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9.5.1911 Erstes Blatt
 
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Fernfprech - Anschluffe: BF polüischen Teil: August

General-Anzeiger für Oberhefsen

Anzeiger (dienen. V ' » ' ' . ... ... . - rath* ftir .Stabt unb

jnnagme von Anzeigen Rotafionsbrud unö Verlag der vrühl'fchen Unlv.'Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: rchulstratze r. Land-: Ehetz; lür ben ni oon5tto$nsmu'()t" Büdingen: Zernsprecher Nr. 50 Seschäslrfteüe vahnhofftra^ü-. stmewdi: &

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Der Kaifer in Straßburg und Metz.

Der gestern gemeldete Zwischenfall in Straßburg, bei die boniiv Studentenschaft veranlaßte, den Denkmalsplatz :u ticr(aj|cn, mußte allen Beteiligten äußerst peinlich sein Cb i notig loar, das; bei kommandierende General die Stuben Ich unfreundlich von ihrem Aufstcllunqsplatzc ZN t Tie Studenten haben in einem Telegramm an den Kaiser sich geradezu über den Vorfall bcfchlvert. Tie ^otfle war, daß am gestrigen Montag unmittelbar nach dem Borbeimarsch der £nippen eine besondere Huldigung der Studenten vor dem Kaiser stattfand, wobei dieser die bemerkenswerte Ermahnung ergehen ließ, stets möchten die Interessen des Vaterlandes denen der Partei v o r a n g e st e l l t werden Bei unseren heutigen volitischen Berhältnissechist diese Mahnung ja so oft auch von anderen Stellen ausgesprochen worden, und hoffentlich wird der Straßburger Tag den beteiligten jungen Akademikern alle­zeit in der Erinnerung bleiben.

Wir erhalten über den Aufenthalt des Kaisers in den Reichslanden folgende Berichte:

Der Kaiser unb die Strasburger Studenten.

i- Straßburg, 8. Mai. Ter Kaiser nahm heute bonuittag um 10 Uhr einen Bo rbe im a»rsch d er Trup pen der Garnison ab. Ter Borbeimarsch wurde von Frcihcrrn v. d. CM fr kommandiert. Ter kommandierende General v. Fabcck erhielt den Roten Adlerordcn Erster Klasse mit Eick>enlaub.

Inzwischen war von der Universität her die gesamte Studentenschaft der Kai s c r - W i l he t m - U n i - 6 er f i t ä t angcrückt, geführt vom Rektor Magnificeniissi» mus mit der Kette, voran die Chargierten in vollem Wichs mit Jahnen und blanken Schlägern, dahinter in impo- ) an teilt Zuge über 2000 Studenten Ter Rektor mel­dete dem Kaiser, daß die Studenten bereit ständen, ihrem Kaiser' und Herrn die Huldigung darzubringen. Ter Bor­st i; c u d e d e s S t n d e n t c n a u s f di u sses trat, während die Chargierten einen Halbkreis bildeten, vor, dankte dem Kaiser füi die gütige Erlaubnis und sagte, daß die Stu­denten mit aller Begeisterung, der die alademische Jugend fähig sei, dem großen Führer des deutschen Volkes ent- gcgcnjubele. An ihrem Ehrentage lege sie das heilige Ge­löbnis ab, daß, wenn sie dereinst Mitwirken dürfe an den heiligen Aufgaben des Vaterlandes, sie stets treu zu Kaiser unb Reich hallen werde. Ter Redner schloß mit entern dreifachen Hott) auf den Kaiser. Hierailf wurde ein BerS der Nationalhymne gesungen.

Der Kaiser erwiderte darauf mit folgenden Worten:

^d) fr reche Jlmcn meinen Tank aus rin dir Huldigung, bic «Sie Mir ioeben bargebrad)t haben. Iw erwarte von Ihnen,

wenn Sie ent ft ins Leben biiuntstrctcn werden. Sie fiel mit haben werden, aus bem, nni-> in nnievem Baterlande vorgeht, b n fe b i c Partei ii t du. die Hauptsache i ft, sondcrii einzig und allein das Gedeihen unseres Vaterlandes und unseres ^Volkes; iDcnn Sie das Interesse daran voranftclttn, so hosie Ich, baß stets Ihr Leitstern und Ziel fei: das Wohl des Vaterlandes."

Die Studenten zogen hierauf vorm Kaiser vorüber sich gruppenweise verneigend. Ter Kaiser zog hierauf noch den Rektor ins Gespräch. Tas Frühstück wurde beim komman­dierenden .General v. Fabeck eingenommen. fciernad) be­gab sich der Kaiser im Automobil nach Meß. Auf der F-ahrt 'vurdcn die Forts der Ostfront besichtigt. Ter

Reichskanzler hat in der Nacht Straßburg verlassen. Fürst zu Fürsten berg reist heute ab.

Ter Kaiser in Metz.

Meß, 8. Mai. Ter Kaiser ist um 6 Uhr 15 Min. nebst Oiefolge in Automobilen, von dem zahlreich die Straßen säumenden Publikum mit begeisterten Hochrufen begrüßt, vor dem Generalkommando eingetroffen, wo er ab stieg.

Obschon die Anlvesenheit des Kaisers hier diesmal einen mehr militärischen Charakter trägt und jede amtliche Be­grüßung unterbleibt, Hal die Stadt doch rcid)en Flaggen- jdimiid angelegt, namentlich die Kasernen und öffentlichen (Gebäude, insbesondere die, welche der Kaiser mit einem Besuche beehren wird, zeichnen sich durch reichen Flaggen- sd)inuck aus.

Auf dem ganzen Wege von Straßburg bis Meß wurde der Kaiser überall herzlich begrüßt, viele Blumenspcnden wurden ihm überreicht. And) in den Straßen von Met) hieß den Kaiser eine große Menschenmenge mit daueritden Hochrufen willkommen. Heute abend folgte der Kaiser einer Einladung des B e z i r k s p r ä s i d c n t c n und der Gräfin v. Zeppelin Aschhcmsen Kim Diner. Aufdem Wege zum Bezirkspräsidium hatten die schulen von Met) Aufstellung genommen. Zu dein Diner waren außer den Herren des Gefolges u a. geladen: Statthalter Graf Wedel, komman­dierender General u. Prittwiü und Gaffron, der Gouverneur non Metz Generalleutnant v. Oven, Generalinspekteur Gene rallentnant Mudra, Präsident des Landcsausschusscs Staatsrat v. Iaunez, Bürgermeister Dr. Forst unh Polizei Präsident Baumbad) von Kaimberg. Heute abend beginnt eine größere militärische Hebung.

Nach dem Tiner im -Bezirksprüsidium überreichte der Bczirkspräsidcnt Graf Zeppeün-Aschhausen als Vorsitzender der Gesellschaft für l o t h r i n g i s ch e A l t e r t u tu s l u n d e dem Kaiser das Jahrbuch der Gesellfchast, ferner eine Schrirt des Obersten Schramm über Rekonstrultionen griccliischer und römischer Geschütze, fodann zwei Faksimile von neugebundencn lothringischen Urkunden. Der Kaiser verließ das Bezirkspräsidium erst nach W o Uhr. Die Stadt ist festlid) beleuchtet.

Der Vormarsch der französischen tjiifsfoloimen in Marokko.

Die Kgtoune Brularo gerät, wenn man den neuesten Pariser Meldungen vollen (Glauben schenken darf, bei ihrem Vordringen in Schmierigkeiten. Natürlid) ist dann die natio­nale Ehre im Spiele, unb die Besetzung von Fe; wird viel­leicht bodi erfolgen. Es gibt aber auch Politiker in Frank­reich, die über die Absichten der Regierung kein Blatt vor den Mund nehmen. Jaurös schildert die Lage in seiner Humamte" sehr richtig und malt seinen Landteutcn kein verlockendes Zukunftsbild Dazu zeigt sich der spanische Widerstand rüdhaltloscr als bisher. Zwischen Madrid und Paris scheint der Faden voller Uebereinstimmnng so in Verwirrung geraten zu sein, daß cs sid) aud) in der spanischen Kammer mit besorgten Anfragen regt. Und, was das Be­deutsamste ist, die spanische Regierung hat an der Nord- spitze Maroklos, zwisd)en Ceuta und Tetuan, militärische Maßnahmen entwickelt unb damit Frankreich deutlich ge­warnt.

Paris, 8. Mai. 2iach Meldungen der die Kolonne Brulard begleitenden Sonderberichterstatter befand sich

>iese >bvlonnc am 2. Mai noch in El mnitro. Ter Marsch ei mit Schwierigkeiten verbunden, da sich die Psade tn ehr schlechtem Zustand befänden. Tic Stämme seien zumeist feindselig g e s i ii n t unb zögen sich vor der Kolonne zurück. Ein Versuch, die Kavallerie mit Geräte zu versorgen, fd)eiterle daran, daß die Bewohner eines Dorfes, dessen Kaid die Lieferung übernommen hatte, sich in den Wald von Namura flüchteten.^ Tort fände eine große Ansammlung von verschiedenen «täminen statt, die wahrsck)einlid) einen Angriff auf die Kolonne Bntlard planen. 'i?ur ein einziger Äard des Zermnr -stammes habe bem Sb er st Brulard Die Versicherung gegeben, daß die Zemnrs wenigstens während des Turchinarsches der Kolonne eine wohlwoilende Neutralität beobachten würden. Nach den letzten Nachrichten sei die Kolonne genötigt, mindestens bis zum 4. Mai in El Krinra zu lagern.

Iaurös schreibt in derHumanits":

Unsere Sioloiiiicn werden alio nach Fe; niaridiieren. ^dion während des Marsches lönncn schwere Zwischenfälle cintreten, wenn die Stämme, wie die Meldungen behaupten, fanatisieren und feindselig sind. Tann werden fie den sranzvsisciien Streit' Träft en uicllcidrt einen furchtbaren Widerstand eiUgegenseveu /.'Iller- lei U e b e r r a s chn n g e n sindmöglich , und wenn die sranzö- sischeu Truppen in Fez ciiididen, bcftm bedeutet das den mora­lischen Untergang des Sultans, der in den Augen aller Marokkaner als int Spielzeug der Frembcn erscheinen wird. Namentlich in Südmarokko werden bann Ausstände ausbrechen. Europa wird gegen b.u- irnnzöfiiche Vorgehen Einwände erheben. Deutschland und Spanien werden sich gegen uns ver­binden, und Frank eich wird sich entweder aus dem marokkanischen Faschoo.i zuiÄck'.iehen oder durch Zugeständnisse aller Art von Deutschland das Recht erkaufen müssen, sich mit Spanien in Marokko zu teilen, welches der Anarchie verfallen and von Haß gegen die Fremden erfüllt sein wird.

T a u g c r, 8. Mai DieAgencc Havas" meldet unterm 7. Mai: Gestern würbe bei Laleh ein z w e i t c r T r a n e - Port ohne Begleitmannschaften von herumstreifenden Ma- roftancrii angegriffen, wobei ein Trainunteroffizier getötet unb zwei eingeborene ^olbatcn verwundet mürben. Einer der bei dem Angriff auf den ersten Kämeltranspon. verwundetcu französischen Solbateu ist gestorben. Tie scheri- fische Harka konzentriert sich bei Laleh.

Pari s, b. Mai.Agencc Havas" meldet ans Rabat: Arn 5. Mai überschritten zwei Eskadronen Spachs und zwei Kompanien der Fremdenlegion mit dreihundert Ka­melen unb Munition ben Buregreg.

Spaniens Entschlüsse.

Tic Sprache der französischen Blätter gegen Spanien nimmt täglich an Schärfe zu. So schreibt bicLiverts":

Es heißt, die Spanier hätten durch ihre Polizeiopera t i o n r n bei Ceuta Frankreich zum Nachdenken gezwungen". Tie französische öffentliche Meinung bat in den lefricn Tagen in der Tat fehl viel nawgedacht und ist zu dem Ergebnis gelaügt, daß Spanien es lediglich Frankreich zu Dcrbaitfcn hat, wenn es in Marotto feftsitzt, daß Frankreich die Tätigkeit Spaniens durch­aus ehrlich und entschiedcu unterstüvt hat, daß Frankreid) für alles, was es für Spanien geleistet unb bezahlt hat, nur B er- leumdung unb Beleidigung, sowie^Gefährtntng seines eigenen Kapitals einheimft Tas möge sich Spanien vor Augen halten, ehe es zu wett geht. In einer Tangerer Meldung wird behauptet, daß die ipaniiuyyij*^ryj)tcn über Unruhen in Letuan durelwus erfunden tritt iw"! er devtlicher zu Tage,

daß die Spanier u»kc allen Mitteln nur ben Vorwand zu einer ebenso ungecechtr^rtlgren wie. gefährlichen militärijcbcn Tenwn- ftration schiffen^wollen.

Nach einer Blättermelbung findet in Bourgos in Spanien eiste Zusammenziehung von Truppen, darunter

Vic Aurreisc der dcutschen Süöpolarerpeüition.

Aus B r c m c r h a v c n wirb uns unterm Mai ge­schrieben: Die Ausreise des unter Führung des bayerischen Oberleutnants Dr. Fikchner stehenden Südpotarex- pebition auf bem SchiffeDeutschlanb" fanb gestern nadmiittag von hier aus vei herrlichstem Frühlingswetter statt. Zu Ehren der Expcbition würbe vom bremischen Lcnato- eine Ab sch ie b s feier Veranstalter, deren aus­wärtige Teilnehmer mit einem Sonberzuge im Kaiserhafen, wo bas Expeditionsschiff lag, cintrafen. Unter den 150 Herren und Tarnen befanden sich der bayerifd;c Staats» 'Minister Frhr. v. Feilitzsch, der bayerische Gesandte tn Berlin, Gras v. Lerchen selb, fast sämtliche Muglteber des bretnischen Senates und zahlreiche deutsche Univcrsi» tätsprofcssorcn, mehrere Offiziere, ferner der Vcrtteter des Reichsmarineamts, Kapitän zur Lee, Behm, und Vertreter verschiedener anderer staarltcher unb städtischer Behörden. Der Bürgermeister, Senator Tr. Barkhauscn, brachte ein Hoch auf den Kaiser unb den Prinzregenten Luitpold aus. Ter bayerische Gesandte in Berlin, Graf v. Lerch cnfelb, wünschte im Auftrage des Prinzregenten, dem Expeditions­schiff eine gute Ausfahrt, bic Erreichung seines Zieles unb eine glückliche Heimkehr Er dankte allen, die zur Turchführung der Expebition beigetragen haben und schloß mit einem Hoch auf den kräftigen Förderer der Forschungs­reise, ben bremischen Senat Generalmajor Bertrab feierte den Expebitionsführcr Cberleutn. Fi 1 chner. Eber» leutnant Filchncr brachte auf afle Förderer der Expedition ein Hock) aus. Tic Glückwünsche der Deutschen Gesell­schaft' für Erdkunde und der fmbierendcu deutschen aka­demischen Jugend, welche bic Expedition mit Begeisterung begrüßte, brachte Geheimrat Professor Pcnck Berlin bar. Tie Abschiedsgrüße seiner bayerischen Regimentskameraden vom RegimentKönig." übermittelte Pkajvr Knebel; er überreichte ein Andenken an bas Regiment. Als ältester deutsd;er Geograph wünschte Prvsefjor Wagner-Göt-- tingcii der Expebitton Glück auf ben Weg.

Um 3 Uhr nachmittags erfolgte bic Ausfahrt des Ex­peditionsschiffes. Bevor bic Fahrt angetreten würbe, wünschte Ministerialdirektor Lewaid im Namen des Reirns lanzlers, des Staats,etrctärs v. Tirpitz und des lbcinisters Delbrück bem Schisse eine glückliche ^ayrt. In Begleitung

des LloybdampscrsVorwärts" trat bas Expeditionsschiff dann )eine Fahrt an. Auf der Höhe des Forts Brinkamc- hof wurden zwischen den beiden Sck)isfen noch herzliche Ab jchiedsgrüße gewechselt. Tann steuerte bicDeutschland" der offenen See zu, während bas Begleitschiff nach Bremer­haven znrückkchrte.

Eiii bisher unbekannter Brief Beethovens befindet fid) in Der Autographensannnlung des Wiener Sammlers Hofrat Tr. Gustav o. Furie. Er Hai nach dem Neuen Wiener Tagblalt folgenden Wortlaut, der in getreuer Beibehaltung Der Schreibweise des Originals wiedergegeben ist: Aufschnu auf der Außenseite:Anoden Fieiherrn von Türcheim u. u. S.ilerstctte No. 855 3ter Stock." Am der Fnncnseüe:Fch war mit meinem Bruder, welcher m einer Angelegenheit mu ihnen nor wendig zu sprechen Hai, schon mein lieber T. gestern rnehrmalen bei ihnen, da man nrir getagt, daß Sie heure gegen Ein uhr in Der Böhmischen Äanzlej sein werden, so werd ub wieder dort mit meinem Ärn Bruder Bürger!. Apotheker in Linz zu chnen kommen, nicht aber um sie nicht zu finden, sondern um sie zu finden allda Vergessen sie unsere alte Freundschon nicht, und wenn Sie was für meinen Bruder rhun können, ohne die österreichische Monarchie um z u ft oben, so hoffe ich, sie bereit zu finden. leben sic woht lieber Freiherr und lassen sie sich heute finden, bedenken sie, daß auch ich ein Freiherr bin, wenn auch nicht dem Nahmen nach!!!! mit inniger Achtung ihr Freund unb Tiener fubnng Van Beethvwen." Ter Brief ist undatiert. Der Beethovensoricher Dr. Th. v. Frimmcl glaubt ihn aber um 1815 datieren zu können. Was Beethovens Bruder FohMin, der jcit 1807/08 in Lin; Apotheker war, von dem Frlwn. v. Türkheim wollte, geht aus bem Brief nicht hervor. Frimmel will aus der launigen Bemerkung Äec- thcuerJ über fernen namenlosen FreihermstLnd schließen, daß es sich darum gehandelt M>e, bem von Johann und auch von Ludwig fälldüid) als Adclsprüdikat gebrütetenDan" ihres Fami­liennamens bic österreichische Adelsgclrung zu verschaffen. Dann müßte man allerdings annehmen, daß Ludwig dieses Unternehmen seines Bruders von vornhercin für aussichtslos gehalten hätte, denn anderufalls wäre die Anerkennung des vermeinUichen Adels auch seine eigene Sache gewesen, während er in dem Briefe nur von einem Anliegen seines Bruders, des bürgerl. Apothekers, spricht, dkatürlicher erfdjeüit mir daher die Amiahme, daß es sich um eine berufliche Angelegenheit des Apothekers gehandelt habe, ^rt der der befreundete Sanitälsreferertt der böhmischen ^ofkanzlei um Beistand angegangen werden sollte. Wenn übrigens die SchreibungÄeethowen" nicht etwa auf einem Lesefehler beruht, so ginge daraus hervor, daß Beerhooen den dort mit w geschriebenen LäM auch jv Z^ProchM Hal, gljo nicht jme f.

Nerventaubhcit durch Elektrizität. Aus Paris wird berichtet: Zwei Aerzte aus Dijon, die Toktoren L e c l c r c und G r e in a u x, haben erfolgreiche Versuche gemacht, durch den elektrischen Strom eine örtliche Ncroentaubheit hervorzurmcn, die bei größeren Operationen Anwendung finben kann. Bei einem Manne, dem ein Finger abgenommen werden sollte, wurde eine große Elektrode au) bem Rücken befestigt, eine anbere auf den <'onxrarm gelegt, ^ann wurde ein schwacher Strom hindnrchgeschickt, der dem Patienten die Empfindung hervor­rief, al5 ob der Arm nut Nadeln gestochen wurde, bann aber eine völlige Unempfindlichkeit zur Folge frattc. Die beiden Aerztc erblicken oie Voriiiige bie)cr cknimiwu '.'.-lethobc dann, daß keine Vergiftiuigserfcheiiiuiig hervorgerufen werden kann, daß eine ge­naue ÄbsMfung der Stärke möglich ist unb daß die Empfinrmngs- loiigfcit in dem Moment amgchopen luirb, wo man den Strom unterbricht. Die Cpericrtcn kommen sofort wieder zu sich und haben auch nicht den Zustand der Halbbetäubung, der nach der Anwendung von Chloroform gewöhnlich ist. Tie beiden Aerzte haben erst eine große Zahl von Tierversuchen angestellt, ehe sie zu der Anwendmig auf den Menschen übergingen.

ttrant pen c n u c l itinjcumcni eben. Der Hygienc-Prosessor an der Kopenhagener Universität, H. A. Nielsen, hat an der Hand der ofteologischen Befunde von G16 im Kopenhagener Nationalmuicilm aufbewahrten Skeletten aus der Stemzeit versucht, über bic Krankheiten der damaligen Zeit Aufklärungen zu erhalten. Wie wir derPolitifch-anthropol. Rundschau" entnehmen, waren Die Skelette je zur Hälfte männ­lichen und weiblichen Geschlechts und stammten aus den ver­schiedensten Lebensaltern. Unter ihnen waren die Langschädel in der Mehrzahl und wo sich eine dlbweichung vom Langschädelthpus zeigte, handelte es sich fast immer um männliche Skelette: bic weiblichen Skelette hatten eine weit geringere Abweichung Dom Typus anfzuweisen. Die Körperhöhe bet in Frage stehenden Steinzeitmenschen unterscheidet sich nickt wesenckick Don bet uw setigcn: die Dutchfcknitishöl?e betrug für Männer 170, für Frau, .i 150 Zentimeter. An einer Reihe von sugendlicken, betonbev werblicken Skeletten wurde RüdgralsDerkrümmung -eftn?. andere Kennzeichen beuteten auf Was'crkvpf, Gicht, englische st rar.: beit, Knochenfraß im inneren Ohr mit Durchbruch in die Schädcl- böhle. Zahnkaries war verhältnisrnäfig selten, jedoch zcigkcn bic Zähne rm allgemeinen eine sehr starke Abnutzung.

Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen­schaft. Gabnelo d' A n n u n z l o verpflichtet sich, für R i ch a r b Strauß ein Libretto zu schreiben. Zm Fuli wollen Dichter unb Komponist tn Paris zusammentreffen. Seinen 70. Geburtstag feiert am 9. Mai der Botaniker, Proiessor Dr. Gregor Kraus in Würzburg. Er ist am V. ÜJlai l&il zuBadOrb geboren.