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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
men erhielt.
Deutsches Reich
Dem
verschwunden.
-Dem „Secow" wird aus Rom gemeldet, daß der Papp seit 14 Tagen Symptome von Arterienverkalkung zeige, die auf eine ernste Erkrankung Hinweisen. 9tt)ch haoe der £)eilige Vater die Audienzen nicht aufgehoben, aber bedeutend eingeschränkt. Tie Aerztc gehen im ValUan ein und aus. Wenn auch das Leiden den Papst auf das Acanteiv lager werfen kann, so sind doch zu ernsten Befürchtungen vorläufig noch keine Gründe vorbanden.
rnzöfischen Kammer- . _t 250, Deschanel 212 und Für Delcass 6 , der nicht auf
Bei der Neuwahl des f r a n Präsidenten erhielt Brisson ?' Jules Guesde 46 Stimmen, u-- ------■ - , m .
der Kandidatenliste stand, wurden neun Stimmen abgegeben, -tieim 5 io c i t c n Wahlgange wurde Brisson mit 270 Stimmen zum Kammerpräsidenten gewählt. Deschanel erhielt 177 Stimmen. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt Berteaux mit 371, Etienne mit 367, Dron mit 337 und Renault mit 297
Stimmen.
Aus Tanger wird gcmclbct: Von der neuen Anleihe von 30 Millionen sollen 15 Millionen zur Regelung der Rückstände bestimmt sein, fünf für den Ausbau des Hafens von Tanger und zehn zur Einrichtung einer franz ösr- schen Kontrolle über die Steuereinnabmc in der Gegend von Charb, die als Garantie für die Anleihe menen.
schleuniger Antrag der Nationalliberalen, sowie eine Anfrage des Zentrums zu, in welchem die Regierung ersucht wird, dem fchwer bedrängten Weinbau erhebliche Mittel bereit zu stellen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Nebkrankherten und Revichad-
Abg. Kö!)kt=£angsöorf t-
Gießen, 11. Jam
Nnerfvartet erhielten wir heute früh die Nachricht vom plötzlichen Hinscheiden des Reichs- und Landtagsabgeordneten Köhler: t t ,
Langsdorf, 10. Jan. Der Reichs- und Landtagsobg.
Kohler-Langsdorf, der seit längerer Zeit an Zuckerkrankheit und Herzschwäche litt, ist heute abend 7 Uhr an
2UISUWO.
Bei dem Essen bei dem Fürsten v. Bülow in. Rom wies der Botschafter v. Jagow auf die von zahlreichen pursten zugegangenen Beweise der Dankbarkeit, Verehrung und Liebe hin und wünschte dem Fürstenpaar ein langes glückliches Lebest. Fürst Bülow erwiderte ernst und bewegt, wieviel er der^verständnisvollen Liebe der Fürstin verdanke, ohne deren ‘Sorge und Pilegc er schwerlich zwölf Jahre als Minister lern Amt hätte verwalten können. Er wünsche, daß seinem Hause ircuno- liche Sterne leuchten und daß er aus dem Vaterland? Gutes und Ersreuliches über den Fortgang der Dinge höre Mit seinem Amt legte er nicht den Patriotismus nieder. Er wünsche, daß Gott ihm seine Frau und seine guten freunde erhalte.
Aus Bukarest wird gemeldet: Ministerpräsident ! B r a t i a n o überreichte dem König den Abschied des K a - I b ine 115.
würde.
Herr v. Bodman ist der bekannte Minister, der von der Sozialdemokratie gesagt haben sollte, sie sei eine „großartige Bewegung zur Hebung der Arbeiterklassen'. Dm Auseinandersetzung ist daher doppelt interessant, und man wartet mit Spannung darauf, was der Minister von Bod- man erwidern wird.
einem He rzschlag gestorben.
Tas traurige Ereignis wird überall die herzlichste Teilnahme erwecken und namentlich alle Gemüter unseres Rcichs- tagswahltreises beschäftigen. Die hohe, knorrige Bauern- gcstalt ist gefällt, der Mann, der noch in den letzten Monaten seinen Willen zum Leben und Wirken unzweideutig bekundet hatte, ist jäh aus dem Leben gerissen worden. Man mag sich dem Manne politisch gegenüberstellen pie man will: auch der Gegner wird anerkennen müssen, daß er in Köhler eine originelle, tatkräftige und sympathische Persönlichkeit gegenüber hatte, die durch ihren Humor, die e'iaralleristische Selbständigkeit alles dessen, was sie in Rcden wder auf dem Papier vorbrachte, eine große volkstümliche Bedeutung erlangt hatte. Die bäuerliche Bevölierung, zu \ber Köhler sich rückhaltlos bekannte, liebte in ihm den -reuen und unverfälschten Standesgenossen, der mit ihr -u der heimatlich verständlichen Sprache redete, und noch vor einigen Tagen hatte eine Zuschrift vom Lande an uns -lm als einen wahren Volksmann gefeiert. Der Stadt- dewohner war bei den jetzigen politischen Verhältnissen daher leicht geneigt, in dem Bauernführer aus Langsdorf .einen Wuersachcr zu sehen, einen fanatischen Gegner alles dessen, was im Bereiche städtischer Interessen Werte dar- i.cUte. Dem war aber nicht so. Wer mit Kohler je per,on-
I ich in Berührung gekommen ist, der wird wohl häufig zarte iüasichtnahme beiihm für andere Interessen vermißt yaoen, aber nicht in Abrede stellen, daß die äußerlich schon einnehmende Persönlichkeit auch innerlich einen Quell frischer -paiürlichkeit mit viel menschlich-sympathiichen 3..gen spru-- deln ließ. Er besaß ein ungewöhnlich vielseitiges Znteres,e, das auf der Grundlage einer soliden, aber bescheidenen Lmulbildung zu einem beträchtlichen, wenn auch nicht immer völlig verdauten Wissen hinausführte, lind fleißig war der Mann, unermüdlich. Im Reichstag zwar fehlte er bis- »veilen, namentlich in früheren Jahren, so häufig, das; feine politischen Gegner dies bei den Wahlen reichlich ausnutzten, aber in der hef.ischen Kammer war er bis rn dre letzten Tage hinein rastlos tätig. Was er allein in diesem Winter, wo er doch bereits ernstlich krank war, in Anträgen und 'inregunqen geleistet hat, übertrifft die ‘-Läiigleit der meisten seiner Kollegen. In den langen Jahren seiner Wirlsam- left hatte Köhler die Künste der politischen Taktik in hohem Grade zu meistern gelernt. Mit angeborener Schlauheit mmßte er, wohin er bei den ihm drohenden politgchen Gefahren sein Augenmerk zu richten habe und wo die Blößen der Gegner steckten. Seine Schrillen und Zellungsartikel waren bei aller Derbheit im Tone selten ohne em gewisses
stimmige Wahl für Hungen-Lich, ebenso l905 Zweiter Präsi^nt! der 2. Kammer am 19. Dezember 190o, tnt Landtag 1897/19OO Referent für Landwirtschaft usw. Bürgermeister, Ortsgerich.s- vorsteher und Standesbeamter zu Langsdorf von Nov, 189/ bis Nov. 1906. Begründer der Bürgermeister-Konserenz jur den Kreis Gießen, Ehrenmitglied seit Oktober 1906. Wahl zur ersten hessischen LandwirtschaftSlammer, deren Begründung von ihm an-1 geregt wurde durch feinen Landtagsantrag vom. 29. April 189/. Ausschußmitglied des landw. Bezirtsvereins Gieven und be» Provinzialvereins. Mitglied des engeren Vorstandes des Bundes der Landwirte im Großherzotum denen. Hervorragend tätig für die hessische Bouern-Bemegnng. Mitarbeiter am Erk-Bohme schen „Deutschen Liederhort" usw. usw. .
Bei der letzten Wcull (ltO7) erhielten bei 28 299 Wahlberechtigten und 22 90.3 Ab stimm end en Köhler 9017, Hey- iqenstaedt 7484 und Krumm 6396 Stimmen, während rn der Stichwahl Köhler 11543 und Heyligenstaedt 1057o Stirn»
tziu offener Brief des Abgeordneten Kolb an. den badischen Minister v. Bodman.
Ter badische Lanotagsabgcordnc.e Ko l b richtet in dem von ihm redigierten „Volksfreund" einen vrer Spalten langen offenen Brief au den badischen .'.ciniper Freiyerrn v Bodman wegen des Verhaltens der Polizei bei dem Ausstand, den die Arbeiter seit einigen Wochen gegen die Waggonfabrik in Raftatt durchführen. ..
jtolb bebt zunächst ^eroor, daß der Minister im Landtag bei verschiedenen Amäs.en Gelegenheit genommen hat, zu betonen, daß er auch der Arbeiterschaft gegenüber Oviel-
preußischen Abgeordnetenhaus ging ein Antrag der Nationalliüeralen, sowie eine Anfrage des
linge zu treffen.
Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Bundesrat stimmte gestern dem Gesetzentwurf für Elsaß-Lothringen über die Jb änderung des Sparkasfengesetzes vom 14. Juli 1895 zu.
Ter Zentralausschuß des deutschen Katholiken tag es setzte als Termin für die diesjährige Tagung m Mainz die Zeit vom 6. bis 10. August fest.
Wie die „Pfälzische Presse" aus Kaiserslautern meldet, ist der s o zial d e m o kr a ti s ch.e Stab trat Wolf mit rund 10000 Mark Medizinalgeldern
politische Togcsichau.
Eine Anklage gegen den Vorsteher der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Darmstadt.
• Eine Angelegenheit, die namentlich in landwirtschaftlichen Kreisen großes Aufsehen erregen durfte, wird feit einigen Tagen in den Blättern eifrig erörtert. Professor v. Sorleth hat in einer Schrift „Aufklärung über die Propagandagelder des Kalisynoikats" den Vorstand der! großh. Versuchsstation in Darmstadt, den Geh. Hofrat Prof.I Dr. P. Wagner, als den Erfinder der Propagandagelder bezeichnet, weil er int Jahre 1887 die Düngerfabrikanten I um Gelder zu dem von ihm in einer Druckschrift angegebenen I QiuccE ,ambettelte", nämlich, um durch Düngungso-'rsuche und bekehrende Schriften den Absatz des Kunstdüngers zu fördern und eine Preissteigerung herbeizuführen. Es wur-l den ihm auch 33 000 Mark bewilligt, wozu dm ^alpeter- intercssenten 10 000 Mark, das Kalichndikat 8003 Mark bei- fteuerten, und zwar unter der Bedingung, daß eine Kom-I Mission aus der Mitte der Geldgeber ihm „bezüglich der Maßnahmen zur Förderung des Verbrauchs von Handelsdünger beratend zur Seite stehen solle." Soxhlech kritisiert I dieses Abhängigkeitsverhältnis eines Forschers von junget« fabrikanten sehr scharf und abfällig, Wagner wandte sich darauf an den Verband der landw. Versuchsstation rm Deutschen Reiche mit dem Ersuchen, „die Angelegenheit in einer ihn befriedigenden und das Ansehen des Ber- bandes schützenden Weise zu ordnen." Er bezeichnete das ihm Vorgehaltene als „Beschuldigungen schwerster und unglaublichster Art". Der Verband trug ihm auf, die.Angelegenheit durch eine Disziplinavuntersuchung zu klaren, die er bei seiner vorgesetzten Behörde gegen sicy beantragen solle. Wagner lehnte dies ab und erklärte seinen Austritt. Soxhleth erhob dann gegen Wagner zwei neue Anklagen. Er unter Mitwirkung der Thomasphosphatsabriten Berlin G. m. b. H. seinen Kollegen eine „Vexie r p r o b e" zur Untersuchung gesandt, ihnen damit eine Falle gestellt und dabei nicht clls redlicher Mann gehandelt, wissentlich die Unwahrheit gesagt und weiterhin von ihm veröffentlichte Tabellen gefälscht. Wagner mußte die Tatsachen selbst zugeoen, wenngleich er sie als ziemlich harmlos hinzustelien versuchte Der Verband der landwirtschaftlichen Versuchsstationen im Deutschen Reiche hat umsomehr geglaubt, dm Sache mit Wagners Austritt nicht einfach für ermvigt halten zu dürfen, unisomehr, als die Deutsche —andwt.rtschaft-^-1 aesellschaft erst kürzlich bei ihrer Jubelfeier Wagner durch eine silberne Medaille ausgezeichnet, die Technische Hochschule zu Darmstadt ihn erst im August v». ,j. ihrem Ehrendoktor ernannt, und der Verbandstag der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften ihm am 20. Dezember ein Huldigungstelegramm gesandt hatte.
Dem „Darmft. Tagbl." wird hierzu geschrieben. Von einem „Eingeständnis" einer Unredlichkeit, das durch Die veröffentlichten Mitteilungen Durchklingt, kann gar feine Rede fein. Es ist das mindestens eine sehr suchektive Aus- fafsung der ruhigen unb fachlichen Darlegungen, die Gey. Rat Wagner in mehreren Rundschreiben unb brieflichen I Mitteilungen an die Mitglieder des Verbandes der landwirtschaftlichen Versuchsstation gerichtet hat. Dm ui Der ersten Schrill Soxhleths ausgesprochenen Beschuldigungen sind nach eingehcnöcr Prüfung des Materials bereits von der vorgesetzten Bel örde, dem Kuratorium der Versuchsstation, als grundlos befunden und entsprechend zurückgew'.esen worden. Die neuen Angriffe v. Soxhleths find in Ipateren] Rundschreiben an die Mitglieder des Verbandes vorläufig aufgeklärt worden. Geh. Rat Wagner hatte immer gehofft, daß ein so schmähliches Schauspiel, wie es die osfent- liche Auslraguug derartiger etceuigfei.cn zwischen Vorständen wissenschaftlicher Anstalten vor einem Laienpublikum ist, sich vermciden lasse. Ein vollkommen klares Urteil Über den durch das .Hineinspielen verschiedener Personen und Motive sehr komplizierten Sachverhalt wird sich» erst gewinnen lassen, wenn die ganze Angelegenheit gerichtlich aufgerollt unb zum Abschluß gebracht ut.
diplomatisches Geschick. .
In sein eigentliches Schaffensgebiet naher ernzugehen, * 1 (müßte einer besonderen Würdigung v o rb eh allen werden. Es ' waren zumeist bäuerliche Anliegen, die er in Darmstadt ' vorbrachte. Sein F-eldzug gegen die Auswüchse des Automobilverkehrs hat ign über Hessen hinaus bekannt gemacht. Tenn an seinem Vorgehen, dessen Schärf im Ausdruck ihm sogar eine gerichtliche Klage zugezogen hatte, war doch manches berechtigt. Köhler scheute keine Schwierigkeiten und Hindernisse. Das bewies er auch in dem bekannten Falle -der Minna Gerlach in Eberstadt, wo er freilich tm Drang seines Rechtlichkeitsgefühls und seiner Teilnahme viel zu weit ging, so daß er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden mußte, die igm aver vom Landesherrn später erlassen wurde. Feine Manieren und „Europens übertünchte Höflichkeit" durfte man bei ihm nicht suchen, obgleich er im Herzen ein grunbgütiger .'Nensch gewesen ist. Fast absichtlich verleugnete er manchmal den Ton gebildeter -otabtleute. Die ja oft auch feinen Spott kennen lernen mußten. Sein Humor war immer zii loben, unb wußte p^an ihn bei ber «rechten Seite zu fassen, so war auch fein ^^vichkeits- »gefühl anzuerkeiinen. „Recht muß doch Recht bleiben", fo ichrieb er vor einiger Zeit einmal in einer kleinen Fehde mit unserem Blatte. Nun ist er rasch ins Grab gegangen. Seiner launigen Postkarte vom 8. dcovember des vergangenen Jahres, in der er gegen die „in weiter Rund verbreitete Märe" Einspruch erhob, „er sei gestorben unö auch schon begraben", sollte doch schon der Schatten des Todes folgen. Bei vielem Widerspruch gegen sein poluiiaje» Wirken ehren wir in ihm einen klugen und^ guten Menschen, der immer das Beste gewollt hat. Sein Tod wird Die bisherigen Wahlvorbereitungen in allen Lagern natürlich in schwerwiegendster Weise beeinflussen.
Den äußerenLebensgang Köhlers schildern am besten nachstehende von ihm selbst für einen Parlamentsalmanach gemachte Angaben: f .
Gcb. am 6. August lbo9 zu Langsdorf; evangelisch-reformiert. Besuchte die Volksschule zu Langsdorf, das „Institut" in Hungen und das Gymnasium in Darmstadt. Von 18/4—83 Bauer m Langsdorf, 1883—95 in Bettenhausen bei Langsdorf, seit 189o wieder in Langsdorf. Seit 1890 mit Dr. Bocket öffentlich tn dec Politik tätig, zahlreiche öffentliche Versammlungen abgeyauen, Flugschriften versaßt, Mitarbeiter am Böäel'schen „Reichsyerold , Sept. 1894 mit Reichstagsabgcordneten Hirschel Begründer unö Herausgeber der „Teulscijen Volksmacht", 1890 MUbegrutmer des Dr. Böckebschen mütcldeutschen Baueriweretns, feit 1894 erster Vorsitzender desselben, der nun im Bund der —anowirte aufgegangcn ist. 5. August 1890 Wahl in den hesfischen ^.aiid- tag (Bezirk Butzbach-, Januar 1891 Wahl für ungültig entart.
Deutjche IMonkit*
Von ber Kilimanbscharobahn. Aus Same wird Der „Deutschen Kolonialzei^ung" von Ende Rcovember geschrieben: Tie Bauarbeiten an Der Usamoarabahn sind rüstig vorwärtsgeschiitten. Tie Gl^isspitze hat den süd liehen Fuß des Norivaie genannten Gevi.geö erreicht unb beiindet sich etwa <> ztilometer vor der Station .Same in
1893 Wahl zum Reichstag für IJ1 r^echH9UU
di?Tat folgen m lassen wird anertannt, unb es wird ii>m £anb).unb_(Sung=n-£l&. Äöieii^nb) Ä»
Ich darf Sie versichern", schreibt Kolb, „das; feit langen Jahren keinem Minister seitens der Arbeiterschaft cm folcyes Maß von Vertrauen entgegengebradtt wurde, wie gerade JYnew Aber die Arbeiter seien in ihrer llebcrzeugung buru) die Ma» nahmen des Ministers sowohl beim Pforzheimer -Ltretl »der feit dem 2. Januar beendet ist) wie auch fetzt beim Rastatter bitter enttäuscht worden. In Rastatt haben sich die dem Frhrn. v. Bodman unterstehende Polizei und Gendarmerie als ein po litischLs Organ zur Unterdrückung der den Arbeitern gesetzlwi gewährleisteten Rechte und zur Unterstützung emes sozial öuro) und durch rückständigen Unternehmertums betätigt Man habe nicht nur am Bahnhof eine ständig e und sehr starke !Poliz eiwache stationiert, die die ankommenden streit brccher beschützen soll, und die verhütet, daß die von auswärts unter Vorspiegelung falfcher Tatsachen l-crbeigcholten Arbeitswilligen von den Streikenden aufgeklärt werden. -Len iLtreitposteii sei das Betreten der sonst jedermann zugänglichen Bahnhoihalle polizeilich verboten worden, und die Polizei bilde der Ankunft von Arbeitswllligen eine doppelreihige Spalierkettc vom Bahnsteig bis auf die Straße, um so den Streikenden jede Möglichkeit zu nehmen, mit den Arbeitswilligen sich zu verständigen. Die Streikbrecl-er in Rastatt — zu ihnen gehört als Führer der „lange Toni", der auch in Moabit,eine traurige »tolle gespielt I hat — sind zum größten Teil Elemente aus der untersten Schicht, die sich an eine geregelte ehrliche Arbeit nicht gewöhnen I können, vielfach schon wegen allerlei Vergehen und Verbrechcli bestraft seien und den arbeitsamen, um die kulturelle Hebung chres I Standes kämpfenden Arbeitern meuchlings in den Rücken fallen.
Nichts sei in Rastatt, dank ber unter den Streikenden herrs,cheirden I Disziplin, vorgekommen, was die Polizei zu solcher .'Stellungnähme I gegen Die Ausständigen veranlaßt hätte. Darum seien Die Arbeiter wegen des Verhaltens der Polizei verbittert, aber sie haben now die Hoffnung, daß, wenn der Minister von diesen Zuständen Kennt- I nis genommen haben werde, schleunigst Abhilfe geschaffen werden
9 Erster Blatt W. Jahrgang Mittwoch, y. Zamrm f9U
Der Gießener Anzeiger monakUch75PGoiettel-
erscheint täglich, außer Aatikffl* ▼ Lj . - _ _ » A AA iährlich Aik. 2L0: durch
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