Ausgabe 
10.10.1911 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

161. Jahrgang

Nk. 258

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

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Die ^Gtetzener Lamiliendlätter" werben dem ,Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da? Krctiblott für den Kreis Siehrn'' zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Die Tagung der hessischen Anwaltriammer.

Von Herrn Rechtsanwalt Dr. Spohr wird \in5

Tclcgraphcnassistenlcn Betzendorfer und Bor Heimer irt Mainz: der Titel Ober-Postassinenl dem Postassistenlen S d)iv a 1 b in Tarmüadt. Versetzt die Postsckrelärc Hutter von Essenbach nach Darmstadt, M o m m c r von Worms nach Trier und lein»

** A l s W a h l § o m m i s s ä r e für die am 3. Nov. stattfindenden Landlagswahlen find in Oberhessen er­nannt: Im Wahlbezirk Gießen-Stadt (nebst Schiffen­berg und Herrenwald) mit Wieseck: Provinzraldirektor Dr. Uf in g er in Gießen; im 1. Wahlkreis Rodheim-Ober- Rosbach: Kreisrat Schliephakezu Friedberg, 2. Wahl­kreis Echzell-Reichelsheim: Kreisamtmann Regie­rungsrat Muhl zu Friedberg, 4. Wahlkreis Lich: der Rat bei der Provinzialdrreklion Oberhessen, Regierungsrat Weicker zu Gießen, 5. Wahlkreis Groß^n-Linden- Heuchelheim: Kreisamtmann Regierungsrat Dr. Merck zu Gießen, 7. Wahlkreis Homberg: Kreisamtmann Tr. S e y f e r t h zu Alsfeld, 8. Wahlkreis A l s f e l d-Land: Kreis­rat Dr. Heinrichs zu Alsfeld, 12. Wahlkreis Nidda: Kreisamtmann Froelich zu Büdingen, 13. Wahlkreis B ü - dingen: Kceisrat Boeckmann zu Büdingen, 14. Wahl­kreis Vilbel: Kreisamtmann Regierungsrat Dr. G a ß - ner zu Friedberg.

** Zulas sungenzurRechtsan waltschaft. Am 9. September wurde der Gerichtsassessor Ernst Langen­bach zu Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Land­gericht der Provinz Starkenburg zugelassen; am 18. Sept, wurde der Rechtsanwalt Jos. Garnier zu Seligenstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg und dem Amtsgericht Turmstadt II, mit Wir­kung vom 1. Okrober an, zugelafsen, nachdem er die Auf­gabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amts­gericht Seligenstadt vom letztgenannten Tage an erklärt hatte; am 26. Sept, wurde der Rechtsanwalt Tr. Julius Garnier zu Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Oberlandesgericht, mit Wirkung vom 1. Oktober an, zuge­lassen, nachdem er gleichzeitig die Zulassung bei dem Land­gericht der Provinz Starkenburg mit Wirkung vom gleichen Tage an aufgegeben Harle; am 27. Sept, wurde der Ge­richtsassessor Burkhard Thuru zu Gießen zur Rechts­anwaltschaft bei dem Amtsgericht Lauterbach zugelassen.

** P o st - P e r s o n a l n a ch r i ch t e n. Verlieh«, aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste der Kronenorden 4. Krasse dem Postsekretär K u n z e n d o r f; der Charakter als Rechnungsral dem Ober-Poslkassenbuchhatler Sälzer in Darmstadt; der Gha- raticr als Ober-Postsekretär dem Pottsekrerär R ö m h e l d daselbst. Verliehen ist ferner der Gharakrer als Postfckrelär den Ober-Po u- assistenlen Bock in Gießen, Kämmerer in Darmstadt und K o ch in Alsfeld; der Charakter als Telegraphenjelretär den Lber-

zu haben bei

Teipel

Marktplatz 16

Dienstag, 10. Oktober Ml

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniDcrfitätS - Brich- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

N.'), 5üü N., 6« N., 75£ N., 8« N.

Au Sonn- und Feiertagen: 915 V., 1245 N.*), I45 N.

2.

3.

4.

Eilenden Export von Kartoffelstärke 563 009 Toppe z.mner im liierte von 14,2 Millionen Mark hinzurechnet. Für das icumfenbe Jahr liegen er ft die Einfuhr- uird Ausfuhi^ahlen für dii: Zeit bis Ende August vor. In diesen acht Monaten hat die Anfuhr und Ausfuhr im Vergleich

Jan./Aug.

1911 1910

Ausfuhr

für gewöhnliche yrieifenbungen 1020 'JJhnuten, für Einschreib­briefe 2530 Älin., für Wertbriefe »mb Pakete 3060 Min. vor Abgang der Züge.

Die Stadtbriefkasteii werden geleert:

Werktags zwifchei» 5*0 und 645 V., 810 und 915 V., 1010 und Hw V., 1130 Unb 12so Mill., 245 und 3°o N., o« und 61291., 650 und 80. 91., 9-2 und 10-2 N.

Sonntags zwlfchen 5-2 u. 650 V., IO30 und U35 D., 7.2. nnb 8£2 N. Genaueres ergeben bie Leerungstafeln an den Briefkasten.

Tie eingcfanunclten Briefe gelangen mit der nächsten Beför­derungsgelegenheit zur Absendung.

Von» Postamt 2 (Schulstraße) gehen werktags Versande nach dem Postamt 1 nnb bem Bahnhof ab:

915 P., ms V., 1250 gt_, 155 N.'), 245 N.'), 415 N.,

Gegen das Vorjahr hat hiernach die Einfuhr, noch mehr aber die Ausfuhr von Kartoffeln zugenommen. Bei der Ausfuhr handelt es sich natürlich in der Hauptsache noch um Kartoffeln der vorjährigen Ernte. Die Ausfuhr ist vorwiegend nach volland, Frankreich, der Schweiz, Belgien, Oesterreich und England ge­gangen. Von der Ginfuhrmenge ist ungefähr je die Hälfte zoll- rci geblieben und (ju 1 Mark mr 1 Doppelzentner- verzollt worden. Aus Hollaiw wurden rund 700000 Doppelzentner, aus öiußlaird 467 000, aus Belgien 40.» 000, aus Italien und Malta 384 000, aus £ eiter teuf) 137 000 Doppelzentner eingcfuhrt. Im Monat August 1911 hat die Einfuhr 718 463 Doppelzentner, die Ausfuhr aber nur 62 044 Doppelzentner betragen. Auch Die Ausfuhr von Kartoffelstärke war i»i August d. I. mit 26 909 Doppelzentnern verhältnismäßig gering. Tie bcbeuicnbl'ten aus- ländlichen Abnehmer von deiltscher Kartoffclstärle find England, Dänemark, Frankreich, Spanien, Italien, die Schweiz und Amerika.

) Nur Briefpost.

Tie Sehlußzeiteii beim Postamt 2 treten ein: für gewöhnliche Brieffendungen 15 Minuten, für Wertbriefe und Pakete 30 bis 40 Min. vor Abgang der Versande.

herein,

fcfiim

die «oh am Li.,( ,gea ^°°, L

Oktober,

nach W ies eckA l t e n-B u s e ck: 6*0» sSonntags Botenpost), (830-I-). (3-0»), (61+).

Krofdorf: 715» sSonntags Botenpostst (5i°»).

, S t e i n b e r g (4) t ü n i n g e n: (816»). 1

K l e i n - Li n d e n L ü tz e l l l n d e il: 630® sSonntags

in.

-cuduutz cintrtRte.V. i WWW ( > rv ME- naet-TchellsisM Ssund 38 Pfennig.

ptl Psd. 20»!

iteletts per M 35 A

l 60 fßffl. ,. cn- ßflr , -i-j-psundiL ebne w

Botenpostj, (Zio »).

Beiiii Postamt 1 treten die Schlußzeiteu im allgemeinen ein

... Der deutsche Autzenhandel in Kartoffeln

alrf Jtoar bisher alljährlich recht bedeutend; ec repräsentierte z. B. im ; 3 ihre 1910 einen Wen von rund 36 Millionen Mark, wovon ,Preises i aamäbernb 20 Millionen Mark auf die Einfuhr und etwas über Gervov» i ldF Millionen Mark auf die Ausfuhr entfallen. Ter Menge nach

n'nllinfW mif W bet im Jahre 1910 die Einfuhr 3106 520 Doppelzentner, die

Au» Statt und Land.

(Liechen, 10. Oktober 1911.

PostbeförderuttgH-Gelegcnhcitcn in Gießer» nach dem Winter-Fahrplan 1911/12.

Es bedeuten: Beförderung von Sendungen jeder Art, X an Sonn- und Feiertagen nur Befördenrng von Paketen und Ellbneisenbungen, Q nur Befördermig von Brieffendungen, nur Beförderung von Paketen, -f- Beforderimg von Briessendungen in geschlossenen Beuteln, () Benutzung nur an Werktagen. Alle nicht nut 4- und» bezeichneten Züge führen Bahnposten mit Brief- kastei'.

Zur Beförderung von Postfeudimgen werden folgende Züge benutzt:

a) in der Nichttrng nach Frankfurt (Alain): 24-®, 459Q, 613Ü, 65O + , 8>°lH, 8'5»», 10-1®, 1U-25»», 123, 1212»X, 2'-®X,><», 553», G15C®, IM», 822», 912», 921®, (101+).

b) in der Richtung nach Kassel:

liefert

ödnahres betragen:

Jan./Aug.

1911 1910

Einsuhr

Kartoffeln dz 2 131221

Wert in Alk. 13 405 000

Kartoffelstärke dz 382

Wert ui Alk. 8 000

schrieben:

Sehr geehrte Redaktion! Ihr Bericht über die Tagung essischen Anwaltskammer bedarf teils der Vervollständigung und R ichtigstellung, teils der Erläuterung. Ihre Leser erhalten ein falsches Bild, wenn sie nicht wissen, was hier zur Erläuterung ungeteilt sei: Der Vor st mW der Anwaltstainmec des Oberlandcs- g.richtsbezirks Darmstadt besteht aus 9 Personen und zwar je 3 ul den Lanogeridstsbezirteu Darmstadt, Mainz und Gießen (sog. ;-ritiel5abteilungcn). Es hatte sich daher der zweckmäßige Brauch I). rausgebildet, daß jede Trittelsabteilung für ihren Bezirk Vor- j löge machte und daß die Wähler der anderen Trittelsabteü ungen tiefe Vorschläge respektierten. Dieses Verfahren gciuäljrlciftetc . ninal, daß die Nächstbeteiligten, nämlich die Mitglieder einer ; iiticl»abteilung, nicht durch die ihren Verhältnissen sernersteheii- ;i Mitglieder eines andern bezw. der andent Bezirke majorisiert n urben, daß diesem Bezirke nicht eine Person als VorstandSmttglicd cafoütroiert wurde, die nicht das Vertrauen der Mehrheit des igelten Bezirks für sich hatte, sodann aber in langjähriger Er- fdjrung sogar, daß ausnahmslos nur solche Personen in den Vor- fLiitb gaväljlt wurden, die allem Parteistreit um ihre Person citlljoben waren und das 93 er trau en aller Kollegen besaßen. J-n geradezu oorbilblidjer Weise ist seither dieser ideale Zustand ungehalten ivorden. So wurde auch diesmal für den Landgerichts- b.-urt Gießen eine Vorversammlung des Lberhessischen Anwalts- iciuv abaehalten. die genau wie früher cinberusen worden war, nuö nad) deren Votum Herr Rechlsawvalt Gitgisd) der Haupt- i riainmlung der Kammer in Vorschlag gebracht wurde; mit seiner ! Wahl wäre der gedachte ideale Zustand auch für die Zukunft er- Ijaltcn worden. 9hm ist es anders gekommen, man hat das kost- ! baire Gut der Einigkeit preisgegeben unb iid) nicht auf seine Person geeinigt, obwohl auch die Herren Geh. Justizrat Joectel (Fried­berg) und Justizrat Zuckmeier (Mainz- für den bewahrten alten Brauch eintraten und obwohl auch alle für Herrn Justizrat Grüne­wald eintretenden Redner zugaben, daß Herr Rechtsariwalt Engisch bas Vertrauen aller besitze; man hat die Wahl des Herrn Iusiizral Grünewald durchgesetzt, obwohl er zugegebenermaßen nicht das Vertrauen aller besitzt. So ist eine Bresche in einen durch 30 Jahre wohlbewährten Brauch gelegt worden und man bat der Gleichberechtigung der Tritteisabteilungen den Todesstoß versetzt, lieber einer Personenfrage gab man die Einigkeit preis.

Berichtigen möchte ich noch, daß id) vorgeschlagen Hatte, man möge eS der Beschlußfassung des Kaminervorstandes anheintttellen, ob die Kammer nicht als korporatives Mitglied dem eingetragenen Verein zur Förderung zeitgemäßer Rechtspflege und Verwaltung Recht und Wirtschaft'^ mit einem Jahresbeitrag von etwa 50 Mk. l «treten solle. Von einer Spende an eine Genossenschaft war leine Rede.

djmibt von Groß-Gerau nacn Bensheim; der Tele^raphen- efretär M a 11 von Bensheim nad) Worms; die Ober-Postasfisten- ten P i e o von Osthofen nad) Worms, Ruppel von Lauterbach uad) Gießen, Schneider von Friedberg nach Darmstadt und Seibert von Bretten nad) Pfungstadt: bi? Pvstassistenten Aus- ] a r 11) von Lollar, 9)1 a n n von Groß-Umstadt, P fass vott Nidda, K. S d) ä f c r von Nierstein, W. S t a u t h von Sprend­lingen in Rheinhessen, Vogt von Altenstadt, G. Wagner I. von Butzbad) und Waller von Niedergeniünden nach Hannover, H. Geißler von Lainpertheim nad) Xanten, Hillen brand von Alzey nad) Tiedenhosen, H u ck von Bingen nad) Darmstadt, Ka 1 berla von Bad Bertrich nach Gießen, König von Mainz nad) Darmstadt, Lohrey von Gustavsburg nad) Ratingen, Pfleger von Groß-Felda nad) Issum, Schäfer von Muhl- Heim a. Rh. nach Bingen, G. Schmitt II. von Mühlheim a. Main nad) Hameln, Archiv ei ßgut von Tarmstadt-UebungS- platz nad) Hamburg, Theis von Düsseldorf nad). Cffcnbad), XI)raum von Siegen nach Friedberg und Weißbach von Bad-Nauheim nack) Hildesheim; die Telegraphenmed-aniker Lo­renz von Mainz nach Stettin und Münch von Stettin nad) Mainz. Etatsmaßig angestellt die Postietretäre G l e n z aus Köln in Darmstadt, Göbel aus Pfungstadt in Groß-Gerau unb Lipps in Cffcnbad); der Telegraphensekretär Nösinger in Mainz; die Postassistenten Kunze und May in^Darmstadt, Martin in Osthofen und Reidel in Mainz; die Telegraphen- gehilfinnen K e i 1 b a d) in Mainz und Lo r ey in Darmstadt. Uctertragcn: Ober-Postkassenhuchhalterstellen den Postsekretären N e i tz e l aus Stolberg und Schiebelbuth in Tamiftadt. Er­nannt zum Obcr-Postfelretär die Postsekretäre Bundschuh uni) Vogler in Darmstadt unb 9J? und) in Bingen; zum Ober- Telegraphensekretär Telegraphcnselretär Weber in Offenbach. Die P o st assi st en t enprü f u n g haben bestanden Postgehilfe Schenck in Ortenberg und Postanwärler Volz in Seligenstadt. Ange­nommen als Telegraphenanwärter Vizewachtmeister Milden - b er g er in Offenbach; als Postagentin Witwe R o ß in Egels- bad); als Telegraphengehilfin B l u in in Offenbach, K r e i n e r unb Nothjung in Mainz, K r ö ck in Gießen. Freiwillig aus- geschieden Regierungsbaumeister Sander in Darmstadt, Post- agent Wasenmüller in Egelsbad), die Telegraphengehilfinneir Bangert, Ruppel und Weber in Darmstadt, B u g n e r und Sprenger in Mainz, O e st e in Offenbach. In den Ruhe­stand tritt Obcr-Postkafsenbuchhalter Rechnungsral I ungmann in Darmstadt. Geswrben Ober-Postaffistent a. D. He ß in Nieder- Ramstadt.

** Versammlung vonWasserkraftbesitzem. In der am Sonnlag nachmittag hier abgehaltenen Versammlung von W a s s e r kr a f t b e | i tz e r n aus Hessen, die zahlreich besucht war, sprach Redakteur L. K o d) aus Duderstadt vom Verband mitteldeutscher Wasserkrastbcsitzer über Ziele und Ausgaben des Verbandes. Er führte aus, baß der Verband eine Vertretung des mitteldeutschen Wasserkraftwesens in seinem gesamten Um­fange darstellen sollte. Bau, Betrieb und Verwertung der Wasser- 1 raste, Sicherung der wasserrechtlichen Grundlagen der Benutzung der Wasserkräfte und damit im Zusammenhang stehende Mit­wirkung bei der Reform der Wassergesetze unb dem Erlaß von Verordnungen sei das Ziel des Verbandes, dem (id) die Hilfs- einrichttlngen auf dem rechts-technischen und gewerblich-industriellen Gebiete organisch eingliedern. Ter Verband bearbeitet alle von den Mitgliedern an ihn gelangenden Anträge kostenfrei bis zur Ausfertigung erster Instanz. Für die Verhandlung in den höheren Instanzen sorgt er sür Vertretung durch Anwälte und Sachverständige unb wirkt auf Gebührenermäßigung hin. Tas Verbanbsorgan,Tie Wasserkraft", erhält jedes Verbandsmitglied kostenfrei. Ter Verband ist in Zweigvereine geteilt; es sollen demnächst aud) solche für das Gebiet der Lahn, Schwalm, Fulda, Nidda, Wetter, Selz, Pfrimme, Veschnitz und Modau gegründet werden. Sodann verbreitete sich der Vortragende über das Eigen­tumsrecht an den Werkgräben, das der Fiskus durch Eintragung ms Grundbuch hin und wieder für sich zu erwerben suche, wogegen sich jeder durch Einsidstnahme ins Grundbuch rechtzeitig sichern müsse. Weiter sprach er über die Wiesen- und Grundstücks- bewässerung, in der mitunter eine über alles Maß hinausgehende' Jnanfpruchnahme des Wassers durch die Grundanlieger statt- sinde, die jedenfalls nicht den gesetzlichen Vorschriften entspräche. Besonders sei jetzt nach der ausfallenden Trockenheit der letzten Monate die Ableitung des Wassers so bedeutend, daß die Betriebe halbe Tage lang stilltegen müßten. In Hessen seien die Flüsse während der Dürre so klein geworden, daß ein so niedriger. Monatsdurchschnitt des Wasserstanbes, wie er für den letzten August festgestellt wurde, im Rhein und der Lahn überhaupt noch nicht vorgekommen sei. Tie meisten Wasserläufe Hessens seien so wasserarm geworden, daß die Mühlen-, Holz- und Eisen- rcarenfabriten, Elektrizitätswerke und sonstigen kleingewerblichen Anlagen wochenlang nicht hätten betrieben werden können. Der Verband hätte angesichts der offenkundigen Notlage der kleinen und mittleren Industrie Hessens eine Eingabe an das Staats-, minifterium gerichtet, worin er um Staatshilse nachgesucht und einen Steuernachlaß für das lausende Jahr vorgeschlagen habe. Hoffentlich komme die Staatsregierung diesem Gesuche nach, nach­dem sie aud) der Landwirtschaft umfassende Hilfe gegen die großen Schäden der Türre gewährt habe. Der Vorsitzende machte sodann den Vorschlag, daß der Vorstand des Verbandes eine Sammlung aller bestehenden Wässerungsgepflogenheiten und Zeiten ver- anlafsen solle, damit Anträge bei den Behörden über eine Rege­lung der Wässerung eingebracht werden könnten. Die Versamm­lung stimmte diesem Vorschlag zu. Weiterhin erörterte der Vor­tragende das Ableiten des Quellwassers durch die Wasserversor­gungsanlagen, wodurd) die Betriebe bei Niedrigwasser großen Schaden erlitten. Bezüglich der Uebcrftauung des Merkmals, die zumeist ohne Verschulden des Betriebsinhabers eintrete und die regelmäßig eine Bestrafung zur Folge habe, gab der Vortragende verschiedene Verhaltungsmatzregeln und berichtete sodann noch über die Neuordnung des Fischereiwesens. Ferner kam der Redner nod) aus die Neuregelung des Hessischen Wasserrechts zu sprechen. Zum Schlüsse erwähnte Herr Koch noch, daß bei dem augen­blicklichen Wassermangel bie Aufstellung eines Aushilssmotors nickst zu umgehen sei. Tie zahlreich Erschienenen erklärten aus­nahmslos ihren Beitritt zum Verband mitteldeutscher Wasser-- lraitbesitzer unter gleichzeitiger Bildung eines ZweigvereinS für Hessen.

Landkreis Giefzen.

-ll- Langd, 7. Oft. Vom 1. Oktober 1910 bis 30. Sept. : 1911 wurden in hiesiger Gemarkung 1130 Maulwürfe ; gefangen. Tie Fänger, meistens Schuljungen, erhalten sür jeden gefangenen Maulwurf 10 Prg. Der Hauptfänger heimste für 2öO Stück 25 Mk. ein.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Sprendlingen i. Rheinh., 7. Okt. Daß die Bäume zum zweiten Male blühen, ist schon oft dagewesen, = daß aber Reben zum zweiten Male tragen, wird wohl i seltener sein. Am Hause oes Herrn Fr. Schmitt befmoen sich = an einem Weiuftoüe bie zweiten aus gereiften

ab ort, 9. Okt. Ter bisherige Chef der Lissa- slolizei, Oberst Albert Silv eira, ist an Stelle Castros, der vom Amte zurückgetreten ist, zum iriegsminister ernannt worden. Nach hier ein» gelaufenen Nachrichten herrscht in allen. Teilen des Nordens Ruhe. Nur wenige Monarchisten sind im Distrikt Bra- günza zurückgeblieben.

Berlin, 9. Okt. Die hiesige portugiesische Gesandt­schaft erhielt von dem Minister des Aeußern aus Lissabon Mitteilung, in der es heißt: Die Ordnung ist im ganzen Lande vollständig hergestellt. Man kann alle revolu- J i i o n ä r e n Versuche der Royalisten als geschei­tert betrachten. Fast 500 Personen sind verhaftet worden unb werden in kurzer Zeit vor Gericht erscheinen. Tie D Regierung erteilte strenge Anweisungen, daß man in der i N ilje der spanischen Grenze keine Kämpfe liefern solle.

Redaktion, Expedition anb Druckerei: Schul- straße 7. Exvebuion unb Verlag: 5L

Redaklion:^^ 112. Tel.-Abru AnzeigerDleßen.

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

$ 10 Stück 68 f,;

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politische Tagesschau.

Zu Gerüchten über die Verschmelzung der beutschen Reformpartei und der wirtschaftlichen Vereinigung

schreibt man uns aus Berlin, daß tatsächlich nach dem Dode Liebermanns von Sonnenberg über eine Verschmelzung

t eiber Gruppen im Hinblick auf bie bevorstehenden Reichs- l-igswahlen verhanbelt wirb. Tie Verschmelzung soll kurz l or ben Wahlen erfolgen, damit der Wahlkampf der beiden : id)tungen erfolgreicher geführt werden kann. Die bisher m Aussicht genommenen Reichstagskandidaten sollen zu dieser Frage ebenfalls Stellung nehmen, wie auch die beiden Fraktionen demnächst sich mit der Angelegenheit befassen werden. *

Zur Bekämpfung der Schundliteratur

| wird das Reichsjustizamt, so sck)reibt man uns aus Berlin, eine Ausgestaltung des Gewerberechts vornehmen mit dem Zwecke, der Schundliteratur wirksamer entgegenzulreten. Tie Justizverwaltung ist der Meinung, daß dies größere Botteile zeitigen wird als eine Verschäriung des Strafgesetz-

I buchs in dieser Richtung.

Es ist zu bemerken, daß die Schundliteratur in Teutsch- I land bereits im ALnehmen begriffen ist, weil die Nachfrage I nachgelassen hat, daß aber auf kinematvgraphischem Ge- I biete ihr in gewissem Sinne durch die Aufführung von | Schauerromanen eine Nachfolgerin erstanden ist, die zu I bi tamp^n Sache der Behörden durch die Einführung einer I tiuematographischen Zensur sein wird.__________________

12310, 1£2»», 12®, 4_2», 7^3, 8"v, 10163, 1210», 129», Ü-o»O, b"<-»X, 81», 1O_»0, 11Ü0.

c) ui bet Richtung nach Ö l n :

420-1- ß47», 8^0, (123a® , (3-3»), 613», 10224-.

d) in der Richtung nach Koblenz:

422®, 613», 81"», 12"», (54-f-), b5ü-s-, 912».

e) in der Richtung nnd) y n l b a :

5£», RH + , (1213»), (21"+), (3+), (552 4. ), 922».

f) in ber Richtung nach Gelnhausen:

514», (8i8-s-), (12"»), (2i6>), 54», (S47-|-).

g) in ber Rtd)tnng nad) LollarGrün berg: 539®, (27»),

b) in ber Richtung nach R 0 bhei m (Bieber): Werktags: 522», IO20», l15», 622».

Sonntags: 83».

i) Lanbposten:

null P hll Hu* v Ausfuhr 3 050 240 Toppelzeutner betragen. Der geringe Ein- rf*® in 6 1 äahr-lieber schuß, der sich hierbei herausstellt, verwandel: iid) aber

uo9el1 unhP o-'ort in einen Ausfuhr-Ueberschuß, wenn man den recht be-

B r-KHi

1 482 479

2 369 211

1 146 222

9 325 000

14 428 000

5137 000

836

360 731

331 947

18 000

8 911 000

8 292 000