Ausgabe 
1.8.1911 Zweites Blatt
 
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Schwarzbrot 2 Kg. 54 Big.

90

50

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42

78

Weidemastschase

. 43-00 86-00

43

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48-51

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45-47

57-60

46

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Bett*

19,9

9,9

I

Höchste Temperatur am 30. bii 31. Juli

Ntedrigste . . 30. , 31.

+ 31,1 * J.

En gros: Tribas & Sandheim, Giessen.

40

57

57

46 öl

86

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Sonnenschein Bew. Himmel Sonnenschein

61

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102

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Juli

August lull

6165

6165

37

30

211 9 7«*

746,6

747,1

748,6

KZ»

ZG

8

5

2

30,3 ! 13,0

24 0 12,6

Weizen 100 Sig. 21.8000.00 Da.

Roggen 100 Kg. 16.7517.00 Mk.

Schweine.

Bollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht Bollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht .

Bollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend-

N-S

31.

31.

1.

Landwirtschaft.

Neckarsulm, 31. Juli. Ein halbstündiger heftiger Hagel­schlag in Größe von Taubeneiern vernichtete die Gc- tisiäwnte und die Weinberge.

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< > Lanolin-Seife

veioich:

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4

2

4

gewicht 47-48 6061 47 60

Ueberstand: Rinder Ueberstand, Kälber und Schafs geräumt, Schweine langsam geräumt.

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Marke ..Faustring"

ur.prungl, R«,epl vom langjÄhr. febrifc.ele* der 4i«ii.in9>i,; c. Naumann, Offenbach a. M. *

Markte.

«tesren, 1. Ang. Marktbericht. Auf heutigem Wocken- markte kostete: Butter pr. Bid. 1,25-1.30 Akt., Hühnereier 1 St. 8-9 Big., Enteneier 1 Sluck 9-10 W, Ganseerer 1 Ttuck 10 bis 15 Big., Käse pr. St. 68 Psg., Kasematte pr. St. 56 Pfg., Lauben pr Br. 0,801,00 Dif., Hühner pr. et. 1,001,60 Dif., Kalmen pr. Stück 0,801,80 M., Enten pr. St. 1,802,20 Dlf^ Gänse das Psd. 75-80 Vsg., Ochsenfleisch pr. Psd 86-94 Big., lltindflelsch pr. Psimd 8690 Psg., Knhfleisch 70 Pfg^ Schweme- sleisch pr. Pfund 7090 Psg., Kalbfleisch vr. Psd. 7680 Psg., Hammelfleisch pr. Psd. 6088 Psg., Kartoffeln vr. 100 Kg. 10.00 bis 12.00 Dif., Weißkraut das Stuck 30 bis 40 Psg., Zwiebeln per 3tr. 8,009,00 Dif., Milch das Liter 20 Psg., Aepsel per 20 bis 30 Mk., Nüsse 100 Stück 5060 Psg., per Ztr. 000 Dif., Bohnen per Psd. 00-00 Psg , Kirschen das Md 20 -30 Psg. Gurken 100 Stück 4,00-4,50 Dif. Marktzeit von 71 Uhr.

F.C. Wiesbaden. D ie hh o'-Mart rberi cht vom 31. Juli. Austrieb - Rinder 64 (Ochsen 31, Kühe 33, Bullen 00), Kälber 33, Schake 8, Schweine 245.

Tendenz: Rmder, Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig. Preis Durch-

Arbeiterbewegung.

w- Ossetibach a. Di., 1 Ang. Lohnbewegung. Die bicfigen Svenglergesellen sind tit eine Lohnbewegung etn- qelreien und streben den Abschluß eines Tarifvertrages a>i. Tie Dleifier sind zu einem Tarifvertrag bereit und schlagen ziir Beratung frie Zeit voni 1. November 1911 bi3 1. Diät 1912 vor. Sie würden üch dann für eine allgemeine süniprozentige Lohn^ erhöhung vom 1. April 1912 an bereit erklären. Tie Gesellen iveideu heute abend in öffentlicher Versammlung hierzu Stellung liehnten.

Erfurt, 31. Juli. Von etwa 400 Arbeitern und Arbeiter­innen der Lampenfabrik K a e st n e r & Taebelmann ist die Hälfte in den AuSstand getreten.

Geriehtrsaal.

** Gießen, 30. Juli. Das Kriegsgerichk der 25. Divi­sion war gestern im Gerichtszimmer der Zeughauskaserne Mam- mengetreten, um zu entscheiden, ob gegen den Unteroffizier der Reserve 23., der im Juni dieses Jahres von der Strafkammer in Mainz wegen Diebstahls, Betrugs und Urkundenfälschung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden war, wegen genannter Straf­taten auf Degradation zu erkennen sei. Der Angeklagte gab seine Bestrafung zu. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen W. auf Degradation zu erkennen, oa man einen, ivegen derartiger Vergehen bestraften Mann nicht als Vorgesetzten in der Armee gebrauchen könne. Das Gericht erkannte dem Anträge gemäß. Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und öfsentlick)er Beleidigung hatte sich der Musketier Packes der 3. Kom­pagnie des Jnfanterie-Leib-Regiments Großherzogin Nr^. 117 zu verantworten. Er war während seines Osterurlaubs am dritten Feiertag in Wetter mit dem Polizeisergeanten in Konflikt geraten. Der Polizeisergeant, mit dem der Angeklagte sckron Engere Zeit auf gespanntem Fuße steht, wollte ben Namen eines bei Backes befindlichen Burschen seststellen. Hierbei äußerte der Angettagte zu seinein Kollegen:Dieser Lump hat mich auch schon 14 Tage ins Loch geschafft und dabei einen falschen Eid geschworen" Schließlich gab er deni Beamten auch einen Stoß vor die Brust: hierauf entfernte er sich dann eiligst. Der Angeklagte^wurde somit für schuldig befunden, sich des Widerstandes gegen die Staats­gewalt und der öffentlichen Beamtenbeleiügung schuldig gemacht zu haben. Wegen des ersteren Vergehens wurde eine Woche und wegen des letzteren Vergehens 10 Tage Gefängnis beantragt. Ferner wurde beantragt, dem Beleidigten bic Publikationsbefugnis zuzusprechen. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umftönbc zu und erkannte auf eine Geldstrafe von 25 Mark, im Uneinbringlichkeitsfalle auf 5 Tage Gefängnis. Auch sprach es dem Beleidigten die Befugnis zu, das Urteil auf Kosten des An­geklagten an der Ortstafel zu Wetter bekannt zu macheii.

Bioson ist blutbildend, es belebt den ganzen Körper aufs Neue! Ihren Arzt- Berlins. 58, ben 26. März 1911. Fetner Nerven konnte ich bei bem ®c beruhigend und stärkend auf

Hlet»n2:» ein.^ Zunahme meines Körpergewichtes

S ~e*1 arbeitsunfähig und in ärztlicher

LdLmit "'einem Arzt Rücksprache über

qu»^-»^Äonte, daß ich es 'M Gebrauch habe. Schon nach einigen Wochen bekam ich ein frischeres Aussehen und der Appetit nahm zu. Auch mein Arzt freute sich über meine gesunde Gesichts- HAfHtUh^mwrn^H0innClve?nhben- P bcnt Geschmack und Bekömm- ftnmilieim mlhlSUum. äufrieben und werde es in meiner faQc ftctö anwenden. Bor Allem ist Bioson blut' &Qn2cnJ£dröer aufs Neue. Oskar Donati, iPUnterschrift beglaubigt: Friedrich X t<frC 6e^C U1 billigste Nähr-u. Kräftigungsmittel, erhältlich in Apotheken, Drogerien usw., Paket (ca. l/a Kilo) Mk. 3.-. ----- ------------ bw/«

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

C. 100. Tas kommt auf die Abmachung an. Nach unserer Dieinung ist der für den Schaden verantwortlich, der ihn veran­laßt hat, es sei beim, baß befonbere Vereinbarungen getroffen sinb.

Kosenamen. Es ivirb wohl kaum etwas gegen ben Eintrag des von Junen gewählten Namens einzuwenben sein, obwohl der Name eigentlich mir die Verkleinerungsform bes eigentlichen ist und auch nicht wie z. B. bei Hans eine gewisse Selbständig­keit erlangt. Im allgemeinen sollte mnn die Namen so eintragen, wie es Sprachgebrauch ist und die Kosenamen, soweil sie nicht üblich sind, nur im Familienleben gebrauchen. Käthchen, Lieschen, Liesel, die über die erste Jugend hinaus sind, werden lächerlich.

Verantwortlich fürAus Stadt und Land" i.V.: K. Neurath.

Junge, fleischige,! nicht ausgeniäslete und ältere ausgema|iete...... 4448 8587

Ungejochte . . . 5053 9096

Färs en, Kühe.

Bollfleischige ausgeinästete Färsen höchst.

Schlachtwertes 4852 8692

Bollsleijchlge auögemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes vis zu i Jahren. . 4044 7780 Steilere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte lungere Kühe n. Färsen 3539 7075 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 2734 6068 Kälber.

Feinste Mastkälber 60-62 100-104

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 5355 89-92 Geringere Mast- und gute Saugkälber 4851 8086 Geringere Saugkälber . . .... 4448 7480 Schale.

Wandern und Reifen. Bäder und Sommerfrischen.

** V. H. C. Der Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Br a nk f u r t, veranstaltete am Sonntag mit ben Drubervereinen ffenbach, Hanau unb Gro ß-G er au eine Rheinfahrt von Mainz bis Boppard, an der etwa 300 Ausflügler teilnahmen. Nach einstündigem Aufenthalt in Boppard fand die Rückfahrt nach Mainz und Sachsenhausen statt.

PI A-o-5 | 2 e efi

fahruncksgermiß die Kriminalität eine höhere Ziffer als in ländlichen Kreisen aufweist, zeigen auch besonders hohe Zahlen an Vereinspfleglingen: so stammen aus dem Kreise Darmstadt 37, Offenbach 36, Mainz 48 und aus dem Kreise Worms 17 Pfleglinge. Der Kassabestand Ivar: in Einnah­men 12439.06 Mk., in Ausgaben 12415.41 Mk., somit Rest 23.65 Mk. Das verzinsliche Vermögen betrug 1908:55 011.82 Mark, 1909 : 56 012.82 Mk., 1910 : 56 172.42 Mk., das Ge­samtvermögen 60 186.56 Mk. (1909) und 59 495.62 Mk. (1910).

** DerLand-KalenderfürdasGroßherzogtum Hesse n", Ausgabe 1912, ist soeben im Großh. S t a a t§ ö e r- lag zu Darmstadt erschienen. DieserLand-Kalender" ist einer der ältesten, wenn nicht -überhaupt der älteste aller in Deutschland erscheinenden Kalender, Henn er steht jetzt im 202. Jahrgang. Die Ausgabe 1912 ist wiederum stattlicher und reichhaltiger als die vorjcchrige: sie enthält 86 Seiten in Quartformat unb so zahlreiche große unb kleine Illustrationen wie iwch nie zuvor. Außer dem amtlichen Kalenbarium für 1912 und bem amtlichen Verzeichnis oller im Jahre 1912 ftattfinbenben Messen unb Märkte bringt derLand-Kalender" noch zahlreiche nützliche Mitteilungen, Ratschläge unb Tabellen, sowie erstklassige Originalaufsätze unter­haltenden unb belehrenden Inhalts, barunter an erster Stelle eine vorzüglich illustrierte Schilberung berSchönheiten unb Sehenswürdigkeiten bes Rheins auf ber Strecke von Mannheim bis' Koblenz". Als Kunstbeilagen erscheinen diesmal ein bisher noch ganz unbekanntes, reizenbes GruppenbildTie Großhe^og- lichen Herrschaften unb ihre hohen Anverwandten auf Schloß Wolfsgarten im Sommer 1910", unb ferner ein großes boppel- seitiges KunstblattRhein-Anficht von Diainz".

** Ungeprägtes Gold in der Größe unserer 20-Mrark-Stücke wurde seither von der Reichsbank zur Ver­wendung in der Industrie verausgabt, das jedoch wenig in Verwendung kam, da sich der Preis der Goldplättchen höher stellte als der neuer Goldstücke. Es hat sich deshalb eine Reihe von Handelskammern an bic Reicksbankverwaltung mit der Ditte gewandt, den Preis für die Goldplättchen herabzusetzen.

** Schutzleute als Samariter. Lagen da vor einigen Echten zwei Bierleichen quer über dem Prome­nadenweg auf der Süd-Anlage. Die Schutzmannspatrouillc gab sich alle Mühe, dieEntschlafenen", die wie der bekannte Gast im Wirtshaus zu Askalon, steif wie die Besenstiele waren, gelenkig zu machen. Aber alle Versuche, die beiden Leute zum Erwachen zu bringen, waren vergeblich. Schließ­lich legte man sic fein säuberlich auf den Rasen, suchte in den Kleidern nach der Studententarte und ermittelte die Namen. Der eine Beamte holte vom Polizeiamt das Stu­dentenverzeichnis und einen Wagen, während der andere Schutzmann die jungen Akademiker bewachte, bis fein Kol­lege zurück war. Mit Hilfe des Kutschers wurden die Schwerbezechten verlaben und in ihrer Wohnung zu Bett gebracht.

Kreis Büdingen.

O Aus dem Kreise Büdingen, 31. Juli. In Kürze werden wieder zwei weitere Gemeindewasser­leit ungen in unserem Kreise gebaut. Die Gemeindever­tretungen von Heegheim und Borsdorf haben die An­lage von Wasserleitungen beschlossen und die bezüglichen Arbeiten bereits ausgeschrieben.

n. Fauerbach b. 9Mbba, 31. Juli. Anstelle der aus­scheidenden Vorstandsmitglieder des hiesigen Spar- unb Darlehensvcreins G. m. u. H. Karl Koch und Karl Wen­zel II. wurden Hermann Scum II unb Heinrich Wen­zel IV. als Vorstandsmitglieder neu gewählt.

--- Tad Salzhausen, 29. Juli. Auf dem Hofgut Schleifeld wurde gestern eine junge polnische Ar­beiterin bei der Erntearbeit von einem Hitzschlag betroffen, an dessen Folgen sic bald darauf starb. Auch eine im hiesigen Pslanzgarten beschäftigte Frau aus IGeiß-Nidda wurde infolge der Hitze ohnmächtig und liegt nun schwer krank darnieder.

Kreis Schotten.

Schotten, 29. Juli. Das bei dem Brandung luck explodierte Petroleum, das in unserem ersten Bericht als Kerospctroieum für Kcroslampen" bezeichnet war, ist, wie man uns mitteilt, das gewöhnlich gebrauchte österreichische Petroleum gewesen, mit dem die Petroleumlampen an den Bahnhofsweichen, Stellwerken usw. gespeist werden. Ein besonderes Kerosöl gibt es überhaupt nicht.

Starkenburg unö Rheinhessen.

(!) Mainz, 29. Juli. In den Lehrplan der Mainzer Jraücnarbeitsschule wurde ein Ausbilbungskursus für Da­men ausgenommen, bic bic Prüfung als Damcn-Schneider- meister ablegen wollen. Mainz hat somit bic erste Anstalt, die einen Kursus für Damen-Schncidermeister abhält. In der Dunkelheit rannten in der Nähe der Kaifcrbrückc ein Motorboot unb ein mit vier Personen besetzter Nachen zusammen. Ter Nachen schlug um, bie Insassen kamen jeboch nicht zu Schaben, zwei schwammen ans Land und die anderen wurden von dem Motorboote aufgenommen.

Kreis Wetzlar.

2. Wißmar, 30. Juli. Auch hier wirb die Zu­sammenlegung der Länbereien in Erwägung gezogen. Es handelt sich dabei um 1414 Hektar, einschl. 690 Hektar Wald. Infolge bes großen Waldbestanbes würben bisher keine Gemeindesteuern erhoben, von nun an beträgt sie vor­erst 50 Prozent.

Atzbach, 30. Juli. In der dicht besetzten Kirche hielt Pfarrer Sohnius seine Abschiedspredigt. Um die Pfarrstelle sind 17 Meldungen eingegangen; fünf Herren kommen für die engere Wahl in Betracht.

Hessen-Nassau.

n. Bad-Salzschlirf, 30. Juli. Das von der Kur­verwaltung am Samstag veranstaltete Saisonfest nahm, begünstigt durch die Witterung, bei außerordentlich starkem Besuch einen sehr schönen Verlauf. Die Veranstaltung be­gann nachmittags mit einem Konzert, das von ocr Fuldaer Ärtillcrickapcllc ausgeführt wurde. Um y28 Uhr fand eine Vorstellung im Kurthcater statt, woDas Orakel von Delphi", ein Schwank in einem Akte, gegeben wurde. Bei der großen Hitze, die trotz aller Vorkcl)rnngen in dem kleinen Theaterraum herrschte, war der Besuch sehr mäßig, da die meisten es vorzogen in dem kühlen Kurpark sich zu ergehen, oder sich schon frühzeitig einen schönen Platz vor der Rasen- bühnc zu sichern, auf der von i/39 Uhr an humoristische Abendunterhaltung und Danzgastspiele vor sich gingen. Den Abschluß bildete eine Illumination unb ein Feuerwerk.

X Hanau, 30. Juli. Im benachbarten Unter- krombach stürzte der 19 Jahre alte Georg Peter von einem Kirschenbaum unb zog sich schwere innere Ver­letzungen zu, an denen er verstorben ist. Durch einen Sturz vom Apfelbaum zog sich in Kälberau der Gastwirt Georg Kilian Sell schwere Verletzungen zu.

De vm i jebte».

* Folgen der Hitze. Tie außerordentlich heiße Trocken­periode macht sich auch bereits für die Flußschiffahrt unangenehm bemertbar. Auf der Elbe ist bereits jeder Fvachtdampserverkehr eingestellt, nur die Passagierdampfer halten noch mühsam den Betrieb aufrecht. Dabei weisen bic Pcgelmessungcn auf ständiges Sinken des Wasserstanbes hin. Tie Wasserverliältnisse erinnern lebhaft an bem Flußverkehr ganz besonders ungünstigen Som­mer 1904. Bereits am 7. Juli 1904 mußten zahlreiche Elb- Campfer ben Verkehr aufgeben; am 17. Juli erschien bei ber Lauen­burger Anlegestelle ein Gebenkstein, ber 1842 zur Erinnerung an Die damalige noch größere Trockenheit gesetzt worben war. Auch in diesem Jahre trennen zurzeit nur noch wenige Zentimeter von ben 1842 unb 1904 beobachteten Wasserttändeu. Schon jetzt sinb bic Wasserstänbe der Elbe so niedrig, baß nur noch zwischen Lübeck unb Hamburg etwas ©djifiabiü möglich ist. Günstiger sind bie Wasserverhältnisse bes Rheins, der in den Gletschern unb Schneemassen ber Alpen ein gutes Wasserreservoir besitzt; doch werben auch hier in Kürze Störungen und Unterbrechungen des Verkehrs eintteten. Interessante Beobachtungen können zurzeit auch an der Donau gemacht werden. Bekanntlich versiegt ein Teil des Donauwassers int zerklüfteten Kalkgestein bei Tuttlingen, um, wie Versuche mit Farbstoff ergeben haben, 15 Kilometer südlich in ber zum Bodensee fließenden Aach wieder hervvrzutreten. Die anhaltende Trockenheit dieses Sommers hat diese Versicke­rungsstellen bloßgelegt, so daß man den Abfluß des Donauwassers, der unter Strudelbildnng bachartig erfolgt, direkt beobachten kann. Wenn nicht bald stärkere Regen cinsetzen, erleidet nicht nur der gesamte deutsche Flußschiffahrtsverkehr eine empsiMiche Unter­brechung, sondern die beobachteten Wasserstände gewinnen, wie die von 1842, vielleicht eine in einem Jahrhundert nicht Rieder übertroffene Ausnahmestellung.

* Dürre in Indien. Wie das Reuter-Bureau aus 2 imla meldet, leidet halb Indien unter der Dürre. Das Getreide verdorrt in den Vereinigten Provinzen unb im Punjab. Regen ist bringend notivendig in Rajputana, auf ber Halbinsel Kathiawar, in Gnjrat unb Sinbh. Wenn bie Dürre zehn Tage anhält, wirb bie inbifche Regierung die gewöhnlichen Di abregeln gegen Hungersnot ergreifen müssen.

* Die Rache ber Hausdiener. Die Hausdiener eines Koblenzer Hotels, bie mit ihrem Prinzipal nicht zufrieden waren, verließen bei Nacht und Nebel ben Dienst. Vorher aber warfen sie die von den Hotelgästen vor bie Zimmertüren gestellten Schuhe in einem Parterreraum auf einen Haufen unb mischten sie gehörig durcheinander. Als morgens die Gäste naxf) ihrer Fußbekleidung klingelten, stellte sich l-eraus, welchen Sttcich bie Hausbiener vollführt hatten. Den Gästen blieb nichts anberes übrig, als auf ben Strümpfen hinabzusteigen unb aus dem Tohuwabohu von Schuhen ihr Eigentum herauszusuchen. Daß das nicht so ganz einfach war, braucht nicht gesagt zu werben.

Kleine Lageschronik.

Tem Seniorchef ber Firma Henkel & Co., Düsseldorf, Fabrikantin bes felbfttätigen Waschmittels Persil unb von Henkels Bleichsoba, Herrn Fritz Henkel senior, ist ber Charakter als Kommerzienrat verliehen worben.

In Tüsselborf würbe am Montag morgen ber Zigarren- hänbler Otto Heinrich unb feine Frau erhängt, sein Sohn erdrosselt aufgefunbcn. Sämtliche Gashähne ber Wohnung waren geöffnet.

Am Diontag nachinulag sinb über tausenb Diorgen Heide und Moorland im Kreise Gifhorn in Brand geraten. TerBraunschweigischen Landcszeitnng" zufolge stehen bei ber Kolonie Neuborf-Platenborf 500 Morgen fiskalischen Waldes in Brand, ferner stehen bei Schönewerbe mehrere hundert Morgen Wald in Flammen. Auch bei Wahren­holz ist ein großer Moorbrmch entslanden.

Im Schöneberger Stabtpark stöberten am Sonntag in bet Nahe dec Untecgrunübahn K; fi b c r einen Wespen sch warm auf; im Augenblick waren sie von ben Insekten bedeckt, bic u. a. efn IV»jähriges Mäbchen derart zerstachen, daß es das Bewußtsein verlor und hoffnungslos im Schöne­berger Kuankenhaus baniederliegt. Tie übrigen verletzten sechs Knaben werden ärztlich in den elterlichen Wohnungen behandelt; das Befinden eines derselben ist ebenfalls bedenklich.

Das Dorf Damen, Kreis Kartlxius, wurde durch eine ver­heerende Feuersbrunst fast voll ständig eingeäschert auch viel Vieh ist verbrannt. Stehengeblieben sind bie beiden Schulen, ein Gasthaus und ein Gpbäudc von zwei fleineren Be- sihern. Das Feuer ist aus bas Spielen kleiner Kinder mit Schwefelhölzern zurückzuführen. Die Gebäube sind teils nur mäßig das Mobiliar saft durchweg gar nicht versichert.

Nach einer Mitteilung bes Sanitätsbepartements int Mini­sterium bes Innern würben inTriestneunErkrankungen g n Cholera Ihakteriologifch festgestellt, Infolge der A-ü-

pro 100 Mo. fchnittsprei;

l'CDenb« Schlag pro 100 Pfund

Ochsen. Don-biSDon-513 mcntw -*6ta4u

Dollsleischige, auSgemästete, höchsten

Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 4951 8893

Müller'sche Badeanstalt.

Was, erwärme b e r L g h n am 1. A u g u st: 20° R.

Meteorologische veodachtungen^er^Station-Siebe«.

dehnung ber Cholera in Oderälbanitzn wuA auch Mitrv- vitza von einem Sanitätskordon umgeben. x5H Snet famot inner- bald 24 Stunden 24 Ch°ln°s°lle vor, °°n d-n-n acht wdkch Mr. liefen. Unter ben Truppen würben 18 oalle, datum sechs täb- liche, sestgestellt. In Salonik und Ueskueb sind Vorkehrungen gegen bie Einschleppung ber Cholera getroffen.

für Vieh und Frucht

und die Gießener Fleisch- und Brotpreise

am 31. Juli 1911.

Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt n. Dl.

Jleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 9198 Dif.

Kg. Schlachtgw. 81-88 Bf.

'/. , 6466

'/, Kg. 86-94 Pfg.

7, , 88-92 , - 70-90 *____

Getreibepreise in Mannheim

Brotpreife in Gießen