Zu Schillers Geburtstag am
Molenar hingewiesen.
be- um vor
kommenden Freitag findet im Abonnement eine Aufführung der „Jungfrau von Orleans" statt, die der jugendlichen Heroine Frl. Helene Hoermann Gelegenheit gibt, sich ein- zuführen. — Die Aufführung von „Polnische Wirtschaft" am Sonntag, den 12. November, wird bei kleinen Preisen gegeben, nicht bei gewöhnlichen, wie auf dem Wochenspielplan angegeben ist.
** Der Kaufmännische Verein und der Orts- tzewerbeverein hatten mit ihrem zweiten Vortragsabend einen ^außerordentlichen .Erfolg. Der große Saal in Steins Garten war schon lange vor der Eröffnung dicht besetzt und wo nur ein Winkelchen war, drängten sich die Zuschauer und verfolgten lm.it großem Interesse die Zaudervorstetlung des Herrn Conradi aus Berlin. Mit heiterster Laune führte er seine zahlreichen, verblüffenden Kunststücke aus und erntete damit den lebhaften und fast Ununterbrochenen Beifall der Zuschauer, die zum überwiegenden Teil aus Damen bestanden, und von dem galanten Künstler mit mancherlei Süßigkeiten überrascht wurden. .Staunenswerte Kartenkünststücke, die von verblüffender Fingerfertigkeit zeugten, wechselten mit nicht minder überraschenden ^Hexereien". Besonders wunderbar wirkre es, wenn Herr Conradi eine mit Wasser gefüllte flache Schale aus seiner Tasche holte, zwei farbige Tücher aus einer geschlossenen Flasche verschwuren ließ, große Würfü vertauschte, eine Taschenuhr an einen Spiegel schoß und vieles andere mehr. Die Vorführungen, die nahezu zwei Stunden dauerten, erfreuten sich des lebhaftesten Beifalls.
** Unfug im Schlachthaus. In der letzten Zeit wurden in den Mhlhallen des Schlachthofes wiederholt Kalbfelle zerstochen und Fleischstücke zerschnitten, ohne daß es gelang, den oder die Urheber dieser Bübereien zu ermitteln. Der Vorstand der Fleischerinnung hat jetzt für die Ermittelung der Täter eine Belohnung von 25 Mk. ausgesetzt.
Grotzseuer in Herbstein.
-n. Herbstein, 7. Nov. Heute nacht 11 Uhr brach in einem Hause Ecke der Bahnhofstraße und des Bahuweges Feuer aus, das infolge des starken Westwinoes trotz aller Anstrengungen der Feuerwehren von hier und den Nachbarorten auf die Nachbarhäuser übersprang. Erst um 3 Uhr gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Im ganzen fielen 12 Wohnhäuser und die dazu gehörigen Scheuern und Stallungen den Flammen zum Opfer. Vierzehn Familie» sind obdachlos. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 7. November 1911.
•• ^ageSkalender für Dienstag, 7. November: Stadt- t h e a t e r: „Meyers." Anfang 8 Uhr.
Verein für Frauenstrmmreryt. Vortrag von Pros. Dr. Mittermeier: Stellung und Aufgabe des Richters. Abends 81/, Uhr im Hotel Schütz.
w Binnen, 6. Nov. Der große Nheindampfer „Egan II." ist auf dein unteren Teil der Krautaue, einem Felsenriff, leck gefahren und gesunken. Die Schiffsbesatzung
Landkreis Gießen.
— Großen-Linden, 6. Nov. Im Monat Oktober wurden im Gemeindebad abgegeben: 61 Wannen- und 95
Brausebäder.
△ Göbelnrod, 6. Nov.. Ueber „die französische Fremdenlegion in Algier, Tongking und Marokko" prach am Sonntag abend in unserem Kriegerverein Lehrer leil-Klein-Linden unter allseitigem Beifall. Er wies aus die Verhandlungen im Reichstag im Februar hin und leuchtete den deutschen und französischen Heeresersdtz, dann die Zustände in der Fremdenlegion zu schildern und
f bei: Führer des Droschcenautos leine Laterne gehabt und | kein Signal gegeben haben.
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** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an her Gemeindeschule zu Alsbach, Kreis Bensheim, Phil. P o t h auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienst- ordens Philipps des Großmütigen verliehen, ferner die Lehrerin an der Volksschule zu Mainz Katharina Acker auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste.- Entlassen wurde der Lehrer an der Voltsschule zu Worms Louis Schmetzer aus fern Nachsuchen.
** Mnsenm des Oberhessischen Geschichts - Vereins. Im Sommer d. I. wurden durch Dr. phck. Bremer aus Gießen mit Beihilfe des Flurschützen Zimmer aus Eberstadt, Kr. Gießen, nördlich dieses Ortes, auf der Höhe, die Spuren eines steinzeitlichen Dorfes, etwa aus dem 3. Jahrtausend vor Ehr. stammend, festgestellt. Der Dampfpflug, der s. Z. den Boden durchwühlte, brachte schwarze Erde mit steinzeitlrchen Scherben vermengt zum Vorschein. 15 Wohnplätze sind nachgewiesen worden, wovon einer auf Veranlassung des Ober- hessischen Geschichtsvereins im Oktober durch Dr. Bremer freigelegt wurde. Es fand sich das Fundament eines ovalen Hauses von 4 : 6 Meter Durchmesser mit ramvenförmigem Eingang. Im Inneren befanden sich zwei Lehmsitzbänke und eine Kochgrube. Die noch teilweise ausstehenden Wände sind schräg, in Zeltform; sie wurden ehemals aus Stangen hergestellt, die mit Stroh verkleidet und innen und außen mit Lehm beworfen wurden. Der Jnnenlehm ist sorgfältig geglättet und mit einem weißen Anstrich versehen. Außerhalb des Hauses lagen mehrere Vorrats- und Abfallgruben, sowie der Arbeitsplatz der Bewohner. Eine große Menge schön verzierter und unverzierter Gefäßscherben, Mahl- und Reibsteine, verschiedene Steingeräte, Muscheln usw. wurden zu Tage gefördert. Zahlreiche Tierknochen, deren Markknochen gestalten waren, lagen teils in einer Speisegrube, teils zerstreut umher. Die Funde werden im Museum gesichtet, bestimmt und gelangen dort demnächst zur Aufstellung. Die umfarigreiche Aufdeckung wird besonders in Fachkreisen größtes Interesse erregen.
** Von der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen. Die innere Einrichtung der Anstalt wird gegenwärtig weiter vervollständigt. Sv wurden neuerdings bei der Firma Th. Brück 133 Stück Bettstellen bestellt, von denen 21 mit dreiteiligen Stabilmatrazen perseh en werden.
•• Ein neurologisch-psychiatrischer Kurs für Bahnärzte wird im laufenden Wintersemester 1911/12 in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten von Professor Sommer in Gemeinschaft mit Prof. Dannemann und Privatdozenten Dr. Berliner abgehalten. Die Vorlesungen finden Dienstags von 5 bis 6 Uhr an folgenden Tagen statt: 7., 21. November; 5., 19. Dezember; 9., 23. Januar; 6„ 20. Februar.
** Stenographie. Die am Sonntag nnchmittag im Lass Ebel tagende Herbst-Bertreterv ersarnrn- lung des Bezirks Gießen im Hessisch-Nassauischen Mäin- Rheingau-Verband Gabelsbergerscher Stenographen erfreute sich eines guten Besuches. Nach Erledi- zung der 5 Punkte umfassenden Tagesordnung konnte das Ergebnis über die der Versammlung vovangegangenen Ge- schästsstenographen-Prüfung mitgeteilt werden, stach einer scharfen Wertung der Arbeiten durch einen staat- stch geprüften Lehrer der Stenographie (System Gabels- Berger) konnte den Teilnehmern das Zeugnis als Ge- chäfts-Stenograph überreicht werden, hiervon ent- allen vier auf Gießen und zwar bei 180 Silben August Reicht (Verein von 1861), und Friedrich Kyritz (Gesell- chaft Gabelsberger), bei 150 Silben Konr. Scheer (Verein wn 1861) und Karl Müller (Gesellschaft Gabelsberger).
— Stadttheater. Nochmals sei aus die morgige Gastvorstellung von Hebbels „Judith" mit Rosa Poppe und Georg
turse usw.
Starkenburg und Rheinhessen.
rru. Darmstadt, L.Nov. Eine Ausstellung gegen den Alkohol wurde gestern in den Räumen des Gewerbemuseums in Anwesenheit zahlreicher Gäste eröffnet. Staats- minister Ewald hatte als Vertreter Legationsrat Neidhart geschickt, ferner waren anwesend mehrere Schulräte und Schuldirektoren , Oberbürgermeister Dr. Gläffing, Divisionskommandeur v. Plüskow, der Stadtkommandant v. Randow, Oberkonsistorialpräsident Nebel, Genkralstaatsanwalt Dr. Preetorius u. a. Im Namen der Veranstalter begrüßte Geh. Regierungsrat Dr. Dietz, Vorsitzender der Hessischen Landes- Versicherungsanstalt, die Gäste, wobei er auf die großen Schäden hinwies, die der Alko Holismus auf allen Gebieten verursache. Die Ausstellung solle der Aufklärung dienen. Ansprachen hielten hierauf Geheimer Obermedizinalrat Dr. Neidhart im Auftrag des Ministe- riums, im Namen des Gauvertreters des Hess. Alkoholbundes Pfarrassistent Grein und für den Hauptvecband Dr. med. Vidal. Ein erläuternder Vortrag an Hand der sehr übersichtlich zusammengestelltcn und überzeugend wirkenden Tabellen, Präparate re. bildete den Schluß.
im. Darmstadt, 6. Nov. Studentische Ausschreitungen entstanden heute früh gegen 5 Uhr in der Nähe des 2. Polizeireviers in der Dieburger Straße, wobei es zur Feststellung der Namen einer Anzahl der jungen Herren tarn. Es tarn dann auch zu einer Schlägerei, wobei ein Student einen Hieb aus den Kopf erhielt, der das Herbei- rüsen des städt. Kr an l e n a ut o m o b ils notwendig machte. Ehe das Automobil seinen Zweck erfüllen konnte, tarn es unterwegs mit einer Autodroschke an der Ecke der Zeughaus- und der Luisenstraße zu einem Zusammenstoß, der die Zerstörung des Krankenautos zur Folge hatte. Ein Rad, die Trittbretter, die Borderwand, sowie ein Teil des Haches wurden abgerissen und der den Fahrer begleitende Sanitätsmann Griesheimer wurde schwer verletzt. Er erlitt außer einem Bruch des linken Armes starke Brust- guetschungen, so daß sofort seine Aufnahme in das Krankenhaus erfolgen mußte. Wer die Schuld an dem Unglück trägt, ist bisher mit Sicherheit nicht ermittelt, doch soll
’onnte sich retten.
ch. Bingen, 6. Nov. Der etwa 46 Jähre alte Kutscher Peter Scherer kam heute abend mit seiner Droschke vom Bahnhofe durch die obere Vorstadt gefahren. Als er in die Nähe der Stelle kam, wo die Grabenstraße in die Vorstadt mündet, fuhr ein Automobil vorüber. Die grellen Lichter des Autos mögen, das Pferd scheu gemacht haben, es sprang auf den Bürgersteig und schleuderte dabei den nebenher gehenden Kutscher unter die Räder, die ihm über Kopf und Brust gingen. Scherer wurde tot unter seinem eigenen Wagen heraus geholt.
Hessen-Nassau.
() Marburg, ‘5. Nov. Die Zahl der Besucher unserer Universität ist auch in diesem Semester wieder in gewohnter Weise gestiegen. Bis jetzt sind schon rund 2000 Studierende (ohne die Hörer) angemeldet. Tas ind etwa 100 mehr als im vorigen Wintersemester. Im Sommersemester ist selbstredend die Frequenz der Universität immer besser, sie betrug rund 2300, etwa 200 mehr als im Sommersemester 1910. — In einer gestern nachmittag im .Pfeifferschen Saale hier abgehaltenen zahlreich besuchten Versammlung des Landwirtschaftlichen Krers- v er eins kam es zu einer intereffanten Aussprache über die diesjährigen Er n t e er g eb nis se und die Be käm p - fung der Futternot. Allgemein war man der An- icht, daß abgesehen von einzelnen Gemarkungen im Ebs- dorfer Grund und in der Ohmgegend die Ernte kläglich ausgefallen sei. Um dem drohenden Futtermangel entgegenzutreten wurde empfohlen, im Frühjahr recht zeitig Rotklee mit Grassamen, sowie Mais, Hirse oder Wicken auszusäen. Reichliche Herbstdüngung sei zu empfehlen, denn die "Felder hätten unter der afrikanischen Hitze sehr gelitten. Landrat von Löwenstein berichtete über die Verhandlungen wegen Beschaffung von elektrischem Licht und Kraft für die Landgemeinden. In Betracht kämen die projektierten Ueberlandzentralen der Edertalsperre und bcr' Stadt Gießen. Die Verhandlungen hierüber seien eifrig im Gange.
[1 Marburg, 6. Nov. Der Wirkt. Geh. Rat Prof. Dr. von Benting hat bei dem Deutschen Museum in München ein K a p i t a l hinterlegt, dessen Zinsen stihrlich einem Abiturienten des Gymnasiums Philippinum hier ermöglichen sollen, die einzigartigen Sammlungen des Museums zu studieren.
0 Wetter, 6. Nov. In der Gemarkung Oberrosphe erlegte ein Förster einen vollständig weißen Fuchs.
— Hanau, 6. Rdv. Das seit einigen Jahren hier garnisonierende Thüringische Ulanen-R egi ment Nr. 6, feiert im Jahre 1913 bete Fest seines 100jährigen Bestehens.
heftige Stürme
herrschten in der Nord- und Ostsee. An der deutschen und der dänischen Küste wurde mehrfach großer Schaden angerichtet. Es wird uns darüber gemeldet: > ,
We st erlaub (Sylt), 7. Nov. Wie die „Sylter Zeitung' meldet, zerstörte der herrschende Sturm gestern nachmittag die Damenbadehalle und die nördliche Familienbad-ehalle. Rettungsboote sind mit der Bergung von Personen beschäftigt, deren Boote Havarien erlitten hatten, und suchten am Abend nach vermißten Fahrzeugen. c
Kopenhagen, 6. Nov. Ganz Dänemark wurde tn der letzten Nacht von einem Orkan heimgesucht, teilweise von Gewitter und Hagel begleitet. Besonders aus Jütland werden große Schäden durch Ueberschwemm ungen gemeldet. Tie- Westküste von Jütland wurde durch eine Sturmflut heimgesucht; teilweise sind die .Telegraphen- und Telephonverbin- i düngen gestört. Die Fähre Gjedser—Warnemünde ist unter-; krochen. Verschiedentlich werden Schiffsunfälle gemeldet.. Der Sturm dauert an.
Schleswig, 6. Nov. Infolge des anhaltenden stärkens Sturmes kann die Staats bahn zwischen Rendsburg nnb; Husum nicht mehr verkehren, da der Damm überflutete ist. Von Friedrichsftadt sind Wagen mit Booten unterwegs,» um die bei Süderstapel und Erfde eingeschlossenen Menschen zus retten. Militär ist aus verschiedenen Garnisonen nach den be-i drohten Orten abgegangen.
Westerland, 6. Nov. Ein orkanartiger Südweststurm mit schwerer Brandung zerstörte in vergangener Nacht das Kurhaus und die einzige vorn Brande am 19. September verschont gebliebene Strandhalle, den Musikpavillon, die Strandburghalle, die Wandelbahn und die elektrische Lichtleitung. Die Fernsprechverbindung mit dem Festlande ist unterbrochen. Mit dem Wiederaufnehrncn der neuen Anlagen wird demnächst begonnen.
Kiel, 6. Nov. Von der Westküste der Provinz Schleswig- Holstein laufen Meldungen über starke Sturmschäden ein. Aus Bredstadt wird berichtet, daß der Deich an der Nordsee in einer Länge von zwei Kilometern und einer Höhe von zwei bis drei Metern von den Fluten weggerissen wurde. Bei dem Wiedereintritt der Flut ist das schlimmste zu befürchten. Aus Wesselburen wird berichtet, daß infolge des starken Sturmes die Deiche bei dem Wesselburener Koog und der Schülper Siel an zahlreichen Stellen durchbrochen sind. Der Wesselburener Koog- Teich ist in einer Länge von 50 Metern w e g g es chw em m t.k Tie Kvoge sind überschwemmt. Das Vieh steht tief im Wasser. Zwischen Süderstapel und Erfde ist der Tioerdamm infolge der. Sturmflut gebrochen.
Hamburg 6. Nov. Auf der Unterelbe sind heute. Nacht bei schwerem Nordwest mehrere Fahrzeuge gestrandet und gesunken. Von den Montags aus England ankommenden Wochendampfern ist keiner eingetroffen. Im Hafen ist Hochwasser. — Nach Meldungen aus Cuxhaven ist ein unbekannter Dampfer auf Scharhörn gestrandet. Aus Helgoland wird telegraphiert: Infolge der Stürme und des Hoch' wassers ist das Vorland überflutet. Die Düne hat stark gelitten. Nach Nachrichten aus Husum herrscht an der Westküste Schleswig-Holsteins ein außerordentlich starker Sturm. Die Flut
chr zu warnen.
Kreis Lauterbach.
~ Sau ter ba cf), 6. Nov. Durch einen namhaften Geldbetrag, der seit einigen Jahren von privater Seite der jiesigen Volksschule zur Verfügung gestellt wird, war es möglich, in den verflossenen Winterhalbähren einer Anzahl ärmerer und schlecht genährter Kinder ein warmes Milchfrüh st ück zu verschaffen. Tiefe wohltätige Em- richtung ist in diesem Jahre auch von verschiedenen anderen Seiten durch namhafte Geldbeträge unterstützt worden, so von der Stadt Lauterbach, der Freiherrlich Riedeselschen Rentkammer, der Bezirkssparkasse u. a. Durch diese Unterstützungen wird es möglich, in diesem Winter einer größeren Anzahl Kinder täglich je ein Viertelliter Milch nebst einem Brötchen unentgeltlich zu verabreichen. Bei besser gestellten Schulkindern erfolgt die Verabreichung jedoch gegen Bezahlung. Im verflossenen Winterhalbjahr sind im ganzen 4200 Liter Milch verausgabt worden.
Kreis Schotten.
r. Köddingen, 6. Nov. Aus unbekannten Gründen hat sich der hiesige Landwirt Johannes Helwig er- hängt. .
Ulrichstein, 6. Nov. Seit zwei Tagen tobt hier ein mächtiger Sturm. Ausgiebige Regenfälle sind niedergegangen. Die Temperatur ist gelind. — Am 8. November wird hier ein Krammarkt, der sogenannte „kalte Markt", abgehalten.
(?) Ulfa, 5. Nov. Sett einigen Wochen genießt auch unser Ort den Segen einer Wasserleitung. Vor Jahresfrist hätte noch niemand geahnt, daß bis heute die Wasserfrage in unserer Gemeinde gelöst sein werde, zumal eine nicht geringe Zahl von Einwohnern, die im Besitze guter, ergiebiger Brunnen waren, dem Bau eines Wasserwerkes nicht sympathisch gegenüb erstanden. Nunmehr aber ist jedes Haus der Leitung angeschlossen; selbst die erbittertsten Gegner haben sich die Gelegenheit des Anschlusses nicht entgehen lassen. Unsere Hausfrauen, die bisher hartes Was)er verarbeiteten, sind voll des Lobes über das Leitungswasser, das sich infolge seines geringen Kalkgehaltes zum Waschen, sowie zum Kochen der Hülsenfrüchte ganz vorzüglich eignet. Das Wasser entstammt einer Quelle in der Gemarkung Nainrod und wurde von unserer Gemeinde zum Preise von 18000 Mk. käuflich erworben. Die Leitung führt an der Kreisstraße Rainrod- Eichelsdorf entlang auf den Eichelsdvrfer Berg, wo sich der Hochbehälter befindet. Die Anlage, besonders das Hochbassin, macht dem Bauunternehmer, der .Firma Ph. Alberding-Fulda, alle Ehre.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 6. Nov. Heute wurde die landwirtschaftliche Winterschule eröffnet. Sie dauert bis gegen Ende März. Dann beginnt an der mit ihr vereinigten Obstbauschule der Unterricht für die Obstbaumwärter, dem später ein zweiter Kursus folgt. Beide Schulen, Ackerbauschule und Obstbauschule, sind in den letzten Jahren sehr stark besucht gewesen, so daß die vorhandenen Räumlichkeiten kaum ausreichten. Im Laufe des Sommers folgen daun fast ununterbrochen die verschiedenen Kurse, Obst- verwertungslursus für Frauen und Jungfrauen, Beeren- und Obstbereitungskurse für Jnterefsenken, Gartenbau-
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