Ausgabe 
11.1.1911 Erstes Blatt
 
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der Beschluß sei eine Dummheit,

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erkannte auf suchimgshaft. wieder ersetzt

9 Monate Gefängnis, abzüglich 3 Monate Unter» Strafmildernd tarn in Betracht, daß, der Schaden wnrde.

Eine Reihe von Diebstähle«

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auf Gutshöfen verübte der Dienstknecht I. X ans Klagowka in Galizien. Wegen schweren, einfachen und versuchten Diebstahls, sowie wegen Mundraubs wurde auf Einzelstrafen von 4 Jahren Gefängnis erkannt, die in eine .Gesamtstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten zusammengezogen wurden. Vier Wock-cn Unter- suchmigshaft wurden ihm in Anrechnung gebracht und ihm ernp- fohlen, nach Verbüßung der Strafe, Deutschland nicht weiter mit seiner Anwesenheit zu beehren.

Universitäts-Nachrichten.

ho. Marburg, 10. Jan. Der o. Professor und Direktor: des pathologischen Instituts Dr. med. Rudolf B e n e k e hier ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Halle a. S. als Nachfolger von Prof. Eberth versetzt worden. Dr. Beneke war seit 1906 in Marburg Prof. Aschoffs Nachfolger. Früher leitete er das pathologische Institut in Königsberg.

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4 5 Jahren froh sein, wenn sie eine Straßenbahn nach Wieseck für umsonst bauen dürfe. Es ist verwunderlich, wenn ein Mann, der doch die Gelegenheit hatte, in der Bürger- vecsainnilung seine Ansicht zu vertreten, dies unterlassen hat, und nun dagegen Stimmung machen will.

Kreis Büdingen.

-I-. Büdingen, 11. Jan. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf den heute abend im Saale des , Fürsten - Hofes" stattfindenden Vortrag des Kaminerdirektors Blül ler:A us den Mauern und dem Burg­frieden Büdingens vor 300 Jahren" aufmerksam. Der historisch und wissenschafliich wertvolle Gegenstand des Vor­trags wird für die Einwohner Büdingens und alle Freunde der Heimatgeschichte von hohem Interesse sein. Eintritt wird nicht erhoben.

-rs Büdingen, 10. Ion. DasMittelrheinische Verbands-Theater", das uns von früher her wohl bekannt ist, legte mit seinem gestrigen Gastspiel den Beweis ab, daß es des guten Nilfes, den es bei uns genießt, würdig ist. Anzengrubers dreiaktiges VolksstückDer Meineid, bauer" ging m Szene. Man konnte nut der gestrigen Ans- iührung zufrieden sein. Herr Max Ludwig stellte den iüi(lensftarfen Meineidbauer, der sich durch Verbrechen und Gewalttaten herausgebracht hat und sich durch Verbrechen auf 'einer Höhe behauptete, mit erschütternder Wahrheit dar. Auch 'eine Regie sei lobend erwähnt. Fräulein Ella Wilhelmy war ^eme reizende Vroni und trug ihr Bestes zum Gelingen deS Stückes bei. Reben ihr war Willy Wag l er als Franz Ferner die beste Leistung; Arthur Rhode als Adamshof- bauer wirkte als echte derbe Banernfigiir. In kleineren Rollen debütierten die Damen: Hamm als Crescenz, Töldte als Burgerltese, Grunert als Banmahm, Dlariim als Burgei, Ärunert als Mirzl und Mailich als Kuhiunge, soivie die Herren Marion als Toni Hollerer, Iobanny als Jakob und Hoffmann als Großkneebt mit Erfolg. Ter Beifall deS zabl- reich erschienenen Publikums blieb nicht auS. Hofientlich ist oen Ga'ispielen des Theaters, denen man mit Interesse ent* gegenseyen darf, weiterer Erfolg beschteden.

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bet ftockmeS Feuer ze bertunnel3, lo^datzdie sind nicht zu SlhadA 1 Qm Norden N fjrano in einem Tal fünf Stunden in Ar toehiteute tietunt Leidelbe bet zu Karst in dt fKat und katholische Zn der Ftaale bussind 25 600 M Buchhalter, der ti geschickt worden i zurückgelehtt. EZ TerOberschl. am Dienstag in 1 unb beraubt haben ,m Kohlenbergwerk

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Kreis Wetzlar.

= Krofdorf, 10. Jan. Von dem Pächter der Krof- dorfer Gemeindejagd, Bezirk I, gcl)t uns zu dem vor­gestrigen Bericht folgende Mitteilung zu. Seit 6 Jahren ist der nach Fellingshausen zu belegene Teil der Shofborfer Gerneindp- jagd aufs Schonendste behandelt, kein weibliches Wild erlete und das sämtliche Wild von Oktober bis VLärz gerade so wie in diesem Winter mit Aufwand vieler Mühe und etwa 1500 Mark Kosten gefüttert worden. In den angrenzenden Revieren ist, soweit bekannt, nicht oder ganz unzureichend gefüttert worden, man hab die Sorge für die Erhaltung des Wildes im Wesentlichen dem Pächter von Krofdorf I überlassen, dagegen aber ist dort viel Mutterwild abgeschossen worden. So hat gerade der Königl. Förster Echternacht im vorigen Jahre zwei Stück Kahlwild durch Doublette mit Schrot erlegt. Schonbesttmmungen zu vereinbare«, besonders Hirsche nicht unterm Achter zu schießen, wie der Pächter vvrgeschlagen hatte, hat die Oberförsterei abgelehnt. Dagegen hat der Förster Echternacht nach dem Pachtrevier zu Stinklappen aufgehängt und eine unbegründete Strafanzeige gegen den Pächter erhoben. In diesem Jahre geht die Pacht zu Ende, das Revier ist anderweitig vergeben, man hat aber von Seiten des Pächters die Jagd nicht ausgiebig beschossen, insbesondere den Rehsland und das Niederwild fast unberührt gelassen. Daß einige Stücke Roywild abgeschossen werden (bis jetzt seit 1. Januar 1910 ein Hirsch und zwei Tiere) und zwar mit der Kugel, tft das gute Reckst des Pächters und wird ihm von keinem Jäger verargt werden: ürt Jahre 1909 ist überhaupt kein Stück Rotwild im Revier Krofdorf I zur Strecke gebracht worden, in 19 0 8 ein Stück. Was den im Königlichen Revier zur Strecke gebrachten Hirsch betrifft, so ist, Identität vorausgesetzt,. zu bemerken, daß die Fährte sorgfältig untersucht und daß ein besonders erfahrener Jäger hierbei zugezogen worden ist. Man hat die Verletzung des in der Flucht beschossenen Stückes Wild als eine leichte (Streif­schuß) angesprochen und deshalb die bereits geschriebene Mel­dung an die Königliche Oberförsterei zurückgehalten, um eine voraussichtlich erfolglose Nachsuche und eventuelle Hetze zu er­sparen. Da dem Pächter das Betteten des fiskalischen Waldes (auch ohne Jagdausrüstung) verboten worden ist, konnte die Fährte nur bis zur Grenze besichtigt werden; wer umgekehrt in dem Pachtrevier nach dem Anschuß gesucht und wer vor dem Futter­schlitten des Pächters flüchtig geworden ist, wird ja dem Artikel­schreiber bekannt sein. Frühere Erfahrungen bezüglich 'solcher Meldungen, die nicht nur nicht gedankt, sondern mit. Vorwürfen belohnt wurden, mahnten zur Vorsicht. Unwahr ist, daß der Hirsch ,in der Nähe eines Futterplatzes beschossen worden sei, die nächste Futterstelle befindet sich etwa 600 Meter entfernt, es liegen Berg und Tal dazwischen. Kilometerweit kann sie in einem Revier von 150 Hektar Größe nicht entfernt sein; der Hirsch kam auch nichthungernd und matt angewankt", wie der Krof- dorfer Artikel gar rührsarn besagt; bei einer leichten, jeit etwa 14 Tagen liegenden Schneedecke und einigen Grad Kälte wird Rotwild, zumal bei ausreichender, guter Futterreichung, nicht matt und wankend es ist flüchtiger und steht fester auf dast Läufen wie der Artikelschreiber.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen,ilO. Jan. Diebstahl.

Ter Taglöhner W. Z. aus Berlin stahl, als sich ihm zufällig die Gelegenheit bot, aus der Küche eines hiesigen Schuhwaren- handlers ein Paar neue Schuhe. Als ihm die Frau am Aus­gange des Hauses begegnete, warf er die Schuhe weg unb entfloh. Er erhielt 9 Monate Gefängnis, worauf 3 Wochen Untersuchungs­haft in Anrechnung kommen. Ferner wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt.

Einen Drohbrief

schrieb der Schlossergeselle W. Fr. S. aus Darmstadt an einen hiesigen Renllner, weil er keine Arbeit bei ihm erhielt. Dia teilweise unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführte Verhand­lung endigte mit Verurteilung des Angeklagten zu 6 Woche» Gefängnis, unter Anrechnung von 4 Wochen Untersuchungshaft; auch erfolgte die Aushebung des Haftbefehls.

Um die zerbrochene Scheibe

an dem Glasschrank seiner Schwiegermutter ersetzen können, stahl her Weißbindergeselle M. H. aus Frauenstein von einem Neubau zu Ober-Eschbach eine Fensterscheibe. Es wurden für diese Straftat 3 Monate Gefängnis angesetzt, die auf eine frühere Strafe mit einem Monat in Anrechnung kamen, so daß der Angeklagte acht Monate zu verbüßen hat.

Erhebliche Diebstähle

liegen dem Betriebsleiter der Gießener Pneumatikwerke H. W. aus Großwerder zur Last. Die Firma berechnete die allerdings wieder zurückerstattete Summe auf 2266 Mark. Das Gericht

Sport.

Wintersport im Vogelsberg. Vielfachen An­regungen folgend hat sich der S ch i k l u b Wintersport in Gießen entschlossen, am 11., 12. und 13. Februar dieses Jahres auf dem Hoherodskopf einen zweiten Schikursus zu ver­anstalten. Als Leiter des Kursus wurde wie auch für den ersten zu Anfang des Jahres abgebaltenen Kursus Herr Andreas Höher aus Norwegen gewonnen, der sich als ausgezeichneter Lehrer be­währt hat. Während des Kursus finden für die Teilnehmer und Gäste mehrere Wettläufe statt, die sich auf Dauerlaus, Sprung­lauf, Damenlauf und Jugendlauf erstrecken. Zum Jugendlauf, bei dem vor allem auf eine starke Beteiligung der Schuljugend auch aus dem Vogelsberg gerechnet wird, können sich alle jungen Leute unter 16 Jahren melden. Die einzelnen Bestimmungen werden spater bekannt gegeben.

einer Entfernung von etwa 260 Kilometer von der Hafen­stadt Tanga.

Die Strecke Tcmga-Buiko ist in vollem Betriebe. Dreimal 'wöchentlich verkehren Personenzüge zwilchen Tanga und Bu.ko und zurück. Bniko, die jetzige Bauzeiitrale, ist vorläufig Uebernachtungs- Italien für die Reisenden. Bereits zweimal wöchentlich werden Personen von Bniko nach Same und umgekehrt be'ordert. Ende des Jahres 1911 wird der Baubetrieb bis zum Kilimandscharo eröffnet ein, und etwa Frühjahr 1912 werden dann die Reisenden Doraussichtlich nach einer Taqeslahrt dort emtrefseii, wohin man früher nur mittels eines etiva 14 Tage dauernden Karawanen- Marsches gelangte. Beim Bau sind etwa 6000 Arbeiter von seilen der Banleilnng und von Unternehmern beschäftigt. Die Aibeiter- srage wird durch ständige Anwerbuiig im Innern der Kolonie tn beiriedlgendel, aber immerhin kostspieliger Weise äewü. -.er ver­kehr der Reisenden zwischen dem Kilimandscharo (Mosch») und öei Bauspitze wird zurzeit durch wenige Ochsenwagen den Buren mühsam in drei bis vier Tagen bewerkstelligt. Bt^ Uruscha am Mernberge fährt ein solcher Ochsenwagen tu acht Tagen, an oer Baulpitze ist völliger Trägermanciel. In Same herrscht ziirzeit eine Löw e n plage. Am 4. ds. Mts. holte ein Lowe abends gegen 11 Uhr einen Ochsen aus dem- dem Spediteur steter gehörigen Torneukraal, der sich dicht bei einem als Hotel dleneiiden Wellblech- Hause nahe oer Station befindet.

Automobilverbindung in D e u t s ch o st - isrika. Zwischen Wllhelmstal unb Mombo in Ufambara verkehrt seit Anfang Dezember ein Kraftwagen, em Last- «rutomobil, das aber auch zur Personenbeförderung ein­gerichtet ist Die Verbindung ist von dem bekannten Kolo­nialveteranen Jllich in Kwai eingerichtet worden, ^te Strecke wurde bei den ersten Fahrten in drei Stunden tzurückgeleg t.

Ans Stadt uitö Land.

Gießen, 11. Januar 1911.

** Tageskalender für Mittwoch, 11. Jan- Stadt- theater:lieber die Kraft", I. Teil. Anfang 7 Uhr.

Akademische Vorträge: Prof. Dr. Korte: Em griechischer Romantiker. .Abends 8V- Uhr im großen Horsaal der Universität. * 1

** Ordensangelegenheiten. Der Großherzog hat dem Regierungsrat Krug von Nidda in Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Wlevordens < Klasse erteilt und dem Ortsgerichtsmann Hch. Höll II. in Sickendorf aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Amte das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" verliehen.

* Hessische Gedenktage. In diesen Tagen werden es 600 Jahre, daß dem Städtchen Homberg a. b. Ohm Stadtgerechtsame verliehen wurden, und 590 Jahre sind es, daß dem Dorfe Butzbach von König Ludwig IV. ebenfalls die Stadtrechte verliehen wurden. Seit 170 Jahren gehört die gesamte Stadt Butzbach zum Hause Hessen-Darmstadt.

** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den von dem Prinzen Friedrich zu Solms-Braunfels als Vormund des minderjährigen Fürsten auf die evangelische Pfarrstelle zu Mu- schenheim präsentierten Pfarrverwalter Hch. Döring daselbst bestätigt.

** Di« Prüfung im Justiz- und Verwal­tung s sack wird, nachdem die Verordnung vom 29. Aua. 1908 über die Staatsprüfung für das höhere Finanz fach in Wirksamkeit getreten ist, n. d. Darmst. Ztg. aus dem Ge­biete des Finanzwesens künftig auf diejenigen Grundzüge beschränkt werden, deren Kenntnis auch von dem Justiz- ümb Verwaltungsbeamten gefordert werden muß. Dahin gehören die Grundzüge des Reichs-Finanzwesens, besonders der Begriff der Matrikularbeiträge, sowie die Grundzüge des Staatsfinanzwesens, des Finanzwesens der Gemein­den, Kreise und Provinzen und des kirchlichen Besteue- runasrechts. Ferner werden die Kenntnis des Etats­gesetzes, der Grundsätze über den Verwaltungsstrafbescheid unb die Zwangsvollstreckung im Verwaltungswege, sowie eine allgemeine Kenntnis des Systems und der .Grundsätze der direkten Steuern gefordert werden.

** Die Vereinigung für gerichtliche Psycho- logie und Psychiatriein Hessen hält ihre 13. Haupt­versammlung am Samstag, 4. Februar, vorm. IOV2 Uhr, in Gießen ab. Den Gegenstand der Verhandlungen bildet die ^Beurteilung der Sittlichkeitsverbrechen; Prof. Dr. Mitter- m a i e r--Gießen wirb bie Frage an Hand ber deutschen, öster­reichischen unb schweizer Strafrechts-Entwürfe von ber juristischen Seite behandeln, während Prof. Dr. D a n n e m a n n - Gießen über die Psychopathologie der Sittlichkeitsverbrecher sprechen wird. Am Nachmtttag findet Besichtigung der neuen Irrenanstalt bei Gießen statt.

** «Akademische Vorträge. Der zweite her dies- winterlichen akademischen Vorträge findet heute abend in der alten Universitätsaula statt. Professor Dr. Körte wird übereinen griechischen Romantiker" sprechen.

** Aus dem Jahresbericht des Gießener Volksbades. Die Benutzuna ber Anstalt hat sich im abgelaufenen Jahre gegen bas Vorjah.- wcfent ich groben. Im Jahre 1910 wurden Bäder abgegeben 117 02J (19u9: 112 290), also 4739 mehr als bas Voriahr. Die Benutzung der Anstalt ergibt folgendes Bild (bie in Klammern ge­setzten Zahlen sind bie 1909 verabreichten Bäder): Schwimm­bäder 61 906, darunter 13 861 Vvlksbäder ä 10 Pfg. (58 940 mit 12 038 Volksbädern), Wannenbäder 20 412 (>9932), Heißluft- unb Dampfbäder 1698 (1919), Bransebäd r 33 013 (31499). Den stärksten Besuch der Anstalt brachte dr Juli mit 12 754 Bädern, am wenigsten wurde das Vellsbad im Monat September benutzt, wo nur 8332 Bäder verkauft wurden. Die höchste Tagesbenutzung brachte der 14. Mai (Pfingstsamstag) mit 1283 Bädern, während der 21. März mit 182 Bädern der schlechteste Tag war. Die Gesamt­einnahme aus Bädern ergibt 38913.21 Mk. gegen 38193.25 Mark, so daß eine Mchreinnckhme von 714 93 Mk. als 1939 erzhielt wurde. Von dem Aktienkapital in Höhe von 152000 Mk. sind mit dem 1. Januar 1911 101609 Mk. in den Besitz der Stadt übergegangen. Da das Unternehmen an die Aktionäre einen Gewinn nutzt verteilen kann, so unter­stützt die Stadt es mit einem Zinsverlust von ca. 4000 Mck. im Jahr.

"Bauplatzverkauf. Zahnarzt Hoddes erwarb vorn Rentner Max Hochstätter ( Quadratine er Garten­gelande an der Bahnhofstraße 71 für 40 Mk. für den Quadratmeter, gleich 24 000 Mk, um darauf für sich eine Wtlla errichten zu lassen. Der bezahlte Geländ-epreis ist der glerche, wie ihn die Stadt vor einigen Monaten beim Verkauf des Liebrg-Laboratoriums dem Flächeninhalt des Grundstücks zugrunde gelegt hat.

. ** isteskrank soll die vor einigen Wochen in Dad-Nauherm wegen Erpressnngsversuchs verhaftete Frau fern. Sre wird, mn ihren Gesundheitszustand festzustellen, der Ä'Iinti für psacMiche unb nervöse Krankheiten über» du esen. Die Dame hat übrigens auch als Schriftstellerin durch die von ihr verfaßten BückM:Eine anständige Fran"

Vermochte».

* 12 Millionen auf die Straße geworfen. Der Bericht über die Pariser Straßenreinigung, ber nun bem Stabtrat zugegangen ist, singt ein schmerzliches Lieb von dein Aussehen der Pariser Straßen, die von den Bür­gemr der Seinestadt sorglos als Päpierkorb bemttzt werden. Die Straßenreinigung s.i schlecht organisiert unb die Metro­pole Frankreichs sei eigentlich nur bann in einem prüfen- tablen Zustande, wenn der liebe Gott einen ordentlichen Platzregen über Paris niedergehen läßt. Um so bitterer ist die Erkenntnis, daß man jährlich über 12 Millionen Mark für die Pariser Stragenreinigung aufwendet und daß im Deraangenen Jahre 3000 festangestellte Beamte ihre Arbeitskraft nur der Sauberhgltung der franzö.ischen Me­tropole gewidmet ha.ben.

undDas Tagebuch einer Gefallenen" seinerzeit Aufsehen erregt.

** Konferenz der hessischen Berawerksbe- triebsleiter. Arn 7. d. Mts. tagte hier bie erste biesmhrta? Konferenz. Zuerst gab Steiger App e l am Hand einer Reche von Zeichnungen eine Ueberncht über bie verschiebenen Arten ber Verbindung der einzelnen F ö r d e r w a a e n un Berowerksbettiebe. Speziell von den Verhältnissen bes (ytel^nei Braunsteinbergwerks ausgehend, erläuterte er die Grundprinzipien, die für bie praktische Brauchbarkeit eines so häufig unb zahlreich benötigten technisck)en Kleingegenstand^, rote gerade bie Kupp- lungäeinrichtung, in Frage kommen. Die anscyließende Bespreck)- trug war sehr lebhaft unb lehrreich, eine Erscheinung, bie gerab- bei Besprechung ber alltäglichen Vorkommnisse bes bergmännischen Betriebs sich immer wieder bemerkbar macht. Maschinenmeister Bayer berichtete sodann über moderne Flugaschenfänger unb über Rauchverhütung. Llus seinen Darlegungen ging hervor, daß für größere Feuerungsanlagen industrieller Werke die Flugaschen­abscheidung von erheblicher Wichtigkeit wird und baß bie Rauch- 0 er Hütungsfrage zum mindesten für industtielle Feuerungen heute als gelöst angesehen werden darf. Sodann gab Bergassess-r Scheer er einen Ueberblick über bie Unfälle beim hessi­schen Bergbätt im Jahre 1910. Von insgesamt 129 ge­meldeten Unfällen waren 4 tödlich und 8 schwerer Natur, die übrigen leichter. Zwei tödliche Unfälle erfolgten durch Sturz in die Tiefe, je einer durch Quetschung bei ber Schachtförderung und durch hereinbrechende Gesteinmassen. Die übrigen Unfälle waren in ber Hauptsache solche bei der Förderung und solche durch Stein- unb Kohlenfall. Während im großen Durchschnitt einer längeren Reihe von Jahren auf die Förderung und auf Stein­oder Kohlenfall je etwa ein Drittel der Unfälle gerechnet werden muß, ist im Jahre 1910 die Verringerung der schweren Stein- und Kohlenfälle deutlich bemerkbar. Dem entsprechend erscheint ber Anteil ber Förderunfälle bann allerdings höher. Auf ihre Verringerung ist nunmehr erhöhtes Gewicht zu legen. Alle son­stigen Unfallunachen nehmen zusammen etwa das letzte Drittel her Unfallsumme ein. Endlich erläuterte Bergrat K ö b r i ch bie Formalitäten bei Bildung einer Gewerkschaft. Tas Berggesetz sieht die Entstehung einer Gewerkschaft unter ganz bestimmten formellen Voraussetzungen vor, deren Nichtbeachtung fi'tt die Beteiligten insofern unangenehm ist, als bie sämtlichen Formalitäten notariell ober gerichtlich beurkundet werden müssen unb bei Formfehlern hoppelte Kosten für deren Beseitigung ent­stehen. Besondere Sorgfalt ist darauf zu verwenden, daß die Beteiligten beim Erwerb des Bergwerkseigentums bie Rechtsform des Miteigentums vermeiden und daß sie bei Erwerb mehrerer Bergwerke als Grundlage der zu bildenden Gewerkschaft nur eins von diesen Bergwerken bezeichnen. Weitere Gesichtspuntte sind die Auswahl des Gewerkschaftsnamens, die Form und der Inhalt des Statuts, bie Anzahl ber Kure, etwaige Abweichungen von gesetzlichen Besttmmungen und schließlich die praktische Regelung ber Geschäftsführung. Alle biefe Punkte geben ber Bergbehörbe hälftig Anlaß zu formellen Bemängelungen ber gewerkschaftlichen Gründungsakte unb gestatten bie notwendige amtliche Bestätigung nicht. Außerdem wurde die neueste Fachliteratur besprochen und bie nächste Betriebsleiterkonferenz für den 22. März in Hungen in Aussicht genommen.

** Kolosseum. Man schreibt uns: Die Vorstellung gestern abend war recht interessant. Als die höchst staunenswerten Ex­perimente, die Herr Chambly in den größten Theatern des Jn- und Lluslandes vorführte, bezweifelteii zwei Herren jedes Ex­periment. Sie mußten aber schließlich zu ihrem größten Erstaunen entdecken, dast sämtliche Experimente für sie unerklärlich blieben, was im Publikum große Heiterkeit erregte.

** Stadttheater. Ein Abonnent hat, wie uns mitgeteilt wird, die von ihm abonnierte Proszeniumsloge gekündigt, mit der Begründung, daß in derselben während Der Vorstellungen insbesondere sei dies am letzten Frei­tag der Fall gewesen eine Kälte geherrscht habe, die den Aufenthalt .trotz Ueberziehers unmöglich gemacht habe, so daß bie 'Insassen der Loge im 2. Akt das Theater ver­lassen hätten.

** Zigarren die b stahl. AuS einer hiesigen Wirt­schaft wurden in den letzten Tagen tausend Zigarren gestohlen, Sie befinden sich in Packungen von je 100 Stück in blauem Packpapier. Vor Ankauf wird gewarnt.

(Sin Schmal-Reh ist vorgestern durch die Lahn geschwommen und hält sich seit zwei Tagen in der Rahe der menschlichen Wohnungen in den Garten der Lahnstraße auf Versuche, das Tier einzufangen, um eS im Walde wieder auS- zusetzen, waren vergeblich.

Landkreis Gießen.

V Ich Wieseck, 10. Jan. 9tach der so befriedigend ver­laufenen Versammlung wegen der Erlangung einer Straßen­bahn für unsere Gemeinde halten es einige Leute, die nicht in die Versammlung gekommen waren, für löbliches Unter­nehmen, gegen das Projekt Stimmung in der Gemeinde zu machen. Verwiinderlich iil, daß ein Herr den Leuten erzählt,

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