Ausgabe 
18.10.1911 Zweites Blatt
 
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Die Besetzung der Stelle mit dem Verwalter Ebert ist danw bekanntlich vom Angeklagten als rechtswidrig betrachtet worden und hat zu weiteren Eingaben geführt.

Es gelangt hierauf ein geheimer Bericht des Landrats an den Regierungspräsidenten zur Verlesung. Der Landrat schreibt darin, daß Becker anscheinend eine Annäherung versuche. Er habe auch verschiedentliche Annäherungen an seine Berufskollegen gesucht. Er, der Landrat, glaube daher, daß Becker von seiner extremen freisinnigen Gesinnung abgchen und versuchen wolle, sich bei seinen Berufskollegen, die ihn bisher gemieden hätten, zu rehabilitieren. Der Verteidiger beantragt, Akten des Königlichen Staatsministeriums herbeizuschaffen, aus denen hcr- vorgehen werde, daß das Königliche Staatsministerium im Jahre 1908 den Regierungspräsidenten und den Landrat angewiesen hätte, mit Rücksicht auf die damalige Politische Lage, also di? Blockpolitik, künftig jede Schikane gegen den Angeklagten besonders in der Gutsvorfteherfragc zu unterlassen, und daß daraufhin die so­genannte Friedensbotschaft erfolgte. Der Antrag wird aber vom Gerichtshof abgelehnt. Der Zeuge von Maltzahn erklärt noch, offen sagen zu nrüssen, daß Becker von seinen Berufskollegen schleckt behandelt wurde, die abfällige Bemerkungen über sein Glaubensbekenntnis wachten. In öffentlichen Lokalen fielen Aeußerungen wie: Juden raus, Juden wollen wir hier nicht haben. Er, Zeuge, halte eine derartige Betätigung der politischen Gesin­nung für durchaus verwerflich. Der Angeklagte erklärt hierzu, daß er solche Aeußerungen nicht gehört habe, sonst hätte er sich dagegen zu schützen gewußt.

Nach weiteren unwesentlichen Verhandlungen wird der Prozeß auf Donnerstag vertagt.

Gerichtssaal.

Beanstandeter Wahrfpruch von Geschworene 11.

Neisse, 17. Cft. Das hiesige Schwurgericht sprach den Rentier Kronauer-Neisse und den Landwirt Wilde-Wiesau wegen wissentlichen Meineides in einem uKiterbandelsprozeß schuldig. Der Staatsauwalt beantragte 2 bezw. 3 Jahre Z u eh t Haus. Die Verteidiger bezeichneten den Spruch der Geschworenen als einen bedauerlichen und unfaßbaren Fehlspruch. Ter Gerichtshof war einstimmig der Ansicht, daß sich die Geschworenen zum Nachteil der Angeklagten ge­irrt hätten. Der Spruch wurde kassiert und die Sacke zur nochmaligen Verhandlung vor das nächste Schwurgericht ver iviesen. *

Anonyme Briefe.

O Braunschweig, 17. Oft. Anonyme Briese, die in­direkt den Tod eines jungen Mädchens durch Selbstmord zur Folge hatten, und der Dorfklatsch eines kleinen Nestes, bildeten den Hintergrund einer gerichtlichen Verhandlung, die sich vor dem Schöffengericht Schöppenstedt abspielte. Seit einer Reihe von Jahren wurde eine ganze Anzahl Familien von Groß-Winigstedt durch anonyme Briefe belästigt, in denen auf das Privatleben der EmMnger eingegangen und schwere, mitunter auch höchst alberne Beleidigungen ausgesprochen wurden. Unter der Anklage, diese Briefe geschrieben zu haben, hatte sich nun die Frau des Landwirts Rosenkranz zu verantworten. Ein Empfänger der anonymen Briefe, der Schmiedemeister Poppendiek, sandte die anonymen Briese mit einer Schriftprobe der Angeklagten an das Institut des Grapho- logen Langenbruch in Berlin mit dem Ersuchen um Begutachtung. Der Sachverständige äußerte sich dahin, daß die Schriftprobe toie die Briefe von derselben Hand herstammten. In der Ver- handlung kam dann zur Sprache, daß die Schwester des Schmiede- weisters Poppendiek, ein lebenslustiges Mädchen, nach Empfang eines anonymen Briefes, in welchem ihr nachgesagt wurde, daß sie mit Männenr Umgang habe, Selbstmord durch Erschießen begangen hat. Der Gerichtshof war auf Grund der Beweis­aufnahme und der Sachverständigengutachten der Ueberzeugung, daß nur die Angeklagte als die anonyme Briefschreiberin in Betracht kommen könne und verurteilte sie zu vier Wochen G e s ä n g n i s.

Sport.

--- Fußball. Am Sonntag standen sich im Meisterschafts­wettspiel der B I-Klasse der vorjährige A 2-Meister, der Mar­burger Verein für Bewegungsspiele II. Mannschaft, und der Gießener Ballspielklub 1904 gegenüber. Die Leitung lag in den Händen des Herrn Goldschmidt-Wetzlar. Nach dem bisher erzielteir Ergebnis mußte man Marburg den Sieg zurechnen, aber durch eine Umstellung in der Stürmerreihe des B. C. und durch die auf- opsernde Tätigkeit der Hintermannschaft war es dem Gießener Verein gegönnt, nrit 4:0 Toren den Sieg zu erringen, trotzdem für den Tormann und den rechten Läufer Ersatz eingestellt war.

= Der Verein für Bewegungsspiele spielte sein erstes Spiel auf seinem neuen Platz an der Marburger Straße als Kreisspiel gegen Fuldaer Fußballverein. Er gewann mit 5:3 Toren. Sportverein 1900 II. Mannschaft spielte gegen Wetzlar F. E. I 2:2, und Sportverein Merkur I gegen Wetzlar B. E. I 1:1.

Luftschiffahrt.

Die erste Fahrt des Schütte-Lanz.

Mannheim, 17. Oft. Heute nad) mittag machte der Luftkreuzer Schütte-Lanz seinen ersten Aufstieg, der als sehr gelungen bezeichnet werden kann. Zehn Minuten vor 5 Uhr wurde der Ballon aus der Halle gezogen und um 5 Uhr 20 Min. stieg er bereits in die Höhe. Er flog in einer Höhe von 150 Metern zuerst nach Westen, dann nach Norden und beschrieb hierauf einige elegante Runden in der Nähe der Luftschiffhalle, die mit imponierender Sicher­heit ausgeführt wurden. Um 5 Uhr 45 Min. war der Ballon noch in der Luft in einer Höhe von 150 Metern. In der Gondel befanden sich der Führeb Hauptmann v. Müller, der Konstrukteur Prof. Schütte, der Astronom Helferich, ein Ingenieur und ein Monteur.

Mannheim, 17. Oft. Das Luftschiff Schütte-Lanz ist in Waldsee bei Speyer ohne Zwischenfall gelandet. Prof. Schütte hat von der Luftschiffhalle telephonisch Hilfe er­beten, die sofort mit dem nötigen Material abgegangen ist. Das Luftschiff wird wahrscheinlich über Nacht an Ort und Stelle bleiben.

L. Z 9

Friedrichshafen, 17. Oft. Das Luftschiff Z. 9 ist um 11 Uhr zur Fahrt nach Baden-Oos aufgestiegen und hat die Richtung nach Konstanz eingeschlagen.

Baden-Oos, 17. Oft. DaS Luftschiff L. Z. 9 ist nach prächtiger Fahrt über den Schwarzwald um 2,58 Uhr glatt gelandet.

Vermischtes.

* Ein Schülerduell mit tödlichem Aus­gang. Der Unterprimaner Dietzey, Leipzig, der in Rudolstadt im Pistolenduell ohne Sekundanten den Obersekundaner v. Neck er erschoß, brachte sich selbst zwei Schüsse bei, wovon einer die Lunge durchbohrte. Er liegt in hoffnungslosem Zustande in der hiesigen Landesheil­und Pftegeanstalt darnieder. Die Ursache in diesem Streit­fall soll die Beleidigung eines jungen Mädchens durch v. Necker fein. Dazu wird noch gemeldet: Der 18jährige Unterprimaner Dietzen ging am Sonntag mit der Tochter eines Bürgers, zu dem ihn heimliche Liebe hinzog, spazieren und begegnete dem Obersekundaner v. Necker.' Zwischen beiden jungen Leuten bestand seit einiger Zeit wegen des hübschen Mädchens ein gespanntes Verhältnis. Als Necker Mährend der Fortsetzung des Spaziergangs eine Bemerkung

gegen das Mädchen machte, die dieses kränkte und Necker es ablehnte, sie zurückzunehmen, wurde er von Dietzen auf Pistolen gefordert. Dienstag früh um 5 Uhr erschienen oie beiden jugendlichen Gegner auf dem eine Stunde von Rudolstadt entfernt liegenden Kampfplatze. Beide verab­redeten, das Duell, bei dem Zeugen nicht zugegen waren, bis zum Tode eines Duellanten fortzusetzen. Beim vierten Kugelwechfel traf die Kugel Dietzens die Herzgegend Neckers. Dieser litt heftige Schmerzen und bat seinen Gegner, ihm einen Gnadenschuß ins Herz zu geben. Hierauf lud Dietzen seine Pistole nochmals und traf feinen ehemaligen Freund tödlich. Er selbst hatte eine Kugel in den Oberkörper er­halten, schleppte sich aber fort und wurde von Waldarbeitern aufgefunden. Am Abend erlag er ebenfalls feinen Ver­letzungen. Bei Necker wurden Abschiedsbriefe und ein Buch von Nietzsche, bei seinem Gegner Gedichte auf ein junges Mädchen gefunden.

*Die4 0. Generalversammlung des- Inter- nationalen.Hotelbesi tzervereins fand am Diens­tag im Kaisersaal desRheingold" in Berlin statt. Nach dem von Direktor Sieger (Köln) vorgelegten Jahresbericht beträgt die Mitgliederzahl des Internationalen Hotel­besitzervereins 1597, sein Vermögen beläuft sich auf 191501 Mark. Der kostenlose Arbeitsnachweis hat im letzten Jahre 9236 Stellen vermittelt. Das Vermögen der Otto-Hoyer- Stiftung beträgt 36 000 Mk. Der Voranschlag für das kommende Geschäftsjahr balanciert mit etwa 112 000 Mk. Dr. Klapmann (Köln) erstattete dann den Bericht der volis- wirtschaftlichen- und der Versicherungsabteilung. Er er­wähnt zunächst die an den BundeSrat und den Reichs­kanzler gerichtete ausführliche Eingabe in der Frage bei Privatangestelltenverficherung, für welche im Hotelgewerbe sowohl das kaufmännische, wie auch das technische Personal in Betracht komme. Die Frage der Pensionsoersicherung der Privatangestellten ist, wie der Referent ausführte, für das Hotelgewerbe von allergrößter Bedeutung, denn ihre Lasten werden für die deutsche Volkswirtschaft auf 300 Millionen Mark geschätzt. Der internationale Hotelbesitzer­verein ist ein Gegner der Sonderversicherung der Ange­stellten und tritt für einen Ausbau der Invalidenver­sicherung ein. Die erwähnte Eingabe hat insofern einen gewissen Erfolg erzielt, als im Reichstag bereits einige Wünsche des Vereins berücksichtigt worden sind. Der Inter­nationale Hotelbesitzerverein ist schon im Jahre 1907 für den Ausbau der Invalidenversicherung eingetreten. Dar­nach beschäftigte sich die Versammlung mit den zahlreichen Anträgen auf Satzungsänderung und mit Wahlen. Als Ort der nächsten Tagung wurde Wien gewählt; auf dem Rück­wege soll bann dem Wunsch der Prager Vertreter Rech­nung getragen und diese Stadt besucht werden. Abends sand ein Empfang im Rathaus statt.

lrk. D i e B r a u t1 o t1 e r i e. InPittsburg wird demnächst bei einem Wohllätigkeitsfeste zu Gunsten eines Waisenhauses eine 20jährige Amerikanerin regelrecht a u s g e l o st werden. Die junge Dame hat sich bereit erklärt, den Mann zum Ehegatten zu nehmen, den das Los ihr bestimmt, und die Anzahl der Be­werber um ihre Hand, die das Anrecht auf sie nicht allzu teuer bezahlen, ist, wie derNew Port Amerika«" berichtet, ziemlich groß. Bei diesein Pittsburger Wohllätigkeitsseste kann man nämlich die Braut für 2 Mark bekommen, so billig ist das Los! Man be° kommt aber nicht nur die Braut allein sondern noch eine ganze Menge anderer wünschenswerter Tinge. Ter Lotterieausschuß be­sorgt dem Brautpaar die nötigen Heiratspapiere, bezahlt die Trauung am" dem Standesamt, wie in der Kirche, sorgt für die Kosten der Hochzeitsreise unb beschält die Wohnungsausstattung was will man niehr? Tie Sache hat nur einen Haken: keiner der Herren, die Lose gekauft haben, ha: die Braut bisher zu Gesicht bekomnicn. Vielleicht ist sie die schönste Schöiiheit von ganz Amerika, vielleicht aber auch hat sie einen kleinen Schönheitsfehler. Ter Verlosungsausschuß hat bisher auf alle Fragen nur eine Antwort gegeben, und diese tautet: Die Brant ist blond. Damit müssen sich die Heiratsbewerber begnügen. Ob Käufer des Loses aiich die Ver­pflichtung übernehmen, falls sie gewinnen, die Braut zu heiraten, verrät derNew Port Anlerikan" leider nicht.

* Wenigstens etwas. Bertha:Du lachst ja mit dem ganzen Gesicht! Hast du dich verlobt?" Altes Fräulein:Noch nicht! Aber ein Rendezvousplätzchen hab' ich entdeckt ent­zückend I"

Kleine Tageschromk.

Der Stadt- und Vorortsverkehr nach dem Osten der Stadt in Berlin ist.nach und nach so angeschwollen, daß die Stadt- bahnverw--cktung dem oft geäußerten Wunsche der Anwohner durch eine durchgreifendere Erweiterung ihrer Bahnanlagen Rechnung tragen tollt Sie hat ein Projekt ausarbeiten lassen, das zunächst die Einbeziehung des Bahnhofs Warschauer Straße in den Vorortverkehr vorsieht. Es handelt sich um ein Millionen­projekt. Hinter dem Rangierbahnhof Rnmmelsburg ist bereits mit den Erdarbeiten begonnen toorden.

In Berlin ist der erste Direktor der Bolleschen Meierei, Dr. Kapi Bolle, 37 Jahre alt, gestorben.

Von dem Verteidiger der ftanzösischen Sprachlehrerin Thi- rion wird ein Gnadengesuch um Erlaß der noch zu verbüßenden Strafe t-on zwei Monaten eingereicht werden.

Von der Familie des Tapetenhändlers Werdehosf in Essen (Ruhr), -er in der Nacht auf Dienstag seine Frau, seine Kinder und sich selbst mit Leuchtgas vergiftete, sind im ganzen sechs Personen gestorben.

In einem Gasthof in Rochlitz (Sachsen) löste sich während eines Vergnügens der brennende Kronleuchter von der Decke, wobei zahlreiche'Lampen explodierten. Ein Rentier und ein Musiker erlitten schwere, eine Anzahl Gäste leichtere Verletzungen.

Oberstleutnant v. Graurock vom 37. Infanterie-Regiment zu K r o t o s ch i n ist auf einem Feldwege erschossen anfge- funben worden. Es ist noch unaufgeklärt, ob ein Unfall, Ver­brechen oder Selbstmord vorliegt. In Heinrichsfeld bei Kro Lo­sch i n wrude gestern ein siebenjähriger Knabe ermordet aufgefunden. Als Täter wurde ein elfjähriger Hütejunge ver­haftet.

Zwischen Langwedel und Etelsen sprang gestern ein Reisen­der aus einem Zuge, als ein Eilgüterzug vorbeifuhr. Der Reisende, der sofort t o t war, ist ein Italiener aus Castellamare, der seine GestellungSordre erhalten hatte.

In Oberleutensdorf versuchte die 40jährige Schuh­machersfrau Prisoth sich und ihre fünf Kinder int Alter von 6 und 12 Jahren wegen Not und häuslichen Zwistes mit Tollkirschensaft zu vergiften. Zwei Kinder sind bereits ge­storben, die anderen und die Mutter liegen hoffnungslos dar­nieder.

Aus Südfrankreich wird gemeldet, daß in der Gegend von Carcassonne ein Zyklon mit großen Wolkenbrüchen eine Eifenbahnbrücke in der Nähe von Flour zerstörte. Der Verkehr zwischen Carcassonne unb Toulouseist unter­brochen.

In O f e «pest stürzte am Nakoczyplatz das Ctiegenhaus eines fünfstöckigen Neubaues ein unb begrub 30 Arbeiter. Bis­her sind zwei Tote nnd 13 S ch w e r v e r l e tz t e geborgen. Eine Kompagnie Pioniere ist eifrig damit belchältigt, die Trümmer (ort- zufckaffen und die Verunglückten zu retten. Tas Unglück wurde durch LI c b e r l a ft u n g des Gerüstes verursacht. Bis 9 Uhr abends wurden weitere 6 Leichtverletzte geborgen.

Als eine Polizeipatrouille in Lodz mehrere Verbrecher in ihrem Versteck verhaften wollte, wurde sie mit Schüssen empfangen. Sie erwiderte das Feuer und tötete einen Mann Die anderen entflohen und erschossen dabei einen Schutz­

mann sowie zwei unbeteiligte Passanten; außer­dem wurde ein Kind schwer verletzt.

In Guardiamorgava ist bei .dem letzten Erdbeben die Kirche eingestürzt. Die darin befindlichen Leute wurden gerettet; zwei Kinder wurden unter den Trümmern begraben. In Fondimacchia sind alle Häuser vernichtet. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist unbekannt.

Handel.

Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg, werke vormals Fernie, Gießen. Nach dem Be­richt des Grubenvorstaubes beträgt der Reinüberschuß im dritten Quartal nach Abzug der für Anleihezinsen und An­leihetilgung zurückgestellteu Beträge 73 225.44 Mk. gegen 63913.52 Mk. im ' zweiten und 70133.20 Mk. im ersten Vierteljahre. Es soll für das dritte Quartal wieder 50 Mk. Ausbeute auf den Kux ausgeschüttet werden.

Markte.

H. Büdingen, 17. Cft. Der heute abgehaltene Schweine- m arkt war wegen den verschärften Vorsichtsmaßregeln wegen Leuckengefahr sehr sckleckt befahren. Ausgetrieben waren nur 265 Stück. Auch die Preise waren infolge des Futtermangels sehr gedrückt. Eiulegeschwciue wurden das Paar für 7090 Alk. los- geschlagen. Läufer kosteten das Paar 25- 30 Mk.

lo. Frankfurt a. M., 17. Oft. Heu- und St roh markt. Angefahren waren 14 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu i.^ 05.10 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 0.000.00 Alk., Wirrstroh 0,000,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft lebhaft. Die Zufuhren waren aus Cberhesfen und den Kreisen Dieburg und panau.

Kirchliche Nachrichten.

Eria.tg.sifLpe Gemeinde.

Donnerstag, den 19. Cftober, abends ti Uhr, im Matthäus- jaale: Bibel st u n d e. (Bilder aus der Apostelgeschichte.)

Pfarrer D. Schlosser.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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Sonnenschein

Höchste Temperatur am 16. dis 17. Oktober -f- 15,2 eC.

Niedrigste , 16. 17. == -f- 2,2 *0.

Niederschlag: --- 0,0 mm*

Beb teile Sbnen

gerne mit, baß mir der regelmäßige Gebrauch von Scotts Emulsion vorzüglich bekommen ist. Besonders stelle ich fest, baß sich mein Appetit wieder eingestellt hat und mir bas Essm vortrefflich schmeckt. Infolgedessen hat sich mein Gewicht ansehnlich vermehrt, unb ich fühle auch sonst eine allgemeine Kräftigung meines Körpers. Meine Nerven sind viel ruhiger geworden, unb das bekannte nervöse Flimmern hat saft gänz­lich aufgchört.

SCOTTS Emulsion

hat mir also wirllich recht gut getan!

Mitteilung von Herrn Friedrich Kreiter, Jrrenpfleger, Jltm bei Hannover Anstalt Kvthenwaü), den 5. August 1910.

Der regelmäßige Gebrauch von Scotts Emulsion ist in der Tat häusig von ganz ausfallender Wirkung auf die Eßlust. Es gibt fo Diele Fälle, denen man nur leikommen kann, wenn es gelingt, den Appetit zu beleben, d. h. die Eßlust amuregen. Es gilt dies nicht etwa nur für Kinder, sondern mindestens ebensogut für Erwachsene; ein Versuch wird überzeugen.

Scott« 9-mulfton wird von un§ ausschließlich im großen verlaust, und zwar nie lose nach Lewicht oder Matz, sondern nur in versiegelten Original flaschen m harten mit unferet Schutzmarke (Fischer mit dem Dorsch). Scott <fc Bowne «mb. H., Frankfurt a. M. e

» Bestand'.eile: Feinster Medizinal-Lebertrcm 150,0, prima Glyzerin 50/), unter-, ohoüphorigsaurer «alt 4,3, unterphosvhorigsaures Natron 2,0, pulv. Tragant 3,0, feinster arab. Gummi pulv. 2,0, LVaffer 129,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatrschr Emulsion mit Lttul-, SDianbd- und Vauttheriaol je 2 Tropfen.

Zar Aufklärung

über die Herftellung von PalminI

Es befteht vielfach noch die Hnficht, Pal­min fei ein aus verfehl edenen Fetten zu- fammengefetjtesKunftprodukt,das irgend welche unbekannten Zufätje oder Bei- mifchungen enthalte.

Obwohl fchon der überaus reine Ge- fchmack des Palmin erkennen läßt, daß diefe Hnfchauung auf einem Irrtum be­ruht, erklären wir, um Mißverftändniffe zu befeitigen:

Palmin ift abfolut reines Pflan­zenfett und beftebt einzig und allein aus dem febr fettreichen Fleifch der Kokosnuß; es wird daraus durch Preffung und Rei­nigung gewonnen und weift keinerlei Zufätje irgend eines anderen Stoffes auf (auch kein Waffer), enthält vielmehr 100% reines Fett.

Palmin ift neuerdings auch weid) (fcbmalzähnlich) zu haben.

H. Scblinck & Cie.H.=6.