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1.3.1911 Zweites Blatt
 
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i Leit tonanaebi'itb gewesen roau, durchaus japanfeindlich unb ließ Me japancr um ihre Vormachtstellung in Ctfaficii bc- isorgt werden. Ja, wenn es dabei geblieben wäre! Mer. die Union liest c sich angelegen sein, sich für den ^treftfall mit Japan, für den stampf int Stillen Ozean tu einer Wet,e $u rüsten, die es in Tokio klar werden liest, baß eine kriege- 'rische Mseinandersetznng zwischen beiden Völkern in ab^ gehbarer Zeit beborflanbe. Tie Beseitigung gewisser Inseln

DieOiehener fiaoiilltnblätltt werden dem Än.iciqer* viermal wöckentlick beigelegt, da? KreisNali für den Kreis Siezen" zweimal wochcntlich. TieLar.LwirtschafUtchen Selb fragen" erslüemen monatlich zweimal.

Der Antlmodernistenew und der vudgetanrschuh der preußischen Abgeorvnetenhausez.

:: Berlin, 28. Febr.

sagte er bcmi. nie dieDiene Bad. Landes Ztg." mitteilt, unter Tränen zum Schl u st unb gar manche Tarne hat mit geweint : Wir waren Hoftense! Wir waren Glaubende! Wir waren Liebende..."

Nun imad) Professor Dr. Peltzer im Dramen bmeingctt, bie sich zn Dl^f-s Idealen bekennen. Darauf übergab die s45rm- cf»in von Sachsen-Weimar ein Dankschreiben der Hörerinnen, r . vclI., Gel; ul sc überreidüe im Auftrag ehemaliger Sckrüler ein - von Vol; acichafscne Bronzebüste Thobes. 2-ann hielt Herr Dch. Hofrot Professor von Du h u eme Ansprache. Dr. Storck vorn Grophische-r Institut der K-unsthalle in Mannhcnrn brachte eine Adnnje mit eurem Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten ehemaliger Schüler Tlwdes bar.

Weinend unb mit gebrochener Stimme dankte Thode und brach zum Schiust in die Worte aus:Ich rufe Heil der Wtsscu- fcha.it' Heil der Kunst! Ich rufe Heil der lieben teueren Ruverto Carola! - Fch rufe Heil dem lieben alten Heidelberg!" R.

Ein Stunitbcnf mal in Meran g esährdet. Man schreibt uns Die Stadt Meran will das Vinschgauer Tor adbrechen' Natürlich aus VerkchrSrücksichtcn, die zu befnebigen es abet durchaus nicht an anderen einfachen Lösungen fehlt. Wohl limprt eine große Anzahl der Einwohner unter Führung des Meraner Heimatschutzvereins um die Erhaltung des wchs Jahrhunderte alten Waltrzeichens, wohl hat die k. k.Zentra^ komniisswn" in Wien für Kunst- unb historische Tenlmale lief) aufs Entschiedenste gegen die Zerstörung eines der mtercfiauteftcu unb mit bedeutsamen geschichtlichen Traditionen verknüpften Tor­bauten Oesterreichs ausgesprochen, trotzdem besteht die Mehrheft der Stadtv-rtretcr aus ihrem Mederlegungsplan, unb in wenignt Tagen soll die Entscheidung fallen. Wieder wirb hier ohne Not ein reizvolles Bild »erstört! Es ist unbegreiflich, wie kurzsichftg man in Meran die slädtischen Verkehrsrückfichten auf den Fremden­verkehr doranstellt. Mau sollte doch meinen, die Bürgersckxrft einer Frenibenstadt wie Bterati müßte ohne weiteres begreifen, »ie sehr sie durch die Preisgabe ihrer Eigenart dem eigenen Geldbeutel schadet. ,^In der Erhaltung ihrer Denkmäler liegt die Höflichkeit einer Fremdenstadt und ber wahre Wftlkomm- gruB an ihre Gäste. Hält doch jeder 'Private sein Haus gv- ichmüctt, wenn er Besud) erwartet! Und ist dieser Schmuck, ber der Stadl ihren eigensten Charakter eerleiht, nicht ihr unan­tastbares Eigentum, ist er nicht Eigentum ber ganzen gebildeten Welf. ' .J)V erhaltet das Vinschgauer Tor!

Telephon verbi ndungzwischenEnglandund Deutschland. Dre aigü^bat Po/chehd.rhcv sich

Japan und Amertta.

Das Vkrbältu' Japans au den Vereinigten Staaten toar dis zum russisch japanischen Krieg durchaus ireund ichaftiich- cm- eine lange -leibe der japanftchen^ege L Union bekannt wurde, fck'lug die ammfanildic Volks- ßkimmung qcü ii tpan um Man entdeckte plötzlich, bau Ein io mächn i ou« redende sapan der Union nicht nur in iLl'taiien in wo omei ilanifches Kapital in großteni

Umfange fnr "t ist, gefährlich werden konnte sondern ^ast es auch ? »c bisherige Alleinherrschaft der Union int Stillen Ozean bedrohte. Die Regierung trug dieser Volts- «stiminuug Rechnung und trat bei den Portsmouther Frte- Äensverhaudlnngen so energisch für das bisher als veatttonar metfemte Rn st land ein, dost Japan aus dem blutigen Kriege glicht einmal eine ftlnegsEntschädigung mitbringen konnte.

Das war nat'i: lich tron des Abtommens nur ein fauler, «vom Zwang hi.ttrifer Frieden, dessen ZuVerlässigteit bic woliti-cheu und wirtschattUchen Ereignisse der folgehben Jahre in keiner Speise gebessert haben, llnb zwar ging hier Sie Vn-schärfung der Gegensästc non den Veretuigleii etaa- lirt aus, deren Kapitalisten ihr Geld aus Japan zuvuüzogen, amt es in Elftna arbeiten zu lassen. Das mußte narftrftch in Japan ganz ungemein verschnupfen. Denn gaiiz ab­gesehen davon, daß das durch den Krieg finanziell hart änirgenommene Japan amepilanischen Gelbe- eittbchren 'mußte, ivirttc nun dieses Geld in China, wo Jovan in lehter

doch ein moralischer Druck ausgciibt nwrden, so daß die Ausnahmcm tatsächlich ausgel^beii seien Die^Regierung habe durch den Gesandten beim Päpstlichen Stuhle ft st - stellen lassen, welches der eigentliche <->inn der Beinm- nunaen des Papstes über den Moderniftencid bezüglich der ^Professoren sei und der Päpstliche 'Staatssekretär Merry de< Val habe erklärt, daß das Treiben an Kardinal Kopp sick) in gleicher Linie beivegeu solle wie tue von ihm dem Preußischen Gesandten gegebene mnndlich< Antwort. Damit stehe fest, daß sämtliche Profeftoren an den Fakultäten, welche geistliche Funktionen nicht a u s ü b e n , den Eid nicht zu leisten brauchen. Es werde allerdings im Laufe der Zeit keine Profefsoren an den Fakultät en mehr geben, welche den Eid n i ch t g e le i st e t hoben, da ja die Ergänzung dieser Professoren durch Geistliche stattfinden müsse, dal)er die­jenigen. welche zurzeit den Eid nicht zu leisten brauchen, allmählich durch solche werden ersetzt werden, welche den Eid geleistet haben. Es entstehe daher dre »yrage, ob die Bindung, die jetzt sckson bestehe, eine freie wifsenschaftltche Forschung an den katholischen Fakultäten noch gewähr^ leiste. Die Frage fei verschieden beantwortet worden.

Es fei nicht zu bestreiten, daß durch die Forderung des Eides die katholischen Fakultäten in ihrer Stellung an den Universitäten beeinträchtigt und ihr wifsenschaf tliches Ansehen in Frage gestellt werde. Gleichwohl sei die Auflösung der Fakultäten setzt noch nicht zwingend und ihre AufrechterhaUnng liege setzt noch im Interesse des Staates. Man mit,se für die Zu tun ft eine abwartende Haltung einnehmen. Ueber dre Zahl der Professoren, welche den Eid geleistet haben, fei ihm nichts bekannt. Anders liege die Frage bei den dem geist­lichen Stande angehörigen katholischen Oberlehrern an den höheren Schulen. Der Minister hätte aunchmen müssen, daß diese Kategorie den Eid nicht zu leistm habe )te wäre in dem motu proprio des Papstes nicht cntljaltm gewesen Nirn sei aber der Eid erfordert worden, zwei Beamten hätten ihn verweigert, die Annahme des Ministers sei daher irrtümlich gewesen. Gegen Die geistlichen Oberlehrer, die den Eid verweigert hatten, sei von der kirchlichen Behörde nichts geschehen, ^cr (Staat wird aus der Wlehimng des Eides gegen diese Beamten Folgerungen nicht ziehen, er werde diese geistlichen Ober­lehrer gegen Eingriffe in ihre amtlichen und ftaotsbehord - lichen Stellen schützen. Außerdem sei zu beachten, daß der Staat zu den Oberlehrern sich anders stellen müsse als zn den Hochschullehrern Die geistlichen Oberlehrer hätten den Unterricht an bch Schulen nach den maßgebenden staatlichen Bestimmungen zu erteilen, insbesondere tn den profanen Fächern und feien der Revision unterworfen. Beim bei den Revisionen sich Schwierigkeiten nnd Be- bemen gegen die Art der ErteUung des Unterrichts von^ geistlichen Oberlehrern ergeben, so wurde sur Abhilfe Sorge getragen werden müssen.

Von feiten des Zentrums wurde hervorgehoben, daß die in Frankreich im Anschluß an die Kantsche Philosophie entstandene Modernistenbewegung sich in Italien besonders stark cnlnuctelt Hobe, daß die Religion im Konischen snnne auf das innerliche Gottesbewußtsein gestellt wurde nnd dies zur Leugnung der Offenbarung geführt habe Es hätte in Italien Geistliche nnd Professoren und Tl)eologen gegeben, welche die Gottheit Christi leugneten; dies konnte 2ur Auflösung des Katholizismus fuhren. Des­wegen fyt-rbe der Papst hiergegen Maßregeln ergreifen müssen. In dem doginatischeti Teile des Antimodernisten- eides sei leine neue Lehre enthalten. Inbezng auf den disziplinären Teil bedeute der Eid nichts werter a s die Anerkennung ber Befugnis^ der zuständigen tawolischen Autorität des Papstes.

Seitens der nationallibcralen Anfrager wurde erklärt, es sei mit Entschiedenheit zu bemängeln, daß der Minister nicht bezüglich der höheren Schulen die Folgerung aus

Der Budgetausschniß des Abgeordnetenhauses verhan­delte am Montag abend den Kltimshaushalt. Von natio- nalliberater Seite wurde der Btinister über die Seiftunq des Modernisteneides gefragt.

Der M inister erklärte, daß das Schreiben des Papstes an den Kardinal Fischer in Deutschland die Aufnahme ge­funden habe, daß man dar<nis schloß, die. früheren Aus­nahmen für den Eid seien ^urnckgenommen, oder es sei

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rmSMen Ozean, die Verstärkung der amerl.aniscksen Flotte, sowie nicht zuletzt die jetzt vom Repräsentanöeiihaus vor- 'genommene Befestigung de? Panamakanals, waren Maß regeln, die im Reiche des Milado als gegen ^apan gc

Thod-r Abschied von Heidelberg.

Zu einer cj chrucksvoUen akademischen AbsÄiedsfcier hatte der derzeftige Prvrcttor her Unwersftät Heidelberg Gel). : Kirchenrcft ProftM'-r Dr. von Sck-nbert am «Samstag bic jam- reichen Freunde. Verehrer unb-üler von vier mit Ende dieses ; Semesters aus dein Lehrkörver der Heidelberger Luiver; Jnt m fd)eibcnbcii afabtniitocu LchrerU tiugelaben. Es n ib ou-? Geh. Hofrat Professor Dr. Thobe, bev betoorragenbe Kungln, elfter, Profeifor Dr. err, der bisherige Leiter ber Heibelberger Linieiu tmhcrhciliinftau iuib bie Privatdozenien Dr. Jäger, ocr ctiiem Ruf für Kolonn?.ge"gr.rvhie und) Berlbi Folge Teiltet unb St. Euler, ber die Leitung ber neuerbauten Zahnklinik Ul Er­langen übernimml. Die Begrüßungsansprache hielt 'jßrorertor Geh Kirchcniat von 5d ubcri, ber in glänzenber Rebe m: Z-cr- hienftc der Scheidenden feierte. Geh. Hvftat Proienvr Wille, ber Vorstanb des Heidelberger Schloßvereins, hol« besonders bic großen Verdienste Thodes als Lesck;ützer der Heidelberger <Ld iotz- ruine hervor

Geheim rat 2 Hobe dankte in einer Programm a tu ch^u ^aebe; feine eigentliche "J( b i d) i c b 6 f c i e r , bic ein gesellschaftliches Er- «cignu- in Heidelberg war, fand am Sonntag statt.

Mit ber Schiunvorlefunfi überRichard Wayner. ^cin .Shüturibeal uns fein Kunstwerk" nahm Tlwbe von uaiem Heibel berger PubUkuin Abicl/cd. Frcschliche Berchreriiuan haften bas Rednerpult mit Lorbeerbäumen umgeben und in ft Blumen g> schmückr. Der große Saal des-Reuen Kollegienhaufes ber Uni versilät war bis auf den letzten Platz gchUlt, und bie Degeifterta Menge begrüßte den Redner mit lautem Getrampel. Thobe faßte in dieser Schlußoorlesung nock) einmal kurz msammen, ioas er bisher in den Stunden biefes öffentlichen Kollegs ausführlich behandelt hatte. Er legte Richard Wagners Weltanschauung bar, wonach eine wahre K u 11 u r sich bloß aus bem Boben bei Religion enuvmeln könne. Die Kunst ist Wagner tun die Wienerin ber Religion.

In ber ligemlidvn Mschiedsredc, bic sich daran anschwtz, Momc Thode/ d.ft. er mährend der ganzen 17 Jahre seiner Tätigkeit in Heidelberg stets das Ziel verfolgt habe,auf bem «Gebiete der Kunstnefchichte bie (sbcen Richarb Wagners zu ver- tonllichcn". Zu seinen Vorlesungen habe er zuerst einmal miss en schuf tlicr c Zwecke verfolgt, tnbem er dieinnere Oefeyinäßiakeil' in bcc Entwicklung ber Kunst als aud) bcs einzelnen K unsuvenes bargetan habe. Zweitens war es ihm um bas rein q c i ü h lSmäßigc Erfassen des Kunstwerks zu tun. Schließlich aber, und in ber Hauptsache, wollte er bei feinen Hörern durch die Kunst auf5 Leben wirken, im Sinne einerGermanijleimig und Verklärung unseres Lebens", So

gegenwärtig mit einem Plane, ber bis vor kurzem als .uraus-' Mr bar galt: man beachtchtigt, eine telephon ticke Verd.tckung zwifdicn Lonbon, Holland und Dcutscklanb herzuitellen, ja our bem Umwege über Paris hofft man sogar einen brauchbaren Telephon- verkehr mit ber Schivciz, insbesondere mft Ba,el unb Zürich, m kurzer Zeit ins Leben rufen zu können. Die Verlucke, nie ui ber nächsten Zeit beginnen sollen, iiub möglid) geworben burd) bas neue unterseeische Kabel, bas England mit Frankreich verlnnbet unb bas eine bedeutsame Perbesierung gegen die bisher angeroanbtcn Kabelarten auftveist. Einige Berwcke sind bereits ausgeftchrt. morben; so stellte inan über Lotidon emc Verbinbung zwftchen Glasgow nud Paris her. Die Entsermmg betrug etwa 687 eng- lische Meilen, aber diese ersten Versuche haben cinftiocilen Teint besonders günstigen Ergebnisse gehabt. Sie sollen ittbeften in größerem Maßstabe wiederholt werden, so bald die neuen ftauzo- ftschen Lanblinien vollendet sind und Anschluß an bas neue Unterseekabel genommen hoben.In ber Tl>eorie," so äußerte sich em höherer Londoner Postbeamter,sollte nut bem neuen Kubel unb mit ben neuen Telephonlienten ein Gespräch zwischen London uno Astrachan, also eine Ventändigung auf eine Ent­fernung von mehr als 2000 enalifchen Meilen, möglich «ein, aber iciber bleibt bie Praxis einstweilen noch hinter ber Theorie zurück.' Dagegen bleibt es ziveifellos, daß ein Telepl-vuoerkehr Mischen England unb Teulschlonb möglich ist, unb in die,tr RickKuig werben bemnädift bie Vorarbeiten einsetzen. a?ie britische Poft- bebörbe hofft, auf bem Wege über Lille Fernsprechverbindungen von Lonbon nach Amsterbam, Köln und Frankfurt a. IM. her­zu stellen. Zugleich rechnet man damit, bah über Pans auch Basel unb Zürich, bie erheblich weiter entfernt sind, telephonisch crreidw iverbeit Wenn biese Versuche bic erwarteten Erfolge l>aben, wird man ben Anschluß auch noch ooberen Städten folgen laßen Gegen Ende biescs Jahres wirb cüt zweites unterseeftches Kabel von ber französischen Regierung gelegt, bas Großbritannien mit ber französischen Küste verbinbet. a.ann werben auch bet bem internationalen Fernsprechverkehr zwischen England unb bau ,yeft- lanbe bedeutende Ermäßigungen möglich sein; bisher loiletc ein Tclephongefpräch von 3 Minuten zwischen Paris und London acht Mark, doch nack Vollendimg ber zweiten Kabellegung wird biefet Satz sehr erheblich ermäßigt merben

Kurze Nachrichten o"2 Kunftu. Wissenschaft.

1 Der 4 internationale Kongreß für Ku nstun t err tcht.> Zeichnen und angewandte Kvnst wird oom* 12. bis 18. Auguft 1912

in Dresden tagen nnd mit einer großen Zeichn^ unb Lehrmift^ 1 ausstellung verbunden sein.

^n Japan hat man den Amerikanern dieses Verhalten ^uch heute noch nicht vergessen, und in der Union herrimtc damals vor dem troß allem zu einer Großmacht gewordenen Japan eine solche Furcht, daß zum ersten Male die aus enic Verstärkung des Heeres und der Flotte lftuzielenden ------- ..

iPUiue nuftauditen und man auch begann, die Frage deS feiten der Kriegführung, die es Befestigung de. Pauamakauals mehr als je zu ventilieren. Dennoch wären wohl die Beziehungen zwischen beiden Staaten noch immer korrekte geblieben, wenn sich nicht nii ^aljre 1906 in Kalifornien der alte Rassenhaß der Ameri­kaner gegen die japanische Einwanderung geltend gemacht hätte, dem bic Regierung insofern Rechnung trug, als sie »ein Einwauderungsverboi erließ. Daburch fühlte sich das .auf seine knegserfolge stolze Japan boleidigt. Es ver­langte Zuriicinahme dieses Verbots und völlige Gleich­berechtigung für seine ht den Vereinigten Staaten leben »cn Volksgenossen, wagte aber nicht, ha es durch den Krieg in höchstem ?faße verschuldet war, seine Forderung durch »das Sckiweri zu unterstützen, sondern begnügte sich mit eurem formellen Entgegenkommen der Union und verhieß feiner jeits sogar eine Beschränkung her Auswanderung nach den Vereinigten Staaten. Daß sich Japan hierzu herbeiliey, jo sogar Ende 1908 ein Abkommen unterzeichnete, nach idem sich beide Staaten ihren Besitzstand in Ostasien und int Stillen Ozean gegenseitig verbürgten, entsprang aber feiner Frieden, liebe. Vielmehr war es die betannte Gut-* ifenbuuq der amerikanischen Flotte nach Ostasien, diese be rwafsnete Frieoensuindgebung, die den Javanern zu Gemute .führ:.-, baß sie damals der Union militärisch noch nicht gewachsen waren, selbst wenn es ihnen, ivoran aber nickt »zu brnfeu, glüven sollte, in England eine Kriegsanleihe sanfzunehmen.

Ur. 51 Zweiter Blatt M Zah^ang *

fcdcfcemi tagllä) «uSnahine beS Sonntags. A **

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Eeneral-Anzeiger für Gderhchen

Mittwoch, 1. März 19U

XotQhon4bui(f unb Verlag ber Brubßschen IlnioersnäiS - Buck- und oteinbrudercL R. Lange, »irßen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckul- ftrnye 7. Expedition und Verlag: 51.

Redallwn:^gS11S.rel.-Adr..AnjeigerGieben.

richtet empfunden werden mußten und fo den Gegensatz zwischen beiden Völkern immer mehr verschartten.

Demzufolge war auch Japan auf seiner Hut Auch dort ging, wenngleich wir bei der Undurchsichtigkeit der^apani' ich en Verhältnisse über den Umfang völlig ^m^unfcln tappen, der Ausbau der Flotte rüstig weiter - trotz aller b cldtnapvheit. Ja, man scheint sogar, wenn die darüber berbmteten Nachrichten richtig sind, m,t einigen fudameri> tauifchen unb mittelamerikanifchen Staaten, wie ». B. Meriio, Nicaragua usw., bie sich durch beu nordamerikani- scheu Imperialismus bedroht fühlen, Ententen und c-chutz- und Trutzbüudntsse abgeschlofsen^ zu haben, um auf dem amerikanischen Kontinent selbst Stutzpunkte für bie tflptt iU erhalten. Daß es aber trotz die,er kriegsvorbercitungeu in abjetibater 3rit zu einem Konflikt zw.ichen Japan und ber Union kommen sollte, erscheint ausgeichloisen. Japan ist geldarm und in dieser Beziehung aus England angewie en da.i, beiden Mächten in flleid>cc SBeife befteunbet, allen b<rran(e(jcn wird, um, auch im SntereHc femeä eignen Handels, eine Kiegensche Ausrnuanbersetzung zu vermuten. Tazu aber treten noch die durch die riesige Entsernung zwi- schäl beiden Ländern .14 00? Klm.) gegebenen Schwierig.

Völker wohl in der Verteidigung stark, rm Angrr, dangen schwach sind, da sich nicht eutfcljen laut, wie die ungestörte Verbinbung nnt dem Mutterlande ausrechterhalten werben soll Tie kriegerische Entscherbung würbe beshalb nie eine endgültige, den Zusammenbruch des einen ober aiideren Staates besiegelnde sein können, dagegen beiden Völkern Opfer auferlegen, die mit dem allenfalls Erreichbaren, wo­bei doch auch noch die übrigen Mächte em Wort mitzu- sprecheii hätten, in keinem Verhältnis stehen.

Augenscheinlich hat man jetzt in Washington und Tokw diesen Verhältnissen Rechnung getragen und den bewaff­neten Frieden, ähnlich wie in Europa, auf die Dauer sest> gelegt, ohne an einen Fehdegang zu denken. Denn beide Staaten haben jetzt einen Handelsvertrag abgeschlossen, in dem sich die Unwn verpflichtet, das Verbot der lapaiiischen Einwanderung aufzuheben, also die Wunsche ^pans erfüllt. Zwar hat dieses versprochen, daß es die japanische ?luswanderung nach Nordamerita auch weiter beschränken wolle, aber das will nicht viel bedeuten und scheint nur darauf berechnet zu sein, die amcruannmen Weltstädten mit der Aufhebung, des Verbots einigermaßen in versöhnen Gleichzeitig aber hat das Repräsentanten­haus die Mittel für die Befestigung des Panamakanals bewilligt, der also demgemäß feines iuternationalen Cha­rakters" im Kriegsfälle entkleidet würde. Wenn aber da- .'ft'gen weder Japan noch das hier denselben Standpunkt üerlreleitbe (Siißl niö Widerspruch erhebt, so liegt die Ver- 11111111111\ nahe, daß die Aufheb'uiig des Verbots der japa- nii pen" Einwanderung im Zusammenhang steht mit dem ^aftenlassen des Widerspruchs gegen die Kanalbefestiguiig seilens der Japaner, und daß England wohl hier den Ver­mittler gespielt hat. So sind Japan uiid die Vereinigten Staaten' anscheinend dabei, zu freundlicheii Beziehungen zuruckzukehren, und das wäre, inoaen ihre wirtschaftlichen Differenzen in Ostasien auch noch fortdauern, im Interesse des iuleruationalen Friedens nur zu begrüßen.