cijcnberengen Raumverhällnisse bes Füll-
äJeicinS au
Lieh flc()t.
Kreis Büdingen
platzes ist der Zutritt zu diesem nur den Vereinsmitglieder» und ihren Angehörigen, sowie den mit besonderen Eintritts- farten versehenen Gästen und Interessenten gestattet. Gesuche um Eintrittskarten können bei rechtzeitiger Bekanntgabe viel-
Deutjches Aeieh.
Nachdem die R c i ch s v e r s i ch e r u u g s o r d n u n g Gesetz geworden ist, werden, wie man uns ans Berlin schreibt, im Herbst d. I. gemäß Artikel 2 des deutsch-italie- nischen Handelsvertrags neue Verhandlungen über die Behandlung der beiderseitigen Arbeiter aus dem Gebiete der Arbeiterversicherung zwischen der deutschen und italienischen Negierung stattfinden. Frühere Verhandlungen hatren bereits einen befriedigenden Verlauf genommen, so daß der vertragsmäßigen Regelung der Angelegenheit nichts mehr im Wege steht.
Aus Mexiko.
Mexiko, 8. Juni. M a d e r o richtete eine Adresse a n d i e B c v ö l k e r u n g , in per er die Hoffnung onsspricht, die mexikanische Revolution werde die Völker Süd- und Mittel-Amerikas veranlassen, nach der politischen Freiheit zu trachten. Der Freiheitsgcist sei noch nicht be-! friedigt. Wir alle, fährt die Adresse fort, werden nicht glücklich sein, bevor nicht die Demokratie aus dem ganzen amerikanischen Festland herrscht.
Der Umfang des Erdbebens wurde zunächst nicht in der ganzen Stadt bemerkt, da es sich auf die nördlichen und nordwestlichen Stadtteile beschränkte. Aus den umliegenden Städten wurden keine nennenswerten Schäden berichtet.
Wie bis zum Abend festgestellt war, betrug die Zahl der bei dem Erdbeben Getöteten 63, die dcw Verwundeten 7 3. Mehr als die Hälfte der Getöteten sind Soldaten; auch zwölf Soldatenfrauen sind in der Artilleriekaserne umgekommen.
Das Erdbeben richtete auch außerhalb der Hauvtstadt in v e r s ch i c d e n e n T e i l e n M e x i k o s V e r h e c ru n g e n , besonders in Zabotlan an, wo viele Menschen umgekommen und viele obdachlos sind. Zu den Orten, die besonders schwer unter dem Erdbeben gelitten haben, zählen auch Ionila und Lan Andres. Ter Vulkan Cotima befindet sich in Tätigkeit.
'Glasimitiationen, mit den natürlichen stimmen sic dagegen in ■ allen ihren Eigenschaften so sehr überein, das; die Variier Edelsteinhändler ihr Geschäft entwertet sahen und daher eine Eingabe \ bei der Regierung machten, welche forderte, datz jeder Juwelier s zur ausdrücklicher Deklaration von ihm verkaufter, sowie zu bc- dingsloscr Zurücknahme etwa unwissentlich von ujm in oen Handel gebrachter künstlicher Steine verpflichtet sein sollte. Es ist begreiflich, daß die Fabrikation auf den Edelsteinhaudel einen großen Druck ausübt. Während der Preis auch deo besten fynthesifcyen Steine nur 3 Mark pro Karat beträgt, werden für einen natürlichen Karatstein feinster Beschaffenheit mehr als 1000 Mark und für zweilarärige bis zu 10 000 Mark bezahlt.
Zum Schluß wollen wir noch kurz des Königs der Edelsteine gedenken, des Diamant. Auch ihn hat man, und zwar mit Nilfe des elektrischen Ofens, seit einigen Jahren künstlich gewonnen. Ter Diamant ist reiner kristallisierter Kohlenstoff. Für den Edelsteinmarlc gewann die künstliche Darstellung der ivasier- klaren Kristallkohle aber noch leine Bedeutung, weil die erhaltenen Steine zu tlein waren, um als Brillanten gefaßt werden zu lönnen. Tie int Handel befindlichen .Similidiamanten beltehen, wie wir sahen, aus bleireichem Glas.
— Das Mitglied der Berliner Akademie der K ü n U c, Architekt Professor Johannes Open, ist Tonnerstag früh gestorben. Oven, der ein Alter von 71 Jahren erreicht hat, lernte an der Technischen Hochschule zu Hannover, in dem Atelier Hases, die mittelalterlichen Baultilc, vor allem die Gotik als die idealen Ausdrucksformen für die sakralen Aufgaben auch unserer Zeit zu ueriverten. Ein leicht schaffendes Talent und ein sinnfälliger Idealismus befähigten ihn, so schreibt die „Frkf. Ztg.", dazu, der beliebteste und meistbeschänigte Kirchenbaumeister der siebziger und achtziger Jahre zu werden. Von seinen KirchenbaukM seien u. a. genannt: die Kreuz-, Luther- und Georgeniirehe in Berlin, St. Johannes und St. Petri in Altona, -St. Gertrud- unb Christuskirche in Hamburg und die Berglirchc in Wiesbaden. Ötzen war lange Jahre hindurch Prosessor an der Technischen Hochschule in Eharlottenburg und Leiter des Meisterateliers für Architektur an der Berliner Kunstakademie.
— Kurze Nachrrchten aus Kun st und Willen- schaft Tie Blätter melden aus Dresden: Ter Kammer-! länger Karl Scheidemantcl nahm am Tonnerstag als Hans Sachs in den Meistersingern seinen Abschied. — In der Geschäftssitzung der Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker, die am Donnerst-ag in Stettin stattfand, wurde Geheimrat v. Brunck-Ludwigshafen a. Rh. zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt, unter Berücksichtigung seiner Verdienste um die Fabrikation des künstlichen Indigos, des Schwefelverfahrcns und des Anhydrids. Ferner wurde die Verleihung der ^iebigdenlmünze, der höchsten Auszeichnung, die der Verein vergibt, an Professor Ehrlich bekannt gegeben. An Professor Friedländer- Tarrnstadt wurde der -ruesbergpreis für Arbeiten aus dem Gebiet der Farbcnchcmic verliehen. Friedländer ist somit der erste Preisträger dieser Stiftung und crhwlt zugleich die Bayerplakctte.
Der Sultan in Salonitl
Saloniki, 8. Juni. Die Landung des Sultans und seine Fahrt nach dem Regieruugsgebäude verlief ohne Zwi- fchenfall. Die Fahrt durch die Stadt war ein wahrer Triumphzug. Eine unabsehbare Vostlsmenge * *6erntete ihm stürmische Kundgebungen Die Pracht des kaiserlichen Zuges inachte großen Eindruck bei den Massen. Der Sultan war sichtlich erfreut. Er empfängt heute nachmittag die fremden Konsuln und .verläßt dann den Konak nicht mehr. Ter Sultan beauftragte bald nach seiner Ankunft seinen ersten Sekretär, sich zu Abdul Hamid zu begeben und ihm Grüße zu überbringen.
x Pad Salzhausen, 8 .Juni. Wie int vorigen c^ahre wird auch während der diesjährigen Saison tt)r. R a s ch hier als Badearzt praktizieren. Die ständige Anwesenheit eines Arztes in utijerm Badeort entspricht gewiß den Wünschen zahlr'icher Badegäste. Dagegen wird es von ihnen sehr unangenehm empfunden, daß hier nicht während der Saison eine kleine Verkaufsbude für die täglich notwendigen .G'ebrauchsgegenstände vorhanden ist. Waftcr- gläser, Seife, Briefpapier, Federn, Schuhriemen, Knöpfe inld sonstige Kleinigkeiten müssen alle in Nidda geholt werden. — Heute fand hier die Wahl eine s B eigev rd - neteu für unsere Gemeinde statt. Ta der seitherige Beigeordnete Hotelbesitzer I. Weil auf eine Wiederwahl verzichtet hatte, wurde Gastwirt Rudolf Röper gewählt. Gegenkandidat war Untererheber Friedrich Schmidt.
? Glaubcrg, 8. Juni. Während eines Gewitteris traf ein Blitzstrahl unfern Kirchturm, ohne zu zünden. Die Beschädigungen sind jedoch bedeutend.
— Himbach, 8. Juni. Tie Einnahmen der diesjäh« , rigen Kirschenernte der Gemeinde beträgt gegen 3000 Mk.
harschen Frieden zu gefährden. Nur eines glückte auch seiner Kraft nicht, die Einführung einer guten, direkten Einkommensteuer, zu der er vergebliche Anläufe genommen hatte. ____
leicht noch berücksichtigt werden. Von der am Füllplatz vorüberführenden Noonslraße aus kann auch ohne Eintrittskarte das Schauspiel aus unmittelbarer Nähe beobachtet werden. Für die künftigen Fahrten können noch Fahrteilnehmer angenommen werden, wenn sie sich rechtzeitig bei der Ortsgruppe Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Professor Dr. Sievers oder Zahnarzt Neinewald hier anmelden.
" Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspirantcn Hch. Kraushaar aus Rödgen (Kr. Gießen) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Trais-
Horlofs.
** Die Preise für die Regatta des Süddcuifck>en Ruderverbandes (Ruberklnb Hassia) sind im Schaufenster der Stück- rathsckicn Möbelhandlung (Settersweg) ausgestellt, darnnter^auw die Ehrenpreise des Prinzen Heinrich von Preußen und der ^tabt
Gießen. .
•• Bezirksv orturn ersinn de. Sonntag, 11. d. Mts., morgens 81/, Uhr, findet in der Turnhalle des T. -V. Gießen die 4. Bezirksvorturner stunde statt. Ueoungsstoff sind die Frei- und Geräteübungen für das Gau- fest in Schlitz. Auch sollen die Kampfrichter an der Uebungs- stunde teilnehmen. Rach dem Turnen findet die Ersatzwahl eines 2. Bezirksturnwarts statt.
** Heber den E i s e n b ah nunf all in Hungen, von dem wir gestern berichteten, geht uns folgender amtliche Bericht zu: Gestern bei Einfahrt des um 8.55 vorm. fälligen Personenzugs Nr. 503 in den Bahnhof Hungen stieß dieser auf eine im nebenliegenden Gleis zu weit vorgefah.ene Lokomotive, wodurch zwei Wagen des Zuges entgleisten und vier Reisende, ein Lokomotivführer, ein Hetzer uno- cin Oberpostschaffner sämtlich ganz leicht verletzt wurden. Ter Materialschaden ist gering. Eine Untersuchung ist em- geleitet. — Von einem Berichterstatter wird uns noch geschrieben: Ter Zusammenstoß verlief noch verhättins- mäßig glücklich. Trotzdem der Lokomotivführer des Gelu- bänscr Zuges kurz vor dem Zusammenstoß bremste, suyr der ßug dock mit sehr großer Wucht auf die Rangiermaschme auf, die jedenfalls zu nahe an die Weiche herangesahreni mar. Tie Puffer wurden wie Streichhölzer geknickt unb die Wänbe zweier Wagen eingedrückt. Auch die beiden Ma-^F schineu sind beschädigt. Von Gießen aus wurde sofort eine J Hilfsmannschaft zu Den Aufräumungsarbeiten hierher be-« ordert. Tie Pasfagiere kamen mit dem Schrecken davon,' , nur der Heizer der einen Maschine wurde verletzt und c'nc Frau fand mit leichten Verletzungen im Krankenhause Auf- nähme Einige andere wurden dustch den heftigen Zusammenprall an die Wände geschleudert. Ten dteusttuen- den Beamten soll jedoch leine Schuld treffen.
Landkreis Gießen.
Kle ln-2inden, 8. Juni. Ein schwerer Einbruch wurde heute früh bei dem Landwirt Phil. Jung verübt. Dem Ticb fielen eine Uhr, Gelb unb Gcbrauchs- gcgenstünbe in die Hände. Die Gendarmerie weilte hier, der mitgebrachte Polizeihund konnte noch nicht den Täter finben.
" -----Lieh, 8. Juni. Am 16. Juni werden c5 5 0 Iah re, baü der Füistl. Wagenmeislec P. R. Leuchtgens im Dienste der Fannstc des Fürsten zu Solms-Hohenfolms-
yauptversammlung der Deutschen Uolomalgesellschasi
4- (Stuttgart, 9. Juni. 1
Gestern vormittag begann die beutsche^Kolonialgefellschaft ihre i geschäftlichen Verhandlungen durch eine Sitzung bes Vorstanbes. | Die Sitzung würbe mit einer Ansprache bes Herzogs oha n n , Albrecht zu Mecklenburg, Regent von Braunschweig, cr- öffnet. Der 5)erzog gebuchte ber Toten bes vergangenen ^>alp:es unb betonte bann, baß bie Tagesorbnung ber heurigen Tagung Zeugnis bavon ablege, baß in beit Abteilungen ber Koloinal- gesellschaft bie regste Anteilnahme an der Erforschung, En^ Wickelung unb Förberung ber Schutzgebiete herrsche. Der nach außen hin geräuschlose Ausbau Der Kolonien laße bicje nur zu leicht in den breiten Schichten des Volkes in Vergessenheit geraten, und es sei deshalb an alle Vorstände ber Abteilungen bie Bitte zu richten, in ber Werbcar bei t nicht nachzulasien, sonbern alle Kreise bes Volkes für bie hohen Ziele ber Kolonial- gesellschaft zu gewinnen. "
Nach ber Ansprache bes Regenten von Braunschweig würbe ber Jahresbericht vorgelegt. Er gibt zunächst eine Uebersicht über bie Beschlüße des Vorstandes und der Hauptversammlung 1910. Von Arbeiten des Ausschußes ! sind zu erwähnen bie Bestrebungen auf Schaffung eines T t c r - seucheninstituts in Südwest-Asrika. Der Gedanke wurde I aufgenommen von ber Abteilung „Westliche Vororte' Berlin , bie in ber Sitzung vom 14. Januar 1910 Den Antrag einbrachte, bei der Wohlfahrtslotterie zu Zwecken der deutschen Schutzgebiete dahin vorstellig zu werden, daß dem Reichskolonialamt zunächst für drei Jahre jährlich 50 000 Mk. zur Schaffung eines Vieh- feucheninstituks in Deutsch-Südwest-Afrika zur Veriügiing gesteift werde. Der Verwaltungsrat der Wohliahrtslotterie hat daraus die erbetenen 50 000 Mk. für das Jahr 1910 bewilligt, .ter Anregung des Oberstleutnants z. ,T. Gallus auf eine zusammenfassende und weitere Ausgestaltung des tolonialen Auskunftswesens in Berlin konnte ber Ausschuß nicht naher treten, ba bie Einrichtung unb Unterhaltung einer solchen Zentralstelle so bebeutenbe Aufwenbungen erforbern würbe, baß sie von anderer als von staatlicher Seite nicht aufgebracht werden könnten. — Auch im Berichtsjahr hat sich bie Zahl ber mit Unterstützung der Gesellschaft nach D e n t s ch - S ü b w e st - A f r i k a ü b e r - gcHebelten Personen wiederum vermehrt. Es ist 230 Personen freie Ueberfahrt dritter Klasse von Hamburg bis Swakopmund bezw. Lüderitzbucht oder ein Zuschuß zu den Reisekosten zweiter Klasse in Höhe non 150 Mk. bewilligt worden. Es waren zum größten Teil Angehörige unb Bräute von tm Schutzgebiet lebeuben Ansieblern unb Beamten, beneit bie Unterstützung zuteil würbe. Bis Schluß bes Jahres sinb im ganzen 1120 Personen mit Unterstützung ber Deutschen Kolonialgesellschaft nach Deutsch-Sübwest-Afrika übergesiebelt. Dem Former- I verein in Coamruru würbe zur Veranstaltung einer latzöwirt- schastlichen Ausstellung eine Unterstützung von 2000 Mk. bewilligt. Dem Missions-ärztlichen Verein in Leipzig wurde zum Erweiterungsbau eines Aerztehauses in Deutsch-Ost-Afrika eine Unterstützung von 3000 Mk. bewilligt. Tie Bewegung im M i t- g l i e b e r l> c st a n b c ist keine abfteigenbe gewesen; bie Zahl Der Mitglieder belief sich aus 39 025, einschließlich 90 außerordentlichen Gesellfchaftsmitgliedem. Der wirkliche Zuwachs, b. h. ber Ueberschuß ber Anmeldungen über die Abmelbungen betrug 97. Das Vermögen der Deutschen Kolvnialgesellschast belief sich am 31. Dezember 1910 auf 2 034 167 Mark.
Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit entern Anträge bes Vorstanbsmitgliebes Sanitätsprofeisors Tr. Mensp aur iveiterc Bewilligung eines Zuschusses für die .Herausgabe bes Archivs für Schiffs- unb Tropenhygiene. Ter Antrag würbe einstimmig gutgeheißen. Ferster bewilligte der K'oloniattog auf Antrag des Vorstandsmitgliedes Professor F a l a r i u s eine weitere Beihilfe an bie deutsche Kolomalschule in Witzenhausen. Em weiterer Antrag der Abteilungen Mamtheim, Heidelberg unb Karlsruhe wünscht bie Bewilligimg eines Betrages von 20 000 Ml. für die Forschungsreise bes Professors Thor decke nach Kamerun. Ter Berichterstatter Graf von Sckiweimtz führte aus, daß Thorbecke Tozent an der Hochschule in Mannheim und bekannt sei als Teilnehmer ber Expebitton des Reicyskoloittal- arntes nach Kamerun. Professor Thorbecke beabsichtige, im Oktober 1911 eine neue, auf etwa V,'2 Jahre berechnete Reise I nach Kamerun zu unternehmen. Tas Forfchnngsgebtet wird das Hinterland der Kameruner Nordbahn sein, das Manemgubahom- land und ber angrenzende Teil be-5 Grashochlandcs. Ter Antrag wird schließlich nach längerer Aussprache angenommen, ebenso ein Antrag des Vorstaubsmitgliedes Paul S t a u b i u g e r aus Gewährung einer Beihilfe von 60 000 Mark für eine Expedition nach Neuguinea zur Erforschung des Kaiseriir-Augusta-Flusses. Es wurde'ferner noch beschloßen, ans Antrag der Jaluil-Abteilung Der Deutschen Kolonial-Gcsellsckxaft in der Heimat dahin zu wirken, daß für die Marschall-Inseln in Jaluit eine Regicrungs- schulc errichtet und daß die Ko^vmal-Gesellschaft das Unternehmen auch finanziell unterstütze. Ebenso sollen auf Antrag deS Vor- standsmitgliedcs OberregicrungStzat Dr. Jacobi ^Königsberg- sur die Sammlung zur Errichtung einer deutsch-chinesischen Mädchenschule iuTstngta u .)000 Mark bewilligt werden.
Bei der Neuwahl ber Ausschußmitglieber ivurben gewählt: Direktor von Beck, General von Poser, Graf Schweinitz,
Kreis Friedberg.
-m. B ab-N anheim, 9. Juni. (Privat-Tel. Seit bent 2. Feiertag wirb das 19 Jahre alte i c n st m äbcheuAugu fte M c i st e r aus Rödgen im Kreis Friebberg vermißt, bat bei einem hiesigen Fayrradhanbler bedienstet war. ES ist nichts aus- geschlossen, baß das Mädchen einem Mäbchenyänbler in Die Hände gefallen ist.
Starkenburg und Nheinhesfen.
R. B. Dar m st a d t, 8. Juni. Einen Selbst Mordversuch verübte hentc vormittag ein russischer Student namens Reborsky, indem er sich eine Nevolocttilgel in Den Kopf schoß Der Schwerverletzte tvurde ins städtische Krankenhaus verbracht, lieber "die Veranlassung zu 'der Tat fehlt jeder Anhaltspunkt. — Der Student Aug. Baue r- m eist er aus Kaierde bei Gauderöheim, 24 Jahre alt, machte am Psingstiamstag mit einigen Freunden eine Rheinpa.rtie. Abends lehrten sie in einer Wirtschaft in Bingen ein. In der Nacht zwischen zwei und drei Uhr verschwand B. und wurde nach vergeblichem Suchen heute früh im Rhein bei Bingen tot aufgefundeu. Jeden falls liegt ein Unglücksfall vor, da B. wahrscheinlich nack seinem Weggang aus dem ganz in der Nähe befindlichen Gasthaus in den Rhein stürzte. — Seit Anfang März D. I war der verheiratete Kaseruenwärter Fell hier in Der Nacht spurlos verschwunden, nur mit Hemd und Hose be kleidet. Heute wurde er bei einer Kanalreinigung unter dem etwa einen Zentner schweren Kanaldeckel in dem Kana! entdeckt, in Dem er schon Vie -ganze Zeit gelegen haben muß. Es ist ein. Rätsel, wie der nicht besonders starke Manu unter den Kanaldeckel kommen konnte.
m. Offenbach a. M., 8. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtuerordueien ivucbe, uni der drohenden Wasserka lamität vorzubeugcn, die Wiederinbetriebnahmc des alten Wasserwerkes in der Vorbern-ark, dos bis Auw Jahre 1904 die Stadt mit Wasser versorgte, auf der Grund« läge des Gutachtens des Baurats S cheel Haase-Fra nk- rurt unb die Erweiterung beS Werkes in ber Hintermari beschlossen. Beide Werke werden den Wasserbedarf der Stadt
Ausland.
Tas Pariser „Amtsblatt" veröffentlicht ein Tekret, das bie Bezeichnung Champagner ben Weinen vorbehält, bie aus beit bereits begrenzten Gebieten der Champagne stammen unb bas ein mit „Champagner zweiter Zone" bezeichnetes Gebiet schafft, bas den größten Teil beS Departements Auhc, einen Teil des Departements Marne, Haute Marne unb Seine et Marne umfaßt. Die Bezeichnung „Champagner zweiter Zone" wirb ben Weinen Vorbehalten, bie in dieser Gegend geerntet werden und den Weinen, die durch Mischung der Gewächse ber Champagne und ber Champagne zweiter Zone hergestellt werben. Die Etiketts, Verpackung unb Behälter ber Weine zweiter Zone müssen bie Aufschrift tragen: „Champagner zweiter Zone".
In Belgien steht ein K abincttswcchs cl bevor. Ter Präsident der Teputiertenkammcr, Corrcman, hat ben Auftrag zur Bilbung eines neuen Kabinetts abgelehnt. Ter König beriet hierauf ben Finanzminiftcr Sicbacrt bcs jurüdgetretenen Ministeriums, von dem angenommen wirb, baß er geeignet ßt, ein neue» Kabinett zu bUben. Die Liberalen unb Sozialisten haben eine Kundgebung an das belgische Volk erlassen, in welchem ber Sturz be» Ministeriums als Sieg ber Opposition gefeiert wirb.
Geheimrat S i m oir
Aus Stadt uud Land»
Gießen, 9. Jnui 1911.
Dem Großhevzogspaar!
Lustig int Wiud flatternbc Fahneu geben der Freude der Gießener Bevölkerung Ausdruck, daß da^ Großherzogspaar heute zu entern mehrtägigen Besuche hier eintreffen wird. Tie Freude ist um so größer, als das Großherzogspaar verhältnisinäßig selten länger in Gießen anwesend zu fein pflegt. Sind doch seil seiner letzten längeren Anwesenheit jetzt vier Jahre vergangen. Tantals war es das Universitätsfest, das den Reltor Magnifieentissiiuus und i seine Gemahlin veranlaßte, der alten Hessenstadt seinen Besuch zu machen. Heute ist es ein Werk der Barmherzigkeit, das den Landesfürsten und seine Gemahlin hierheo- sührt: der Bevkaufstag der Großherzogin, dessen Ertrag dazu dienen wird, bedürftigen Lungenkranken eine Heil- behandlnng angedeihen zu lassen. Mir wünschen dem guten Zweck der von dem Fürstenpaar mit großer Sorgfalt und Eifer vorbereiteten Veranstaltung besten Er-olg und den hohen Gästen selbst, daß ihnen der Aufenthalt in Gießen und dem alten Landgrafenschloß am Braud gefallen möge! In diesem Sinne entbieten wir dein Landesfürsten unb seiner Gemahlin, die uns als Angehörige der Provinz doppelt nahe steht, ein herzliches Willkommen.
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'* D ie Ortsgruppe Gießen be§ Hessischen Vereins für Luftschiffahrt beabsichtigt, am Verkaufstag bcr Großherzogin, Dienstag ben 13. Juui, bei güusliger Wetterlage ihren zweiten Ballonanfsiieg zu voran- slcsitcn. Ter Ballon kommt aus Berlin unb ber bekannte I Meteorologe und Ballonführer Dr. Elias au§ Berlin wird die Leitung übernehmen. Tie Füllung beginnt um 6 Uhr unb der Aufstieg bc5 Ballons vom Hofe der Gasanstalt aus wird zwischcii 8 unb 9 Uhr vormittags flnttfinbcn. Bei ! zweifelhaftem Wetter werden Füllung unb Sluffiieg auf Spätnachmittag verschoben. Ter AerkehrSvcrein Gießen Hal eine I dem Tage angemessene Schmückung des Ballons und Korbes über» I nommcu, außerdem wirb noch ein zweiter Ballon be§ 'Marburger


