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8.2.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 35

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Edcheinl kLgNch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener ZamMenblätter" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, oaS ',Kreisblatt für Öen Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seil­fragen" erscheinen monatlich jroetmal.

Sd)ifjst!)pen

Von Dr. Otto Senft.

Ein parlamentarischer Abend beim Reichskanzler.

Berlin, 7. Febr. Der Reichskanzler und Frau v. Bethmann-Hollweg hatten zu gestern abend SO Einladungen zu einem zweiten parlamentarischen Abend ergehen lassen. Von 9 Uhr abends ab erichrenen die aeladenen Gäste, darunter die -Llaatsrnuiister v. Breiten- bach v Syd°w. Di. Lentze und Delbrück, die St°°ts,ekre- täre Krätke, Wermuth und Arco, R-.chStagrpr°>'d°nt,Gr-I Schwerin Löwitz, die Miiglieder des Bundesrats Gras L.r- chenield Freiherr v. Barnbüler, die Unter,taatsfekretare Richter, Kühn und Franck, zahlreiche höhere Mttg reder der Reichsämter und Ministerien, darunter Generalleutnant von

von demselben Durchmesser. Die letztere wird durch die Scherbretter", die an beiden Seiten befestig^ sind, os,en- gehalten, indem die Kurrleinen so an den Scherbrettern angreisen, daß letztere durch den Wasserdruck, den die oahrt des Schisses erzeugt, -gezwungen werden,'auseinanderzu­gehen iind das Netz osfenzuhalten.

Zur Handhabung des viele Zentner schweren Netzes ist die Dampfwinde vorgesehen, mit der es über Bord gesetzt und nach dem Fang wieder aufgecholt wird. Während nun die Segelsischer ihren Fang lebend in der sog.Bünn" aufbewahren, das ist einem Teil des Schiffsraums, der durch Löcher im Boden und in der Wand dem Secwafser den Eintritt gestattet, bringen die Fischdampfer ihre Ware nicht lebend, sondern geschlachtet und auf Eis gelegt an den Markt. Zum Abspülen und Waschen der geschlachteten und ausgenoinmenen Fische das Schiss mit einer großen Dampspumpe ausgerüstet und nimmt mehrere tausend Mio- qramm gemahlenes Eis auf jede Reise mit, zwischen denen die Fische im vorderen Teil des Schiffes sorgsam verpackt werden.

zwischen Arbeügcbcr und Arbeitnehmer die Versichcrungspflickst ' und Persicherungsbercchtigung nicht zuschließen sollen, xtcicr oUj satz wird in zweiter Lesung gestrichen und lomtt die Regierungs­vorlage nucderhergesteM. Rückgreifend beünach der Aus,chu» no« einmal den § 23, der von der mündet nähren Anlage des Ver- mögens bandelt. Die Tisparität zwischen süd- und norddeuhchen Bankinstituten wurde beieüigt.

3in übrigen wurden im Eriten Buche die Be,chlu,ie zweiter Lesung bestätigt. Der Ausschuß begann sodann die Beratung des S c d) st c n B u ch c s über das Verfahren und erledigte die ersten beiden Paragraphen, §§ 15281529, nach der Vorlage.

Nächste Sitzung Mittwoch. *

Vertrauliche Darlegungen des Kriegsministers iw Budgetausfchuß.

Im Budgetausschuß begann heute die Beratung des Mili­tär h a u s h a l t s. Die Sitzung wurde ausgemllt durch Der trauliche Darlegungen des Krietzsminrst er Süb er die Streitkräfte der Nachbarstaaten und des Staatssekretärs des Aeußern über dre äugen, blicklichc politische Lage, sowie eine sich hieran an schlicstendc gleichfalls durchaus vertrauliche Auswrache Bon verschiedenen Seiten wurde die Anwesenheit des R e ich _ - kanzlers gefordert. Die Auffassung,, datz sich der striegs- ininister in fernen Forderungen für die Heeresvorlage unolgc beÄ Druckes des Rcichsschatzamtcs zu weitgehende Beschränkungen auferlegt habe, erklärte Herr m Heeringcn für unbegründet.

Der Wahlprnfnngsanßschuß des Reichstags führte heute die Prüfung der Wahl des Abg. Kochan iuatl.: Lyck-Oletzko) fürs erste zu Ende. Es wurde Beweiserhebung über einzelne Behauptungen des Wahl- prozcsscs beschlossen.

Die Teckseinrichtungen für den Fischerei betrieb bestehen in einer schweren Darnpfwinde vor dem Ruderhau,e, auf deren beiden Trommeln die Kurrleinen das find viele hundert Meter starke Dcahttaue - aufgewickelt |tnb. Vor bem Mast und aus der Reeling sind verschiedene Rollen und Scheiben und vorn und hinten an jeber Lette des Schiffs ein starkes, eisernes Gerüst, derGalgen . ^as

Die Vertreter der hessischen Privatbeamten, lie zur Erreichung der staatlichen Pensionsversicherung in einem Landes-Ausschuß für Hessen-Nassau zusammen^ geschlossen sind, hielten, wie uns geschrieben wird, am Sonntag, 5. Februar, in Frantfurt eine Delegierten- tagung ab, in welcher zu dem erschienenen Gesetzentwurf Stellung genommen wurde. Tie Versammlung war ein­stimmig der Ansicht, dasz der Entwurf eine b r a u ch - bare Unterlage für die Verwirklichung eines den Ver­hältnissen der Privatbeamten angepaßten Pensionsgesetze-.-. bildet, zumal innerhalb der Vorlage der InvalidttarSbe- griff geklärt ist und auch die Form der Versicherung so­wie deren Umfang den Wünschen der Mehrzahl der Un gestellten entspricht. Die Vertreter der Privatbeamten wur­den allerdings beauftragt, bei der demnächst in Berlin stattfindenden Hauptansschusttagung darauf lnnz-ulvirten, das; inbezug auf Prämien und Renten die ursprünglichen Sätze der Denkschrift wieder hergestellt werden. Autzer- dem wurden noch Wünsche über eine Verbesserung der Selbstverwaltung laut, die ebenfalls dem Hauptausschuß und der Regierung zu übermitteln sind. Die Regelung.der Ersatzkassenfraae fand den ungeteilten Beifall der -3ci- [ammluufl. ÄlS Vertreter de- h-s,-schcn Pri°atb--mten. schäft wurden die Herren Karl Mischer, Offenbach, Richard Baum, Frankfurt a. M., und Direktor Oskar Neumann. Sasset, gewöblr.

Mus den Reichstagsausschüssen.

:: Berlin, 7. Febr.

Ter Neichsiwrstchernngsausschufs

Tlebigtc heute dos Erste BuchGemeinde-Vorschriften" § .152 rhieli eine etwas veränderte Fassung, die den Bersicherten einen größeren Schutz gegen Nachteile gewährt, die sie iwn ihrem Arbeit­geber oder dessen Angeftellien wegen der Ueberuahme ober der Art her Ausübung eines Ehrenamts der Reichsversicherung erleiden lönntcn. Ein Antrag der Sozialdemokraten, bet Die üb­lichen KündigungSgrünbe gegenüber einem Arbeiter») crtrtter im Ausschuß ober im Vorstände einer BetriebSkrankenkaste für du Dauer seiner Wahlperiobe aussdstießen wollte, wurde aogelestnt Bei 8 158 halte der Ausschuß in erster Lesung beschlossen, daß hie Geldstrafen in der Hauptsache in die Kasse des Bundes­staats fließest sollten-, statt dessen wurde jetzt die Regi rungs- vorlage wiederhergestellt, die die Kasse des Versicherungstragers bezugsberechtigt macht. And) bei § 165, der von Montagearbeiten außerhalb der festen Arbeitsstätte handelt, wurde die Regierungs­vorlage hinsichtlich des Beschäitigungsortes wiederhergestellt.

Nach S 172 begründet die Beschäftigung eines Eh-'gatten durch den anderen keine Versicherungsvfticht. Der Ausschuß hatte in erster Lesung bett Zusatz gemacht, daß andere Berwandtt'chastsgrade

Haven und Geestemünde beheimatet sind Die Dampfkraft ist erst vor einem Vierteljahrhundert in der Fischerei ein- geführt morben, bat sich aber id)net( «nerfennung ermorben da die Fischdampser unabhängiger vom Witter NN-d al die Seaelfi cher auch mit größeren Netzen fischen und ent­ferntere Fanaplätze anfsuchen konnew xie Versorgung unTercr Bevölteruna mit billiger Seefischnahrung wäre un- Möglich wenn der Fischhandel mt| dre Segel,»cheret ang«. wiesen wäre. _ . , t

Der Kundige erkennt einen Fischdampfer sofort an der Form und an den Deckseinrichtungen. Uebrlgens sind diese Schiffe verhältnismäßig klein: die größten welche M - ,'ckinen bis zu 450 Pferdekrästen haben, sind 41 Meter lang und können ihre Fangreisen weit nach Norden ausdehnen. Sie haben aud) schon in den mar°Nani,chen 0eroa,(etn ge Nicht oon wo ie den Fang nach Lissabon und Oporto bringen Nach dem Weißen Meer, in dem die russi ch- N'aieruna hic Fischerei jetzt einschränken will, gehen deutsche Fitthdampfer^mir vereinzelt, während Englund allerdings Kl Fisch von dort wegholt, so daß manche Zeitunaen neulich der Meldung von dem beabsichtigten Vorgehen der russischen Regierung mit Recht die Überschrift.Ein enalisch-russiicher Fischereistreit" gaben. Tie kleineren Fisch- dampfer die ihre Tätigkeit auf die Nordsee ^kagerak und sUttcmit' und die westliche Ostsee beschränken, haben eine oänae^von 30 bis 35 Meter und Maschinen von 2-,0Pserde- träiten an Trotz ihrer verhältnismäßig geringen Groge ind übrigens die Fischdampser äußerst seetüchtige Schiffe die schon manchem, in Seenot befindlichen Frachtfchiff Hi.fe gebracht haben, so daß die bedeutendste englische ^chisf- ,ahrtszeitung ihnen einmal den ehrenden BeinamenSama­riter der See" gegeben lsttt.

Wgeschen von dem Unterschied zwischen Kttiegs- und Handelsschiffen gab es zurzeit der Segelschiffahrt keine Ver­schiedenheit unter den Schiffsthpen. Die Handelsschiffe imterschieden sich nur durch die Größe und entsprechend durch die Takelage; Vollschiffe, Barken, Briggs, Schuncr, Gal- lioken waren, was die Einrichtung des Schifssrumpfcs be­traf, ziemlich gleich, und dasselbe Schiff diente sowohl zur Beförderung von Getreide wie von Holz, von Stückgut und von Kohlen. Anders heute. Wie überall eine Speziali- ji-erung eingetreten ist, so auch in der Einrichtung der Schisse, und wer unsere Häfen durchwandert, bemerkt heute die verschiedensten Schissstypen. Unter den Passagwr- dampfern gibts solche, die ausschließlich Passagiere ober nebenher Güter befördern, solche die für die Tropensahrt oder die nordatlantische eingerichtet sind usw. Noch mehr iin die Augen fällt aber die Verschiedenheit der Fracht,chiff- typen. Ta gibt es dieTankdampfer"5 die zur Beförde­rung von Petroleum oder Rohöl dienen; sie nehmen ihre flüssige Nahrung nicht in Fässern ein, wie es früher gang und gäbe war, sondern pumpen sie direkt in ihren Raum und geben sie direkt aus dem Raum in die Reservoirs an Land' Für den Erztransport, der seit Einrichtung von Hüttenwerken an der Wasserkante stark gestiegen ist diese Werke sind auf den Bezug ausländischer Erze angewiesen werden Dampfer mit besonderen Raum-- und Löschvorrich­tungen gebaut; die sog. Turmdeckdampfer, die einen eigen­tümlichen Querschnitt haben, sind für die Verfrachtung losen Gutes erfunden worden; für die Legung von Kabeln hat man besondere Schiffe mit verwickelten Einrichtungen hergestellt und Deutschland besitzt ihrer zwei. Tie Unter­nehmer, die sich mit der Hebung gesunkener oder der Flott- machung gestrandeter Schiffe belassen, haben Pumpen- und Hebefah'rzeuge, Taucherfchisse usw, und b.i d m beklag ns- werten Utifäll^onU 3'^ist ja auch ein solches Sp.z.al- schiff unserer Marine in ifiieit gewesen.

Ein im Binnenland wenig.bekannter.Typ biefer epe-1Tifern^öVrüft; ber ,'Galgen" Das zialschisse find ti: Fischdam ier, bereu rou r i ~c tp 1 n.. ) T1 -< ße.-te^ einem beutelsörmigen Netz von

rund ein Vierteltausend haben, die in d n Hoch ee fch rei- oeftty vorderen Oeffnung etwa'

Plätzen Hamburg, Altona, Eux.-aven, N.roenh^m, Br.m.r-jetwa L0 Meter ~angt unu

Zur parlamentarifd)cn Lage in heften.

R B. Darmstadt, 7. Febr. Die allgemeine Erwa^ tinfl, daß sich die Zweite Kammer womöglich noch or dem Beginn der Haushaltsberatung nut den ron der ersten Kammer abgeänderten Befchluffen über bu L>ahlrechtsvorlage beschäftigen würde, scheint sich nrckft zu bestätigen. Tie' Sitzung des Gesehgebungsausfchufses, die iw heute ausdrücklich mit der TagesordnungWahlrechtt'- rlage" einberufen worden war, ist heute früh wieder ab- ,c(it worden mit der Begründung, daß man erst den ver- > ticbenen Fraktionen Gelegenheit geben müsse, sich über die »iiänderungsverträge der Ersten Kammer schlüssig zu machen. Es wird auch bekannt, daß zwei der Mitglieder des Ausschusses am Erscheinen zu dieser Sitzuiig verhin­dert waren, deren Erscheinen bei der neuen Stellungnahme M unbedingt notwendig erachtet wurde. Ferner sollte im Anschluß an diese Sitzung der Kammervorstand heute nachmittag zu einer Beschlußfassung über die Geschäftslage des Hauses zusammentreten. Auch diese Sitzung ist wieder abbcfteOt worden, da mehrere Mitglieder am reckstzeitigen Erscheinen verhindert waren. Es soll dafür am Dienstag radnter Woche eine neue Vorstandssitzung euiberufen wer­ten Als Termin für den Beginn der Plenarbe- ratun gen ist jetzt Mittwoch, 22. Februar, rn Aussicht

Alle technischen Neuerungen find auf Fischdampfern eingeführt. Tampfüberhitzer, Ventilsteuerung, sogar Funkentelegraphie usw. Auch mit Motoren hat man schon Versuche gemacht, wenn bisher auch nur in der soggroßen Heringsfischerei". Diese wird zum größten Teil noch mit Segelschiffen, den fog. Loggern, betrieben, und um sw unab­hängiger vom Wind zu machen, gibt man ihnen vielfach Hilfsmaschinen: Dampfmaschinen und neuerdings Motoren, Nebenbei bemerkt ist unsere große Heringsfischerei $um Teil in andern Hasenplätzen ansäsiig als die oben geschilderte Fischerei mit Fischbampsern: Hamburg, Altona, Cuxhaven, Nordenham, Bremerhaven und Geestemünde sind ber n Zentren. Der Fisch wird von dort zwischen Eis verpackt nach allen Richtungen des Binnenlandes verschickt, und der Feinschmecker, der zum Frühstück eine gebackene Seezunge verzehrt, ober ber Handwerker, der sich mit seiner Familie zum Schellsisch ober Kabe-aa nieder etzt, hat wohl feine Ahnung, welcher Untern hmungsgeisl und welche verwickelte Technik nötig ist, um ihm diese Gerichte zu liefern.

Das Mitärluslschiff M 5 auf der Zahrt nach IM

otha 7 Febr. Tas MilitärlustschiffM-3" ist heilte früh 6 Uhr 5 Minuten mit der Richtung auf Metz ahaeiabren. Tas Luftschiff wird tierfudicit, btc Bahn li ni c Bebra Hanau -Frankfurt a. M. emzuhalten und von da wahrscheinlich über Worms und Kaiserslautern seinem 3iC15u1lbTn7. Sebr. Au« bem Milit-rlMchiffM 8" wurde folgendes Tiensttelegramni an die Garnison Hanau ausgeworsen. Landung beabsichtig« 100 Mann Alarmbereit* schäft halten. Sperling." .

banau, 7. Febr. Wie derHanauer Anzeiger meldet, hat das MilitärluftschifsM 3" um 11 Uhr 50 Minuten ow '5aör passiert, ohne eine Landung vorzunehmen, und ist ui ber Richtung auf Frankfurt a. M weitergeflogen

Frankfurt a. M., 7. Febr. Tas MilitarluftfchiN $ passierte um 10 Uhr 30 Minuten Steinau und um 10 Uhr 50 Minuten Gelnhausen

Tarmstadt, 7. Febr. Tas MilitarlustlchmM 3 ü6a« flog heute mittag in der Zeit von 12 Uhr lv bis 12 Uhü 30 Minuten in der Richlmig von Nordost nach eubn>eft umere

W orms, 7. Febr. Soeben 1 Uhr 15 Minuten passierte bas MilitärluftschiffM 3" den VoroiTt Neuhausen in direkter Richtung auf Kaiierslautern. . , .

M etz, 7. Febr. Tas M i l itär l us t schifsM -^kant um 6 Uhr abends in Sicht und landete nach 12V4 stündiger tyafyrt um 6 Uhr 20 Ncinuten g l a 11 vor der Vallonh ille

Der Ausschuh für die Cewerbenovelle stimmte in seiner heutigen Sitzuiig den Vorsd)lägen des Entwurfes in bezug auf die §5 120 e, f und g ber Gewerbeordnung zu. Die hierzu gestellten sozialdemokratischen Anträge wurden von allen bürgerlichen Parteien abgelehiu. Ter letzt gellende 120 e erhalt einen Zusatz, wonach in die vom Bundesrat zu erlasienden üe- sttminungeu aud) Anordnungen über das Verhaltender .i r- b eit er im Betriebe zum Schutze von Leben und Gesundheit aufgenvmmen werden tonnen. o.er neuebi-ui

fCnoniarmhbt, 7. Febr. Der vierte Ausschuß ker Zweiten Kammer trat heute vormittag unter Vorsitz des Übg. Stapler zu einer Beratung zusammen, in der eine Anzahl älterer Beratungsgegenstände erledigt wurden. Der un- Iraq des Abg. Köhler, betr. die Gleich m atz i g k et t d e r Schulferien, wurde eingehend besprochen und der Ansichutz fcichlotz, mit Rücksicht auf die wohlwollende Stellung der Re- neruiig zu dem Antrag die Angelegenheit bis zu einer Abande- mg tc5 Vol.sschulgesetes vorläu ig für erledigt 3.u, erklären. Tie beiden Anträge Ulrich, betr. die nationale Einheitsfdmll ind betr die Ausbildung der Volksschullehrer wurde vom Auv- ctzuß für erledigt erklärt, nachdem sich die Regierung am ihre irhriachen früheren Zuschriften und Entscheide bei ^^^enhelt -er Kammerberatungen im Jahre 1908 bezogen hatte, xer Auv- iiuh erklärte ndi mit diesen Regierungserklärungen einverftanden. <in weiterer Antrag Ulrich, der die staatttche Mobtliar- , e r s i ch e r u it g betrifft, wurde mit allen gegen eine vsttmme .bqclehnt, ein Antrag desselben Abgeordneten, betr. die Kosten 4 Desinfettionsverfahrens, wurde angenommen. ?vür erledigt erklärt wurde dann die Vorstellung des Zentral- '.erbandes der Handlungsgehilfen, Stellenvermittlung betr., da lituunchen das betr. ^tellenvermittlungsgeietz bereits erledigt worden ist: auch die Vorstellung der Poktbeamten von ibba betr. Wohnun g s a e l dz u , ch u ß wurde für erledigt e-klärt und schließlich noch die Vorftellung der De u t, d) en Tiirnerschaft betr. die Einführung von Leibesübungen ab- gelehnt, weil es undurchführbar ericheint, solche Turnftunden in cen ländlichen Fortbildungsichule.i einzu'üliren.

nach Anhören beteiligter Gewerbetreibenoer uno uroener u« zuständige Polizeibehörde durch PolizeiverordnunZ Dauer, Beginn und Ende der zulässigen täglichen Ar­beitszeit und der zu gewährenden Pauken regeln^und die zur Turchsülnung erforderlichen Anordnungen erlassen

Ein zweiter "Absatz dieses Paragraphen lieht den Erlatz solcher polizeilicher Bestimmniigen und Anordnungen am Mrag ober nach Anhören des Gewerbeaufsichtsbeamten und nach AnhoreN beteiligter Gewerbetreibender und Arbeiter auch für einzelne Be^ triebe vor. Rach § 120 g sind die auf Grund der §§ 120 e und k eilasfenen Bestimmungen des Bundesrats zu veroffeiitlichen und dem Reichstag zur Kenntnisnahme vorzulegen, xie ^ozialdemo- Ernten wollten in einem ihrer Anträge solche Bektiinmungen aud) haben für Gewerbe und Betriebe, in denen durch ubermatztge Dauer der Arbeitszeitdie Fortbildung ober das Familienleben der Arbeiter" gefährdet werde.

Die nächste Sitzung Ttnbrt nad) acht -lagen itati.

Wachs, Reichsbankpräsident v. Havenstein,.Professor Fischer, der Direktor ber Deutschen Bank Helfserich, der Präsident der Berliner Handelskammer Herz, 2. abtbounv H f '"onn, ferner Professor Lazarus, Staatsm.nister H.n g G.sandler Bünz, Oberpräfibenl v. Günther, ferner daS Herrenhaus- Mitglied Professor Wagner, die Reichstagsabgeordneten v Normann, Freiherr v. Gamp, v. Siebert, Freiherr von Hertling, Herold, Pieper, Bassermanv, Prinz <sd)onaich- Earolath, Eickhosf, Müller-Meiningen, Mnc d in außerdem vorn Auswärtigen Amt SegaiunSra: Ester na in und Un.er staatssekretär Wahnsck a fe, der den Reick s anz er b i n l m fang der Gäste unterstützte, mehrere Vertreter der Preise und andere hervorragende Persönlichkeiten. Eine außer­ordentlich angeregte Unterha tung hielt die Teilnehmer i v acftriqcn Abends bis Mcktcrnacht zusammen. Der Reichs­kanzler griis überall in bie Unterhaltung ein. Er sammelte um sich immer wieder kleine Gruppen, so daß eine angeregte Stirnnrung den ganzen Abend beherrschte. _

Redaktion, Expedition und Druckerei:^ ^cbul- straße 7. Expedition und Verlag: al.

Redaktion:e^N2. TeU-Adr.:AnzeigerGießcn.

Zweiter Blatt M Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheften

Mittwoch, 8. Februar 19U

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen UniversilätS - Buch- und Sleindruckereu R. Lange, Gießeit.

Für solche Gewerbe, in welchen durch ubcrmaßtge Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gelundhett der Arbeiter gefährdet wird, kann der Bundesrat und, wwett nicht Bestimmungen erläßt, die Landeszentralbehorde oder h Anhören beteiligter Gewerbetreibender und Arbeiter die