Ausgabe 
9.3.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Das mürbe nun, da in Mexiko zahlreiche Ausländer leben, auch ine europäischen Staaten berechtigen, durch Entsendung von >triegssclüffen ihre Staatsangehörigen zu schützen, wenn nicht die Vereinigten Staaten auf Grund der Monroedottrin sich dieses entschieden verbitten mürben. Man wird deshalb wohl oder übel der Union überlassen müssen, die Ruhe in Mexiko wiederherzustetlen, und wenn sie das in einer so energischen Weise tut, daß sie zu -diesem Zweck 20000 Ma.M, das ist ein Viertel ihrer ganzen Streitmacht, mobilisiert und in Texas an der Grenze von Mexiko versammelt, sowie auch die 5. Division -der atlantischen Flotte in die mexikanischen Gewässer be­ordert, so kann uns das nur recht fein.

Und doch erregt das amerikanische Vorgehen gegen Mexiko aus mehr als einem Grunde die schlimmsten Be° -denken. Wenn man liest, daß das .Kriegsamt in Washing­ton die Mobilisierung von 15 Jnfanterieregimentern, fünf Kavallerie- und 3 Artillerieregimentern, sowie die Kon­zentration eines Teils der atlantischen Flotte in den mexi­kanischen Gewässern anordnet, unter dem Vorgeben, dort ,rm südlichen Texas Manöver vornehmen zu wollen, so tfhtbet natürlich diese Darstellung wegen der Jahreszeit, oes Manövergeländes und der Plötzlichkeit des Befehls nirgends Glauben. Man weiß zur Genüge, daß sich diese ^Manöver" gegen Mexiko richten. Aber diese Verdunke­lung der tatsächlichen Absichten zeigt doch, daß in Washing­ton hinsichtlich der bewaffneten Intervention eine Un­sicherheit herrscht, «die nur darauf ^urückzuführen fein kann, daß man sich dort vor England furchtet, das durch feinen Botschafter bereit# andeuten ließ, daß es, falls Amerika die Ausländer in Mexiko nicht genügend schützen könne, selb­ständig einschreiten würde. Damit aber wäre und das müßte allen Amerikanern natürlich äußerst schmerzlich sein das Recht der Union, auf dem amerikanischen Kontinent aDWn Sorge für Ruhe und Ordnung zu tragen, durch­löchert, uird es könnte darüber leicht zu ernsthaften Difse- venzen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritan­nien kommen.

Die Möglichkeit aber, daß England und vielleicht auch andere Staaten den Schutz ihrer Landsleute selbständig üt die Hand nehmen, besteht umso mehr, als nach Lage her Dinge die Union wahrscheinlich gar nicht die mili­tärischen Kräfte besitzt, um das Regiment der jetzigen mexi­kanischen Regierung wiederherz-ustellen. Denn alle Mexi­kaner, soweit ihnen die Trusts nicht die Tasche füllen, hassen die Nordamerikaner. Sie sind ihnen keineswegs dankbar für die durch sie bewirkte Aufschließung des Landes, sondern sehen in ihnen nur Ausbeuter. Um nun su verhüten, daß der Aufstand infolge der drohenden ameri- «mischen Intervention nicht noch eine größere Ausdeh­nung annimmt, soll Porfirro Diaz planen, die 14 000 Mann Roglerungstruppen, auf die er sich wirklich verlassen kann, und die je^t die Hauptstadt schützen, in die unruhigen Nord­provinzen zu entsenden, tim dort die Aufständischen zur Äiaison zu oringen und so eine amerikanische Intervention unnötig zu machen.

Die Mobilmachung der Vereinigten Staaten.

Washington, 8. Marz. Das Staatsdepartement und das Lriegsministerium beobachten über die M o b i l m a ch u n g völliges Stülschweigen. Sicher ist, daß die Mobilisierung auf einen persön­lichen Bericht des amerikanischen Botschafters in Mexiko zurück­zuführen ist.

Neuyvrk, 8. März. Der Kommandant des Departements des Ostens, General Grant, hat heute nachmittag von Washing­ton den Befehl erhalten, alle verfügbaren Mannschaften des Forts von Neuyork und im Hasen bereit zu halten, um sich heute nacht <m Bord des DampfersJamestown" noch Fort Menres (Vir- ginta' abgehen zu lassen. Ihre (Zahl beträgt 1300. Dies ist die> größte Streitmacht, die feil dem spanischen Kriege dteuyork verlassen hat.

Washington, 8. März. Die kommandierenden Offiziere .befolgen überall mit Gfer den Befehl zur Sanrmlung der Truppen. Zahlreiche Regimenter sind bereits auf dem Marsch nach den OaimnelfteUen,. pindere sind bereit aufzubrechen und warten nur auf die Verladung, für die von den Bahnverwaltungen auf eine 'so kurze Ankündigung hin die notwendigen Züge nicht gestellt -werden konnten. Die Schiffe auf dem Atlantischen und Großen «Ozean sind damit beschäftigt, Kohlen und Lebensrnittel einzu- .nehmen zur Vorbereitung schneller Fahrten nach dem Golf von 'Mexiko oder nach den Gewässern Südkaliforniens. Man glaubt, daß die wirkliche Bedeutung der Mobilmachung auf die Lage in Mexiko 'zurückzuführen ist und auf die wachsende Wahrscheinlichkeit, daß sich die Dinge dort in einem weniger befriedigenden Zustande befinden, als die mexikanische Regierung behauptet. Die vege Tätigkeit, dir plötzlich eingesetzt hat, scheint die Meldung zu bestätigen, daß der englische Bot­schafter Bryee angedeutet hat, England werde eingreisen, wenn ldie Vereinigten Staaten dies nicht selber tuen.

Einem Telegramm aus der Haupt st adtMexikos zufolge : machte der Präsident gestern seinen gewöhnlichen Spaziergang Int den Anlagen des Mliastes und erledigte bis spät nachts '.Staatsgeschäste, offenbar, ohne durch die ^stlfammenziehung der amerikanischen Truppen beunruhigt zu sein.

Neupork, 8. März. Wie aus El Paso gemeldet wird, erlitten die mexikanischen Revolutionäre bei einem Angriff aus die Stadt Cassa Grandes schwere Verluste.

Washington, 8. Mörz. .Die mexikanische Gesandtschaft erklärt, das Gerücht, Mexiko ersuchte oder ersuche! eine Inter vention der Vereinigten Staaten zur Lösung in­terner Schwierigkeiten, sei lächerlich. Mexiko habe die Macht, -die Revolution zu unterdrücken: die öffentliche Meinung stehe der Regierung zur Seite. Tie Gefangennahme einer An zach! ;Amerikaner!, dip an der Revolution beteiligt wären, sei aus mexikanischem, nicht auf amerikanischem Boden erfolgt.

England und die vagdadbahn.

Im englischen Unterlaufe führte Sir Edward Grey auf An ­fragen Balfours au5:

Wir können unmöglich eine Konzession nehmen, welche die Deutschen von der Türkei erlangt haben und wir können diese in dem Bau der Bahnen nicht Halt gebieten. Ich denke aber, wir können Garantien für gleiche Bedingungen erhalten und wir sind in jedem Falle zu der Forderung berechtigt, daß es keine Vorzugsrechte geben soll. Wenn diese Garantien nicht hin­reichend sind, so Haven Sie keine andere Wahl als Konzessionen für den Bau von anderen Bahnen zu verlangen, die unter Ihrer eigenen Kontrolle stehen werden. Wir sind nicht ganz so hilflos, wie man nach BalsourS Rede vermuten könnte. Diese Bahnen befinden sich in türkischem Gebiet und werden viel Geld kosten. Tie türkische Regierung hat vor wenigen Jahren die Zustimmung für eine dreiprozentigc Erhöhung der Zölle für einen beschränkten Zeitraum erhalten. Seither hat sie um eine vierprozentige Er­höhung ersucht. Diese Sätze können ohne unsere Zustimmung nicht erhoben werden. Es liegt mir außerordentlich daran, daß wir unsere Zustimmung geben, denn ich wünsche, das neue Regime in der Türkei gestärkt zu sehen und im Besitze politischer Hilfs­quellen, die eS in den Stand setzen, eine starke und gerechte Regie­

rung ht allen Zeilen des türkischen Reiches za begründen. Wir hoben weder ein Recht noch einen Anspruch darauf gegen die Ausführung der Bagdadbahn nach den Bestimmungen der Kon­zessionen seitens der deutschen Konzessionäre und der Türken Einwände zu erheben. Aber wenn wir ersucht werden, unsere Zustimmling zur Schaffung weiterer Eiunahmequellen für die tür- kischc Regierung zu geben, so haben wir das Recht zu verlangen, daß sich die türkische Regierung, bevor wir unsere Zustimmung geben, klar macht, daß die Einnahmen für den Zweck verwendet werden sollen, dem wir sie gewidmet sehen möchten, nämlich für eine gute Regierung und die Stärkung des türfifdten Reichs und nicht für den Bau von Bahnen, welche die türkische Re­gierung aus strategischen Gründen wünschen mag, die aber unter Umständen die Rechte des britischen Hairdels schädigen mögen. Das ist unsere Stellung bezüglich der Bagdadbahn.

Aus Hessen.

Der verstorbene Abgeordnete Köhler- La ngsdorfund dieSchnlferien. Nach dem Bericht des Vierten Ausschusses der Zweiten Kammer über den Antrag des verstorbenen Abgeordneten Köhler-Langs­dorf betreffend Schulferien hat das Gryßh. Ministerium des Innern sich zu diesem Anträge folgendermaßen ge­äußert:

Der Angleichung der Volksschulferien an die der höheren Lehranstalten steht die oberste Schulbehörde wohlwollend gegenüber. Doch bedarf es dazu einer Aenderung des Volksschülgesetzes, und diese wird nur im Zusammenhang mit anderen als notwendig zu erach­tenden Aenderungen dieses Gesetzes vorgenommen werden können. Der zurzeit bestehenoe Unterschied zwischen den Ferien der höheren Lehranstalten und den Volksschulen ist so unbedeutend, daß es sich nicht der Mühe verlohnt, wegen dieses einen Punktes allein eine Aenderung des Gesetzes vorzunehmen, (gez.) Eisen huth."

Der Ausschuß beantragt: mit Rücksicht auf die grundsätzlich wohlwollende Stellung der Regierung zu der gegebenen Anregung die Angelegenheit bis zu einer Aen­derung des Volksschulgesetzes vorläufig für erledigt zu er­klären.

vent-ches Nevch.

Der Kaiser blieb am Mittwoch vormittag an Bord derDeutschland". Um 111/2 Uhr holte der Lloyddampfer Vorwärts" den Kaiser von Bord der Deutschland. Um 11 Uhr 40 Minuten ging der Hofzug von Bremen ab. Der Kaiser ist am Mittwoch um 6 Uhr 45 Minuten in Kiel eingetroffen. Er begab sich auf dem Wasserwege nach dem Königlichen Schloß, wo er Wohnung nimmt.

Dem Reichstag ist ein Antrag Gröber zcuge-- gangen, der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, die alsbaldige Vorlegung eines Gesetzentwurfes zur Neuregelung der Dien st Verhältnisse der Reich s'b e amten zu veranlassen, in welchem das Dis­ziplinarverfahren mit ausreichenden Garantien für die Rechte der Beamten versehen, insbesondere das Wieder­aufnahmeverfahren, geregelt und die Vorschrift aufgeuom- meti wird, nach der, wenn in die Personalakten Vorkomm­nisse eingetragen werden, die den Beamten zum Nachteil gereichen, die Entscheidung hierauf nur begründet werden darf, nachdem den Beamten Gelegenheit zur Aeußerung gegeben werde.

In der Stadtverornetensitzung in Eh ar- lottenburg kam es am Mittwoch wegen der Erhöhung der Einkommensteuer von 100 auf HO Prozent zn heftigen Szenen. Die Beratung wurde schließlich aus Antrag des Magistrats vertagt, weil die Stadt Charlotten- burg abwarteu will, wie hoch die städtischen Körperschaften von Berlin die Einkommensteuer festsetzen werden.

Aus Essen (Ruhv) wird gemeldet: Eine etwa 1000 Mitglieder zählende sozialdemokratische Ju g en d o r ganisati 011 ist aufgelöst worden. __

«JÜisnauö.

Der Londoner Korrespondent desTemps" will er­fahren haben, daß die türkische Regierung dem eng­lischen auswärtigen Amt den Entwurf eines Abkom­mens über die Bahnlinie Bagdad-Persischer Golf, sowie über die K 0 w e i t s r a g e überreicht habe. Die darin enthaltenen Vorschläge seien noch nicht bekannt. Dock) könne man oermuten, daß die deutsche Bagdad­bahngesellschaft sich herbeigelassen habe, nur einen kleinen Teil an der Bahnlinie Bagdad-Persischer Golf zu beanspruchen und daß sie als E r s a tz für dieses Zuge­ständnis den Anschluß ihrer Bahn an oen Hafen von 2lle- xandrette erhalten werde.

hessische Zweite Nammer.

(Fortsetzung aus dem 3. Blatt.)

R.B. Darmstadt, 8. März.

Nachmittagssitzu 11 g.

Dcr Regienmgstisch ist nne am Vormittag besetzt.

In der um 31/-.- Uljr vom Vizepräsidenten Korell eröffneten Sitzung wird die Etatsberatung beim Kapitel 10,

Staatseisenbahnen fortgesetzt.

Abg. Dr. Osann »veist auf die günstige Entwickelung der preußrfch^l)essischen Eisenbahn-Gemeinschaft hin. Er erklärt, ber Ersenbahnvertrag sei für Hessen von günstiger Wirkung gewesen, bas Müsse festgelpilten werden. Ein guter Erfolg sei namentlich! in der Stellung ber Beamten unb der Bahnarbeiter eingetreten, doch sei bedauerlich, daß man damit zögere, manchen Kreisen der Angestellten die Beamteneigenschast zu er- fetten. Die soziale Fürsorge für die Letzteren sei sehr weitgehend entwickelt. Redner lenkt die Aufmerksamkeü der Regierung auf eine Vorstellung ber Unter boomten, worin biefelbeiT um Versetzung in eine Miftelklosse ersuchen: ebenso erstrebten die als Kolonnenführer beschäftigten Arbeiter eine Verbesserung ihrer Stellung. Die Löhne der unteren Klassen ber Eisenbahnbebienstetcn seien in den letzten Jahren wesentlich gestiegen, so bei den Betriebsarbeitern um 221/2%. Redner bringt dann noch versckstedene Wünsche aus Interessentenkreisen vor und verlangt, daß die großentwickelte Möbelindustrie bei der Eisen- bahndirektion mehr Entgegenkommen finden möge.

Abg. Reh (fretf.) beklagt die meist recht mangelhafte Zug­verbindung von der Zentrale Frankfurt aus. Die Verbindung FrankfurtGießen lasse sehr zu wünschen übrig und auf der Linie GießenFulda liefen meist ganz alte Wagen, die nur eine sehr schlechte Heizung ermöglichten.

Abg. Fulda (Soz.) bespricht ebenfalls die Bahnverbindung mit Srannurt und bringt verschiedene Wünsche bez. der Ver­bindung mit Neu-Isenburg vor.

Abg. Wolf (®bb.) beklagt das Verschwinden der Doppel­namen bei vielen Stationen, z. B. JugenheimPartenheim u. a Das sollte schon in Rücksicht auf die Gemeinden vermieden wer­

den, die für die Erlangung der Eisenbahn meist erhebliche Opfq I gebracht hätten.

Abg. Tr. Schmitt (Bentr.) rügt die ungünstige Verbindung I zwischen Darmstadt und Mainz unb namentlich die mangelnd«: I Anschlüsse in Mainz. Man sei auch höchst unangenehm über­rascht worden, durch die plötzliche 2lufhebung der Abfertigungs­stellen von Rundreisekarten von Darmstadt nach Mainz. Mai febe sich jetzt in Hessen gezwungen, zwecks Ausstellung von Rund- reiseheffen sich nach Frankfurt zu wenden, was einen Zeiwerluh i von zirka drei Tagen 6ebeute. Eine Rückgängigmachung dieser . unbegreiflichen Maßregeln müsse unbedingt verlangt Werder. ' Steiler kommt der Redner auf eine im März 1910 an die Eisen- ; bahndirektion gerichtete Vorstellung der Maschinenpuher zurück, worin um frühere Abfahrt des sie besördernden Abent^uges^ Berücksichtigung der freien Sonntage usw. ersucht wird. Der letztere Punkt sei bewilligt worden, dagegen baute die zu spüle Mfahrt des Abendzuges noch immer fort und zwar, wie scheine, nur auf Veranlassung ber direkten Vorgesetzten bei j Arbeiter.

Abg. Molthan (Ztr.) bringt die seit Jahren projektierte Bahnlinie GustavsburgTreburGoddelau in Erinnerung und \ erklärt, daß diese Bahnlinie sehr wichtig sei für die Verkehrs­verbindung mit den Gemeinden im Ried. Es sei über dieses Bahnprojekt schon so viel diskutiert worden, man wolle nun endlich Mähren, ob diese Strecke zur Aussührung komme oder nicht.

Abg. Lang (Natl.) bespricht die Bahnlinie zwischen Um­stadt und dem Mümlingtal.

Abg. Dr. Winkler (Natl.) vnwahrt sich namens ber an der Bahnstrecke NiersteinUndenheim gelegenen Gemeinden gegen eine Früherlegung des Vormittagszuges 11.16 ab Nierstein. Tie Landleute wären andernfalls nicht mehr in der Lage, nach «Er. (ebigung ihrer Geschäfte in Mainz und Oppenheim am Vor- mittag nach Hause zu kommen unb müßten einen vollen Tag verlieren. Die Wünsche einiger weniger Interessenten dürften i angesichts der schweren Schädigung der beteiligten Landbevölke. j rung nicht berücksichtigt werben. Redner wünscht weiter, dir Einrichtimg einer Haltestelle für den Personenverkehr von Dirn, beim. Es genüge, wenn vorerst die Triebwagen auf der Strecke MainzOppenheim bis Dienheim weitergeführt würden.

Abg. Köhler- Worms (natl.) bellaat ebenfalls mehrere Uebelstände, namentlich die schlechte, umständliche Verbindung WormsDarmstadt. Man müsse bis Goddelau in einem Zuge fahren, der nach Mannheim geht, es hatten auch verschiedene ungünstige Verschiebungen in per Verbindung zwischen Worms und der Bergstraße stattgefunden.

Abg. Finger (natl.) tritt für eine bessere Verbindung WormsBingen rin, besonders durch Einlegung eines geeigneten Eilzuges.

Abg. Berthold (Sozd.) bellagt Mißstände in den Eisen­bahnbetriebswerkstötten und die ungünstige Verbindung Gustavs- bürgTreburGoddelau.

Abg. Stöpler (natl.) bedauert die ungünstigen Züge zwi- schen GießenFulda.

Abg. Senßfelder (236b.) wünscht bessere Verbindung zwb schen DarmstadtLangen und bringt verschiedene Wünsche, be­sonders günstigere Anschlüsse zwischen Groß-Gerau und Mainz.

Abg. Bähr (Wild) spricht für eine bessere Verbindung aus I ber Strecke HanauFulba. Als er dann in umständlicher Weise ; gegen Idie Regierung spricht und bemerkt, diese habe ein von ihm übersandtes Aktenstückunterschlagen", wird ihm vom Vizepräsi- ] benten Dr. Schmitt eine Rüge erteilt.

Abg. v. Brentan0 (Ztr.) erörtert die ungünstige Anschluß- verbinbung DarmstabtMainzBingen.

Abg. Breibenbach (Bbb.) bittet die Regierung um Aus­kunft, wie es mit der Balmverbindung Bad-NauheimUsingen steht.

Abg. T i e h l (natl.) führt aus, die vielen hier vorgebrachten Einzelsälle konnten besser durch die Ministerialabteilung erledigt 1 werden: er habe darin günstige Erfahrungen gemacht. Ter Redner lenkt dann die Aufmerksamkeit auf die Gegend des Ketten­heimer Grundes hinter Alzey. Abg. MoltHan rüst: Die habe» . ja ihre Bahn.!) Gewiß, aber feine Züge. (Heiterkeit.) Die 1 Züge treffen früh 6.9 und vormittags 10.8 in Alzey ein, so daß M sie weder von den Schülern, noch von Angestellten usw. benutzt werden können Es sollte ein um 8 Uhr eintreffenber Zug eiw gelegt werden. Eine Verbesserung ber Bahnhofsverhältnisse in Alzey sei ebenfalls dringend geboten; erst jüngst fei wieder ein Mann auf dem dortigen Bahnhof verunglückt.

Abg. "Muter (natl.) bringt seine Wünsche berüal. der Bahn­anlage in den Odenwald vor und ersucht um Beschleunigung beß j Projektes BsnshrimLindenfels. Geh. Oberfinanzrat Rohde I erklärt, er wolle bei ber vorgerückten Zeit nicht auf eisenbohnq j politische Dinge cüngehen, sondern sich auf die Beantwortung einzelner Wünsche beschränken. Den Antrag Raab könne die Regierung nicht befürworten, sie sei nicht in der Lage, beit Wunsch ber Beamten der ehemaligen Main-Neckar-Bahn zu unter« stützen. Den Beamten sei wiederholt die Wahl gelassen worden, entweder in das neue Verhältnis überzutreten, ober im alten Verhältnis zu verbleiben. Auf die Beamten, die früher nicht - übergetreten seien, könne das Gesetz von 1907 nicht angetoenbtt werden. Jetzt sei ber Regierung keine Möglichkeit mepr gegeben für biese Beamten rinzutreten, und er müsse scharfen Wider­spruch gegen bchr Mg. Raab erheben, wenn dieser behaupte, Preußen Hobe seine rechtlichen Verpflichtungen nicht ringeyalten; Preußen Hobe alle'seine Zusagen genau erfüllt. Die Bahnver­bindung auf der Strecke FrankfurtGießen sei besser geworden, es liefen jetzt 7 Züge, gegen früher nur 5. Bezüglich des Pro­jektes GustavsburgGoddelau gibt ber Redner nähere Zahl« über bie schlechte Rentierung und meint, daß bei so geringer Verzinsung von 1,4 Proz. oie Aussicht auf Aufnahme in die Eisenbohngemrinschast nur sehr gering sei. Bezüglich der Besser­stellung der Erseubohnarbriter sei Hessen nicht zuständig. Zag gegen werde die Regierung gern den Wunsch der Möbelindustrie weiter verfolgen. Die Aufhebung des Verkehrsbureaus in Darm­stadt unb Münz sei erfolgt, weil kern Bedürfnis dafür Vorhand« war.

Mg. Reh (frf. Vp.) wünscht eine bessere Verbindung zwisch« AlsfeldFulda und FuldaFrankfurt und bittet die Regierung um Unterstützung des Projektes.

Bei Anwesenheit von nur 14 Abgeordneten wird der Antrag Raab angenommen und dann das Kapitel genehmigt.

Schluß der Sitzung 6 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag früh 9 Uhr. _

Aus Stadt und Land.

Gießen, 9. März 1911.

* TaqeSkalender für Donnerstag, 9. März: Dortrag be5 Frauenbundes dcr deutschen Kolonialqesellschast und der Gele» schalt kür Erd- und Völkerkunde. Oberleutnant Rausch: Jntz Regt. 117: Der Untergang deS HererovolkeS und feine Bedeutung Abends 8 Uhr in der großen Aula der Universität.

Wahlverfammlungen:NationalliberaleParteß Abends 8'/, Uhr in SLtinS Garten. Redner: ReichstagSabg Paafche und Prof. Dr. GifeviuS. Fortschrittliche Volkspartei: Abends 8'/, Uhr im Eafä Leib. Redner ReichstagSabg. Naumann und Starrer Korell.

* * Ordensverleihung. Der Großherzog hat beirt Ingenieur Peter Schneider zu Charlottenburg die Er­laubnis erteilt, .den ihm von dem Koüig von Preußen verliehenen §bronen-Orden 4. Klasse annehmen und tragen zu dürfen.

* * Technische Hochschule. Der Großherzog hat dem außerorüentltchen Professor an der Technischen

Beethewihrte

70e/e Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Dnrtl die BektrltlllUwerke nnd Installation» geachA/le xn beziehen. Aeerieeellsclkatt. Berlin 0.17

LAMPE W

/OSRAM

Gekille, (ingeiöhrt ® Lei A* 9< 1 n>e.l

ech.'"'°a

124 Sch« Mause" 'M ldt)( auf ^°r: jllbotf, das sic peinigte, sich öiti 85 Sch'^e« 1313 mit dem tz-usiS beg'N' jiinunung »berg'

Lauterb A 3)1 in- e n t S b-ch'M ins der Jlbesl durch ßSegenito gelegt warm, 13 Mn. in 3 joneiW tonn -adsuhrum? tzegm 9 Uhr k a Von U> Sagen des stüi nad)t§ war dk itubt; tote nagifl verkehr dm gekommer

WLW'

r. Schot Prüfung bi tat Block erhi Knaben, die ß mann, Karl ( Seil, Georg D rich Eberhein auf Grund ü Mfung dis!

w. Dar: £)ttD Reich- Stiftungsfest heute morga stadt jutüi i

StntTal Lai

WI

Juni il« U H« ^uunersl«

««ItretKifj,

KÄXliiä SS