstützungswohnsitz in Butz­bach, als sie in Gießen unterstützt werden mußte. Trotz­dem verweigerte Butzbach den Ersatz, indem es behauptete, der Ehemann sei zur Unterstützung in der Lage, und es habe keine Hilfsbedürftigkeit vorgelegen. Gießen erklärte demgegenüber, daß es verpflichtet gewesen sei, die mittel­lose Frau zu unterstützen und daß es nach dem Gesetz ihm freistehe, ob es sich an den endgültig unterstützungspflich­tigen Armenverband oder an einen Dritten halten wolle. Der Provinzial-Ausschuß erkannte, daß der Klage statt­zugeben und Butzbach zu verurteilen sei, die Klagsumme nebst 4 Prozent Zinsen vom Tage der Fälligkeit an zu entrichten, die Kosten des Verfahrens zu tragen und einen Aversionalbetrag von 5 Mk. an die Prvvinzialkasse zu zahlen.

4. KlagedesOrtsarmenverbandesGießen gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des E. PH. Zur Verstärkung des Be­weismaterials wurde beschlossen, den Unterstützten selbst über verschiedene Tatfragen zu vernehmen. Die Verhand­lung wurde deshalb ausgesetzt.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 12. September 1911.

** Ausz eichnung. Ter 3. internationale Kongreß für Säuglingsschuh in Berlin hat in seiner heutigen Eröffnungssitzung dm Finanzminister Braun zum Ehrenpräsi- bcnteit ernannt.

** Eisenbahn Personalien. Der Regierungsbau­meister des Maschinenbaufachs Grehling, bisher bei der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., wurde nach Saar- brücken-Burbach als Vorstand des Werkstättenamts bei der Ei enbahn-Hauptwerfftätte dortselbst versetzt. Der Regie­rungs-Assessor Dr. SpieH wurde von Köln a. Rh. zur Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. versetzt.

** Ordensverleihungen. Der Großherzog hat dem Lokomotivführer a. D. Hrlgärtner in Nidda das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" verliehen.

** Aus dem Militärwochenblatt. RiedeselFrhr. M Eisenb ach, Oberlt. im 1. Garde-Regt. zu Fuß, zur Dienst- leistung bei dem Fürsten von Dobcnzollern behufs Verwmdung -bn dem Erbprinzen von Hohmzollern kommandiert.

Lehrerperson allen. Ueb ertrag en wurde dem Schulamtsaspiranten Albert Desaga aus BenSheim die LehrerNelle an der kath. Schule zu Hüttenfeld (Gemeinde Lampertheim).

t ** Eine außerordentliche Belohnung für hervorragende Umsicht und Entschlossenheit in Gefahr er­hielt der Bahnwärter Balzer in Friedberg

. 8 Neu e h ö h Mädchenschule. Mit Ermächtigung des Großherzogs hat das Ministerium des Innern be- der am 1. Oktober zu eröffnenden neu'n höhercn Drädchenschule zu Darmstadt von dem Lehrkörper der Vit» toriaschule zugewiesen werden: der Oberlehrer Wilh Zim­mer, die Reallehrer Adam Schäfer, Gust. Man und die Lehrerinnen Marie Kayser, Bertha ^oplie Di^hl Bausch, die Handarbeitslehrerin

** Die Fechtriege des Turnvereins von 1846 feierte am Samstag und Sonntag ihr 25jähriges Jubi­läum, das in Ulfen Teilen einen guten Versauf nahm De/, das Fest einleitende Kommers imGroßherzog von Hes en" verlies unter Leitung des Turners Wei di g b£ zahlreichem Besuch sehr schon. Turner Ferd. Noll aab einen Ueberblick über die Entwickelung der Riege während Kreisfechtwart S lasse n - Han.au eiLn FesLtrag T ^n Nutzen der ^echtnegen in den Turnvereinen hielt Glückwunschansprachen wurden gehalten für den Turnaau Hchen (Gauvertreter Helm- Gießen). U ÄnSS

verein Gießen (Rechtsanwalt Kaufmann), den Turn­verein von 1846 (Redakteur H e ß), die Fechtriege des Tv Bad-Nauheim, die Gießener Ruderaesellschaft, die Union und die Bavaria. Auch zahlreich" telegraphische und brief­liche Glückwünsche lagen vor. Neben gemeinsamem Gesang und Musikstücken sorgten Einzelvorträge verschiedener Ar für die Unterhaltung der Festgäste. Auch das Schau fechten, das am Sonntag vormittag in der Turnholl ftattfand, hatte zahlreichen Besuch aufzuweisen. Die vor geführten Uebungen, bei denen Säbel- und Florettfechteii, Stockschlagen, Lanzenschwingen usw. voraeführt wurden, fanden außerordentlichen Bei all. Das Schulfechten zmgt von dem Eifer der Fechter und der gründlichen Lehrweise, nach der geübt wird, während das Kontrefechten durchweg schöne Gänge bot, bei denen die hiesigen Fechter an Kraft und Gewandtheit nicht hinter dem ebenfalls milfechtenden Kreisfechtwart zurückstanden. Eine Abendunterhaltung mi Ball schloß das Jubiläumsfest ab, das dazu beigetragen hat dem Fechten in unserer Stadt neue Anhänger zu weiden.

**P ferd em ar kt. Wenn auch der Herbst-P,erd.markt in diesem Jahre aus Anlaß der Maul- und Klauenseuche ausfällt, so findet die Pferdemarkt-Lotterie doch gewohnter Weise schon am 21. d. M. statt. Die Kom- jion wird mit oem Ankauf der Pferde in diesen Tagen beginnen und hieran anschließend den Ankauf der nicht lebenden Gewinne in der Stadt vornehmen. Der erste Ge­winn besteht aus einem cl ganten Mylord (von A. K lbinger) mit Pferd und ftlberplatyertem Geschirr (von Ch Sp^es). Der zweite Gewinn besteht aus einem Lauterbacher Wagen (von Hch. Mühlich) mit Pferd und kompl. K immetgeschirr (von Müller & Diebel). Es folgen dann sieben wertvolle Pferde und Fohlen, land- uno hauswirtschaftliche Ma- schinen und Geräte, Näl-maschinen, Fahrräder und für j ber­mann praktische Ge b c auchs gegen stau öe Die Gewmnchancen sind wie bisher günstig uno man bofft, daß tne Lose guten Absatz finden. Lose sind noch in oen bekannten.Verkaufs­stellen zu haben.

Preisgekrönt. Ans der Internationalen ?lnS. ilellnng von Hunden aller Raffen am 10. September 1911 zu Wiesbaden errang die schivarzrole TeckelrüoeHänsel' des Herrn Otto Rnyn von Lollar einen 1. und einen 2. Preis und die BoxerynndinLedy" des Herrn Heinrich Moos VII., Lollar, einen 2. Preis.

** 0 e ff e n 111 cf) e Lefehall Im Angn st wurden 15 2 6 Bände a n § g e 1 i e b e n. Davon fonunen aiti: Erzäblende L'iteratiir n98, Zeilschri'ien 182, Zuaendichrifien 200, Beredichlungeu und Ttamen 9, Länder- und Völkerkunde 25, Kuliurgelchichie 9, Gescbickie und Biogravlnen 59, linnuaeichitlne 8, dlaiuiivisienlchaü und Tecbnoloaie 74, v>eer- und Seewesen 18, Haus- und Land- wirtschaft 8, Gelundbeitslebre 4, Religion nnd Pyilolovlüe 14, Siaaisivissenschan 6, Sprach,visienschait -s, Zrenidsprawliches 9Bände. Rach ausivärks fainen 42 Bände.

** Zur Rendeler Mordaffäre. Zu der gestern gemeldeten V e r h a f t u n g des Weißbinders Hwnrich M aler aus Niederdorfelden sei mitgeteilt, daß die F-estnahme erfolgte, weil Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, daß Müller von der Mordab,icht des Gnnderloch gewußt und nichts getan hat, um sie zu verhindern. Auch besteht der Verdacht, daß M. dem Gunderloch das bei dem Verbrechen benutzte Gewehr und die Patronen verschafft hat. Weiter soll M. mit Gunderloch und decken Geliebte in Langenselbold in eine Betrugssache verwickelt sein.

Landkreis Gießen.

/^ Großen-Linden, 10. Sept. Unser Turn­verein feierte heute nachmittag auf dem Festplatz an der Turnhalle sein Ab turn en unter sehr starker B'teiligung der Einwohnerschaft. Die Uebungen der Turner zeigten, daß in dem Verein tüchtig gearbeitet wird, auch hat der Verein dies durch die zahlreichen Preise dargetan, die die Turner bei den letzten Wetturnen des Gaues Hessen erhielten. Zahl­reiche Zuschauer fanden sich auch ein, als der Vorstand des Turnvereins die Kinder zum Spielen antreten ließ.

Kreis Büdingen.

H. Büdingen, 11. Sept. Am Sonntag fand in Rinderbügen der Bezirkstag des Bezirks­kriegerverbandes Büdingen statt. An die Be­zirksvereine wurden 176 Mk. Vergütung von der Provi- wntiaversicherung ausbezahlt. Der Vorsitzende berichtete über den Vertretertag in Friedberg. Der nächste Bezirks­tag wird in Mittelgründau abgehalten. Nach Schluß >er Tagung richtete der Vorsitzende Pr.^Dr. Krämer,- ringen, folgende Worte an die Versammlung: Bevor wir in gewohnter Weife unsere Versammlung mit dem Hoch auf Kaiser und Landesherrn schließen, möchte ich mit einigen Worten auf den Ernst der Zeit Hinweisen. Die Kame­raden wissen, daß andere Mächte uns unsere Weltstellung mißgönnen und Neigung -eigen, ohne Rücksicht auf vor­handene Verträge das Deutsche Reich auf die Seite zu chieben. Ich weiß alle Kameraden mit mir einig in dem Wunsche, daß unser Deutsches Reich, wenn es genötigt einen Platz mit der Macht seiner Waffen sich zu verschaffen, rann ebenso opferwillige Hilfe bei seinen Söhnen findet wie vor vier Jahrzehnten; aber das französische Volk mag rann der Worte jenes Liedes eingedenk sein:Franzosen, Franzosen, den Tag habt in Acht, Wo die Deutschen heran­ziehen zur Schlacht, Sie ziehen heran, ein gewaltiges Heer, Den Haß in der Brust, in der Hand das Gewehr." Ich chließe die Versammlung mit den Worten:Seine Majestät >er deutsche Kaiser, unser oberster Kriegsherr, und Seine König!. Hoheit der Großherzog sie leben hoch!"

o. Ortenberg, 1. Sept. Am Samstag nachmittag -og ein heftiges Gewitter über die hiesige Gegend, >em ein starker Sturm vorausgina. Ein anhaltender Regen brachte die schon lang ersehnte Kühlung und Erfrischung. Größeren Schaden richtete das Unwetter in Gelnhaar an, wo der Blitz in eine Scheuer schlug und sie vollständig einäscherte. Auch in Hitzkirchen zündete ein Blitzstrahl in einem Wohnhaus; das Feuer griff auf eine Scheuer über, konnte aber bald gelöscht werden. Sehr gut aus­gefallen ist die Zwet scheu ernte. Waggonweise Wer­ren die Zwetschen verschickt, der Zentner zu 4 Mk. Auch Aepfel und Birnen gibt es mehr, wie man erwartet hatte. Die Aepfelweinkeltereien sind bereits in Betrieb gesetzt.

O. Nidda, 10. Sept. Zahlreiche Mitglieder ver- chiedener Fußballklubs hatten sich am Sonntag zwecks Gründung eines Fußballverbandes in Nidda zu- ammengefunben. Als Mitglieder traten dem Verband )ei: der Fußballklub Ortenberg, F.-C. Nidda, F.-C.- ringen, F.-C. Scholten und F.-C. Lauterbach. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Fc. Lenz jr., Ortenberg, zum 2. Vorsitzenden Lerr L. Link aus Büdingen gewählt. In der nächsten Versammlung, die voraussichtlich diese Woche am Donnerstag in Stockheim stattfinden wird, soll alles weitere beraten werden.

Kreis Alsfeld.

? Alsfeld, 11. Sept. Die von der Stadt Alsfeld unter Leitung der Kultur-Inspektion Gießen ausgeführten Arbeiten zur Verbesserung der Niederdruck­

leitung an der Quellfassung in Liederbach ind nunmehr im wesentlichen beendigt. Es handelte sich Darum für die alte städtische Wasserleitung eine befserv .leberlaufleitung herzustellen und ferner die Quellfassung jot dem Eindringen von Flutwasser zu schützen Durch jie neuangelegte Ueberlaufleitung und eine entsprechende Betonierung, an der Quellfasfung werden diese Uebelstände beseitigt sein, so daß nunmehr eine einwandfreie Wasser* jerforgung sichergestellt ist. Die Bautätigkeit ist in diesem Jahre hier sehr rege. Außer dem imposanten Bolksschulneubau sind im laufenden Jahre bis jetzt acht Neubauten von Wohnhäusern ausgeftihrt worden bezw. in Jer Ausführung begriffen. Erfreulicherweise handelt es sich dabei hauptsächlich um die Herstellung von Ein­familienhäusern. Bauunternehmer Knieriem hat fünf davon in dem sogen. Walkmühlenweg errichtet, der infolge­dessen an der einen Straßenseite -fast aus gebaut ist. Die! Ausübung der Baukontrolle für die Stadt Alsfeld ist dem städtischen Baubeamten vom Kreisamt übertragen worden. Das Rathaus, dessen Wiederherstellung nun bereits fast I1/2 Jahr dauert, hat außen sein neues Gewand durch inen entsprechenden Verputz, an dem sich die alten Holz>- bal?en sehr vortN.haft abheben, erhalten. Der al.berühmte Fachwertbau bietet nun wieder einen prächtigen Aublickl Die Jnnenarbeiten sind noch im Gange, gegenwärtig wird die Zentralheizung montiert.

Kreis Schotten.

Lardenbcch I l. Sept. Die Wasserleitungs­arbeiten hier und in Klein.Elchen sind nun beendigt big auf die Verbindung der Leitungsröhren mit der Quellen- kauimer, die in den nächsten Tagen vorgenomiuen wird. Allerseits ifl inan sehr erfreut darüber, daß man guteS und oei dieser anhaltenden Dürre auch sehr reichliches Waffer (etwa 250 Kubikmeter täglich) hat. Besonders die hier an* geschloffenen Bewohner auf Station Weickartshain sind nun einer großen Sorge enthoben, da es dort die Zeit sehr an Waffer mangelte. Trotzdem auf der Station selbst schon seit >cht Wochen die traurigsten Zm'lände herrschen (fleht doch der doitige Bahnhofsbrunnen schon diese ganze Zeit trocken), hat "ch bis jetzt die Bahnbehörde immer noch nicht entschließen können, für ihre Station Anschluß an unsere Wasserleitung zu nehmen, die gerade an ihr vorbeigeht. TaS Waffer wird auf sehr uinltänöliche Weise von Station Stockhausen entnommen. Wäre nicht einer der Bahnreisenden einmal so gütig, bei höchster Instanz anzufragen, ob solche Zustände von ihnen gebilligt würden, und warum eS so lange dauern muß, einem Mißstände abzuhelfen?

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