Ausgabe 
8.7.1911 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

i*vr

halber natürlicher

r '

viettes Blatt

161. Jahrgang

Nr. 158

Erscheint täglich mit Ausnahme be3 Sonntags.

Gc-

beantragt habe.

und

baß

müiic er Ausschuß

per dringlichen Anträge Bähr, bett. Wasserschäden in der meinde

Mittelgriindan

und Kredel, betr Wasserschäden in den Gemeinden über» Unter Sensback) und Hiltersklingen.

wollen, da er seines hoben Alters wegen nicht mehr in das >?auS zurückkehren könne. - Mit TankeSwoncn des Bizevrändcntcn schloß alsdann die teste Sitzung nach II Uw

in die er von Geburt -an hineingestellt wird, und in denen er zu wirken berufen ist Selbsthilfe ist zwar eine wesentliche, aber nur die eine Voraussetzung gedeihlichen Schaffens und Arbeitens. Tie andere Voraussetzung ergibt sich aus dein Gemeiuschaftsgesühl, aus dem Gemeinschaftswillen. Zur Selbsthilfe muß sich die Genossenschaftshilfe gesellen, wenn berechtigte Forderungen durchgesetzt werden sollen, zumal heute fast aus allen Gebieten Lchtvierigleiten und Hinder­nisse die Kraft und Macht des Einzelnen übersteigen und nur durch das Zusammenwirken vieler überwunden werden können. Ter Gedanke, die Einzelnen zu einem Ganzen, zu einer Genossenschaft oder Gewerkschaft, zusammcuzu- Ichließen, die Zusammengehörigen zu großen festen Ver­bänden und Körperschaften zusammcnzufassen und so einen starken Gemeinschaftswillen herzustellen, beherrscht allem - halben das üeben der Gegenwart Jeglicher Stand und Beruf ist heute zur Erfüllung politsicher, wirtschaftlicher, kirchlicher, geselsichaftlicher Slufgabcn organisiert. Unser Zeitalter kennzeichnet die genossenschaftliche Arbeit, der der Gedanke zugrunde liegt, daß Einigung und Einheit stark machen. Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgefühl gehören zusammen, müssen sich ergänzen.

'tätigt hat.

Unsere Arbeit galt dem Wohle des Landes, deshalb soll auch der letzte Rus, der hier crlöiti, unlernt Hesscnlanbc gelten.

Meine .Herren, ich bitte Sic, sich zu erheben und mit mir zu rufen: Unser liebes, herrliches, hessisches. Heimatland, dem. unsere Arbeit, unser Streben gilt, es lebe hoch'

Tas älteste Mitglied der Kammer, Abg. Horn, sprach danach in beredten Worten dem Präsidenten Haas, sowie dem Vizc- xräsidentcn und ddn Mitgliedern des Vorstandes für ihre mühe­volle und unparteiische Tätigkeit seinen Tank ans. Zum Schluß bat Redner, auch ihm ein freundliches Andenken bewahren zu

Samstag, 8. Juli 1911

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität- - Buch- und Cteindruckerei.

R. Lange, Gießen.

punkt der Regierung bar, wonach dem Petenten kein Recht im Sinne seiner Vorstellung zuttebe. Man solle hier ern bic ge nd'tlidjc Entscheidung abwarten. Tie Ltaaislasie könne Jaiun zur Entschädigung hcrangezogen werden, eher aber die Stadt

Diefte&ener $amilienbläite: werden dem »Anzeiger/ viermal wöchentlich beigelegt, baS Kteisblatt für -en Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Diecandwirtschastlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Trilckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktiome^SllL. Tel.'AdruAnzeigerGießew

Bensheim. .

?lbn C r b macht auf verschiedene Diderwruche in die,er Entschädigungssachc aufmerksam. Tas abgcbrannic Fabrikgebäude habe schon vor dem 3nfraitticten der Litsiatzung bestanden und wenn der Petent sein Gebäude nidit wieder outbaucn dürfe, so atber entschädigt werden in dem Sinne, wie cs der

Abg. Bähr begründel seinen Antrag und bedauert, dieser infolge des LandtagSschlusscs nicht mehr geschästsordnungs-

überwics dem Fonds für Hiddensee die von ihr aus Anlaß des ersten deutschen Vogelschutztages gestifteten 1000 Mark. Hoffentlich solgcn viele Naturfreunde ihrem Beispiele.

Wilhelm Raabes letztes Gedicht veröffentlicht das soeben erschienene erste Heft derM itteilungen sürdie Gesellschaft der Freunde Wilhelm Raabes". In der kurzen Selbstbiographie, die Wilhelm Raabe feinem Bilde im Heidterkalender für 1907 beigegeben hatte, erzählt er, daß die jüngste seiner Töchter,ein liebes, schönes Mädchen 16 jährig ihren Eltern am Zohannismorgcn 1892 durch den Tod genommen wurdedurch Aurora geraubt". Wie tief ihn dieser Herlust getroffen hatte, bezeugt die Bemerkung im Vorwort zur 2. Auf­lage derDrei Federn" von 1895. ,Tie Zahl 1892 am Ende hat für ihn (den Verfasser) persönlid) etwas redrt Unheimlich- Tragisches an sich"; bezeugt noch im nachgelassenen Roman Alterstmusen" die Klage der Mutter:O das sckiönc Wetter, und mein Kind nicht mehr dabei!" Ter Schmerz fand aber auch unmittelbaren Ausdruck in folgenden Versen, die erst letzt auf- gefunden wurden:

Tie Tür ivar zu. Verschlossen war bic Tür.

Jenseits ihr Spielplatz! Jenseits alle hellen Wege für ihre kleinen Füße.

Jenseits der Garten und der Frühling;

Tiesseits der Tür die Tämmrung und das Fieber, die Tämmrung, die zur Nacht wird, und der Weg, der langsam^ langsam abwärts fuhrt.

Wohin? Wohin?!

Und an die Tur kam's dreimal,

dreimal drückte cm kleiner Mund sich an das harte Holz» dreimal erkl-angs so hell, heUe und noch Heller:

Adieu!

Adieu! i . . < Adieu! .... So trennten sich die Wege.

Vielleicht hatte Raabe damals die Absicht, es noch zu er­weitern, wenigitens scheint, den genannten Mitteilungen zufolge, die An der Niederschrift auf der ersten, dritten und vierten Seite des gefalteten Blättchens, darauf hinzudcuten. Toch ilt Raabe nicht zu einer Ergänzung gekommen, deren diese seine ver­mutlich letzten Verse ja auch eigentlich gar nicht bedürfen..

prinz-heinrich-Zahrt.

Münster. 7. Juli. Tic Stadt veranstaltete gestern für die Teilnehmer der Prinz Heinrich-Fahrt ein Fest­mahl im allen Rathanse. Prinz Heinrich, der Gast des kommandierenden Generals o. Einem gewesen ist, trat

hessische Zweite Kämmet.

R. B. Tarmstadt, 7. Julk.

Am Regierungstische: Minister des Innern v. Hombergk, Geh. Staatsrat .'trug o. Nidda, Ministerialrat H ö l; i n g e r.

Vizepräsident K orell eröffnet bic letzte, die 113. Sitzung um

9.40. Tos Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein, Beratung

Schwiegertochter zurück, griff kaltblütig nach ihrer Lorgnette und betrachtete mil eiskalter Verachtung bic Zuschauer. Tie Wirkung war ganz mcrhoürbig: es dauerte, keine Minute, so lvar der Lärm verstummt, und keine weitere, so wendete sich die ganze Zu- sd)auerschaft der Hofloge zu und brach in jubelnbc Betfatls- bezcugungen aus! Aehnliche Szenen waren im Leben der Königin Pia nicht gerade selten, und fast jedesmal hat sie sich, obwohl |ic nicht vom übergroßen Mute beseelt war, aufs glücklich|tc aus der Verlegenheit gezogen, wobei sie immer ganz richtig mit der merk- tüürbigen Zuneigung des Volkes jiT rechnen wußte. Eines Tages war wieder einmal Revolution in Portugal, und eine Rtelen- menge strömte zum königlichen Palaste zusammen. Tie Königin Maria Pia erschien am Fenster und rief hinaus:-dbr glaubt wohl, daß ick) mich fürchte, ich, die id) das ganze Heer meines Vaters Victor Emanuel zur Verfügung habe!?" Tie Stimmung ber Revolutionäre schlug sogleich um, sie begannen in die Hande zu klatschen, und riefen:Welch große Königin!"

Jetzt, wo sie gestorben ist, wird den Portugiesen vielleicht wieder einfallen:Welch eine große Königin!" K. F.

*

Eine neue Freistätte für Wasser-, Strand- und Sumpfvögel ist vom Internationalen Frauenbund für Vogelschutz auf der Insel Hiddensee ! westlich von Rügen) geschaffen worden. Abscheulich war bis jetzt das Niederknallcn der Möwen, Seefchwalben, Kampfläufer und anderer ^trandvögel durch schießwütige Badegäste und Fremde, die solchen Vogelmassen­mord zum Sport uiachten. Nun hat der Internationale Frauen­bund für Vogelschutz Verträge mit den Jagdpächtern abgeschlosien, wonach fick diese vervflichcet haben, jedermann die Erlaiwnis zum Eiersammeln und schießen zu verweigern und selblt die ^agd einen großen Teil des Jahres auf alle Arten und auch au, eine qroße Anzahl, besonders namhaft gemachter Arten sogar das ganze Jahr hindurch ruhen zu lassen. Zwei ortsansässige Vogelwärter sind verpflichtet, auf Innehaltung der <-chutzbestitnmungen zu achten und jeden etwaigen Uebertretungsfall muiucknchtlich zur Anzeige zu bringen. Auf dem besonders arg gefährdeten unbe­wohnten Süden Hiddensees, dem Gellen, soll im nächsten Zähre ein Blockhaus als Wohnung eines ausschließlich nut der Aufsicht betrauten Wärters errichtet werden. Ter Internationale' Frauen­bund für Vogelschutz richtet an alle Natur und besonders an alle Vogelircundc die Bitte um Beiträge zu einem Fonds für Unter­haltung zweier Vogelwärter auf Hiddemec zum schütze der dortigen Wasser- und Sumpfvögel. Tie Ehrennersitzendc des Vereins

mäßig btraten werden tonne. Tie Wasserschäden in Mittelgrünbau ordentlich schwerer Art und er hege bad Vertrauen

,ur Negierung, daß sic den schwer gefd)äbigt«i Einwohnern ihre Unterstützung angedeihen lassen werde

Abg. Kredel begründet ebenfalls seinen Antrag und schildert den in den betreffenden Gemeinden vorhandenen Notstand. Er bittet, mich dort möglichst weitgehend belienb einzugreifen.

Minister v Hombergk bemerkt: 91 ad) dein Bericht des Kreisamts zu Büdingett, das mit der Anstellung näherer Er­mittelungen betraut war, ist der Schaden in der Gemeinde Mittel- .. allerdings sehr erheblich gewesen. Er könne schon jetzt erklären, daß nad) den gesetzlichen Bestimmungen Vergütungen iür Wasserschäden nie an Gemeinden, sondern nur jm die be­troffenen Einzelpersonen gegeben werden sollen. Sehr schwer Lieu nud) die Feldbereinigitugen bei '.Wittclgrünbau geschädigt, doch habe nad) den Bestimmungen dafür der besondere Fonds, .io. 24, 52, einzutretcn. Bon den Schäden in dem Odenwald habe er erst heute Mitteilung erhalten und eine sofortige Gr» ucbung darüber durch das Kreisamt Erbach angeorbnet. Tie Regierung werde in Heiden Fällen so weit als möglich Untere tützungen eintreten lassen. Er weise aber ausdrücklich darauf hin, daß die Emsck)ädigungen nur für Wasserschäden, nicht auch nir Hagelschlag gegeben werden könnten.

Abg. Lang unterstützt die Bitte der Antragsteller, cbemo Abg. Orb und Abg. Breidenbach.

Tie beiden Anträge imd damit erledigt.

Zu bet dringlichen Anfrage des Abg. Fulda, betr. bic 'B ü r g c r m c i st e r w a h l z u 11 r b c r a d), verliest Minister D. Hombergk eine Regierungserklärung. Gegen das am 27. Ok­tober v. Js. ergangene Erkenntnis des streisausschusies Sieburg, ciird) das der Einspruch gegen die Bürgermcistcnvahl in Ur­berach zurückgewiesen wurde, war Rekurs erhoben worden und üie Akten wurden am 3. Februar dem Provinzialausschuß zu Tarmstadt uorgclcgl reifes-:. Inzwischen wurden die Akten von Der StaalSatiwaltlchast in einer Strafsache eingefordert und es wurde von dieser mitgeteilt, daß jivifdicn der Strafsache Schwab und der Bürgermeisterwahl ein Zusammenhang bestehe Erst am 7. Juni wurde dann festgestellt, daß ein solcher nicht mehr bestehe und daraufhin ist vom Provinzialausschuß Berhand- ingstermin aut den 8. Juli anberaumt worden. Es ist aft'sio in irr Sache ganz ordnungsmäßig verfahren worden. ^ie Re­gierung wird bestrebt sein, die Erledigung der Angelegenheit nad) Möglichkeit zu beschleunigen. . __

Abg. Fulda erklärt, daß ja nut der ^estwtzung des .rcr- inins auf den 8. Juli die Anfrage eigentlich erledigt ict: es bleibe aber die Tatsache bestehen, daß die Angelegenheit über 8 Monate in der Schwebe geblieben sei.

Den Antrag des Abg. Leun, betr. die allgemeine Bauordnung den der Berichterstatter, Abg. Köhler -Worms, für' erledigt ,iu erklären beantragt, begründet der Antragsteller. ^>a^die Re­gierung in Aussicht gestellt bat, die Frage bei der furchst cht ber Bauordnung in Erwägung zu ziehen, so erklärt er sich nut dem Vorschlag, den Antrag für erledigt zu erklären, einverstanden und das Haus beschließt demgemäß.

Betreffs der Vorstcttmig von t'anbmirten in

Ulrichstein, betr. die Aufforstungen daselbst, bittet Abg. Merski, den Antrag nicht für erledigt zu erklären, sondern den Wünschen der Petenten entgegenzukonmien. , _ <

Abg. Breidenbach begründet als Berichterstatter den Antrag des Ausschusses, während Abg. Lutz für die Erfüllung der Wünsche der Geschädigten eintritt. .

Auf Antrag des Abg. Merski wird barani beschlonen, die Vorstellung an den Ausschuß zurückzuverweisen.

Zu der Vorstellung des Fahri!.mten Hch. M l e i n in Bensheim um Entschädig un g für den icb er au 1 bau ab* gebrannter Geb äude legt Gehclmerat Best den ^-tand-

Abg. Breidenbach bittet, dem AuS'chußantrag zuzn-

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefjen

stimmen.

Geheirnerat Best bemerkt, daß das Ministerium nicht die Brandver'icherungskammcr veranlaft'en könne, die vom Ausschuß rorge'chlagene Entschädigungssumme von 3069 Mark zu kahlen. Sie wolle erst die Ensi'dreidiing der Gerichts abmarteii. Nad) einigen weiteren Bemerkungen des Abg. Raab wird der Aus schußantrag angenommen.

Damit ist die Tagesordnung erschöpft und Vize- präsideui Morell hält eine Ansprache, in der er einen Rückblick auf die Tätigkeit in der abgclnufenen Periode gab. Tic Marnmer hat 113 Sitzungen abgehalten, sechs weniger als im vorigen Landtag. Tze Aussd'ülse hielten 222 Sitzungen ab: darunter ber Finanzausschuß 143 und der Sonderausschuß Tür die Ver­waltungsgesetze 23. Von den insgesamt 563 zu crletngenbeir Gegenständen wurde« 479 erledigt und zwar 84 Regierungs­vorlagen, 141 Anträge, 210 Vorstellungen und Beschwerden und 44 Anfragen. Von größeren Gesetzgebungswerken wurde die Wahlrechtsvorlage, Städte- und Laudgemeiiideordnung, Ver- waltungsrechtsptlege und der Gesetzentwurf betreffend die Ge- meinbcumlagc erledigt. Tie Zahl der nidjt zur Erledigung ge­kommenen Gegenstände ist gegenüber dem vorigen Landtag er- heblid) geringer, ein Beweis dafür, daß mau bemüht war, nad) Möglichkeit reinen Tisch zu machen. Auch in finanzieller Hinlicht kann das Ergebnis als günstig bcjcidmet werden: die Marnmer hat die ihr zur Verfügung stehenden Kredite nickit uberlchritten, sondern wescutlld.'c Ersparuisie gemacht. Ter erste Präsident Haas hat in lden 38 Sitzungen, die er prälidierte, seine ganze Mr an in den Tienst seines Amtes gestellt: er bedauert außerordentlich der Sdlußtaguiig nicht beiwohnen zu fönnen und läßt dem Hause seine besten Grüße übermittelii. Wir wünschen ihm als Tank dasür recht baldige volle Genesung. Wenn es ihm, dem Redner, ui den 75 von ihm geleiteten Sitzungen vergönnt war, die GeschäTte des Hauses so zu leiten und zu fördern, daß es gelungen sei, neben der Budgetberatung die erwähnten wichtigen Geletzesvor- lagcn uhd. zur Erledigung zu bringen, so freue er sich dieses Ergebnisses nicht in seinem, sondern im Interesse des Landes. Präsident Haas habe beim Schluß des vorigen Landtages betont:

Nur Einigkeit macht stark. Wir haben nur ein gemeinsames Zick, das Ziel, die Wohlfahrt der Bevölkerung zu fördern/' Nur dein einmütigen Zusammenwirken von Regierung und Ständen und der guten Vorbereitung der Vorlagen sei es zu danken, dal; die Marnmer so erfolgreich tätig sein konnte, und so fönnc^ man mit dem Bewußtsein scheiden, daß alle bemüht waren, die Inter­essen des Landes zu wahren und der beichworenen Pflickst zu ge- migen. Ter öffentlichen Kritik der Wähler und der Presse könne der 34. Landtag im Bewußtsein treuer Pftichterfüllnng ruhig entgegensehen. Ter Redner dankt alsdann den tüchtigen Be­amten und den Ausschüssen, die in aufopfernder Weise, die ihnen übertragenen .Arbeiten erledigten und schließt alsdann:Wenn es mir dann möglich gewesen, die Geschäfte so zu leiten, wie ich sie nad) meinen sdpvachen Kräften habe, so danke id) das Ihrer liebenswürdigen Unterstützung, danke es m erster Linie der trefflichen Unterstützung meiner Herren Mollcgen im Präsi­dium und den beiden Schriftführern dieses Hauses. Nun meine Herren, sage ich Ihnen ein Lebewohl. Ja» hoffe, daß £ie alle, soweit ihr Mandat er lebig i ist, wieder in dieser« Saal zurückkehren. Jd> wünsche Ihnen für die nächste Zeit gute Erholung von den anstrengenden Arbeiten und wünsche, daß die Arbeitsleistung des nächsten Landtags sich würdig anreihen möge derjenigen, bic bic 2. Marnmer auf dem nunmehr zu Ende geheiiden Landtag be»

Königin Maria pia und die Portugiesen.

Vielleicht wird das republikanische Portugal ber eben ver- schicbcnen Portugiesenkönigin Maria Pia nadstrauern, denn trotz der Verschnenbungssucht und all den anderen üblen ^emchaften, die man ihr nachsagt, war sie bod; derLtedlrng des Boltes

^Tcr französische Schriststellcr Jean Fi not hat dieses selt­same Verhältnis, das zwilchen den Portugiesen und ihrer ehe maligen Königin bestand, einmal ganz trenend gekenriz.ichnet. Mit 14 Jahren hatte man sic ans Politiken Gründen nad) Portu­gal verheira-et. Sie kam von dem prächtigen Hofe Sic or Ema­nuels, wo sic verwöhnt worden war, nad) Portugal, mic jollte sic da, so fragten sich bic Portugiesen, überhaupt gelernt öaben, was Geld ist? Tie Portugiesen lanbeit jid) bannt ah, baß ne keine Zeit gehabt hätte, um zu lernen, und ,o lachten ne^bauiber, baß die Königin das Geld aus vollen Händen zum 2'enittr hinau.'- warf. In Paris z. B. - für diese Anekdote verbürgt,ich Fttiot-- betrat sie das Gesdstift einer Putzmacherin. Einigr Hu.e gekiettn ihr ganz besonders; sic deutete mit der Hand daraus, damit man sie ihr zufdstcke, und der gefälligen BelitzeriN iam es nattiilich durd;aus nicht darauf an, noch ein nutzend dazu zu legen, ba ne darauf redjnctc, daß die Königin es wohl nicht merken louibe, womit sic wahrsd)einlich reckst hatte. Als bic -a.aren|cnbung Tur bic Königin int Hafen von Lissabon ausgcladcn wurde, ,ul ba^ Riesenhutpaket ins Wasser und ertrank ichmahlich^, und.Sau» Lissabon bebauerte die arme Königin, bic jo um ihren .ropslchmuck gekommen war, anstatt zu bedenken, daß bieder ^oerlulU imc )o manches andere, portugiesisches Geld loltcie. ^er Ltaat-,chatz war immer leer aber bic Königin snhr Tort, bic größten. Ju»gabai daraus zu machen; die Portugiesen bedauerten das Erordentlich, aber der Königin Maria Pia macksten lie keinen ^orwuis, denn jic war eine wahre Königin, ja einer der eitrigsten Republikaner (oll von ihr rühmend gesagt haben,sie gäbe das Geld wenigsten-, Cd>t Einmalbesickst'igic die Königin Maria Pia gemeinsam mit ber Königin Amelie einen Stierkamvt, gerade Su ^der Zeit, wo inan ihr einen kirchenpolitischen.cebritt beiondci- übel ge­nommen hatte. Sobald die bcidcu Kouiginncndie ^tloqe be, traten, fingen die Zuschauer an zu Vielten unb

sich auch Schmährufc in den Lärm. Lage wat ankerst helft , selbst die anwesenden ^Diplomaten mußten nicht recht, was nc tun sollten, und die Königin Amelie dachte schon daran, weg zu gehen. Königin Maria Pia aber wußte, was zu tun jei; jic hielt ihre

SelbftDcrtrauen unö (5cmcinfd)aftsgcfüt)L

Bei der Eröffnung der Krefelder Handwerk»', In« duftrie- und Knnsiausstellnntl hat der LDderpräsideul der Rbeinprovinz, Freiherr v. Rßeinbaden, eine treffliche Rede über die Ausgaben und Ziele des Handwerks gehalten. Er hat darin ausgeführtTer Gedanke: .Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott, muß in die letzte Werkstatt dringen. Und ein zweites! Zu dem Selbstgefühl und Selbstver­trauen muh das Gemeinschaftsgefühl treten Ich erinnere mich sehr wohl, daß frühere Beltrebunaen im Handwerk oft an dem mangelnden Gemeinschaftsgefühl gescheitert sind Ter Gedanke: Alle für einen und einer für alle, der das landwirtschaftliche Genosjenschastswesen so in die Höhe ge­bracht hat, muß auch jeden Handwerler tief durchdringen."

Was hier der Vertreter der preußischen Regierung ins­besondere dem Handwerk ans Herz gelegt hat, Selvstver- trauen und Gemeinschaftsgefühl als Hanptbedingungcn des Fortschritts zu betätigen, gilt im allgemeinen für alle Stände und Klassen. Selbstvertrauen oder Selbsthilfe muß aber das erste sein. Sie bildet die Grundlage jeglicher Arbeit, der Wirksamkeit un Haus und in der Familie, int Beruf und int öffentlichen, politischen wie wirtschaft­lichen Leden, in der Gemeinde und im Staat. Wenn das alte Wort, die tapfere Losung des Selbstbewutztseins: Jeder ist seines Glückes Schmied, sich noch immer bewähren soll, so kann daS nur in dent Sinne geschehen, daß jeder zu­nächst und allermeist der eigenen straft und Tüchtigteit vertraut und auf eigenen Füßen steht, das; er zu allererst durch sich und feine Leistungen vorwärts zu kommen strebt. Tie Hauptsache ist und wird immer sein, daß den stampf ums Tasein jeber selbst führen muß, daß sich jeder, an welcher Stelle er sich auch befinden mag, des Leitgedankens bewußt bleiben soll, was er ist und wird, verdanke er sich selber, llcbcrall bestätigt die Erfahrung immer aufs neue die Tatfache, daß die größten.ciulchuctdendcu Taten und Erfolge aus dem Lclbstbewußtfeiii und Selbstvertrauen, der Anregung und dem Willen einzelner hervvrgegangcu sind.

Aber Selbstvertrauen, Selbsthilfe allein reicht nicht aus, um sich zu behaupten, um den harten Tascinskampf zu besteheii. Ter Mensch ist von Haus aus ein soziales, genossenschaftliches Wesen und auch über die Zeit seiner Un­selbständigkeit und Erziehung hinaus auf die Zusammen­arbeit nut anderen, auf die Gemeinschasteu angewiesen.

Garantieschein: Nicht- gefallende Waren tau­schen wir bereitwilligst um oder zahlen Betrag zurück.

r bitten genau auf unsere und Fabrikmarke zu achten.

Grösse.)

i nur Mk. L5G

Fabrik Marke

portofrei 3ÄJ

IDgeD nur elegante, ge- ret da^mdVersand kommt.

' i kostenlos-

SN diiernu«

it bietMAner''in *L oiiders auch Zabiko"ü fltgkol<>nie'

'mT»***

OlusfÜM"^

iolea -

rillänt