Luftschiffahtt.
Paris, 7. März. Der Flieger Nenaux versuchte einen Flug von Paris nach dem Puy de Dome. Er verließ Meudvn vormittags um 9 Uhr 12 Minuten mit einem Passagier und ging nach einer halbstündigen Zwischenttm- dung bei Nevers um 2 Uhr 20 ?Ninuten auf dem Gipfel des Puy de Dome nieder. Die Entfernung beträgt in der Luftlinie etwa 380 Klm. Er gewann damit den Miche- linpreis im Betrage von 100000 Franks.
Schwurgericht.
-th. Gießen, 8. März.
Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den 57 Jahre alten früheren Dachdecker, jetzigen Halidelsniann Heinrich Ruppenthal von Köddingen wegen Meineides. Die Anklage vertrat Gerichtsassessor Neuro t'h. Tie Verteidigung führte Rechtsanwalt Arnold. Es waren in der Verhandlung nur zwei Zeugen zu hören. Der Talbestand der Anklage war der folgende: Der Maurer M. in Bad-Nauheim überraschte eines TageS seine Frau mit dein Angeklagten und verprügelte ihn mit einem Stock. Er hatte sich deshalb wegen Körperverletzung vor dem Schöffengericht in Bad-Nauhenn zu verantworten. Ruppenthal, der als Zeuge zu hören war, beschwor, trotz der eindringlichen Verwarnung des amtierenden Richters, daß er mit der Frau M. nichts zu tun gehabt habe. — M, wurde wegen der Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 300 Alk. verurteilt, gegen Ruppenthal aber wurde das Verfahren wegen Meineid eingeleitct. Ter Angeklagte war geständig und hat nach seiner Aussage falsch geschworen, um der Frau die Schande zu ersparen. Tie Geschworenen bejahten die L-chuldsrage wegen Meineid, bejahten aber auch die Milderungsfrage, da sich der Angeklagte bei Angabe der Wahrheit einer strafbaren Handlung bezichtigt haben würde. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten, der bereits wiederholt, darunter wegen Sittlichkeitsverbrechen, mit Zuchthaus vorbestraft ist, zu einer Z u ch t h a u s st r a f e von 17, Jahren und Ehrverlust au° 5 Jahre.
Berlin das Wort zrr seinem Dortrag über „Autorität und F r e i h e i t". Der Vortrag bewegte sich in folgendem Gedanken- gang: Es gibt eine objektive, historische Vernunft, allgemeine Ideale für bestimmte Zeiten, denen keiner sich entzieht, sondern die als Autorität wirken. Das gilt auch für das Christentum. Hier haben diese Ideale eine praktische Natur, es handelt sich um Leben und Seligkeit. Demgegenüber kommt der Mensch in einen Widerspruch des Wollens. Er wird überwunden dadurch, daß Gott den Menschen will, und der Mensch Gott will. Daraus entsteht zwar eine Fülle individueller Gedanken, aber es bleibt doch das Faktum einheitlicher Kontinuität, so daß die Losung sein muß, nicht Autorität gegen Freiheit und Freiheit gegen Autorität, sondern Autorität und Freiheit. Auf den. Dortrag folgte eine lebhafte Aussprache. Prof. Seeberg hob in einem Schlußwort hervor, daß er nicht gesprochen habe von äußeren Autoritäten, sondern von der Autorität, die das Christentum als Idee hat. Der Dienstag-Nachmittag versammelte eine so große Menge, daß der Saal kaum die Versammlung fassen konnte. Hier sprach Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Ihmels ans Leipzig über das Thema: „Durch religiöses Erleben zur religiösen Gewißheit". Nicht theoretisches Denken führt zur Gewißheit in der Religion, sondern religiöses Erleben. Die Möglichkeit religiösen Erlebens läßt sich wisienschaftlich nicht beweisen, aber nicht bestreiten; eine Reihe von wissenschaftlichen Erwägungen sprechen dafür. Miturteilen kann hier nur der, der selbst schon religiöses Erleben gehabt hat. Gewiß wird man nur in der christlichen Lehre, daß Gott in Christus ist, und zwar hier sich in seiner Gnade gegen den sündigen Menschen zeigt. Dann kommen wir auch zu dem Gedanken des Wunders, das nicht der Punkt ist, wo wir einsetzen dürfen, sondern der Punkt, wo wir enden. Nach lebhafter Besprechung wurde dann die Tagung um 6 geschlossen. D ie Tagung hat der kirchlich- posftiven Vereinigung eine Reihe neuer Mitglieder gebracht.
Kirche un& Schule.
** Gießen, 8. Märr. Kirchlich-positive Bor- <tragstagung. Man schreibt uns: Ein Ereignis für Oberhessen und Umgegend bedeutete auch dieses Jahr wieder die am Montag und Dienstag abgehaltene kirchlich - positive Bvrtragstagung, die durch ihren zahlreichen Beiuch und die ersichtliche Anteilnahme der Besucher an den gebotenen Ausführungen den Beweis lieferte, daß sie einem Bedürfnis entspricht. Am Montag abend sprach Kon- ^istorialrat Prof. D. Walther aus Rostock über die Frage: tyJD al s ich Jesus in die Menschheit eingerechnet Locher sich ihr gegenübergestellt?" Er wies darauf Hin, wie in den Worten Jesu als Grundakkord immer der große ^Gegensatz anklingt, daß Jesus sein „Ich" dem „Ihr", der übrigen Menschen 'gegenüberstellt, und er erörtert weiter, rote dieser Grundakkord sich zusammensetzt aus drei Tönen, daß Jesus der allein Reine unter den Unreinen, darum der Retter und darum einst Jber Richter der Menschheit ist. Daraus ergibt sich das Recht, so hohe Anfottrerungen an die Menschen zu [teilen, wie es Jesus tut. Die Tagung am Dienstag begann mit einer Morgenandacht, die an Stelle des plötzlich verhinderten Konsistorialrats Baltzer aus Frankfurt abgehalten wurde von Pfarrer Ausfeld-Gießen. Darauf folgte eine Eröffnungsansprache des Vorsitzenden der hessischen kirchlich-positiven Vereinigung Pfarrers Bernbeck aus -Okarben. Sodann nahm Konsistorialrat D. Seeberg aus
Mvterwald, Raunheim, Rüsselsheim mit Mark, Trebur mit Rhemaue«.
-o. Mainz, 7. Nüärz. Eine eigenartige Krank- hat ein Arbeiter im Stadtteil Mombach durch Bös- tandLgfat vov einem Mitarbeiter bekommen. Als die Ar- Setter in der Bauhütte frül^stückten, warf einer im Uebermut sdem Genannten eine Priese Zement heimlich in den Kaffee. «Der Arbeiter trank den Zementbrei ahnungslos hinunter fimb bald darauf wurde ihm übel, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der Arzt konstatierte eine Gerstopsirng des Darmes infolge der Zusammenballung des IZemevteS Dem Verüber des Unfugs dürfte der „Scherz" iteuer zu stehen kommen.
ch. Bingen, 7. März. Im hiesigen Hafen sind tmt Januar dieses Jahres zu Berg insgesamt 130 Schiffe xorit 698 Tonnen, zu Dal 141 Schiffe mit 1472 Tonnen Ladung an gefahren. Darunter befanden sich bergwärts *84 Güterboote mit 918 Tonnen, talwärts 93 Güterboote mit 157 Tonnen Die Gesamtanfuhr betrug demnach 271 Schiffe mit 8270 Tonnen. Die Abfuhr betrug bergwärts *160 Schiffe nut 332 Tonnen, talwärts 111 Schiffe mit £843 Tonnen Güterboote gingen davon bergwärts 87 mit >39 "Tonnen, talwärts 90 mit 321 Tonnen. Die Gesamt- ialbfuhr betrug 271 Schiffe mit 9175 Tonnen. Der Gesamt- verkehr — An- und Abfuhr — bezifferte sich auf 542 Schiffe ■mit 17 445 Tonnen Ladung.
Hessen-Nassau.
[] Aus dem Kreise Marburg, 7. März. DerVor> Anschlag der Marburger Kreisbahn für 1911 liegt üetzt vor. Er schließt ab mit einer Einnahme von 82 600 Mk. »und einer Ausgabe von 67 500 Mk. Es verbleibt mithin ein Ueberschuß von 15 100 Mk. oder nach Abzug der Beiträge für den Erneuerungsfonds usw. 8943,81 Mk. Der Ueberschuß wird wie folgt verwendet: Verzinsung und ^Teilung de8 Baudarlehens 43 771 Mk., Gemeinenanteil an *S>en Staat 2914,60 Mk., zusammen 46 685,60 Mk., hiervon ab der Ueberschuß von 8743,81 Mk. Die verbleibenden 37 941,79 Mk. müssen durch die Kreissteuer gedeckt werden.
Frankfurt <l d. Oder, 7. März. Die „Frankfurter Oderzeitunak' meldet: Der Auffichtsvat der Vereinsbank in Liquidation beschloß in einer gestrigen fünfstündigen Sitzung Konkurs anzumelden, nachdem such bei der weiteren Prüfung der Bücher und Verbindlichkeiten besonders auf dem Gebiet des Berliner Grundstücksmarktes weitere bedeutende Ausfälle herausgestellt haben. Nach Schätzung des Aufsichtsvates betragt die Unterbilanz ungefähr 6 Millionen Mark, so daß das gesamte Aktienkapital und von den Depositen etwa 50 bis 60verloren sind.
A Wingershausen b. Schotten, 7. März. Bei unseren letzten Holzver st eigerungen wurden folgende Preise bezahlt lür den Raummeter: Buchen-Scheitholz 8 Mk., Buchen-Knüppel 6 Mk., Stöcke 4—5 Mk.. Reiser 50 bis 60 Pfo. Für Bauholz wurde für den Festmeter erzielt: Fichten 1. Klaffe 25—27 Mk., Kiefern 24-25 Mark.
Berlin, 7. März. Die Firma Karl Neuburger, Kommanditgesellschaft auf Aktien, gab bekannt, daß sie in Liquida t i o n treten werde. Diesbezügliche Verhandlungen nach dieser Richtung schweben bereits, sind aber noch nicht abgeschlossen. Die Börse ist durch die Zahlungsoerlegenheiten wenig betroffen, da die Lage der Firma schon feit längerer Zeit wenig günstig beurteilt wurde. Die Firma unterhält an 37 kleinen Orten der Provinz Filialen bezw. Depositenkaffen.
Markte.
fc. Frankfurt a. M., 7. Marz. Heu- und St roh markt. Angefahren waren 16 Wagen Heu nnb 4 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 8,00—8,50 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2,50 bis 2,70 Mt., Wtrrstroh 2,40-0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft schleppend. Die Zufuhren waren aus Oberheffen und den Kreisen Dieburg und Hanau.
Melesrologische Beobachtungen der Station Siehe».
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bis 7. Marz . 7. „
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ist man empfindlich. Rasch ist eine Erkältung da und die Stimme ist öfter belegt und heiser als frei. Das lästige Gefühl der belegten Stimme vergeht, sobald man ein paar Wybert - Tabletten zu sich nimmt, die immer zur Hand sein müssen und in allen Apotheken
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