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10.6.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaht 18 Seiten.

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Mann, 20 wurden verwundet.

Nach einer Meldung bei Agence Havas aus Fez

er einen Adjutanten zu seinem Bruder Abdul Hamid und lies; sich nach seinem Befinden erlnndigen, übrigens das erste Mal seit dem Thronwechsel, wo ein Verkehr zwischen den beiden Brüdern stattsand. Ter Adjutant erhielt den Befehl, hinzuzufügen, das; der Sultan nicht nach Saloniki gekommen fei, um das Schicksal AbdulS zu verbittern, sondern weil politische Rücksichten es notwendig erscheinen

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ündb. ab 1905

Mb, ab 1906

Roch einmal der Valleysche Komet. Ter H.'schc .Hom. t sckcinr hinterher etwas von dem gut macken ;u wollen, was er bK seiner diesmaligen Wiederkehr zunächst gesündigt hatte. Nach­dem man geglaubt hatte, von ihm bereits in den ersten Monaten dieses Jahres Abschied nehmen zu müssen, hat er sich noch

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Pünktlich ist denn auch der für den Lustsport Begeisterte in Frankfurt und logiert sich bei Frau Aja ein, die immer biefelbe ist und bleibt, wie sie war! Fürtrefslich gut und jung u,id froh!" Aber der Luftschisfer ließ auf lief; warten.Wir sind hier in der närrischsten X'aßc von der Welt", berichtet Merck am 26. September Anna Amalia. Noch wissen wir nicht gewiß, ob der Ballon heure steigen wird. Alle Vorbereitungen sind gemacht, die Besazung ist zum Teil ausgerückt, das Gerüste ist fertig, die Fässer zur Verfertigung der inflammnblcn Luft sind eingerammelt, und noch ist uns der Wind nicht günstig.- Er gehr un­geheuer stark, und wenn er sich gegen Mittag itrcht legt, wird nichts aus der Sache. Heule früh um 5 Uhr ward «

Die Begegnung öes Sultans Mohammed und feines Bruders Abdul Hamid.

Gin englisches Blatt weiß über die Ankunft Moham­meds V. noch einige interessante Einzelheiten zu berichten: Kurz vor der Landung des Sultans in Saloniki sandte

einander getrieben. . Auf französtscht

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angesagt, daß er zwischen 23 Uhr steigen würde.

11 Uhr kam ein Courier von der Bornheimer Heide Blanchard in's rothe Haus, er würde nicht steigen.

politische Wochenschau.

.. . M . Ziesten, 10. Juni.

Nachdem der Reichstag und die Landesparlamente Der fagt worden sind, ist die Zeit der Kongresse und Hauptver sammlungen angebrochen. Ueberrasckiend groß ist das Be dürsnis, über Schulfragen und kirchliche Angelegenheiten sich auszusprechen und neue Wege zu sinden In verschie denen Verbänden tauchten gleichartige Anregungen und Vor schlage, aus. Ter evangelisch soziale Kongreß hat eine sehr interessante Aussprache über Schule, Lehrerstanb und Eltern Haus gehabt. Was der Weimarer Seminarbirektor Mu thesius über die Sd)iilc als Faktor der sozialen Erziehung gesagt und was der Marburger Professor Rade dabei er glanzt hat, klang wie eine ernste Anklage gc;yn den heutigen Schulbetrieb.Wo bleiben denn die Väter und Mütter?" so soll Professor Rade gesagt haben. Es ist unverkennbar, daß unsere Zeit neue und dringliche Anforderungen an die Schule stellt. Vor allem wird die Schule eine bessere prak tische Verbindung mit dem Elternhause suchen müssen. Nimmt man aber diesen Standpunkt ein, so wird man der Einheitsschule schwerlich noch das Wort reden können. Tenn wo aus der einen Seite die Mitwirkung der Eltern leicht zu erreichen ist, da steht man auf her andern vor schier un­übersteigbaren Hindernissen. Gibt es hier im schlimmsten 3all gleichgültige und unbesonnene Eltern, so stehen dort die sozial bedrängten Väter und Mütter, die der Mithilfe ihrer noch schulpflichtigen Kinder bedürfen und der Lern­lust und Bildungsempsänglichleit nicht die notwendige För­derung verbürgen können. Gerade in diesem Falt wirkt Und hilft ein mechanisch bureaukratisch betriebener Schul Unterricht wenig. In diesem Sinne hatte Herr Murhesius wohl remt, als er dafür eintrat, man müsse die Schule zu einem Abbilde des Lebens, zu einer Arbeitsgemeinschast machen, in der alle in Frage lammenden Formen des wirk­lichen Lebens nachgebildet werden. Tie gleichen Gesichts .unkte wurden auch auf demdeutschen Erziehungstag" geltend gemacht, der am Mittwoch in Weimar ragte. Man begreift es nicht recht, wie Professor Baumgarten aus Kiel dazu tarn, so temperamentvoll he'-vorzuheben, daß eran die unbegrenzte Möglichkeit, die Bildung der breiten Massen zu heben, nicht glaube." Es kann doch zweifellos mehr geschehen als bisher, und zwar nicht durch cüicJlebcrfHttc- rung mir unverdautem Wniensstosj, jonuern buraj intimere Berührung der Lehrer mit den häuslichen Verhältnissen ihrer Schuler. Professor Gurlitt bat darin ganz recht, daß die Beseitigung der Unlust und Verdrossenheit bet den Schülern immer mehr beseitigt werden müsse. Bei der Schafsung solcher freieren Formen des Schulunterrichts wird inan freilich um eine weitere Hebung des Lehrerstandes, um eine noch zweckmäßigere und gediegenere Vorbildung des Volksbildners nicht herumkommen

Während aus bem evangelisch-sozialen Kongreß mit Siecht verlangt wurde, die Kirche möge unter Zurückstellung unfruchtbarer Togmeuftreitigleifcu iure Kräfte mehr in bet Richtung aufWeckung ethischer Energie" mobil machen, hat man sich aus bem deutschen evangelischen Schul kon greß, der am Mittwoch in Tresden tagte, leider wieder allzu nach­drücklich aus die alten Formeln versteift. Man konnte diese sächsische Versammlung wohl eine Al-wehrveranstaltung nennen, beim irgcnD eine neue, förderliche Anregung ist nicht von ihr ausgegangen. Ter Präsident des sächsischen

Neue Kämpfe der zranzosen in Marokko.

Paris, 9. Juni. Tie Agence Havas meldet aus Fez ivom ö. Juni: Die Marokkaner griffen in der vergangenen N a ch t bas Lager an, wurden aber b n r ch A r t i 11 c r i c f c u c r, das ihnen große Verluste beibrachte, z n r ü ck g e t r i e b e n. Tic Kolonnen Brulard, Gouraub und Taibiez rückten in der Frühe aus dem Lager, um die Beni 'Utter zu zersprengen.

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6000, B raber griffen die tolonneu überall-' erbittert an, minbcii aber unter starken Verlusten von der Artillerie aus-

einführen, der iebem Familienvater bas Anrecht auf Sdr.il» unterricht für seine Minbcr sichert. Woeste aber und seine Getreuen wollen von Unterrichtszwalig und staatlichen Zu- schüssen sowie von Staaisaufficht bei den freien Schulen nichts wiisen. Noch war es zu einer parlamentarischen Ent­scheidung nicht gclommcn. Tic Spannung in der Partei- Politik hat aber den König zu in Eingreifen veranlaßt. Er hat, aus die Schiebungen einflußreicher Männer hin, mit den führenden Politileru».Besprechungen gepflogen und dabei auch beit liberalen Führer Tupont empfangen. Schol- laert sah sein Schulgesetz im Äraus scheitertl und dankte, wie wir gestern meldeten, ohne Astgabe von Gründen, an. Tic Linie triulutzh'ert. Sir feiert nicht nur den Fall des Schulgesetzes, sondern sie hofft bet den kommenden Wahlen im nächsten Jahre aus eine /vortsetzung ilye-5 Siegeszuges. Tem König aber wurde die Berufung eines neuen Minifte- riums nicht leicht gemacht. Ta die Klerikalen' grollen und die Lage zweifellos schwierig werden wird, haben der Kammerpräsident Eooreman und der bisherige Finanz- miniftcr Libaert den Posten des Ministerpräsidenten ab- gelcchnl. Wie uns heute gemeldet wird, hat sich darauf der König mit dem bisherigen Eisenbahnminister Baron de Br ogue ville in Verbindung gesetzt, der nach einer Bedenkzeit und anderthalbstünbiger Konferenz mit dem König dem Rufe folgte.

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6. Juni hat ein Kurier die Nachricht überbracht, die Be­wohner von Melines öfnieten weder den Berabern noch den Franzofen ihre Tore. Mulal; Zin soll den Heiligen Krieg prollamiert haben. Ein anderer Kurier, der mittags cingetroffcn ist, meldete, die Fran­zosen seien in Ain Scfru angetommen.

Ter sran^ösische Minister des Aeußern hatte heute morgen stoch teilte Betätigung der Meldung desDaily- Telegraph" und desTaily-Erpreß" erhallen, nach der die französischen Truppen in Melines cingezogen seien, doch hält man am Ouai d Orsay die Nacyrtclst keines­wegs für unwahrscheinlich.

Paris, 9. Juni. Aus Laras ck wird gemeldet: Tic Spanier haben dort gestern abend etwa dreihundert Mann ohne Zwischenfall gelandet. Später trat das Kon

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immer nicht ganz empfohlen. In den lebten Tagen des April war cs Proseswr Barnard, der sich frc.lick in dem beneidens- werten Besitz des größten vcrnrvhrS der Erde befindet, bt* schieden, das merkwürdige Gestirn zu sichten. Die letzte Beob­achtung, über die der Gelehrte jetzt seinen Bericht gegeben pat, stammt vom 25. April. Ti-1 Helligkeit des Kometen ivurde bet dieser Gelegenheit auf die in. Größenklasse geschätzt, die sich säst an der äußersöen Grenze der Siditbarleit befindet. Tic Abnahme der Helligkeit war nunmehr eine ,chr rasche. Da noch am 23. April eine Lichtstärke von 14> ?j)Dct 15 bestanden hatte. Am 25. Avril war der Komet von der Sonne 745, von der Erde 666 Millionen Kilometer entfernt. Tiintodi glaubt Professor Barnard, daß die Beobachtung des .Htinmelslörpers mit den größten photographischeit Spiegelfernrohren r ullercht noch bis in den nächsten Winter hinein möglich sein wird, aber erst, nachdem er hinter dec Sonne durchgegungen und am Morgenhtmmel er­schienen sein wird, während er bisher am Abendhtmmel zu be­obachten war. Zurzeit Hal auch Barnard mir seinem Fernrohr von einem Meter Oessnung die weitere Verfolgung autgegeben, da sie durch die zunehmende Länge des Tages aussichtslos gemacht wird. Uebrigcnd wird immer noch ein Streit um diesen Kometen unter den Astronomen fortgeiührt, der sich Darauf bezieht, daß er vor Jahresfrist feinen Schweif vorübergehend der Sonne zu gewandt herben soll, was allen bisherigen Auffassungen vom Wesen Der Kometen und von der Entstehung ihres Schweifes widerspricht.

- - Internationaler Kongreß i u r MecresHeil­kunde. In der zweiten wissenschaftlichen Sitzung des 5. mter* nationalen Kongresses für Meeresheillunde in Mol berg wurde eine Einzahl wiffenfchaftlicher Vorträge gehalten, an Die nch eine zum Teil angeregte (Erörterung anichwß. Besonders lebhafte Aussprache riet ein Vortrag des berühmten Berliner Kinder­arztes P r 0 f. T r Baginskn über Seeflima und Kinder - Iranitfiten hervor. Baginsin empiiehll die Se bei Skrovhulose, warnt vor operativer Behandlung Der Llimpydrufenschwellungen, die an Der See geivöhnlid) von i löst zurückgel/e, und teilt über­raschende Heilerfolge der See bei Hantlraniheiten mit. Rachurjche Kinder hätten namentlich an der italienischen Küste Aussicht cur Heilung. Unsere Küste fei zwar im allgemeinen zu empfehlen, aber es fei doch Vorsicht geboten. Tic Eriahrungen bei Bronchial- taiarrb, Brenchitie und Asthma seien günstig. Junge Säuglinge gehörten nicht an die See, ebensowenig wie andere !r?.nfc Kinder. Bet primärer Tuberkulose wirke Die See ,edoch günstig, offene Tuberkulose führe an Der See meist zu rapidem Verfall. Von Den weiteren Vorträgen fanden namentlich Die Ausnihrungen von Tr. Effler - Danzig über die ausgezeichneten (iriolgc der mit verhältnismäßig geringen Kosten zu ^richtenden Walderholungs­stätten an der See Beachtung.

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Staatsminister Woeste, des neuen Schulgesetzes Dortrctcn. Schollaert

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Neue Briefe aus der Kindheit der Lustschiffahrt.

Die eigentlichen Anfänge der Luftschiffahrt, ihr frühestes, allgemein bekannt gewordenes Stadium, das eine erste, das Publikum durchdringende Begeisterung entfesselte, fallen ja in den Beginn der Blütezeit unserer klassischen Dichtung und haben zahlreiche Aeußerungen unserer großen Dichter hervorgerufen, die mau in jüngster Zeit eifrig ge- fammelt hat. Einen neuen interessanten Beitrag zu dem leidenschaftlichen Interesse, das die Luftschiffahrt in der Goethe-Zeit erregte, bieten einige Briefe des Goethe-Freun- des Johann Heinrich Merck, der bekanntlich dem Dichter Züge zur Gestalt des Mephisto geliefert hat. In seinen vor kurzem im Jnselverlag zum erstenmal veröffentlichten Briefen an die Herzoginmutter Anna Amalia und an den Herzog Carl August von Sachsen Weimar erzählt er z. B. davon, daß der Erbprinz von H essen -Da r m stad t eine ganze Menge vonaerostatischen Bällen" mitgebracht habe, Die er in die Lust steigen lief;.Unsere Köpfe sind ganz damit angefüllt, und man arbeitet jezo an einem, Der etwas int Großen leisten soll." Auch in SB c im ar veranstaltete man derartige Versuche mit luftgefüllten kleinen Ballons, und der Herzog gab aus seiner Schatulle manch Sümmchen dafür her, wie die noch fetzt erhaltenen Rechnungsbelege erweisen Die durch solche spannenden Experimente ge­nährte Freude an der Ausbildung des Luftballons wurde zur hellen Begeisterung entfesselt, als der Franzose Blau chard nach Deurfchland kant und nun wirklich sich mit seinem Ballon in die Stift erhob. '.'7ach Darmstadt, wo Merck wohnt, dringt die Kunde, der berühmte Mann sei nach Frankfurt gekommen.Blanchard ist ange lommen", schreibt er am 15. September 1785 au Earl August ,und wird den 25ten dieses, d. i. Sonntag über 8 Tage, in die Lufft gehen. Messieurs Ehamot und Tabor haben ihm seine Forderung bezahlt und,die ganze Entre­prise über sich genommen. Wir leiden seit der Zeit hier i)en bittersten Hunger. Alles wird nach Frankfurt ge­schleppt. Es sollen der vornehmen Herren und Crachats so viel horten seyn als Sterne am Himmel. Ich werde mich mf einige Tage hierzu bey der Frau Räthin Goethe ein- kartieren. Die Menge Menschen soll ansehnlicher wie bey einer Krönung seyn".

ließ bei der Behandlung den Parteiriß offen her wollte denSchulschein"

jüngsten, jetzt sechs Jahre alten Kindes schicken zu dürfen, gleichzeitig fragte er um die Erlaubnis, seinem Bruder einen Besuch abftalten zu Dürfen, was Die Minister aber nicht gestatten wollten Abdul Hamid sah die festliche Beleuchtung von feinen Fenstern aus, man hatte, mehr uim Hohn, einige'Lamp ions au seiner eigenen Villa angebracht, und als er das bemerkte, ordnete er an, daß sein Gefängnis genau so illuminiert und geschmückt werden sollte wie die anderer Häuser des Ortes. Bei der Landung wurden zwei Schafe, denen man die Augen ver blinden batte, vor dem Großwesir und dem Marineminister hergeführt und vor ihnen als Opfer geschlachtet. Die Fenster Der von Bulgaren und Griechen bewohnten Häuser waren alle geschlossen. Bewassnete Detektivs waren über­all ausgestellt, selbst auf den Bal ko neu der Häuser, wo sie die Tarnen warnten, sich in Acht zu nehmen, daß nicht einmal ein Taschentuch Heruntersalle, da die Truppen den Befehl hätten, sofort zu feuern. An der Bahn nach Mo- naftir, die der Sultan benutzen will, wurden gestern vier verdächtige Männer erschossen.

Saloniki, 9. Juni. Ter Sultan hielt in Der Moschee Hagia Soria ein Splanilif ob. Aus Der Fahrt zur Moschee wurde Der Sultan von Der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Er befindet sich sehr wohl Er teilte Dein Erbprinzen Justus Jzzeddin seine Befriedigung über den enthusiastischen Empfang mit.

eben erhält der Erbprinz einen anderen Evurier, der ver­sichert, Blanchard würde sein möglichstes tun, um das Pu bl 1 tum in feiner Hoffnung nicht weiter zu täuschen. Es ist hier, als wenn die Welt aus nichts anderm als Leuten mit Erachats und großen Herrn bestünde. Von Minute zu Minute vermehrt sich die Menge."

Aber der Erbprinz von Hessen-Darmstadt und Merck müssen sich noch weiter gedulden. Blanchard kann nach- mittags nicht aufsteigeu. Der Wind ist so stark, daß er fein Zelt zerstört, in dem feine Gerätschaften geborgen waren. Eine volle Woche noch müssen sie warten. Am 3. Oktober endlich steigt Blanchard früh um 1 .11 Uhr auf und landet eine Stunde später bei Weilburg. Seinen Ein­druck von dem Fluge schildert Merck der Herzogiumutter - Tae', was mich am meisten rührte, war die fromme Be­wunderung Der Zuschauer, Die so allgemein war, daß in feiner Brust Äthern genug übria blieb, seinen Bey fall laut zuzuruffen. Indessen ist s ein kleines Wagestück, und nichts weiter als eine angenehme Promenade, wo der Luftschiffer auf gemeine Kosten sich ein paar angenehme Stunden Der* schafft und dafür ungeheuer bewundert wird."

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Kr___Echn Blatt 161. Jahrgang Samstag, 10. Juni I9U

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'ur Die Tagesnurnmer Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und Zteindruckerei n. Lange. Nedattion, Lrpedilion und Druckerei: Zchulstrahe 7. Lmw-^E.Öe^^sür den 3 vormntags ü Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße (6a. Anzeigenteil: H. Beck.

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Konsistoriums, Tr Böhme, verneinte es ausdrücklich,' das; die Methode des Unterrichts oder der segensreiche Inhalt des alten Glaubens als etwas erscheinen könnte, das einer Veränderung bedürfe und einer Fortentwicklung fähig sei." Sachsen steht unmittelbar vor einer Volksschulreform. So­weit der sächsische Kultusminister Tr. Beek auf dem deutschen evangelischen Schulkougrcß über die Volksbildungssrage sich ausgesprochen hat, ist wenig Hosfnllng, daß in Sachsen neu zeitliche Fortschritte angebahnt werden.

In Belgien ist es bei der Beratung eines neuen Schulgesetzentwurses zu einem Miuistersturz gekommen. Sdiollaert, der nähere Neckstsanwalt und Universitätspro sessor, der seit 1908 au der Spitze der Negierung stand und vor zwei Jahren das neue Militärgesetz zustande brachte, muß gehen. Ta in Belgien der Klerikalisrntts die parlamen tarische Mehrheit hat, so ist es klar, das; der Schulgesetz eutwurf keine liberalen Motive enthielt Ta er vielmehr den Unterricht der geistlichen Leitung überläßt, hatte Sdiollaert selbstverständlich auch diesmal die liberale und sozialistische Opposition gegen sich. Aber nicht diesen Widerständen allein hat er seinen Sturz zuzuschreiben. Sdiollaert steuerte im Fahrwasser der Jungklerikalen, wie man diesen Parteiflügel des belgischen Zentrums wohl nennen tann, der mit sozialpolitischen Zugeständnissen ganz nad) dem Muster des deutschen Zeistrums den neuzeitliche,1 Stimmungen der Wähler entgegcnlommcn und so die Madit der Kirche unversehrt erhalten will. Ter altklerikale, konser­vative Flügel aber lehnt sich gegen die neuen Strömungen aus, und sein Führer, der jetzt viel genannte frühere