Ausgabe 
9.2.1911 Zweites Blatt
 
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auch Mit Be-

Be- ben eine diese

Der Ausschuh zur Vorberatung der Verfassung für Elsaß-Lothringen

geben. Die durchschnittliche Einnahme auf 1 Tonnenkilometer des Frachtguts ist von 3,70 auf 3,65 Pfg., also um 1,4 v. H. gefallen.

Für die vollspurigen deutschen Bahnen beliefen sich die Bau­aufwendungen, worunter die eigentlichen Baukosten und verschiedene sonstige Auswendungen (Zinsen während der Bauzeit, Kursverluste, erste Dotierung des Reserve- und Erneuerungs­fonds usw.) zu verstehen sind, im Jahre 1899 im ganzen air 12169,73 Millionen Mark, somit auf 1 Kin. der Eigentums- länge auf 248 844 Mark. Sie sind im Rechnungsjahre 1909 im ganzen auf 16 641,03 Millionen Mark und für 1 Km. der Eigentumslänge auf 284 735 Mark gestiegen. Beim Gesamtbeträge hat mlso eine Zunahme von 36,7 v. H. und für das Kilometer eine solche von 14,4 v. H. stattgefunden. Die Kosten des letzten Er­werbs, also das eigentliche Anlagekapital der jetzigen Eigentümer, stellen sich etwas höher als die Bauaufwendungen, nämlich im Zähre 1899 auf 12 403,04 und im Jahre 1909 auf 16 870,04 Millionen Mark oder 288 653 Mark auf 1 Kilometer.

Die gesamten Betriebseinnahmen ausschließlich des Pachtzinses sind von 1942,15 Millionen Mark im Jahre 1899 auf 2840,50 Millionen Mark im Jahre 1909, also um 46,3 v. H. gestiegen, obwohl die durchschnittliche Betriebslänge nur um 18,7 v. H. zugenommen hat. Auch die auf das Kilometer Betriebslänge sowie auf 1000 Nutzkilometer berechneten Einnahmen sind ge­stiegen, und zwar von 39 741 im Jahre 1899 auf 48 967 Mark oder 23,2 v. £>., bezw. von 4006 auf 4057 Mark oder 1,3 v. £)., während die Einnahmen auf 1000 Wagenachskilometer aller Art vdn 107 Mark auf 106 Mark oder 0,9 v. H. zurückgeganaen sind.

Unter Ausscheidung der Kosten für erhebliche Ergänzungen, Erweiterungen unb Verbesserungen sowie der Pachtzinse hat der U eberschuß der Betriebseinnahmen über die Be­triebsausgaben betragen im Jahre 1899: 777,06, im Jahre 1909: 869,36 Millionen Mark, er hat also um 11,9 v. H. zu- genommen, dagegen ist er im Verhältnis zu der Gesamteinnahme nach Ausscheidung des Pachtzinses von 40,01 auf 30,61 v. H. gesunken.

Die Anzahl der Beamten und Arbeiter einschließ­lich der Handwerker, Lehrlinge und Frauen betrug im Jahre 1909: 691087 Personen, mithin kam auf je 92 Einwohner ein Eisenbahnbediensteter. Gegen das Jahr 1898 hat eine Ver­mehrung der Beamten und Arbeiter um 169 327 Personen oder 32,5 v. H. stattgefunden, während in gleicher Zeit die Eigen­tumslänge der Eisenbahnen nur um 19,2 v. H. zugenommen hat.

Die» Besoldungen und sonstigen persönlichen Ausgaben für Beamte und Arbeiter betrugen im Jahre 1909 unter Hinzu­rechnung von 115,42 Milli men Marr für Wohlfahrtszwecke im ganzen 1215,62 gegen 701,66 Millionen Mark im Jahre 1899; fie haben mithin um 73,2 uH. zugenommen. Die Gesamtsumme der persönlichen Ausgaben ist hiernach beträchtlich mehr gewachsen als die Gesamtzahl der Beamten und Arbeiter, so daß die durch­schnittliche Aufwendung für jede besckstlftigte Person vm 1345 Mk. auf 1759 Mark = 30,8 v. H. gestiegen ist. Hierbei ist zu be­merken, daß in dem Betrage von 115,42 Millionen Mark für Wohlfahrtszwecke etwa 50 Millionen Mark für Pensionen, Witwen- und Waisengelder der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen ent- l-alten sind, die in den vorhergehenden Jahren bei dem Etat des Finanzministeriums verrechnet nxtren.

Der Reichsversicheruugsausfchuß.

ber heute seine hu n de rt st e Sitzung hatte, führte die 2?S,fA,^Cd,r Qn W5 * * rf?rt ium S 1564b über Vorbescheid Zu dieser sehr umstrittenen Frage liegt Reche neuer Anträge bor^ her Ausschuß vertagte b-he?

früh auf Donnerstag. Bei den 1530

lo64 über die Elnlerttmg des Verfahrens, die Uns all- Untersuchung und die Entscheidung der Versicherungsträger wurde eine Reche von Kompromißanträgen angenommen.

io n e n f i t o mcter n sind im Jabre 1909 im öffnaen 33662,81 gegen 18 660,45 Millionen im Jahre 1899 also iimirfgclegi worden; auf 1 Km. der durchschnitt^. hichen Betriebslange betragt die Zunahme 52,8 v. H. Der Anteil der Wageiitlasien an den Personentilornetern stellt sich 1909 auf 0,93 v. H. tu der 1. Klasse,

10,16 o. H. in der 2. Klasse>

38,63 v. H. in der 3. Klasse,

45,90 v. H. in der 4. Klasse,

i bei der Militärbeförderung

gegen^1,61, 13,68, 48,84, 31,43 und 4,44 v. H. im Jahre 1899 Dte durchschntttltche Einnahme für ein PersonQtkilometer hockte rm J-chre 1899 2/75 ifg betragen und ist auf 2,36 Pfg.

rav1 tnt 2sthre 1909 zurückgegangen.

Perionenoerkehr, hat auch der Güterverkehr bin- S Umfangs rmd der Erträgnisse in der Zeit von 1899 E ln-99 eme erhebliche (Steigerung erfahren.

Wahrend die Einnahme im Jahre 1899 1258,19 Mil- Ixoneii Mark betragen hat, ist sie im Jahre 1909 auf 1825 *9 ? arkgew ackchen, mit hin hat eine Zunahme von 45,1 25 808 i Kilometer bractze eine Einnahme von

22 6b ^^efn.8"' bQflC9Cn 31631 Mart im Jahre 1909, bat Hrf? 1060 Achskilometer der Güterwagen

yat üch von 98 Mark mt Jahre 1899 auf 107 Mark aeboMn m?t *64 ST^lTmal7inc die Entnahme aus dem Güterverkehr

Die An^L' vH'> Jahre 1899 beteiligt,

ruruckgelegten Tonnenkilometer der gegen 3? ^^^A Zqveforderten Güter mit Ausschluß des Postgutes EiL 1909 also um ^orc?^99 48 576'18 MilliE im

Bundesrat ebenfalls gefordert und im übrigen die Beibehaltung des Kaisers als Trägers ber Staatsgewalt für erforberlich erachtet wurde. Auch von fortschrittlicher Seile wurde betont, daß eine Vertretung im Bundesrat auch mit der Konstruktion' wie die Vorlage sie bezüglich der Staatsgewalt vorsieht, vereinbar sei und daß darin das Wesen des Bundesstaats erblickt werde. Vom Zentrum wurde darauf hingewiesen, daß der Anttag die Richtung ber Entwicklung zur vollen Llutotwmie bezeichne. Der Wortführer ber Konservativen erklärte, baß an sich die Schaffung eines weiteren Bundesstaates für seine Parteifreunde fein Hindernis sein würde, aber sie hielten den Entwurf, angesichts der neueren Vorgänge in Elsaß-Lothringen, nicht für geeignet, das Ziel, Zu­friedenheit herbeizuführen, zu erreichen, andererseits, gebe er wichtige Waffen aus der Hand.

Staatssekretär Delbrück gab am Schlüsse der Aussprache die Erklärung ab, daß die Schaffung eines selbständigen B u n d e s st a a t s für die verbündeten Regierungen unannehm bar sei. Die Hauptaussprache wurde darauf geschlossen.

*

Der Ausschuß für daß Kurpfuscherqesetz

setzte heute die Beratung des grundlegenden § 1, ber die An» Meldepflicht der nichtavprobierten Krankheitsbehandler ausspricht, fort. Nach sehr eingehender Behandlung wurde aber schließlich die Stellungnahme zu dem Paragraphen ausgesetzt, bis nach Erledigung des § 5, der die Voraussetzungen anführt, unter denen ber Gewerbebetrieb zu untersagen ist oder untersagt werden kann. Zu $ 1 lag eine ganze Reihe von Anträgen in den ner^ schiedenften Richtungen vor. Der weitgehendste ist bon Dr. Faß­bender (Zentr.) gestellt, der die Kurierfreiheit vollständig am bebt und eine I n t ell ig en z p r üf u n g mit Tertianerbildung vorschreiben will.

Der Vertreter der Regierung, Ministerialdirektor Dr. von Joncgueres, bezeichnete diese Anregung eines Befähigungs­nachweises mit Tertianerbildung, die einen Aerzteftano ö.,w eiter Klasse schaffe, als ja gewiß sehr dankenswert, aber für die verbündeten Regierungen unannehmbar, weil sie eben die Kurierfreiheit beseitige, während die Regierung auf dem Prinzip 'ber Kurierfreiheit stehen bleiben müsse.

Erörtert wurde unter anderem auch die Frage der Tier­kurpfuscherei. Auch 'auf die Ausdehnung der Hebamme w kurpfuscherei, namentlich (in östlichen Provinzen, wurde hin' gewiesen und weiteres Material hierüber verlangt.

Die Beratung geht Donnerstag weiter.

trat heute untm dem Vorsitz des Abg. Prinzen zu 4* an?r°-lath (natl.) zusammen. Stellvertreter des Vonttzender ist Abg. Dr. Hoeffel lRv ) Qum rbe '»g. Dr. 8 0 n b et f tüz (ÄpZ

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O WWi»« durch das eV<-ß.l°thtmglschi SJottaugräbt

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Bundesrat durch drei Stiinmen vertreten st.ü oll Dieser moom vn .zayre löuy aus 841 794 Tonnenkilometer" ^tretet des Zentrums begründet und

E, Wbm um 465188 Äg

$te beförderte Nutzlast, die sich aus dem Gewicht ber Petsonen nebst Handgepäck (zu 75 Kg. gerechnet), des Gepäcks 5er Dmide, des Viehs und der Güter aller Art zusammensetzt, istl von 36 421,15 un Jahre 1899 auf 55 254,91 Millionen Tonnen- tolimeter, al, o um 51,7 v. H., die tote Last (das Eigen- genncht der Wagen Lokomotiven, Tender, Triebwagen) im gleichen 3erträume von 98 535,16 auf 169 580,26 Millionen Tonnen- hlometer, cito um f2,1 vH. gestiegen. Die ungewöhnliche grotze Zunahme bei der Besörderung von Eisenbähnfahrzeugsn auf eigenen Rädern ist hauptsächlich daraus zurückzuführen, daß bei den preutzisch-hem scheu Staats ei senbnhnen von 1909 ab auch me Leiitungen der als Bau- und Betriebsdienstgut beförderten! Lokomottven, Perwnenwagen und Gepäckwagen erstmals mit in Anreckmung gebracht worden sind.

Ult 9 be5 L adeg ewichts der bewegten Achse ist bei den Perionenwagen von 24,48 im Jahre 1899 auf uU9 v. H gestiegen, bei den Gepäckwagen aber im gleichen J?nq ,au2 2,49 v. H. und bei den Güterwagen Von 66,22 rmf 64,79 vH. zuruckgegaugen. Die auf die einzelne rtee u^bo%nfc7te) Guterwagenachse entfallende Nutzlast ist von 2,16 aus 3,07 Tonnen gestiegen.

ersonenverkehr hat in dem Zeitraum von 1899 lanomV k W ^erent Aufschwung genommen. Im Jalsre 1909 itouibe Einnahme von 826,49 gegen 533,72 V ? naC h T i * 3 * ntr9 0 ^899,mithineinMehr

v 5 4,9 vH erzielt. Jedes Kilometer brachte eine Eüi- nahMe von 14 613 Mark gegen 11 139 Mark im Jahre 1899 mithin em Mehr von 3474 Mark, oder 31,2 v. H. Dagegen ist di^ Einnahme auf je 1000 Achskilometer bei Personen- und Gepöck- wagen von 106 Mart auf 91 Mark zurückgegangeu

An der Gesamt c inna hm e toac bie (^itrntilyme aug bem !Äc>^k°?v^kehr mit 29,02 v. H. gegen 27,39 v H^ rm ^ahre 1899 beteiligt.

eigentliche Personenbeförderung einschließlicl' tonh2Sn bEl'iU oesmteä Jahr 1899 rin Mehr

bon 280,04 Millionen Mark oder 54,6 v. H., die Bcförderuna $>un-ben foId>e§ ÜDn 10'35 Millionen Mckrk ober 60,5 v. H., auszuwenen, wahrend die Nebenerträge einer Zuwachs von 2,38 Millionen Maick oder 67,6 v. mziette7' Der Anteil, der Wagenllafien an der Gesamteinnahme oua her Personenbesorderung stellt sich im Jahre 1909 auf

2,94 v. H. in der 1. Klasse,

17,50 v. H. in der 2. Klasse, 41,58 v. H. in der 3. Klasse, 36,10 v. H. in der 4. Klasse, . r . 1*^8 vH bei der MilitärbeförderUng

22,42, 2,15 v. H. im Jahre 1899.

_ , Aus leben Einwohner Deutschlands pnlfiefMi 2uhre 1909 durchschnittlich 2 3 Eise'nbahnfahrten gegen rfe l89^: die durchschnittlick zurückgelegte^$fego strecke ist im gleichen Zeiträume von 2 2,96 auf 2 2,90 Km gefallen. 1 '

Statiftit der Eisenbahnen Deutschlands sür 1909.

Die amtlicheBerliner Korresp." schreibt: Bon der im Reichs- Eisenbahn-Amt bearbeiteten Statistik der im Betriebe befindlichen Eisenbahnen Deutschlaiids, abgesehen von den sogenannten Klein­bahnen, ist der die Ergebnisse des Rechnungsjahres 1909 um­fassende Band XXX (Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler u. Sohn) erschienen. Nachstehend werden einige wesentliche Ergebniszahlen des Werkes mitgeteilt und soweit angängig den entsprechenden Angaben aus dem vor 10 Jahren erschienenen XX. Band (Rechnungsjahr 1899) gegen­übergestellt.

Die Eigen tu ms länge der deutschen vollspurigen Eisen­bahnen ist von 49 041 Kilometer am Ende 1899 auf 58 444 Km. am Ende 1909, also um 19,2 v. H., gewachsen. Von dieser Länge entfielen 1899 45173 Km. oder 92,1 v. H. auf Staats­bahnen und 3868 Km. oder 7,9 v. H. auf Privatbahnen, 1909 dagegen 54 947 Km. oder 94,0 v. H. auf Staatsbahnen und 3497 Km. oder 6,0 v. H. auf Privatbahnen. Nach der Betriebsart waren 1899 32 237 Km. oder 65,7 v. H. Hauptbahnen unb 16 804 Km. oder 34,3 v. H. Nebenbahnen, 19 0 9 dagegen 3 4 3 0 4 Km. oder 58,7 v. H. Hauptbahnen und 24 140 Kilometer oder 41,3 v. H. Nebenbahnen vorhanden. Die Haupt­bahnen haben somit nur um 6,4 v. H., die Nebenbahnen aber um .43,7 v. H. zugenommen.

Zur Bewältigung des Verkehrs standen den vollspurige^ deutschen Eisenbahnen int Rechnungsjahr 1909 26 612 Loko motiven, 55 923 Personenwagen einschließlich 250 Trieb­wagen und 557 399 Gepä ck- und Güterwagen einschließ­lich 3 Triebwagen zur Verfügung. Gegen 1899 hat bei den Lokomottveii eine Zunahme von 45,5 v. H., bei den Personen­wagen von 52,6 v. H. und bei den Gepäck- und Güterwagen von 40,0 v. H. stattgefunden. Die Beschaffungskosten der Fahrzeuge haben sich von 2283,51 auf 3830,22 Millionen Mark oder um 67,7 v H. erhöht. Davon entfallen 1373,96 Millionen Mark «ruf Lokomotiven unb Tender, 16,99 Millionen Mark auf Trieb- toagen, 783,71 Millionen Mark auf Personenwagen und 1655,56 Millwnen Mark auf Gepäck- und Güterwagen.

An Zügen entfielen auf das Betriebslilometer:

1899 .... 9 435 oder täglich 25,85 Züge 1909 .... 11 545 oder täglich 31,63 Züge Die eigenen und fremden Personen-, Gepäck-, Güter- Und Ab?* auf den vollspurigen Betriebsstrecken im Jahre 1909 26 718,99 Millionen und auf 1 Km. der durchschnittlichen Betrrebslange 460 606 Wagenachskilometer geleistet. Auf die Perstmenwagen entfielen hiervon 7304,47, auf bie Gepäck- unb Güterwagen 18 895,15 und auf die Postwagen 519,36 Millionen Achskilometer. Gegen das Jahr 1899 ist ein Wachstum zu ver- zeuhnen: bei den Wagenachskilometern im ganzen um 46,6 v H, bet den Personenwagen um 81,0 v. H., bei den Gepäck- und Güter­wagen .um 36,7 v. H. und bei den Postwagen um 38,9 v. H Dre aus das Kilometer Betriebslänge entfallende Anzahl Wagen­achskilometer hat sich um 23,5 v. H. gehoben.

, Ion den auf eigenen und fremden Betriebs strecken geleisteten Achstilometerii_ ber eigenen Wagen entfielen auf eine Personen- wagenachse 48 571, eine Gepäckwagenachse 49 503 unb eine Güter- wagenachse 15 862.

Landkreis Gietzen.

-n. Annerod, 8. Febr. Heute begann in den Erlen' wiesen am Ostausgang des Dorfes das gefechtsmäßige Schießen des Infanterie-Regiments Kaiser Wil­helm. Die Hebung, bei der scharfe Munition zur Ver­wendung kommt, dauert bis zum 18. ds. Mts. An diesen Tagen (ausgenommen der 12. und 15. Februar) wird von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 4 Uhr in der Richtung auf Albach-Burkhardsfelden geschossen und das gefährdete Gelände während dieser Zeit durch eine Postenkette abgesperrt. Die Straße AnnerodSteinbach und der Fußpfad Annerod- Oppenrod sind gefährdet und dürfen nicht betreten werden Grünberger und Licher Straße bleiben passierbar.

Kreis Alsfeld.

(?) Alsfeld, 8. Febr. Ein frecher Diebstahl wurde in der Nacht vom 7. auf 8. Februar in der Villa des hiesigen Arztes Dr. Gleim verübt. Die Täter stiegen durch das Klosattfenster in den Parterrestvck ein, erbrachen den Silberschrank und durchstöberten noch andere Geqen- tände. Merkwürdigerweise nahmen sie nur wenig von der Beute ihres Streifzuges mit. Die hiesige Polizei nahm heute morgen am Tatort sofort die Ermittelungen mit einem Polizeihunde aus. Von den Tätern fehlt aber bis jetzt noch jede Spur.

- Stornborf 8. Febr. Eine Diebesbande großem Appetit hatte sich in der Montagsnacht unser Dorf zu einem ausgiebigen Beuteplatze ausersehen. In ber- chiedenen Hausern wurde eingebrochen und größere Mengen von Lebensrnitteln gestohlen. Bei Gastwirt Lutz varcn am andern Morgen viele Maschen Sekt, alle möglichen Nahrungsmittel, mehrere Flaschen teurer Liköre und schnapse und verschiedene Flaschen Rotwein verschwunden Da aber anzunehmen war, daß die durstigen Diebe auch ein dem Quantum ihrer gestohlenen Getränke entsprechen des Quantum feste Nahrung mit sich genommen haben vurden, lohnte es sich, nach weiteren Diebstählen zu »ahnden und liehe da, bald stellte sich heraus, daß dem Landwirt Peter Roth nrcht weniger als 8 Hühner in seinem Huhnerstall fehlten. Der Verdacht lenkte sich sofort auf ig cuttcr, denen man einen derartigen vom Hunaer ne21' ?1)er Sachverständigkeit ausgeführten iachtlichen Raub zutraute. Arn andern Morgen begab sich ofort eine Streife auf die Suche nach den Diebeii.

_ Kreis Schotten.

Aroß-Eichen, 8. Febr. Wie früher in Groß- O? ^Gewerbe der Nagelschmiede in großer Blüte stand, so war es hier mit ber Hausweberei, in ber man ~etnen unb Bettzeuge herstellte. Fast kein Haus gab AH1 das Spinn- unb Spuhlrad flirrte und ^.pperte unb schlug. Noch vor dreißig Jahren 1den Wiesen vor unserem Dorfe in ber Nähe bes

^ne^L9e Leinen in so großer Menge, baß na*^t6..111 oiner besonderen Hütte dabei gewacht wurde, um lüsterne Hande davon abzuhälten. Heute sieht man ,Ö? 1 Ju^a5mc ein Stück solchen selbstgewobenen Tuches auf der Wiese bleichen. Die Spinn- und Spuhl- -,JtC)en tn der Rumpelkammer, die Webstühle sind abgeschlagen und lagern im Winkel. Die Hausweberei ist ^?"ige Ausuber cingegangen. Mit dem Eingehen >es Flachsbaues durch bie billige Baumwolle sank dieses Hausgewerbe zu Boden. Zu bem Tuch, das man heute ^.vereinzelten Haushaltunaen webt, wird das Garn Nicht wie früher, selbst hergestellt, sondern getauft Das

Aus Stadt und Land.

Gießen, 9. Februar 1911.

** Evangelischer Bund. Der Hessische Haupt­verein des Evangelischen Bundes wird seine diesjährige Landesversammlung im Laufe des Sommers in Butz­bach feiern. In der letzten Vorstandssitzung wurde n. b. Darmst. Ztg. festgestellt, daß sich ber Hauptverein seit seinem vorjährigen Jahresfest in Mainz um nahezu 1000 Mitglieber vermehrt hat. Es sind nämlich seit Sommer vorigen Jahres in folgenben hessischen Orten Neugrün düngen von Zweigvereinen des Evangelischen Bundes er- olgt in Dautenheim, Offenbach-Bürgel, Horchheim, Lind- heim, Friesenheim, Udenheim, Gensingen, Nieder-Hilbers )eim, Reinheim, Queckborn, Heppenheim a. b. Wiese, Langsdorf, Wackernheim, Rimhorn-Lützel-Wiebelsbach, Dietzenbach und Offenthal.

** Jnstruktionskursus in Versicherungs- angelegenheiten. Die 5. Jnstruktionsstunde für 1910/11 findet Sonntag den 12. Februar, nachm. 2i/2 Uhr mGrün berg im Gasthaus zum Rappen statt. Es werden besprochen: 1. Die freiwillige Mitgliedschaft nach dem Krankenversicherungsgesetz. 2. Praktische Verwaltungs ragen.

Der Militärhaushalt im Budgetausschuß.

Die Beratung der Heeresvorlage, die gestern einen vertrau­lichen Charakter gehabt hatte, wurde heute fortgesetzt. Der Wors- süh'cer der N a t i v n -a l l i b e r a l e n stimmt v orbehaltlich der Prüfung im einzelnen der Heeresvorlage zu unter Verzicht auf weitergehiende Anträge. Von fortschrittlicher Seite wird gegenüber gestrigen Aeußerungen des Staatssekretärs des Aus­wärtigen Amtes dringend gefordert, daß Deutschland zu inter­nationaler Verständigung über Rüftungsfragen mehr Entgegenkommen zeigen möge als bisher. Bezüglich der Heeres­vorlage äußert auch der freisinnige Redner die Hoffnung auf Verltandigung. Der Vertreter ber S o z ia l d em o kra teu schliesst lich beit Ausführungen ber Freisinnigen an, daß man bei Vergleich der Wehrkräfte ber Staaten nicht nur auf bie nackten Zahlenverhältnisse, sondern auch auf die Bildung und den inneren Wert der Mannschaften Rücksicht nehmen müsse. Ein Haß der Voller gegeneinander bestehe nicht. Int Falle eines Krieges würden die Sozialdemokraten ihre volle Pflicht tun zur Ver­teidigung des Vaterlandes. Diese Vorlage aber lehnten sie ab Die Konservativen stimmen der Heeresvorlage zu unb er­klären sich entschieden gegen ben Abrüstungsgedanken. Ein

3 ent rum §r ebner weist auf Aeußerungen besDeutschen Ossizierblattes" hin, bas bie Vorlage als burchaus ungenügend barfteUt; er bezeichnet solche Ausführungen, die sich gegen Bundes­rat unb Militärverwaltung richten, als ungehörig unb ersucht ben Kriegsminister, ihnen entgegenzuwirken.

Von fortschrittlicher Seite wirb erneut eine Anfrage an ben Kriegsminister gerichtet nach Reformen in der Rechts- pstege und der persönlichen Behandlung der Mannscknlften und des Offizierlorps. DaS Schweigen des Kriegsministers sei wohl in der Stellimgnahme des Militätkabinetts begründet. Der Kriegs- minifter erwidert, daß diese Angelegenheit mit der Militarvorlage nur tn losestem Zusammenhänge stehe.

Auf, Anregung eines Vertreters des Zentrums nimmt der

5 rd) atJlcfretar zur Deckungsfrage Stellung und erklärt, daß er dw Verantwortung |ür die Deckung im ganzen übernehmen könne Die Verteilung der Ausgaben auf die einzelnen Jahre des Quincmennats muife ber finanziellen Leistungsfähigkeit ber einzelnen Jahre Vorbehalten bleiben. Der K r i e g s m i n i fter U^emnftimmung der Heeresverwaltung mit bem Rttchslchatzamt, die Verteilung der Ausgaben auf die ein- jelnert Jahre den ledesmaligen Haushaltsverhandlungen vorzu­behalten Auf Anfrage eines Vertreters der Sozialdemokraten wie es bei diesem Mehrbedarf mit der V e t er a n e n r s o r g d erklärt der Sckwtzletretär, daß der zugesagte Mehransatz von 5 .Millionen für die Veteraiienfuriorge sowohl für 1911 als ^Src unverändert in Geltung bleibt.

Rücklicht auf die Erratungen des Schatzsekretärs wird die ratung abgebrochen. Nächste Sitzung: Donnerstag.

Aus den Reichstagsausschüssen.

:: Berlin, 8. Febr.