koftschiffahtt.
Karlsruhe, 6. Ma:. Für den Z u v e r l ä s s i g k e i t s- ' l u g a in O b e r r h c i n hat die Grobherzoglich badische Regierung dein Karlsruher Verein für Lustschiffahrt 5000 Mk. für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Der Großherzog von Baden stiftete zwei Ehrenpreise, einen wertvolleren für den Offizier-Conderfülg und einen zweiten für einen noch zu be- stimmenden Lokal-Schauflng.
Kopenhagen, 8. Mai. Der belgische Flieger Cozic stieg gestern abend in Mal m o e ans und flog über den Sund nach dein bei Kopenhagen gelegenen Flugplatz. Ter Flug über den Sund dauerte 45 Minuten. Bei der Landung riß die Menge die Absperrung nieder und stürmte auf den Flugplatz, so daß das anwesende Militär einschreiten mußte. Cozic gewann mit dem Fluge den Dreis von 2000 Kronen.
S ch a nghai, 6. Mai. Der französische Flieger V a l l o n ist ans beträchtlicher Höhe abgestürzt. Er war sofort tot.
vermischter.
* Gedenktafel für Kaiser Friedrich III. Im ^omgarten zu Speyer wurde gestern an der Stelle, an welcher am 30. Juli 1870 der damalige Führer des dritten Armeekorps, KrvnPrinz Friedrich Wilhelm, den Vorbeimarsch der beiden bayerischen Armeekorps, die in jenen Tagen über den Rhein in den Krieg zogen, abnahm, eine vom Kommerzienrat Fasig-Ludwigshafen gestiftete Gedenktafel in Anwesenheit der Spitzen der Behörden, Deputierten der Pfälzischen Regimenter und vieler militärischer Personen cingeweiht. Die Tafel ist in Bronze gehalten Und trägt in goldenen Buchstaben das Datum 30. Juli 1870, darunter das Reichswappen. Die Festrede hielt Regierungsdirektor von Conrad. Der Entwurf der Tafel ist Don Professor Gabriel Seidl- München und die Ausführung von Professor Ferdinand von Miller in München. 'Gleichzeitig mit dieser Feier wurde die 40jährige Gedenkfeier des Friedensschlusses begangen.
* Die Balken st adt London. Infolge der gewaltigen Gerüste , die jetzt allenthalben in London rn den Straßen, die die Krönungsprozession berühren wird, errichtet werden, erhält die Weltstadt das Aussehen, als ob man in ihr gewaltigen Barrikadenkämpfen entgegenging. Tag Und Nacht arbeiten die Tischler, um dem Bedarf an Tribünensitzen zu genügen. Namentlich der Parlamentsplatz und der Vorhof der Westminsterabtei sind nicht mehr zu erkennen. Vor der Abtei und vor der St. Margueriten- kirche ist ein Wald hochragender Stämme emporgewachsen, die demnächst die Tribünen zu tragen haben. Durch die Entfernung einiger der wundervollen farbigen Fenster und durch die Errichtung von Holztreppen zu den Fensteröffnungen hat man einen Noteingang in die Abtei geschaffen. Nichts mehr ist von den grünen Wiesenplätzen zu sehen, kaum ragen die Baumkronen mit ihren Frühlingsknojpen jaus den Sitzgerüsten heraus. Die Standbilder berühmter Staatsmänner, die den Parlamentsplatz sonst schmücken, find von dem Wald der Balken verschlungen. Nach Mitteilungen der Tribünenbesitzer war die Nachfrage für Sitze während dieser Woche außerordentlich rege. Das Westminster Hospital, von dem aus der Aufzug auf eine weite Entfernung sichtbar ist, hat bereits zwei Drittel der vorhandenen Sitze verkauft. Wenn man bedenkt, daß es Raum für zweitausend Zuschauer bietet, und daß der einzelne Sitz bereits jetzt die hübsche Summe von 100 bis über 400 Mark kostet, so erscheint eine riesige Einnahme für die glücklichen Besitzer von Häusern und Tribünen ständen an der Krönungsroute als gewiß.
* Ein edler Knaster. Wenn schon die Italiener allen Grund haben, sich über ihre „Virginia" bitter zu beschweren, so scheint es doch, daß es den andern Nationen in den gesegneten
südlicheren Himmelsstrichen nicht viel schlechter geht. Und zum, Trost ihrer Landsleute führt die italienische Zeitschrift „Jl Tobacco" einige Verhaltungsmaßregeln an, die, wie sie sagt, ein boshaster Mann den Rauchern von Virginias in Rumänien gegeben hat. 1) Man wähle nur ganz Helle Zigarren, da kein Mägen, so stark er auch sei, die mit dunklem Deckblatt vertragen könne. 2) Man entierne sorgfältig alle Fäden, Haare, Borsten und Lederstücke, die auf der Oberfläche der Virginia erscheinen- 3) Man schließe vordem Rauchen eine Lebens- und Unfallversicherung ab. 4) Man begebe sich an einen völlig einsamen Ort, der wenigstens drei Kilometer von jedem Lebewesen entfernt ist. 5) Man versehe sich mit einem Arzt, mit einerTaschenapotheke, einem kleinen Becken, einer Luftpumpe, einer Bahre und zwei kräftigen Gepäckträgern, wobei der Arzt und die beiden Gepäckträger mit Brillen und Essig getränkten Schwämmen versehen sein müssen. 6) Dann versuche man geduldig die Zigarre anzuzünden, wobei man zwei bis drei unserer Streichholzschachteln verbrauche und 71 man wende immer die höchste Vorsicht an, und wenn man zu Ende geraucht hat, so lösche man den Stummel in einem Tümpel".
Kleine Lageschronik.
In SB j er n n t wurde in der Nacht zum 7. Mai ein E r d st o ß, in der folgenden Nacht ein Erdbeben, mit Getöse verbunden, und eine halbe Stunde später wieder ein Erdstoß verspürt.
Ter Schlächtergeselle Für sterling wurde als Anstifter oder Mithelfer an der Ermordung der Frau des Schlächtermeisters Nickel in Lichtenberg festgenontmen.
Märkte.
ke. Frankfurt a.M. Viehhof-Marktbericht vom 8. Mai. Austrieb: 1328 Rinder, 572 Ochsen (darunter 15 aus Dänemark), 47 Bullen, 709 Kühe und Färsen, 270 Kälber, 238 Schafe, 2110 Schweine.
Tendenz: Rinder schleppend; Ochsen, junge, gesucht; Kälber langsam; Schafe geräumt; Schweine verbleibt Ueberstand.
Ochsen.
Dollfleischige, ousgelnästete, höchsten Schlacht- wertes, 4—7 Jahre alt • . die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Bullen.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw.
Vollfleischige, jüngere... .....
Färsen, Kühe.
Vollfleischige ausgeni. Färsen höchst. Schlachtw.
Vollsteischige ailsgemästeteKühe höchstenSchlacht- wertes bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen ältere ansgemäslete Kühe "Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen ....
S ä I b er.
Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... Geringere Mast- und gute Saugkälber . . .
Schafe.
Stallmastschase:
Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80—100 kg
Lebendgewicht 47.00—49.00 60.00—62.00
Vollsteischige Sch,»eine unter 80 kg
Lebendgeivicht 47.00—48.00 60.00—61.00
Vollfleischige Schweine von 100—120 kg
Lebendgewicht........ 47.00—49.00 59.00—61.00
Vollsteischige Schweine von 120—150 kg
Lebendgewicht 46.00—48.00 57.50—60.00 ic. tzraukfurt a. M., 8. Mai. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz. ) Anitliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen "Mk. 21.00—21.10, Kurhess. Mk. 21.00—21.20, nordd. 00 Mk., La Mata Kansas "Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) "Mk. 18.00 bis Mk.00.00, Gerste (Wetterauer)Mk.l8.00—19.00, Gerste Frauken Pfälzer
Preis für lOO Psd. Lebend- Schlacht-
51-56 93-97
46—50 83—91
42—45 77-83
45—48 75—80
39-44 65—73
45—50 81—89
43-47 80-84
40-43 77—83
37-42 69-78
30—36 60-72
20—27 46—61
59—63 98—105
54—58 92-98
50-53 85-90
43—46 90-00
Ried Mk. 18.50—19.50 Kleie Mk. 00.00—00.00, Hafer Mk pm bis Mk. 19.00, Mais Mk 14.85—15.00, Weizenmehl 0 Mk. 2^ bis 00.00 2. Qualität Mk. 23.75—00.00, 3. Qualität Mk eo'-x bis Mk. 00.00, 4. Qualität Mk. 00.00-00.00, 9ioqq"emneh[ n Mk. 22.50—23.00 1 Qualität Mk. 00.00—00.00, 2. Qual. Mk. 00 cn bis 00.00, Weizenkleie "Mk. 8.75 bis Mk. 9.00, Wenenicba. Mk. 9.25—9.50 Roggenkleie Alk. 9.00 bis Mk. 9.50, Malcke n ? Mk. 00.00—00.00, Raps Mk. 23.00-00.00, Stcrtrcber 12.00-P Alles per 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M., 8. Mai. (Orig.-Telegr. des »Gies. Anzeigers") Kartosfelmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 6.75—8.50, im Kleinhandel Mk. 9.50—10.00 für p 100 Kg.
E.6. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 8.Mai Auftrieb: Rinder L>7 (Ochsen 86, Kühe 21, Bullen 00), Kälber 33 Schaie 48, Schweine 351.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine ruhiq.
Preis Durch- pro 100 Vst). schnittsoreis teb£"b'pro 100 Pfund Ochl-n. m-Lwn-Sis
Vollsteischige, ausgemästete, höchsten
Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 47—49 85—89 48 87
Junge, fleischige, nicht auSgemäfte und
ältere ausgemästete 43—46 83—84 44 83
Ungejochte ... 49—51 89—91 50 90
Bull en.
Vollfleischige, ausgeivachseiie, höchsten
Schlachtwertes 44—46 80—84 45 8;'
Vollsteischige, jüngere 40-43 75—78 41 76
Färsen, Kühe.
Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes 46-50 34—87 48 85
Vollsteischlge ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 40—43 77—78 41 77
Aellere ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte jüngereKuhe u. Färsen 35—39 70—75 37 72
Kälber.
Feinste Mastkälber 64-66 106-110 65 108
Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 59—62 98-106 60 io> Geringere Mast- und gute Saugkälber 54—58 90-96 56 93
Sch a ie.
Weidemastschase 45-00 90-00 45 90
Schweine.
Vollsteischige Schweine bis zu 2 Zentner
Lebendgewicht 47—48 60—62 47 61
Vollsteischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 47—48 61—62 47 61
Vollsteischige Schweine über 21/, Zentner
Lebendgewicht 45—46 59—60 45 59
Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend
gewicht 47—48 60—61 47 60
Sauen 42—44 54-56 49 55
Ueberstand: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine langsam geräumt.
Meteorologische Beobachtungen der Station Elehen.
Höchste Temperatur am 7. bis 8. Mai — -j- 17,5' 3.
Niedrigste , , 7. , 8. , = 4-9,8 *0,
Niederschlag: — 0,0 mm.
Mai
1911
Barometer aus 0° reduziert
Temperatur M der Luft |
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke II
Cröb der Bewölkung ta^ebntel ber'n
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