stischen Presse. Tenn j>ic bürgerlichen Journalisten müssen mif einem Seitentisch fürlieb nehmen. Diese „reinliche Scheidung' der Journalisten findet in diesem Jahre unb überhaupt zum ersten Male bei einer derartigen Veranstaltung statt.
Neben dem Geschäftsbericht des Parteivorstandes, aus dem jalles Wisserrswerte bereits in den letzten Wochen mitgeteilt war den ist, liegt dem Parteitage eine provisorische Tagesordnung vor die neben den üblidjm Berichten die Besprechung der Reichsver sicherungsordnung durch den Äbg. Molkenbuhr, der Maifeier durch den Parteisekretär Pfannkuch und den Vortrag Bebels über die Reichstagswahten vorsieht. Ferner liegen 68 .Anträge vor, die wahrscheinlich erst am letzten Verhandlungstage, am nächsten Sonnabend, zur Behandlung gelangen werden. Tenn voraussichtlich wird
die Marokko Politik gemäß einigen beveits vorliegenden Anträgen von Breslau, Tel- ttow-Beeskow, Stuttgart und Bremen als besonderer Punkt aus die Tagesordnung kommen, und neben Bebels Reichstagswahlredc die meiste Zeit des Parteitages in Anspruch nehmen.
Ein eigenartiger Zufall will es, daß
zwei andere Jenenser Ereignisse vrik dem Parteitag zeitlich zusammenfallen. Am heutigen (Sonntag abend erwartet man hier die Rückkehr des „Olympiers" Richter, Und am Dienstag trifft in einem Extrazuge der 1. Internationale Monistenkongreß hier ein, um abends Ernst Haeckel durch einen solennen Fackelzug zu feiern.
Tie Eröffnung des Parteitages erfolgte heute abend 7 Uhr durch den Vorsitzenden des Jenenser Lokalkomitees, den früheren Schlosser der Zeist-ZVerke, Reichs- und Zandtagsabg. Hermann Leber (Jena).
Von anderer Seite erhalten wir noch folgenden kurzen Bericht:
Nachdem Reichstagsabgeordneter Leber in längerer Rebe die zahlreich Erschienenen begrüßt hatte, ergriff Bebel das Wort. Er streifte kurz die politische Lage und erwähnte, Deutschland seian der Zerreißung derAlgeciras- Akte mit schuld. Bei der Wichtigkeit der Marokko-Frage werde sich der Parteitag selbstverständlich mit ihr befassen. Unsere Heutige politische Situation sei mehr als ernst, an eine Abrüstung 7ei nicht zu denken. Es stände im Gegenteil eine neue Flottenvorlage bevor, trotzdem durch die Lebens- mittelteuerung eine Hungersnot drohe. Es würde notwendig sein, daß bei den neuen Steuern endlich auch einmal die Reichen Heranbommen. Wenn erst einmal die Bourgeoisie bluten müsse, dann höre der .Patriotismus auf. Zum Schluß kam der Abg. Bebel auf die Unzufriedenheit zu sprechen, die sich in der letzten Zeit im Parteileben bemerkbar gemacht habe, und betonte, daß diese Polemiken ein Zeichen von Lebenskraft seien. Selbstverständlich würde der Parteivorstand Verbesserungen Vorschlägen. .Die Sozialdemokraten sollen tüchtig arbeiten und in die WaA ziehen zu Kampf und Sieg.
Hierauf wurde jum Vorstand Diez-Stuttgart und Leber- Jena gewählt.
Die Verhandlungen wurden auf Montag früh vertagt.
Christlich-sozialer Parteitag.
0. Wiesbaden, 10. September.
Hier wurde heute nachmittag der 15. christlich-soziale Parteitag durch eine große Begrnßungsversantmlting in der Turnhalle ein- geleitet. Pfarrer Fri tsch ° Ruppertsburg eröffnete die Versamm- lung mit Begrüßungsworten. Als erster Redner sprach Reichs- tagsabg. Dr. Burck Hardt - Godesberg über das christlich-soziale Programm. Grobkaufmann V i e t o r - Bremen, der bekannte Kolonialsachverständige, betonte in längerer Rede, er sei fast in ganz Europa herumgekommen, habe sich auch längere Zeit in den englischen und französischen Kolonien ausgehalten und könne aus Grund seiner Erfahrungen seststellen, daß es nirgends ein tüch- tigereS, fleißigeres Volk, eine tüchtigere Regierung und bessere 93er- hältniffe gebe, wie in Deutschland, wo man aufrichtig bestrebt sei, durch eine groß angelegte soziale Gesetzgebung den wirtschaftlich Schwachen zu Helsen.
Generalmajor K l in g en d e r - Gr-Jlottbeck, der von den Christlich-Sozialen als Reichstagskandidat für Wiesbaden ausgestellt 'ist, wandte sich scharf gegen das Treiben der Sozialdemokratie in Sachen der deutschen Marokkopolitik. Der sozialdemokratischen Partei komme es nicht daraus an, die Lage der arbeitenden Bevölkerung zu bessern, sondern Unzufriedenheit zu schüren.
Als letzter Redner sprach der 1. Direktor des neuen deutschen Eoangel. Volksbundes, P. Stuhrmann -Barmen, der aussührte, die christlich-soziale Partei habe eine große Bedeutung als ^öffentliches Gewissen". — Abends 8 Uhr sand noch ein gemütlicher Familienabend statt.
22. £anöe$Dcrfamm!ung des hessischen Haupt-Vereins des Evangelischen Bundes.
* Butzbach, 10. Sept.
Unter seiner bewährten Devise Evangelisch und Deutsch lud der Hessische Hauptverein des Evang. Bundes zu seinem Jahressest hierher ein.
Der Gottesdienst der Festgemeinde war verschönt durch den Männergesangverein „Orpheus". Festprediger Pfr. Rückert, Darmstadt, legte seiner Pred-rgt den Text: Galater V, 13 zu Grunde. „Freiheit und Liebe sind die Grundpfeiler des evangelischen Christentums." „Ihr seid zur Freiheit berufen; allein sehet zu, daß ihr nicht durch die Freiheit dem Fleisch Raum gebet, sondern durch die Liebe diene einer dem andern."
Nach Schluß des Gottesdienstes vereinigte sich der Vorstand des Hauptvereins mit dem Vorstand des Zweigvereins Butzbach und dem Festausschüsse zu einer geschäftlichen Beratung.
Nachmittags kurz nach 3 Uhr fand eine Volksversammlung statt. Die Markthalle vermochte die Festgäste, die besonders aus der Umgegend herbeigeströmt waren, kaum zu fassen. Der Festchor, gebildet von Mitgliedern der Gesangvereine Orpheus und Eintracht, trug ebenso zur Erhöhung der Feststimmung bei, wie die Choräle und Liederklänge der Posaunenchöre von Friedberg und Bad-Nauheim.
Im Namen des feftgebenden Zweigvereins und des Fest- ausschustes begrüßte Pfarrer Loos von Butzbach die Festversammlung. Aus Butzbachs Geschichte und Umgebung wußte er die Töne und Klänge zu finden, die mit dem Tagesthema: „Deutsch und evangelisch" zusammenstimmen. Mag immerhin der Mainzer Bischof auch noch auf künftigen Katholikentagen sagen: Von der Stellung zum heiligen Vater in Rom hängt allein die Wohlfahrt der Völker ab" — wir bleiben bei dem alten Bibelwort: „Es ist in keinem anderen Heil, und ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, barm sie sollen selig werben, benn ber Name Jesus Christus", unb als burch Christum geheilte und gelauterte Personen wollen wir sorgen, daß bas Lieb noch mehr unb mehr Wahrheit werbe: „Es soll än beutschem Wesen noch einmal die Welt genesen".
Nach einem Dankeswort grüßte ber Lanbesvorsitzenbe Pfarrer D Waitz Darrnstabt, bie Anwesenben. Als rechte Evangelische würben auch bie Oberhessen ben Evang. Bunb bei sich willkommen heißen, ber auch sozusagen ein geborener Oberhesse sei. Allerdings werbe er von seinen Gegnern hingestellt als ein schlimmer Geselle, ber von .ihnen verlästert werbe, aber kämpfe er auch so doch nur um des Friebens willen. Ein kostbarer Schatz sei das Erbe, bas Luther tn seiner Person unb in seinem Werke hinterlassen habe. Würde es gelingen, ihn dem deutschen Volke »u nehmm, es wäre ein unersetzlicher Verlust für die gesamte deutsche Kulturwelt. Als Hüter dieses Schatzes sei der Evang .Bund heute nohger benn je.
Tas Schema. Deutsch unb Evangelisch wurde für deutschen Ostmar ken von Divisionspfarrer Dr. Gr eeb en ni .Jeamj behandelt. ®ie J^rbmbung zwischen dem religiösen und nationalen Gegenjatz deutsch-evangelisch) und (polnisch-katholisch), die Wühlarbeit des Klerus, unter den Polen und die Veraewaltt- gung der Deutsch-Katholiken durch ben poleischeu Klerus, b?e Nationalen Leistungen be5 Polentums werben ebenso klar gekenn- Ert, wie die Jrrgange ber preußischen Ostmarken-lSchul- usw )- k, bie Erfolge unb Aussichten des Ansiebelungswerkes ber T gegen bw polnische Sprache (Schulstreik). Die soziale
Uneinigkeit unter den Deutschen (Teilnahmlosigkeit ber Gebilbeten, Trägheit ber Gewerbetreibenben, mangehwe Opferfreudigkeit) i'onnte burch bie politische Einigkeit unb Erkenntnis ber ultrw- montanen Gefahr bis jetzt nicht aufgehoben werden, darum: Deutsch-evangelisch in ber Ostmark ist bie Lösung aller Rätsel.
Pfarrer Palmer, Frankfurt a. M., sprach über das Thema: Evangelisch unb Deutsch in unseren Kolonien. Auch ür bas Gedeihen unserer Kolonien können wir uns keine ge- ügnetere Grundlage denken, als bie, auf welcher Deutschlands Blüte erwachsen ist, Liebe zum Vaterlanb unb evangelischer Glaube.
lieber Deutsch und Evangelisch in Oesterreich berichtete Pfarrer Spanuth, Leoben. Deutsch unb Evangelisch haben sich in filier Zett in Oesterreich gefunden, finb dann gewaltsam getrennt worden unb suchten sich seitdem immer wieder. — .ichtigc Zusammenffnben ergab sich, als der Evcutgelische Bund Deutschlands dem bedrängten Deutschtum in seiner religiösen Not beisprang. 106 neue Psarr- und Vikarstellen finb durch die Hilfsausschüsse des Evang. Bundes gegründet un& unterhalten.
Ter .Protestantismus hatte in Oesterreich feit der Gegenreformation unter den unausgesetzten Anfeindungen seiner Gegner und in der Armut der Gemeinden ein Winkeldasein geführt und sich gedrückt gefühlt. — Der Evang. Bund hat ihm seine Vereinigung an das deutsche Volk zum Bewußtsein gebracht und ihn damit neugestärkt. Mit Ziffern lassen sich bie geistigen, kulturellen unb religiös-sittlichen Werte nicht ausbrücken, bie bem Deutschtum in Oesterreich burch bas Wiedererivachen bes Evangeliums zugeflossen finb.
Tas Schluß- unb Dankeswort sprach Hauptlehrer Storch.
Mächtig brauste bas gemeinschaftliche Lieb unter Begleitung der Posaunenchöre von Friedberg und Bad-Nauheim burch bie weite geschmückte Halle: Brüder schart euch um bie Fahne!
Evangelisch bis zum Sterben, Deutsch bis in ben Tob hinein!
An ben Großherzog von Hessen wurde folgendes Telegramm abgeschickt:
Eurer Königlichen Hoheit, bem erlauchten Schirmherrn unserer evangelischen Lanbeskirche, bringt bie heute in Butzbach tagenbe Lanbesversammlung bes Evangelischen Bunbes ehrerbietige Hulbigung bar mit deni Gelöbnis, allezeit in Hessen- treue festzuhalten zu unserem erhabenen Fürstenhaus und unserem geliebten Vaterland. D. Waitz.
Folgende Kundgebung wurde angenommen:
Tie 22. Landesversammlung bes Hessischen Hauptvereins bes Evang. Bundes in Butzbach gedenkt mit dankbarer Freude der Tatsache, daß Gott „Deutsch und Evangelisch" in der Reformation durch Marttn Luther für immer unlöslich verbunden unb biefen Bund in ber Geschichte an unserem Volke reich gesegnet hat. Die Notwendigkeit und die Segenskraft dieses Bundes liegt in der Gegenwart, besonders in ben beutschen Ostmarken, in Deutsch- Oesterreich und in ben deutschen Kolonien klar zu Tage. Be- bauerlicherweise wirb aber bie evang. Sache auf biefem wichtigen Außenposten, besonbers auch in den beutschen Schutzgebieten, von ihren Gegnern allenthalben bebrängt unb gehemmt, von ihren Freunden aber bei weitem nicht zielbewußt unb tatkräftig genug unterstützt. Tie Lanbesversammlung forbert alle Evangelischen des Landes auf, neben ber alten Treue gegen bie deutsche Ostmark unb bie evang. Bewegung in Oesterreich, besonders ber evangelischen Mission in den beutschen Kolonien ihre tatkräftige, Opfer#» freubige Liebe zuzuwenden, auf daß „Deutsch und Evangelisch" auch fernerhin nach Gottes Rat dem deutschen Volke unb ber ganzen Welt zum Segen verbunden bleibe.
Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen vom 2. bis 8. September 1911.
Kreis:
Am 2. Sept, waren verseucht:
Voiii 2. bis 8. Sept, sind neu ver
seucht:
Vom 2. bis 8. Sept, ist die Seuche erloschen in:
Darmstadt .
-
_
Bensheim .
Schwanheim, Zwingenberg, Klein-Hausen
—
—
Dieburg . .
—
—
Erbach . . .
——
—
—,
Groß-Gerau
Nauheim
_
Heppenheim
Wimpfen
—
Wimpfen
Offenbach. .
Sprendlingen, Dudenhofen, Hausen, Trei- eichenhain, Seligenstadt
Ettingshausen, Holzheim, Ober - Hörgern, Bettenhausen, Grü- ningen, Eberstadt, Obbornhofen, Utphe
Sprendlingen
Gießen. . .
—
—
Alsfeld . . .
—
—
——
Büdingen. .
Bös-Gesäß, Berstadt Heiichelheim
—
—
Friedberg .
(Sambach, Heldenbergen, Münzen berg, Wohn
bach, Nieder-Wöllstadt, Büdesheim, Nlelbach, Griedel, Böiistadt, Trais - Münzenberg, Rockenberg
Lauterbach.
Angersbach
—
—
Schotten . .
——
—
—
Mainz . . .
—
—
—
Alzey....
—
—
—
Bingen . . . Oppenheim
—
Grolsheim
—
Köngernheim
—
—
Worms. . .
Mörstadt, Eich
—
—
Gerichtssaal.
Petersburg, 8. Sevt. Nach viertägiger Sitzung, welche unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, verurteilte das Kriegsbezirksgericht den wegen Hochverrats an- geflagten Generalstabshauptmann Postnikow zu achtjähriger Zwangsarbeit und Verlust sämtlicher Bürgerrechte. Postnikow lieferte den Agenten dreier Mächte Geheimdokumente aus und erhielt dafür Bezahlung.
Kleine Tageschrünik.
In Gegenwart des Präsidenten der Eisenbahndirektion Elberfeld erfolgte am Samstag die Inbetriebnahme der neuen Eis en b ah n - R h e i n b rück e zwischen Düsseldorf und Neuß.
In P o u l h e i m bei Wln ist ein Arbeiter unter dem Verdachte des vierfachen Kindesmordes verhaftet worden. Seine Frau, die in den Wochen liegt, soll der Mittäterschast schuldig sein. Die Leiche des jüngsten Kindes wurde in einem Koffer aufgefunden. Tie drei anderen Kinder sind auf behördliche Anordnung ausgegraben worden, da der Verdacht besteht, daß auch sie ermordet worden sind.
In Heilbronn hat der Gefangenenwärter Metzger vor dem Untersuchungsrichter .gestanden, daß er dem Hochstapler Graf Passy zur Flucht verholfen habe, bestreitet aber, daß er dafür irgendwelches Geld erhielt. Es seien ihm große Versprechungen gemacht worden.
In Aschaffenburg wurde der Arbetter Sam aus einer Wirtschaft hinausgeworfen. Er brach das Genick und war sofort t o t
Seit Mitternacht werden auf dem Aetna sehr häufig auftretende, heftige Erdstöße verspürt. Die seismogra- phischen Apparate des Observatoriums in Catania sind in fast ununterbrochener sehr starker Bewegung. Der Vulkan
stößt große Rauchmassen aus, der Aschenreaen dringt bis Catania. Zwei neue Krater haben sich geöffnet.
Der Internationale Kongreß für angewandte Elektrizität wurde in Anwesenheit von Vertretern zahlreicher Staaten vom Minister der Post, Calissano, am Sonntag in' Turin eröffnet. Calissano wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Auf dem Trasimenischeu See kenterte ein mit 17 Touristen besetztes Motorboot, als es sich ungefähr 300 Meter vom Ufer befand. 14 Mädchen sind ertr unten, 3 Männer retteten sich.
Die Eröffnung der Luftpost zwischen Hendon und Windsor fand am Samstag statt. Infolge des starken Windes wurde der Start jedoch verzögert. Anstatt der gemeldeten vier Flieger flog nur einer von Hendon nach Windsor und zurück.
Die Großgrundbesitzerin Gräfin Jgmatziew in Kiew, die Frau des Exministers, meldete Konkurs an. Die Schuldenlast beträgt zwei Millionen Mar 5
Litlgcsattdt.
(Für Form unb Inhalt aller unter bieiei Rubrik stehenden Artikel ibernimmt bie Rebaklion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Lollar. Die Ausführungen des Vorsitzenden ber Wasser- genossenschaft „Glück auf" in Nr. 208 des Gießener Anzeiger, betr. bie Vorgänge ber letzten Wochen, dürfte nur wenig zur Aufklärung dieser etwas rätselhaften Sache beigetragen haben
Es mag wohl bei Manchem Verwunderung hervorgerusen haben, daß unsere Wasserleitung, bie seit ihrem Bestehen stets einen großen Ueberfluß an Wasser führte, in diesem Sommer, nachdem bie Trockenheit längere Wochen angehalten hatte, plötzlich nur noch im Stande war, einen kleinen Teil des Wasserbedarfes zu decken, so daß die seither unbenutzten Dorfbrunnen wieder in Betrieb gesetzt werden mußten Nachdem dieser Zustand geraume Zeit gedauert hatte, wurde vom 14. August ab bie Leitung nickt mehr abgestellt und lieferte nun mcht .nur ges iiügenb Wasser, sonbern es lief am 21. August sogar noch eine große Menge bei ©taufenberg weg. Aufgabe des Genossenschafts- Vorstandes wäre es nun gewesen, die Ursachen zu ergründen, wie es möglich war, daß die Quellen, die naturgemäß bei anhaltender Trockenheit weiter langsam verminderte Wassermengen liefern mußten, hier im Gegenteil plötzlich wieder vollständig genügend Wasser hatten, trotzdem der Verbrauch derselbe ge* blieben war. Da dies nicht geschah, ist es ganz erklärlich, daß hier allerlei Gerüchte Platz greifen konnten, umsomehr, als eine genügende Aufklärung des Sachverhalts von zuständiger Stelle nicht gegeben wurde. Die fragliche Erklärung des Herrn Vorsitzenden, die besagt, eine sogenannte Geheimkommission habe fest- gestellt, daß die Quellen 191 760 Kubikmeter liefern, emärt uns nicht, wie es möglich war, dpß diese Menge zur Speisung der drei Dörfer nicht ausreichte.
Ich möchte den Vorstand der Wassergenossenschaft bitten. Über Vorstehendes eine möglichst genaue Erklärung abgeben zu wollen, ebenso, von wem die sogenannte „Geheimkommission" gewählt wurde, besonders, ob ein Sachverständiger zugezogen war und ob die ftagliche Erklärung ein Beschluß des gesamten Vorstandes bezw. ber Kommission war.
Mit einer gründlichen Aufklärung dieser Sache dürfte den beteiligten Gemeindemitgliedern besser gedient sein, als durch Drohungen mit gerichtlicher Anzeige.
Handel.
X Hanau, 9. Sept. Die Hanauer Straßenbahn- Ak t i e n - G es el l s ch a ft, die auch eine Linie nach Groß- und Klein-Steinheim betreibt, wird für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende nicht zur Verteilung bringen. Im Vorjahre wurde eine Dividende von 3 Prozent verteilt.
Märkte.
«ießen, 9. Sept. Marktbericht. Ans heutigem Wochen- markte kostete: Butter pr. Pfd. 1,25—1.85 Alk., Hühnereier 1 St. 6—9 Vfg^ Enteneier 1 Stück 9—10 Pfg., Gänseeier 1 Stück 10 bis 15 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pfg., Käsematte pr. St. 5—6 Pfa., Tauben pr Pr. 0,80-1,00 Dik., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Alk., Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. St. 1,80—2,20 <DIL Gänse das Pfd. 80 —00 fßfg„ Ochsen fleisch pr. Pfd. 82—90 Pf gl Rindfleisch pr. Pfund 86—90 Pfg., Kuhfleisch 70 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 70—90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfa., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—88 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 8.50 bis 10.00 Alk., Weißkraut das Stück 15 bis 30 Psg^ Zwiebeln oer Ztr. 10,00—12,00 Alk., Milch das Liter 22 Pfg., Aepfel per Pfd. 8 bis 15 fßfg„ Nüsse 100 Stück 50—60 Pfg., ver Btt. 0—00 Mk^ Bohnen per Pfd. 25-40 Pfg, Gurken 100 Stück 2,00-3,50 Mk., Birnen das Pfund 10—20 Pfg., Zwetschen das Pfund 10-15 Pfg. Marktzeit von 7—1 Uhr.
verscbreibungei
worden:
3505. 3532
3662.3739. 37;
3939. 3972. 39.
4183. 4185. 42
4326.4332. 43.
4521.4537. 45;
U 4706. 4713. 47 : 4926. 4940. 491 ff 5150. 5168. 51' ■ 5350. 5352. 53;
5480. 5481. 548
.
Ferner sim von Anleihe von Anleihe I
Die Ansza Schreibungen zi vom 2. Januar pro Stück bei unserer 6e : bei dem Bankt ■: bei dem Bankl bei dem Bank
Giessei
Jus(
$n iinfttem Spsi> unb $ar Mgtnbti tingtk Mnb auSzesck Hoff Walz von wählt werden.
Hungen,
Weoen Nepc N Dienstag, M was hiermit
Gießen, ben Mb. Uniuerfii
Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.
Sept
cv
Wetter
1911
Z
5/
es
eo
v
0
0
0
Sonnenschein KlarerHiminel Sonnenschein
8,9
92
7.0
2 still
2
E still NNW
18 7
12 4
8,7
52,0
52,6
•52.7
10.
0 11 a
2 B 2-
56
87
84
Müller'sche Badeanstalt.
Waf > erw arme der Lahn am 11. Sevt. : 15 6 R.
bi» 10.
, 10.
WZ
WH
M
4? 727 ? 61
1300,7/4 fl
“<ig,
Spielplan der vereinigten Srantfurtcr Stadttheater.
Opernhaus.
Montag, den 11. September, abends 77, Uhr: „Ein Walzertraum." Dienstag, den 12. September'): Zum ersten Male: „König für einen Tag." Mittwoch, den 13. September, abends 77, Uhr: »Mignon/ Donnerstag, den 14. September: .Der fliegende Holländer/ Freitag, den 15. September: „KönigSkinder/ Samstag, den 16. September: „Fidelio." Sonntag, den 17. September: „König für einen Tag/ Montag, den 18. September: »Die Zauber flöte." Dienstag, den 19. September: .Der Troubadour." Mittwoch, den 20. September, abends 77. Uhr: .Der Bettelsludent/ " y ’
Schauspielhaus.
Montag, den 11. September',: .Der Herr öofrat* Dienstag, den 12. September: „Eine Ehe." Mittwoch, den 13. September: .Eine Ehe." Donnerstag, den 14. September, abends 77, Uhr: Anatol-Zyklus." Freitag, den 15. September, abends 7H Uhr: „Iphigenie auf Tauris/ Samstag, den 16. September: Zum ersten Wale: „Em greifet Paris/ Hierauf zum ersten Male: „Die Bildschnitzer/' Zum Schluß zum ersten Male: „Frauentreue. Sonntag, den 17. September, nachmittags 3% Uhr: „Flachs- mann als Erzieher." Abends 7 Uhr: „Ein greiser Paris." Hierauf: „Die Bildschnitzer/ Zum Schluß: „Frauentreue." Montag, den 18. September: „Eine Ehe." Dienstag, 19. Sep- ' tember, abends 7% Uhr: „Glaube und Heimat." Mittwoch, den 20. September: „Ein greiser Paris." Hierauf: „Die Bildschnitzer." Zum Schluß: „Frauentreue."
*> Anfang, wenn nickt anders bemerkt, abends um 7 Ufa,
Ob
Uettag, den Ldeingan» Qn L'^runga M den 9. Se Grohh
50 kostet es, sich von der überragen
, ; den Qualität der Pchrrholinfeifc
ats idealeo -pautpflegemittet zu überzeugen, ein Versuch damii führt zu gewltz dauerndem Gebrauch. [b“/«
Septbr. =- ft- 19,8' C.
„ = 4- 9 9 k 1.
höchste Temperatur am 9.
yhebvigite , . 9
'unu K\. 2; kte '°°> 9.8( ^er ] Dl. r„un3merü to f Gewinne fmen ^^wibrj6146-
I
I S181OA 226 3I l’feÄ: I ^13001 26 60 601 7« ’-i SSÄU6« ’


