Ausgabe 
2.1.1911 Zweites Blatt
 
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befürchtet, mit drei

Meteorologische Beobachtungen der Station Stehen.

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es so ruhig 'wie nie 31 Vmschreiteil Veranlassung.

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* Karborundum»Brillanten. Das Sarborunbum wird im elektrischen Ofen aus einer Mischung von Sand, Koks, Sägemehl und Kochsalz hergestellt. Es ist, nächst dem Diamanten, bte riefte aller bekannten Substanzen und riet sogar den Ko­rund, den härtesten Naturstein nach dem Diamanten. Bis jetzt konnte nur Karborundum von dunkelbrauner oder schwarzer Farbe, eine Sour unverbundener Kohle enthaltend, Produziert werden, das für sSchmuekzwocke nicht verwendbar war. Neuerdings

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höchste Temperatur am 31. Dezember bis 1. Jan. + 8,3 *0.

Niedrigste . , 3L , , L , -V 0,8*0.

Niederschlag: 1,6 mm.

vüchertisch.

Die Silvesternummer 3522 der,L>lluftrierten Zei­tung", Leipzig, Verlag von I. I. Weber, ist besonders reich an Kunstblättern, da ist ein feingetöntes und feingestimmtes Aquarell Der letzte Tag des Jahres" von Mar Merker, ein verträumtes WinterbildIm Park", Gemälde von Fritz Bayerlein, eine groß« DoppelseiteAm Tore des Kastells" von Anton Hoffmann uni) von drei Spezialzeickmem des Blattes die Originalzeichnungen Prosit Neujahr" (F. Krenmayer),Weihnachtsmotette in dev Thomaskivche" (O. v. d. Wehl) unbWeihnachten in Bethlehem" (F. Matania). Mit zahlreichen Illustrationen geschmückt ist ein Beitrag über dieDeutsche Graphische Ausstellung" in Leipzig von Ernst Kiesling, von Pros. Bruno Kruse sehen wir seine neue Grupps Walküre" und von bemerkenswerten Neuschöpfungen der Archi­tektur das Cornelianum ht Worms und die Dresdner Handelskammer. An literarischen Gaben bringt das Heft einen illusttierten Artikel von Siegfried Samosch ,Lulia Alphonse Dau­det", Novellen von Luise Roth und C. Gerhard und Gedichte. Dazu kommen natur- und kulturhistorische BeiträgeUnter den In­dianern von Bolivia" von Erland Nordenskjold,Alte und neue Puppen" von A. Leopold,Eine neue Insel in der Provinz, Brandenburg" von Prof. Dr. Potonis. Auch der Spott und die Tagesereignisse sind mit besonderer Sorgfalt behandelt.

Kreis Schotten.

O Rebgeshain, 30. Dcz. Unser neues SchulhauS Tann, da sich die Arbeiten am Umbau verzögert haben, nicht wie ursprünglich vorgesehen war am 1. Januar, sondern erst mit Beginn des neuen Schuljahres seinem Zweck übergeben werden. Auch da? neue Schulgebäude in Feldkrücken, das in der Hauptsache sertiggestellt ijt, wird arm diese Zeit eingeweiht werden .

Kreis Friedberg.

x Bad-Nauheim, 30. Dez. Der VortragS- v er ein hat für den Januar drei Veranstaltungen vorge­sehen. Zunächst hält Kapellmeister H. PH. Hofmann einen Dortrag über Richard WagnersDie Merstersinger von Nürnberg"', dann gibt das Rebner-Quartetl zu Frankfurt a .M. einen Beethovenabend. Ende Januar wird Dr. Elbert

Ursache haben.

Ein Expedftionsaehilfe der fiskalischen Königsgrube in Ko­ni g s h ü 11 e unterschlug infolge von Bücherfälschungen 120 Eisen­bahnwagen Kohlen; er flüchtete nach der Schweiz. Ter Berg­fiskus erlitt einen Schaden von 15 000 Mark.

Der Dampfer 91 j; i m von London nach Westasrika ist,, wie ann Besatzung und vier Passa­

gieren untergegangen.

In dem Kohlenbergwerk Red-Jacket (Westvirgina) wurde durch einen ins Rollen gekommenen Wagen die Zimmerung beschä­digt und dadurch ein Nachstürzen von etroa Tausend Tonnen verursacht. Acht Bergleute wurden getötet.

Ein heftiger Erdst0ß wurde in San Francisco und in den Ortschaften nördlich und südlich der Stadt verspürt. Bis­her wurde kein Schaden gemeldet.

Durch eine Explosion im Trvckenraum der Pul­vermühle Wetteren bei Cent wurden acht Ar­beiter getötet. Ein Arbeiter wird vermißt. Der 'Sach­schaden ist nicht bedeutend.

Der des Diebstahls von 80 000 Dollars der Northern- Bank zu Newyork angeklagte Direktor Joseph Robin brach bei der Vorführung vor dem Kriminalgericht zu­sammen. Es wurde sestgestellt, daß er ein Zehntel Gramm Hyosein genommen hat, um sich zu vergiften.

hiS nach ein Uhr fröhliches Treiben, von zwei Uhr ab waren amtliche Wirtschaften geschlossen, obwohl kein polizeilicher Zwang bestand, und die Straßen wie auSgestorben.

k Butzbach, 31. Dez. Heute vormittag 10 Uhr fand im Rathause vor versammeltem Gemeinderat die Vereidigung und Dienfteinweisung des am 24. November 1910 zum Bürger­meister der Stadt Butzbach gewählten Herrn Karl F l ach III. durch Kreisrat Schstittchake statt. Vor der Vereidigung hielt Kreisrat Schliephake nach Beglückwünschung des Bürgermeisters c ne An­sprache, in der er erwähnte, daß die Gemeinde dem Gewählten durch die einstimmige Wahl volles Bettrauen geschentt habe, umsomehr, da sie Gelegenheft hatte, sich von seiner treuen und gewissenhaften Dienstführung während der einjährigen Versetzung des Dienstes der Bürgermeisterei zu überzeugen, wies auf die Wichtigkeit des Amtes, aus das Zusammenarheften des Bürger­meisters und Gemeinderats hin, sowie auch auf die Wahrung der Interessen des Staats. Alsdann gedachte er der Verdremtt des ausgeschiedenen Bürgermeisters Bernhard Kücbel IV. unb sprach seinen herzlichsten Dank für dessen treue Dienstleistung aus. Bürgermeister Flach versprach sein 91 mt treu und ge­wissenhaft zu führen, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß unter seiner Verwaltung die Stadt blühen und gedeihen möge und der Gemeinderat ihm bei allen schwierigen Fragen mit Rat und Tat beistehen möchte. Das älteste Gemeinoeratsmitglied Dr. Vogt versprach dies im Namen der Gemeinderatsmitglieder zu tun. Hierauf wurde folgendes Schreiben an Bürgermeister Bernhard Küchel IV. beschloßen:

Ter Gemeinderat hat heute unter dem Vorsitz des Herrn Kreisrat Schliephake einmütig beschlossen. Ihnen am heutigen Tage zu Ihrem 70 Geburtstage die herzlichsten Glückwünsckft' und Ihnen für Ihre treu geleisteten Dienste als Bürgermeister den herzlichsten Tank auszusprechen, mit dem Wunsche, auch fernerhin für das Wohl der Stadt mftwirken zu wollen.

Starkenburg und Rheinhessen.

R. B. Darmstadt, 1. Jan. Professor Rudolf T r ü m - ) e r t ist heute früh im 63. Lebensjahre plötzlich gestor- ) en ; er hatte dem regelmäßig des Morgens erscheinen­den Milchmann die Tür geöffnet und Neujahrsglückwünsche ausgetauscht, als er von einem Herzschlag getroffen wurde und dem Manne tot in die Arme siel. 'Professor Trümpert hatte Theologie studiert und war zuerst als Pfarrer in Rödelheim tätig. Später war er lange Zeit Stadtpfarrer in Darmstadt. Dann trat er in den Schul­dienst ein und wirkte zuerst als Religionslehrer am hie­sigen Ludwig-Georgs-Gymnasium, dann am Neuen Gym­nasium. Der Verewigte machte den Feldzug von 1870/71 mit und war Ehrenmitglied des Kriegervereins, in dem er, wie auch bei großen vaterländischen Festen, die Zu­hörer stets durch seine lebendigen, warmherzigen Worte zu begeistern wußte. Er war lange Jahre'hindurch Schrift- ührer des Hessischen Hauptvereins des Gustav-Adolf-Vereins und wurde im Jahre 1907, nachdem der Vorsitzende, Geh. Oberkonsistorialrat Nebel zum Präsidenten des Oberkon­sistoriums berufen wurde, an dessen Stelle einstimmig zum Präsidenten des Gustav-Adolf-Vereins gewählt. Professor Trümpert war ein allgemein hochgeschätzter Mann, dessen plötzliches Hinscheiden aufrichttg bedauert wird. Die Gattin des Verstorbenen ist eine Tochter des Kammerdirektors Justtzrat G e v a e r in Assenheim. Tas Landes- mufeum wrro demnächst eine sehr schätzenswerte Be­reicherung erfahren durch dre Herausgabe eines wissenschaft­lichen illustrierten Katalogs der wertvollen Gemälde­galerie, der von dem Direktor der Kunst- und historischen Sammlungen des Landesmuseums vorbereitet wird. Zur Vollendung der umfangreichen Vorarbeiten sind noch meh­rere Studienreisen notwendig, um über alle wichtigen äl­teren Gemälde, die keine einwandssreie Künstlerinschrift tragen, ein abschließendes, den Stand der heutigen For­schung entsprechendes Urteil zu erhalten. Zu diesem Zweck wird im Staatsvoranschlag für 1911 der Betrag von 2000 Mark angefordert; ferner ist nach der Fertigstellung der inneren Einrichtung für die beologisch-mineralogische Ab­teilung die feste Anstellung eines Gehilfen notwendig ge­worden. Die Gesamtanforoerung für das Landesmuseum beträgt für 1911 101251 Mk., d. s. 3300 Mk>. mehr, als im Vorjahr. Neben den persönlicben Ausgaben von rund 50 000 Mk. entfallen von den sachlichen Ausgaben 16 000 Mark auf Vermehrung der Kunst- und naturwissenschaft­lichen Sammlungen und 33 232 Mk. auf Unterhaltung und Beaufsichtigung der Sammlungen, Verwaltungskosten usw.

= Schönberg, 31. Dez. Die Prinzessin Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode, geborene Prinzessin zu Erbach-Schönberg, wurde gestern in Rom von einem ge­sunden Knaben glücklich entbunden.

!m. Offenbach a. M., 1. Jan. Eine Beleidigungs­klage des Bürgermeisters Dr. Düllo gegen Rentner Franz Moller kommt am Freitag, 6. Januar vor der Strafkammer in Darmstadt zur Verhandlung. Den Anlaß zu dieser Klage bilben beleidigende Aeußerungen des ehemaligen Stadtverordneten­kandidaten Moller, die dieser in einer bürgerlichen Wählerver^ sammlung gegen den Bürgermeister gebrauchte und die etwa fol­genden Wortlaut hatten: Die (die frühere sozialdemokratische Mehrheit) haben einen Mann gewählt, der weder Pflicht noch Ehrgefühl genug besitzt, daß er wenigstens versucht, durch Fleiß und Pünktlichkeit das wieder gut zu machen, was er der Stadt an Schaden zugefügt hat. Dem 9lusgang dieser Belei­digungsklage sieht man in allen Kreisen mit großer Spannung entgegen. Gegen den Beigeordneten Walter und den Vor­steher des städtischen Kanalbcniamtes Ingenieur K 0 l l 0 g e soll nach dem Beschluß des Kontrollausschusses das Disziplinar­verfahren eingeleitet werden, nachdem die eingehende Unter - fudjung in der Kanalaffäre ergeben hat, daß in dieser Sache große Fehler und fahrlässiges Handeln zum Schaden der Stadt vor­liegen. Der Ausschuß stellte sich in seiner Mehrheft auf den Standpunkt, daß das Ziel der Untersuchung auf Dienstent - lassung geriefte! werden müsse. Im Jahre 1910 wurden 182o Kftwer geboren, 1007 Paare aufgeboten und 606 Ehen ge­schlossen. Außerdem wurden 999 Sterbefälle gemeldet.

d. Mainz, 1. Jan. Die Sache mit dem Eckenheimer Bäckermeister Vogt hat sich etwas anders herausgestellt, als ursprünglich gemeldet worden war. Nicht für eine dor­tige Firma sollte er den Wechsel bezahlen, sondern für Mehlschulden, die er selbst bei einer hiesigen Firma hatte. Vogt war mit den 10 000 Mk. fortgegangen und ist seit dieser Zeit verschwunden. Die Firma hat das Geld nicht erhalten. Bis heute ist Vogt nicht nach Eckenheim zu­rückgekehrt.

ch Bingen, 1. Jan Ein Matrose des Köln-Düsseldorfer DampfersArndt" fand heute morgen auf der Landebrücke einen Paletot, einen Stock mit weißem Gttff und einen Hut. In einer Tasche des Paletots fand sich ein Zettel mit der Aufschrift: Schmftt, Rheinstraße 4. Wie feftgeftellt wurde banbelt es sich um den Telorateur Friedrich Schmitt aus Karlsruhe, der hier beschäftigt war. Es wird angenommen, daß er sich er­tränkt hat.

DonderGernein de-Einkommensteuer be­frei t sind die Pflichtigen mit einem Einkommen von we- tiiger als 500 Mk. in Hessen nur in den Gemeinden Auer- bach, Bensheim, Bingen, Friedberg, Gießen, Jugen­heim, Ofjenbach und Worms; in allen anderen Gemeinden ist jedes Einkommen steuerpflichtig, und zwar beträgt für das Steuerjahr 1910 bei einem steuerbaren Einkommen von weniger als 300 Mk. die Zahl der Pflichtigen 10 097, von 300399 Mk. sind es 10 312, von 400499 Mk. beläuft sich die Zahl auf 9863. Aus die zweite Abteilung, d. h. die steuerbaren Einkommen von 500 bis 2600 Mk. ent­fallen nur 72 Pflichtige, auf die erste Abteilung, die Ein­kommen über 2600 Mk. umfassend, gar nur 32. In diesen beiden Abteilungen ist ein Rückgang gegen das Vorjahr zu verzeichnen, der sich im wesentlichen erklärt aus dem Doppelsteuergesetz vom 22. März 1909, nach dem die im Großherzogtüm wohnenden nichthessischen Beamten nun­mehr nicht nur zur Gemeinde-, sondern auch zur Staats­einkommensteuer veranlagt werden. Des weiteren kommt in Betracht, daß alle Pflichtige, die in verschiedenen Orten Hessens zur Gemeindeeinlommensteuer veranlagt sind, nur einmal gerechnet, und daß die Pflichtigen, die an einem Orte zur Staatseinkommensteuer an anderen Orten aber nur zur Gemcindeeinkommensteuer veranlagt sind, unberück­sichtigt gelassen wurden. Insgesamt beträgt danach die Zahl der Pflichttgen 30 376, von denen 44 juristische Per­sonen sind und die zusammen 80 279 Mk. Gememde-Mn-- rommensteuer zahlen.

** Der Sch i klu b Wintersport Gießen ver­anstaltet feinen erften Schikursus vom 2. bis 8. Januar auf dem Hoherodskopf und im Oberwald, nachdem es ihm gelungen ist, anstelle des Herrn Carl I. Luther Herrn And. Höher aus Norwegen als Kursleiter zu gewinnen Die Kursordnung wird unverändert durchgeführt, und da der Kursus hauptsächlich für Anfänger bestimmt ist, genügen 34 Tage vollständig, da sonst leicht Uebermübung ein­treten kann. Deshalb nimmt der Klub, wie aus der heu­tigen Anzeige ersichtlich ist, nost weitere Anmeldungen ent- «egen.

♦♦ Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus: Frankfurt a. M. (Viehhof); Kreis Hagenau; Heerde, Regierungsbezirk Hannover; Sproetze, Regierungsbezirk Lüneburg; Insel de, Regie» jxungsbezirk Hannover.

Landkreis Gießen.

sch Heuchelheim, 1. Jan. Das Schießen in der NeujahrSnacht hat sich hier diesmal außerordentlich verm i ud er t. Da auch die vorhergehenden Jahre eine stete Abnahme wahrnehmen ließen, so ist zu hoffen, daß dieser Unfug bald ganz aushört. Fröhliches Treiben herrschte in allen Wirtschaften, vornehmlich da, wo die Jugend vor­zugsweise verkehrt.

------Garbenteich, 1. Jan. Am nächsten Sonntag nachmittag sindet hier in der WirtschaftZum grünen Baum* dieJahreLversammlung des oberhessischen Schäfervereins statt.

4 2id), 1. Jan. Der Eintritt ins neue Jahr vollzog sich dieses mal wieder viel lebhafter als in den vorauSgegangenen Jahren. Die zwei VergnügungsklubS Fidelia" undLiderlichkeit* hatten Musikkapellen engagiert, mit denen sie beim Jahreswechsel die Straßen durchzogen. Recht viel wurde auch wieder, trotz des tatkräftigen (Sin- greifens dec Gendarmerie und Polizei, mit Feuerwerks- körpern umgegangen. Zu beklagen ist eS nur, daß rohe Menschen sie auch in unmittelbarer Nähe der Kirche fort­gesetzt zur Entzündung brachten, um den ernsten Silvester­gottesdienst und die sich daran anschließende Feier des heiligen Abendmahls zu stören. Der Tu rnverein ver­anstaltete mit Rücksicht auf die vielen Abendunterhaltungen, die in letzter Zeit hier stattfanden, heute abend nur einen Familienabend in Form eines Tanzkränzchens in seinen Räumlichkeiten. Die Zöglinge des Vereins stellten unter Leitung des ersten Turnwarts Fr. Schmidt Pyramiden, die gut ausgesührt wurden und allgemeinen Beifall fanden.

4 Lich, 30. Dez. Der Volksbildungsverein, der jetzt ein Jahr besteht, entfaltet eine reiche Tätigkeit. Neben Volksunterhaltungsabenoen und belehrenden Vor­trägen wirkt er vor allem durch die Bibliothek, die sich seit der kurzen Zeit ihrer Gründung bereits einer ffo fleißigen Benutzung erfreut, daß wöchentlich zweimal Bücher­abgabe erfolgen muß. Die Bibliothelsstuuden werden Mittwochs abends und Sonntags mittags vom ersten Vor­sitzenden, Forstrat Dr. Tieffenbach, im Hellwigschen Hause, in dem die Stadt einen Bibliotheksraum zur Verfügung gestellt hat, abgehalten. Neben der Rodelbahn an der Hardt ist seit gestern auch auf dem alten Festungswall am Obertor, wo früher, als man vorn Rodeln hier noch nichts toufete", die Licher Jugend ihren Schlitten fuhr, der Rodel­sport wieder ausgenommen worden und zwar im GJcgen* satz zu früher von alt und jung. Die Bahn wird haupt­sächlich von ben Bewohnern der Oberstadt und besonders in den Abendstunden benutzt.

Kreis Lauterbach.

= Wernges, 1. Jan. In der Neujahrsnacht kam es Kwischen zwei hiesigen Burschen zu Streitigkeiten, wobei der eine von seinem Gegner einen gefährlichen M e s s er stich in die Lendengegend erhielt, so daß er in das Lauter back; er .Krankenhaus verbracht werden mußte. Der Täter will in Notwehr gehandelt haben, da er von dem anderen auf der Straße verfolgt wurde und sich bedroht jsthlte.

über die Frankfurter Sunda-E^pedi.ion sprechen. Eine neue Rodelbahn, die sich in tadellosem Zustand be­findet, ist am Winterstein von Förster Bormuth angelegt worden. Die Bahn ist ca. D'g Stunde von hier entfernt und führt vom Sinter ft ein hinunter bis zum Forsthaus, sie ist weniger gefährlich als die Johannisberabahn

m Friedberg, 1. Jan. In der Neufaprsnacht war es so ruhig wie nie zuvor. Tie P-olrzei hatte kaum zum Gn schreit en Veranlassung. In den mciften Wrrtfchasten war

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ist eS jedoch oeümgett, farblose durchsichtige Karborundumkriftalle zu erzeugen, deren Lichtbrechungsvermögen sogar noch größer als das des Diamanten ist. Man erzielt diese Kttstalle, indem man den elektrischen Ofen mft 30 Teilen reiner Kohle, 37 Teilen Quarz, 9 Teilen Sägemehl und 4 Teilen Salz beschickt. Durch Beifügung einer geringen Menge Metalloryd, z. B. Chromoxyd, wird jede Farbenspur entfernt. Da die Lichtbrechungskraft des Diamanten eine seiner wettvollften Eigenschaften bildet und die Karborundumkriftalle diese in noch höherem Maße besitzen, bunten die neuentdeckten Edelsteine zu ernstlichen Konkurrenten des Dia­manten werden, besonders, wenn sie erst in geeigneter Große hergestellt itni) zu Brillantform gesteiften werden können.

* Der Radiumgehalt der Luft, lieber den Gehalt an Radiumemanation in den niedrigen Schichten der 9ltmosphäre und seine Acnderuna mit der Witterung hat Jahn Sallerly in Cambridge Untersuchungen vorgenommen, deren Resultate bit Naturw. Rundschau" mitteilt. Um die Emanationsmenge zu messen, wurde ein bekanntes Quantum Luft über pulverisiert« Kokusnußkohle gtteftet, wobei die in der Luft enthaltene Ema­nation absorbiert wird. Die absorbiette Emanation wurde hierauf durch Erhitzeit zum Entweichen gebracht und gemessen. Der Gehalt an Emanation war gewölmlich am fleinften bei windigem, feuchtem Wetter und niedrigem Barometerstand, am größten bei trockenem Wetter mit leicht wechselnden Winden und hohem Barometerstands Eine Abhängiateft von der Jahreszeit wurde nicht beobachtet. Da­gegen zeigte lich der Ernanationsaehalt davon abhängig, ob die Luft vom ßNeer gegen Cambridge strich oder längere Zeit in Ruhe über Land lagerte. Im ersten Fall war der Emanationsgehalt ge­ringer, im zweiten Fall höher. Die vorhandene Radiumemanationl erzeugte pro Kubikzentimeter freier Luft und Sekunde durchschnitt­lich 2 Jonen, was der von Thoriumemanation erzeugten Jmen- zahl entspricht. Der kleinste gefundene Wert betrug 0,7 Ionen, der größte 7 Jonen.

Kleine Tageschronik.

Der am Donnerstag nachmittag gegen 5 Uhr unter Führung des Rechtsanwalts K r 0 h s in Charlottenburg zu einem Dauec- fluge aufgestiegene BallonHildebrand" wird vermißt. Bei dem 9lufstieg äußerte der Führer, der Wind sei ungünstig und man müsse darauf gefaßt fein, nach der Ostsee abgetrieben zu werden. Für diesen Fall wolle er nach kurzer Fahrt mit dem Ballon niedergehen.

Als Nachfolger des verstorbenen Generals von Spitz ist zum Vorsitzenden des Preußischen Landes-Kriegerverbandes und des Deutschen Kriegerbundes General von Linde- q ui ft, Generaladjutant des Kaisers, ernannt worden.

Auf der westfälischen ZecheM a x i m i l i a n" bei Hamm ist inSchacht 2", der etwa 600 Meter abgeteust wurde, wieder eine Quelle angebohtt worden. Das Wasser steht bereits über 100 Meter im Schacht.

Das Bergwerk in Nieder-Welbendorf, Kreis Sau* ban, wurde mit sämtlichen Maschinen und Gebäuden durch Feuer zerstört. Es wird angenommen, daß-B r a n d st i f t u n g vorliegt.

Ter preußische Justizminifter hat den ihm nach­geordneten Behörden die nachdrücklichste Verfolgung der Nahrungsmittelfälscher zur Pflicht gemacht.

Bei der Pariser Nordbahn droht ein neuer Streik aus- ^ubrechen, well von einem Abteilungschef die Sammlung für die notleidende Frau des nach Belgien entflohenen Hauptführers der letzten Stretkunruhen untersagt wurde.

Bei Eintritt der Dunkelheit unternahm das Reklameluft­schiffP. 6" am Silvester seine erste Fahtt über Berlin. Das Luftschiff kreuzte über den verschiedenen Stadtteilen, b.sonders über der Friedrichstadt. Von der Gondel, an deren Rand zahlreiche elektrische Lampen angebracht waren, wurden die unteren Flächen des Fahrzeuges mit Scheinwerfer beleuchtet, die die WorteProsit Neujahr" in. gewaltigen Buchstaben deutlich zeigten. Das Schiff fuhr in mäßiger Höhe und erregte ungeheures Aufsehen.

Im Hygienischen Institut zu Hamburg wurden mit zahl­reichen Margarineproben der MarkenBacka",Luisa" und Frischer Mohr" aus der Fabrik der Altonaer Margarine­werke Mohr u. C0. Altona-Ottensen ausgedehnte Versuche an Hunden angestellt. Die Hunde erkrankten. Durch chemische Untersuchung wurde festgestellt, daß in der Margarine ein Car* damomöl genanntes Fett zur Verwendung gekommen ist; da anorganische Gifte, wie Pflanzengifte, nicht ermittelt wurden, muß die Gistigkeft in der Zusammensetzung des Fettes ihre

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