in der Budgetkommission nicht so erschöpfend waren, wie wir
:zcn Truppen rtraru- chr genötigt sein, die
Abg. Basiermann (Natl.)'
zu
rren im Vorstande, zum mindesten der
(ihm auswärtiger Angelegenheiten ist es tmmer »blich gewesen, aJ,< längere Ausführungen schriftlich zu fixieren. Deshalb habe Ht eme Veranlassung gehabt, den Redner zu unterbrechen.) Ick hab- nicht die Abfickt gehabt, da» Verhalten de» Präsidenten ober de» Vorredner? zu rügen, aber jedenfalls ist el mir in meinem langen parlamentarischen Leben noch nickt vorgekommen, daß fine so lange Rede abgelesen wird. Tie Rede des Grafen Westarp wo: also von seiner Fraktion sehr genau abgewogen. Ern teil davon mutzte sa alleroingS den Anschein erwerken, al« ob er zu- nächst ein Privatissimum beim Reichskanzler ge- »ort hätte. (Heiterkeit links, Lachen rechts.) Abg. Bebel geht dann auf die einzelnen Punkte der Rede de» Reichskanzler» ein und erklärt, noch eher al» in Frankreich und England sei in T utsckland Erregung entstanden, und zwar durch die Emsen- düng de» „Panther' nach Agadir, vor noch nicht allzu langer geil bat ein notionollibfraler Abgeordneter hier im Hause an den Staatssekretär de« AuSwüi' gen Amte» eine Anfrage ge» richtet, weil ein französische« Kriegsschiff in den nach der Alge- riraS-Akte ges.chlostenen Hafen von Agadir eingelaufen war. Ter Staatssekretär antwortete damals, datz die fran-ösische Reg'e. rung in zuvorkommendster Weise Aufklärung gegeben habe; da« Schiff hatte nur einen Schmuggler verfolgt, und noch Erledigung seiner Aufgabe den Hafen wieder verlosten, von der zur Reckt, fertigung de» PantbersprungS behaupteten Gefährdung der Teut» schen in der Gegend von Agadir hatte man vorher und nachher
können, und weil in seinem '----- Ä
dürfen. (Beifall.)
Präsident Graf v. Cchwerin-Löwitz» Run hat da« Wort der Herr Reichskanzler.
Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollwegr Ich habe dem hohen Hause
eine allerhöchste Botschaft
Herr Bebel erwähnte, Fürst BiSmarck selbst habe Frankreich auf Afrika verwiesen. Damals waren aber die verböltniste ander» al« heute. Frankreich ist jept zu einem Kolonialreich in Afrika gemacht, an dem wir nicht acktloS vorübergehen können, weil der wirtschaftliche und auch politische Einfluß Frankreich» dadurch gewachsen ist. ebenso sein Einfluß in der iSlamitn'ckcn Seit — sehr zu unserem schaden. La» ist ja einer der Gründe. we»halb meine Freunde fick dieser Marokkopolitik gegenüber ablehnend Verhalten hoben; mit ibr war eben eine Ber- scklechr„rung unserer Orientpolitik verbunden. Nachdem wir durch die Reden de» Kaiser» und anderweit un« auf den Standpunkt gestellt batten, die Unabhängigkeit de» Sultan» und de» marokkanischen Reiche» mäste aufrecht erholten werden.
hakten, ist keine Schwächung, ist eine Stärkung. Da» deutsche Volk ist der Meinung, datz e» notwendig gewesen wäre, da« Ab» kommen un» zur Genehmigung vorzulegen. Dir haben darauf für diesmal nickt bestanden. E» ist eine Stärkung der Regierung, wenn sie die Volksvertretung und da» Volk hinter nck hat. Unsere Regierung scheint da» vielleicht au» alter Gewohnheit zu vergessen; vielleicht wird e» ibr aber jetzt klar sein, datz e» unter allen Umständen nötig ist, die öffentliche Meinung auf ckrer Seite zu haben, vielleickt wird d,e Regierung fich heute darüber klar sein, datz e» ein protzer Fehler war.
Die Marokkopolitik hat meinen Freunden nicht gefallen, von vornherein nickt: aber wir können setzt nickt mehr zurück. Ter Vertrag von 1909 bat unser Uninteressiertsein an Marokko auSdrütklick ausgesprochen. Wir stimmen dem Abkommen zu. Die Hauptsache ist. datz e» dazu führt, den Streit zu beseitigen; dahinter mutz der Inhalt de» vergleich» m zweiter Linie stehen. Cb die Entsendung de» Pantber nach Agadir notwendig war. will ich nicht näher erörtern; ich kann e» nicht einsehen Eine Drohung wäre nickt nötig gewesen, richtig angewandt, bitte Deutschland» Mackt und Autorität auck ohne solche Geste genügt, um >a» zu erreichen, wa» zu erreichen war. (Beifall bei den Frei» innigen.)
darum an der Lösung der Marokkofrage zweifellos stark intec- estiert. Wa« hätte man in Deutschland gesagt, wenn man un« zur Lösung der Marokkofrage nickt herangezogen hätte? (Sehr wahr! b. d Soz.). Minister Grey hat sckon ansang« Juli dem deutschen Botschafter erklärt, datz die englische Regierung die Entsendung de» „Panther' al» sehr wichtig betrachte, und der deutsche Botschafter hat al« Ziel die Lösung der Marokkofrage crfiärt. Fürst BiSmarck hat Frankreich rubig Marokko gegönnt, da e» dann weniger stark in Europa dastehe Aehnliche Aeutzerungen finden wir in den „Memoiren' befl Fürsten Hohenlohe. Wenn wir Landerwerb in Marokko in AuSsickt genommen hätten, wäre der Vertrag von 1009 widersinnig, dem der Abg. Basiermann und die übrigen Redner zugestimmt haben; denn in dem Vertrag haben wir erklärt, datz wir keine politischen, sondern nur wirtschaftliche Jntereffcn in Marokko haben, datz wir aber Frankreichs politische Interessen dort anerkennen. Ta« Protektorat Frankreichs über Marokko lag gewistermatzen schon m dem Abkommen von 1909. Die Anwesenheit des „Panth-r' in Agadir sollte eine st a n - dige Drohung sein. Tie sollt« besagen: Frankreich, nimm dich in acht! Die R-de Lloyd Georges war ein ungeheurer po- litischer Fehler; aber auch die Haltung de» Kanzlers und de« Staatssekretär« war nicht» weniger al« englandfreundlich, t-rebler sind hüben und drüben gemacht worden. Graf Westarp sagte: England habe seit Fahren schon Schwierigkeiten beabsichtigt! Wo denn? Wie denn? Wir halten an einer friedlichen Verständigung mA England durchaus fest. Ueberall aber wird gerüstet, überall bringt di« imperialistische Politik vorwärt», in Marokko, in Persien. Weihnachten steht vor der Tür. „Ehre sei Gott in der Höhe!" (p-ißt e» setzt überall. Diese» Wettrüsten lätzt aber auf wenig christliche Liebe schlietzenl Tie Diplomatie sckafft ständig neuen Krxgvstoff. Wir wollen aber keinen Krieg. (Beifall b. d. Sozialdemokraten.)
Abg Schrader (Dp.):
Fch bin mit diesen Scklutzworten deS Vorredners einher- standen, aber seine zielbew-r-!- Politik scheint mir eine Macht- oolitik zu sein. Worauf e« ankommt, da» ist der Grund,atz einer Politik de» Recht«. An diesem Grundsatz feftzu.
1 Tag vor Katastrophen st e hen nfolgedessen jede» Volk auS ...em eigenen Selbsterhaltungstriebe Herrn» sich da» Heer und die Flotte schaffen mutz, die seinen nationalen Interessen en11 pricht. (Lebhafte Zustimmung.) Tas sind unabänderliche Tatsacken. Die sind denn die großen Friedensbewegungen ausgelaufen? Do ist denn die Fdcc geblieben, datz nunmehr jede internationale Streitfrage vor dem Haager Schiedsgericht zum Austrag gebracht wird? Davon ist heute nicht mehr die Rede?
Ich danke für die freundlichen anerkennenden Worte und den zustimmenden Beifall de» Hauses. Wenn c» mir bi» zu einem gewissen Grade gelungen ist, die Geschäfte de» Hause« zu fördern und die Würde de» Hauses zu wahren, so verdank« ich da» ganz und gar der gleichmäßigen übereinstimmenden Unterstützung, die ich bei allen Seiten de» Hauses gefunden habe. Ich dank« von " ' danke auch ganz
nie etwa» gehört. .... -
England hat in Marokko viel grötzere Handel-interessen al«
Abg Fürst Hatzseldt (R-.):
Die Erklärungen des Staai»sekrelär« in der Kommission haben eine ctireulidx Klärung gebracht. Bon einer Scheinpolitik lann nicht mehr die Rede sein. Trotzdem will mir scheinen, datz e» bester gewesen wäre, wenn wir die Verhandlung» nicht 0 lange mit einem geheimnisvollen Schleier bedeck: hätten der schließlich von anderer Seile gelüftet wurde. Wir wollten Marokko nickt erobern, aber da» deutsche Volk hatte ein Recht darauf, zu wisicn. wohin die Reise gehtl
Hierauf sprach Abg. Lattmann.
Abg. Frbr. v. Hertling (Zentr.)k
Unsere Stellungnobme zu dem Abkommen selbst hat sich nicht verändert. Ich mutz auch mein B> dauern hier wiederholen, datz die Regierung seinerzeit nicht nut bir nötigen Energie ben fallen Nachrichten ber Crffentl idjteit entgegen gewesen »st. An- dcrcrseit» hat un? heute ber Reichskanzler die Gründ« angegeben, welche die Reick-le.tuna ,u ihrer Haltung bewogen hat. Wir wisten jetzt, wie ernst die Situation war, und wir tellen auch fest, datz der Reichstag bemüht war. die Situation 'urckatis nickt weiter zu verschärfen Um so mehr müssen wir eö beklagen, datz auf ber anberen Seite b e gleiche Reserve nicht beachtet worden ist. D ' e R e d e G r e h » ist. mutz ich sagen, für uns c 1 n e E n 11 ä u s ck u n g gewesen. (Sehr richtig!) Kaltblütig, im Bewutztsein seiner Kraft, gestutzt auf sein gute» Heer und sein gute» Recht, wirb das deutsche Volk der Zukunft entgegensetzen. Beifall.) ,
Ein Schlutzantrag wird gegen die Sozialdemokraten angenommen.
Die Anträge der Kommission werden ein« limmifl angenommen, nur gegen die Bestimmung, datz auch die Erwerbung von Kolonialiand der Zustimmung de» Reichstages unterliegen soll, stimmen fünf Konservative.
Damit sind die Marokkoabkommen erledigt, und die Tagesordnung ist aufgearbcitet.
Präsident Graf Schtverin
(nimmt da» Wort): Wir sind am Ende unserer Tage». n r b n u n g an^elangt, und, wie ich annehmen darf, nicht nur am Ende unserer gegenwärtigen Tagung, sondern gleichzeitig unserer ganzen Legislaturperiode. Ich will nicht, wie da» wohl bei gL 'Her Gelegenheit hier geschehen ist. eine detaillierte Uebersicht über die Leistungen geben, die der Reichstag in ver- schiebenster Hinsicht in ber äußeren unb inneren Politik, in wirt» schastlicker und namentlich in sozialer Hinsicht vollbracht hat. Si« alle wissen, wie grotz diese Arbeit gewesen ist. Ich wünsche, datz diese große gesetzgeberische Arbeit trotz aller Mängel, die bei jedem Mcnsckenwerk vorhanden sind, im großen und ganzen als ein guter Fortschritt in unserer vaterländischen Entwicklung sich erweisen und unserem geliebten deutschen Volke zum Segen gereichen wird. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Basiermann (Natl.):
Wie wir soeben gehört haben, ist das End« unserer Tätigkeit herl>eigetommen. Wir sieben am Schlüsse einer arbeit-reichen Session und Legislaturperiode, die an un- all«, aber besonder» an unseren verehrten Präsidenten, hohe Anforderungen gestellt bat. Ehe wir auSeinandergehen, gestatte ich mir daher, dem Präsidenten den Dank deS Hause» für seine gerechte und jederzeit wohlwollende Führung der Geschäfte auSzusprechen. (Lekchafter Beifall.)
Präsident Graf Schwerin:
mitzuteilen. (Ta» Hau» erhebt sich, die wenigen noch anwesenden Sozialdemokraten verlasien den Saal):
„Dir Wilhelm, von Gotte- Gnaden Deutscher Kaiser und König von Preußen tun kund unb geben hiermit zu wiffen, daß wir unseren Reichskanzler von Bethmann Hollweg ermächtigt haben, gemäß Artikel 12 der Verfassung für da- Deutsche Reich di« gegenwärtige Sitzung de- deutschen Reich-tage» in Unseren unb der verbündeten Regierungen Namen am 6. Dezember 1911 zu schließen.
Urkundlich besten Unsere eigenhändige Unterschrift unb beigedrucktes kaiserliche- Jusiegel.
Gegeben zu Pletz am 6. Dezember 1911.
(gez.) Wilhelm.
(gez.) v. Bethmann Hollweg.
Ich habe die Ehre, die Urschrift dieser Allerhöchsten Botschaft dem Prästbemen zu überreichen. Auf Grund der mir von Sr. Maiesta: dem Kaiser erteilten Ermächtigung erkläre ich im Namen bet verbünbeten Reg leruuge» ben Reichstag hiermit für geschlossen.
Präs. Graf v. Schwerin-Löwitz:
Dir aber, meine Herren, stimmen, tote immer, am Schluffe ber Tätigkeu eines ReichStaae» ein in ben Ruf: Se. XRajtftät ber Kaiser lebe hoch!!
Der Reichstag stimmte dreimal ein
Präsident: Ich schließe die Sitzung
Schluß: W Uhr.
i de- Sauses gefunden ganzem Herzen (Lebhafter Beifall.) besonders für die treue Mitarbeit der . der Schriftführer und Quästoren, und nii, _ überaus anstrengenden hingehenden Arbeit unserer treuer Beamten. (Erneuter Beifall.) Ich stelle Mr« Zustimmung fest unb bitte Sie, ben Tank auf meine Mitarbeiter au-behnen
finb wir mit Notwenbigkeit auf die Konferenz von Algecira» gekommen. Wir waren von ber Hoffnung burchdrungcn, daß nunmehr ein wirtschaftliche- Zusammenarbeiten von Deuifchlanb unb Frankreich stattfinden wird, aber wir haben sehen inüsten. wie die deutschen Unternehmungen nicht vorwärt» kamen, und wie Frankreich zu einer weiteren Beseitigung seine» Einfluste» im Lande überging. E» ist nicht richtig, busi die Entsendung de» Panther nach Agadir eine Verletzung der Verträge war. denn die Verträge waren schon Durchbrochen. Die Entsendung tefi Schisse» war also an sich berechtigt, ob sie politisch klug war. ob nicht andere viel kleinere Mittel bester gewesen wären da» liegt auf ganz anderem Gebiete, da» ist lediglich eine Opportunität», trage. (Sehr richtig!) Meine Freunde und ich verdickten in wmnHemirrrncn aw diesem Stadium darauf, nach den gründlichen Untersuchungen in
darum an btt Lisun, ter«WiMIc. fr" inter. Jg-ß*.»« **
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Bei allen Reden dc» Abgeordneten Bebel über auswärtige Politik, auch bei der heutigen, habe ich immer den Einbruck. daß er die Methode befolgt, sich zu sehr in die Seele unserer Gegner zu versenken (Sehr richtig! 0. d. Natl.), um dann eine Anklagerede gegen großkapitalistische Weltpolitik und imperialistische Soft Hf, der nach seiner Ausfastung Deutschland verfallen ist, zu Balten. Er sucht sich in dem Bestreben, Bier eine Anklagerede zu konstruieren, seine Argumente in dem gegnerischen Lager. (Sehr richtig! b. d. Natl.) Da» ist eine falsche Methode, und e» wird im Interesse unserer ganzen Entwicklung sehr zu begrüßen sein, wenn die Sozialdemokratie diese Meihobe ausgeben wurde. Die auswärtigen Fragen und die nationalen Interessen haben doch heute in einem Maße die Volksseele Deutschlands und auch in anderen Ländern erregt, wie es manchem kaum glaublich erscheint in einem Zeitalter, wo so starke wirtschaftliche und soziale Fragen sich in den Vordergrund schieben. Wir muffen in allen diesen Dingen ausschließlich von dem deutschen Stand- punkte au» sprechen (Lebhafte Zustimmung.), von dem Grundsätze: Recht oder Unrecht, -» ist mein Vaterland! der ewig wahr bleiben wird. (Beifall.) So kommt eben der Abg^ ordnete Bebel nach seiner Methode zu völlig falschen und auch nicht logischen Schlüffen über bat Verhältnis von England ,u uns, von bem wir ja auch bebauern, baß cs sich so verschlechtert hat. Der Abgeordnete Bebel hält unS hier vor, baß Englanb ja überall in seinen Kolonien uns die offene Tür gewährt im Gegen- sah zu anderen Nationen, vor allen Dingen von Frankreich. In demselben Atemzuge deduziert unS aber Herr Bebel, daß vielleicht dock auch die Zeit kommen könnte in einem Zeitalter der Rüstungen, wo England von dem Freihandel zum Schutzzoll übergehen könnte. (Sehr richtig!) Dann stehen wir eben nicht mehr vor der Tatsache der offenen Tür, sondern dann müssen wir damit rechnen, daß un» der Zugang zu den englischen
Kolonien versperrt ist. Herr Bebel we,tz ja, wie in
den englischen Kolonien heute schon eine starke Stro-
mung für den Schutzzoll vorhanden ist. Äon «8 Edu-
ardö ganze Politik ging ja auch dahm. Deutschland zu isolieren ober einzukreisen. Da» sind lwch große Entwick- langen einer zielbewußten englischen Politik, die auf emer tahr- hunderHangen Tradition beruhen, einer Tradition, die üto tm letzten Ende immer gegen den mächt 1 asten K 0 n 11 n e n t a l- float richtet. (Lebhafte Zustimmung) Da» ist Deutschland etzt. Unb wenn man bie Rede deS Minister» Grey lieft, dann tommt man doch auf den Gedanken, daß man d,esc Politik fort- etzt. Fede Zeitung, jeder Tag bringt neue Ereignisse. Wir sehen, wie die W e l t e n a u f t e i l u n g si ch i m m e r w e i t e r v oll- r.iebt, wie heute die persische Frage tm weitesten Umfange auf. gerollt ist. Ta» find alle» Entwicklungen, die un» da» eine klar macken müssen: da» wir die Augen auf und unser Schwert sckarf halten müssen (Lebhafte Zustimmung), werl eben die Äonfhrtc bei dieser Weltentwicklung jeden Taa kommen konnew Da» kann Herr Bebel nickt ändern, do« können wir nicht andern. Daran ist doch auch ber Grotzkapitali-mu» gar E s-bulb. (sehr richtig! bei ben Nl., Wiberspruck bei den Soz.) Da« bat ganz andere Gründe. Da- liegt doch daran, datz die Kulturvotkerja kolossal zunebmen an Menschen, daß sie mfolgedessen mrhr b'naus müssen mit d-rn Ervort. den Jndustrieprodukten und den v,eien Menschen, die fick eben im AuSlande betätigen wollen. (Zuruf bei den Soz.: Ostpreußen!) In den Ostprovinzen können wir bie Industrie auch nicht aus dem Boden stampfen. Diesen Snt- wicklungSweo der Kulturnationen können Sie (zu den soz.i nickt hindern und nickt unterbinden, der heute lebe ^ilturnahen auf den großen Weltmarkt hinauSführl. um neue Gebiete und Einflüsse zu gewinnen. Der Abgeordnete vebel bat vielleicht nur in dem einen Punkte recht, daß eine solche Periode interessen- wirtfckoftlickcr Entwicklung, deS Aufeinanderplatzens der ,in- teressenoegensähe ber Völker, verbunben sein muß auch m,t großen Rültungen, weil eben bie ReibungSfläcken sehr stark vermehrt sind, weil wir jeden Ta " * - * - " »•*•«
wohl erwartet hätten.
E« ;ft un« in der Kommission von der Unterredung mit dem Botschafter in Lonoon vom 4. Juli keine Mitteilung ^gemacht worden. Zu einer erschöpfenden Kritik wäre un» da» bester auch mitgeteilt worden. Wir begrüßen eS al» ein erfreuliche» fuHat dieser Debatten, daß künftig Kolonialland nur im Wege , de» Reichsgesetze» erworben und veräußert werden kann. Da» Volk hat ein Jntereste Daran, daß seine berufene Veriretuna be, solchen Dingen mitzusprechen hat. In dieser Neugestaltung , liegt auch keine Schwächung der Regierung, im Gegenteil, dieser engere Zusammenhang zwischen Regierung und Parlament kann ihr sehr förderlich sein, denn w,r haben ja auch au» den Erklärungen der Regierung efl durckklmgen hören, wie gerade die Tatsache der notwendigen Zustimmung de» französischen Parlament« in den Händen der franzostschen Unterhändler zu einer Waffe wurde Im übrigen kann ich namens meiner Freunde erklären, daß sick u n s eir Urteil vom 9 November über bie Deutsche Mar 0 k k o- Politik nicht geänbert hat. Auch bie schwarze Gefahr ist burch bic Mitteilungen be» Kommissar- in ber Kommiision nur in ein helleres Lickt gerückt worden, benn er sagte, wir würben unS beizeiten auf Diese Verstärkung ber schwarzen Truppen Frankreichs einndilcn müssen. Wir werben nunmehr genötigt sein, Die neuen Lanbstrecken, bie wir bekommen haben, wirtschaftlich zu entwickeln, unb bnS wirb natürlich auch an bie Reichsfinanzen erhebliche Anforderungen stellen. Aber nach ben gestrigen r o s a • roten Darleg ungen DeS SchatzsekretarS über die Finanzlage, bie in ber Wahlbewegung eine große Rolle spielen werben, ist ja Gelb genug bazu vorhanben. (Heiterkeit.)
Ein Wort zu unseren verhaiiblungen mit Fran k ce ich. ES 'st ja ein Novum gewesen, was wir Vorüber in der Kommission erfahren haben, und wir crlcnncn gern an, oaß die deutsche Regierung die englische Elnmischu n g, die sich nicht auf Marokko beschränkte, ruckgewiesen hat. ES bleibt aber bei dem Endresultat, daß daS Ergebnis der Handlungen mit Frankreich doch im großen ganzen Dem ent- spricht, was England für zulässig erachtet hat, eine relativ ge- ringfügige Gegenleistung für Die große orleiftung. d'e wft gemacht haben, die Anerkennung des franzostschen Protektorats. D«n Tarleguiigen des Vorredners, daß es richtig war. so zu handeln, wie unsere Regierung geg en über der öffentlichen Meinung gehandelt hat, kann ich nicht fol gen. (Lehr richtig!) Tie deutsche Presse muhte naturgemäß schließlich ihren Lesern die Mitteilungen bringen, die auS Fram- reich und au, England tarnen, unb bei unS haben bie Informationen gefehlt, (Sehr wahr)
Es war bic „geringe Aktivität , bie der Tat ein Maß von Mißmut, Entrüstung unb Empörung auch in nationalen Arenen bervorrief. Hreruber geben ja un« die Äußerungen hervorragender Politiker der verschiedensten Parteien genügend AuSkunsL Dav hat dieses Maß von ©äbrung erzeugt und dem 9. November Set, der so leicht in ber parlamentarischen Geschichte Deutsch
nicht vergessen werden wird, und der den Eharakter e 1 ne t Katastrophe gehabt bat. Auck wir muhten rechtzeitig über Ziele und Wege der deutschen Politik in Kenntnis gesetzt werden tSehr wahr!) Eine Entspannung im politiichen -even auch nur eine Minderung der ganzen Gegensätze wie sie sick durch die Marokkosrage entwickelt haben, i st nicht etnflc^ treten. Der Glaube, daß, nachdem reiner Tilch m Marokko gemacht ist, nunmehr die Periode der Völkerverbrüderung ein- treten werde, war eine Illusion, die den Tatsachen nicht stand- aebaltcn hat. DaS zeigt die Rede von Sir Edward Sr er Die Auffassung in den Kreisen unlereS Volke« darüber too vielfach eine andere, al« die deS Reichskanzlers; man hat sie m weiten Kreisen al» eine sehr trotzige — herauSfordernbe will 16 niebt sagen — aber dock jedenfalls schr 0 f f e E r k l a r u n- angesehen. (Sehr richtig!) £6 b.ese Tonart ob diese ganze englische Deutschland unfreundliche Politik England nützlich ober schab!ich ist. lasse ick dahingestellt. Wir können nicht mit weiterem Zorn in die Zukunft blicken, um so mehr, al» 1« unme neue Probleme in die Ersckeinung treten. WaS wir wünschen, und waS wir als die richtige Antwort auf diese so unsreund liche Politik England« ansehen möchten, da« ist. daß die deutsche auswärtige Politik eine wohlvorbereitete, von Im provisa tionen sich frei haltende kBeifall.) u n d z i e l b e w u ß t e sein möge, eine Politik, die sick leden «upen- blick bewußt fein möge der gewalrigen Machtmittel, die wir besitzen (Scbbafter Beifall.), und für die unse Volk gern die großen Opfer bringt. Ick bin ber Letzte, der Kon- flikte sucht; wir wollen aber, wo fie un« aufgedrungen werben auck Konflikten nickt auSweicken Dir verlangen baß jeder versuch, un6 in unserer felbstwirtschaftlichen Entwicklung zu hindern ober zu unterbinden, jeder Eindruck b Schwache der erweckt werden kann, bah wir auf bieiem ®- biete zurückweichen, auf da» Entschiedenste zunückaewiefen wird. Dir können n i ch t d u l d e n. daß von irgendeiner Nation eine internationale Vorherrschaft erstrebt, begehrt, Verlangt wird, die fich zum arbiter mundi aufwirft. (Beisall. Eine solche Politik wird am besten geeignet sein. Die deutsch, nationalen Interessen, deutsche» «nseb n und deutsch« Ebre zu wahren; sie wird aber auck geeignet sein, un» ben ffielt- fri-ben zu erhalten. Denn niemals wirb der Friede m-br gefährdet sein, al» bann, wenn anbere Nationen zu der Meinung kommen, daß Deutsckland nicht fest auf sem-n Füßen Hebt unb fick jeden Augenblick zurückdrängen läßt. Eine solche Politik, so hoffe ick wird für alle Zukunft vermieden werden, unb für eine klebe kraftvolle, zielbetoußte Politik, aber nur für eine solche, wirb bie beutscke Regierung das Volk stet» an itar Seite finden. (Lebh. tgeifen.)


