Ausgabe 
10.1.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

zugleich in nationalem Stolz. Ganz begeistert rief sie aus:

Patriotin unterwegs, doch nur

der Pfalz

einen tüchtigen,

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den Fälscher als Wicdererwecker ihrer Sprache und Literatur hoch, und als er am 12. Januar 1861 am Magenkrebs starb/ war die Trauer um ihn groß.

er einschlägigen greift, beheben e ünnave iten und W Anzeiger einzu-

Seer und Flotte.

Das frühere PanzerschiffD eutschland" , das im Jahre 1874 gebaut wurde und zuletzt als ge­panzertes Schießziel für Scharfschießübungcn der Hochsee­flotte gedient hatte, ist zum abwracken nach Holland ver­kauft worden. _

Karlsruhe, 9. Jan. General der Artillerie z. T. Eugen v. M ü l l e r ist im Alter von 66 Jahren hier gestorben.

_ Ein Falscher aus Patriotismus. Die angebliche Auffindung von Ziskas Gebeinen har sich bekanntlich als ein falscher Trick erwiesen, als ein mißglückterfrommes Betrug, der das Nationalgefühl der Tschechen stärken sollte Der Zufall will es, daß in diesen Tagen, am 12. Januar, der Todestag jenes Mannes sich zum 50. Male jährt, der zuerst durch eine Fälschung das Prestige seiner tschechischen Landsleute zu heben versuchte. Waneeslaw Lanka, derFrnder" der berühmten Königinhofer Handschrift" (Rukopis Kralodvorskh wurde 1791 zu Horenowes bei Königgräh als oofon eines Bauern geboren und half bis zum 16. Jahre den Eltern m der Wirtschaft Als ihn der Vater, um ihn dem Militärdienste zu entzieh.n, aus das Gymnasium sandte, wurde er schon hier, was er spätm tnt großen Maß stabe werden sollte, ein Vorkämpfer des ^schechentums, da er zuerst von allen Schülern, weil des Deutschen nicht mächtig, seine Arbeiten in tschechischer Sprache machte, ein Vorgang, der bald Nachahmung fand. Er widmete sich rechts- und sprachwinen- schastlichen Studien, wurde Bibliothekar desBöhmischen Mu­seums" und war bald ein Führer der nationalen Partei. Am 16. September 1817 nun hatte er angeblich das Manuskript in einem Kirchturmgewölbe unter alten Waffen und mobngem Gerümpel aufgefunden. Die Blätter enthielten Gedichte, die schein­bar aus dem 13. Jahrhundert stammten und damü bewiesen, daß die Tschechen schon damals eine Literatur gehabt, also auf einer höheren Kulturstufe gestanden hätt.n, als ihnen die deutschen Gegner zugestehen wollten. Das Literaturdenkmal erregte großes Aufsehen und wurde von vielen, u. a. von Goethe, freudig be­grüßt. Schließlich aber Hal man zur Evidenz nachgewiesen, baß

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Bas neue Kabinett vienerth.

Die neue, d. h. dritte Umbildung des Kabinetts Bie- herth wurde Mitte Dezember bekanntlich dadurch not­wendig, daß der galizische Polenkolo mit der Verweige- nmq des Budgets drohte, falls Herr v. Bienerth nicht die Versicherung gäbe, daß das Wafsersttaßengesetz für Galiz en ehestens »durchgeführt und der trotz feines Polentums rn dieser Beziehung unzuverlässige Finanzmimster Dr. von Bi- linstt aus dem Kabinett ausgeschisft würde. Herr v. Bre- uerth hat lange gezögert, diese Bedingung zu erfüllen. Doch zeigte schon die Tatsache, daß der Polenkolo dem ut De­mission befindlichen Kabinett im Reichsrat keine Schwie­rigkeiten machte, daß sich die F-äden zwischen Wien und Lemberg aufs neue knüpfen würden, d. h. Herr v. Bienerth vor den Polen mutig einen Schritt zurückweichen wurde. Vielleicht hätte er das doch nicht getan, wenn inzwischen bie deutsch-tschechischen Ausgleichsverhandlungen em günstiges Ergebnis gehabt hätten, der böhmische Landtag also ar­beitsfähig und damit die dem Kabinett von der anderen Seite drohende Gefahr der Lahmlegung des österreichischen Reichsrats durch eine tschechische Obsttuktion beseitig'wurde. Herr o. Bienerth hätte trotzdem die Tschechen als Bundes­genossen gewinnen können, wenn er es über sich gebracht hätte, ihnen ein Ministerportefeuille mehr einzuräumen. Er hätte es rtber dann mit den Deutschen verschüttet und zog es daher vor, erst die deutsch-böhmische Verständigung abzuwarten, ehe er einen deutschen und einen tschechischen Landsmannminister ernannte und sein Kabinett wirtlich parlamentarisierte.

Denn auch das dritte Kabinett Bienerth ist noch zum Teil ein Beamtenministerium und muß es bei den augen­blicklich recht unklaren Verhältnissen in Oesterreich auch sein. Aus Beamtenkreisen sind ausgenommen der bisherige Sektionschef im Arbeitsministerium, Graf Max Wicken­burg (Inneres), der Präsident des statistischen Zentralaus- schulses, Dr. Robert Meyer (Finanzen), der bisherige Sek­tionschef im Eisenbahnministerium, Marek (Oeffentliche Ar­beiten), der bisherige Regierungsrat in Troppau. Frhr. von Widmann (Landwirtschaft), und der bisherige Sektionschef im Ackerbauministerium, v. Saleski (Minister für Galizien). Parlamentarisch ist das neue Kabinett aber insofern, als neben dem Ministerpräsidenten Frhrn. v. Bienerth der Minister Ides Unterrichts, Graf Stürgth und der des Handels, Weißkirchner, der christlich-sozialen Partei zuzurechnen sind, v. Wochen bürg er (Justtz) der deutsch-freiheitlichen Gruppe uno Dr. v. Glombinsii (Eisenbahnen) dem Polenkolo an- aehört. Nach nationalem Prinzip gesondert, verfügen die Deutschen über 8 Ministersitze (Bienerth, Gkaf W.ck.nburg, Graf Stürgh, v. Hachenburger, Meyer, Weißkirchner, von Georgi, v. Widmann), während die Slaven drei ihr eigen nennen, von denen zwei auf die Polen (v. Glombinski und v. Saleski) und einer auf die Tschechen (Marek) entfällt.

Unter diesem letzten Gesichtspunkte ivird das neue Ka­binett Bienerth in Oesterreich von deutscher Seite sym­pathisch begrüßt werden. Bon deutsch-freiheitlicher Sette wird es dagegen Tadel finden, weil es seiner überwiegenden Mehrheit nach als ein klerikales bezeichnet werden muß. Denn zu den Anhängern der christlich-sozialen Partei treten als Klerikale noch die drei Slawen, so daß, da Meyer und der Landesverteidigungsminister v. Georgi völlig neu­trale Fachminister sind, das freihettliche Prinzip nur m b. Hachenburger seinen Vertreter findet. Emen recht un- günsttgen Eindruck aber muß das neue Kabinett Bienerth auf das österreichische Deutschtum insofern machen, als die Polen (bei seiner Bildung wieder das Fett abgeschöpft haben.

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gimes mit dem Jesuiten Cabrak an der Spitze ausgehe. Die provisorische Regierung beilage die gestrigen Ercignisie, da sie dem Ausland zu tendenziösen Angriffen gegen die Regierung Anlaß geben könnten.

Berlin, 9. Jan. Nach einem bei der hiesigen por­tugiesischen Gesandtschaft aus Li s bon eingetroff.nen Tele­gramm des Ministers des Auswärtigen hat tue De­peschenzensur in Portugal auf gehört. Bisher habe die Zensur alle fälschen und beleidigenden Nachrichten unterdrückt, was als Vorwand gedient habe, der portu- stesischen Regierung vorzuwerfen, sie habe dem Auslande die wahre Lage des Landes verheimlichen wollen, ^n Zu­kunft werde sich die portugiesische Regierung jeden Ein­griffs in die Uebermittelung der Telegramme enthalten.

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von polnischen Gnaden bezeichnet.

Das es sich am Ruder hält, bis das galizische Wasser­straßengesetz zur Erörterung steht, läßt sich nicht annehmen. Denn wenn der tschechische Ausgleich nicht zustande kommt, wie es nach den bisherigen Erfahrungen nur zu wahrschein lich ist, wird im Parlament wieder die tschechische Obstruktion cinsetzen, den österreick)ischen Reichsrat arbeitsunfähig machen und damit dem neuen Ministerium Bienerth fern Grab graben. Es ist nicht anzunehmen, daß sich Herr v. Bienerth um die tschechische Skylla zu vermeiden, dazu entschließen sollte, sein Kabinett nach den Wünschen der Tschechen weiter zu parlamentarisiercn. Auch die Deutschen bestehen auf ihren Ministerportefeuilles, so daß er dann unfehlbar der deutschen Charybdis zum Opfer fallen wurde Etwa schon im März, wenn im Reichsrctt die wichtigen Heeres- und Flottenvorlagen zur Erledigung stehen, durfte das Schicksal des jetzt gebildeten Kabinetts Bienerths be­siegelt sein.

Wien, 9. Jan. Die nächste Sitzung des Ab­geordnetenha uses findet am 17. Januar statt.

ICuttfi, Wissenschaft nnd Leben.

< DieN o t" der englischen Patriotin. Die all- l kritische Frau, das ist das Schlagwort einer neuen national! W/cn Beilegung in England, deren Ziel es ist, die Tochter Alb ton» aufzurufen zum Kampfe gegen die Begünstigung auisUlndycher Moden und ausländisck-er Ware. Tie echte englyche #rau soll sich so kleiden, daß sie an ihrem Körper kein einziges Erzeugnis duldet, das nicht englischen Ursprungs ist, sie wll davon ab­lassen, ihre Parfümerien in Frankreich zu tarnen, ihre Kleider- stosse aus Deutschland und chre Fußbekleidung auä_ Wieii zu beziehen. Eine 6egeifterte Patriotin hat nun den Bettuch unter­nommen, sich zu einerall-britischen Frau" emporzuentmickeln, aber es fd>eint, daß dies schöne Ideal cinslwecken feine -Schwierig­keiten hat. Sie gibt in einem Londoner Blatt eme amuiantc SckAderung der Bitternisse, die ihre all-britische Seele zu durch­kosten hatte, als sie ihren Rundgang durch die Londoner Larxm antrat.Beste deutsche Schafwollkleider",direkt aus Paris , schöne belgische Seide",österreichische Ware",die letzte Neu­heit aus Rußland", das waren die Inschriften,Jne ihr aus allen Schaufenstern entgegenleuchteten. Ten ganzen Tag über war die Patriotin unterwegs, doch nur zweimal tonnte sie eine ^tueisung finden, bei der englische Waren angeboten wurden:Engliichen Krönungssamt!" Ich trat ein. Ter Samt war eigens sur die Krönung angefertigt, rot, blau und purpurn, die Farbtöne, die bei der Zeremonie getragen werden. Wer ich brauche keinen Krönungsmantel und bat um andere Farben.Englischen -samt zribt es nur in drei Krönungsfarben", aber man zeigte mirdie herrlichsten Sachen aus Lyon". Die Allbtttin konzeittrierte ihre Sehnsucht mnk auf ein paar eleganter englischer LtraßenMttel. An den amcritanii'cben Schuhläden ging sie in einem graften Bogen vorbei und betrat dann nacheinander einige große Verkaufsstellen, die Hyrem Patriotismus weniger verdächtig erschienen. Ein Paar Stiesel nach dein andern wurde ihr vorgelegt: aber in jedem Schuh fand sie den Stempel:Made in Vienna".Nein, ick> will feine Wiener Schuhe". Der Verkäufer schüttelte den Kopf und legte ihr nunPariser Lackschuhe" vor,vorige Woche aus Frankreich gekommen". Trotz der Entente eordiale konnte Jid) die vaterlaiidstreue Engländerin nicht zutn Einkauf entschließen, und so verzichtete sie auf die all-britische Fußbekleidung, nnejte bereits aus ihr all-britisches Samtkleid verzichtet hatte.Man muß also Tuch tragen," flüsterte sie sich, schon ein wenig restg- 'niert, zu. In einem der größten Häuser wurden ihr Herrlick.e Stosse vorgelegt, ihr Herz schwoll ist weiblichem Entzücken, nnh

Die Gärung m Portugal.

Lissabon, 9. Jan. Tie portugiesische Re­gierung beschloß, wegen des Angriffes gegen drei mon­archistische Zeitungen, unter ihnenDiarro Jllustrado , die gerichtliche Untersuchung einzuleiten: wegen der groben An­sammlungen vor den Redaltionslokalen war es der Po­lizei unmöglich, die Schuldigen sofort zu ermitteln. Tie drei monarchistischen Zeitungen veröffentlichten tn der letzten Zeit wiederholt gegen bte portugiesischen Republikaner schwere Angriffe; der Ausbruch der Voltsleidenschaft wird diesem Umstande zugeschrieben. N. ch erfolg.er Beruh gung der Menge zog diese an den geschlossenen Gebäuden der fremden Gesandtschaften vorbei und veranstaltete Sym­pathiekundgebungen. Tie Privatwohnungen der betroffe­nen Redatteure werden zu ihrem Schutze Polizei ich bewacht.

Aus Rio de Janeiro ist die Nachricht eingetroffen, daß eine Anzahl brasi.ianischer und portugiesischer Familien den KreuzerAdamaster" besuchten und die republi­kanische Fahne überreichten, die abends auf dem Schiffe gehißt wurde. Als die Republikaner wieder an Land tarnen, wurden sie von zahlreichen Monarchisten angegriffen. Es entstand eine Schlägerei, wob.i mehrere verwundet wurden. Die Polizei stellte die Ord­nung wieder her. ,

Der Zivilgouverneur von Lissabon er­klärte einigen Journalisten, er habe seit langem Kenntnis von einer gegen das neue Regime und die Leiter der portugiesischen Regierung gerichteten Bewegung, die von im Auslande beFudttchen Persönlichkeiten alten Re-

Tie Afrika-Expedition des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg. Der Kaiser bewilligte aus dem Dispositionsfonds für die A fr i ka - Ex p cd i 11 o n des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg, die unter dem Ehreu- schutz der hamburgischen wissenschaftlichen Stiftung steht, 50 000 Mark. Nach den letzten telegraphischen Meldungen, die bis zum 28. November reichen, sind sämtliche Teilnehmer der Expedition wohlauf. Die Hauptexpedition unter dem .Herzog selbst dürfte sich gegenwärtig in der Nähe des Tschadsees befinden

Edm ond Roftand als G o et h e-U eb er setz crJ Der Dichter desEbantecler", Edmond Roftand, arbeitet, wie aus Paris gemeldet wird, gegenwärtig, wie einer seiner Freunde erzählt, an einer Uebersetzung Goethes ins Franzö­sische. Diese Uebett'etzung ist eine der alten Lieblingsideen Rostands, die er schon seit Jahren verfolgte, ohne an die Ausführung zu schreiten. Der Dichter, der ein großer Bewunderer Goethes ist, gedenkt vorerst einige Dramen ins Französische zu über tragen, und zwar will er mitGötz von Berlichingen" den Anfang machen. Die ersten ^wei Akte sind bereite in der Roharbeit vollendet. Hierauf sollT a s s o" an die Reihe kommen. Restand meint, daß diese beiden Dramen allein ihn mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen werden.

P earys Beweise. Aus New York wird gemeldet: P e a r y ist am Samstag vor dem Ausschuß des Abgeordneten- Hauses erschienen, um Beweise für den Erfolg seiner Nordpol- fahrt vorzubringen. In einer längeren Darlegung gelang es ihm, die Mitglieder des Ausschusses zu überzeugen, das; er tat­sächlich den Nordpol entdeckt habe. Nunmehr wird ihm ohne Widerstreit der Titel eines Contte-Admirals zuerkannt werden. (Die Bestätigung dieser Nachricht bleibt abzuwarten. D. Red.) Kurze Nachrichten aus Kunst u Wissenschaft. Die 2 0 0. Aufführung von Webers Freischütz fand am Mon­tag abend im Darmstädter Hoftheater statt. Die Feier wurde durch die von der Hofkapelle ausgeführten Jubelouvertüre eingeleitet. In Stuttgart ist der Kunstmaler Hermann Pleuer am Freüag, 47 Jahre alt, an einem Blutsturz ge­storben.

Zwar ist das Finanzministerium, das seit der Aera Taafe fast stets in polnischem Besitze war, unzweifelhaft wichtiger, als das Eisenbahnministerium, das ihnen jetzt zufallt, und daß der Minister für Galizien ein Pole ist, ist eigentlich selbstverständlich. Aber und das ist das bedenkliche Herr v. Bienerth hat die Polen nur dadurch zur Mitwirkung an der Kabinettsbildung zu bestimmen vermocht, daß er ihnen, wie es heißt, die Zusicherung gab, das neue Kabinett werde das Recht Galiziens auf Durchführung des Wasser- sttaßenqefetzes vom Jahre 1908 anerkennen und diese tforbc» rung mit feinem ganzen politischen Einfluß unterstützen, ja, sogar zurücktreten, wenn es dabei auf Widerstand tm Reichsrat stoßen sollte. Trifft das zu, und bestätigt sich ferner die Meldung der KrakauerNowa Reforma , daß Herr v. Bienerth versprochen habe, die erste Baurate für die galizischen Wasserstraßen beretts in das Budget für 1912 einzustellen, so wird man wohl nicht zu wett gehen, wenn man das dritte Kabinett Bienerth als ein Kabinett

'ualeick in nationalem Stolz. Ganz begeistert rief sie aus:Herr-1 es gefälscht war. IL a. hat dies auch Prof essorMasaryk, der ge» Heb herrlich das ist ein Tuch, das ist wirklich ein Meisterwerk lehrte Landsmann Hankas, getan. Die Ttzcheck^n. aber verehrten der' Webekunst."Ja, ja," meinte der Verkäufer äufrieben^ indes er bereits die Elle anlegte,es ist beste deutsche Ware, das Schönste, was wir haben." Aufs Tiefste deprimiert, trühe Gedanken im Herzen, wanktethe all-british woman" aus dem Laden, und als sie bei einem letzten verzweiselten Versuche statt echtcw englischer Seidenbroderien wiederum deutsche Broderien er­hielt, war ihre Widerstandskraft gebrochen. Sie schlich heimwärts. Auf der Straße aber stand ein Fruchthändler, an seinem Wagen prangte eine Inschrift:Englische Tomaten, four pence das Pfund" Tie Schwergeprüfte wußte, daß in dieser Zeit unmog- lick; in England Tomaten wachsen, aber ihr blinder ^Patriotismus riß sie hin: mit einem Pfund Tomaten (direkt aus L-üdfrankreuh-) kam sie nach Hause.

yr, z Erstes Blatt 161. Jahrgang Dienstag, 10. Januar 10(1

Der Gießener Anzeiger monatlich75 Ui., viertel-

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Zur silbernen Hochzeit erhielten der ^ürstund die Fürstin v. Bülow in Rom zahlreiche Glückwunsch depeschen. Der deutsche Botschafter überbrachte die Glüo- wünsche des Kaisers und der Kaiserin, außerdem telegraphierte der Kaiser. Der König und die K ö n i g i it von Italien ließen ihre Glückwünsche mit kostbarcnt Blumenspenden übermitteln, ebenso die Königin' Witwe, welche eine kunstvolle silberne Base schenkte. Weiter gingen Glückwünsche der Könige von Griechenland und Dänemark ein. Telegraphisch gratulierten der Prinzregentvon Bayern, der Großherzog von Baden, die Großherzogin Luise von Baden, der Groß herzogvonMecklenburg-Sch werin, der Reichs­kanzler, Ministerpräsident Luzzatti, di San Giuliano u. a. Zahllose Blumenspenden sind eingetroffen Am Mon­tag abend fand ein Festmahl im engen Kreide statt.

DerDaily Telegraph" schließt seinen Artikel über die Verhandlungen zwischen Deutschland und Rußland mit folgenden Ausführungen:

Die Zeit scheint reif zu sein für ein Abkommen zwischen Deutschlandnund England über die Bag d adb a hn. Ein Aufschub möchte eine ernsthafte Reibung äu einem­späteren Zettpunkt Hervorrufen. Das Problem des persi­schen Golfs bietet fast das einzige Beispiel von dem, was man die Möglichkett territorialer Reibung zwischen uns und Deutschland nennen konnte. Der kommerzielle Wett­bewerb muß eine eigene wirtschaftliche Lösung ohne Ver­träge und Konventionen finden, aber in dem Projekt der Bagdad-Bahn haben wir ein Problem, das empfindlich ist und in der Tat eine diplomatische Lösuna erfordert. Es gibt in England niemand, der nicht eine schleunige würdige Beilegung der Frage willkonimen heißen würde, welche die Ehre und die Interessen beider Mächte so eng berührt.

Aus Saloniki wird gemeldet: Die türkische Grenzwache wurde nachts in der Gegend von Pava- puli von einer Griechenbande angegriffen. Ein Soldat wurde erschossen. Tie Wache erwiderte das Feuer und tötete drei Griechen, die übrigen flüchteten. Eine Griechen- bande drang in Krania in das Haus eines Wallachen, er­mordeten ihn und seine zwei Söhne. Bei der Verfolgung fielen zwei Soldaten. Vier Griechen wurden erschoisen, einer verwundet und gefangen genommen. Eme Griechen«