Ausgabe 
8.11.1911 Drittes Blatt
 
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Nr. 265

Erscheint tLgsich mti Ausnahme de» Sonntag».

General-Anzeiger für Gberheffen

(Bebeintfaf im Auswärtigen Amt Kriege

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geschädigt

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Mittwoch, 8. November 19U

Rotationsdruck und Vertag der Vr üblichen Unwersuat» Buch- und 6teinbrudcceL 9L Lang«. Ließen.

Redaktion. Expedition und Druckerei: 6tbuU straße 7. Erpedmon und Vertag: &L

Redakiion:112. IcL-VlbtaSlnjetger® iclcru

DieEtetzener LamiliendlStter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich deig-iegt, das Kreliblati flr de» Kreil Ließen" zweimal wöchentlich. Die .^andwlrllchafkllche» teil» frage» erscheinen monatlich zweimal.

dulden, solange wir

ba$j sie übcreinftimmen mit privaten Kundgebungen in :n Zeitungen. Ich kann das aber nicht kontrollieren. Wir n morn en nicht über Vorlagen beraten, deren amt-,

AlS der erste Vertrag im Januar abgeschlosicn wurde, hatte sich das Bedürfnis für das Reichsgebiet noch nicht BerauSge stellt,' daß geschah erst später aus Grund eine? Antrages der britischen Regierung. Für den AuLlicferungSverlehr zwischen den deutschen Schutzgebieten und anderen Staaten ist eine Zustimmung vom Bundeörat und Reichstag nicht erforderlich, dafür haben wir cin Reihe Präzedenzfälle, lieber die Frage, ob ein Aurliefe - rungSgesetz am Platze sei oder nicht, haben aus Anlaß! dieses besonderen Falles natürlich keine Ertzägungen bet den verbündeten Regierungen stattgefunden.

Abg. Tr. Roesickc (Kons):

(Fine we'toe' ende Kritik an diesem Vertrage hat wenig Zweck, denn wir sieben vor einer abgeschloffenen Tatsache, Herr Kaempf hat ein merkwürdiges Programm entwickelt: Er will daS Rüstzeug stärken, indem er abrüstet, indem er die Zolle abbaut. Wir sind der Meinung, daß man die Meistbegünstigung nicht allgemein gewähren, sondern nur auf bestimmte Positionen be­schränken sollte.

^tnntSfcfrefnr Tr. Delbrück erklärt, daß die Vorwürfe des VorlcdnerS nickt die Regierung itef en, sondern die Dom 86g. Speck mit Zustimmung des Hauses gegebenen Direktiven.

Abg. Cefer (Dpi:

Der neue Vertrag verschlechtert den bisherigen Zustand' noch. Cbirobl man seinerzeit bei der Schaffung des neuen Zolltarif» behauptet hat, man habe eine Waffe geschaffen, mit der sich vor­zügliche Handelsvorträge durchsetzen ließen, muh heute der Staatssekretär zugeben, dah er bessere Waffen brauche, liebet das Prinzip der Meistbegünstigung wird hier mit großem Leichtsinn gesprochen. Man bedenkt nicht, wie gefährlich eS ist, verbältniffe, die sich in langer wirtschaftlicher Entwicklung herauSgebildet haben, umzustoßen.

Run behauptet die Rechte immer, 1017 kommt ein neuer Zolltarif. DaS ist gänzlich unrichtig, denn die Regieruiig kann auf Grund dcS bestehenden Zolltarifs entweder die bis- herigen Verträge erneuern oder verlängern. Jedenfalls Hot das Volk ein Recht darauf, zu hören, wie sich die Regierung zu ver- halten gedenkt.

Der Vertrag wird in erster und zweiter Lesung an- genommen, ebenso die Vereinbarung über das Konsulats­wesen.

Der HusHeferungsuerfrag mit England. ,

Es folgt die erste Äsung des Vertrags mit Großbritannien über die gegenseitige Auslieferung von Verbrechern zwischen Deutschland und gewissen britischen Protektoraten.

Ter für die deutschen Schutzgebiete geregelte AuslieferungS- verkehr erstreckt sich nicht aus die britischen Protektorate. Diese Lücke soll jetzt auSgcfüllt werden. v

Abg. Dr. Junck (Natl.)! **

Sollte es nicht angebracht sein, ein allgemeines NeichSgesetz über den Auslieferungsverkehr zu machen, anstatt lauter fold* Spezialgesetze? Und wozu »vor c5 erforderlich, im Januar ein Gesetz für die Schutzgebiete und jetzt ein besonderes für das Reichsgebiet zu machen? Daß wirft die Frage des Artikels 11 der NeichSverfasfung auf, die ja in den nächsten Tagen wohl behandelt n>erben wird: daß in dem einen Falle ein solcher Vertrag dem Reichstag zur Genehmigung vorgelegt wird, wie jetzt, handelt eS sich aber um Schutzgebiete, nicht.

oct Hauptsache werden wir an dem Prinzip sesthalten, ebenso an der Höhe der Schutzzolls. ES handelt sich nicht darum, die Zölle niedriger zu gestalten, sondern darum, in den Zollen ein wirk- sameS Kampfmittel zu haben.

Ter Staatssekretär erklärt, er werde nack wie vor bestrebt sein, alles zur Beurteilung der Vorlagen wirklich notwendige Material dem Reichstage zur V<rfug'ing 511 stellen; das. woS man jetzt vermißt habe, fei für die Beurteilung des Vertrage» nicht erforderlich gewesen. In bezug auf die Besckiverde über die französische Taraordnung erklärt der Staat», sekretär, daß bereits Verhandlungen hierüber geführt seien und daß die Hoffnung bestehe, daß die früheren Sätze wiederhergestellt werden.

Unterstaatssekretär im ReickSschatzamt Kühn und Ministerial­direktor im Auswärtigen Amt Tr. v. Körner macl>en kurze Aus- sührunarn darüber, daß die Sckevierigkeiten verschiedener deutsckvr Jnduüriebrancl'en gegenüber der japanifeben Konkurrenz nicht in den HandelSverlragStarifen ihre Ursache batten, sondern in der Aenderung bet wirtschaftlichen Verhältnisse.

Abg. Tr. Südeknm (Soz.)

DaS Beste an dem Vertrage ist jedenfalls, daß er üsierbanvt zustandegekommen ist. In bezug auf die Qualität sind wir ja nicht verwöhnt; eS ist sck-wer zu sagen, ob der portuaiesisae Vertrag oder der japanische scklechter ist. Gewiß hat ein Teil unserer Seibenindustrie Jnteresie an hohen Zöllen; aber bet Sröfeere Teil und ihre Arbeiter lebt ton bet Weiterverarbeitung er eingeführten Rohseide.

Abg. Dr. Werner lWirtsch. Vgg): BiS zum Jahre 1896 bestand zwischen Deutschland und Japan ein Freundschafls», Handels- und Schilfahr.sverti.ag, der für Japan einseitige Pj.i-.t.n und für Tculschtand einseitige 9ica)ie enthielt. Es war feine Frage, daß Japan, naä>dem es sich mit der Kultur des Abend­landes bekannt gemacht batte, allmählich auf eine Durchsicht dieses Vertrages drängte, um sich mehr Rechte zu sichern. Tas ist Japan auch gelungen. ES Hal eine Erhöhung des Zolltarils, die yjlciiibcgünfiigung nach beiden Sei.en hin und die Avschaifung der Llonsulargcrichtsbarkeit durchgedrückt. Darauf hat es dann allerdings das ganze Land dem fremden Handel geöffnet. Be­merkenswert war, daß Japan eS veritanden hat, eine weise Bauernpolitik durchzu ühren, indem es ausländischen Terrain- und Spekulationsgesellscha ten unmöglich gemacht hat, Bauern­land zu erwerben, daß es in dem Vertrag verbot, daß ausländische Kapitalisten überhaupt in der Lage seien, in Japan Grund­besitz zu erwerben. Seit 1896 haben sich unsere Handelsbeziehun­gen zu Japan in erfreulicher Weise entwickelt. In der Einfuhr stehen wir an der fünften, in der Ausfuhr an achter Stelle. 1910 hat Japan die meisten Handelsverträge gekündigt und es ist ihm gelungen, in vielen Fällen vollkommene Jollautonomie zu erreichen und die einseitigen Verpflichtungen aus dem sechziger Vertrag allmählich zu beseitigen. Wiederum ist es Japan ge­lungen, eine Zollerhöhung für sich durchzudrücken und aus diesem Vertrag muß der volle Gewinn auf das Konto Japans gebucht werden. Bei unserem wichtigen Ausfuhrartikel, dem künstlichen Indigo, hat Japan seine Zollsätze wesentlich erhöht. Es hat sich auch nichts an diesen Zollsätzen ab handeln lassen, weil es eine gründliche Politik zum Schutze seiner Landwirtschaft treibt und weil eben der natürliche Indigo in Japan sehr stark an­gebaut wird. Beim schwedischen Handelsvertrag hat neben den Erzeugnissen der deutschen Industrie und Produktion die Pflaster­stein- und tzartsteinindustrie daran glauben müssen. Diesmal ist die Seidenindustrie das Karnickel. Es ist schon darauf An­gewiesen, daß sich die sozialen Lasten von Japan und Deutsch­land unterscheiden, wie stark die Arbeitszeiten büferieren und wie gering die Löhne sind rm Verhältnis zu Deutschland, daß demgemäß der Zoll von 300 Mk. auf diese Habutaegewebe keinen Ausgleich finden können. Die Regierung weist in der Denkschrift darauf hin, daß, solange die Meistbegünßizungsverträge befänden, und auch die Verträge mit Cefterreiu) und uer Schweiz, bis 1917, gar nicht daran zu denken sei, eine Zoll Heraufsetzung durchzu- ftihren. Auch hier sehen wir eine wesentliche Schattenseite dieser Meistbegünstigungsverträge. Eäne neue Erschwerung unserer Handelsbeziehungen zu Japan ist, daß die deut,chen/schrsfe mcht mehr von einem nach dem anderen japanischen Dafen verkehren können. Japan erscheint durchaus als gewinnender Teil. Wenn aber von der Linken betont worden ist, daß das eine Folge unserer SchutzellPolitik sei, so möchte ich die Frage an die Linke richten, ob man, wenn man heute unsere Schutzzölle heruntersetzte, irgend­wie glauben könnte, daß uns Japan folgte. Nein, Japan geht wie alle rtulturittraten zur Eigenproduktion über, es treibt gute landwirtschaftliche und industrielle Schutzzoltpolüik. Damit müssen ittr uns abfinden. Wir dürfen nicht in das freihändlerrsche Prinzip zurücksallen, das wäre der größte Fehler. An unserer bewährten Schutzzollpolitik müssen wir unter allen Umständen festhalten. Leider sind rotr auch in Marokko die Gepritschten gewesen, genau so wie in der Lstmarkenpolitik. Das bedenklichste bei diesem Handelsabkommen ist nun, daß der Handels- und Schisfahrtsvertrag bis 1923 gelten soll. Sind vielleicht irgend­welche Zugeständnisse an Japan inbezug auf Kiautichau gemacht worden, denn es fehlt cm Schlußprototoll. Nun wird, und das ist außerordentlich bedenklich, den Japanern ermöglicht, im Tcut- schen Reiche nicht bloß Land zu pachten, sondern auch Immobilien aller Art, und Land, zu erwerben. Die Japaner haben sich in weitgehender Weise gesichert.

Durch den ruiiiscyen und österreichstchcn Handelsvertrag lind wir inbezug auf die Einwanderung etwas mißtrauisch geworden. Wir haben eine Unmenge von Tschechen und Polen herein- bekommen. Ein neues Polenreich foat_ sich ausgetan, das nur auf beit Augenblick wartet, um an den Säulen der deutschen Welt zu rütteln. Tann sind auch Leute zu uns herübergekommen, die den L>errn aus der Linien ganz besonders teuer smd. Sehr gut rechts.) Zu dieser tschechischen, polnischen und Mischen Ein­wanderung kommt auch noch die gelbe Gefahr. Tre anderen Staaten smd inbezug auf die gelbe Gefahr bedeutend weitsichtiger als wir. Und hinter dem kleinen Japaner droht noch die go fährlichere Gestalt des chinesischen Kulis. China wird an die Pforte der rot ft lieben 23c 11 Hopsen. Es wird die gleichen Rechte verlangen wie Japan. Riesengroß wird die gelbe Gefahr auf- steigen. Tann roiro vielleicht aus dem Zopf des chinesischen Kulis die Sächinge sich von selbst drehen, die d:e Internationale erdrosseln. Im Auslände Haden roir ,'olä.e Ehineiengesetze und Gesetze gegenüber den Fremden schon in großer Anzahl, in Austra­lien, in Eanada, m der Kapiolonic, m Natal und Amerika. Darum müssen wir Prophylaxe trewen. Unser deutsches Volk kann eine Raneirrcrsa,Lästerung mau mehr gebrauchen. Bei- fmclc ran Raisenscrmach siiid heute nicht selten. < \>nbf>aangc und helläugige Mädchen werfen sich den hergelaus...en Negern an den Hals. Wir dürfen den Fremden

Aba. Dove (23p.):---

z Schon 1802 Bat eine Verhandlung hier darickkr staltg'efunden und 1905 tourbe eine Resolution Müllcr-Meiningcn angenommen) bie wenigstens in einigen Punkten Richtlinien für ein Aus­lieferungsverfahren gab. Die jetzigen Erscheinungen brängen darauf, befonberS vorsichtig zu sein unb barauf zu sehen, baß für bie Kolonien bicfclben Rechtsaarantien gegeben werben wie für bas Reichsgebiet. Auch wir halten die Regelungen unseres AuSlieferungswesens durch ein NeichSgesetz für erforderlich und werden. immer wieder daran erinnern. «

Abg. Herne (Soz.):^ z^SBir haben gegen den Vertrag nichts einzuwenden. Wir Hecken stets verlangt, daS ganze AuSlieferungSwcscn auf gesetzlichen Boden zu stellen. Aber wie die Dinge augenblicklich liegen im Verkehr mit England, lasse ich lieber, wie jetzt ist, als daß ich mit diese r Regierung unb mit b i e f e r Mehrheit ein neues Auslieferungsgesetz mache. In biescm Falle bin ich nun ejnmal konservativ. > .

Abg. Dr. Junck (Natl.):^, w

ES ist ja kaum zu erwarten, baß schon tiefer Reichskag bin AuSlieferungSgesetz machen wirb. £>b bei nächste Reichstag in bieser Beziehung etwas Besseres leister, ist abzuwarten.

Der Vertrag wirb in erster unb zweiter Lesung er­leb i g t. ,. <4

Ter Gesetzentwurf über bie HanbelSbeziehun- gen zum britischen Reiche (Hanbelsproviso-^ r i u m ) wirb ohne Debatte in erster unb zweiter Lesung angenommen.

TaS Haus vertagt sich.' x

Präsitent Graf Schwerin Beraumt bie nächste Sitzung auf, Donnerstag 1 Uh r an mit bet TageLorbnung: Sozialbsmo- kratifche Interpellation über bie Entlassung von Arbeitern bei bec Reickßeisenbahn. (Tie Interpellation muß geschäftSorbnungS- mäßig zuerst auf bie Tagesordnung gesetzt werden.). Ferner; Dis Marokko-Interpellationen.

» w*- Abg. Bassermann (9tat.)t

Ich möchte namens meiner Freunde die Bitte^auSsprechen, daß tie Debatte über bie auswärtige P 0 li tik schon morgen stattfindet. wie bas vom Eeniorenkonvent seinerzeit beschlossen würbe. Tie Abgcorbneten haben sich darauf eingerichtet, unb auch bie öffentliche Meinung wartet darauf. Auch in der französischen Kammer wird am selben Tage über Marokko verhandelt werden. Es liegt kein Grund vor, bie Tebatte einen Tag zu verschieben. Tie Fragen finb feit Wochen unb Monaten in der Schwebe. Heute liegt auch ber Tert beß Vertrages vor. Ge­schäfts ordnungsmäßige Bedenken bestehen nicht, denn die Vor­schrift, daß ein beim Reichstag eingegangenes Gesetz erst nach drei Tagen zur Beratung gestellt werden kann, bezieht sich nicht auf Verträge, die nur zur Kenntnisnahme vorgelegt werden.

Präsident Gras Schwerin: GeschäftSordnungsmäßige Beden- ken, die Besprechung der Verträge morgen vorzunehmen, bestehen nicht. Ich Batte auch die Absicht, vorzuscklagen, sie moiyen auf die Tagesordnung zu setzen. Noch den Mitteilungen, die mir von ver­schiedenen Parteiführern heute gemacht wurden, hatte ich aber Grund ?ur Annahme, daß eine Einigung in dieser Frage eher er­zielt wird, wenn die Beratung der Verträge nicht morgen, sondern übermorgen erfolgt ,

Aba. Gröber tZentr.):

Ich Balte den Vorschlag beS Präsibenten für den richtigen. Wir muffen einen Tag aussetzen, damit die Fraktionen Gelegen- feit Faber*, die Vorlagen ?.u beraten. Sie find noch nicht in unseren Besitz. Vielleicht sind sie beute abend in unserer SRappc. Man

Drittes Blatt W. Jahrgang

Gießener Anzeiger

schon in

Mb. Deutscher Reichstag.

200. Sitzung, Dienstag, Ben 7. November.

«m Tische de» BundeSratS: Delbrück, Unterstaatssekretär Zimmermann, v. Korner.

Da» Hau» ist schwach besetzt ' . ,

UräHbcnt Graf Schwcrin-Löwih eröffnet die zwcilnmde< ' Sitzung ohne weitere Bemerkung unb teilt mit, daß baS Marokko- aotommen mit bem Kongovertrag eingegangen ist

Der ßandelsverfrag mit Sapan.

c .Ti < » Staatssekretär Dr. Delbrück

leitet die erste Lesung de» Hanbcls- und SckiffahrtSbcrkrageS mit tJapan nebft zugehörigem Zollabkommen mit kurzen rrläuternbcn Bemerkungen em. Japan hat einen eigenen Zolltarif gesckaffen,

V" Äta.tt oetreten ist unb hat sämtliche Verträge 'gcrunbiQt Mit ben mei|tcn anbem Länbern sinb neue Verträge bereit« abgeschlossen unb zwar auf benfelbcn Grunblagen wie ber C ^,e.*n l^btzkrcn Derhanblungen hier u. a. in

«mer Resolution Sveck zum AuSbruck gebrachten Wünsche, wonach rlnr a rma&0Un9 bct «ölle unter bie Sätze ber bisher abge- sthlossenen vertrage vermieden werben solle, finb erfüllt.' In ber porm ist bei bem neuen Vertrag eine Aenderung gegen früher ^lofcni erfolgt, als die Abreden getrennt in einem Handels- unb SchiffahrtSvertrag unb einem befonberen Zollabkommen ? - a^yemcine Vertrag wirb auf 12 Jahre,

bi» 1923, abgeschlossen, wahrenb unsere Bmbung hinsichtlich der L's°b-^cn nur bis Ende 1917 geht Die deutschen Inter- essenten sind bei den Verhandlungen dauernd gehört und in;.. tolr.n. £ ;Cm D'rtzchaftlichen Ausschuß in ausgedehntem Maße Gelegenheit zur Acußcrung gegeben worden.

nr Dr. Pieper (Zentr.)

Zustimmung feiner Parteifreunde zum verlrag. Zu

J0 toir über die Form der Meistbegünstigungen JSÜSÜ** Ceiocr gehen die Zugeständnisse gegenüber Japan wieder auf Kosten cmer Industrie, bic schon früher bat Lpser bringen müssen, die deutsche Seidcnindustrie. Von der Regierung erwarten wir jedenfalls die Erklärung, daß, wenn sie 3>U10C, oud> in di- Zwangslage gekommen, Die Zugeständnisse zu macken, sie jedenfalls nunmehr bet Auf- rftcHung bc8 n euen Zolltarifs demnächst alles daran' P?CPir^nb I1 Festigkeit darauf bestehen wird, daß für Gewebe jfiatifAet, japanifdicr Herkunft in Zukunft ein höherer Zoll ßC VC «n Ä? ßegenuber Erzeugnissen europäischer Her- ckunft. Was die M a 1 ch, n e n i n d u st r i c anlangt, so fällt cs Don Jahr zu Jahr mehr auf, daß Japan bei Vergebung von £teteJt"0C "ehr amerikanische als dcutscke Maschinen Ecrucksicht.g. Hofscntl.ch wird ongesichtü ber veraünstigungen, Ine Japan zetzt emgeraumt werben, von unserer Negierung dahin gewirkt tmxb, daß Japan bei öffentlichen Lieferungen deutsche Waren nicht zuruckwcist, auch wenn sie billiger unb besser finb. G» möge auch barauf gewirkt werben, baß bie beutschen Be-

2^? und bie Kenntnis der beutschen Sprache tzäch Möglichkeit geforbert wirb. ~

. ?bg. Dr. Strcscmann (Natl.)': . ,

/ Handelsvertragsverein stellt in einer Eingabe ml? bollem ge^te fest, bah es für jemanb, dem keine anderen Hilfsmittel zur AJcrfuqiing stehen, als bie dem Reichstag vorgelegten Trucksachen, ffu? s! *et t ktd^ eJn ®iIb barübcr 8U machen, was cigcnt.

s^rtrag bebeutet Es muß uns in Zukunft bas Material mich wirklich vorgelegt werben; biese von vielen inbuftricllcn Kor- toorahonen Unterstützte Eingabe bedarf bringenb ber Bcrücksich» rhgung Auch biefcr vertrag zeigt bcutlich bie außerordentlicke Erstarkung JapanSalsJnbustrielanb. So leibet auch unsere Hausindustrie außerordentlich unter ber billigen japanischen Konkurrenz. Tic Seibenindustrie hat in bem Vertrage leider n'cht den genügenden Schutz gefunden. Ter Redner gibt Ver- gleichßziffem über Arbeitslöhne und Arbeitszeiten unb schließt Licrauß, baß gegenüber ben immer steigenden sozialen Auf- lagen auf die deutsche Industrie die Forderung einer Rück- ,1 ichtnahme auf den Weltmarkt keine Phrase ist, son- Lern in den tatsächlichen Verhältnissen begründet. Da dieser Ver­trag für Japan günstig ist, sollte dafür gesorgt werden, daß nicht »iur in politischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht Tcutsch. >I<md von Japan, bei den Vergebungen usw, gleichberechtigt be- bandelt wird. Es liegt doch auch im japanischen Interesse, daß Japan nicht englische Angebote auch dann berücksichtigt, wenn sie Innrer und minderwertiger sind alß bie deutschen. Ter Redner nimmt Bezug auf Aeußerungen ber Zentralstelle zur Vorbereitung von HanbelSverträgen, wonach jetzt bei Abschluß von Tarifverträgen .Enttäuschungen auf Enttäuschungen folgen. Tic Zahl ber Länder fwehrt sich, bie überhaupt keine Tarifverträge mit uns mehr wün- .schen, fonbern sich mit Meistbegünstigung begnügen und ohne iOpfer bic Zollermäßigungen genießen. So sollte c5 nickt mehr weiter gehen. Auch ber Mitteleuropäische Wirtschaftsverein bat bie Reform ber Meistbegünstigung verlangt. Tas AuSlanb biffe- renziert unS boch, wie die Vereinigten Staaten unb Kanaba be» weisen. Ter Redner äußert namens der Seidenindusirie noch einige Sonderwünsche, u. a. auf Beseitigung ber inbircltcn Zoll- erhohung, bie in ber niedrigen Tara für die Verpackung von Hcidenrollen liegt,<. ~ ~

__ ____' Abg. Kaempf (23p.):" _

f2(n diesem Handelsverträge hat niemand Freude, mit Aus­nahme von Japan. Der Redner unterstreicht im wesentlichen die Ausführungen Dr. StresemannS, bleibt aber im einzelnen un­verständlich. Er bedauert, daß eS gerade ben beutschen Unter- hänblern immer so selten gelinge, genügenbe Kompensationen herauSzuschlagcn. Bei ben künftigen VertragSverhandlungen treibe man mehr als bisher bahinter her sein müssen., "

j Staatssekretär Dr. Delbrück:

l ..'Die bisherigen Redner haben allgemeine BandekSpFkitische Betrachtungen augestellt und behauptet, daß mit unseren Handelsverträgen immer schlechter werde. Einige meinen, bie Höhe unseres Zolltarifs fei schuld daran, andere messen dem System der'Meistbegünstigung die Schuld bei. Welches ist nun die Ursache jWercr mangelnden Stoßkraft beim Ab­schluß neuer Handelsverträge. Es ist interessant, daß gerade baß FreibanbelSland England nickt mehr erreichen konnte, al8 Deutschland mit seinem gemäßigten Schutzzoll. Also so einfach ist bie Sache nicht, wie man hier behauptet. Tie Schwierigkeiten liegen auf anderem Gebiete. Andere Länder haben nicht mit einer gewissen Suggestion unseren Zolltarif nachgeahmt, sondern sie sind denselben EulroicklungSgang gegangen wie wir. Damit wächst Bei ihnen auch baß Besirebcu, unsere Jnbustrie bon, dem Markte beß Auslandes fern zu halten, und darin liegt zweifellos eine Schwierigkeit, bic uns Beim Nbschluß"bon "Handelsverträgen immcc erneut entgegentritt. Ich glaube also nicht, daß wir durch einen Abbau unserer Zölle in die Lage kommen würden, unser Rustz^eug beim Abschluß von Handelsverträgen zu verbessern. läßt sich nicht verkennen, daß baß System ber x'ientocgunftiQung gewisse Schwierigkeiten beim Ad'iluß von Handelsverträgen rnt fidi bringt. Ich bin ober, ebenso wie H-rr «acmpr, durchaus der Ansicht, daß wir keinesfalls in der Lage Unb, ba? Prinzip der Meistbegünstigung so kurzer Hand beiseite zu täucben. Es wird auch in Zukunft für unsere wirtsckai:?- poiuiid-cn Maßnahmen von hoöer Bedeutung sein. Es kann sich nur um bic Frage bar.be In ob wir die Möalickkeit haben, vc!)wächcii des Systems durch andere Gr-undsätze zu erseken. In

Gesckädigt werden roir

politischer Beziehung durch diese Einwanderung, ganz abgeiehen von den wirtscha t.ia,en Schaden. Fallen a;le Schranlen, bau.: ist das allgemeine W-elibürgertum da. jtommunismus und Weir- burgertum fuhren aLcr 5um Untergang Der Einzclpersönlichkcit unb der Soitsperiönli- Lachen links - Äm Lach^ ernennt man mitunter den Freisinn! . 1

von Bönig!' wies schon vor 15 Jahren in einer Schri'l darauf hin, man solle China n:a)t erscheiebcn, weil China im Gegcn- teil uns ersvließen und unsere Exportiubustrie übcraU bas Lebens- lichi ausblafcn würde. Uu- Japan .wird China iplgcn. Merkt auf, beim Ihr seid ge^arne! ^B.i'all bei der Wirt sch. Vgg.) I