Ausgabe 
9.2.1911 Erstes Blatt
 
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untergebracht:

Nennwert in Mill. Mark

scheu tigen

1908

1909

Es ist ja nun richtig, daß Franireich in der Frage der türkischen Anleche, wie in der ungarischen, eine diplomatische Niederlage gegenüber Deutschland erlitten hat. Wie der

Briand, zu stürzen.

Ter Ehrgeiz der Franzosen ruht nicht. Wahrend ihnen von Petersburg aus warnend zugewintt wird, berauschen

Wertpapieren:

Nennwert in Millionen Mark

Neue Fortschritte der LteruPhotogra­ph i e. Aus Los Angeles in Kalifornien kommt die Nach­richt von einer bedeutsamen astronomischen Beobachtung, die auf dem Mount Wilson-Lbservatorium gelungen in und die durch das mächtige 60 Zoll-Teleskop, das Carnegie kürzlich gestiftet hat, möglich wurde. Mau hat ausgezeich net'e photographische Aufnahmen eines riesigen Spiral uebels erlangt,einer Masse kreisender Gase von 500 Milliarden Meilen Durchmesser". Tie Aufnahme ;cigt ent­weder die Zerstörung oder das Entstehen einer neuen Welt, die etwa läO Milliarden Meilen von dem Zentrum des nächsten großen Spiralnebels entfernt ist. Nach den Be­richten der Sternwarte ist die neue Photographie die schärfste

Die Disziplin in der Kunft.

Bon August Rodin.

Für die Disziplin in der Kunst bricht Rodin in derOpinion" <ine Lanze anläßlich einer von dieser Zeitschrift begonnenen Rund­frage über di, Krise in der Handfertigkeit, in der Kunst, im Handwerk. Mit gewichtigen Worten tritt der große Bildhauer Den Schreiern entgegen, die in. unüberlegtem, selbstgefälligem Frei- heitsdusel alte notwendigen Bande der Ordnung im Handwerk, irie in der Kunst sprengen wottetr:

Nie ist dasHandwerk" non den Künstlern mehr verkannt Norden, als in unserer Zeit. Man verwechselt dasMetier" mit rer Routine, die künstlerischen Rezepte mit den Regeln der Kunst, die ewig sind. Mannigfaltig find die Gründe dieser Verwirrung, ober gar manche stehen in engem Zusammenhänge^ mit der Um Wandlung der politischen Stimmung seit hundert Jahren, bewn- fccr§ bei uns. Nichts ist der Kunst schädlicher, als das Bergenen lener Arten Dogmen, die von den großen Meistern aller Zeiten Jtitgelegt wurden. Tic Aegypser, die Griechen, die Meister der Renaissance, die unseres bewunderungswürdigen 18. Zal)r- ^underks. haben die Grundgesetze des Handwerks gekannt. ?öie wußten, daß man keineswegs durch Folgen der von Viesern oder jenem Künstler ausgestellten Normen _ das ' unstwerk hervorbringt. Die Meisterwerke sind die Krönung mer langen Erfahrung des Künstlers, während alle mehr "der minder hübschen Werke, die mehr zur Industrie als zur Kumt gehören, dem Zahn der Zeit nicht widerstehen. Diese sind unrruckt- llar, denn sie altern sehr schnell und dienen Niemandcui. eu jind nicht das Ergebnis einer langen persönlicheii Arbeit, einer Hingen Geduld Denn cs muß herausgesagt werden: Was un- ßerer Zcir zur Entfaltung des Genies mangelt, i,t die Geduld. Seit hundert Jahren ist das Leben so verwickelt, daß man mehrerer wesentlickxu Vorzüge vcrluüig gegangen Pt, die zur Schaffung von Meisterwerken ersorderlich sind. Einer von diesen riit die Geduld. Man halte sich doch nur Die beispiellose Kratt neuer Meister der Reiiaissauec vor, die sich wenig daraus machten, ub man sie Arbeiter oder Künstler nannte, die in ihren ,,£äbcn mit einer so liebevollcn Geduld schufen, daß die aus ihren Händ.'n ^ervorgegangcnen Werke unsere reinüeu Kunstsckatze bilden, ^icie : .'lünftlcr hatten besonders die richtige Auffassung von der Hier- 1 iitdjic. Deshalb erscheint uns ihre Kunst in jener überlegenen

Das Kabinett Brianö in Nöten.

Obwohl Stephan Pichon seit vier Jahren die auswärtige Politik Frankreichs in einer Weise geleitet hat, die ihm riederholl den Beifall der Presse und des Parlaments ein- puq. erwachsen ihm jetzt plötzlich so viele Gegner, da,; r alle Mühe hat, sich ihrer zu erwehren. Und wenn man auch in der Kammer seine Beschwichtigungsreden und Fest­stellungen, daß das Bündnis init Rußland, wie die Entente cordiaie mit England in aller Blüte fortbestehc, beklatscht in den Wandelgängen wird desto eifriger gegen Pichon aehetzt und kein gutes Haar an ihm gelassen. Ja, man ariil sogar wissen, daß Ministerpräsident Brian mit seinem facunbe und Schildknappen keineswegs mehr so zufrieden sei, daß er ihn nicht bei geeigneter Gelegenheit fallen ließe, wenn er fürchten müsse, selbst in dieAffäre Pichon" mit verwickelt zu werden.

1905: 5283, darunter Staatsanleihen 2530

1906: 1110 , 393

1907: 7019 6688

746 448

974 237

Diese Affäre Pichon ist eine ganz kleine, oder auch mh; große Kolonialgeschichte, in der man noch nicht ganz f.ar sicht. Sie ist aber für Pichon, wie für das ganze Kabi- rftt Briand in jedem Falle äußerst peinlich und gefährlich, b» handelt sich da um eine Entschädigungszah |ung von 2i/z Millionen Franks, die von der Kcaierung der in der Kolonie Französisch-Kongo tätigen Njoko-Sangha-Geesllschaft für die Verluste zugc- lian'den worden sind, welche die Gesellschaft bet der vor spei Jahren erfolgten Grenzregulierung mit Kamerun er- iiiten haben sott. Tie Gegner der Regierung, die in diesem falle die Unterstützung einer großen Anzahl sonst regte tunasfreundlicher Abgeordneter haben, werfen ihr n.tn zweierlei vor Erstens, daß sie die Entschädigungszah- rohlung aus den Einnahmen der Kongokolonie zu leisten imb dadurch der parlamentarischen Kontrolle zu entziehen beabsichtige, und zweitens, daß der Rfoko-Sangha-Gesell< Mait überhaupt teilt Recht auf Entschädigung zustehe, da 111 ben für ihre Errichtung maßgebenden Bestimmungen cusdrüäiich festgesetzt sei, daß sie aus politischen Grenz bcrid)tiqungen keine Entschädigung zu fordern habe. Das ^Rtachteu des bedeutendsten französischen Juristen Re taiilt hat dieser Auffassung Recht gegeben, so daß dos tabmett gerne von dem Entschädigungsvertrage mit der Gesellschaft, über den Pichon verhandelt, und den er auch unterzeichnet hat, zurücktreten möchte.

Tas ist natürlich für das Kabinett Briand schon an ,tch mc Blamage. Seine Lage wurde aber geradezu bedenk- W als Pichon am 2. Februar im Senat andeutete, daß die jetzigen Angriffe desTemps" auf seine auswärtige Mitil mit der^Njoko-Saugha-Gesettschaft in direktem Zu­sammenhang ständen, da der Auslandsredakteur, Herr ? a r d 1 e u sich durch die veränderte Haltung des Kabi­netts in der Kolonialangelegenheit benachteiligt fühle. Herr eardieu hat nun seinerseits gegen Pichon vom Loder ge­igen und sestgestcllt, daß die Anklagen gegen die Pichonschc Politik schon monate- und jahrelang imTemps" erhoben worden und in den letzten Artikeln nur zusammengefaßt seien. Das ist zweifellos richtig, und eS war eine große ünaeschiälichkeit von Pichon, Herrn Tardieu, der ja wohl ncilidj an der Rjoko-Sangha-Gesettschaft interessiert ist, iu verdächtigen. Denn mm machte ihm derTemps" ein -ündenregister auf, daS heute, wo die Franzosen in An­betracht der Potsdamer Abmachung um ihr Bündnis mit Rußland, bezw. feine Nutzbarmachung, zittern, mehr Glau­ben findet, als alle Beschwichtigungsreden Pichons.

Diese Statistik gestattet feinen Schluß aus das für fremde Werte an das Ausland abgeflossene deutsche Ka­pital, da sie ben ganzen Betrag eines jeden emittierten Papieres umfaßt, auch wenn dieses Papier, was nameittl'.ch bei fremden Staatsanleihen der Fall ist, gleichzeitig auch an ausländischen Börsen aufgelegt wurde und nur mit einem erheblich geringen Dei.betrag nach Deutschland kam. Dagegen setzt die Ern iss i o ns statt st ik desDeutschen Oeko- nomist" nicht das ganze zugelassene Kapital ein, sondern nur den schätzungsweise in Deutschland untergebrachten Be­trag. Nach Die)'er Statistik wurden an zugelassenen aus- wärtigen Wertpapieren in Deutschland ausgegeben und

] April 1900 bis 31. März 1910 habe ich mit lebhaftem Jntcreiie Kenntni» genommen. Es erfüllt mich mit bcion Derer Be­friedigung, daß es gelungen ist, den Ansordernngcn Des in außerordentlichem Maße gewachsenen Verkehrs auf Dai Eisenbahnen durch vlanmäßige Erweiterung des S ch i e n c n n c tz e s , loroie durch Vervollkommnung und bessere Verwertung der Verkehrs­mittel unter Wahrung der finanziellen Bedürmnie Des Staates gerecht zu werden und gleichzeitig die F ü r \ 0 r g c für das Wohl der Angestellten und der Arbeiter weiter auszug uialten. Mit Genugtuung habe ich ferner von der energischen Jnaugrinnahme der Durchführung der w a s f e r w i r N' ch a s 11 i ch en G^c) ec . von der weiteren Ausgestaltung der Seehäfen und ben^LecickM' sahrtsstraßen, sowie von der Vervollkommnung der Seezeichen- anlagcn und nicht minder von den Leistungen der .totibauber- ivaltung während des abgclausenen Jahrzehnts Kenntnis (Kj nommen Indem ich Ihnen und den Beamten Ihres Ressort» meine Anerkennung und meinen Dank für -obre treue tzslicht crfüllung erneut aussprcche, ivill ick die VeröNentlickung de» Berichts gern gcnchn:ii>n "l-erlin, ?>ebrii.n Wilhelm K.

Rodensteiner singt: Pfasfenbeersnrt ist fort, so ist die Türkei dem französischen Einfluß verloren gegangen, und wie Ger- irenz, so auch die treuen Magyaren. Aber den größten Teil der Schuld an diesen Niederlagen trifft nicht Pichon, sondern den Finanzminister Eochery, der die Kapitalkrafl Deutschlands nur zu sehr unterschätzte. In der Frage der Bl is s i n g er B eseftigunge n dagegen hat Pichon, in­tern er sich in eine innere Angelegenheit Hollands mischte, deren Regelung den Niederlanden auf Grund internatio naler Abmachungen freisteht, augenscheinlich eine Schlappe erlitten. Und ebenso dürfte das der Fall sein hinsichtlich der Potsdamer Beg gnung und ihrer Ergebnisse, Über die Pichon augenscheinlich nicht genügend orientiert war, um die deutsch-russische Annäherung zu durchkreuzen, oder, wenn ihm das nicht gelang, wenigstens in Mesopotamien und Persien für Frankreich ein Aequivalent zu schaffen. Aber mag er auch hier bis zu einem gewissen Grade die <^d)ulb tragen erst die Erörterungen der französischen Presse, die Schwatzhaftigkeit französischer Generale, die das französisch- russische Bündnis auch militärisch deshalb als wertlos hin stellten, weil Rußland einen Teil seiner Truppen von der Westgrenze zurückgezogen hat, haben in Frankreich jene nervöse Unruhe hcrvorgeruscn, die den geeigneten Nähr hoben dafür liefert, Pichon, wenn nicht das gesamte Kabinett

Jusaelaint 240.03 358,7) 544,19

Philosophen, die auf jeder Seite ihrer Schriften uns durch Lehren voll Einjachhcii und Anmut entzücken. Unp alle Antiken kannten, wie ein italienischer Dichter sagte, bfe Kunst, die alles schafft, ohne etwas von den Mitteln merken zu lassen, deren sic sich bedient. Das ist der Höhepunkt des Metters. Und indem man sich der Natur und den menschlichen Meisterwerken mit Einfach­heit und Geduld widmet, wird man aufs neue die Schönheit des Metiers der Kunst begreifen, ohne sie mit der industriellen Routine zu verwechseln, die ben Künstler in eine Maschin? um roaiuelt. Leiber hat man seit ungefähr einem Jahrhunbert sich daraus gesteift, die Kunstwerke fern von dem Platze, für den sic geschaffen waren, ein zu schließen. Dorr, in den Museen, verwechselt man ben Geist der Jahrhunderte und die vcrjchiebcn artigen Kundgebungen. Das ist der Grund, weshalb man das nolle Verständnis für die Criiamcnticrung verloren Hal, für die Gesamtheit des Rahmens, um die sich der Künstler sorgen muß, wenn er ein Werk für eine bestimmte Umgebung schafft. Man ist so sehr schnell bafringefommen, die Kunstwerke als Gegenstände anzusehen, die man hinstellcn kann, wo man will Tas ist sehr böse. Denn die Kunst darf nicht eine Ausichmückilng sein, sondern eine wohldurchdachtc Lmamentterung, die zu einem harmonischen Ganzen gehört Und das Geheimnis dieser Har monic, das wir in her Skulptur und der Malerei der Antiken beobachten, die stets 'zur Zusammenstellung der Architektur bei­trugen, ist das ganze verloren gegangene Geheimnis des Metiers der Kunst."

Zremde Wertpapiere m Deutschland.

Mit Bezug auf die von der konservativen Fraktion des Reichstags eingcbrachte Anfrage über die lieber« fchwemmuug des deutschen Geldmarktes mit frcmbcn Lrert- papieren schreibt dieDeutsche volksw. Korresp":

Der Abfluß deutschen Kapitals nach dem Auslande laßt* sich nicht annähernd feststellen, wird aber im allgemeinen weit unterschätzt. WaS an anSwärttaen Papierwerlcii, btc nicht in Deutschland zugelassen sind, durch Vernlittluug deutscher oder ausländischer Banken und Bankiers von deut­schen Spekulanten und Kapitalisten anaekauft wird, ent­zieht sich jeder Kenntnis. Der deutsche Besitz an süd­afrikanischen Goldminenpapieren wurde zettweittg aut Hunderte von Millionen geschätzt. Die amtliche Statistik erfährt nichts davon, weil diese'Papiere an den deutschen Börsen nicht zugelassen sind. Beiläufig sollen nach An­gabe kundiger Kreise zu den hohen Gewinnen der surjt- lichen Spielbank von Monte Earlo die deutschen Gäste allein jährlich mindestens 50 Millionen Mark beisteuern.

Nach der amtlichen Statistik wurden bei den deut- Börsen zum Börsenhandel zugelafsen an aiiswär«

sie sich in neuen Plänen: ,.r. ,

Paris, 8 Febr. TerFigaro" vcrpfientllcht fol­gende offiziöse PetersburgerDepesche: Tie von einer Anzahl Pari er Blätter, insbesondere dem ,.ä.emps" gejührle Sprache, lat hier den peinlichsten Eindruck hervorgerufen. Tie wiederholten gegen die französisch russische Al ianz gerichteten In inuationen haben sclbst in den optimistischsten (Gemütern Beunruhigung verursacht und man fragt sich, welchen Zweck die Urheber dieser Artttel rerfolgen, die daS französische Publikum in Irrtum fuhren. *£ic Festigkeit der französisch-russischen Allianz könnte mc in Frage gestellt werden. Sie bleibt, waS sie seit 23 Jahren war, der Angelpunkt der europäischen Pollnt. T:c gegen märtig geführte ZeitungSsehde wird das französisch russische Bün^iS nicht erschüttern, aber sie ist immerhin unheilvoll, da sie moralische Verwirrung und zwischen Franst reich und Rußland gegenseitiges Mißtrauen zu säen trachtet.

TerPetit Par.ien" veröfsenllicht nachstehende Note: Franireich, England und Rußland setzen rhren Meinungsaustausch über ihr Vorgehen int Crvnt 'ort. Tie Petersburger Regierung bleibt, w.chrend sie ihre Berhand lungert mit Deutschland bezüglich PerstenS und der Bagdadbahn fortsührt, in enger Verbindung mit dem fran- ' zösischen Ministerium des ^leußern. Die Unterredungen, die der aus Petersburg hier eilig'trot.cnc französische Bot- ' schafter Louis mit dem Minister Pichon haben wird, werden ' die baldige Regelung gcroJicr Punkte vorberetten Ferner ; ha.t Frankreich auch mit der Tiirfei freundschaftliche ; Vorbesprechungen angetnüpst, die die so verwickelte Frage der k-1 e i n a s i a t i s ch e n Bahnen betreffen. Der Pforte werden dabei -die wirtschaftlichen Wünsche Frankreichs in

umfassender Weise bekanntgegeben.

Ein Lrlatz Des Kaijers.

Berlin, 8. Febr. TerReichsanzeiger" meldet: Auf den Bericht deS Ministers der Leffentttchen Arbeiten über die Verwaltung der öffentlichen Arbeiten in Preußen in den Jahren 1900 bis 1910 ist nachfolgender Erlaß an den Minister ergangen: .

Von Ihrem mir zum Beginne cmcs neuen Lebcnsiahrcs vorgelegten Bcttchte über die Tätigkeit der in Jhr?m Mini­sterium vereinigten Verwaltung während des Tezcnmums vom Einbcit die man den Stil nennt, während das 19. Jahrhundcit NS ate eine Epoche jämmerlicher Anarchie vortchwc'ot. _ -Lcr Sinn für,die .Hierarchie, der Geist des Lehrliugswciens ist Tur btc Einheit der Kunst unumgänglich, wie überhaupt Tur alles. Er liegt in der Natur. Ein Künstler muß,, wie in Den groben Epochen, damit beginnen, nicht ein ^chüler, sondern em Lehrling zu sein Er- fegte erst die Werkstatt ^o .lernte erziehen und befrachten. Allmählich erwachte der sinn,'ur das ^chancii m ihm Er half bei kleinen Arbeiten. Er bentanb es. Demütig unb geduldig zu fein, unb bubctc foseine Eriahrung, ohne es zu nierken Eines Tages fühlte er nd) bann fähig, )ctn -Ltuck zu

Öen, Ide? in einem Werke wieder-.ugebcw Er war reif für die Schöpfung unb er fjieB «eyoedno oder Michel Angela teilte erörtert man viel zu viel. Es Juirb viel iu viel mit Worten in allen Kreisen herumgeworTen, als datz em KunMer ßch mit dem Besten seiner Kräfte unb der Konzentrierung aller seiner Zeit seiner Kunst roibmen konnte. Man ichant viel zu schnell. So lernt man nicht mehr das Metier das Heitzt Di: Gesamtheit der Gesetze, Die eng die W mit dem Ausdrucke, die Form mit Dem Geiste verkitten und die von der Kiiuu untrennbar ist. Tie Mehrzahl der zettgenonochni Werke laut c» qam an der Handfertigkeit schien. Alles ist falsch an ihnen, weil bet Witte des Künstlers nicht durch die direkt: Bcobachtuiig und die persönliche Erfahrung gereitt ist-^ ^as i)t die Anarchie der Geister und auch die Anarchie der normen. Unerläßlich wäre baß die neuen Generationen von Künstlern wiederum die vu-'ittakeit des Metiers lernten. Damit die Kumt wieder bas wurde, was )ie zu jeder Zeit gewesen ist, der vollständige und trotzende Ausdruck des menschlichen Ideals, cie mußten iid) zu der Erkenntnis durchringcn, bat, das, wat- man heute das Metter nennt nur eine leichte und bedeutungsloie Augeniamchung einiger ^nbustrieiweige, nickt aber von ftUnnarten ist. Eine Renainanee des bierarcki'chen Geistes i't unerläßlich. Tie Gesett;chatt ist eine hei-rlidK Kathedrale, die mit ^ahrtau'eiiben von Heiden und Freuden aufgebaut worden itz. Tie sozialen etuicn beiteä n in bem Gebiete der Kunst, wie m allen anderen Gebieten, äic Geselttchaft ckt fein Steinfeld. Man dari bas Wort ^Pascal s nick-- vergessen, mir bem dieser wunderbare Denker uns Daran erinnert daß man die Welt nicht mit Ideen der Gerechtigkeit, sondern'mit der Vernunft ansehcit muß, mit der Vernuntt, die nicht das was ist, mit bem, was hätte sein müssen, verwechu'lt. Man gelangt so zu jener Geistesllarheit unb -.Heiterkeit der antiken

Ht. 34 Erstes Blatt 161. Zahrgang Donnerstag, 9. Kbwar M

ler 6irf|Mter Anzeiger monatlich75Pl^viertel-

SS uiiPnCiipr zinitiuti

,Iik>i:iagundFreiiaa.. X RlfC B B. CAyVL B BL Kf 4V aiivmavt:- 20 B'emnq.

J M B Ehesredaktcur: A Goetz.

oirllchafllicheSeiNra en Ä B MM Verantivortlich für den

farnioiech-Anlchlüsje: politischen Teil: Augu't

General-Anzeiger für Gberhessen

3Maimcfl oon »«zeigen Rofafiottsönid und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vnch- und 5teindruckerei H. Lange. Nedattion, Expedition und Druckerei: zchulstratze 7. Land": E.Heß: für den

| SUtSSffiE Büöingen: zernsprcch« Hr. 50 SkschLslsstelle Babnbofitrait 16a.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten»

1908

1909

1910

Staatsanleihen

149,38

115,94

169,73

Koinmunalanleihen

37,00

57,00

52,47

Pfandbriefe

22,75

2,00

Eisenbahnobttgationen

5,00

140,41

254,30

Jndustrieohligationen

31,57

18,36

Eijenbahnaktien

6,30

14,52

Bankaktien

7,40

2,16

22,78

Jndustrieaktien ______

9,68

14,14

10,38