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Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten.
mit der Stadt in Aussicht stellte.
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tcigssitzungen stattgesundcn, Die besonders der endgültigen Verabschiedung des Getucindesteuergesetzes galten.
feste Geschlossenheit hinter sich hat, und dem Finanzausschuß der Zweiten frommer bei der Zerrissenheit und Zerfahren heit der ganzen Parteiverhältnisse die nötige Stoßkraft fehlt. £b Die nächste Kammer mit ihrer halb direkt, halb indirekt gewählten Zusarninensetzunb wohl hierin eine Acn- derung und Besserung bringen wird?
Agadir.
Der Präsident der Republik, der am Freitag vormittag gegen 11* Uhr von seiner holländischen Reise in Paris wieder eitv traf, bot sofort nach seiner Rückkehr den Minsterpräsidcntcn (Saillaui. empfangen, der ihm über die mit dem Londoner Ma» binett über den Zwischenfall von Agadir geführten Besprechungen unterrichtete. Nachmittags hatte der Ministerpräsident mit dem Minister des Aeußern de Sclves und dem Botschafter Eainbon eine Unterredung über die Lage. Im heutigen Ministerrat wird die Antwort fcstgestellt werden, die der Minister des Aeußern auf die von dem Deputierten Pourguery de Boiiserin angelündigta Znterpcllation zu erteilen haben wird. Man glaubt, daß de Sclves ebenso wie Premierminister Asquith eine kurze Erklärung abgeben und die Vertagung der Interpellation dis nach Beendigung der diplomatischen Vcrl-andluugen verlangen wird.
Auch die württembergische Kammer hatte eine Marokkodebatte, die allerdings sehr kurz war und keinerlei Aus-
Das Ergebnis des 54- Landtags.
Es ivav eine arbeite , aber auch erfolgreiche Kammer 1 Tagung, die gestern mit dem Festakt im Residenzschloß ihren Abschluß gefunden hat Zwar sind nicht alle Hoffnungen und Erwartungen in Erfüllung gegangen, mit denen man vielfach die Eröffnung der Tagung im Herbst des Jahres 1908 begleitet haben mag So manche Forderung mußte begraben, so mancher dringende Wunsch für eine spätere Zeit zurückgestellt werden. Aber im allgemeinen muß doch gesagt werden, daß die gestern beendete Mammertagnng fruchtbar und dem Laude förderlich gewesen ist Tie 34. Landtagsperiode hat beim hessischen Volk nicht nur dem langen zersetzenden Streit ums direkteLandtags w ahlr e ch t ein Ende bereitet - wenngleich das Gesetz mit recht unerfreulichen „Schönheitsfehlern" belastet worden ist
sondern sie hat auch die vier Gesetzentwürfe zur V e r - waltungsgesetzreform, besonders die Städte- und die Laudgememdeordnung zum Abschluß gebracht und in letzter Stunde auch noch eine Verständigung über das seit 10 Jahren am meisten umstrittene notwendige Reform werk, das Gemeindeumlagengesetz, herbeigeführt, dessen weitere Hinausschiebung für eine ganze Anzahl von Gemeinden geradezu verhängnisvoll hätte werden können.
Den Hauptgrund für diese verhältnismäßig glückliche Betätigung der hessischen Gesetzgebung hat der Vizepräji dent der Zweiten Kammer, Abg Korell, in feiner Schluß rede am Freitag treffend bezeichnet, durch den Hinweis auf die beim -Schluß des vorigen Landtags vom Ersten .Kammerpräsidenten ausgesprochene Mahnung, daß nur Einigkeit stark macht und die drei gesetzgebenden Faktoren, Regierung und beide Ständekaminern, immer eingedenk sein müßten, daß sie nur ein Ziel, das Wohl des Landes und die Wohlfahrt der Bevölkerung zu fördern, vor Augen haben dürften
Zu Anfang der neuen Ntammcrtagung sah es freilich in diesem Punkte recht wenig hoffn mgsfroh aus Gleich im Frühjahr 19G9 zeigte sich bei der Voranschlagsberatung gar deutlich die Ungunst der allgemeinen Wirtschaftslage und der dadurch bedingte gewaltige Rückgang unserer Ein nahmen aus der preußisch-yesf-Wen Eiseubahngemeinschaft Das schon damals vom früh ren Finanzminiiter Gnauth an die Wand gemalte Gespenst einer 30prozentigen Steuer erhöhung trat dann bei Vorlage des neuen Staatsvoran fchlags im Herbst desselben Jahres mit voller Schärfe in Die Erscheinung und es bedurfte der vereiuteu Anspannuug aller .Kräfte der beiden Ständelammern, um die Forde rung dieser enormen Mehrbelastung, die sich auf ein rechnerisches Defizit von fünf Millionen Mark stützte, auf ein für den olxnehin genugsam belasteten Mittelstand erträglicheres Maß zurückzuführen. Es kam hierbei zugleich das vorhin zitierte Wort von Der Einigkeit und der Notwendig teil einer Verständigung zum ersten Mal zur Geltung. Während die Regierung Dem scharfen Ansturm Der Zweiten Kammer allein gegenüber hart blieb und sich auf miu bestens 22—25 Prozent Steuererhöhuiig und Verwendung dieser Gelder zur Schuldentilgung versteifte, gelang es Dem vereinten Vorgehen Der Finanzausschüsse beider Kammern, Den WiDerstand Des Ministeriums zu brechen unD sich au
politische Wochenschau.
Gießen, 8. Juli.
Das Ereignis der letzten Woche war der Entschluß der rcgicruitfl, zum Schutz der im südlichen M arokko lebenden Dcnlscheu ein Kriegsschiff nach dem Hasen von Agadir zu entsenden Während in Deutschland selbst diese angesichts des Gebahreus Frankreichs, das ganz Marokko sozusagen schon im Sack hatte, befreiende Tat allgemein — von den berufsmäßigen Nörglern um den „Bor wär! um abgesehen mit großer Befriedigung auf
genommen wurde, war da nd geteilter Meinung bar über. Trotzdem nirgends die Berechtigung des deutschen Borgehens bezweifelt werden konnte, war man in Paris, London und Petersburg der Ansicht, daß es schöner gewesen wäre, wenn Deutschland auf »die Vertretung seiner Interessen verzichtet hätte In Spanien dagegen, das sich Frankreich cegenüber in einer ähnlichen Lage befindet wie Deutsch- ianb, begrüßte man unser Vorgehen mit unverhohlener ' Freude und auch Oesterreich und Italien scheine,r diesmal durchaus auf unserer Seite zu stehen. Jedenfalls ist die rilgcmcine Ansicht Die, daß wegen der Marokkoaffäre ein ernsthafter Konflikt zwischen europäischen Mächten nicht entstehen dürfe und auch der Beginn der Nordlandreise des Kaisers und der Besuch des französischen Präsidenten im Haag, der noch dazu in Begleitung des Ministers des Auswärtigen stattfand, lassen erkennen, daß man- bei Den Haupt beteiligten an eine friedliche Ausgleichung der Interessen glaubt. An diesem Glauben braucht uns auch die Rede des englischen Ministerpräsidenten Asquith nicht irre zu machen, lumal seine Meinung, eine Festsetzung irgendeiner Macht tu Marokko könne England nicht zulassen, auf Deutschland nicht anzuwenden ist. Vielleicht wird Herrn Asquiths Mei nung an der Seine verstanden werden.
Während so der marokkanische Zwischenfall ohne größere Beunruhigung beigelegt werden wird, schien es eine Zeit lang, als ob der albanesische Auf st and zum Anlaß ernsthafter Verwickelungen werden würde. Ter kleine Gerne || poft in Cetinje, der feine vermeintlichen Ansprüche auf den größeren Teil Der europäischen Türkei wieder einmal in empfehlende Erinnerung bringen wollte, drohte mit der Mobilmachung eines Teiles feiner bewaffneten Macht, wo- . rauf dje Türkei selbstverständlich mit Gegcnmas,..'gs..i drohte. Da hinter Montenegro andere Mächte immer vermalet werden, schien die Sache sich zuzusvitzen, doch hat i sich der König der schwarzen Berge die reiche noch einmal überlegt, Da er wohl Der Ansicht gewesen war, daß mit der Türkei nicht gut Kirschen zu essen sei und Die Hoffnung auf eine aktive Hilfe irgend einer Großmacht eben nur eine Hoffnung war. Sonach ist auch von dem tür- lischeu Wetterwinkel eine Störung der Sommerruhe nicht mehr zu besürchten, wenn auch bis zur Beendigung des Aufstandes in Albanien noch einige Zeit vergehen wird. Der Erzbischof von Slutari ist in E c t inj c angekommen, um Die Verhandlungen zur Rückkehr Der Malissoren 311 beschleunigen Tie montenegrinische Regierung tut jetzt alles zur Erleichterung der Mission Während die Verhandlungen fortDauern, kämpfen Die Aufständischen weiter. Lie Montenegriner beteiligen sich nicht am Kampfe, da die 1 Regierung jetzt die Neutralität wahrt.
In Hessen haben diese Woche noch einmal Land-
Hr. 158 Erstes Blatt 161. Jahrgang Samstag, 8. 3mW Ml
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SSSS General-Anzeiger für VberHeffen iinnahme,<tx)n Antigen Hototionsbrutf und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöruderet R. Lange. Redaktion, Lrpedilion und vruckerri: zchulstraße 7. «and-: E.Heb;°ür den IS Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle VaHnHosstraHe föa.____________________________ ^nze.gentest: H. Beck.
üblichen Form stattfand, sand noch eine Aussprache über Iuns e r e r V e rwalt u n g s g e setze ^^er tt' den Vor den "Neubau des Hiesigen Amtsgerichts statt. Die dergrund und Hier zeigte ncki ^ccht deutUch^ dic^,zuckst Danut endete, daß der Minister erneute Verhandlungen
r bei dem ersten gemeinsamen Ringen um Herabdrückung r Steuerschraube zwischen beibcn Mammcrn angebahnten .erständigungspolitik Ter Sonderausschuß für die Ver waltnngsgesetzrevision bat in 23 Sitzungen die vier besetz entwürfe in einer Weise gestaltet, daß sie ohne allzugrotze Schwierigkeit and) die Zustimmung des anderen Hauses finden konnten £hnc Frage werden mit diesen glücklich verabschiedeten Gesetzen für die ganze VerwaltungsprariS klare und bessere Verhältnisse geschaffen
Ms ein erfreuliches Moment in den Verhandlungen des jetzt beendeten Landtags kann der Umstand bezeichnet wer den, daß sich im letzten Jahre in Der Zweiten Kammer das redliche Bestreben gezeigt hat, wichtige prinzipielle Fragen der Gesetzgebung nicht im Äammerplenum durch lange Reden zum Fenster hinaus, sondern durch ausklär en de Arbeit in den Ausschüssen zur Lösung zu bringen Das Vorteilhafte nnd Fruchtbringende dieses Strebeiis hat sich besonders bei den langwierigen Beratungen über die ©emeinbe* fteuerreform gezeigt ES läßt sich zwar nicht zahlen mäßig feststellen, wieviel von den 143 Sitzungen, die der Finanzausschuß in der abgelansenen Tagung im ganzen abgehalten bat, der Beratung Der Gemeindenmlagen gc widmet gewesen sind Aber es ist in parlamentarischen und Regierungskreisen allgeniein bekannt und anerkannt, daß der Finanzausschuß in dieser Gesetzesmaterie eine ganz außerordentlich schwierige und höchst verantwortliche Geistesarbeit sieghaft überwunden hat, die durch das zähe Festhalten des Finanzausschusses des anderen Hauses und feiner Juristen und Standesk.erren an ihren prinzipiellen Auffassungen noch besonders kompliziert wurde. Da die Thronrede, mit der der Landtag geschlossen wurde, diesen Punkt nur mit ein paar knappen Worten berührt, so sei. hiermit auf diese Ausschußtätigleit besonders hingewiesen. Der Ausschuß ist über ein Jahr lang unermüdlich tätig gewesen in dem Bestreben, in der Frage der Gemeinde- umlaaenreform eine möglichst gerechte Verteilung der Lasten herbeizusühren Inwieweit das bei dem unbebauten Boden, den es hier zu bearbeiten galt, gelungen ist, kann erst die Zukunst und die Wirkung des Gesetzes in der Praxis lehren.
Auf einen Punkt hat der Vorsitzende des Finanzausschusses, Abg. Dr. £fann, noch kurz vor Beendigung der KaNimerverhandlungen hingewiesen, Der ganz besonDers unterstrichen zu werden verdient. Er führte als eine Hanpt- fchwierigleil bei den Verhandlungen mit dem Ausschuß des anderen Hauses an, daß dieser 111 der Ersten Kammer eine
15 Prozent neuer Einlommensteuern und einer bescheidenen Erhöhung der frapitalrentensteiier zu beschränken.
"Nachdem es nach weiterem langen Ringen dem neuen vvvuv|u;>vyu»y v ... v .v v ,♦ Finanzminister Brau n gelungen war, Die sinanziellen
Durch beiderseitige "Nachgaben kam Die Einigung denn auch Sorgen wenigstens einigermaßen zu verscheuchen, trat die zustande. Kurz vor dem Landtagsschluß, der gestern in der l getmß nicht minder wichtige Frage der Neuordnung
Agadir und feine grauen.
Wie in allen afrikanischen Landstrichen, wo der Moham- tnedanismus nur ein äußerlicher Firnis geblieven ist, unter dem die alte Vielgötterei weiterlebt, genießen auch die Frauen von Agadir und der Snsprovinz manche Freiheiten, Die ihnen in Fez und Marakesch streng verwehrt sind. Besonders die aus dem Hochlande und den Landschasten lenjeits des Antiatlas stammenden Berberinnen sind hier nicht wie bei den Mauren ein entwürdigtes Instrument zur Fortpflanzung, sondern Frauen im schönen Sinn des Wortes und geachtete Gehilfinnen und Gefährtinnen des Mannes, von hohem, stolzem Wüchse, in ihrer Jugend ost berückend schön, mit 11 oder 12 Jahren längst Mütter und Dementsprechend zeitkg alternd. Tie Frauen dieser Hirten- ftämme, die die Herrschast des Sultans gar nicht anerkennen, üben in ihren Familien ost ein Regiment aus, dem sich der Mann bedingungslos beugt, und sprechen in Familienangelegenheiten fast immer ein sehr gewichtiges Wort. £hne die im Norden übliche, tiefe Verhüllung und Verschleierung, die die Marokkanerin so oft einem von einem Leichentuch umwickelten, wandelnden Sack ähnlich macht, schauen sie hier in leichtgeschürzter Gewandung mit kecken, lachenden Augen in Die Welt unD freuen sich sichtlich, wenn sie merken, Daß ihre Erscheinung BewnuDerung erregt. Tie Frauen und Mädchen ans dein Volke tragen ein kurzes, weißes Unterhemd, Darüber ein langes CbcrüemD von roter oDcr blauer Farbe unD abermals Darüber Den aus Wolle gewebten weißen oder blauen Gaik. Tie Frauen der wohlhabenden Familien dagegen legen in ihre Belleidnng fein geringes Raffinement. Seidenes Hemd, weite, blaue oder gelbe Pluderhosen, rotes Mieder unD ein golDgesticktes^Jäckchen von blauer oDcr roter Farbe, Dazu Dann noch ein £bcr> gcinaitD aus grauer, Durchsichtiger Seide. Wenn man jedoch nach Der Sanbeiieil in Der Körperpflege fragt. Dann verhüllt der frunDigc am besten schauDernD^ unD schweigenD fein Haupt.
— Ein Meisterwerk deutscher Malerei entdeckt. Eine großartige Entdeckung ist in der Sakristei der .Kirche Des Teuttchhcrren-Ordens zu Frankfurt a M. gelungen. Tie Sakristei ist, wie in einem Bericht des von Tr. Georg Biermann I)erou4gcgebenen Cicerone gcnielDct wird. Der einzige llcberreft Der allen 1193 erbauten und 1647 abgebrannteil Kirche, an deren Stelle Die jetzige Barockkirche errichtet wurde. Bei einer Erneuerung der Sakristei entdeckte nun der .Kirchenmaler Ba 1 J i n Renaifsancesresken von l/ohem Wert. Während die an der Südwand ausgejundene „Himmelfahrt und Krönung der heiligen Jung fiau" zweifellos eine vortreffliche freie Kopie nach Albreckt Dürers berühmten Mittelbild des 2t. Thomas-Altars ist, stellt das zweite am nördlichen Gewölbe befindliche Gemälde einen eigenen Entwurf des ausgezeichneten Malers dar, der in der Sakristei tätig war. Tiefes Werk, in dem, wie fetten in einem Gemälde der Zeit, hohe Schönheit und deuticheZLigenart zum Ausdrucke kommen, zeigt die gefrönte Maria im Strahlen krau; mit einem entzückenden Jesuskinde.
— Ter Schöpfer des Sherlock Ho^lrnes^ Ein Mn arbeitet der Kölnischen Zeitung hat dieser Tage Sir Arthur Conan Toyle in Hornburg v. d. H., wo er sich zum Starr der Prinz-Heinrich-Fahrt, an der er ja teilnimmt, aufhält, ge sprocken, und berichtet von dieser Unterredung wie folgt: „Daß er seinen Dürren, askcnickten, zwischen Träumerei und stählerner Verfolger-Energie abwechselnde Telektiv nicht nach feinem eigenen Bilde geschaffen Ixü, sieht man aus den ersten Blick. Conan Toyle ist ein athletischer baumlanger, schwerer Mann von der Wucht eines Grizzly-Bärs. Aus Dem runden, massigen Gefichi mit Dem dichten blonden, ipitzgedrehten Schnurrbart blicken freundliche blaue 'Augen und die stumpie, gemütliche Nase wirkt iried lick. Ter berühmte Mann ist schlicht von Geberde und spricht und gehabt sich ohne Pose. Ein Mensch, von dem man Die zierliche sorgfältige Kleinarbeit seiner Tctektivgcschichten nicht er wartet hätte. Er kennt Deutschland gut und hat auf viner Schule in Tirol deutsches Wesen kennen gelernt. Lebhaft spricht er seine Bewutiderung für Deutschland aus und erzählt, daß er ein eifriges Mitglied der englischen Gesellschaft zur Förderung der guten Beziehungen mit Deutschland ist Davon nimmt man umfü Lieber j)totiz, als Doyle auch als Verfasser populärer vatcr- kändischcr Schriften unter seinen Landsleuten viel Einfluß Hal. Doch den Hauptgegenftand des Gesprächs bildet Sherlock Holmes, der ja auch bei uns zu den populärsten Persönlichkeiten gehört.
Interessant ist, — unsere Jungens werden enttäuscht sein — das; Doyle ausdrücklich sagt, er habe niemals einen Detektiv! getroffen, der auch nur annähernd die Eigenschaften des Sherlock Holmes gehabt hatte. Diese Heldengestalt ist aus eine merkwürdige Weise entstanden. In Edinburg, wo (fortan Doyle einst Medizin studiert hat, lebt heute noch all und krank, ein Professor Bell. Doyle war sein Schüler. Professor Bell ist äußerlich und innerlich das Urbild des Sherlock Holmes. Er besitzt das schmale, asketische Gesicht, das den Meisterdetektiv auszeichnet. Er pflegte mit einer bewunderungswürdigen Kunst der Beobachtung und einer glänzenden Fähigkeit des logischen Schlickens aus ninziacn Merkmalen in der Erscheinung der ihm zur Untersuchung überwiesenen Patienten deren Art, Leiden, Beschäftigung festzustellen. Das brachte Eonan Doyle aut den Gedanken, einmal diese Deduktionen auf das Verbrechen und seine Bekämpfung anzuwendcn, zu zeigen, wie auf diesem Wege die Urheberschaft eines Verbrechens fcstgestellt werden kann. Zweifellos hat Eonan Doyle von Poes genialem Chevalier Dupin viel gelernt. Doyle erkennt auch mit schöner Bescheidenheit Poes Meisterschaft an, wodurch er gewiß nichts verliert, denn Die Vielseitigkeit in der Anwendung seiner Methode, die 2id)erl)eit, mit der seine Verbrecher gezeichnet nnd, stellen ihn auf diesem Gebiete der Literatur unbeoingt an die Spitze. Sir Arthur har indessen höheren Ehrgeiz Er erklärt, das; die Sherlock Holmes- Geschichten für ihn nur eine Episode feines literarischen Schaffens sind. Er har sich ganz auf die historische Novelle geiuarfcn 11110 wird nur noch hie und da eine 2hcrlock Holmcs-Geschichre schreiben. Man kann sich denken, daß ihn Die Verleger drängen, oen Meister- betehiu nicht verschwinden zu lassen. Aber Doyle schreibt nur, was ihn interessiert, und hat in der letzten Zeit cfne Reihe kleiner historischer Novellen erscheinen lassen, die ebenso wie sein früheren Arbeiten dieser Art realistisch gesch-n und originell auig.jaßt sind. Aber wenn er auch selbst seinen brillanten Sherlock Holmes geringer cmschätzl als seine übrigen Arbeiten wobei seine liebenswürdige Gattin, oic^ diesem bespräche zu hon, überzeugt nickt, — auch bei Eonan Toyle wird, wie bei '0 oielen anoern, das Publikum unerbittlich sein. Mag er noch schreiben, n>as er mll, er wird als der Schöpfer des Neiüerdeteklipes den es leider bei keiner Polizeibehörde gibt — iorilcbcn, folangc noch Alt und Jung, Profeisorcu, Staatsmänner und Kommerzienräte gespannt verfolgen, wie Der unvergleichliche Telektro aus einem Zigarrenstummel festftellt, wie, wo, wann und warum der Ver-


