Ausgabe 
11.8.1911 Erstes Blatt
 
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dem öffentlichen V^l^.r übergeben werden kann. Es ist somit auch im östlichen Stadtteil, wo seither nur ein Fußsteig über das Wasser führte, eine wohltuende Verbindung für Fuhr­werke geschaffen, die seither eine neben dem Steg befindliche Durchfahrt ücnuljcn mußten, was aber sehr oft wegen zu hohen Wasserslandes unmöglich war.« Am meisten werden eS die auf dem in der Nähe der Brücke befindlichen Schweine» markt verkehrenden Händler und Käufer begrüßen, die seither, um auf den Markt zu gelangen, mit ihren «Fuhrwerken Um­wege machen mußten. Die Brücke ist von der Firma Fischer in Guslavsburg ohne jegliche Eisenkonltruktion ganz aus Eisen­beton hergestellt und macht infolge ihrer wuchtigen Beschaffen­heit einen sehr guten Eindruck. Die Baukosten betragen ca. 4700 Mark.

Truppenschau in Mainz.

Mainz, 11. Ang. Zum Besuche des Kaisers itnb des Groß Herzogs hat sich die Stadt in einen üppigen ^ümcn sch muck gehüllt. Zur gestrigen Vor Parade marschier­ten die sämtlichen Musikkapellen der zur Parade befohlenen Trup­pen nur. Um 7,30 Uhr traf das Großherzogspaar im Automobil, von Wolfsgarten kommend, im Sdffoffe ein. Das Großhcrzogspaar wurde stürmisch begrüßt. Zur Begrüßung hatten ick im schlosse eingefunden Provinzialdirektor Geheimrat Dr Lrerdert, Oberbürgermeister Dr. Göttelmann und Gou rerneut General Graf von Schliessen. Der Kaiser traf von Wckhelmshöhe kommend, heute früh um 6 Uhr bet Wärter- bube 39 der Strecke MainzAlzey au. An der Haltestelle hatten tch emgefunden der Großherzog und die Großherzogin von Hessen, Prinz und Prinzessin Friedrich Stüri von Hessen, die Kronprinzessin' von Griechenland, und die jüngeren Prinzen, ferner ber komman di er ende General v. Eichhorn, Japanischer General. Nogi und Provinzialdirektor Geh. Rat Dr. Breidert. Der Kaiser trug bie Uniform seines 11(>. Regiments, die Großherzogin und die Prinzessin Friedrich Karl die Uniformen ihrer Regimenter. Der Kaiser begrüßte, nachdem er zu Pferde geftiegat war, den Groß- herzog und seine Hoheit VerivlUtbtm auf das Herz-

ttchste und sprengte dann dem Großen Sande zu.

Die Ucbungen begannen mit einem Exerzieren des Dragoner- Regiments Nr 6. Hieran schloß sich eine Gefechtsübung unter Leitung des Generalleutnants v. Plueskow, an ber teil» , ^0. Infanterie-Brigade, das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großhg. Heffisches) Nr. 116, die 6. Dragoner und zwei Abteilungen des Felbartillerie-Regiments Nr. 63. Aus Mainz und ber ganzen llnigegcub waren zahlreiche Schaulustige herbeigestromt, welche den Kaiser und die Fürstlichkeiten freudig begrüßten.

Kreis Schotten.

= Freienseen, 10. Aug. Wir werden von betei­ligter Seite nm bie Mitteilung ersucht, daß der Brand an der Bahnböschung bei Freienseen von Hilfsweichensteller Opper von Freienseen und Straßenwärter Rock von Freie», seen gelöscht wurde.

Kreis Friedberg.

X Aus der Wetterau, 10. Aug. Berbältnismaßtg ist noch bie Frühkartoffelernte ausgefallen, während für die Spätkartofscln die Aussichten immer schlechter werden. Der Preis ber Frühsorten beträgt jetzt durchschnittlich 5 Mark pro Zentner. Die Bauersleute, bie bie Frühkartoffeln jetzt massen­haft aus ber Södeler und Echzeller Gegend auf der Achse nach Friedberg und Bad-Nauheim bringen, erhalten dort 5,75 bis 6 Mark.

X Bad-Nauheim, 10. Aug. In einem recht verun- r c i n igteit Zustand befindet sich wieder unserewasserarme" U s ä zwischen hier unb Friedberg. Das Kreisamt sah sich daher veranlaßt, in einer Bekanntmachung Vor dem Gebrauch des Ufa» wassers zu irgendwelchen Reinigungs- oder gewerblichen Zwecken zu warnen, da jede Berülxrung mit dem stark verunreinigbgni Wasser Gefahren für die Gesundheit mit sich bringen kann.

Slkllt!- i.-.u yuuiiniiiitii.

w. Dar m stadt, 10. Aug. Der seit drei Tagen ver­schwundene Kassenbote der Ortskrankenkasse Darmstadt, Leon­hard, dessen Erhebertasche gefunden mürbe, ist heute nacht in seiner Wohnung von der Polizei festgenommen worden. Man oermutet, daß er geisteskrank ist. In der Tasche fehlten über 1000 Mark.

R. B. Darmstadt, 10. Aug. Bon einem Hitz - schlag getroffen wurde heute nachmittag ein Arbeiter in ber Borberstraße. Er brach beim Passieren der Straße ohnmächtig zusammen und wurde, in besinnungslosem Zu­stande in das städtische Krankenhaus verbracht.

An» Stafct uitö Land.

Gießen, 11. August 1911.

"Landesuniversität. Der Großherzog hat dem ersten Assistenzarzt an der chirurgischen Universitätsklinik, Prlvatdozentcn Dr. Anton Thies in Gießen, den Titel Oberarzt an der chirurgischen Universitätsklinik- verliehen.

Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem Lehrer Joh. Hartmann Will zu Rendel die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Kronenordens 4. Klaffe erteilt.

** Unser Regiment kehrt heute abend 8.18 Uhr (nicht, wie vorgesehen, 10.40 Uhr) von der Kaiserparade zurück.

* Verband ftaa11. Hess. Unterbeamten. Die Landesversammlung findet am «Sonntag, 13. August, w Fran kfur t statt. Der Hauptversammlung geht eine Sitzung des Gesamtvorstandes voraus.

** Deutsche geolog. Gesellschaft. Aus Darmstadt, 10. Aug., wirb uns geschrieben: Der heu» tige 1. Sitzungstag der 55. Versammlung der Deutschen geolog. Gesellschaft, an dem als Vertreter der Regierung Mintster von Hombergk zu Vach, Mnisterialrat Höizinger, ^^o^nomrerat Müller, als Vertreter ber Stadt Bürger- meifter Ucuner teilnahmen, wurde von Geheime Oberberg- rat Pros. Dr. Lepsius eröffnet. Der Geh. Hofrat Pros.

, grüßte otc Teilnehmer im Namen der Technischen HoMule und gab einen kurzen Ucberbricf über die Ge- fdndltc bicfeö Snfhtiits. Darauf hieß Geh. Rot Lepsius willkommen, erwähnte in seiner Ansprache Mc Tätigkeit der neolog. Landesoi,statt unb hob hervor, ^ne fr ^ose Jaiftalt, bie geolog. mineralog. Abteilung der Hochschule und des Museums seit dem Jahre 1886 als die Deutsche geolog. Gesellschaft fdU einmal in DarmstE tagte, ausgebaut und vergrößert worden sei, ein Zeichen wie die Tätigkeit der Anstalt immer mehr anerkannt und

Ausland.

Die Ungarische Regierung verfügte, daß ab 1. Sep rember ht den Bildungsanstalten für Lehrer unb Lehrerinnen bi> bcutfd)c Sprache als einzige fremde Sprache ü sämtlichen Klassen obligatorisch gelehrt werben soll. Der Lehre soll von ber ersten Stunde an mit den Schülern ausschließlich ii deutscher Sprache verkehren und die Schüler deutsch spreche, lassen.

In Anwesenheit des Königs von Italien, des Herzogs uni ber Herzogin von Genua, des Ministers der Marine und de Krieges, Vertteter der Behörden unb einer ungeheuren Menschen ntenge fand in Spezia ber Stapellauf des zweiten i t a l i e n i s ch e n D r e a b n o n g h t sC o n t e di Cavour" statt I2)er Stapellauf verlief vorzüglich. Der König besichtigte bc; innen DreadnoughtDante alighieri", ber fast soweit ausgerüste ist, um in bie Eskabre eingestellt zu werden.

DerTemps" meldet: Der .Kolonialbeamte Vollen Hoven, welcher anläßlich der deutsch-französischen Verhand fangen als fachmännischer Beirat deS Botschafters Cambou nach Berlin entsandt worden war, ist zurückgekehrt.

DieDeutsche Tageszeitung" meldet aus Paris: In einen «Schreiben, das der v e r t r i c b c n c .König E m anuel v o , Portugal an die Dienerschaft seiner verstorbenen Großmuttei Maria Pia richtete, dankt er für die der Verewigten bewiesem Treue und bittet, fid) für ihn bereit zu halten, denn er hoffe binnen kurz ein wieder den portugiesisch en Thron zu besteigen.

_ In der p ortng ies i s che n Nationalversammlung Beitritt der Minister des Aeußern Machabo, Reklamationen be treffend das Eigentum der religiösen Kongregationen erhalten zu haben, und betonte bett guten Glauben der Regierung, bie den Gerichtshöfen die Abwägung der Rückfordernngsrechte betreffs bri Eigentums überließ. Der Minister fügte hinzu, seit der Prokla mtenlng ber Republik sei keine bcutsche Mission in Angola ge- grünbet worden. Eine internationale Gefahr bestehe nicht. Hin sichtlich der Präsidentenwahl beschloß bie Nationalversammlung mit 123 gegen 50 Stimmen, an ber Spitze ber Republik solle nur ein Präsibent stehen.

In P et ersbu r g hielt am Donnerstag nachmittag ber Zar aus dem Marsfelbe, gefolgt von den Großfürsten, den Ministern, ber Generalität und in Gegenwart eines großen Publi fum£, Parade über die Knabenbataillone ab, sich aus 5681 Knaben Ms verschiedenen Städten Rußlands zu sammenietzen und die militärische unb gymnastische Hebungen vorführten, xie Knaben defilierten schließlich vor dem Kaffer ttn Parademarsch. Der Kaiser drückte ihnen seinen Dank aus.

.Aus Saloniki meldet man: Der Bau der «Straße PrrtzrendSkutari hat begonnen. Bis heute sind 10 000 Malissoren zurückgekehrt.

sie von den Behörden immer mehr zur Mitarbeit ausgesor- Dcrt werde. Sodann erfolgte die Begrüßung der Versamm- ung burd) Minister von Hombergs zu Backs und durch Lürgermcister Müller. Nach Erledigung der üblichen Ge­schäftsangelegenheiten hielt Geh. Rat Lepsius, der durch Zuruf zum Vorsitzenden gewählt worden war, einen Vor­trag über den Gebirgsbau im G r o s; h e rz o g t u m Hessen, in dem er zunächst über das Verhältnis des Taunus zum Vogelsberg sprach, dann das zweite große geologische Phänomen unserer Gegend, die Oberrheinische Tiefebene, besprach und schließlich die geologischen Ver­hältnisse der Umgegend von Bad-Nauheim und Bad-Salz­sausen au der Haiw von Karten unb Profilen erläuterte. Icach einer Pause folgte ein Vortrag des Land es geflogen Bergrat Prof. Dr. Steuer über die geolog. Verhältnisse in Rheinhessen, daun ein Vortrag des Bergrat Dr. «s-ch o tt- c r über die geolog. Verhältnisse in Oberhessen unter be- svlrderer Berücksichtigung der Gegend von Gießen und Allen- wrf; ferner gab er Erläuterungen über den Vogelsberg, ieses größten erloschenen europäischen Vulkans. Sein Vor­rag wurde durch Lichtbilder erläutert.

'"Der Lanbes'vcrband städtischer Beamten ur baS Großherzogtum Hessen hält am 13. August i *13 o r m§ feine erste ordentliche Jahreshauptversam m- iing ab, ber eine Sitzung des Beibandsvorstandes voraus, eht. Die Tagesordnung lauiet: Dttlleilnnaen; Jahres- ericht; Rechnungsablage; Voranschlag für 1911; Wahl ber iechnungsprüier; Wahl bcS Verbandsvorsitzenben; Fest- etzung des Ortes der nächsten Hauptversammlung; Fell- Ijting ber Beiträge für bie Einzelmitglieber für 1911;

Gründung einer Krankennnterstützungskasse; Verbanbszeitschrift; Mitgliedschaft bei beiii Verband deutscher Gemeindebeamten; verseh tvdeneS.

Heer und Flotte.

, Die Verjüngung des französischen Offi- Arc r ko rps. Infolge des jüngst vom französischen Kriegs- mtnister erlassenen Rundschrcibens, nach welchem alle höheren Offiziere und namentlich die von etwas zweifelhafter körperlicher Eignung ausnahmslos an den bevorstehenden großen Manövern tcilnehmcn sollen, brachte eine An­zahl von Generälen Urlaubsgesuche ein oder machte sonst Gründe geltend, um den Manövern fernbleiben zu können. Diese Gesuche wurden durchweg abgelehnt. Der Mtnffter ist entschlossen, jene höheren Offiziere, welche den Manövern nicht beiwohnen, in Disponibilität zu versetzen.

an dem ersten Amettdemenl. betreffend das Finanzgese^ nicht festhalten. Von der Abstimmung über diesen Antrag hängt das Schicksal der Parlamentsbilt ab.

Heber den weiteren Verlauf der hochbedeutsamen Sitzuna berichtet folgendes Telegramm:

London, 10. Aug. 10.50 Uhr abends. Fm letzten Augenblick erklärte Rosebery sich bereit, die Regie pung zu unterstützen.

Das Oberhaus hat die Parlamentsbilt fltit 131 gegen 114 Stimmen angenommen. Damit ist die Krisis beendet

*

London, 10. Aug. Das Unterhaus hat mit 256 gegen 158 Stimmen bie Entschließung angenommen, daß ben Mitgliedern des Unterhauses 400 Pfund jährlich ausbczahlt werden.

veemischte».

* Ein Grubenunglück bei Bochum. Auf der Zeche Hamnbal I bet Bochn m riß am Donnerstag früh 5 Uhr bei ber Leuteforderung rin Seil. Der Korb, in dem sich 4o Bergleute befanden, stürzte ab. 25 Personen wurden teilv schwer terls leichter verletzt. Heber bas Unglück nnrb von zuständiger Stelle gemeldet: Bei der Förderung des zwecken Korbes nach Begum per Seilfahrt verlor der Maschinell Wärter dw Gewalt über die Fördermaschine. 'Diese ging durch und der Kori> jhefo im «Lumpfe hart auf, der heraufgelMrde wurde gegen btc Seckschnbe gern,en. Dam, brachen beide Seile In dem m^ergehenden K'orbe befanden sich 44 Arbeiter, die 'sämt- lrck) m Sicherheit smd. 18 wurden durch Bein- und Rückgrat- ihri 1U<mnV ehl - brs übriger 26 Leichtverletzten konnten Förderung uutßen ^sinchen. ^eS Unfalls wegen ruht die an m aIIo,L?1 nJa 1 l- Der Ballon »Magdeburg- des

Magdeburger Verems für LlÜlschiffahrt, ber am Donnerstag vor- mcklag auiftteg, fiel gegen 11 Uhr aus etwa 600 Meter xiöbe bei SXrSfh1 C UAutf uugeheurer Geschivindigkeil' auf ein Ucker selb. Emer der vier Znsassen, em Herr Schulz aus ©nla- m e b e , erlitt anscheuiend schwere innere Verletzungen ein anderer ÄleiCÖt LYä wlrb angenommen, daß die Hülle wiolge Irin PS n n nn'l e.\\. .lc,lt öeL Verein zu dem Unfall

m hpr.? i n? dpinL ' s b<* 63 fld) ,ndlt "'N einen Absturz handle, . e bs-rd) '"eleorologische Verhältnisse der oberen r ?l^Cnbt9..gewordene eilige Lanbnng. Da. der Kord birihir nicht mehr vorbereitet incrhpw rnnnte «et ®18 «'13 ®ar6eleflcn bie Seine etn-

geklemmt, |o bau er einen Knoche 1 bruch erlitt. Tie Mel- «»Ä» Öer »""WUe 'st unrid.tig, nut bie

* Die Rache der Au 1 omobilsahrer. Drei ßerren El^!o7s7.Ä7^s^'' iUt Automobil von Dijon ab um in ^i rüi und ri "" besuch zu machen. Es waren ein Waler, ein "ialer unb ho- x rift leiifte den Wagen, während der

vialer unb bei Zurist, rauchend, den schönen Abend aenosten Plötz- ^Enffle der Urzt so schnell, daß von ber steinigen Lanbstraße fröfiSn" .hife sIUb ,Sjyngcn stand still.Was ist los?' riei der Ar t Ä!' -Vc(,t öori) diesen gemeinen Menschen/ riet ber Aist, ei hat mich nut einem Stein getroffen der so groß i ?abci rieb er sich imter Schmerzen seine tuZimnlnnü.» h Ä r"nn Qm Rande der Straße einen Alann SS b blli $efrd)inipkmflen aegen die Antomobilsahrer

Em chlun ? = l,nlei1 der Maler und ber Jurist ihren

ü 1 hi?5« ,C c l.,eien dem autofeinblichen Bauern nach unb S Graben. Er hatte bie vände voll

c,<- ^nnt werfen. Da zog ber Maler einen 4? fbe\ 2nd)^- rtd)tete ihn auf den Bauern und rief: Tobt n LfSs ° or e eteinc ballen, sonst . . / Der Bauer tat rc-C X)ni, befohlen, und dann sagten bie Freunde: C,lie:C cl)rclu" Der Bauer mußte mit ihnen nack) 1,UObJl ö"ruck, dann zwangen sie ihn, einzusteigen unb abmen ihn etwa oO Kilometer weit mit, Hier ließen sie ihn end-

Deutsches Reich.

Der Vorsitzende der Reichspartei, Fürst v. Hatz felbt, hat an den Reid)stagsabaeordneten Dr Bvunstermann ein Sck)reibcn gerichtet, in den er den auch von uns erwähnten sck)arsen, gegen Regierun; und Kaiser ausfälligen Artikel berPo st" mi/;billtgt mit in Aussicht stellt, bie freikonservative Partei werbe aW Beziehungen zurPost" ab'bred)cn. DiePost" veröffent licht eine Entgegimng, in der sie bemerkt, das Blatt ge störe seit dem 1. Juli 1910 nicht den Frcikonscrvativen un der Reichspartei, sondern einem Konsortium au, dessei Mttglieder sich über das gauze Reid) verteilen. Ganz ab gesehen davon, ob die Rcid)spartei dem Borgeben ihres Bor sitzenden zustimmen werden oder nicht, werde diePost' auch fernerhin freikonservative Politik treiben. Der Artike selbst sei während des Urlaubs des Hauptschriftleiters ge schrieben und seine Schärfe mißbilligt worden.

** Einen Landesverband der Hess. Fri­ert rin nung en zu gründen ist für nächsten Sonntag lelegentlid) einer großen Bersammlnng in Groß-Gerau beabsichtigt. ES wird damit bezweckt, bie Wohlfahrtseinrich- urigen einzelner Innungen, wie Sterbe- und Kranken- assen, Gerwssenschafteu, ber Allgemeinheit der Kollegen be» -anders auch auf dem Lande zugängig zu machen. Außer ämtlichen hessischen Gebietsteilen kommen besonders bie bezirke Frankfurt und Wiesbaden in Betracht.

** Fc r n s p r e ch w e s e n. In ben letzten Jahren sind >on ber Reichs-Telegraphen-Berwaltung Berschluß- rpparate zugelassen worben, welche die Benutzung des Zernsprechapparates erst nach Einwurf eines Gelbstückes 'der nack) Lösung der Sperrung mit anderen Hilfsmitteln jeftatten. Der Verwendung solcher Apparate stehen jedoch, oie sich gezeigt hat, eine g.inze Reihe so erheblicher Be­denken narncntlid) in betriebstechnischer Hinsicht entgegen, nrß den Fernsprechteilnehmern von der Benutzung der- irriger Vorrichtungen nnbedingt ab geraten werden muß. Orit Rücksicht auf bie ihnen anhaftenden Mängel hat sich wher auch die Reichs-Telear.-Verwaltung entschlossen, das .tnbringen derartiger Verschlußopparate nicht mehr zuzu- .assen. Die Fernsprechteilnehmer iuerben darauf aufmerk­sam gemacht, daß Verschlußapparate der bisher verweu- )eten Form vom 1. Juli 1912 ab nicht mehr angebracht mb baß neue Systeme schon jetzt nicht mehr in Benutzung genommen werben bürfen. Die Weiterbenutzung ber vov> janbeneit Apparate wird erlaubt. Ihre Beseitigung sei aber rni Hinblick auf bie Erschwernisse für den Fernsprechbetrieb hiermit angelegentlick; empfohlen.

** Dio Eisfabrik auf dem Schlachthof ist seit acht Tagen voll beschäftigt. Außer dem Bedarf ber Metzger und -iniger kleiner Wnehmer hat fick) aud) ein Großabnehmer gefunden, ber täglich bis 15. Oktober 35 bis 40 Zentner Eis ab nimmt. Er würde gern das doppelte Quantum- ab- nehmeu, wenn es möglich wäre. Die Qualität des Eises wird sehr gelobt.

** Konzessiv ns wechsel. Wie derTarmst. Ztg." mitgeteilt wird, ist die Konzession zum Betrieb ber NebenbahnWeinheim Viernheim Käfernthal Miannh eim, die bisher ber Sübd'ejutschen Eisenbahn- Gesellschaft zu Tarmstabt verliehen war, auf die Ober­rheinische Eisenbahn-Gesellschaft zu Mann­heim übertragen worben. Die neue Inhaberin der Konzession ist eine Aktiengesellschaft, an ber außer onberen Teilhabern bie Stadt Mannheim und bie Süddeutsche Eisen­bahn-Gesellschaft als Aktionäre beteiligt sind. Die Ge­sellschaft beabsichtigt den Betrieb von Nebeneisenbahnen und Kleinbahnen im nordwestlichen Teile des Großherzog­tums Baden und angrenzenden Gebieten. Bon ber Sub- deutschen Eisenbahngesellschaft hat die Oberrheinische Eisen­bahn-Gesellschaft außer ber obengenannten Linie bie Neben- Bahnstrecken Mannheim-Heidelberg unb Heibelberg-Wein- heim sowie die nornialspurige Gleisverbiudung Heidelberg- Schriesheim übernommen.

* Die Blüte der Oleanderbäume. Seit Jahren bat es im Sommer an der nötigen Sonnenwärme gefehlt, um bei unS die Oleanderbäume zur vollen Blüte zu bringen. In diesem Jahre hat die herrschende anhaltende Glutwelle eine entzückende Blütenpracht deS Oleanders heworgebracht. Drei wundervolle Oleanderstämme mit schön gewachsenen Kronen in voller rosa Blütenpracht kann man am Landgraf Philipp.Platz vor den Häusern des Zigarrenfabrikanten Egly ehen. Ein prachtvoll meißblühender Oleander, der sehr selten ist, befindet sich im Gärtchen des Wiener Cafe Hettler an der Süd-Anlage.

Landkreis Gieszen.

Grünberg, 10. Aug. Der hiesige Gemeinderat hat ut feiner heute abend abgehaltenen Sitzung, zu der amtliche Mitglieder nebst dem Beigeordneten und Bürger­meister erschienen waren, einstimmig beschlossen, bie Stadt )er elektrischen Ueberlandzentrale in Wöl- ersheim anzuschließen, so daß wir also im Jahre 1913 elektrisches Licht und Kraft von dort beziehen werden Der Termin zur engeren Wahl eines Bürgermeisters für Grünberg findet am Samstag, 19. August, zwischen den beiden höchftbestimmten Kandidaten, Kaufmann Ranft und Beigeordneter K. Kd. Fuldat, stalr.

Kreis Büdingen.

II Büdingen, 10. Aug. Infolge der Hitze gelangt jetzt hier sämtliches Obst rasch zur Reife, so daß es in großen Mengen auf den Markt geworfen wird. Die Bäume hängen so voll, daß vielfach die Aelle abbrechen, was teil­weis auch auf die große Hitze zurückzuführcn ist. Die Pflaumen int) allerdings sehr klein geraten.

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 10. Aug. Der vor etwa vier Wochen Kßonnene Bau einer neuen Fahrbrücfjejüber den Lauter- bach am sogenannten See in Lauterbach ist jetzt soweit be­endet daß fie, nachdem die an beiden Zufahrten notwendig gewordenen Erdarbeiten und Ehaussierungen hergestellt sind