Ausgabe 
2.1.1911 Zweites Blatt
 
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Ar. 1

i. z

Die Lokomotive als Vo g e l m ör d e r i n. AuS Stratz- burgi.E.ivirb den*1)1.91 gVgefchricben : Der Lokomotivführer Breck- beuner Strabburg) erbebt in der hiefiqen ..Bürgerzeitimg" gegen die Lokomotiven fchnell'ahrenber Giieiibobn^üge Anklagen, iubcm er sie des MassenrnorbeS unter der Singvögelivelt bezicktigt. ynnderte von Vögeln allerArt faden im Dionat einer einzigen Eil- zuge-lokoinolive zürn Opfer. Nach einer Wrt mit dem Lloyd- Erprob 173 von Strabburg bis Ludwigsbafen unterzog Breck- beinier die Maschine, die er geführt batte, einer eingebenden Unter- iuclning und kam dabei zu folgendem überrafcbeiibeii Refullal: Bor der Rauelikammertür mib im Lanfackfen-Ausban waren 2 Stäub­chen, 1 grünfübigesMobrHnbn, 1 Drossel, 2 Grasmücken, 1 Gold- ammer,' 1 Hänfling und 1 Grünfink festgeklemmt. Im Aschen- kastengitter bingen 2 stark beschmutzte, Halb verkohlte Kegelschnäbler. Da der genannte Lloyb°Exvreb in den frühen Nlorgenstunden ver­kehrt, wird ziim Teil wohl die geringe Helligkeit verlirsacht haben, dab Io viele Vögel an bet Vlasehine anrannten und habe, gelöiet wlirden. Unter der dlmiahme, dab nur 10 Proz. der gegen die Vlaschinc geflogenen Vögel an dieser hängen blieben, roährenb der Rest abfiel, wächst die Zahl der Opfer ganz erheblich. Diese er­höbt sich noch, wenn man bedenkt, dab in der Brütezeit die Eier der getöteteii Vögel eingehen. Je schneller die Züge, befio zahl­reicher die Vogelleichen. Tnrch die 95 Kilometer-Geschwindigkeit, die bec Lloyd-Expreß in der Stunde fteQeiiroeife entwickelt, ließen

Erscheint KgNch mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener Kamilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweunal.

26. Robert Giese, Hauptmann und Kornpagnieckm im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm, in Gießen, 49 I. 28. Joseph Otto, Hauptmann

Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^>5L RedaktiomT^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen-

Montag, 2. Januar M

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Und wenn der deutsche Riese sich auch einmal besänne und die vielen großen und kleinen Künstler-Genies Musik-Polens ab­lehnte?! Keine Bange! So kleinlich, wie Herr Krapülmski, ist der Michel nicht!

Es ist in der Praxis gar nicht so leicht, im deutschen Bundes­bruderstaate Oesterreich ein Deutscher zu sein.

So erzählte man mir unter anderem in Triest, der Residenz eines wahrhaft fürstlichen Statthalters, dieRiunione Adriatica", die Tausende Deutsche zu ihrer Klientel zählt, habe sich aus dem Grunde geweigert, ein Plakat meines Vortrages an dem Bretter­zäune i^es Neubaues anbringen zu lassen, weil man vergessen! hatte, den deutschen Text ins Italienische umzukrempeln! Wie ich überhaupt jeden Tag meine Plakate wieder tns Deutsche rückübersetzen lassen mußte, um zu wissen, welches Programm ich. vorzutragen hatte. Mein Jrnpresario hat polnische, froatiidje, ungarische, italienische, tschechische Uebersetzungen anserttgen lassen müssen.

O, du mein Oesterreich! Verfl . . . deutsche Sprach'! Heilige Zensur! Still und dankbar neige ich mein Haupt vor dir, grimdgütiger, lieber, weiser Berliner Zensors

den Botschaftern vor.

Berlin, 1. Jan. In der Neujahrsnacht wurden 134 Personen sistiert, ungefähr die gleiche Zahl wie in den Vorjahren. *

Kaiser Franz Joseph leidet, wie aus Wien gemeldet wird, an einem leichten Schnupfen, der ohne Bedeutung !ift und weder von Husten noch von den allergeringsten Fieber- Erscheinungen begleitet ist. . Auf dringenden Wunsch des Leib­arztes unterblieb am Sonntag wegen des scharfen Windes mit) der winterlichen Kälte die fast alltägliche Fahrt in die Hofburg. Der Kaiser verbrackfle den Tag in Schönbrunn. Auch die am Neujahrstag übliche Gratulationscour der Erzherzöge fiel weg, damit der Kaiser sich einige Schonung auferlege und sich vor den anstrengenden Ansprachen bewahre. Daß diese Maßregel nur aus großer Vorsicht erfolgt, beweist der Umstand, daß um 6 Uhr Leim Kaiser das am Neujahrstag übliche Fcuniliendtner statt- findet. Die allgemeinen Audienzen sind abgesagt, die besonderen Audienzen nicht, weil sie weniger anstrengend sind als die ftunden- langen allgemeinen Audienzen. Dies zeigt am besten, daß nicht der mindeste Grund zur Besorgnis vorliegt. Man hofft, daß der Schnupfen in einigen Tagen beseitigt ist.

Ofenpest, 1. Jan. Die Mitglieder der Regierungs­partei begaben sich gemeinschaftlich zum Ministerpräsidenteiri Khuen-Hedervary, um ihm zum Neujahrstage ihre Glück­wünsche darzubringen. Der Ministerpräsident sagte in feiner Erwiderung auf die Ansprache des Parteipräsidenten Perczel, die wichtigste Vorbedingung der großen Aufgaben der Zukunft bilde die Eintracht zwischen Krone und Nation, sowie das Ein­vernehmen mit Oesterreick?, mit dem Ungarn durch unlösliche Bande des Gesetzes und der Geschichte und durch die Einheit der Dynastie verbunden sei. Ter Ministerpräsident wies dann

sich sogar Schwalben und Fledermäuse, die geschickten Flngkiinstler im Kuroennehrnen, irritieren und liefen der todbringenden Loko­motive m die Räder. Nabt ein Zug, so werben die Tiere durch bas Geräusch beunruhigt und fliegen auf dem kürzesten Wege zum Nest zurück, alle Vorsicht vergessend, oft direkt an den vordersten Maschinenteilen zerschellend. Die meisten Toten liefern die schwer­fälligen Sperlinge: bann kommen die Pfriemenschnabler, die denen Säuger und Jnsekteuvertilger, wie Bachstelzen, Amseln, Drosseln, Grasmücken, Finken, Lerchen, Meisen.

Ein b i s h e r u n b e k a n n t e S S y m v t o m b e i Links­händern. Tas Uebergewicht der reckten Kbrperhälfte über bte linke, dessen auffälligste und meisterörterte Ersckeiuung die Rechls- hänbigfeit ist, gibt sich befanntheb auch in der uiiberounten Bevor­zugung anderer Organe der rechten Seite in eigentümlicher Weife kund. Auf eine bis dabin noch unbekannte, Höckft mterehantc Er­scheinung beim Auge, die auf die nämltcbe Ursache zurückzufuhren ift, bat der bekannte Kliniker O. Rosenbach vor einigen Jahren biiigewiesen. Man betrachte mit beiden Augen irgend einen Gegen­stand, z. B. den ,entrechten Pfosten des Fensterrahmens, und üci> suche ihn dadurch mit dem Zeigefinger zu verdecken, daß man den Finger in einiger Entfernung vom Körper senkrecht vor die Augen hält. Schließt man nun das rechte Auge, so steht man zu seiner Ueberraschuug, daß der Finger, den man in der Verlängerung der mittleren senkrechten Ebene des Körpers glaubte, sich rechts von dem P'osten befindet. Schließt man dagegen das linke "Auge, so verdeckt für das rechte der Finger den Pfosten. Alan sieht daraus, daß bei demSehen mit beiden Augen" das rechte bad lieber- gereicht bat und baß wir uns unreillkürlich nach ihm richten. Der Berliner Augenarzt Dr. Enslin hat nun diesen Versuch bei einer Anzahl von Linkshändern angestellt und ist dabei zu dem Ergebnis gelangt, daß bei ihnen augenscheinlich für das linke Auge öUer eine Vorherrschaft besteht. Wie seinem Bericht in derMünchener Medi­zinischen Wochenschrift^ zu entnehmen ist, brachten unter ö8 Links­bändern mit gleich guter Sehickärfe auf den beiden Augen zwanzig bei wiederholter Prüfung regelmäßig den Fmger zwischen das Imke Auge und das m der Ferne fixierte Objekt: Menschen nut ungleicher Sehschärfe nahmen jcbeSmal das Bild des Auges, nut dem sie die bessere Sehschärfe hatten. Bei der großen Regelmäßigkeit, mit der sich das Rosenbaeh'sche Phänomen an Rechtshändern nacbreeücn läßt, ist eS jedenfalls kein Zufall, daß mehr al5 cm Drittel der Linkshänder auch Hierin das den Rechtshändern entgegengesetzte Verhalten zeigen, und man kann dem Wunsche des Autors, daß diese merfivürbige Anomalie an einer größeren Zahl von Links- häiibctn nachgeprüst werde, mir betpflichteit.

wieder bei Muttern.

Von M arcell Salzer.

Der bekannte Vortragsmeister, der demnächst auch wieder TU nns kommt, veröffentlicht folgendenRückblick auf eine Vor-

Ick? bin von einerTournee" durchs österreichische Vaterland wieder nach Preußisch-Berlin heimgekehrt. Endlich!

. Heute erhielt ich Zensurmaterial aus Lemberg zurück. Es war alles gnädigst bewilligt worden, mir in demEisberg" Henry F. Urbans war aus dem Satze:Da lachte die schöne! Polin und sagte: Bitte, holen Sie mir doch eine Tasse ^ee! die Stelle gestrichen worden:Bitte, holen Sie mir doch eine ' Tasse Tee!" Es ist nicht auszudenken, was geschehen wäre, 'hätte ich den Satz gesprochen:Bitte, holen Sie mir doch eine Lasse Tee!" Nun wäre Polen endgültig verloren gewesen., Das war noch nicht alles. .

Während der Lemberger Vorlesung war ich von einem Polizn- sNvmmissar und einem Detektiv bewacht und nach der Vorlesung! rfourbe ich zu hochnotpeinlichem Verhör und Protokoll in die '.Polizeidirektion geführt. Ich hatte Tags vorher in Czernowitz teilte kleine böhmische Anekdote erzählt, und der Arm der Polizei- Lirektion in Czernowitz reichte bis nach Lemberg oder rcidjtcn die Lemberger Obren bis nach Czernowitz? Wer tveiß es! Um 11 Uhr nachts dunste ich in idealer Konkurrenz mit Dirnen, wüsten Gestalten und anderen Koryphäen des polizeilichen Wartezimmers' -auf die Vernehmung durch den Gewaltigen harren. Nachtasyl- Milien.

Aber wir drei, ein fideler österreichischer Hauptmann, der sich die Begleitung nicht nehmen ließ, mein Jnrpresario und ich, macksten Studien und ließen uns unsere Stimmung nicht ver­derben. 25 Kronen Strafe brummten mir die Polen auf, in, chock>edler Solidarität mit böhmischem Nativnalgefühl, das sich lettoa in der Anekdote gekränkt fühlen konnte, und dabei beginnt .es in Prag zu tagen! Die beiden Lager fangen an, vernünftig zu werden. Es gibt bereitsutraguisttsche" Lokale, Säle, wo .deutsche und tschecknsche Vorträge ftattfinben dürfen!! Vor meiligen Tagen erst las ich im Saale der PragerLophien-Jnsel", w« [feit Jahrzehnten kein deutsches Wort mehr erklungen war. Zn> meinen Vorträgen L-mmcn f eingebildete Böhmen, tschech'sche Beau- 16s und Universitätsprofesjoren, ein wundervolles Publi- jkum, das des Lemberger Schutzes füglich nitraten kann.

Und sie wollen es halt nicht, die Herren in Galizien, das Deutsche, noch weniger dasPreußische" und alles, was aus i Berlin kommt. Aller Sympathie und neutraler Courtoisie haben Sie sichenteignet".

Januar 6. Kommerzienrat C. A. Micheli, Präsident des Deutschen Hilfsvereins in Paris, 85 I. (gdi. in Mainz). 12. Hch. Stein, Bürgermeister in Kesselbach, 71 I._^6. Frei­herr Karl Schenck zu Schweinsberg-Wäldershauien, Großh Oberst- Kammerherr a. D. iund Schriftsteller, in Frankfurt a. M., 74 I. 25 Karl Leydhecker, Oberstleutnant a. D. ui Darmstadt, 65 I. 28. Adolf Müller, Oberförster i. P.» Dramadichter und namhafter Schriftsteller aus dem Gebiet der Vogelkunde, in Darm­stadt, 89 I. 29. Fatum, Bürgermeister in Wohnbach, 72 I.

Februar: 2. Freiherr Ludwig von Senarelens-Graney, Großh. Kammerherr, Geheimrat und Provinzialdirektor der Pro­vinz Starkenburg, in Darmstadt, 70 I. Sanbmanit, Bürger­meister in Nieder-Seemen. 17. Joseph Menges, Afrikareisender, in Buchschlag.

März 4. Ernst Schierholz, Oberlehrer und Professor in Gießen 21. Wich. Herzberger, Laiidgerichtspräsident, tn Darmstadt, 60 I. 25. Ferdinand Briegleb, Pfarrer i. P., tn Darmstadt, 92 I. Frhr. v. Waldeiifels, Generalmaior, von 1902 bis 1906 Kommandeur des Leibdragoner-Regiments Nr. 24. 26 Karl Poseiner, Geh. Oberbaurat, in Darmstadt, 67 I. Kommerzienrat Wecker, Mitglied der Handelskammer und des Provinzialausschufses, in Offenbach. Otto Schädel, Geh. Lchul- rat zu Worms, in Gießen. . .

April 1. Fr. Joseph Hensel: Dekan, in Ober-Ingelheim, 67 I. 6. I.' B. Heinrich, kath. Pfarrer, tn Mainz. 17. Waldemar Lobo da Silveira, Graf von Oriola, Reichstagsabge­ordneter, in Berlin, 55 I. 23. Dr. Peter Heinrichs, Ober­lehrer, in Mainz, :63 I. 24. Joh. Konrad stein, Lehrer t. P., in Schlitz, 89 I. .

Mai 3. Dr. Gg. Ludwig, Geh. Medizinalrat, tn Heppen­heim, 84 I. 9. Staatsminister a. D. Dr. Karl von Hofmann, geb. in Darmstadt am 4. November 1827, in Charlottenburg, 83 I. 15. Heinrich Hedrich, Bürgermeister, in Nieder-Ge- münden.

Juni 2. Johannes Guyot, Pfarrer, D. theol. hon. c., tn Heppenheim, 49 I. Heinrich Andres, Rechtsanwalt, in Offen­bach, 78 I. Pfarrer Emil Hansult, von Lehrbach. 5. Ernst Rohde, Oberlandesgerichtsrat i. P., in Darmstadt, 80 I. 6. Dr..med. Martin Schaefer, Generaloberarzt i. P., in Darm­stadt. 9. Generalmajor a. D. Fritz Beck, in Darmstadt, 73 I. 11. Julius Ausfeld, Gräfl. Görtzjscher Rentamtmann i. P., in Schlitz. 14. Wilhelm Hotz, ev. Pfarrer, in Dietzenbach, 37 I. 18. Heinrich Langsdorf IV., Beigeordneter, in Bad- Nauheim. 20. Johannes Braun, Lehrer i. P., in Gießen. 23. Joh. Hofmann, Bürgermeister, in Storndorf, 64 I.

in Worms, 69 I. , 1QC, . -

Dezember 2. Dr. Advlr Kraemer, Profenor, 186o uv Darmstadt, in Zürich, 79 I. 4. Professor Dr. Paul Junker, Gymnasialoberlehrer a. T., in Seeheim, 65 I. Dr. ^udwig Völcker, Sanitätsrat, in Arheikgen, 71 I. 12. ^r. Sigmund Gundelfinger, Geh. Hofrat, ordentl. Professor a. an der Tech­nischen Hochschule zu Darmstadt. 17 Karl Stamm, Ober­leutnant a.D., in Darmstadt. 19. Karl Schenck, Kommer­zienrat, in Darmstadt, 76 I. 23. Kömgl. Oberbaurat Eduard Hechler aus Darmstadt, in Chemnitz, 73 I.

und Platzmajor in Mainz. ,

Juli 1. Jakob Moscherosch, Bürgermeister, in Oifeherm, 65 I. 2. Johannes Sütel, Geh. Oberfinanzrat i. P., iw Darmstadt, 77. I. 13. Konr. Schnitzel, Geh. Baurat t. P, in Friedberg, 71 I. 14. Dr. Heinrich Eisenhuth, Geheimerat, Ministerialrat im Großh. Ministerium des Innern, in Darmstadt, 59 I. 21. Karl Heinrich Koch, Altbürgermeister, in Oppen­heim, 77 I. 23. Fr. Schneider, Beigeordneter, in Oppenheim.

August 6. Ludwig Salzmann, Lehrer t P., in Lauter­bach, 81 I. 7. Dr. PH. Made, Professor, in Mainz, 49 I. 15 Friedrich Wolf, Oberlehrer a. T., in Lauterbach, 83 >J. - 17 Wilhelm Pfarrius, Bankdirektor, in Darmstadt, 59 I. - 21 Professor Dr. Johann Baptist Keller, Gymnafialdirektor .P., in Bensheim, 89 I. 29. Georg Hof, Generalleutnant; . T., Exz., in Darmstadt, 65.

September 1. Dr. Alexander Struve, Geh. Justizrat, in Mainz. Heinrich Schlapp, Beigeordneter, tn Rüttershauien, 72 I 5. Liz. Wilhelm Wiener, Dekan, in Worms. 16. Dr. Julius Freiherr von Starck, Wirkl. Geheimerat, Staats­minister a.D., in Darmstadt, 85 I. 20. Wilhelm Hohn- Bürgermeister, in Heppenheim, 63 I. . r ,

Oktober 1. Dr. Karl Eigenbrodt, Pfarrer, in Auerbach, 70 I. 11. Hermann Kraus, Geh. Finanzrat i. P., in Tarm- tabt. 25. Karl Pückel, Geheimerat, Ministerialrat im Großh. Ministerium der Justiz, in Darmstadt, 68 I. 27. I?Eiherr Moritz von Leonhardi, Großh. Hess.,Kammerherr, Mitglied der Ersten Kammer der Stände, in Groß-Karben, 5o -J-

November 3. Hermann Lossen, Dr. med. m Darmstadt, 46 I. 21. Louis Heyligenstädt, Kommerzienrat, Ehrenber- geordneter, in Gießen, 68 I. 23. Friedrich Kofler, .Hofrat, in Darmstadt, 80 I. 24. Andreas Reinhart, Landtagsrbgwr.n.,-

Zwetter Blatt 161. Zahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

darauf hin, daß noch niemals die gesamte Intelligenz des Landes so einheitlich im Lager der Regierungspartei aeftanden habe. Er schöpfe daraus die Zuversicht auf die erfolgreiche 23eroältignng der großen Aufgaben des Programms der Partei. (Beifall.)

Rom, 31. Dez^. Der Reichskanzler und der österreichisch-ungarische Minister des Aus­wärtigen übersandten dem italienischen Mini st er des Auswärtigen, Sandi Guiliano, telegraphisch die herzlichen Glückwünsche zum, Jahreswechsel und baten, auch dem Könige die Glückwünsche zu übermitteln. Giu­liano drückte daraus seine Wünsche in gleich herzlichen Worten aus, sprach den Dank des Königs aus und bat, den Herrschern seine Wünsche zu übermitteln.

Beim Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps im Ely fee erklärte der englische Bott'chafter als Doyen, daß Frankreich im Jahre 1910 auf dem Gebiete der F l u g t e ch n i k die Führung gehabt habe, und drückte die Hoffnung aus, daß die Benrühungen der Tiplomatte zur Beilegung internationaler Streitigkeiten durch Schiedsgerichte weiterhin Erfolg haben möcksten. Präsident Falliöres dankte für die aus Anlaß der Ueberschwemmungen Frankreichs von anderen Völkern be­wiesene Anteilnahme. Tie Hochherzigkett dieser Gelühle et em Unterpfand für den Weltfrieden und das Wohl der Alenschheit. Er sprach sodann seine Freude über die unerwartete Entwicklung der Luftschiffahrt aus, und bestätigte, daß es für die Diplomatie eine Ehre sei, ihre besten Kräfte den Schiedsgerichten zu widmen. Tann sprach er den Vertretern der Völkern und ihren Herrschern seine Glückwünsche aus. Tie An- und Abfahrt der NeuiaHrs­gäste vollzog sich ohne Zwischenfall. In der ganzeii Lrtadt herrschte vollkommene Ruhe.

hessische Totenliste.

Aus StaM und Land.

Gießen, 2. Januar 1911.

** Orde nsauaelegenheiten. Der Großherzog hat dem Forstmeister Ludw. Neuschäfer zu Mainz die Er­laubnis zur Annahme und zum Tragen des chm von dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse erteilt; ider Könia von Preußen hat die Erlaubnis zur Anlegung des Ehrenkreuzes des hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Verlagsbuchhändler Stilke in Berlin, des Ritterkreuzes 1. Klasse desselben OrdenS dem Landrat v. Groning, zurzeit Hilfsarbeiter im preußischen Ministerium des In­nern, erteilt.

** Jubiläum der Hess. Zentralstelle füv Landesstatistik. Der Großherzog hat dem Vor-, fitzenden der Zentralstelle für die Landesstatistil Geheimen Oberschulrat Ludw. N o d n a g e l das Komturlreuz 2. Klaisc des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Mtt- alied und Sekretär dieser Zentralstelle Regierungsrat Ludw. Knövfel die Silberne Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft, dem Revisor bei der Zentralstelle Theodor Bohne das Silberne Kreuz mit der Krone des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen und dem Bureaugehilfen bei der Zentralstelle Gg. Wahlig das Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienfte' verliehen.

** Erledigte Lehr erstellen. Die mitmeinem ev'. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dannenrod. Mit der Stelle ist Organistendienst und Lektordienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Sorg. ______________________

Neujahr in Berlin und int Ausland.

Berlin, 1. Jan. Aus Anlaß des Neujahrstages be­gann um 8 Uhr vor deni königlichen Schloß das große Wecken. Vom inneren Schloßhpse zogen die Spielleute zum Schloßplatz, Brandenburger Tor und zurück, von einer großen Menschenmenge begleitet. Das Kaiser Paar traf aus dem Neuen Palais um 9i/4 Uhr im Schloß ein, vom Publikum herzlich begrüßt. Die Anfährt der Prinzen und Prinzessinnen, Fürstlichkeiten, Generäle und Würdenträger, der Anmarsch der Galawache vom Garde du Corps usw. bot ein Wechselvoltes Bild. In der Schwarzen Adlertäm- mer nahmen die Majestäten die Glückwünsche des Kvuigs- hauses, im Kapitelsaal diejenigen der Hofstaaten entgegen. Um 10 Uhr begann in der Schlpßkapelle der feierliche Gottesdienst. Hierzu hatten sich versammelt Mitglieder des Hohen Adels, der Reichskanzler, die Bevollmäch­tigten zum Bundesrat, die Generalseldmarschälle Gras v. Haseler und v. Hahnke und die neu ernannten drei Ge­nerals eldmarschalle Graf v. Schliesfen, v. Bock und Polach Nnd v d. Goltz, die Minister, die Staatssekretäre, die Präsidien des Reichstags, der Landtage usw. Die Maje­stäten und Fürstlichkeiten nahmen dem Altar gegenüber Platz Nach dem Gemeindegefang und der Liturgie predigte Oberhosprediger Dryander über den vom Kaiser »gewählten Text aus dem zweitenBuch Moses. Zcach dem Gottesdienst begaben sich die Majestäten m feier­lichem Zuge nach dem W e i ß e n S a a l zur Entgegennahme der Gratulationsdefilier-Cour. Der Kaiser und die Kaiserin traten vor die Stufen des Throns. Die Prinzen stellten sich rechts, die Prinzessinnen links neben den Thronhimmel. Der Kaiser und die Kaiserin gaben dem Reichskanzler die Hand, der Kaiser auch den Vertretern der Parlamente. Nach der Cour empfing der Kaiser die Botschafter, das Staats­ministerium, die kommandierenden Generale, die Admirale. Um lli/a Uhr begab sich der Kaiser gefolgt von den Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm, Oskar und Joachim zu Fuß nach dem Zeughaus e, vom Publi.um stürm sch be­grüßt. Vor dem Zeughaus stand die Ehrenkompagnie. Im Zeughaus wurde die feierliche Nagelung und Weihe der Standarte des Jägerregiments zu Pferde Nr. 6 vorgenom­men. Nach der Paroleausgabe nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen. Am Nachmittag fuhr der Kaiser bei