Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Reichstagsabgeorditctcn
i c nt c r
zu
tüatssetretär bcS Reichsamts Dc-3 Innern, ehe er ins
.Minern,
Borax und Arfensäurc
Kieselerde Tonerde Bleioxyd tiafi
7,9 °o, Duren.
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süchtigen Führer bemerkbar. Tie Unzufriedenen verabredeten am 2d/lub der zweiten Session, bet Beginn her nüebnen Tagung vor der Landlagsetöffnung in Berlin einzutref'en und in ge sonderten Beratungen ein volitifches Programm zu entwerfen.
dai, er di - Wai l Bethinann.dvklwcgs zum Kanzler des Tcuf)d)cn Rcickws durchgksctzt habe.
Bsthmann ist der erste Reichskanzler und, mit Ausnahm Manrenncls 1850 dis 1857 , der erste prenhische konstitutionelle Ministerpräsident, der der inneren Verwaltung entstammt: er war t'ünbrdr, Regierungsprnideitt, Oberpräsident, Minister des
Iahreit" einige stellen entnehmen:
Rad, der Dahl von 1858 verfügte der Liberalismus über eine itarfe Vertretung im U>r.'uEÜ<l»cn Abgeordnetenhaus: ,u liberaler Aufiafsnng bekannten siel' 210 Abgeordnete, da nm gc horten 150 der vom Frhru v. Vincke geführten Fralnou an Mehrere Jahre hmburd) hat die Fraktion Vincke das Ministerium der „neuen Aera" unterstützt, ohne liberale Errungen in;afteii durchzusetzen, ohne ein bestimmtes Aktionsprogramm, aber stets mit der Neigung, iiN-Interelfe des Iufammenwirkens Mit der Regierung ihre ohnehin genräßigten Forderungen noch weiter zu ermäßigen. Tie idnvnnfcnbc Haltung der Fraktion m wich- ligen Fragen rief alsbald tiefgehende Unzufriedenheit in den eignen Reihen hervor. Viele der jüngeren Mräfte, die der Fr al tion vertrauensvoll beigetreten waren, iahen uch in ihren Ci Wartungen enttänfcht: schon in der zweiten 3ei)ton machte üch immer deutlicher und entschiedener Opposition gegen den herrsch
Tic^crfleii Versuche, die in der Natur uch findenden, durch Glanz, Farbe und Lichtorechungs. rmögen ausgezeichneten Steine lümiltch, d. durch Miueralshnthe c heraisteilen, gelangen mit dem Tunis, einem undurchsichtigen, iristalliui'ch dichten, waiserhaltigen Aluminiumphosübar, das seine schöne blaue Farbe einem Heinen MuDiergcboit verdanU. In Wien und Baris wurden schon am Gnde des vorigen Jahrhunderts in grösserer Menge Türiiic nach einer nicht genau befanuten Methode gewonnen. Man nimmt an, das; es sich um ein Nicderschlagsr erfahren aus nxmeriger Lösung handel!, wobei ein lo-crcr, tuv erhaltiger Akumin i umyydr c vlw s- phatnieoerschlag, erhalten dem man durch starten Truck dte Festigkeit des Minerals gibt.
Eine größere Bedeutung hat in unserer Zeit die künstliche Tarsteilung der Edclstetne aus der Klasse der Korunds, des hcxagoiial-rhomboedriia) krfstaliificrten Aluminiumoxyds erlangt. In Betracht lammen namentlich der blaue -Laplstr, der gelbe orientalische Topas und der Rubin.
Das erüe Verfahren, au sich unedles Alumiuiumoxyd in Edelstein zu verwandeln, üammr von Främy und Berueuit. In einem porösen Tontiegcl wurde reines gefälltes Aluminiumoxyo mit etwas lohleniaurem Kalium, Baryumiluono oder Ealciumfluorid, sowie 2,5 Prozent Kaliumbichromat bei 150U Grad Eeliius in einem Windoien verschmolzen. Ging man von ganz reinen Staren ans, so wurde das amorphe Alnmrniunwxyd allmählich lriualli- micn. Je größer der Tontiegel bezw. die Menge des 3chmelz- flusies war, um io großer und rollLommcncr waren auch die Kristalle, wela'e durchaus mit den natürlich gefundenen über- cinstimmten. Ihre schöne rote Farbe öerbaimcn iic dem Chrom. Ium erstenmal gelang cs, den leuchtenden Rubin aus ieinen Bestandteilen Lünnlicb aufzubauen, cs lag ein wirklicher Schmuck- nein vor, feine Imitation, wie iic der Glasiabrikant schon seit langer Zeit kannte. Einen Nackteil besaßen die künstlichen Rubine von FrSmn und Verncuil gegenüber den natürlich Portommcnöcn, sie waren selbst bei Anwendung großer Mengen Tonerde beim 3chmel;vrozeß io iiein, daß ihre Verwendung als Schmuckstein wenig in Betracht kam.
Bedeutung gewann die Edelsieinsabrilation erst, als es Verncuil gelang, ein Verfahren zu finden, nach dem man wirklich große Schmucksteine darstellen tonnte von Der Klarheit unb Farbenschönheit des echten Rubin. Es dürfte ganz interessant sein, Verneuils Methode kennen zu lernen. Der genannte Pariser Chemiker löste Ammouiakalaun und Chromalaun, die er burd wiederholtes Umkristallisieren eisenfrei gemacht hatte, in der erforderlichen Menge Dasser und fällte durch Ammoniak in der Wärme chromoxydhaltige Tonerde. Tiefe trocknen er unächst an der Lust, bann bei Kirschroiglut und schmolz das staubfein verriebene Oxydgemüch in besonders konstruierten Lesen, deren Einrichtung wir kurz betrachten wollen. Der wesentliche Teil ist
vezog-vrettz: monatlich 75Pk^ viertel- jährlich Mk. 2.20; durch .'lbholo- u. Zweigstellen onatlich 65 Pf.; durch diePoft Mk.2.—viertel- läbil. au5fd)L Beftellg. Zeilenpreis: lokal IbPs^ auswärts 20 Pfennig. E hesredcckteur: A. Voetz. Vera, twortlich ffir den politischen Teil: August Goetz: für .Femlle- ton'. .Vermischtes' und .GerichlSsaaf: St. 9lcu-
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Während der ungefärbte 3traß unmiticlbar zur Nachahmung i>cs Tinmanrcn Dient, werden die übrigen Edelsteine durch In iaimnenschmclzen desselben mit Metalloxyden imitiert. Aus dem Topasglase läßt sich Rubinglas ui einfacher Weise Herstellen Tm leichtesten ist der 3maragb darzustcUen. Wir haben es hier also nicht mit [ünftlidien Edelsteinen, sondern mit Nach bild u na en 511 tun, die sich zuletzt doch nur als Glas eriuciicn. Wohl dermag man den 3traß, wenn man von reinen Rohmaterialien bri seiner Darstellung ausging, ein hohes Lichtbrea ungsvermögen geben. Dach werden die Straßbrillanien nach wenigen Moneten unscheinbar, die Facetten schleifen iid- ab unb man bemerkt tann, bar. fein Brillant, sondern ein bleireiches, weiches Glas tarlicgt.
Einen ganz anderen Charakter als die Glasinntation besitzen ;n: künstlichen Edelsteine, sie sind den natürlichen gleichwertig '--1 allen physikalischen und chemischen Eigenschaften^
Ein 3ubiläum der Zortschrittrpartei.
Hcute, am k>. Juni, sind 5 0 Jahre verflossen, seit die Gründung der Deutschen Fortschrittspartei erfolgte, te Parteiblätter bringe« aus diesen^ Anlaß festliche n tnef. Aber auch andere Zeitungen nehmen davon Notiz, und man lauscht sc nach der politischen Anschauutig ge färbte historische Erinnerungen aus. Man kann, so meint die „Köln. Ztg.", die auf dem liukeu Flügel de: National liberalen stehl, nicht gerade sagen, daß heute ein politische cncbilbe ut unserem Parteileben vorhanden ist, das in ge rfloer tinie aus dieser (ürünbiing herausgewachsen wäre iint» baruni heute sein fünfzigjähriges Wiegenfest feiern konnte. „Nationalliberale und Frcikonscrvativc sind idwn 1<866 aus der Partei ausgetreten unb ihre eigenen Wege gegangen: der Zuzug der von den Nationalliberalen sich absondernden Liberalen Bereinigung hat der Partei im 3abrc 1881 einen neuen Namen .ind damit ein neues Gesicht gegeben: die nunmehrige Deutsch Freisinnige Partei hat sich 1893 wieder in die. Freisinnige Volksparte, und die Freisinnige Vereinigung zerlegt, und im vorigen Jahre haben wir wieder eine Verschmelzung dieser beiden Gruppen untereinander und mit der Süddeutschen Vollspartei erlebt, worauf das neue Gebilde auf den alten Namen aus den sechziger Iahreii^zurückgriff und sich Fortschrittliche Voll- Partei nannte 3o wenig inan also heute van einem Partei jubiläum sprechen kann, so kann man doch von Dem fünfzig jährigen Bestehen eines Parteigedan.'cns reden, der seit seinem ersten Austauchen in wechselnden Gestalten immer wieder seine Lebenskraft erwiesen hat "
Das rheinische Blatt betont. „das; eine starke links liberale Partei ein wirksames Bollwerk gegen die röte Demokratie des Umsturzes abgeben mime" nno bringt „den Geistesverwandten zur Linken" seinen i^ruß bar
Eugen Richters „F*r eisinuige 3c i tung" ist heute ;,u einer besonderen Festnuminer ai.sgeftaltet, in der eine Anzahl alter Fortschrittsmänner,Erinnerungen und Be irachlungen austauschen. Wir wollen dem Leitartikel des
Aouvicrs politische Laufbahn.
Mit Maurice Rouvier ist einer der bedeutendsten frau« zofischen Politiker babir.gegnngcn 3chi Spezialgebiets auf dem er der unumschränkte Herrscher war, bildeten die Fi n a u 3 t r a g c n. Er hat die französische Rente mit 8.» Frank ubernonimen und hat, sie. bis zum Parikuts gebracht, also eine Kurserhöhung von 1'j Frank üurchgesehl. Einem solchen Mapne konnten die Skandale nichts anhaben, die andere vernichteten, seine Liebesaffären, seine .betrat mit einer „un moglsthen" Person. Beim Panama krach wurde er 1892 des Schwindels beschuldigt, in dqn Ankiageziistaud versetzt und trat zurück Ein Schornsteinbrand in seiner Wohnung vernichtete die wohlgeordneten Papiere. Tie Anklage wurde, obwohl er die Behauptung nicht widerlegen konnte, gegen den Boulangismus Mommuucgclbcr verwandt zu haben, annulliert Er gründete am Tage nach seinem Sturz 1891 die Bancsue francaise pour le Eommetee et 1 Industrie, wohl, weit er selbst seine politische Laufbahn für abgeschlossen 1 icll. Uno doch lehrte er wieder. 1802 wurde er Finanzminister im Kabinett Combes und 1905 leitete er zttin zweitenmal als Ministerpräsident die Geschicke Frankreichs. 1881 Latte seine ministerielle Laufbahn als Finanz- und Kolonialminiftcr im großen Ministerium Gambetta be gönnen. i£87 zum erstenmal lüabinettschef, bewies er seinen Mut dadurch, daß er den bekannten General B 0 tt l a n g c 1 aus seinem Amte als Kriegsminister entfernte, und ebenso wenig zögerte er, 1905 den „ewigen" Minister des Aenßern D e l c a s 1 s zu opfern, als dessen Politik begann, den cure-
gcgcit. Er bezeichnet es als eine der besten Taten Bülow
„Bor fünfzig
der Wiener „Neuen freien Presse" ent
brr P10'. inz Preumn in der Fraktion ringebrariit Aber hie »rorberimg frier auf den ctttfdiicbencit Widerspnick des Fraktions tüLrcr:, nnD bei Programmenttvnrf wurde schließlich mit 7u gegen • 2 stimmen abgclehnt Tic Meinungsverschiebcndeiten merüber nnb bic Adrcßdebatten int Plenum führten mm Bruck in Dr. Aialtion: uvölf Mitglieder, Darunter 8 CftnrcmL n, erklärten 1 * f cn Austritt und icklosten i:di jn einer selbständigen Gruppe Miiammen. ©indc ipöttelte über bas ..Fraktionckeu Jung Titanen", aber Diner Soottnahme ist sehr bald zu einem Einen nahmen in brr Geschichte der Partei geworden. Tas von her giaition abgclehnte Programm bildete die Grundlage für neue Beralitngen, bic ,ur Feststellung eines Wahlaitsrnfs für bic be bevorstehenden Landtagswableu führten. In nner Sirning, nu brr die Abgeordneten Jung Litauens unb eine Anzahl Berliner Liberaler unter dem Vorsitz Virchows tcilnaOmcn, wurde als Paileibe^ichnung auf Borichlag von Werner Siemens her Name Xnitifl. xortschrlNspartei beschlossen Ter WalNausrui der neuen Partei fand begeisterten Anklang im Lande, und nach her Neu wähl am r. Tcjcmb'v 18(51 fehlte bi „Fraktion Jung Litauen" alv bic stärkste Fraktion mit 109 Mitgliedern in das Abgeordnetenhaus zurück.
Es, wird alle;eit ein Ruhmestitel der Dentichen Fortschritts Partei «ein, daß sie. als erste unter allen politischen Parleien die C i n i g n n g Dentsehland s in ihr Programm ausgenommen unb nitt voller Ml arbeit das Iiel der Entwieklung vorgezeichnel hat. Im Programm vom 9. Juni 18(51 ist ausgesprochen, baß ,Fic Eristenz nnb bic (^löfjc Preußens abhangt von einer festen Einigung Deutschlands, die ohne eine starke Ientralgcwalt in ben Händen Preußens nnb ohne gemeinsame deutsche Volks Vertretung nicht gedacht werden tann. '
Nus einer >?unc bei .vogen rotro am heuligeu Jubiläums- lag der Fortschrittspartei der Grundstein zu einem Eugen- Ri ch tert urm gelegt werden.
das iic der Fraktion vorlcgen wollten. Der Plan wurde aus geführt. Ter Programmentwurf, dessen endgültige Redaktwn den vier Abgeordneten Kommerzienrat Behrend Danzig, RcaU'.'anwale v. Forctenbea Mohrnngen, Fryr v Hovcrbeck-Allensp Äkchloanwalt Krieger - Goldap übertragen war, wurde am s R.ickSlanzlerva.ais einzog Er kann daher nicht dieselbe Kenntnis ^ Januar 1861 mit beit Untericbriiien von 15 Abgeordneten ' anocrcr Siaatcn Haden, wie sie sein Vorgänger besaß. Er über-
das nach unten senkrecht gerichtete Knallgcbläse, dessen Flamme durch Verbrennen von Lcuch-gas in reinem Sauerstoff erzeugt wirb. Tic Iussthrrohre für Sauerstoff besitzt oben eine Erweiterung, in der auf seinmasch.gem Platinlieb das staubfein verriebene Tvnerdepuloer liegt, ^n bestimmten kurzen Intervallen idjiagt ein eleurisch angetriebcner Hammer auf das Sieb. Der feine Tonerdestaub wirbelt auf und wird von dem unter Druck stehenden Sauerstoff in die Flamme gerufen, die ibn zum Schmelzen bringt. Unterhalb der Gebläseslamme befindet sich ein Heiner, durch ein Schranbengewindc verstellbarer Kegel aus reiner Tonerde, welcher von der Flamme bis zur beginnenden Schmelzung erhitzt wird. Auf dielen licmen kegelförmigen Fuß fallen Die geschmolzenen Tonerdevartickelchen: von der Spitze desselben wach.u imolgetc^cn ein dünnes Stäbchen nach oben, das vcrhälmismäßig rafch sich verdickt und zu einem kugel- tcrmigen Gebilde erweitert. Nach beentigicm Schmelzprozeß be- nvt es die Geualt einer weitbauchigen Flasche, die mit engem Vals dem Kegel aufiitzt. Es ist sehr wesentlich, daß der Hals nur dünn ut, d. h. von geringem Durchmesicr, weil andernfalls leicht eine Spaltung des Schmelzgebildes itattfinbet Natürlich müssen aus diesem Grutide die Apparate iorgsälttgst montiert werden. Geschah dieses, so lann em Mann zu gleicher Iei mehrere Leien überwachen. Tic grüßten Tropfen, welche in die Schleiferei wandern, messen 1,5 Ztm. in der Dicke und 2,5 Ztm
... : beit gt 50 narai etwa 10 Gramm .
Die au3 ihnen gcicniüfcnen Steine halten bis 12 Karat. Wir Haden cd mit Wirtlichen Edelsteinen zu tun. Tie Menge des zugeietzten Chrotn deoingt ihre Farbe und somit den Charaiter Wenig Chromoxyd liefert hell rosenrote Steine, durch Iusan einer größeren Menge gewinnt man die taubenblutrote Farbe des natürlichen birmanischen Rubin. Lätzt man das Chrom ganz fort, 10 erhält man ganz tlare, farblose Steine, welche dem weißen Saphir entsprechen.
Tic Fabrik von Verneuil befindet sich in Boulogne bei Pari- Es werden dort j.. rlich mchr als 1<XX) Kilogramm dieser Schmuck steine aniillid) hergeuellt. In Deutschland beschäftigt sich die Teut'cke E d c l |t e 1 n g e s e l l sch as t zu Idar mit der oabruaiicn von Edelsteinen. Ihr Verfahren, das von Professor A. Miethc in Charlottenburg ausgearbeitet würbe, ist nicht naher bekannt.
Es beschränkt sich die Fabrit'ation nun nicht etwa auf die genannten Steine, man har auch zahlreiche andere.Edelsteine aus der farbenreichen Gruppe des edlen Korund dargestKii, den blauen Saphir, den smaragdgrünen Alcranorit,' den Smaragd u|W. Wir bau 0 n . • dic'e nid 1 ein-ngeben/denn es würde im wesentlichen eine iederholung denen bedeuten, was oben auseinandergefetzt wurde.
Die künstlichen Edelsteine sind unendlich verschieden von den
polttifdic Cagesscbau.
Nettes über d:u Netchskauzler v. Bethmann-Hollweg.
Der Rcicki-.'-!ai'zlcr wird gerade i.\-,t wieder, nach der Berragung^des Reichstags, von verschiedenen Seiten „be urteilt". Ter Abg. Erzvcrgcr schreibt in der Stuttgarter „Deutschen Bollswacht", von loiiservaliver Seite seien Trei bereien gegen il:n im Gang? und man erwarte den „roten" Ausfall der Wählen, um ihn daun dafrir verantwortlich zn machen und ',11 stürzen. Erzverger spriäü auch von „zwei ganz gefährlichen Bewerbern" für den Reichskauzlerpostcit, beide Militär-?, die beim Kaiser in gyoßer Huld standen. „Die Frauen", so fügt c*. r.'.izn ,leimten nicht schweigen und schauen sich schon um die Ausstattung um"
Wir glauben 1 um, daß Herr Erzberger sichere Unterlagen für feine Be. auptungen hat Daß Herr v. Bethmatin Hoilweg die Konservativen verstimmt hat, ist klar. Wir laben schon einmal auf die kritischen Stimmen verwiesen, die sich gegen ihn erhaben und dabei namentlich Hardens Schmätmugen in der „Zukunft" heruorgehoben. Harden hüte die Frage erhoben, ob urfr Bülow wohl einen Nach folger wollte, „besten Unfäl igkeit einen dem Vorgänger günstigen Vergleich erzwang?"
Tem t 1 i11 ocr bciannfo berliner Narionaloioitom Gustav
8,aft^ M. Jahrgang Freitag, 9. Juni 19N
erscheint täglich, auuer ™ ’^ßST M
Sonntags. - Beilagen: A N ▼
WSichener Anzeiger
Verlag u. Expedition 51 Zf » U AV • «
Ä6W weneral-Anzeiger für Gberhsflen für die Tagcsnnnnner «oianon5orua und Verlag der Vrnhl schen Univ.-Vuch- unö Stcindriidcrd R. Lange. Nedaktion, Lrpedilion und Druckerei: Zchnlttraße 7. und
bis vormittags 9 Uhr. Nstdina»». iiv -n ü n „ . , vuf.iifiiuo«. Land": G.Seß: für den
vuomgen. Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhosstratze <6a. Anzeigenteil: H. Beck.
ttünstiiche Edelsteine und Ldelsteinimitation.
Künft-liche Edelsteine unter)d)eicin lid) in cuemisch und phyfilalisckwr Beziehung raum oder dock nur sehr wenig von ben echten natürlichen. E d e l ft e i n im i t a i i o n c n dagegen be-- flehen aus Glas, Dem man Eigenschaften verliehen hat, welche an die echten Edelsteine erinnern.
Das Trachten, die eolen faibenvrächtigen Steine der Natur nachzuahmen, ist, so führt Tr. Hugo K ü h l Kiel im letzten Vest der bcianntcn Zeitschrift „A u s der Natur" aus, fast ebenso alt, wie das Glas selber. Schon die alten Aegypler, Die Israeliten, Griechen und Römer haben herrlich gefärbte Gläser hinterlassen. An Mumien hat man Glasperlen gefunden. Deren Aller 3UOO Jahre übersteigt. Ihre Vasen unb Töv'e pflegten Di: Aegypter mit GlaSemalllen in allen Farben zu verzieren. Tic berühmte Barvcrini- oder Portland-Vase, bic im Grabe Des Alexander Severns gesunden würbe, ht aus tief azurblauem Glase bearbeitet, mit Figuren aus einer weißen ovalen Masse versehen unb in jeher in licht ein Meisterwert Der Kunst. Tie fabrikmäßige Herstellung Der EdelsteinimikUion erstand im 13. FahrhuuDerk in Venedig unb gewann nach den berühmten Reisen Des Tüfoncn Seefahrers Marko Polo eine große Ausdeh Nung, Da Die EbelsteinnachbilDungen nicht nur wie bisher un CfpiDcnt zu billigen Schmuckgegenftänden verwendet, fonDcrn auch auf venctianifdicn Sch inen fremben Ländern zugeführt würben. Venedig blieb Der Äanptfitz für diese Industrie, bis Der Wiener I Straffer Den nach ihm benannten Glasfluß herstellte.
Der farblose Straß besteht nach Tonanlt Wieland aus:
läßt die auswärtige Politik im ganze» mehr als dieser seinem Staatssekretär des Auswärtigen, i> Ki der len Aa echter, dessen große Fähigkeiten längst bekannt waren, dessen Weg zur Mm.ß.-rf'Klung nock Büloin angebabm hatte. Betlmionn steht durch E. huitg, Karriere. Verwandtschaft bei ostdeutschen Grund
. ig.'nschü'i, vorsichtiges, ernstes Abwägen vor alirut idandeln, häl. ihn mehr und sicherer ui hergebniditen Bahnen als jenen Taiui ’ma seine staatsrechtliche und ftaattwissenfchastliche Bil düng, feine große Tienstcrsahrung ui der Verwaltung natürlich flri'i r als Df? Bülow: ci ist Fachmann der inneren Politik, er in zum Gesetzgeber geschaii'u: das große Arbeitcrversickerungs 11 wohl Das größte, das den Reickistag außer Dau Bürgoi-
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sttzt auch bic Verteidigung Telbrüd flberlaiicu mimt. Tic Kehr iah- seiner Gesetzgebungstätigteil liegt bann, daß er als Fach- sp. zialift m ehr wie als Volks p j y ch o 1 o g e seine Aufgaben anfaßt.
jedenfalls ist er ein vornehmer, edler Charakter, ein Manu bei' !'ochsten sittlichen Adels: er ist ctua Da gebildetsten Männer i. v Gegenwart, ein philosophischer Idealist, ein glänzender Redner, ter bei großen Gelegenheiten Die weitesten Kreise zn fassen weiß. Was er als Staatsmann künftig nod> leisten wird, wie einst das Urteil in Da Geschichte über ihn lauten wird, Di? Frage, inwieweit die Kraft kühnen, f-sten Wollens seinen übrigen hohen Cigcnsckaften gleichkommcn wird, all das liegt in Der Zukunft schoß Selbst ben in feiner Nähe Stehenden, Den ihn täglich B odachtenden, ist heute ein Urteil schwer. Ich möchte daher c.nck sagen nur Der künftige .Historiker, der Bethmann in den Archwrn lernten lernt, wird ihn ganz gerecht beurteilen können Ti. Zeitgenoffen haben häu'ig Die lahr.lang geschmäht und per Cannt, die nachher als die Besten und Größten erkannt wurden, und haben solchen zugeiubelt, die nachher vor dem Richterstuhle der Geschichte nicht bestanden. Für heute wirb man nur pro visorisch nnD. nut allerlei Reserven eine Bilanz seiner staats männischai Tätigkeit ziehen tannen. Er war Ücker weitaus brr beste Nachfolger, Der für Bülow iu sinden war. Sein Ziel, eine Regierung über den Partcie» -u führen, ist für das heutige Preußen und Deutschland das richtige . . .


