Ausgabe 
18.10.1911 Erstes Blatt
 
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16J. Jahrgang

Erstes Blatt

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Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten.

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ladt Chinas,

Partien übernommen.

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man von Zeit zu Zeit mit S Schützen mit dem wilden Rufe bekam ein solches Geschoß ans

16. Oktober L Sttiina über t*

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Semüse-Üanierveii i[ eingetrofsen.

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Tender uno Herr Yubbnigg in gütiger Milwirtung aus besonderer Gcjätliglcit für das auskeimende Talent die oben angegebenen

age in Schanghai

lang. Dieses Lankau ift zweifellos die interessanteste denn erst hier lernt man eine neue Welt kennen.

wrzulegen- '

en groj e ®cIc*it, zur benot- 1. Blumen-Zwiebeh )e Erinnerung zu bringet

iendungeiutressend:

-Schellfische

inb 35 Pfennig

ohne Kopf

g im AuSschn. 30 Pfg.

35 PlS, Mffln i%, WW ft iii in r,W5 Wtz

Tie Haltung Japans.

Tokio, 17. Oki. Gestern uno heute fanden in Gegen­wart des Ministerpräsidenten, des Ministers des Aeußern, des Krieges und der Marine geheime Beratungen über die Lage in China statt. Wie verlautet, hat man be­schlossen, sich ab wartend zu verhalten. Die Börse, ausgenommen die Baumwollbörse, ist fast normal.

iSrelsbwu.,

sehe

Q 3 Pfund 60 Pfg.

Irsatz

ib W*ä 90 . Palmin, Begetalinr r Pfund 55 Pfg-

Franz Liszt

dem löbl. Ccbenb-igd Ki-..ukat geburng, die hohe

Lin Mordanjchlag in Uutzlan».

N owot scher la Sk, 17. Olt. Gegen 7 Uhr abends drang der Student Kristi in den Privatwagen des Fürsten Trübe tzkoi, eines Mitglieds des RcichsratS, und gab aus ihn Revolver schüsse ab. Ter Fürst sank augenblicklich nieder. Er ist fernen Wunden erlegen. Der Mörder Kristl ist mit dem Fürsten verwandt. ____

- lach"»«' . 7 Ebe-

Line 5ahrt durch öas Land der Revolution.

An den Ufern des I a n g s c k i a n g, des Vaters der Ströme, liegen alle die großen Städte, die jetzt zum Hauptquartier der chinesischen Revolutionäre geworden sind. Lankau, R a n k i n g, W u s ch a n g , die nun in die Lände der Rebellen gefallen lind, werden von den Fluten desBlauen Stromes" bespült, und an den Usern sammeln sich die Kämpfer, die gegen die Regicrungs-

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9 Sachen, ban s>< 3

rlus Hessen.

Die (Siebener Landtagswahl.

Herr Prof. Luley bittet uns um Aufnahme folgender Erklärung:*

Aus die von den Herren Jusnzrat Metz und Dr. Ebel tm Namen der Fortschrittlichen Volkspartei in der gestrigen Nummer des Gießener Anzeigers gegen mich gerichtete Erklärung erwidere ich folgendes: . ... -

1. Auf die beleidigende Tonart in dieser Erklärung lasse ich mich nicht ein.

2. Von meinen Feststellungen in den zwölf Punkten nehme

Lisztr erster Austreten.

Ein gewisses Interesse darf gciab; jetzt anläßlich der bevor­stehenden Liszt-Sälularsfter die folgende Ankündigung von dem ersten Auftreten des damals einadrigen Franz Liszt in Pest beanspruchen. Sie lautet:

Mit hoher Bewilligung wird der elfjährige

Lhre haben, Donnerstag, den 12. März,^ die Nachmillagsstunde 4 Uhr in dem Laalzu den sieben" Kurfürsten" eine musikalische Umerhaliung zu geben. Voriommenüe Stücke:

an uns) schroff abgclehnt. Eine andere Deutung lassen meine Worte gar nicht zu. ,

4. Ich fordere Sie auf, wenn ich Falsches gesagt haben sollte, an derselben Stelle, wo ich meine A u s füh­r' lt n g c n g e m a ch t h a b e, die U n r i ch t i g k e i t e n k l a r n n d d e u t l i ch n a ch z n w c i s e n. .

Gießen, 18. Oktober 1911.

Luley, 1. Bors, des Natlib. Vereins Gießen.

Dupicix" eine Reise nach Lankau beschreibt, die er erst kürzlich volleiidet hat und in deren Schilderung ein lebendiges Bild dieser rätselreichen ostasiatischen Stadt ersteht.

Beim ersten Anblick wirkt Lankau auf mich wie ein zweites Schanghai. An dem mächtigen Flußkai erheben sich die großen europäischen Handelshäuser und Konsulate, und davor lagern in dichten Scharen die Handelsschiffe aller Nationen. In der Ferne sieht man die düstere Masse von Wu-Tschang, der Residenz des Bizckönigs, die wir mit elf Kanonenschüssen begrüßen, zum heiligen Entsetzen der Fischer und der chinesischen Ruderer. Aber Wu- Tschang liegt am anderen Ufer, wir bleiben hier in Lankau. Da steht die französische, die englische, die deutsche Konsulatheim- ftättc; die Belgier, die die Bahn von Peking nach Lankau gebaut haben, haben im französischen Konsulat Gastrechl genommen. Aber hinter diesen paar europäischen Häusern, die wie eine Kulme das wirkliche Hankau verbergen, hausen die Hunderilausende von Chinesen, gegen 800 000 Menschen, und in ihrer Mitte kaum 1500 Europäer. Ich verbrachte einen Tag mit dem Chef der fran­zösischen Polizei, einem sehr intelligenten ehemaligen Matrosen, der mich überall herumführte, sreilich mit dem Revolver in der Hand. Tenn die Chinesen von Hankau hassen die Europäer; erst vor vier Monaten gab es einen Massenaufruhr, das fran­zösische und daS deutsche Konsulat wurden geplün­dert, und man belagerte die Europäer drei Tage lang im eng­lischen Konsulatsgebäude. Mer dann kamen Kanonenboote, und 80 englische Matrosen genügten, um ich weiß nicht wieviel hundert Chinesen zu töten und die vielen Tausende in die Flucht zu jagen. In den wenigen europäischen Gasthäusern zwingt man die chinesischen Boys, die Speisen zu kosten, ehe man seine Mahlzeit beginnt, denn dies ist das einzige Mittel, sich gegen Vergiftung zu schützen. Der Wirt kommandiert seine gelbe Kellnerschar nicht anders als mit dem Revolver in der Hand. Die Situation ist nichts weniger als, gemütlich. In den Chinesenquartieren wird

Mann Truppen der Aufständischen in Wu­tsch a n g ü b e r f ch r i t t mit Ar.illerie den Y a n g t s c und ist den Hansluß aufwärts abmarschiert. Tie Gesellschaft vom Roten Kreuz, bringt die Gefallenen aus Wutscyang weg. Ein Revolutionär, der überführt lvurde, einen Fonds untcr- fchlagen zu haben, wurde hingerichtet.

Nach einer Depesche der Bctricbsdirektion der Schan- tung-Eisenbahn-Gesellschaft in Tsingtau ist die Schantung-Eisenbahn von der revolutionären Bewegung nicht berührt. In der Provinz Sch an tu ng herrsche

Nr. 245

T?r Klehener Jhrjflgtr erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich 6lefcenerSamilienblätfer; zweimal roödientl.Kiei«- blattfürb<nKreis6:ef)en (Dienstag und Freitag); zweimal monotl. Land» wirtschaftliche Stitscaoen iteruiDted) - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

Paris telegraphiert vom Eingreiseil bc: deutschen Sa;i, . .

aufs lebhafteste. Mau bringt das Vorgehen der Deutschen mir den vorausgegangeneil M..dünge.i in Zusammenhang, daß die Autorität der revolutionären Chefs nicht ausreicht, um den Pöbel im Zaune zu halten. Mau hofft hier, daß cs dem raschen und cnergi- ,chen Bemühen der bcui|ü)cn Of iziere und Mannschaften gelingen werde, Leben und Gut der Ausländer zu schützen, vis die von mehreren Staaten erwartete Verstärkung ein-

Mittwoch, (8. (Moder Ml

Veingsprets: monatlid)7543f., viertel- . A A jährlich Mk. 2.20; durch

Tas erste Konzert der Großherzoglichen Hofmusik in Darmstadt war, wie man uns schreibt, dem Andenken Franz Liszt s gewidmet und brachte neben dem großen Klavierkonzert in Es-dur mit Lrchcsterbegleitung, der iinjoniichcn Diä.tung Orpheus uno drei Klavierstücken auch die ^autt-Lin- fonie des Meisters. Dieses Werk, das trotz seines zu breit geratenen zweiten Satzes immer eine tiefe Wirkung ausübt, ge­lang der Loftheaterkapelle unter der Leitung ihres Kapellmeisters Herrn W. de Haan in allen seinen Teilen ganz ausgezeichnet. Tic Lauptschwierigleiten bringt natürlich der dritte L>atz mit dem SchluschorAlles Vergängliche", der durch die länger des voft ck,ors machtvoll und muiitalh'd) sicher gelungen wurde. Ten schweren Soloteil halte der Tenor Öerr Georg Becker vom Dof- theater übernommen, der seiner Aufgabe voll gerecht wurde, (jur das Es-dur-itonicrt und die drei Klavierstücke hatte^ man |id) Fräulein Suzanne Go denn e aus Paris cer.d)rleben. ;tie)e junge Künstlerin verfügt über einen ganz ausgezeichneten Anschlag uno eine glänzende Technik, die bei Li'ztsch.r Munk ja beionbers ins Gewicht fällt. Wenn sie im Forte nicht jeden Wumch erfühle, so soll ihr das nicht als cm Fehler angerechnet werden. Tw Dame ist noch jung, kamt also noch manches nachholen. Außer­dem ist ste musikalisch feinempimeu 0, ein Vorzug, Öen man nicht bei jedem Klaviervirtuoscn anitifft. Der große Beifall, den das gut besetzte Haus der Franzoiin spendete, war daher wohl verdient.

Bode unzuverlässig? Tie Preßzentrale oer- breitet eine seltsam itmgenöe Meldung aus Wien. Danach be­hauptet die Wiener Nummer der Äontagszeitung, der Genera! tirettor ter königlichen Museen m Berlin, Geheimrat Bode, habe das wertvolle Gemälde von RembrandtDer heilige Fran­ziskus" mehrmals als eine Fälschung bezeichnet. Nachoem jedoch kurze Zeit caroni dec ihm bcircunöeie Pariser Kunsthändler Sede. mever, der auch Bodes Werk über Rembrandt verlegt hat, die,es Gemälde für (1000 Franken erworben habe, habe Bode keine Bedenken getragen, das Gemälde turch schriftliches Attest als eine wertvolle und eigenhändige Arbeit Rembrandts zu erkennen.

Adhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post 2.'lk. 2. Viertel­jahr L auSjchl. Bestella. ZeilenpreiS: lokal IbPw auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille­ton', .Vermischtes' und GeiichtSsaal': K. Neu­rath; für .Stadt und Land': E.Heß; für beit Anzeigenteil: H. Beck.

bs. Darmstadt, 17. Oft. Hier fand eine stark besuchte nakionalliberale Wahlversammlung statt. Ter Kandidat der na- tionühibcralcn Partei für Tarmstadt, Regierungsrat Bastian, hielt nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Dr. Osann leine Programmreoe. Gs liege ihm volltommen fern, eine po- Ulische Rolle zu spielen, dazu sühle er weder Beruf noch Neigung in sich. Er würde sich nur als Finanzmami betätigen. Direktor Baiiiaii sprach sein Bedauern aus, gegen Herrn Stadtv. Lenrich kandidieren zu müssen, den er sehr hoch schätze. Er wolle versuchen, einen Wahlkampf Durchaus ehrlich unb ohne jede persönliche Ge­hässigkeit zu führen. Der Redner legte dann in großen Zügen seinen Arbeitsplan vor. Für ihn seien die Schuldentilgung und die Ausbesserung der Bcamtengehälter die Lauptaufgaben des kommenden Landtages. Auch auf die preußisch-hessische Eisen- bahiigemcinschast kam der Redner zu sprechen. Vielleicht könne hier der Hebel zur Hebung der Finanzen Hessens angesetzt werden. Die Entwicklung Hessens habe sich eben so gestaltet, wie man sie bei Abschluß des Vertrages nicht ooraussehen konnte, und deshalb sei er für eine Revision des Vertrages. Direktor Bastian ging oann auf die Steuerpolitik ein und bekennt sich als Anhänger der Warenhaussteuer; den Charakter einer Erdrosselungssteuer dürfe lie jcöüCi) must tragen, än Oer gegnerischen Preue fei der feiner» zeitige aber endgültig zurückgezogene Antrag des Referenten aus Erhöhung des Ausieiyjinsmtzes der stadnschen Sparkasse um 0,10 Proz. auf 4,10 Proz. als mitlelstandsfeindlich bezeichnet worden, um Stimmung gegen die nationalliberale Kandidatur zu machen. Herr Bastian wies nach, daß schon an und für sich eine Zinsfußerhöhung auf 4,10 Proz. sich gerechtfertigt hätte, da die Stadt selbst, wenn sie Geld aufnimmt, zu 4,12o Proz., also zum höheren Zins- usw. Aufwand (nicht Zinsfuß) sich be­quemen müßte. Hieran schloß sich eine lebhafte Aussprache, an der sich auch der Parteisekretär der fortschrittlichen Volkspartei in Darmstadt, Herr Kuhlmann, beteiligte. Herr Kuhlmann besprach noch einmal die Einigikngöverhandlungen und behauptet, daß bet den Nationalliberalen keine Geneigtheit zur Eimgung bestanden habe. Wir wünschen, so sagte der freisinnige Redner, ein gutes nachbarliches Verhältnis mit den Nationalliberalen und hassen, daß wir doch dereinst zu einer großen liberalen Ge-

S ch a n g h a i, 17. ~ ft. infolge der Ungewißheit ist die Lage am Markt start beunruhigt. £ i e Chinesen w e ch - sein Banknoten gegen Gold ein. Der Dampfer Poltawa" geht nach Hankau ab, um Frauen unb Kinder hierher zu bringen. Hier ist alies ruhig. Der Verkehr mit Hankau ist wiedcrhergestellt.

Ter La wverlehr Peking Mukden.

Mulden, 17. On. Au, Anorouung aus Peking wurde der Verkehr auf der Bahn Peking- M u k d e n vorläufig eingestellt. Tie Korrespondenz aus der Mandschurei nach dem Innern Chinas unterliegt einer strengen Zensur.

1! Ouvertüre von Friedrich Schneider. .

2i Konzert für Pianoforte van 'Jties mit Lrchesterbeglcitung, vorgetragen vorn Konzertgcbcr.

3) Tuet! aus der OperEti-avech ', gesungen von a.emoiselle Teyber und Herrn Bubbnigg. .

4) Konzen für Pianoforte mit ^rchesterlngleitung von Moschelee, vorgetragen vorn Konzerlgebc,. ,

5) Arie aus der OperLibussa", gelungen von xemoueHe Teyber.

6- Eine Phantasie auf dem Pianowrte vom Konzertgeber.

Um diesen Worten die gehörige Deutung geben ,-u können, wird von P. T. hohen Zuhörern um schriftliche Themen gebeten.

Hoher gnädiger Adel! Löbliches K. K. Militär, verehrungs- würdigcs Publttum. Ich bin ein Neuling unb tenne kein größeres GUick, al-s die ersten Früchte nuiner Erziehung und Bildung in meinem Vaterlanoe als das erste Opfer der innigitcn Anhanglick- feit und Dankbarkeit vor meiner Abreiie nach lyranireid) ihr- jurck'tsvoll darzubringen. Was dieser noch an ."Jicue mangelt, Dürfte anhaltender Fleiß zur größren Volllommenyeii fuhren mid mich vielleicht einstens in die glückliche Lage versetzen, auch ein

völlige R u h e. Auch im Süden von China trage die Bewegung anscheinend keinen sremdenfeind- lichen Charakter.

Hankau, 17. Okt. Ter KreuzerCadmuS" ist angelangt. Tie Aufständischen beschlo sen, Mandschus nicht zu massakrieren noch zu töten, wenn sie freiwillig die neue Regierung anerkennen. Man erwartet ein Gefecht zwi­schen den Mandschus und den Aufständischen. Tiefe grün­deten einen Verband für Krankenpflege, der von c.nein Missionar geleitet wird. Frauen und Kinder reisen h e u t e ii a ch S ch a n g h a i a b. Ter Befehlshaber der Auf­ständischen erklärte, sie fürchteten die Nordtruppen nicht. Tie Bahn nach Peking würden sie selbst schützen; sie ist in voller Ordnung; der Verkehr ist aber eingestellt. Heute ist ein neues revolutionäres Blatt erschienen, die früheren Zeitungen erscheinen nicht.

Englische und franzöfifche Stimmen zu der Landung der Deutschen.

Berlin, 18. Olt. DasBerl. Tagebl." meldet aus Lo n d o n: Tie Meldung von der L a n d u n g deutscher Matrosen in Hankau erregt hier großes Aufsehen. Ohne daß genauere Meldungen über die Veranlassung der Landung vor.iegen, äußert man die Befürchtung, daß dieser Schritt e r n st e F o l g e n b e i e i n e r R e v o l u t i o ii haben löunte, in der jetzt die Ausländer nicht belästigt worden seien.

Nach einem Londoner Telegramm derVoss. Ztg " wird dort das Ereignis gar von w.iltrag.ndster Bedeutung ans-

Die Revolution in China.

Aus China kommt eine große Ueberraschung. Teutsche Landsleute unb Mannschaften unserer Kriegsschiffe stehen, so heißt es in einer deutschen amtlichen Meldung, mit dem Pöbel Hankaus itp Straßenkampf. Einzelheiten fehlen. Ta­gegen verbreitet eine spätere amtliche Meldung einige Be­ruhigung: ui der Stadt herrsche wieder Ruhe, und ein chinesischer Admiral mit Truppen sei angekommen. So ist der Vorfall zwar bedeutungsvoll und ernst genug; er wird aber kaum von ernsten Folgen begleitet sein. Tenn um die Revolutionäre, die ja den Schutz der Fremden und ihres Eigentums verbürgen wollen, handelt es sich offen bar nicht. Denn die erste Meldung sprach ausdrücklich von Pöbel. Wahrscheinlich war die Stadt von Truppen, auch denen der Revolutionäre, ganz entblößt, so daß Gesindel die Einwohner bedrohte. Es erscheint daher als ausge schlossen, daß das Vorgehen der Deutschen auf den Forl gang der revolutionären Bewegung irgend einen Einfluß ausiiben könne, und wenn, wie gcmeloet wird, die Eng- länger über das deutsche Auftreten in Sorge geraten sind, so sind sie wohl die einzigen, die das Ereignis schlecht be­greifen. Es ist erfreulich, daß die deutsche Kolonie p wirksam von gelandeten Truppen unterstützt werden konnte. DieLeipzig", derTiger" und dasVaterland" verfügen zusammen über 500 Mann. Und wie eS heißt, ist weitere Hilfe unterwegs. So ist man auf weitere ernste Ereignisse wenigstens gelüftet. Allem Anschein nach wird sich in der Nähe Hankaus eine Entscheidung zwischen den Revolutio­nären und den chinesischen Regierungstruppen abspielen. Darauf deutet eine Meldung des deutschen Seebefehls- I aber? hin, in der gesagt roiro, daß ein deutscher Dampfer mit dem Nichtkombattanten ausgelaufen sei.

Dic Tcutschcn im Ltraßenkamps mit chinesischem Pöbel.

B e r l i n, 17. C it. A m t l i ch e M e l d u n g. Tas Lan- dungSkorps derLeipzi g", desTige r" und der Vaterland", zusammen mit der aus Deutschen in Hankau bestehenden Freiwilligenkompagnie stehl im S t r a ß e n k a m p f mit chinesischem Pöbel.

Berlin, 17. Okt. Eine weitere Meldung des deutschen Seebefehlshabers in H a n k a u besagt: H a n k a u ist r u h i g. Admiral S a h ist mit 4000 regulären Truppen eingetroffen. Ein Gefecht steht nahe der deutschen Nieder­lassung bevor. Ein deutscher Dampfer ist mit den N i ch t k o m b a 11 a n t e n ausgelaufen.

Hankau, 17. Okt. Admiral Sah, der in einem Ka­nonenboot hier eingetroffen ist, gab den fremden Konsuln die Versicherung, daß er ihre Konzessionen nicht gefährden werde. VoK Norden ist ein Eisenbahnzug mit Ne-

leinen bcioorfen, bann fliehen die I Zweig der Zierde des schönen Vaterlandes geworden zu sein. Zur :Tscha-lscha", (der Teufel). Ich Verschönerung dreier mii|ilali|d)en Unterhaltung haben Dlle. Smienbcin und hinkte acht Tage ~

gefaßt. Das Schwergewicht dieser Meldung, meint o.e be­unruhigteStar", könne lau in überschätzt werden. Da gegen scheine man in Paris das Vorgehen der deutschen Marinemannschaften bisher sehr freundlich zu be­urteilen. Dem BerlinerLokalauz" wird nämlich aus Tie aus ^Hankau gemeldete Nachricht smauu,chaft interessiert

............ General-Anzeiger für ©berljeffcn

Annahme von Anzeigen flofofionsbrud Unb Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- unb Steinbrucfcrci n. Lange. Redaktion, (Erpcbihon unb vruaerek: Sdpiftrage r

U Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschästsftelle Bahnhosftrahe 16a._______________________________

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