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8.7.1911 Erstes Blatt
 
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Arrs Stadt und Land.

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Politische Tagesschau.

Die Handelsbeziehungeu DeutschlaudL mit Korea.

Die Zahl der Unterschriften für die Erklärung der der p o s i 111> c n R ichtung angehörenden Geistlichen, die das Urteil des Spruchiollegiums int Falle Iatho bil­ligen, beträgt jetzt 207.

Stal Bekannte unser gu fcrf nach lant 1% Uhr i

Aus Hessen.

Langen, 7. Juli. Die Vertrauersmänner der fortschrittlichen Volkspartei für den Landtags- ivahlkreis Langen-Neu-Isen bürg stellten den Lehrer Kinkel zlt Langen als Kandidaten für die kommende Wahl auf.

Am Freitag früh gegen 8 Uhr nahm die YachtHo- henzollern" mit dem Kaiser an Bord ° i.. Stavanger Anter auf und ging nach einem Besuch des Lyse-Fjords bei anhaltend gutem Wetter nach Bergen, wo ihr Eintreffen gegen 8 Uhr abends erfolgte.

29o weniger als 20 Jahre, 1693 zwischen 20 und 30, 443 zwischen 30 und 40, 126 zwischen 40 und 50, und 26 über 50 Jahre alt, und von den 3227 Fragestellern, die Angaben über ihren Personenstand machten, waren 2473 ledig, 732 verheiratet und 22 verwitwet. Nach dem Berufe waren unter den Anfragenden am stärksten die Kaufleute, .Hand­werker und Landwirte vertreten. Von den Anfragenden be­zeichneten sich 351 als mittellos, während über 1100 zum Teil über recht erhebliche Summen verfügten: r. B. 45 über 10 000 Mk., 19 über 15 000 Mk., 27 über 20000 Mk 14 über 25 000 Mk., 12 über 30 000 Mk., 13 über 50 000 Mk' 4 über 80 000 Mk., 9 über 100 000 Mk. usw. bis zu 500000 Mark hinauf. Von den Anfragen kamen aus Preußen 2ol4 und zwar aus Brandenburg mit Berlin 1077, aus der Rhernprovinz 330, Westfalen 180, Schlesien 177, .Han­nover 149, Sachsen 129, Hessen-Nassau 126, Schleswig-Hol­larn 95, Westprcußen 71, Posen 71, Ostpreußen 56 und Pommern 50. An der Spitze der übrigen Bundesstaaten steht das Königreich Bayern mit 339, es folgen Sachsen mit 254, Hamburg mit 173, Baden mit 164, Württemberg mit 158, Elsaß-Lothringen mit 74, Hessen mit 49, Me<7- lenburg-Schwcrin mit 37, Sachsen-Altenburg mit 37, das Großherzoglum Sachsen mit 33, Braunschweig mit 28, Bre­men mit 16, Anhalt mit 14, Oldenburg mit 13 usw. Aus den Deutschen Kolonien kamen 12 Anfragen, aus dem Aus­lande 240, davon 117 aus Oesterreich-Ungarn, 30 aus der Schweiz, 18 aus Italien usw. Die Austunftsstelle er­teiltkostenlos schriftliche und mündliche Austunft.

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Kreis Büdingen.

Ronneburg fest. .Am 16. Juli, nachm. i/23 Uhr, sollen zur Beförderung von Be,uchern des Festspiels am Bahnhof Büdingen mehrere Leiterwagen bereit­gestellt werden. Fahrpreis 40 Pfg. hin und 40 Pfg. zu- Lucf. Anmeldungen an Herrn Oekonomierat Andrae-- drngen bis späte,rens Donnerstag den 13. d. Mts. erbeten Nur wenn diese in genügender Zahl eingehen, wiro die Ein- rrchtung getroffen. Die Zweigvereine V. H. C. werden ge­beten, die Anmeldungen zu übernehmen.

= D üd elsheim, 7. Juli. Die Vorbereitungen für das morgen Lonntag hier stattfiirdende S ä n g e r f e st des Nidda- L c em ent al-Bundes, 40jähriges Jubiläum des Gesang- o er et ns Liederkranz, sind nach mühevoller Arbeit der einzelne Ausschüsse soweit beendet. Wenn der Himmel günstig ist, läßt sich ein genußreiches Fest auf der Wiese, wo alljährlich der Dudelshetmer Markt abgehalten wird, erwarten.

Kreis Lauterbach.

~ Maar, 7. Juli. Durch emgcführte hannoversch- ' Einlegeschweine ist hier die Schweinepest ausgebrochcn und hat sich bereits auf mehrere Bestände verbreitet. Täglich gehen einige Schweine an dieser Seuche zugrunde. Den Züchtern erwächst hierdurch ein bedeutender Schaden.

Gungenau, 7. Juli. Durch den Stich einer giftigen Fliege ist ein hiesiger 17jähriger Bursche gestern abend im Krankenhaus zu Lauterbach, wohin er im Laufe des Nachmittags verbracht worden war, an Blut­vergiftung gestorben.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 7. Juni. Vor Eintritt in die Tages­ordnung der letzten Sitzung der Stadtverordneten bringt Stadtv. Damm einen Artikel, den eine hiesige Zeitung als Eingesandt" gebracht hat, zur Sprache. In ihm ist keine Kritik eines Beschlusses der Versammlung enthalten, sondern es ist darin ein Angriff auf die Person des Bürgermeisters beabsichtigt. Die Versammlung spricht dem Bürgermeister durch Erheben von den Sitzen einstimmig ihr Vertrauen aus. Die Zuckerfabrik will von der Stadt ein Stück Ge­lände pachten zur Klärung der Wasser, die aus den Schnitzel­pressen kommen. Das Gelände soll unter den gleichen Be­dingungen verpachtet werden wie das andere verpachtete Gelände. Wegen der Quartierleistungen wird eine Ortssatzung genehmigt, deren hauptsächlichste Punkte sind, daß auf 50 Mk. Gemeindesteuer ein Mann Einquartierung gerechnet wird; ein General wird für neun Mann, ein Stabsoffizier für sechs Mann und ein Leutnant für vier Mann gerechnet. Vergütet werden für Mann und Tag mit Verpflegung 1.50 Mk., für ein Pferd mit Streu 50 Pfg. Der Lehrplan der Schillerschule wird in der Weise erweitert, daß er dem der höheren Töchterschule gleich kommt und Anschluß an die Lehrerseminarien hat. Dazu ist die Nachbewilliaung des Gehalts für einen akademischen Lehrer für 6 Monate erforderlich (Mathematik und Naturwissen­schaft); 900 Mk. werden bewilligt.

X Friedberg, 7. Juli. Fünfzig Jahre Lehrer­bildner i)t jetzt Musikdirektor Friedrich Schmidt, der 1861 als Hilfslehrer ans hiesige Lehrerseminar kam und seitdem hier ununterbrochen wirkt. Auch im Predigerseminar war er als Musiklehrer tätig. Auch für das Musikleben unserer Stadt hat er äußerst segensreich gewirkt, ist er doch ein Mitgründer des Musikoereins, den er lange Jahre als Dirigent leitete. Daneben führte er auch den GesangvereinLiederkranz".

Ausland.

Die portugiesische Nationalversammlung be­gann mti der Beratung der Verfassung. Zum Zeichen der Trauer um tie Konigin-Wilwe Maria Pia wurde die Sitzung eine halbe stunde unterbrochen.

Die N a ch r i ch t e n a u s L i s s a b o n sind sehr unbestimmt, ^.te Earbonart veranstalteten lärmende Kundgebungen anläßlich oer Einberufung der Reservisten. Nach den nördlichen Garnisonen wurden zahlreiche Verstärkungen entsandt.

Die Vertreter der mohammedanischen Albanesen überreichten dem Grvßwesir eine Denkschrift, in der sie die Ausdehnung der J>en Malissoren zu gewährenden Be- gunsttgungen auch auf die übrigen Albanesen verlangen. Im Ministerium. des Aeußern wird erklärt, daß eine merkliche Besserung in den Beziehungen zwischen der Türkei und M o n - t e n c g r o und in der Frage der Unterwerfung der Malissoren zu verzetchnen sei. Es handle sich nicht um die Mobilmachung der montenegrtnischen Division, sondern nur um die Verstärkung der Grenzwachen. Ohne daß die Pforte Aufklärungen über die ^ruppenzusammenziehung verlangte, sei von Montenegro erklärt worden, es sei vollkommen überzeugt, daß die Pforte nicht beabsichtige, cs anzugreifen. Montenegro mußte trotzdem den Grenzkordon verstärken, um angesichts der Anhäufung der turltichen Bruppenmacht an der Grenze jedem Zwischenfall vor­zubeugen. Bisher sollen 80 Malissorenfamilien zurückgekehrt setn. ^n einem außerordentlichen Ministerrat wurde über die Maltssorenfrage beraten. Nach dem Ministerrat verlautete, daß eine abermalige Verlängerung der Unterwerfungsfrist nicht aus­geschlossen sei. Dem Vernehmen nach wird das Kriegsgericht von Tjakova aufgehoben.

Ein Bericht des amerikanischen Staatsdepartements bestätigt aus Caracas, daß der frühere Präsident C a st r o in Punta Eastilletes, auf der Halbinsel Coajira, gelandet ist. Die venezuelanische Regierung hat Maßregeln ergriffen, um revo- luttonären Plänen vorzubeugen.

Nach Meldungen, die aus Asuncion eingegangen sind, erhoben sich die Offiziere der Garnison gegen die Regierung. Der Prästdent Jara wurde gefangen gesetzt und ist von guay ernannte den Präsidenten des Senats, Rojas, vorläufig guay ernannte den Präsidenten des Senats, Rojas, vorläufig zum Präsidenten der Republik. Die Vorgänge haben sich ohne Blutvergießen abgespielt.

Die Zentral'Auskunftsstelle für Auswanderer

in Berlin W. 35 hat im zweiten Vierteljahr 1911 (1. April bis 30. Juni) in 4195 Fallen Auskunft an Auswandc- rungslustrge erteilt und zwar in 3323 Fällen schriftliche und in 87*2. Fällen mündliche. Beantwortet wurden ins­gesamt 5526 Anfragen über die verschiedenen Auswande­rungs-Gebiete. Davon bezogen sich 2623 auf die Deut­schen Kolonien, und zwar auf Deutsch-Südwestasrika 1033, Deutsch-Ostafrikst 452, Kamerun 61, Togo 23, Samoa 73, Deutsch-Neuguinea 42, die Karolinen, Palau und Mari­anen 7, Kiautschou 71, auf die afrikanischen Kolonien int allgemeinen 174 usw. Unter den fremden AuswanderunchZ- gebreten steht Argentinien mit 508 Anfragen an der Spitze; dann folgen Süd-Brasilien mit 336, die Vereinigten Staa­ten von Amerika mit 317, Kanada mit 205, Mittel-Bra­silien mit 106, Brasilien im allgemeinen mit 89, Chile mit 88, Queensland mit 56, China und England mit je 50, Uruguay mit 41, der Südafrikanische Bund mit 33, Nieder- ländisch-Jndien mit 31, Paraguay und Frankreich mit je 30, die Asiatische Türkei, Britisch-Jndien und Neu-Süd- wales mit je 23, Mexiko und Japan mit je 22, Spanien mit 21, Rußland mit 20, Viktoria mit 18, Bolivien und Oesterreich-Ungarn mit je 17, Rumänien mit 16, Nord- Brasilien, die Schweiz und die Europäische Türkei mit je 15, Venezuela und Italien mit je 13, Süd-Australien mit 12 und Tunis mit 11. Der Rest verteilt sich auf Costa- rrca, Columbten, Ecuador, Guatemala, Haiti, Honduras, Kuba, Mcaragua, Panama, San Salvador, Zentrül-Bra- sllien, Abessynien, Algier, Belgisch-Kongo, Britisch-Ostafrika, Aegypten, Franzostsch-Westafrika, die Kanarischen Inseln, Liberia, Marokto, Portug.-Dstafrika, Tripolis, Zanzibar, Französisch-Ostindien, Persien, *bie Philippinen, Siam, Si­birien, Neuseeland, Tasmanien, West-Australien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Malta, die Nieder­lande, Portugal, Schweden usw. usw. Es gibt somit kaum ein Gebiet der Erde, über das nicht Anfragen eingclaufen und beantwortet wären.

Von den 2583 Anfragenden, die ihr Mer angaben, waren

Der Ausstand der Seeleute.

Antwerpen, 7. Juli. Der Beilegung des Ausstandes der Seeleute und Hafenarbeiter stellten sich erneut Schwierigkeiten in den Weg, da die Seeleute auch Bezahlung der Ueberstunden auf See verlangen, wäh­rend die Reeder nur die Ueberstunden bezahlen wollen, die gemacht werden, wenn das Schiff sich im Hafen be­findet. Der Boykott der Red Star Line ist entgegen anderen Meldungen nicht aufgehoben, so daß die Wiederaufnahme der Arbeit in Frage gestellt jst.

Amsterdam, 7. Juli. Die Mannschaft des DampfersAchilles", der in der vergangenen Nacht an­gekommen ist, schloß sich sofort dem Streik an. Im Hafen ist alles ruhig; die Arbeit liegt brach. Die Ge­sellschaft Nederland verfügt zurzeit nur über 5 Arbeiter. Auf den Dampfern der Königlichen Dampfschiffahrtsgesell­schaft befinden sich hundert Mann in Arbeit, von denen sechzig dem Aussichtspersonat angehören. Der Dampfer Niobe" wird heute abend abgehen. Ladung und Besatzung sind vollständig. Die scharfen Maßnahmen zur Sicherung der Ordnung werden ausrechterhalten.

.. .Amsterdam, 7. Juli. DemHapdelsblad" zufolge sind heute nachmittag 400 deutsch e Arbeiter mit Extrazug unter dem Schutze der Hafenpolizei ein ge­troffen. Sie werden verschiedenen Gesellschaften über­wiesen werden.

O M ü n st e r b. Lich, 7. Juli. Mehrere Schulen des' oberen Wettertals, wie Nieder- und Ober-Bessingen, Mün­ster, Ettingshausen u. a., unternahmen heute mit Sonder- z u g der Wettertalbahn, der über 400 Personen faßte, einen Ausflug nach der Wetterau, wo in S t e i n s u r t h die Rosen- lulturen besichtigt wurden. Dann wurden noch Fried- berg und Nad-Nauheiin besucht und eingehend be­sichtigt. Von Bad-Nauheirn brachte der Sonderzug die Aus­flügler, wozu neben den Schülern auch viele Erwachsene zahlten, abends in die Heimat zurück. Der Ausflug nahm für Lehrer und Schüler einen befriedigenden Verlauf. Es wurde der Wunsch geäußert, öfters solche gemeinsamen Ausfluge zu unternehmen.

Durch den neuen dcntsch-jap.ini chen Handelsvertrag werden auch die Handelsbeziehungen Deutsch­lands zu Korea neu geregelt. Die'.Handelsverträge Koreas mit den Mächten waren bei der Annektion dieses Landes durch Japan außer Kraft getreten. Die allen Han­delsverträge der Mächte mit Korea waren bekanntlich ein­seitige Meistbegünstigungsverträge, sic sicherten den Mächten die Meistbegünftigung in Korea, legten ihnen aber keine Ver­pflichtung auf, auch ihrerseits Korea die Meistbegünstigung zu gewähren. Auf Grund der neuen japanischen Handels­verträge haben die Ausländer in Korea die,e!ven Rechte wie im übrigen Japan, die bisherige Konsulargerichtsbarleit m Korea fällt fort. Durch diese neue Regelung der Han­delsbeziehungen Deutschlands mit Korea dürste eine Er­weiterung der Handelsbeziehungen für Deutschland ein­treten. Dadurch dürfte ein Ausgleich geschaffen werden für den Ausfall, den der deutsche Handel in Japan in den letzten Jahren gehabt hat. Schon seit dem Jayre 1908 iit dre deutsche Ausfuhr nach Japan beoeulend zurückgegangen, während Japans Ausfuhr nach Deutschlano bedeutend ge­stiegen ist. Man rechnet während der letzten 4 Jahre mit einer Einbuße von 25 Millionen bei der deutschen Ausfuhr nach Japan und hofft diese Einbuße durch eine vermehrte Ausfuhr nach der koreanischen Provinz wenigstens teilweise wieder wett machen zu können.

ürecher den gräßlichen Doppelraubmord beging. Nun und es

ist doch auch ein ganz angenehmer Ruhm, die pesten Krimiual-

geschichten geschrieben zu haben.

, . ^-^Wie Napoleon vom- .Institut de France" fern Gehalt erhielt. Als Bonaparte nur erst General war, hielt er es für nützlich, Mitglied des Instituts zu werden, und zwar stellte er ferne Kandidatur in der Abteilung für Mechanik °uf;- aud) wirklich gewählt - und sicherlich haben

m diel er Abteilung vor ihm und iiach ihm schon Männer gesessen die weniger An pruch darauf hatten, als er. Inzwischen wurde Bonaparte Konsul, la'ber auch in dieser Stellung betätigte er !A^aItetn eHl.S.es Mitglied des Institutes, nahm an den Verhandlungen rleiijig teil und bezog, wie alle anderen Mitglieder der Anstalt, Huch lein Gehalt. Je näher er aber der Kaiserkrone ruck e, um |o mehr entfernte er sich von der gelehrten Körper­schaft, mit der er sich nach und nach überwarf. Er war nun Kaiser geworden, aber das Institut war offenbar der Ansicht daß auch em Kaiser nicht aufhöre, Akademiker zu fein, und als. solchem schickte es Napoleon ordnungsmäßig sein Gchalt zu. Es waren das 266 Livres, 13 Sous und 4 TenierS. Al§ der Kaiser das erste Mal dies Gehalt erhielt, machte er dem Ueberbringer em Geschenk damit, und ebenso verfuhr er das iw eite Mal, das dritte Mal aber warf er ihn kurzerhaiid zur Tur hinaus, und von diesem Augenblicke an war das Tischtuch zwlicheri ihm und dem Institut zerschnitten. Er hielt die ge- lehrte Beriammlung stlr einen Haufen hoffnungsloser Liberaler und Republikaner, unb im Ganzen hat er sich darin wohl kaum getauscht.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissrn- i ch af t. Zum Direktor ^des Botanischen Staatsinstimts in d Hr.9 wurde vom toenat der außerordentliche Professor an der Universität Halle, Dr Fitting, ernannt. - Pro e or ^amuel de Lange, früher Direktor des Königlichen Kon- lervatoriums für Musik, ist im Alter von 72 Jahren n Stutt­gart gestorpe.n, w "

Närung brachte. Aus der Tagesordnung der Zweiten Kammer stand die Anfrage der Sozialdemokraten über die Aktion des Deutschen Elches vor Agadir. Der Schriftführer des Hauses verlas em Schreiben des Ministerpräsidenten, worin dieser er­klärt, daß er zurzeit nicht in der Lage sei, die gestellte örage z u beantworten, daß er aber später den Zeitpunkt bestimmen werde, an dem er die Anfrage zu beantworten bereit lei. Damit war die Angelegenheit erledigt.

^aiüi News" betonen, daß eine deutsche Flottenbasis in Agadir oder Mogador die Verteidigung Englands zur See erschweren und seinen Flottenetat um Millionen er­höhen würde. Es sm fraglich, ob England sie überhaupt dulden,

J?C,<y cr emzige Mittel, dies zu vermeiden sei, daß Frank­reich Fez verlasse oder daß für Deutschland eine andere Kompen- latwn gefunden werde, die das maritime Gleichgewicht der Welt weniger heftig erschüttern würbe.

. ®iencr diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht,

datz in der Marokkosrage die Anzeicheii einer Entspannung treten, als auch die Erklärungen des Premierministers usgulth in Berlin mit Befriedigung aufgenommen werden und aus allen Seiten die Absicht vorzuherrschen scheine, die aufge- taucksten fragen im Wege von Verhandlungen zu lösen.

Der Tangerer Korrespondent der Exchange Telegraph Com­pany erhalt. die Meldung betreffend den französisch- Marokkanischen G ch e i m v er tr a g ungeachtet des frau- zönschen Dementis aufrecht und erklärt die Nachricht als durch­aus zuverlässig.

, Gießen, 8. Juli 1911.

" Kein Zarenbesuch? Aus gut unterrichteter Quelle hört die Frkf. Ztg., daß der für den Sommer in Aussicht genommene Besuch der Zarenfamilie auf Schloß Fried­berg unterbleibt. Die Zarin, die wie im Vorjahr, die Nauheimer Kur gebrauchen wollte, nimmt in Schloß Peter- Hof, wo das Zarenpaar gegenwärtig weilt, als Ersatz Bäder nach Nauheimer Art.

* Erledigte Lehrerstellen. Eine mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Viernheim; die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehreritelle an der Gemeindeschule zu Bisses. Mit der Stelle ist Organisten­dienst verbunden; die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rodau.

** Kunstverein. Sämtliche noch ausgestellten Ge­mälde müssen voraussichtlich schon nächste Woche zur Weiter­sendung gelangen, weshalb auf einen Besuch der gegen­wärtigen Ausstellung nochmals hingewiesen wird.

** Preuß. Klassen lotterte. Die Erneuerung zur 1. Klasse 225. Kgl. Preuß. Klassenlotterie hat bis spätestens heute abend 6 Uhr zu geschehen.

LanVkreiS Gießen.

Ettingshausen, 7. Juli. Ein schlimmer Waldbrand drohte dieser Tage unseren großen Nadel­wäldern auf der Hardt. Ein Beerensucher hatte seine Pfeife entzündet und das Streichholz ins Gebüsch geworfen. Das dürre Gras und Laub fing sofort Feuer. Zum Glück kam Förster Keil des Wegs, der mit Mühe die Flammen er- litefte. Es gelang ihm auch, den leichtfertigen Beerensucher einzuholen.

Friedberg, 8. Juli. Die Nachricht von der Ver­haftung des Schreibgehilfen Billa sch II. ruft hier allgemeine Befriedigung hervor, da man glaubte, daß die Ergreifung des Defraudanten nach so langer Zeit nicht mehr möglich wäre.

= Bad-Nauheim, 7. Juli. Bis zum 6. Juli sind 18349 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 7467 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 6. Juli 207 348 abgegeben.

x Bad-Nauheim, 7. Juli. Durch einige Zei- i hingen ging die Notiz von einer gemeinsamen Sitzung, die für Ausführung der Kanalisation Bad-Nau- beimFriedberg dieser Tage in Friedberg stattgefunden habe. Diese Notiz ist verspätet. Es handelt sich um die gemeinsame Sitzung, die vor acht Wochen abgehalten wurde. Inzwischen bat das Projekt die Zustimmung der Bad-Nau­heimer Stadtverordneten in ihrer vorletzten Sitzung er- sayren. Auch die Friedberger .Stadtväter haben sich in

London, 7. Juli. Die Arbeiter auf den Lon­doner Docks nahmen die Arbeit bis zu der Montag stattsindenden Konferenz zwischen Vertretern der Dock- arbeitcr und Arbeitgeber wieder auf. Die Verhandlun- acu zwischen den Unternehmern und Seeleuten in Leith blieben deshalb ergebnislos, weil die Arbeitgeber sich weigern, den Verband der Dockarbeiter anzuerkennen. Die Docks wurden geschlossen. In Glasgow sind die Aussichten günstiger, soweit die Dockarbeiter in Frage kommen, boA ist noch kein Anzeichen bemerkbar, daß die Seeleute und Heizer die Arbeit wieder ausnehmen.

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