Ausgabe 
10.8.1911 Erstes Blatt
 
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Lindenfels i. O. Hotel Odenwald

Pension Mk. 4450.

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Ad. Vogel.

Lin französischer Dampfer gesunken.

(86 Personen ertrunken.)

Aus Gibraltar wird ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem französischen und einem englischen Dampfer gemeldet, bei dem bas französische Schiff mit Jaft 100 Passagieren unter­ging. Das Reutersche Bureau meldet:

Der französische DampferEmir", der heute früh llm 3 Ufr- von Gibraltar nach dec marokkanischen Küste abging, ist fünf Meilen östlich von Tarif« gesunken. 9 3 Personen sind ertrunken. Eine weitere Meldung des Reuterschen Bureaus über den Untergang des DampfersEmir" besagt: Infolge dichten Nebels stieß der englische DampferSilverton" mit demEmir" zusammen:Emir" sank: von den Passagieren wurden 15, von der Mannschaft 12 Mann gerettet.

Marseille, 9. Aug. Der östlich vvn Tarisa gefmtfatc DampferEmir" war am Mittwoch von hier nach Oran und Gibraltar in See gegangen. Nach den letzten Feststellungen sind 86 Personen ertrunken. Der Kapitän des Dampfers wurde verletzt, ist jedoch gerettet. Der DampferSilverton", der vorn ein Leck hat, brachte 27 Gerettete hierher.

Paris, 9. Aug. Ter sich unter den Geretteten desEmir" besindende am Arm verletzte Kapitän, sowie dessen Stellvertreter und vier andere Deckossiziere .erklärten, daß es ihnen bei der Explosion der Maschine nach dem Zusammenstoß mit dem englischen DampferSilberton" völlig unmöglich war, zur Hilfeleistung in die unteren Schiffsräume zu dringen und daß tatsächlich nur die im 'Augenblick des Zusammenstoßes aus Deck befindlichen Personen durch Springen über Bord der Katastrophe entgehen konnten.

Ausland.

In Basel wurde am Mittwoch der Zionistenkongrcß in Anwesenheit von 500 Delegierten durch Dr. Wolffs oh n eröffnet. Auf Antrag des Aktionskomitees wurde beschlossen, der türkischen Regierung ein Beileidstelegramm unb 5000 Franks aus Anlaß des Brandes in Konstantinopel zu senden. Max Nordau hielt eine Rede über die Lage des Judentums. Zum Präsidenten des Kongreßbureaus wurde Nordau gewählt.

Bom dänischen Minister des Aeußern und dein französischen Gesandten in Kopenhagen wurde der Schiedsgerichts­vertrag zwischen Dänemark und Frankreich unter­zeichnet. Vorbildlich für den Vertrag war der auf der zweiten Haager Konferenz von 32 Staaten gebilligte Entwurf zu einem Achiedsgerichtsvertrage.

Vita" meldet aus Rom: Ter Papst hütete am Dienstag das Bett, da er Fieber hatte. Das Fieber ist nach Aussage der Älerzte nicht ans Verschlimmerung der urämischen Erscheinungen, sondern auf einen leichten Anfall vvn Bronchialkatarrh zurück- zu führen.

Lin Erohfeuer in Mainz.

d. Mainz, 9. Aug. In der Waggonfabrik der Gebr. Gastell entstand heute abend kurz nach 6 Uhr, als )ic Arbeiter entlassen waren, Großfeuer. Ein Angestellter der Fabrik bemerkte um 6.20 Uhr, als er an der Halle 18 vorüber kam, einen leichten Rauch aufsteigen, kurz darauf erfolgte ein heftiger Schlag, die Scheiben gingen in Trüm­mer und die Flammen schlugen mächtig empor. Gleichzeitig tanden die vier Hallen Nr. 15, 16, 17 und 18 in einem Flammenmeer. Die Fabritfeuermehr mit 55 Mann war ofort zur Stelle, außerdem eilten die auf dem Sande übenden Soldaten vom 88. und 87. Inf.-Regt , sowie das Pionier-Bat. Nr. 25 herbei und griffen wacker mit zur Löschung ein. Alsbald kamen auch die Mombacher, Mainzer Gonsenheimer, Fimher und Kaftel-Amöneburger Wehren herbei und beteiligten sich eifrig an der Löschung des Feuer­herdes. Durch die furchtbare Glut der brennenden neuen

wenden Eisenbahnbeamten zusammen. Rau wurde vom Rad geschleudert und zog sich eine Verletzung am Arm zu, die von einem hiesigen Arzt vernäht wurde.

* Ferienstimm un g. Auf dem Land- und dem Amtsgericht herrscht jetzt Ferienstimmung. Zwar ist der Be­trieb beim Schöffengericht und der Strafkammer auch während der Ferien im vollen Gange und die Feriensachen werden weiter be- und verhandelt, aber die Korridore des Justiz­gebäudes sind augenblicklich nicht so belebt wie sonst. In­folgedessen werden jetzt die Räume des Gerichtsgebäudes vom Aktenstaub gründlich gesäubert und teilweise neu geweißt usw.

Kreis Schotten.

-o~. Ulrichstein, 9. Aug. Ein Dienstknecht von hier stahl seinem Herrn 80 Mk. Er wurde von der Gendarmerie nach Gießen verbracht.

Kreis Friedberg.

X Fried ber g, 8. Aug. Der TaunusllubWetterau" unternahm am Samstag und Sonntag seine größere Prvgrmnm- wanderung, die ins Hinterland führte, von Ealdern über den Rimberg nach Biedenkopf, wo übernachtet tourbe, und von da zur Sackpfeise.

O Friedberg, 9. Aug. Seitdem am 31. Juli die. Schulen den Unterricht wieder ausgenommen haben, mußten täglich Hitz- ferien gegeben werden. Wenn auch nicht ganz das Beispiel einiger preußischer Städte, die nach Schluß der Ferien den Unter­richt der abnormen Hitze wegen überhaupt nicht wieder ausge­nommen bähen, nachgeahmt wurde, wurde aber in sämtlicfrn hiesigen Schulen nur mitHalbtogsbetrieb" gearbeitet. Um 10 oder 11 Uhr morgens wurden die Tage her die Schulen regel­mäßig geschlossen. Auf dem Lande sind die Schulen eben günsttger daran. Denn in sämtlichen Landorten des Kreises währen gegen- wärtig die Ernteferien noch an.

X Bad-Nauheim, 9. Aug. Auf dem herrlich am Fraucn- wald gelegenen Go l f p l a tz'nahmen gestern die 5 tägigen Wett­spiele ihren Anfang. Die Beteiligung ist trotz des heißen Wellers vorzüglich. Von Homberg sind mehrere gute Spieler erschienen. Es finden Herren- und Damenspiele stall. Bon der .Kurverwaltung, von einigen größeren Hotels und zahlreichen Kurgästen smd Preise geftfftet worden.

Starkenburg und Nheinhesfen.

M. Offenbach, 10. Ang. lPriv.-Del.). In den Lederwerken vormals Spicharz, A.-G., entstand heute vormittag 7 Uhr Großfeuer. Das Feuer, das in den Arbeiterspeiseräumen der Fabrik ausbrach, zerstörte den ältesten Teil der Fabrikanlage. Der Schaden, der durch .Versicherung gedeckt ist, ist beträchtlich. Der Arbeiter Fak. Werner erlitt erhebliche .Verletzungen.

ch. Bingen, 9. Aug. Im Binger Walde ist gestern ein Waldbrand ausgebrochen. Der Brand ent- tand im .Distrikt Entenpfuhl. Dem Forstwart Dammel und einigen Waldarbeitern gelang es, den Brand zu dämp- en. 250 Wellen Holz und einige Meter Holz, die am Wege anfgestapelt waren, sind verbrannt. Im übrigen dehnte sich das Feuer etwa auf einen Morgen aus.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 10. August 1911.

** Militärpersoualien. Der frühere Oberst Unseres Regiments, Generalmajor v. Lind en au, ist als Generalleutnant nach Trier versetzt.

** Die zweite Tagung des deutschen Rich­terbundes, der am 28. Juni 1908 in Würzburg ge- tzrlindet ist, jetzt '16 Landesvereine mit mehr als 6000 Mitgliedern umfaßt und nach seinen Satzungen die Förde­rung der Rechtspflege und der Berufsangelegenheiten der Richter und Staatsanwälte bezweckt, findet' am 13. und 14. September ds. Js. in D r e s d c it statt. Auch der H e s - fifdje Richterverein wird sich an den wichtigen Ver­handlungen, die sich it. a. auf die Reform des Strafgesetz­buches erstrecken, beteiligen.

** Deutsche geologische Gesellschaft. Gestern übend fand von 8 Uhr ab Gegrüßungsabend im Garten- saal der Vereinigten Gesellschaft in'Darmstadt statt. Heute früh um 9 Uhr begann die allgemeine Versamm­lung in der Technischen Hochschule. Am Donnerstag und Freitag nachmittag sind Exkursionen nach Messel (zur Be­sichtigung der Granitbrüche nnd der Tagebaue in der Braun- Kohlengrube der Gewerkschaft Messel) und nach Obcr-Ram- stadl zur Besichtigung der Steinbrüchc der Odenwälder Hart­sternindustrie geplant. Am Samstag nachmittag ist Be­sichtigung der Geologischen Landesanstalt in Darmstadt und am Abend ein gemeinsames Festessen in der Vereinigten Gesellschaft. Vom Sonntag bis Dienstag wird eine drei­tägige Besichtigung im Mainzer Becken von Mainz aus erfolgen. Am ersten Tage gehts nach Nackenheim und Nierstein und in die Steinbrüche bei Oppenheim, am zweiten Tage erfolgt nach Besichtigung des naturwissenschaftlichen Museums und^des Römisch-Germanischen Museums eine ???'? den Steinbrüchcn bei Budenheim und den Stein- jbruchen der Weisenauer Zementfabriken. Am dritten Tage MbH aus nach Weinheim marschiert und später uach Flonheim gefahren, von wo die Weiterfahrt über Eckelsheim nach Wollstein und Kreuznach erfolgt. Am Mitt­woch nächster Woche werben dann von Wiesbaden aus die Steinbrüche der Dyckerhoffschen ^ementsabrit am Heßler besucht, wahrend in den drei lebten Tagen der Woche Er- kursronen in die Umgebung von Gießen und den n o r d- westlichen Vogelsberg unternommen werden Den Schluß bildet am Sonntag eine Fahrt nach Bad-Nauheim Utto eine Exkursion in die dortige Umgebung.

El|enbahnwagen war kaum nahe an den Feuerherd heran- zukommen. Eiserne schwere Balken lagen verbogen am Platze. Der Feuerwehr gelang es, zwei D-Zug)-Wügen aus der Halle Nr. 19 zu bringen, die Halle selbst wurde auch, vom Abbrennen bewahrt, sie ist nur auf der einen Seite angebrannt. Dem Feuer fielen 12 D-Zug-Wagen und drei Güterwagen zum Opfer. Die ersteren repräsentieren einen Wert von je 3035 000 Mk. Es l-andelte sich bei den Eisenbahnwageii um eilige Lieferungen: sie folllen schon in bett nächsten Tagen abgeliefert werden. Der Gesamt­schaden beläuft sich auf über eine Million, er ist durch Versicherung gedeckt. Die vier Hallen Nr. 15, 16, 17 und 18 sind vollständig niedergebrannt. Der Betrieb bleibt vollständig aufrechterhalten. Wie die Fabrikleitung mitteilt, waren in beit Hallen keine Explosionsstoffe vor­handen : der vernommene Knall dürfte von der Gasleitung herrühren, als das Gas in Brand geriet. Es wird ange­nommen, daß durch die Hitze ein Holzbalken in Brand geraten und so das Feuer verursacht wurde. Die Fabrik- leituyg erklärt, daß eine vorsätzliche oder fahrlässige Brand­stiftung vollständig ausgeschlossen sei. Auf der Brandstelle hatten sich Bürgermeister Baurat Kuhn, StaatsMiwalt Bech­told, Kriminalkommissar Neunter und Branddirektor Da- rapsky eingefunden.

** Zum Zusammenbruch der Hassiawerke bittet uns Herr Stein noch um folgende Mitteilung: Der Umstand, daß mein Name s. Z. unter den Gründungs­prospekt gekommen ist, ist nicht bloße Mitteilung von mir, dem Konkursverwalter gegenüber, sondern eine festgestellte Tatsache des Herrn Konkursverwalter R.-A. Hornberger.

** Radunfall. Der hier beschäftigte Eisendreher Ludw. Rau aus Wieseck stieß heute morgen, als er zur Arbeitsstelle fahren wollte, mit einem aus dem Dienst lorn-

tzeer und Flotte.

Truppenübungen in Cassel vor dem Kaiser.

Rassel, 9. Aug. Heute morgen wurde bei Kassel «eine Gefechtsübung von den Truppen des 11. Armeekorps vor dem Kaiser abgehalten, unter Leitung des Ge­neralleutnants v. Oertzen, Kommandeurs der 22. Di­vision. Es nahmen die Truppen ber Garnison Kassel, das 2. kurhessische Infanterieregiment Nr. 82 aus Göttingen, das dritte Bataillon des Infanterieregiments v. Wittich (3. kurhessisches) Nr. 83 aus Arolsen, das kurhessische Jägerbataillon Nr. 11 aus Marburg, die 2. Kompagnie der 11. Pioniere und die reitende Abteilung des kurhessi­schen Feldartillerieregiments Nr. 11 aus Fritzlar teil. Der Kaiser verließ um 5V» Uhr das Schloß Wilhelmshöhe, stieg gegen 6 Uhr auf ber Chaussee Elgershausen-Nordhausen am Fuße des Braunsberges zu Pferde und begab sich über 0CÜ en ritte in die Gegend von .Besse. Das Gefecht ent­wickelte sich zwischen Besse und Langenberg. Es führte Generalmajor v. Below gegen Generalmajor Fluge. Nach 8 Uhr wurde das (Gefecht abgebrochen. Der Kaiser hielt .Kritik ab und nahm den Vorbeimarsch sämtlicher [beteiligten Truppenteile ob.

Der Kaiser nahm nach dem Vorbeimarsch der Truppen militärische Meldungen entgegen und begab sich um 10 Uhr per Automobil von Großen-Ritte nach Wilhelmshöhe zurück, von dem Publikum mit herzlichen Kundgebungen begrüßt. Der Kaiser verlieh eine Anzahl Ordensauszeichnungen.

Die Fortschritte der französischen Unterseeboote.

O Paris, 9. Aug. Mit der Kiel-Legung derNe­reide" und desGustavezede" beginnt eine neue Aera für die französischen Unterseeboote, deren Größenverhältnisse bekanntlich in den letzten Jahren immer mehr angewachsen sind. Die beiden neuen Fahrzeuge werden 740 Tonnen Wasser verdrängen, eine Länge von 73, eine Breite von 6 und einen Tiefgang von 4,38 Metern erhalten. Im Tauch- zustande erhöht sich die Wasserverdrängung auf 1000 Ton­nen, übertrifft allo um 200 Tonnen das bisher größte fran­zösische UnterseebootArchimöde". Man hofft nunmehr den Typus des offensiven Unterseebootes verwirllicht zu haben, der ivegen seines großen Aktionsradius den Feind aufsuchen und bei einer Schlachtflotte mitzählen kann. Zu diesem Zwecke erhalten natürlich die neuen Boote die nötigen Ausrüstungen für eine größere Schnelligkeit, Ausdauer und gleichzeitig für bessere Bewohnbarkeit, damit die Leute tage­lang ohne überwältigende Ermüdungen an Bord bleiben gönnen.

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Marschall Nogi in Berlin. Auf Einladung des Marschalls Nogi fand am Mittwoch abend im Hotel.Adlon zu Berlin ein glänzendes Festmahl statt, an dem unter vielen Anderen auch Generalfeldmarfck)all von der Goltz und Kriegsminister v. Heeringen teilnahmen.

Preußen andererseits einhellig zugestimmt. Damit sind Gesetz imb' Vertrag endgültig angenommen.

In Stettin wurde am Mittwoch in Gegenwart vvn Ver­tretern des Ministerinnis und der staatlichen mtb städtischen Be­hörden der 52. G e n 0 s s e n s ch a f t S t a g des Verbandes der auf Selbsthilfe beruhenden Genossenschaften (Schulze-Delitzsch) eröffnet. Ms Vertreter des Handelsministeriums war Geh. Oberregierungsrat Dr. Franke erschienen. Er überreichte dem Vorsitzenden des Aussichtsrats der Stettiner Bank, Kurz, den Kronenorden 4. Klasse.

vermischtes.

*, Die Hitze ist das ununterbrochene europäische Tages­gespräch, und die bekanntenältesten Leute" können sich an eine ähnliche Hitzeperiode nicht erinnern und versagen wie burftige Wasserleitungen. In Berlin waren mit dem gestrigen Tage 19 aufeinanber folgende Sommer tage zu verzeichnen, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius stieg. Eine solche Anzahl von aufeinander iölgenben Sommertagen ist seit Beginn der amtlichen Beobachtungen im Jahre 1848 nock niemals 511 verzeichnen gewesen. In Lichtenberg trat für einige stunden Wassermangel ein. Nach einer Nachricht aus Vlissingen will ein holländischer Lotse auf seinen letzten Fahrten durch dw Nord) ee zahlreiche Haifische gesehen haben, die durch die tropische Hitze zu der weiten Wanderung veranlaßt worden seien. In London t.rreichte, seitdem es eine Wetter­statistik gibt, die Hitze am Mittwoch die noch nie dagewefene Höhe von 36 Grad Celsius.

>,: Brände sind gegenwärtig, begünstigt durch die außer- hewöhnliche Trockenheit, überall an der Tagesordnung, und stellen- werse werden bedeutende Wette zerstött. Auch MenschenlÄar sind vielfach zu beklagen. Auf Helgoland ereignete sich am Mittwoch morgen im Unterland ein aus unbekannter Ursache ausgebrochenes Feuer, vernichtete die Bäckerei Eilers und das danebenli egende Hotel Berliner Hof. Drei Per­sonen wurden verletzt, davon eine so schwer, daß an tfrrcm Auskommen gezweifelt wird. Ein .Hausdiener ist sein« >VerlcYimgen erlegen. Der Brandtneifter Riedel erlitt leichte Ver­letzungen. Em in dem Dorfe Kessenholt ausgebrochena Brand griff bei der Trockenheit und dem Fehlen von Wasser rasck mn sich. Drei Wohnhäuser nebst Stallungen und Scheune« wurden eingeäschert. 48 Familien sind obdachlos - Ern kürzlich aus der Irrenanstalt entlassener Geisteskranker legte in Durchfuhr t einen Brand an, dem infolge ber Trvcten- beit zwanzig Gebäude, darunter 6 Wohnhäuser, und viel Vieh zum Opfer fielen. In dem Otte Doerrebach wurden neun Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen eingeäschett. ZT bt brannte ein Lager ber Baumwollspinnerei und

Weberei Gösters und Pimgs ab. Aus Franzensfeste wird gemeldet, daß der Waldbrand noch nicht gelöscht sei. Es besteht Gefahr, datz das Feuer neuerdings eine große Ausdehmm» aronmmt. Ein Rresenfeuer wütete in London. Um 7 Ufr abends brach m dem Carlton .Hotel ein Grvßfeuer aus, da- sich aus drei Stockwerke erstreckte. Die Feuerwehr rettete die Gäste au* beit ofrren Etagen. Das Feuer wurde gegen 11 Uhr gelöscfr. Line BctMltc Leiche wurde ht den oberen Wohnräumen gefunden. 3 Fkuerwehrteute kamen ins ^ankenhaus. Der ehr- maltge Staatssekretär Deruburg, der in dem Hotel wohnte, blieb unverletzt, fein Gepäck verbrannte vollständig.

Kieme Laqeschronit.

Zu den T h p h u s e rkrankungdn in ber westpreußischen groOTnimlirrcnanftalt ft on tob ft cm wird gemeldet, haft »ebn erVx'a,'vtuMr'\. Ul«b Todesfall in der letzte» SSoic tnltgrfo>nmcn fmb. ®tc Zahl der Erkrankungen stew sich damit auf 137, der Todesfälle auf 14

Nach einer Btättermeldung aus Atarseille sind im-dortigen 1 d a l! c q n 5Sj).o Le r.a voroekommen, von denen 12 tödlich verliefen. s

Wetteraussichten in Hessen am Freitag, dem 11. Aug. IsU- Melst heiter und trocken, sehr warm, Gewitterneigung.

Letzte Nachrechten.

Erklärung Frankreichs.

9- ?u-9" , ^V.lc Note des Ministerium- $in Abendblatt brachte im Hinweis hPi fiA f;«SJad)q?^ormftiDncn die aktuelle Grundlage der ^^lranzoslfchen Ausjprache bllde. Wir sind zu der Erklärung ermachllgt, daß in amtlichen Kreisen über die Quelle und m dreser Informationen nichts bekannt

V ~ f 0 ene e Ha v a s bemerkt hierzu: Obige Note bezieht uZ KCn d,rCtn?^ ,cinc Mitteilung desTemps", wonach die Kongogebtete, bte Gegenstand der Verhandlungen bildeten, Westlamerun angrenzten und daß die Verhäng lungen bezweckten, die Ausdehnung dieser Gebietsabtretungen und den Derk Kameruns zu bestimmen, den Deutschland abtreteu würde, r.<Lr 1 -/ v (Hne halbamtliche Note erttärt, der @e* undheitszustand in Marseille sei nicht beunruhigend. Es feien l o£ra-Ic^ 5 ut ber Irrenanstalt vorgekommen, doch seien enetg ticbe Matznahmen getroffen, um eine Weiter Verbreitung der Ärantbeit ja oerbuibern. Ebenso seien in ber Stadt einige wenige en ^^oestellt unter Umständen, die es ermöglichten, einer Ansteckungsgesahr vorzubeugen.

Mrche und Schule.

Ein Verweis an Pfarrer Kraatz. Das Kon­sistorium für die Provinz Brandenburg hat dem Pfarnr K r a a tz von der Luisenkirche in Eharlottenburg wegen dessen am 23. Juli gehaltenen Rede einen einfachen Verweis erteil t. Die Erörterung des Falles Jatho, an der Offiziere des Elisabeth-Regiments Anstoß genommen hatten, gehöre nicht auf die Kanzel.

Auch wir hatten die Meinung ausgesprochen, Pfarrer Kraatz hätte seine sehr ausführlichen Ausführungen besser außerhalb des Gottesdienstes, in einem besonderen Vortrage, gemacht. Den Offizieren, die zum Auszug aus der Kirche aufforderten, gebührt aber mindestens gleichfalls ein Verweis.

Ein schwerer Sootrunglück auf Sem Rhein.

Mainz, 9. SLucj. (Prioatmeldung.) Dem DampferGuten­berg" der Köln-Düsseldorfer Tampsschiffahttsgesellschaft, ist heute morgen 7 Uhr vor der Abfahrt von Rotterdam der Kessel geplatzt. Der Dampfer zerbarst in zwei Teile und sank. Nach den bisherigen Mitteilungen sollen 2 Personen tot, 8 schwer verletzt sein. 'Das WittschaftSpersoual w-ird vermißt, man weiß nicht, ob es mit untergegangen ist.

Nach einer Meldung aus Rotterdam ist die Lerche des bei der Katastrophe getöteten Heizers Gothzeits geborgen. Die Leiche des Heizers Keil befindet fid) noch im Schiff. Ueber die lrsache der Katastrophe ist Gewisses noch nicht bekannt. Es wird vermutet, daß die Wasser m enge in dem explodierten Kessel zu gering gewesen sei, wodurch dieser teilweise glühend wurde, upd daß eine unvorsichtige Auffüllung die Erplvsiou herbeisühtte. Man weiß nicht, wieviel von den zwölf Passagieren ich an Bord befanden. Eine im Krankenhaus llegende Frau er­klärte, daß ihre Tochter mit ihrem vierjährigen Kinde an Bord gewesen sei. Bis jetzt wurden zehn Verwundete festgestellt, zwei davon sind schwer verletzt.

Düsseldorf, 9. Aug. Wie die Dampsschifsahttsgesell-' chast für den Nieder- und Mittelrhein (nicht Köln-Düsseldorfer Gesellschaft) mitteilt, erfolgte die Kesselerplvsion auf dem ihr gehörigen DampferGutenberg" heute vormittag 7 Uhr kurz vor der Abfahrt in Rotterdam. Hierbei wurden getötet Steuer- maint Vollmann aus Bingen, Leichtmatrose Lehr aus Bacherach und Heizer Gloszeit aus Warruß bei Hexdekrug: ver- Bacherach und Heizer Gothzeits aus Warruß bei Herdekrug: ver- Scip, erster Maschinist Vornehm, zweiter Maschinist Müller, Mon­teur Exel, Kellner Rode, Restaurateur Nordhorn und Matrose Wolz. Von den Passagieren sind drei Frauen aus Rotter­dam verletzt. Weitere Verletzungen von Passagieren sind nickst gemeldet. Ueber die Ursache der Explosion ist noch nichts näheres bekannt.