COxi
Frühburgundertrauben, die ersten Tranken wurden schon vor mehreren Wochen geschnitten.
Hessen-Nassau.
^Waldgirmes, 8. Okt. Während die M a u t - u n d Klauenseuche in Naunheim im Erlöschen begriffen, ist sie nunmehr auch in einem hiesigen Gehöft amtlich fest- gestellt worden. Die nötigen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.
- Fellingshausen, 9. Okt. Heute setzt für sämtliche Schulen des Bezirks Rodheim der Unterricht wieder ein. An Stelle des Herrn Eckhardt wurde Lehrer Seitz tn das Schulamt eingewiesen.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 6. Oktober 1911. Der Unsall am Telephon.
Ein hiesiges Großgeschäst wünschte telephonisch mit einen, Architekten verbunoen zu werden. Dian gab aber dem Amt gegenüber irrtümlich eine latsche Nummer an. Die den Apparat bedienende Tclegraphengehilfin merkte alsbald an dein heiligen Zittern der Nummerplatte, daß sehr stark wieder angeläntet wurde. AIS sie die neue gewünschte Fernsprechverbindung Herstellen roofite, erhielt sie — durch ein erneutes heftiges Drehen der Kurbel einen derartigen Schlag, daß sie ohnmächtig wurde und längere Zeit hin- tmrch krank war. Es ist sogar sraglich, ob sie überhaupt wohl wieder diensttauglich wird. Die vorgesetzte Behörde stellte Stral- «ntrag und der Angestellte des GeschäsleS, der Zeichner L. S. von hier, hatte sich dementsprechend wegen fahrlässiger Körperverletzung -u verantworten. Nachdem a,n hiesigen Schöffengericht Freisprechung eriolgt war, wurde heute in einwandireier Weise lest- gestellt, daß der Unsall auf das Verhalten des Angeklagten zurück- gusühren ist. Die Fahrlässigkeit erblickt daS Gericht darin, daß der Angeklagte trotz der aus der Warnungstafel enthaltenen Vorschrift die Kurbel zu heftig gedreht hat. Das Urteil lautet aus zehn Mark G e l d st r a f e, da der Angeklagte einen so schweren Erfolg kaum voraussehen konnte.
Eine ungültige kreisamtliche Bekanntmachung.
Der Schafhändler I. I. G. von WoUershof hatte durch seinen Schäler Schale durch Gebiet treiben lassen, in dem die Maul- und Klauenseuche ausgebrochcn war. Er wurde unter Anklage gestellt, vom Schöffengericht in Büdingen aber sreigesprochen, da die die Absperrung anordnende Bekanntmachung des Kreisamts keine Angabe über Einlaß und Gültigkeitsdauer der getroffenen Maßnahmen enthält und somit ungültig ist. Das frersprechende Erkenntnis wurde bestätigt.
Die h e r e i n g e s a l l e n e n Denunzianten.
Der Zimmermann F. F. von Laubach schrieb auf Veranlassung des dortigen Schneiders S. N. eine Anzeige an tue Staaisanwalt- schast, worin sie einen Wirt der Duldung des Glücksspiels bezichtigten. Unter das Schreiben setzten sie die Nainen zweier oortiger Bürger in der ausgesprochenen Absicht, diesen Leriten einen Schabernack z,l spielen. Ter Zweck wurde vötlig erreicht. Die Sache kam aber heraus und beide Schreiber haben sich heute wegen Urkundenfälschung zu verantworten. N. erhält drei Monate, F. einundeinhalb M o n a t e Gefängnis.
Eine aufgehobene Freisprechung.
Zwischen der Geineinde und dem Hoigui Obbornhofen bestehen seit geraumer Zeit gespannte Beziehungen. Als der Sohn des GulS- Pächters eines Abends nach Hanse ging, wurden seine Hunde an- .gehalten und es kan, zwischen ihm und einem anderen jungen Mann zu einer Auseinandersetzung. Inzwischen aber kam dessen Vater hinzu, erhob einen Knüttel und ries: Wo ist er, ich schlag' ihn tot. Er konnte nur mit 9)1 ühe von seinem eigenen Sohn zur Ruhe gebracht werden. Er erhält heute in zweiter Instanz ivegen Bedrohuiig zehn Al art Geldstrafe, da von Notivehr, iuie das Schöffengericht angenommen hatte, keine Rede sein kann.
Ein entarteter Sprößling.
Ter Koch E. I. aus Lehrbach, entstammt einer geachteten !und angesehenen Familie. Sein Vater ist höherer Forstbeamtcr in Schlesien. Er selbst ist aber schon früh auf die abschüssige Bahn gekommen und ist heute als rückfälliger Dieb angcklagt. Er ist geständig, einem Wirte in Lchrbach aus einem verschlossenen Schränkchen 150 Mark entwendet zu haben. DaS Urteil lautet lauf 9 Monate Gefängnis.
Diebstahl im Rückfall.
Ter Asvhaltarbeiter E. W. von Michelstadt hat hier im August L Js. aus einem Garten ein Hemd mitgenommen. Er hat in einer gewissen Notlage gehandelt. Er ist rückfälliger Tieb und kommt mit der gesetzlichen Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis davon.
Vermischtes.
* Auf dem Internationalen Kongreß für Kriminal-Anthropologie, der am Montag in K ö l n tagte, gab Professor Sommer (Gießen) einen Rückblick auf die Ent- Itehung der kriminal-anthropologischen Kongresse. Der erste davon fand 1885 in Rom, gleichzeitig mit dem 3. internationalen Kongreß für (tzefängniswesen statt, nadjbem der schon 1884 geplante italienische Kongreß dieser Art bei der Ausstellung tn Turin aus äußeren Gründen nicht zu Stande gekommen war. Der zweite war 1889 in Paris, der dritte 1892 in Brüssel, der vierte 1896 in Genf, der fünfte 1901 in Amsterdam, der sechste 1906 in Turin. Professor Sommer gab auf Grund einer Vergleichung der Programme und der Kongreßberichte eine Geschtchte der kriminal- anthropoloaischcn Bewegung bis zur Gegenwart. Die wissenschaftliche Erforschung aller bei der Kriminalität in Betracht kommenden inneren und äußeren Verhältnisse sei jetzt ein notwendiger Teil der modernen Strafrechtswissenschaft.
ff. Von London nach Belfast 41 Jahre. 41 Jahre hat eine Postkarte gebraucht, die von London nach Belfast gehen sollte. Sie wurde am 30. Oktober 1870 geschrieben, am 1. November abgcstempclt und ist tatsächlich erst am 3. Oktober dieses Jahres an ihrem Bestimmungsorte angetommen, ohne daß sie in irgend einer Weise beschädigt worden oder die Schrift verblaßt wäre.
* Kitzlich. Richter: „Als der Schutzmann Sie ergreifen wollte, haben Sie .wie ein wildes Tier um sich geschlagen!" — Angeklagter: „Ja; ich bin sehr kitzlich!"
Spielplatt der vereinigten frankfurter Stadttheater.
Oxcrnhaus.
Mittwoch, den 11. Oktober *): 1. Abonnements - Konzert. Donnerstag, den 12. Oktober: „Figaros Hochzeit." Freitag, den 13. Oktober, abends 6llhr: »Die Walküre." Samstag, den >4. Ott.: „Violetta." (La Traviata) Sonntag, den 15 Oktober, nachmittags 37, Uhr: „Hoffmanns Erzählungen." Abends 7 Uhr. ,Die Jüdin." Montag, den 16. Oktober, abends 7'/, Ubr: „Fräulein Teufel/ Dienstag, den 17. Oktober: „Tie Hugenotten." Mittwoch, den 18. Oktober, abends 7% Uhr: „Fräulein Teufel."
Schauspielhaus.
Mittwoch, den 11. Ol tober*)„Die Ratten." Donnerstag, den 12. Oltober: „Ton Carlos." Freitag, bcii 13. Oktober, abends 77, Uhr: Glaube und Heimat." Samstag, den 14. Cftober: Zum ersten Male: „Das wette Land/ Sonntag, den 15. Oktober, nachmittags 8M Uhr i Anatol-ZykluS. Abeubs 7 Uhr: „Das weite Land." Montag, den 1 . Oktober: „Der Bibliotbekar." Dienstag, den 17. Oktober: „Tas weite Land.' Mittwoch, den 18. Oktober: „Das weite Land."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Märkte.
io. Frankfurt a. M., 9. Cft. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Llnultche Notierungen der heutigen Frnch t markt pre ii e. Wetzen (hiesige» Alk. 20.75—21.25, Ktirhessischer Alk. 20.75—21.25, Wetterauer Alk. 00.00—00.00. Roggen ltnengor) Alk. 18.75—00.00 Gerste (Wetterauer) Akk. 20.00 bis Mk. 21.00, Gerste, Franken' Pfälzer, Ried Alk. 20.00—2J.00, Hafer Akk. 1H.75—19.00, Mais Mk. 17.00—17.60, A eizenmehl 0 Mk. 30.50—30.75, Weizenntehl I Mk. 28.50—28.75, Weizenmehl III Alk. 25.50—25.15, Roggen- mehl 0 Alk. 26.50—27.00, Roggemnehl 0/1 Alk. 25.60—26.00, Roggeuwehl I Alk. 23.25-23.75, Weizenkleie Alk. 13.75-14.oo' Weizenstbalen Ulf. 14 00-11.50, Roggenkleie Alk. 12.75—13.25, Malzkeime Akk. 12.2)—12.75, Biertreber 14.00—14.: 0, 9(np§ 81.00 bis 00.00. Wcizcnklcie, Weizcnfchaleit, Roggenkleie, Malzkeime 00.00—0), Biertreber 14.50—15. Alles ver 100 Kg. ab hier.
F. C. Frankfurt a. M., 9. Okt. Der Herbstpferbe- markt wurde gestern nachmittag durch ein Preis-Reiten und -Fahren auf der Reitbahn der „Landwirtschaftlichen Halle" eröffnet. Zahlreiches Publikum wohnte der Eröffnung hei. Tie
Schlachtivertes höchstens 6 Jahre alt 48—51 85—89
49
72—78
45
75-81
45
73-75
39
64—69
feinste Maslkälver
60-62
. . 41-42
80—83
41
67—68
52
Lebendgewicht
52-53
67—68
52
66-00
51
gewicht
52-00
67—00
52
67
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Wetter
1911
«Ä
45
51
101
91
82
72
78-87
70-75
54
49
42
82—84
87—91
dj a fe. Weidemaslfchafe . . .
Uebersland: Rinder Ueberstand, Kälber, Schafe und Schweine langsam geräumt.
vchiveine.
Bollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Levettdgeivtchl 52—53 tlollsietschige Schweine über 2 Zentner
BoUsletschige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgetvtcht 51—00
Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend-
Bull en.
Vollsteifchige, ausgeivachsene, höchsten Schlachtivertes .......43—47
b o t i e n. K ü h *.
T-oklfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtivertes 43—43
2 ollsteifchige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtivertes bis zu 7 Jahren . . 38—41
Allere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte tangere dinhe und närjen 32—36
34
29
Junge, sieifchige, nicht aiisgemästete und ältere ausgemästete 44—47
Ungejochte....... . . 50—53
C »»
Mäßig genährte Kühe mib Färsen . . 28-31 54-02 K ät v ec.
Preis pro 100 Ob. L'ehenb» s bi» h:» pe uid)t
Ochsen. von-biSvon-bis
Vollfleischige, ansaemästete, höchsten
_ 100-103 61
Mittlere 'Mast- und beste Saugkälber. 53-56 89-93
Geringere Mast- und gute Saugkälber 47-52 ~
Geringere Saugkälber 40—45
Vorführungen zeigten, daß vorzügliches Pferdematcrtal zur Stelle ist. Ter Handel setzte h.ute vormittag sehr rege ein und schon um 12 Uhr gingen größere Transporte nach Süddeutschland und der Schweiz. Wenig Ueberstand verblieb. Tie Futterknappheit machte sich bei der Preisnotierung bemerkbar. Tie Preise bewegten sich in niedrigerer Lage als am letzten Markt. Man notierte: Leichte Arbeitspferde 600—800 Mark: schwere Arbeitspferde 1400—1700 Mark. Ter Handel in Reit- und Wagenpferden war zufriedenstellend.
F.0 Wiesbaden. V te h h oi-M a r k tb e ri ch vom 9. Okt. Austrieb. Rinder 74 (Ochsen 32, Kühe 42, Bullen 0), Kälber 59, Schate 54, Schweine 440.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schate und Schtveine schlevvend.
Turch- febnitt wretl pro 100 Btuitb teoenö« sh la ae<ot h.-
Mein liebes, goldnes Mütterlein
Sodener 88n/n
+ 9.3 *0.
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Höchste Temperatur om
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i)i3 9. Oktober —
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'»^b sLb^Nilr dock morgeii mal eine halbe Schachtel JayS ächte Sodener Mineral-Pastillen mit in die Schule. Fritz und Bernhard, die neben mir sitzen, sind so erkältet, und ihre Eltern haben kein Geld, Basttllen zu kaufen. Und die Sodener sind doch so gut,- fast alle Kinder haben jetzt welche und der Lehrer TMp sagt, jetzt kamen viel weniger Bersäunmisse vor. ~ —rauft man für 85 Pfennig die Schachtel überall.
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