Ausgabe 
12.9.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. 214

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Erster Blatt 161- Jahrgang Dienstag, 12. September 19U

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I - WM monallictt 76 Ps, viertel-

Gießener Anzeiger

Die Säfte bei den französischen Manövcrn.

Wohl kaum nur spaßeshalber hat der französische Sriegsminister auch den Vertreter des Sultans von Ma­rokko zu den Manövcrn cingclobcn. Man gibt diesem hohen marokkanischen Beamten allerlei Zuckerplätzchcn, um dann mit dem scherisischen Reiche um so leichtere Arbeit zu haben. Und der mackere El Mokri hat dann aud) eine erschütternde Denkrede gehalten!

Besancon, 11. -sept. Auf dem gestrigen Bankett hieß der Kriegsmin ist er den Großfürsten Boris willkommen, der durä) seine^Teilnahme an den Ma- növern der französischen Armee solch einen großen, wert volleit Freundschaftsbeweis gebe. Darrn versicherte er El Mokri, er werde in Frankreid) den Empfang sinden, zu dem seine Eigenschaft als Vertreter des Sultans und Freundes Frankreichs und die ausgezeichneten persönlichen Beziehungen zu den Franzosen den Minister berechtigten. Schließlich begrüßte der Kriegsminister die Mitglieder der militärischen Missionen. Boris dankte mit einem Trinkspruch auf die tapfere befreundete und verbündete französische Armee. El Mokri erwiderte, der Sultan konnte im Verkehr mit den zur Instruktion und Organi­sation der scherisischen Truppen abgeordneten Offizieren sich von den hervorragenden Eigenschaften der französi­schen Armee überzeugen. Die ausdauernde, hin­ge bende Tätigkeit der französischen Offi­ziere im scherisischen Reiche zeitigte bereit-- schätzenswerte Ergebnisse. (!) El Motri trank auf Die immer wachsende Freundschaft zwischen Frankreich und '.Uterotlo und den benachbarten befreundeten Ländern. Dem Dank der fremdländischen Offiziere gab der belgische Generalleutnant Heimburger als Doyen Ausdruck.

Eine neue Prahlerei Telcaffes.

Toulon, 11. Sept. Marineminister Tel- caff6 hielt gestern auf einem Bankett eine Rede, in der er ausführte, er habe mit Interesse den ersten Teil der Manöver verfolgt und dürfe danad) feststellen, daß das Rüstzeug zum Kampfe auf der Höhe der Aufgaben stehe, die man von ihm verlängert könne. Gleichzeitig dürfe er von neuem die wirklich hervorragenden Eigen- ich asten der Offiziere feststellen und die geschickte Ausbildung und Vorbereitung der Mannschaft eit. Der Minister fügte hinzu, besonders angenehm sei er von der Einmütigkeit berührt, mit welcher die französische Presse den Wert des französischen Seerüstzeuges anerkannt habe. DelcassS schloß mit den Worten: Ich bin unbeschreiblich glücklich, daß sid) die Meinung des Landes in dieser Be­ziehung ohne den geringsten Unterschied in vollständiger Uebereinftimmung mit denjenigen besuiiden hat, bie zur Zeit die Regierungsgewalt ausüben. Id) stelle noch- mals fest, daß das Kriegsmaterial für alle Eventualitäten bereit ist. Sodann trank Telcassä auf das Wohl der sranzösifd)en Armee und Marine.

Kidetlen beim Kaiser.

Berlin, 11. Sept, lieber den Besuch des Staats­sekretärs v. Kiderlen-Wächter sck;reibt dieNordd. Allg. Ztg". Der Kaiser berief am Sonntag vormittag Herrn von Kiderlen nad) Potsdam, um sich vor seiner Abreise ins Manöver über die Einzelheiten der marokkani- nischen Verhandlungen Vortrag halten zu lassen. Der ötaatSfefrchir nahm darauf an der Früh­stückstafel teil.

Abhebungen von der Königsberger Sparkasse.

Königsberg (Preußen), 11. Sept. Die Abhebungen von der städtischen Sparkasse erreichten am Sonnabend die Höhe von 270000 Mk. Ein Nachlassen in der Zu­rückziehung der Spareinlagen ist aud) heute noch nicht zu verzeichnen. Die Gesamtsumme wird l)eutc abend eine halbe Million crrcidjen.

Wieder ein angeblicher deutscher Spion verhaftet.

TasEcho de Paris" meldet aus Toulon: Ein Deutscher, der in der Umgebung der Festungswerke Landschaftsbilder malte, wurde verhaftet Man sand bei ihm nichts verdächtiges, doch wird seine Aus­weisung verlangt werden.

TaS SnSgebiet.

Paris, 11. Sept. Aus Mogador wird gemeldet: Das hier eingetroffene spanisd)e SegelschiffAguila" wird, bevor es nach Ifni abgel)t, die Weisungen des spa­nischen Konsuls empfangen und Eingeborene des Sus-Ge- bictd an Bord nehmen. Einer der Brüder Man­nesmann ist mit neun anderen Deutschen in Mvgadvr angekommen und wird sid) von dort über Agadir nach Tarudant begeben. w .

Die Verbindung mit Sefru abgeschnitten.

Paris, 11. Sept. Die Agenee Havas meldet aus Fez vom 8. Sept.: Die Verbindungen mit Sefru sind durch Räuber abgesd)nitten. Ein Soldat der Be­satzung wurde getötet und mehrere Reisende verletzt. Zur Sicherung der Straße wird eine Truppenabteilung ab gesandt.______________________________________________________

Die Wirren in Persien.

Wer geglaubt hatte, nach der Besiegung Arschad cd Taulehs fei die Ruhe in Persien wieder hergestellt, siebt sich heute gründlich enttäuscht. Tie Regierungsgelvalr ist, wie es heute heißt, auf die Hauptstadt Teheran beschränkt. Im übrigen scheint im ganzen Reiche ein tolles Durch einander zu herrschen, und nach dem folgenden Bericht der Köln. Ztg." herrscht das Faustrecht:

London. 11. Sept. DieMorningposr" meldet unterm 10. September aus Teheran: Ter Go uv er neur von Shiraz telegraphierte an den Ministcrpräs: benten:Id) und 5000 Mann sind hier cingc-

s ch l o s s e n; die Stadt istvonAraberhordenumrin- £clt. 3d) bin zu schwach, um der Lage Herr zu werden." Der Korrespondent derMorningpost" fügt hinzu, daß ein großes Blutbad unter den Einwohnern wahrscheinlich sei. Tie gegenwärtige Lage sei verzweifelt, man befurchtet das Schlimmste.

DieKöln. Ztg." meldet aus Teheran: Die Lage wird immer verwickelter. Yon allen Seiten werden Kämpfe und Unruhen gemeldet, so aus Schiras, Ha- madan, Täbris und Ardebil. Freund wie Feind plündern die Landbevölkerung, die ihre Felder nicht mehr bebaut, weshalb für das kommende Jahr eine Hungersnot befürchtet wird. Tie RegierungS- gemalt beschränkt sich fast ausschließlid) auf Teheran Hier lst nod) nicht entschieden, wer gegen den siegreichen Solar ob Dauleh ziehen soll. Ter ehemalige Sdiah soll in Masen- deran den Regierungstruppen eine schwere Niederlage bei- gebracht haben.

Täbris, 11. Sept. Auf Anordnung des Endjumens wurde der im Gefängnis befindliche greife Rakhin Khan, der bei der letzten Belagerung von Täbris eine wichtige Rolle spielte, erwürgt. Einer vorn Endjumen zu Sd)udscha cd Dauleh ansgefandten Abordnung gelang es, unter den bei diesem versammelten Führern der Karad- schadaghcr und Schahsewennen Zwistigkeiten zu säen. Die öurd) eine Abordnung überbrachte Nachricht von der Nieder­lage Arschad ed DaulehS wirkt sehr nieder drückend auf sämt­liche Anhänger Mohamed Alis. Da die Wege der Umgebung von Täbris von Reitern Schudscha ed Taulehs besetzt sind, sind die Lebensrnittel stark verteuert. Man befürchtet eine Hungersnot. Der Enchumen setzte a u f d e n K o p f Schud- scha ed DaulehS einen Preis von 10UOO Tomanen. gO Mann sind ausgewogen, um den Preis zu erringen.

Apolitische Tagesschau.

Zur beabsichtigten Reform der Fa^rkarlensteuer wird uns gefd)ricbcn: Tie Vorberatungen für die Reform der Fahrlartensteuer zwischen Preußen und den größeren Bundesstaaten werden im Herbst zum Abschlüsse gchradjt werden, so daß dem neuen Reichstage der neue Entwurf zu Beginn des nächsten Jahres zugehen kann. Tie bisheri- gen Verhandlungen haben im allgemeinen zur Genehmi­gung des preußischen Vorentwurfes geführt. Nad) diesen Vorschlägen wird der geltende Steuertaris abgeändert, ohne eine Erhöhung zu bringen, er soll im Gegen­teil Härten ausgleichen und vor allem die unbil­lige Belastung der beiden oberen Wagen- klassen mindern. Eine Besteuerung der vier­te n K l a s s e ist nad) wie vor n i d) t beabsichtigt. Mög­lich ist auch, daß die unterste Steuergrenze, jetzt 60 Pfg, auf eine Mark heraufgesetzt wird, um dem Stadt- und Vorort­verkehr entgegenzukommen, zumal in Berlin die geplante Elektrisierung der Stadtbahn eine Erhöhung der Tarife be­dingen wird. Durd; die Reform sollen die Einnahmen des Staates nicht gekürzt werden, da man hofft, durch sie die Benutzung der oberen Klassen zu heben.

Zur Frage der Verabschiedung der Strafprozeßreform schreibt man uns:

Tie Regierung hat mit großer Bestimmtheit erklären lassen, daß sie die Verabschiedung der Strafprozeßreform wünsche. Ob dies tatsächlich gelingen wird, ist recht frag- dich. Die Beratungen an der Srrafprozeßrefvrm im Fe­bruar haben gezeigt, daß sich die Materie nur langsam meistern läßt, über die großen und schwierigen Grund­probleme ist der Reichstag nid)t hinausgekommen und man iiattc die Beratungen kurz abgebrochen. Nach den Be- chlüsfen der Fraktionen im Mai soll zunächst im Oktober as Privatbeamtengesetz beraten werden, nach dem Wunsche der Regierung sollen alsdann das SchiffahrtS- abgabengefetz und der deutsch-japanischeHan- delsvertrag folgen. Der Oktober wird über diese Be­ratungen dahingehen.

So bleibt für den übrigen Stofs nod) ein Zeitraum von vier Wochen. Kurz vor den Neuwahlen lassen sich schwere jnristisd)e Fragen aber nicht über das Kuie brechen. Dazu kommt, daß in spätestens drei Jahren eine Reform des Strafgesetzbuchs den Reichstag beschäftigen wird und diese Reform auf die Strafprozeßordnung zurück wirken muß, so daß eine abermalige Srrafprozeßreform notwendig werden muß. Am praktischsten roäre es, erst das Strafgesetzbuch zu reformieren und im Anschluß hieran die Strafprozeßordnung. Turch allzuhäufige Reformen wird Unsicherheit in unsere Rechtssprechung getragen. Tie meisten Juristen wünschen ein Scheitern der Strafprozeß- reform im jetzigen Augenblicke, und der Reichstag dürste aus Mangel an Zeit zu diesem Ziele gelangen. Viel rich­tiger wäre eS, die kleine S trasgef etzNovelle, die Härten unseres Strafrechtes beteiligen will, noch zu verabschieden. Diese Novelle bringt feine einschneidenden Aendemngen und ihre Verabschiedung läßt sich in wenigen Tagen bewerkstelligen, da nur noch die dritte Lesung aus- steht.

Ausland.

In Penago s (Spanien) kam es wegen des herrschen­den Trinkwasfermangels zu heftigen Un* ruhen, in deren Verlaus die Bevölkerung die Bürger­meisterei mit Steinen bewarf. Als die Gen­darmerie gegen die Aufrührer oorging, wurde sie mit Schüssen empfangen Sechs Personen, darunter ein Brigadier der Gendarmerie, wurden hierbei getötet und 20 verwundet; 30 Personen wurden verhaftet.

Aus Peking wird gemeldet: Tie telegraphische Ver­bindung mit E h e n g f u in seit Freitag unterbrochen' Nach­richten zufolge, die Eingeborene überbrachten, griff das

Volk wegen der Berbaftung der Rädelsführer den Pa­last des Bizekönigs an, es wurde aber zurück- geworfen, ivvbei 20 Personen getötet wurden, xer Taotai von Ehnnstking berichtet, die Fremden luhtcn. Ehengfu am Donnerstag und Freitag verlassen Er sichere ihnen ungefährdeten Aufenthalt in Ehengfu zu, wo die Bevölkerung es ablehne, an den Unruhen teilzunehmen. Tie Regierung beschloß, die Detvegung burd) Zusammen­ziehung' von Truppen an der Grenze von Szetsdutan zu unterdrücken.

Die HaifcrmanöDcr.

Woldegk, 11. Sept. Tcr Kaiser, der bald nach 5 Uhr Boitzenburg im Automobil verließ, traf gegen 10 Uhr bei Hein­richswalde südlich von Friedland cm, wo er zu Pferde uieg. Generalsiabschcf v. Moltke begleitete den Kaiser. Tie Be­wegungen beider Parteien heute vormittag entsprachen den be­reits gemeldeten Absichten. Bei Friedland kam es zu Gefechten. Die 41. Division ging zurück. Das blaue Luftschiff ar beitet seit dem frühen Morgen Ter Flieaer Mackentbun >var aufgestiegen und konnte eine Reihe von Meldungen erstatten. TaS 29etter ift schön.

Rot besteht m>s mehreren Armeen, beren östlichste die drille Armee ist, die auS dem ncunlen und zweiten Armeekorps, welche bei Demmin, beziehungsweise Anklam standen, und auS der 18. Kavalleriebrigadc bei Waren zusaminen^eievt ist. Blau hat ebenfalls mehrere Armeen, deren östlichste die erste heißt. Diese besteht auS dem 20. und dem GardckorpS und stand südlich von Prenzlau. Icdock) hakte sich die 41. Insanteriedivmon am Landgraben, iiSroha) von Fries,ano, eingegraben. Tie Garde­kavalleriedivision stand bei StraSburg. Rot beabsichtigt heute, in südlicher Richtung rocitcrjuniarfducrcii und den gegenüber- stehenden Feind, zu schlagen, ehe er verstärkt wird.

Auf das gestern abend eingegangenc Telegramm der^Heeres- leitung, daß bic blauen Truppen auS Süddeulschlanb und Schlesien mit der Eisenbahn befördert würden, wurde besohlen, daß das neunte Korps auf Stargard und das zweite Korps auf Golin nlarschiere. Starke Vorhuten sollten den Uebergang über den Landgraben eröffnen. Besonders sollte die 17. Division die lieber- (länge bei Neudemmin und Brunn erzwingen, die 18. Division füllte folgen. Die 3. Tivifion sollte über den Havelpaß bis Friedland marschieren. Beim ?lrmeeoberkommando blau war gestern abenb der Befehl eingegangen, die erste Armee sollte den gelandeten Gegner angreiien. Tce 41. Tivision erhielt dem­gemäß Befehl, unter Vermeidung entscheidender Kämpfe mog lichst starke rote Kräfte auf sich zu ziehen unb westlich am die Linie Fürstenwerder-Woldegk zurückzugehen. Tie Gardekavallerie- division sollte auf Friedlaiid vorgehen und mit der 41. Division den feindlichen Bormarsch aufhalten. Ter Rest des 20. Korps sollte die See-Enge bei HildebrandShagen offenhalten. DaS Garde korps sollte ebeiiialls üoer Prennau norbnd) Vorgehen.

Woldegk, 11. Sept. Ter Flieger Leutnant Macken thun stellte den westlichen Flügel der Armee deS Prinzen Fried rid) Leopold sehr gut fest, ebenso die zwei östlichen. Auch aus der roten Seite leisteten die Flieger gute Tienstc. Die Garde- k a v a l l e r i e d i v i s i o n hat auf dem rechten Flügel der blauen Armee, hauptsächlich von dem Ärtillerieieuer unterstüpt, ein­gegriffen. Tem voll entwickelten Angriff des 9. und 2. KorpS mußte blau weichen und steht nun mit der 41. Division west­lich Woldegk tn der Gegend von Teschendorf ünb Bredenfelde. Tie 3. Gardedivision hält sich in der Gegend von Fürstenwalde, das Gardekorps bei Prenzlau und die Gardekavalleriedivlfion Strasburg auf. Rot ist gefolgt, das zweite Korps steht südlich von Friedland, das U. |üblich von Neubrandenburg und die 18. Kavateriebrigade südlicv von dem Tolleniesiee.

Aoitzenburg,ll. Sept. Ter Kaiser kehrte um 4.35 Uhr aus dem Manövergelände zurück.

Züdveutscher 5chloffcrtag.

R.B. Darmstadt, 10. Sept.

Der 5. süddeutsche Schlossertag findet vom 9. bis 12. September hier statt und hat Vertreter von Schlosser-Innungen usw. hier zusammengesührt. Tie Haupwersammlung nahm heule nachmittag ihren Anfang. Ter Vorsitzende, N i ck o l a u s - Mann­heim, begrüßte namentlich bi: behördlichen Vertreter: Lberregie- rungsrat Gräf vom Ministerium des Innern, Beigeordneten Eckhardt als Vertreter der Stadt, Proi. M e i s e l als Ver­treter der Gewerbestelle, Syndtkus^E n g e l b a ch als Vertreter der Handwerkskammer u. a m. CT)crregicrung*rot Gräf ver­sicherte, daß die Regierung den Wünschen und Bestrebungen des Handwerks das lebhafteste Interesse entnegcnbnnge, das Hand­werk müsse aber auch immer mehr durch Selbsthrlfe feine ^age zu verbessern suchen. Nach den weiteren Ansprachen der behörd­lichen Vertreter trug der Verbandsschriftführer, Bieber-Mann­heim, den Bericht über das verflossene Jahr vor. Ter Verband habe bei den verschiedenen Lohnoewegungeti abseits gestanden. Es müsse besonders für et ne Verbesserung der Verhältnisse bei Vergebung der Reg.earbeiten feroohl ucr rin Staat svcrwal tun gen, wie bei den städtischen Körperschafteu kräftig gewirkt werden. Ter Redner schloß, leinen Jahresbericht mit dem Bemerken, daß sich der deutsche Schlosserverband nicht von politischen Parteien abhängig gemacht und sich auch dem Hansabund gegenüber Zurück­haltung auferlegt habe. Nach diesem Bericht sprach Handwerks- lammersekretär Hau ß er-Mannheim über das Submuslonswesen der Gegenwart. Er betonte die Wichtigkeit der Heranziehung von Sachverständigen bei Ausarbeitung der Voranschläge usw. in Staat und Gemeinden und trat für eine rnchsgesetzliche Regelung dcL Submissionswesens ein. Tie Versammlung nahm folgende Leit­sätze des Redners an:

Ter 5. süddeutsch- Schlosfermeäter-Verbandstag hält eine zeitgemäße Regelung des privaten Submifsionsweiens für eine Lebensfrage des Schlofsergc.verbes und beauftragt die Verbands- leitung, mit den Architekten- und Baumeister-Organisationen be­hufs Abfaffung von Normaloerträgen und Festlegung von Richt- liniat für die Preisbemenung Verhandlungen emanierten und die Ergebnisse dem nächsten Verbandstag »u unterbreiten."

Die »werte Entschließung lautet:Ter 5. süddeutsche Schlosser­in eister-Verbands tag erblickt in dem mchx oder weniger starren Festhalten an dem Prinzip des Niederstpreises bei den Arbens- vergebungeti m Staat und Gemeinde eine ernste Schädigung der Lebensinteressen des Handwerks. Er befürwortet daher cne Mit­wirkung von Sachvcntändigen aus demselben bei der Aufstell urig der Voranschläge und ersucht seine InteressenveNretungen, die Fachverbänce und die Handwerkskammern, bei den iuftänoigen Behörden dahin vorstellig zu werden, daß in rie Snbm"''.on->-- ordnungen eine Bestimmung ausgenommen wiro, ned) t :r alle Angebote, die den durch die Bauämter und Die Sachoer ständigen für die ausgeschriebene Ebert ermittelten angemessenen