Ausgabe 
7.4.1911 Erstes Blatt
 
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Dom AWaid in Marokko.

Tanger, 6. April. Aus Fez wird unterm 31. Marz gemeldet: 15 Haremsdamen des Sultans, die Anfangs März vor Beginn der Feindseligkeiten nach Rabat ausgebrochen waren, konnten das Gebiet der Beni Snassen nicht durch­queren und kehrten wieder nach Fez zurück. Plündernde Beni Sabben sind bis Babefetul gekommen und erbeuteten Maul­tiere, die El Glaui gehörten. Das Verhältnis der Hyainas zu dem Wachsen ist weniger gut, Abgesandte von ihnen treffen zur Mitteilung der Bedingungen für ihre Unter- stüüung am nächsten Sonntag ein; wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden, werden sie in das Gebiet der Cheraga- Uledjamaa, die dem Wachsen treu bleiben, Raubzüge unter­nehmen.

2Im$ He^en.

Lampertheim, 6. April. Für die Landtagsersatz­wahl wurde vom Zentrum Bürgermeister Fre nah von Bens­heim aufgestellt. Die Nationalliberalen sahen von der Ausstel­lung eines Kandidaten ab.

Deutscher Resch.

Wie nach derVoss. Ztg."bestimmt verlautet", hat der zuständige Bundesratsausschutz sich einstimmig für die Anbe­raumung der Reichstagswahlen schon im Oktober ausgesprochen. Damit würde die Herbstsession des Reichstages hinfällig und eine ganze Reihe von Vorlagen nicht mehr erledigt werden können.

Aus Berlin wird gemeldet: Die Vorlage der Lust- b a rk e i t s st eu e r ist in der Stadtverordnetenversammlung mit 65 gegen 57 Stimmen an einen Ausschuß zurückverwiesen worden, Die>er soll den Magistrat um ganz bestimmte Auskunft darüber ersuchen, ob und in welcher Weise die Königlichen Theater zur Steuer herangezogen werden können.

Am Donnerstag wurde der Entwurf des neuen deutsch­schwedischen Handelsvertrages von den beiderseitigen Abgeordneten unter Vorbehalt einiger noch unerledigter Punkte paraaraphiert, worüber die beiden Regierungen sich die Regelung im Korrespondenzweg vorbehielten.

Den größten Teil der Sitzung des Landesausschusses zu Elsaß-Lothringen vom Donnerstag nahm eine Aus­sprache über die Ausführungen im preußischen Herrenhaus in An­spruch. .Die Redner betonten vor allem die Abhängigkeit des Statthalters und des Ministeriums von Berlin, was auch daraus hervorgehe, daß Freiherr von Köller ganz anders geredet habe, als er es im Landesaussckmß als Staatssekretär tat. Staats­sekretär ZornvonBulach erwiderte den verschiedenen Rednern, daß es nicht recht sei, die jetzige Negierung zugunsten der früheren Köllerschen herabzusepen. Einmal habe die jetzige Regierung die Verfassungsvorlage erngebracht, und dann sei ihre Stellung nach Einführung des Reichsvereinsgesetzes gegenüber den politischen Umtrieben im Lande eine viel sclpvierigere; in ö'konomischen Fragen sei der Statthalter völlig unabhängig, in nationalen Fragen könne er selbswerständlich keine andere Stellung als der Kaiser einnehmen.

Aus dem Bremer Vulkan fand in Gegenwart von Ver­tretern des Reichskolonialamts und des Norddeutschen Lloyds der S t a P e l l a u f des für die deutsche Südsee und das Kolonial­gebiet bestimmten RegierrurgsdarnpfersErsatz Seestern" statt. Frau Kapitän Moeller, die Gattin des künftigen Führers des Schiffs, taufte das SchiffKome t".

Ter Bundes rat nahm den Antrag Württembergs wegen Prägung weiterer Denkmünzen aus Anlaß ber silbernen Hochzeit des Königspaares an und stunmte den Vor­schlägen für das Reich und die Schutzgebiete sowie dem Reichs­besteuerungsgesetz zu.

Ausland.

Nachdem im weiteren Verlauf der Erörterungen der spa­nischen Kammer der Kriegsminister zugunsten deS Militär- strafgesetzbuches gesprochen hatte, wandte "sich C a n a l e j a s ener­gisch gegen die Angriffe der Republikaner. Er sehe darin eine Aufforderung zur Disziplinlosigkeit, es sei nicht angängig, daß sich die Kammer zum Richter über den Prozeß Ferrer aufwerfe. Canalejas Jindigte an, daß nach Schluß Der Aussprache die Regierung das Wort ergreifen werde, um zu untersuchen, ob Die Erörterung ihren Ausgangs­punkt außerhalb der Kammer habe. Nach Der Sitzung fand ein Ministerrat statt, der sich namentlich mit Der marokkanischen An­gelegenheit beschäftigte, der Die Regierung große Aufmerksamkeit zuwendet.

Der portugiesische Ministerrat setzte die Wahlen auf den 28. Mai fest und änderte das Wahlgesetz dahin ab, daß gemeinen Soldaten, Unteroffizieren und Zivilpersonen, die des Lesens kundig sind, eine Stimme gemährt wird. Der Justiz­minister unterbreitete dem Ministerrat ein Gesetz über Die Tren- ming von Staat und Kirche, das noch in dieser Woche veröffentlicht werden soll.

Wie einige türkische Blätter erfahren, hat Montenegro die Großmächte in einem Memorandum ersucht, bei der Pforte wegen einer Regelung der Frage der Auswande­rung der Malissoren einzuschreiten. In dem Memoran- dum wird die Gewährung eines allgemeinen Straferlasses und

des Königs, der Königin tot» Der ganzen Königlichen Familie, -auf das Wohl des schönen Landes Italien.

Nach dem Trinkspruch spielte die MIusik die italienische Nationalhymne.

Im prächtig geschmückten Costanzi-Dyeater fand heute abend Galavorstellung zu Ehren der Mitglieder des internationalen Kongresses für Kunst und Musrk statt, in der auch rm Verlause der Vorstellung das Mnigspaar mit den deutschen Gästen erschienen. Bei dem Eintritt der hohen Herrschaften erhob sich das Publikum und begrüßte das Herrscherpaar und das deutsche Kronprinzenpaar mit stür­mischen Zurufen, während die Musik die deutsche und die italienische Hymne spielte.

Staatsfetrdär Grey über die Einschränkung der Rüstungen.

Im englischen Unterhaus gab1 es nochmals eine Unterhaltung über die Rüstungsfrage. Sie war aber sehr harmloser Natur:

London, 6. April. Im Unterhaus fragte der Unionist William Peel Sir Edward Grey, ob er beabsichtige, an­gesichts der Erklärung des deut schenReichskanzlers gegen eine Politik der Einschränkung der Rüstungen Mitteilungen über Schiffsbauten mit Deutschland auszutauschen.

Grey erwiderte: Der Reichskanzler nahm in seiner Rede ausdrücklich den Gedanken des Austausches bezüglicher Mitteilungen an und drückte die Bereitwilligkeit aas, zu feiner Vereinbarung darüber zu gelangen. Er sehe in dem, was der Kanzler über die Einschränkung der Rüstungen sagte, nichts, was den Austausch von Mitteilungen weniger ausführbar und weniger wünschenswert machte.

Peel fragte weiter, erstens, ob Grey irgenb einen Nutzen für Großbritannien in dem Ausbausch von Mitteilungen sehe, da doch der Kanzler sagte, daß er einer Beschränkung der Rüstungen seine Zustimmung nicht geben werde: zweitens, ob man mit einem Austausch irgend einem allgemeines! Zweck dienen wolle.

Grey erwiderte: Wenn Peel meine Rede vom 13. März noch, einmal nachsehen will, wird er finden, daß ich den Ausdruck Beschränkung der Rüstungen" ablehnte, aber ausdrücklich erklärte, daßHerabsetzung der Ausgaben" der bessere Ausdruck sei. Soweit ein Austausch von Mitteilungen zwischen irgend welchen zwei Ländern entfernen konnte, würde er eine Wirkung auf die Aus­gaben ausüben.

eine mildere Anwendung der Derfassungsgesetze angeregt'. Schließ­lich versichert die montenegrinische Regierung, daß Montenegro seine freundschaftlichen Beziehungen zur Pforte aufrechterhalten werde.

Tie türkischeRegieruna beschloß den Bau der Eisen­bahnlinie DscheidaM ekka.

Aus uuS Luuv,

Gießen, 7. April 1911.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Die alte Erfahrung, daß bei kurzen Tagesordnungen immer die längsten Sitzungen entspringen, hat sich gestern wieder be­stätigt. Trotzdem nur zwei Gegenstände zu erledigen waren, dauerte die Sitzung über 2 Stunden. Beide Punkte der Tagesordnung waren aber auch zu verkackend: elektrische Straßenbahn unD Wertzuwachs st euer. Mit letzterer mußte sich die Staot- verordneten-Versammlung beschäftigen, weil Der Reichskanzler das Gesuch der Stadt abgelehnt hatte, die jetzige Ortssatzung bis auf weiteres fortbestehen zu lassen, was nach dem Gesetz möglich ist und der Stadt höhere Einnahmen als aus dem ihr nach dem Reichsgesetz zu stehenden Anteil gesichert hätte. Nach der Ablehnung galt es, zu retten, was zu retten war. Deshalb sollte die Ver­sammlung eine neue -Ortssatzung annehmen, die wenigstens die fakultativ gestatteten Zuschläge der Stadt sichern sollte. Da auch mit den vor geschlagenen Zuschlägen die in Zukunft zu bezahlende Wertzuwachssteuer in den meisten Fällen trotz des Zuschlags geringer sein wird, als seither, hätte die Annahme sehr rasch erfolgen können. Aber die Ortssatzung gab den theoretischen Gegnern und Freunden der Wertzuwachssteuer erwünschte Gelegen­heit, ihre Ansichten über den Wert oder Unwert dieser Steuer in behaglichem Redestrom darzulegen, wobei mancherlei laut ge­wordene Befürchtungen über die Wirkung der Steuer beseitigt werden konnten. Ein Schlußantrag drohte schon, als die Rede- lust endlich versiegte und die Satzung wurde bann einstimmig angenommen. Der Fahrplan der elektrisch. Straßen­bahn, der sich eng an dem bestehenden anschließt, gab nur zum Vorbringen kleiner Wünsche Veranlassung. Allgemein interessieren wird, daß vom 1. Mai ab bie Wagen der roten Linie sämtlich bis zum Schützenhaus durchgehen werden.

*

Tageskalender für Freitag, 7. April: Stadt­theater:Ter Weg zur Hölle." Anfang 8 Uhr.

*' Ordensverleihung. Ter Großherzog hat dem Direktor der Vollsoper in Wien, Rainer Simons, die Er­laubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser von Oesterreich verliehenen Ritterkreuzes des Franz- Joseph-Ordens erteilt.

" Pfarrperfonalien. Der Großherzog bat bem Pfarrer Adam Köhler zu Trebur die evang. Pfarrstelle zu Seligenstadt und dem Pfarrer Herrn. Bering er zu König eine evang. Pfarrslelle an der Stadtgemeinde zu Darmstadt übertragen.

* Das Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, hat, um den Geschäftsgang zu vereinfachen, bestimmt, daß vom 1. April 1911 an die Gefuche um Uebcrtranung erledigter Lehrerftellen an den VolkSchnlen (Präsentationsstellen ausgenommen) an deu Großhcrzog zu richten und bei der vorges etzten Kreis- Sch ul f o m tn iffi o n emzureichen sind. Gesuche um lieber» tragung von Präfentalions st eilen sind nach wie vor bei den Präsentatoren einzureichen.

* Die schriftliche Staatsprüfung für den höheren Forst dien st beginnt am 15. Mai zu Darmstadt. Gesuche um Zulassung, die Dem Eingabestempel im Betrage von 1,50 Wlf. unterliegen, sind spätestens bis zum 29. April bei der Ministerialabteilung für Forst- und Kcuneralverwaltung einzureichen.

"Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Schulstelle zri Reisen.

** Gefängnis Personalien. Ernannt wurden am 1. April der Anstaltslehrer am Provinzialarresthaus in Darm­stadt Reallehrer Wich. Escher zum Anstaltslehrer an Der Zellen­strafanstalt Butzbach, der Verwalter an Der früheren Weiber­strafanstalt in Mainz Emst Lang $unt Verwalter des Provinzial­arresthauses in Mainz, der Oberaufseher am- Provinzialarresthaus in Darmstadt Aug. Steiner zum Oberaufseher an Der Zellen­strafanstalt Butzbach, die Gefangenaufseherinnen an Der früheren Weiberanstalt in Mainz Mathilde Bingel unD Elisabeth Peter zu Gefangenaufseherinnen am Landeszuchthaus Marienschloß, Die Gefangenausseherinnen an der früheren Weibersttafanstalt in Mainz Elise Malz, Marie W ü h r e r , Christine Weber und Luise Müller zu GefangenaufscherinnLn am Provinzialarresthaus in Mainz.

** Pom' Vorstand des Eisenbahnverkehrs- am t e § wird uns geschrieben:

Tie in der Nr. 81 Ihres Blattes veröffentlichte Darstellung des Verkehrsamtes über den bem ArtikelIm Zeichen des Ver­kehrs" in Nr. 77 des Gießener Anzeigers z-u Grunde liegenden Vorfall ist nach der nochmals angestellten Unterfudjiing richtig. Der Bote kann auch bei Gegenüberstellung den Beamten nicht be­zeichnen, der die Annahme verweigert haben soll. Unrichtig ist, daß Frachtbriefe mit der Angabe: StationGrünhoj" unbcan- siandä angenommen wvrden seien. Sowohl im vorliegenden Falle, als auch früher sind diese Frachtbriefe durch den Spediteur Lyncker, als Bevollmächtigter des Absenders, berichtigt worden. Da zu Stuckgutsendungen keine Wiegescheine ausgestellt werden, kann ein solcher auch nicht vorgelegen haben. Anscheinend liegt eine Ver­wechslung zwischen Verwiegeschein und Verladeschein vor.

** Fahrkarten-Automaten. Zur Erleichterung des Lösens von Fahrkarten ist in der Vorhalle des hiesigen Bahnhofs ein dritter Fahrkarten-Automat aufgestellt worden, der hegen Einwurf von drei Zehnpfennigstücken Fahrkarten vierter Klasse Fahrkarten nach Reiskirchen und Wetzlar selbsttätig verkauft. In unmittelbarer Nähe befinden sich wie seither die beiden Automaten für Bahnsteigkarten zu 10 Pfg. und für Fahrkarten 4. Klaffenacb Garbenteich, Großen- Bufeck, Langgöns und Lollar zum Preise von 20 Pfg.

** Die Oberammergauer Pass io ns spie le, die wie früher, auch im vorigen Jahre Tausende und Tausende von Fremden nach dem betriebsamen Bergdorf in Oberbayern lockten, genießen feit langer Zeit einen außerordentlichen Ruf. Im bür­gerlichen Leben Holzsdmitzer oder ähnliches, treten diese kräftigen Aelplcr alle zehn Jahre zusammen, um auf dem nur zu diesem Zweck errichteten Theater das Spiel von der Passion des Herrn aufzuführen. Aber nur verhältnismäßig wenigen war es ver­gönnt, sich diese ergreifenden Darstellungen anzusehen, und so ist es denn sehr erfreulich, daß diesen nun wenn auch nur im Bild die Gelegenheit geboten ist, sich einen Begriff und eine Vorstellung von der erschütternden Wirkung der Tragödie zu machen. Die Vorstellung, die gefiern abend vonLenschs Projek­tion" in Steins Garten ausgeführt wurde, batte einen ziemlich starken Zusckxuierkreis vereinigt, der den einzelnen Darbietungen mit großer Spannung folgte. Die klaren und scharfen Bilder, in den Farben der Originale fanden ftarfen Beifall und der be gleitende Text erläuterte ine Vorgänge in angemesLeneL Weife,

* V erhaltet wurde gestern ein hier zugereister Arbeit«; der durch Vornahme unsittlicher Handlungen in den, Anlagen öffentliches AergeruiA erregte.

Lauotreis Gießen.

-n. Großen-Buseck, 6. April. Der Handelsmann Liebmann Berlin und seine Ehefrau Jeanette, geb. Kahn, feiern am Samstag silberne Hochzeit.

= Großen-Buseck, 6. April. Gestern abend wollte dec Bahnhofswirt den Zimmermann Z., da dieser einen Gast mit Totstechen bedroht hatte, auS dem Lokal befördern, wobei Z. dem Wirt zwei Stichwunden am Kopfe bcibrachte. Der sofort zur Stelle gebrachte Arzt Dr. Veltner nahm sich des Verletzten an.

d. Dorf-Gull, 6. April. Hier ereignete sich gestern ein schwerer Unglücksfall. Das fünfjährige Töchterchen des Maurers Wilh. Bender war in einem Nachbarhaufe bei der Metzelsiippe. Es fiel in einen Behälter voll heißer Wurstbrühe und verbrannte sich so, daß eS trotz alsbaldiger ärztlicher "Hilfe feinen Verletzungen erlag.

Kreis Büdingen.

Bleichenbach, 6. April. Gestern spielten zwei Knaben im Alter von 8 und 4 Jahren unbeaufsichtigt in einer Scheuer. Ter kleine vierjährige Knabe bestieg eint Leiter m der Scheuer und fiel alsbald mehrere Meter hoch herab auf die harte Tenne. Der ältere Knabe bekam Angst, verriegelte baS Scheunentürchen von inwendig und fioch auf dem Heuboden in eine Lücke. Erst spät fand man den kleinen Knaben mit gebrochenem Schenkel.

Kreis Friedderg.

eh. Pohlgöns, 6. April. Die Gemeinde ehrte ihre Veteranen auS 187071, 8 an der Zahl, durch Schenkung von Eh re n s e sse l n.

Starkenburg und N Hein Hessen.

-m. Ofsenbach, 7. April. (Priv.-Tel). Der Geschäfts­führer Willi Bollenbach von Bieber ist mit seiner Frau und Zwei Kindern seit dem letzten Samstag verschwurt- .den, nachdem er vorher Schecks im Betrag von nahezu 15 000 Mark gefälscht uni> das Geld aus einer Frankfurter Bank abgehoben hatte.

rm. Dieburg, 7. April. In früher Morgenstunde wurde heute in der Nachbarschaft eingroßerWaldbrand beobachtet, der durch geeignete Maßregeln an weiterem Ausdehnen gehindert werden konnte. Es sind nach ungefährer Schätzung zirka 600 Quadratmeter Kieftrnbestand dem Element zum Opfer gefalle«. Die Entstehungsursache konnte man bis jetzt nicht ermitteln.

-o- Aus R h e i n h e s s e n, 6. April. Eine Millionen- erb schä ft, die echt sein soll, wird sich demnächst über Rhein­hessen, die Pfalz und Baden ergießen. Es handelt sich um vierzig Millionen, die noch in diesem Sommer aus­gezahlt werden sollen. Der Erblasser hieß B u n n und der hauptsächlichste Stamm, dessen Zweige sich in die Riesensumme teilen sollen, heißt C h r i st i a n i. Die Nachkommen der Chri- stiani sind in zahlreichen Familien Rheinhessens, der Pfalz und Badens vorhanden. Ein Mannheimer Konfulatsbeamter hat von dem Nach Amerika entsandten Vertrauensmann die Nachricht er­halten, daß die Echtheit der Erbschaft durchaus bestätigt sei, auch die Summe von 40 Millionen stimme und zur Auszahlung seien nur noch einige Formalitäten zu erfüllen. Die erste Nach­richt über die Riesenerbschaft haben die Beteiligten deutschen Zeitungen zu verdanken.

Landwirtschaft.

fc. Wiesbaden, 6. Avril. Tie Maul- und Klauen.' f e u d) c ist im Regierungsbezirk Wiesbaden in der letzten Wocha bedeutend zurückgegangen, so daß heute nur noch 54 (Se-j Hölle im ganzen verseucht sind, die in den Kreisen Wiesbaden« Land, Höchst a. M. und Obertaunus liegen. Tie Gemeinde Erben- beim verzeichnet heute lediglich 4 verbuchte Geholte; sie besonders hatte unter der Seuche zu leiden, beim von ben bärtigen 120 Land- mirten batten 90 die Seuche in ihrem Viehbestände. Den energi- ich en behördlichen Maßnabmen, vor allem Der Verhängung Den Quarantäne über das Händlervieh ist es zu verdanken, daß deö Seuche Einhalt geboten wurde. Der Minister für Landwirt^ schall, Domänen und Forsten meist in einem Erlaß daraus hin! daß die Maul- und Klauenseuche häufig durch ausländ isch^ Saisonarbeiter ein geschleppt wird. Eine Derartige Einschleppung lasse sich nur verhüten, wenn Die Kleidung und das Schnhzeug der Arbeiter sofort nad) ihrem Eintreffen und vor beni Betreten Der Arbeitsstätte einer gründlichen Reinigung und Tes^ infeftion unterzogen werden. Der Minitterialerlaß sagt u. a., daß) neben der vielfach empfohlenen Bacillollösung auch 3prozenl,gs lväffcrigeLösung von Liquor Cresoli saponatus Anwendung finden kann, sowie als besonders wirksames Tesinsektlonsmittel Sublimat­lösung 1:1000.

Dcrmiicbte».

* Der DampferPrinzeß Irene" deS Norddeutschen Lloyd ist im Nebel auf einer Sandbank bei Fire, Island, auf­gelaufen. Wie ein von dem Dampfer bei der Newyorker Ageittur des Norddeutschen Lloyds eingegangenes drahtloses Telegramm! besagt, sollen heube abend die Passagiere auf Schlept^ampfev übernommen und nach Newyork gebracht werden. Sie verhalten sich ruhig. Der Danrpfer liegt auf der Höhe von Fire, Jslan», gegenüber SayvÄle. Seine Lage ist nur in dem Falle eines, Südsttoms gefährlich. Im Notfälle werden die NettungsstationeN Hilfe leisten.

* Ein uberzug im Goldbergwerk. Aus Df en» pest wird unterm 7. April geschrieben: In dem fiskalischen Gold- bergwert bei Nagybamya erschienen gestern nadjanittag, als nicht mehr gearbeitet wurde und nur einige Wächter anwesend waren, fünf fremde Männer. Die Wächter wollten die Eindringlinge hinansweisen, die Räuber jedoch fck)leuderten kleine Dy nam it bomben gegen sie und trieben so die Wächter in die Flucht. Die Bomben explodierten kurz hintereinander^ trafen redoch keinen der Wächter, die sich in einem weiten Gang in Sicherheit brachten und sick> nicht aus ihrem Versteck hervor­wagten, da einer der Räuber vor dem Stollen Wackle hielt. Jn- zwischenkonnten seine vier Spießgesellen großeGoldvorrät« fortschafsen. Als sich die Räuber entfernt hatten, durchsuchüisn die Wädster das ganze Bergwerk, sanden aber nirgmds eine Spur der Eindringlinge Anf die von ihnen erstattete Anzeige wurde fe)tgefteHt, daß sich die Räuber eine Strecke in einem außer Be­trieb gesetzten Schacht hinabgelassen hatten, wo sich die Gold­vorräte befanden. Be^or sie dahin gelangen tonnten, mußten sie mehrere ei s e r ne, T üre n sprengen. Im ganzen sind den, Räuberri Golderze in Höhe von mehreren 1000 00 Kro nenj in die Hände gefallen. Es wird angenommen, daß ein entlassener Arbeiter der Fürner der Bande war.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Verlauf der Witterung feit gestern früh: Unter der Herr- ichait des alisqebrei.'eten Hochdruckgebietes, das ganz Eliropa mit Ausnahme des äußersten Südostens fortgesetzt mit kalten nörd­lichen und östlichen Lullströniuiigen 1 überflutet, dauert der Källe- Aick^all an. Vereinzelt fallt noch geringer Schnee Ta der hohe ?ruck mit feinem Kern über Nordrvesteuropa liegen bleibt, ist auch 'ür morgen noch feine erhebliche Aenderung der Witteruiig zu er­warten.

WelteranSsichlen in Hessen am Samstag Dem 8. April 19H: Zeitweife h-llier, meist trocken, kühl (höchstens am Tage etwas lodrmerj, östliche Winde.