Donnerstag, 7. Dezember M
16L Jahrgang
Erstes Blatt
HL 288
toei
das Regicrungsgcbaude unb einen Teil der Ortschaft ohne Men»
Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.
Stellungen zurück.
b a h " dementiert in aller Form das Gerücht, daß
rcnS mit Italien untern»Atmen habe.
onbem nur einige 9tüdcnbcdungcn mit mehr ober weniger
krsolg angegriffen. Wenn jetzt der Meinkrieg im Zmnern beginnen ,ollte, luirb die italienische Berichterstattung wohl
andlingen.
Ilili
Am
»•Rabattes
zu feinen Verhandlungen zu-
erfolg.
eite an dem schicksalsreichen Werke Karl
schieden, diese neue
Novität.
auch Die Ausführung.
act Herr Air. muß es
Prästdenren Nissen eröffnet Fahren die Genossenschaft gt»
Schön Herrs zu schlagzertel mit heißt es da:
enanten Abcnd voll" einladet, vielleicht aber ja wissen»
nässe Irosineo ein •Bredel
Tas Richtige ist: mit innerer Freiheit aus der Ueberlicferung lernen; in ruhiger Energie auf ihr aufbauen; ab tun, was die Entwickelung persönlichen Lebens hemmt; aus ihr verwerten, was die Gegenwart fordern kann.
Tas moderne El-rntcntuui darf — so schloß der Vortrag — ganz geschichtlich denken: das ist Jeinc Freiheit. Aber eS muß auch geschichtlich d-.nken: das ist seine Gebundenheit. Zn jedem Falle toll ihm die Geschichte nicht etwa „ein Spott und eine schmerz- liche Scham" fein, sondern eine Lust und ein Reichtum.
zukommen. ..... . ~ .
Ter Präsident gedenkt ,odann der Aoten der Genoncnichatt aus dem legten Jahre, in erster Linie der Ehrenmitglieder Wü- hÄmine Seebach und Friedrich Haas e. Tie Geno>'emchaft fei tbrweralerbin der Wilhelmine Seebacb geworden und Friedncg Haase habe ibr eine 100 OOO-Mark-Slirrung bmterlancn. Vlad) Oer Ab'cndung eines Begrüsungstelegramms an Ludwig Barna»- erstattet der Obmann der uenonemaxi’t Vruno nobler d:n chemenichaitsbencht und dantt allen, die an dem Ergeon-.s mit- gcaroeitet haben. Zur Ermogiiaiung d.r Eryohang der Pensionen «eien mindeitens ßUUOOü Mark notwend.g und Dieter vertag weroe ui nicht zu ferner Zeit erreicht fern. An den veriajt tnuDT.e uaj eine ,ehr levt-afte znusernamxr'Ctzung, Die teure et ic paiuiuiüjai
8
entdecken Bor uns liegt der umfangreiche Ander Ankündigung des Stückes. Zn Lapidarfchrfft
Stadttheater Aarau.
Direktion: Earl Senges.
chrieben und eb
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die Pforte bei den Mächten Schritte zur Hcrbcuührung des Frtc
‘ersbWnzJ |
®enoficnfd)a;tstag deutscher vühnenangehöriger.
ch Berlin, 6. Tez.
iQche° g. und larziP8"^ üebang
Charakter annahm. Tarauf roiro zur Beratung der vorliegenden Anträge übergegangen, von Denen sich die meisten auf interna Angelegenheiten uno Satzungsänderung der Penfionsanstalt beziehen. Bei der Beratung der Anträge kommt cs wieder zu heftigen Zusammenstößen.
Zn spater Avrtwi^rwc wird die Weiterberatung aöf morgen vertagt.
Tie österreichischen Theaterdircktoren gegen die Kinematographen. Aus Wien wird dem B. T. gemeldet: Ter Qcrbanb österreichischer Theaterdirektoren hat an das Ministerium des Znmrn ein Gesuch gerichtet, die Konzessiv nicrung von Kinematographentheatern einzuschr^nt.m Zurzcü bestehen in Wien hundertundsechs Kinematographenthcatcr. Tie Honicifioncn find zu einem Handelsobjekt geworden. Bis zu 150 000 Kronen werden für die einzelne Lvonzeision gezahlt.
— Tie Lebenserinnerungen der Schauspielerin Pa 1 rnay Gräfin Zlka Kiniky , die vor einigen Tagen erschienen, sind von der Wiener Staatsanwaltschaft befchlagnahmt worden. Anlaß zu der Beschlagnahme bilden offenbar jene Stellen, Die sich mit einem Mitglied des kaiserlichen Hauses beschäftigen.
fchenleben zu vernichten.
Tcvefchen zufolge zerstörten die Ztaliener am 2. Dezember die türkischen Stellungen mit Geschützen und befetten den Hagel Zaat westlich vom Fort Meßri. Tie türkische Kavallerie warf die Ztaliener zurück und zersprengte sie. Tie Ztaliener erlitten beträchtliche Verluste und zogen sich in ihre
lammen.
Tie Sitzung wurde durch den
Er erinnerte Daran, baß vor 40 _ , . .
gründet wurde. Damals erschien Der Aufruf eines unbekannten Schauspielers, welcher forderte, daß die Pflichten der Bühnenleiter gegenüber Den Schau»Pie.ern formuliert werden tollten. Tiefer Unbelannte entpuppte sich fchließiich als Ludwig B^rnay.
lammen mit 75 anderen Herren nef er die ^ühnengcnoncn'chait in3 Leben Vieles ist erreicht, aber noch manches gilt es zu reformieren. Nock immer herrscht Der Kostümzwang für Die weiblichen Mitglieder. Es gibt immer noch Bühnenleiter, welche es ab» [ebnen, in Diner Beziehung Dem reeibiunen Personal entgegen»
in Aussicht stellend", zum Bciuch
Ter jeud rn.nsetzct'.s ist feines Lc
Unter überaus großer Beteiligung von Vertretern aller Zrecig- tereine der deutschen Bühnengenoiienfchaft aus Deutschland unb Oesterreich trat heute im Fest-aal des Zoologischen Gartens der Deutsche Bühnengenossenichaitstag zu feinen Verhandlungen zu-
Konsta nlinopel, 6. Tez. Tas K rie gs m i n i ste - tium veröffentlicht folgende Meldung: Tie italienische Flotte bombardierte am 26. November das Telegraphenamt unb das Wachtbaus in Brik an der Küste von Benghasi. Am 68. November zerstörte sie das Telegraphenamt in Kau Ahmed, das Zollamt von Mis Rata am 30. November. Am 1. Tezern- btr beschossen die Ztaliener Z u a r a und zerstörten die Kaserne,
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> „hoc.)achtungs- acyerio.gs sicher.
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Zeitig «im ein iwei-j. hesev fertig l- ei fo lebend Rundschm , 3.— astischen Nittr »MiDwt Allftem. Zeitum b. M. 3.- nlt der alternd« lerjwenWlrt» Beobachtung
w. Berner Bund, ovellen. Geb.
' einschllesshcl-
Bet Rückzug öer dürfen.
Der Riidzug der Türken ins Innere von Tripolis ist sticht ohne neue Kämpfe erfolgt. Tie Italiener behaupten, ie hätten die Gegner verschiedentlich in die Flucht ge- chlagen. ES hat aber den Anschein, als hätten die Jta» jener das Gros der Türken gake nicht mcl)T getroffen.
chre täglichen Siegesberichte einstellen:
Tripolis, 6. Tez. (Aaenzia Stefani.) Zn Tripo [iS und Ainzara verlies die Nacht ruhig. Auf Die Meldung, ’ daß sich eine zwei» biS dreitausend Mann starke Abteilung diesen Norgen noch etwa sieben Kilometer in östlicher Richtung von Ainzara befinde, ging die Tioision des Generals P e c o r t G e ■ ralbi, unterftübt von Der Brigade Rainaldi, erneut zum Angriff vor. Tie Kavallerie erhielt Den Auftrag, in der -richtung auf Taphana unb Garjen aufzuklären Ein Flieger meldete, daß sich in einer Entfernung von fünfzehn Kilometern ton Ainzara keine andere stärkere Abteilung des Feindes befand. Eine auf Taphana vorgegangene Eskadron entdeckte i verschiedene Karawanen, die sich auf dem Rückzüge ! befanden. Sic griff die Karawane, die von bewaffneten Arabern geleitet wurde, an, tötete fünf, verwundete viele unb I »ahm acht Araber gefangen.
Tie in bet Richtung auf Garjan auffiärenbe Eskabron ritt bis auf etwa zwölf Kilometer von diesem Ort entfernt vor. "Sie sand nur kleine Karawanen mit Verwundeten, J kranken, Frauen unb Gepäck. Tie Division Fee ort | Cer al bi stieß in kurzer Zeit auf bic erwähnte feindliche Ab» I tcilung. Nach Austausch weniger Schüsse zwischen der Italien scheu Vorhut unb den feindlichen Patrouillen eröffneten I die italienischen Batterien den Kampf. Ter Feind | Lartetc nicht den Angriff der italienischen Kolonnen ab, sondern stürzte sich unmittelbar nach den ersten Kanonenschüssen HalS über Kopf in die Flucht. Er ließ viel Munition, Ge-
IHoöcrnes Christentum und geschichtliche Ueberl.eserung.
Gießen, 7. Tez.
Ter letzte der fünf Tel i g iondtoiifeniaw il lujcn Vortrage der rheologi>'ck>en Fakultät wurde Mittwoch abend in der Neuen Aula «halten,
Professor Schi an behandelte das Thema: ,,Modernes Christentum und geschichtliche Ueberlicferung". Er zeichnete zuerst bte Stellung, die das moderne Christentum tatchchlich zur geschichtlichen Ueberlicferung einnimmt. Trotz mannigtacbet Verschiedenheiten läßt sich doch beobachten, daß im Allgemeinen meie Stellung kühler, ja ablehnender geworden ul. -ras hegt an Dem gesteigerten Selbstättdigkeits- und Persönlichkcü-odrang des modernen Geschlechts und an einem reizbaren Freiheitsbedurmis. Auch nationalistische, spekulative, mystische Neigungen in bunter Muchung sprechen mit. Tie unbedingte Ehrfurcht früherer ZeUen, vor der Ueberlieserung ist ihm verloren gegangen; an ihre -stelle ist Kritik unb Unsicherheit getreten.
Zm zweiten Teil erörterte Der Vortrag fobann Die richtige Stellung zur Ueberlicferung. Er stellte sowohl allgemeine eave dazu huf; die starke BÄingthcit auch der 3?tortenc durch Die Geschichte, ivurbc hervor gehoben, religiöse Verarmung als die Folge mangelnder Befruchtung durch die Ucbcrlieierung bezeichnet. Die Notwendigkeit selbständigen religiösen Lebens betont. Im einzelnen sei die grundlegende biblische Ucverlte’crung xinb bie Darauf ausbau ende lirchliche Ueberlicferung zu sondern. ^riICTC Müsse unter allen Umständen Grundlage des Christentums bleiben; Ql» geschichtliche Religion ist das Christentum mit Der Penon seines Stifters untrennbar verbunden. Es war nur durch ihn möglich mb ist auch heut nur durch ihn möglich. Mögen einzelne ein 1-ur unmittelbar auf ihn zurückgehendes Christentum haben, die Christenheit als Ganzes kann auf stete Orientierung an Christus inD immer neue Befruchtung Durch ihn nicht verzichten. Aber tiefe Autorität der grundlegenden UeDcrhefecung beichrankt sich «uf das» was wirklich tragender Grund der Religion ist, au' Das in Christus geoffenbarte Eoangelium; gegenüber allem, was nicht iu die,em Zentrum gehört, ist das spatere Geschlecht frei. Gegen- über der fortbaucnDcn kirchlichen Ueocniefcrung lägen Die Ege noch aiiu-i». Niasts an ihr ist uiucDingte mitoritut: Du ’^cifietUMt ist ui ihrer Stellung zu iyr gründ-üblich frei. Darum iie freilich noch nicht zu rüa,ta,'tsto^r X5cnueriung befugt.
Glaube unb o e i m a t" e i n — „kolossaler Lach- " Tem Stadttheater in Frau, Schwei;, war es be-
| treibe unb Material zurück.
Tie italienischen Truppen kehrten gegen brei Uhr nach Ain- ;ara zurück, um eifrig an ber Verrichtung bes Lagers zu arbeiten. Tie C^fundheit ber Truppen ist trotz ber großen Anstrengungen ctzt ausgezeichnet, bie Stimmung gehoben.
Ter letzte Tag ist auf ber ganzen Linie der italienischen Befestigungen ruhig verlausen. Tie italienischen Gesamtverluste cm 4. Dezember betragen: 1 Lsfizier unb 16 Solbaten tot, t ö Lfsiziere und 94 Soldaten verwundet, darunter befindet sich | Lberst Paftorelli. Tie Araber erlitten beträchtliche Ver- | lüste.
TaS Kriegsgericht hat 14 Eingeborene, die schul- ■ big befunden wurden, verräterisch italienische Soldaten am 23. Cf- I laber getötet zu haben, z u m Tode verurteilt. Tie Unter- I fudjung in Der Angelegenheit ergab, daß bie Schuldigen von I Türken bewaffnet worden waren.
Heute morgen brach General Peeort zur Verfolgung | des Feindes in der Richtung auf Zarhuna von Aintara auf.
Tripolis, 6. Tez cAgenzia Stefani) Tie letzte Nacht | ist auf der ganzen Linie bei Tripolis und Ainzara sehr ruhig I terlaufen. Tie Cafe war vom Feind geräumt worden. Italienische I Kavallerie wurde in ber Richtung auf Beytrbras unb Beyelturk I euSgesandt, um bie Araber unb Türken auf ihrer Flucht zu Der- I folgen. Tie Flug stuge nehmen Erkundungsslüge vor. — An ber I italienischen Linie bei Der Cafe unb Ainzara finden sich zahlreiche I Eingeborene ein und bitten um Schutz. — Sämtlidjc Gefangene I versichern, daß der Feind vollständig demoralisiert und in lln- I Ordnung geraten sei.
Eine türkische Meldong.
von Carl Schonherr.
An den $en'oncn;etrel fchlietzt sich noch eine iftige Anpreisung des Stückes rm: der Herr Tir Scnoc:- . Liter*
ve z« asvrel monatlich viertel« jährlich '3d. 2.20; burd) Abdole- il Zweigstellen monatlich tk> Pl.; Durch die Post Ti’f.2.— vicrttl- jährl. anv<d)L Bestellg. ZeileripreiS: total Ib'Vk anSivarts 20 Istenntq. Chefredakteur: 2l Goeist Verantwortlich für den politischen Teil: Sluciuft ffioen; für ,Fe»nlle- tou^, .Vei.iiischleS' unb .Gciichtssaal-: N. Neurath; für »Stadt unb Land': E.Heh; für den Anzeigenteil: $». Beck,
kommen werde Trotzdem fei es natürlich notwendig, alle Mräfte anzuivaimeii, um z. B. den WadlkrcS Tarmfiabt hem bürget lichen Üanbibatcn zu erhalten Wie bic Tinge liegen, wird im lommcnbcn Wahlkampf nicht bic Parole deo R etchs kaitzlero von ber gefährdeten WirtschaNS Politik Geltung Haden, sondern man wird vor allein berück sichtigen müssen, welche tiefe Erregung in bet Bevölkerung bte Führung unferer auswärtigen Politik hervorgernlcn hat Deshalb wird auch ber kommende Wahlkampf von biqcm großen politischen Gedanken getragen werden.
Es wurde bann auch von einzelnen Rednern bei borge hoben, daß ja gerade Die nationalhbcrale Partei in dieser Beziehung sich eins reisse mit der überwiegenden Mehrheit des Deutidjcu Volkes. Nistst nur aus den ReichstagSverhandlungcn fei das deutlich hervorgeganaen, sondern auch au» dem Bericht des e Parteisührcrs Ernst Basiermann aus dem nationalliberalen Partei • tage in Berlin. m
An Die Erörterung dieser Fragen schlotz sich dann eine Besprechung über bic Organisation ber Wahlarbeiten selbst. «
Ein besonderes Znterefse aber verdient diese L>auMvcrsammluiig infofern, als in ihr auch über die EinigungsvcrHandlungen mit ber fortschrittlichen Boltsvartci Be richt erstattet wurde. Zm sozialdemokratischen Organ „Der Bolkssreund" sei ein Bericht erschienen. Der in feiner Weise Den Tatsachen entspricht. Tr. Osann führte aus: Am 4. Dezember hätten auf BeraMassung des LandesverbanDes des dansabun des in Darmstadt zwischen Vertretern dieses unb den beiden bürgerlichen Parteien, Der nationallibcralcn unb Der fortschrittlichen Volkspartei, Einigungsverhanblungen fiattgeiunbcn. Tic Veranlassung zu diesen Verhandlungen war in B e r I i n gegeben worden, und er habe sich selbstverständlich an diesen Verhandlungen mit zwei Herren, welche von dem geschästsführendeii Auslchuß ber nationalliberalen Bartet erwählt waren, beteiligt. Die sortschri111iche Volkspartei stellte bas Verengen, es sollte seitens Der nationallibcralcn ZentraUcitung in Berlin ober von ber hessischen Parteileitung in Tarmstabt erklärt wer Den, baß sie bic Manbibatur bes Herrn Tr. Becker in Bin g en Alzey nicht als eine nationalliberale ansehe Weiter solle bic nationalhbcrale Partei Gießen ossizicll im ersten Wahlgang den Kandidaten der sortschrittlichen VoUspartci unterstützen (diese Einigung ist bereits erfolgt), dann werde bte fortschrittliche Vollspartei im ersten Wahlgang bic Manbibatcii der nationallibcralcn Partei in 9t l ö f c l b (auch biefe Einigung ist inzwischen perfekt geworben), Erbach, Ossenbach unb Mainz unterstützen, hi Fr iebberg aber nur Dann, iveiut der Jtanbibat sich verpflichten würde, im Falle seiner Wahl der naticnallibcralcn Partei als Mitglied beijutreten W n > m soll außer Betracht bleiben, dagegen soll bie sortschrittlichc Volks Partei in D a r m st a d t in der Stichwahl für den nationalliberalen .Kandidaten eintreten. D'C Vorau^senmig aller dieser Vorsststage sei aber, baß die nationalhbcrale ftanbioatut im Wahlkreis Bingen nicht als eine solche bezeichnet werbe.
2 entgegen über sagte Tr. Osann, er habe daraus hiuweisen müssen, baß die Zentrallcitung der nationallibcralcn Partei in ui sich zu einer solchen Erklärung nicht entschließen werde. Auch nach dem hessischen Lrganisationsstatut für bic Laubes Partei fei der geichaiisiuhrendc Ausschuß nur bann -UM jchluß von Kompromissen berechtigt, wenn bic Parteivcrtretung des Wahlkreises ihr Einverständnis hierzu gebe. Es handele sich aber in dem Wahlkreis Bingen-Alzey nicht um die Person des Herrn Tr. Becker, sondern darum, daß er von den national liberalen Vertrauensmännern des dortigen Wahlkreises ausgestellt worden sei und bei der letzten Wahl 5900 nationalhbcrale Stimmen erhalten habe. Tem Willen der nationalhbcrafen Wähler, der nahonatliberafen Vereine und der nationalliberalen Organisation des Wahlkreises gegenüber könne man doch nicht cimad) erklären, daß ihr Kandidat und damit bic ganze natio- naLhbcrale Wählerschaft nicht mehr nationalliberal sei. Es sei doch auch kein liberales Verlangen, in dieser Weise gegen Partei- angehörige vorzugehen, daß man sie einfach durch eine solche Maßregel aus der Martci entferne. Und so habe auch Der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Partei, der am 3, d. M. juiammcngcroeien fei, den Beschluß geiaßt, in dieser Richtung den Vorschlägen der fortschrittlichen Volkspartei nicht zuzustimmen.
Seitens der Vertreter der fortschrittlichen Volks» Partei wurde, so berichtete Tr. Osann weiter, hierauf erwidert,
5um letzten Mall Novität.
Kolossaler Lacher folg!
(Mit Grilwarzer-Preis ausgezeichnet.)
Glaube und Heimat.
Tie Tragödie eines Volkes, .3 Akte)
Die Rcidi$tagswül)!b:wegu;ig.
Tie „Kreuz-Zci.ung" dclöi e.ikiwi au leitender Stelle den Wahlaufruf der deutsch-konservativen Partei. Er beginnt:
„Reichstagswahlen von höchster Bedeutung stehen uns bevor." Tann wird das nationale Werk der R e i ch s f i n a n z r e i o r m gepriesen, daS jwar ohne Belastung des Volkes überhaupt undurchsührbar gewesen fei und von beiien bewilligten Steuern manche nicht ganz einwandfrei fein mögen; aber andererseits hätten bie Konservativen bas Reich aus einer jammer- lieben Schulbenwirtschaft bc.rcd, hätten ihm gefunbe Finanzen geschossen unb ihm bic Mittel geliefert, unsere Rüstungen zu Waiicc um» zu - i c
kömmlich zu befolben und bic soziale Versicherungsgesetzgebung zu förbern. Ter Wahlaufruf erklärt ben von ben Liberalen gcroünfdjten allmählichen Abbau b c 5 Schutzzolles für im Enbziele nichts anderes als die von der Sozialdemokratie Der- langte sofortige und völlige Beseitigung der Zölle. Weiter wirb erflärt, bic konservativen erstrebten für den Landmann keine Leuerungsmeise, sondern nur einen mäßigen, aber gesicherten Lohn ntr seine Arbeit gegenüber dem billiger produzierenden Austandc. Dem neuen liberalen deutschen Bauernbund wird im Aufruf Dorgetuoricn, er gehe Hand in Hand mit den liberalen Feinden der deutschen Schutzwllpo.i.ik und mit der Sozialdemokratie, er zersplittere den Berufsstand, sei also der Totengräber der Landwirtschaft. Der Hansabund gebe vor, den Mittelstand zu schützen, schütze aber in Wirtlichkeit bic größten Feinde des selbständigen Mittelstandes und ljetze die erwerbenden Stände in Stabt unb Land gegeneinander auf, mit feiner unklaren unb zweideutigen Haltung gegenüber der Sozialdemokratie fordere er deren Ziele. Unsere gesamte Wirtschaftsordnung sei in Gciahr. Ter Aufruf fordert einen entschlossenen Kampf gegen die vaterlandöloie, religtons- und eigen» tumsfeindlichc Sozialdemokratie unb deren Helfershelfer. Er schließt: Parteifreunde! Wir müssen unter Acußerjtes tun, jeder an seiner Stelle, um dem Ansturm gegen uns sicher zu über» winden, dazu rufen wir euch. Ter (Pnolg wirb, wenn jeder seine Pflicht tut, unser sein. Vorwärts beim mit Gott für Kai.er unb Reich!"
Der Wahlaufruf ber wirtschaftlichen Vereinigung belunbct, baß bie Parteigruppe in „aufrechter Treue zu Kaiser unb Reich" stehe, zählt einige programmatische Forderungen auf unb schließt:
Gegenüber Dem Wahlmäru-eu vom „schwarz-blauen Block" heben wir hervor, daß die Wirtschaftliche Vereinigung stets ihre Selbstänbigleit bewiesen hat. Sie hat ihre Stellungnahme allezeit so eingerichtet, wie es das Wohlergehen von Staat und Volk erforderte unb kann es an Einheitlichkeit unb Gcschlo,sent)eit mit anberen Fraktionen bes Reichstages sehr gut aufnehmen. Tie Wirtschaftliche Vereinigung Lumpft für deucsclj-christliche Ge» sinnung und völtiiche Art, für die Ehre und Herrlichkeit des RctcheS.
Tie Cmigungkvkrsuche des Liberalismus in Heffea.
bs. Darmstadt, 6. Tez.
In einer heute abend hier abgehaltcnen Hauptversammlung des nattonalhberalen Vereins in Darmstadt nahm man aud) Gelegenheit, über die Stellung ber nationallibcralcn Partei im Grobherzogtum selbst zu sprechen. Ter Vorittzenbe, Tr. Osann, betonte, baß man sich keineswegs überschwenglichen Besürchtungen in bezug auf bas Anwachsen ber Sozialdemokratie hmzugeben brauche; denn gerade die letzten Landlagswahlen hatten gezeigt. Daß diese Partei über eine gewisse Slimmcnzahl nicht h.naus-
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ter Okehener Anzeiger
GietzenerAnzeiger
Fenstvrech - Anfchlusse:
WZZ General-Anzeiger für Oberheffen
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