Ausgabe 
6.4.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Mutter- und Säuglingsfürforge zu veranstalten, ist fast °!e 3a9l der lährlrchen Geburten b-etoegt sich zwischen 24 überall im Lande freudig ausgenommen worden Ueberall 30- Es wird wohl niemand bestreiten können, daß für haben sich nunmehr die definitiven Ausschüsse der einzelnen diese Geburtenzahl eine Hebamme vollkommen ge- Kreise gebildet und in allen Städten und in den meisten nügt. Auch von einem Vergleich zwischen Arzt und Heb- Landgemeinden bestehen örtliche Ausschüsse zu seiner Durch- amme kann in diesem Falle keine Rede sein. Das Arbeits-

60

90

. 6052 9095

. . 40-43

3487

48

85

81-82

43

. 38-36

64-68 106-114

. 42-00 84-00

42

4748 6062

47

61

47-48 6062

47

61

46

59

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

9*5.

«Q

Wetter

L

e*

Bew. Himmel

d

^ochste Temperatur

«17.

Sanatorium

l1___rx___ Jl. TT ..' .1.11_____ IAA 1___1 L -

fischen DarmstadtH eidelberg, 400 m hoch herrL gelegen. («/

TURK-PABSTs

7477

68-72

82

76

9

3

6

81

75

70

85

92

und Treue geleisteten er» vom 1. Juni 1911 ab in

48

48

60

8084

7578

Kurhaus Lindenfels

45

51

5.

5.

6.

45

41

110

106

92

86

84

745,9

747,3

748,1

38

84

66

63

55

56

II

mehr als 6Ojährigen, mit Eifer spneßlichen Dienste mit Wirkung den Ruhestand verseht.

4,4

4,0

3,6

April

141

bis 5. April r ö. ,

Voll fleischige Schweine bis zu 2 Zentner ^evendgeivicht........

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner ^everrdgeivrcht........

VoUfteischige Schweine über 2'/, Zentner

NE

NE

NE

H- 2,3 6 J. - 4,8 "O.

Aiäßig genährte Kühe mib Färse,» .

M d l 0 c C.

feinste Wiastkälber

Konservenfabrik in der Nähe, was betreffs der Verwaltung nur günstig sein könne. Um eine definitive Entscheidung des Kriegs­ministeriums für das Mainzer Gelände zu bezwecken, hält man es für nötig, eine Abordnung unter der Leitung des Oberbürger­meisters Dr. Göttelmann nach Berlin zu senden.

Schale.

Weidemaslschase . . .

Schweine.

Lebendgewicht 4647 6061 fleischige Schweine unter 80 kg Lebend-

** Von Allend orf a. d. Lumda, 4. April, wird uns geschrieben: Der Verfasser des Artikels im Gießener Anzeiger von gestern scheint nicht genügend über die Größen- und sonstigen Verhältnisse Allendorss orientiert zu sein. Er schreibt:Der Größe unserer Stadt wäre es entsprechend, wenn hier noch eine zweite Hebamme ansässig wäre." Unser Städtchen hat nach der letzten Volkszählung 1181 Einwohner;

es

Aus Stadt unö Lanv.

Gießen, 6. April 1911.

Hessischer Blumentag.

Doll fleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtivertes 4650

DoUfleljchlge auSgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 4245 Sichere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 3740

Mittlere Ata st- und beste Saugkälber . 6265 104-108 Geringere Mast» und gute Saugkälber 5367 89-95

Geringere Saugkälber 6053 8889

Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 4951 8991 Junge, fleischige, nicht ausgemäsle und

ältere ausgemästete 4447 8487

Hessen-Nassau.

Marburg, b. April. Durch Einsturz einer Decke wurden in Leidenhofen drei Kühe im Stall getötet. [] Marburg, 5. April. Die Metzger in den Kreisen Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Biedenkopf beschlossen, beim Einkauf von Schlachtvieh nach Lebendgewicht 5 Prozent in Abzug zu bringen.

L ü. Land e?Universität. Der Großherzog hat den Universitätssekretär Geh. Kanfteirat Friede. Schäffer in Gießen auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner

V-------FRAIS KFU RT- MAI N------

Feinste Mayonnaise Anchovy-Raste & Sardellen-Butter

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtivertes . 4446

Vollfleischige, jüngere . . . . tzärien, Kühe.

4

6

0.2

1.7

2,5

E

R

Asrche nnd Schule.

Der Fall Jatho. Man schreibt uns:Angesichts des drohenden Spruchverfahrens gegen den Pfarrer Jatho in Köln fühlt sich der Vorstand der Freien Landeskirche lichen Vereinigung für das Gr o ß her z o g t u in H.e s s c n zu der öffentlichen Erklärung verpflichtet, daß nach seiner Uebcrzeugung das neue preußische Lehrzuchtgesetz, obwohl es gegenüber dein früheren Zustand in Preußen einen unleugbaren Fortschritt bedeutet, doch für den deutschen Protestantismus eine beschämende Erscheinung bleibt und mit der evangelischen Glaubens-* anschauung grundsätzlich unvereinbar ist, insofern jede Feststel­lung sogenannter Irrlehren verhängnisvolle Präzedenzfälle schafft, der formal-juristischen Auffassung von Glaubensfragen Vorschub leistet und die Entscheidung über solche dem plumpen Zufall der Mehrheitsbeschlüsse ausliefert. Mögen auch die theologischen und philosophischen Ausdrucksweisen Jathos sehr anfechtbar sein keiner von uns würde sie sich ganz au eigen machen wollen,- so ist doch seine tief wahrhaftige, innerlich erlebte christliche Fröm­migkeit selbst von seinen theologischen Gegnern bisher nicht in Zweifel gezogen worden. Der Versuch, diesen um die Mehrung und Vertiefung christlichen Lebens anerkannt hochverdienten Geist­lichen von seiner teuren Gemeinde, deren Vertrauen, Verehrung und Liebe er sich in ungewöhnlichem Maße erworben hat, ge­waltsam zu trennen, würde jedenfalls weithin als ein unerträg­licher Eingriff in die Gewissensfreiheit empfunden werden: er müßte zur Zerrüttung dieser Gemeinde führen, den Lebenskräfte» der evangeltschen Kirche einen unberechenbaren Schaden zufügen und den verderblichen Irrtum nun befestigen helfen, als ob der evangelische Glaube in erster Linie die Zustimnmng au einem fertigen Lehrgesetz sei, während gerade für ihn das beherzigens­werte Wort gelten sollte:Nicht, was wir meinen, siegt; nein w i e wir's meinen, das nur überwnrdet."

Die Anregung unserer Landesfürstin, einen allge­meinen he, fischen Blumentag zum Besten der Mutter- und Säuglingsfürsorge zu veranstalten, ist fast

.. --------- am 4.

Niedrigite ,4.

Niederichtaq: 4,8 mm.

T & Ps Mayonnaise erspart Zeit und Geld! 'UQ

darcruf gesehen werden müssen, Gelder durch Stiftungen, Vermächtnisse, Schenkungen u. bergt zu gewinnen. Zur Förderung der Angelegenheit soll so bald als möglich eine Organisation geschaffen werden. Hoffentlich blerbt daun dem Unternehmen, das ja die ganze Provinz zu umfassen trachtet, die tatkräftige Unterstützung aller interessterten Kreise nicht versagt.

Stadttheater. Mit dem Kadelburg'schen Schwanke Der Weg zur Hölle* kommt in der Freitags-Abonne- ment-Vorstellung noch einmal daö heitere Element zur Geltung; der Schwank darf als einer der lustigsten der neueren Literatur angesprochen werden. Durch die der Osterstimmung an- gemeßenenFaust"-Aufführungen, mit denen nächsten Sonntag die diesjährige Spielzeit schließt, wird auch einmal Gelegenheit gegeben, den ganzen ersten Teil deSFaust" an einem Tage zu genießen. Niemand, der die hochintereffanten 9htffübrungen noch nicht gesehen hat, sollte die Sonntags- Vorstellungen versäumen, da in den nächsten JahrenFaust" kaum wiederholt werden dürfte.

D i e Submission wegen Lieferung deS eisernen Schutzgitters an der Lonystraße entlang der angelegten Böschung von der Ble'chstraße an hatte fünf Angebote ge­bracht. Von den Bewerbern verlangte der Höchstfordernde Mk. 902,, der Mmdeslfordernde Mk. 637,. Letzterer erhielt den Zuschlag.

Landkreis Gießen.

Lollar, 5. April. Bei der heutigen B e i g e ord­ne t e n st i chwa hl wurde Gemeinderat und Gastwirt Karl Ger lach mit 207 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat Geißler erhielt 93 Stimmen. Acht Zettel waren ungültig. Die Wahlbeteiligung hatte sich gegen die Hauptwahl nur um etjrc Stimme vermehrt. Dre dem Fuhrmann Joh. Agel dahier gehörige Hofreite ging durch Kauf in den Besitz des Kaufmanns Samuel Löwenstein über. Der Kaufpreis beträgt 3600 Mark.

selb bes Arztes behnt srch oft stunben- und meilenweit aus, der Wirkungskreis der Hebamme ift aber in ber Regel nur auf ihren Wohnort beschränkt.

gewicht ... .... x . 4647 6061 46 60

Ueberstand: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine geringer Ueberstand.

Airchleche Nachrichten.

luhywiisgenitiiioe.

Gotterorenst in der Synagoge (Süd-Anlages

SamStag den 8. April 1911:

Vorabend: 6.45 Uhr.

Morgens: 9.00 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr. Schrifterklärmrg.

Sabbatausgang: 7.55 Uhr.

2rraetm,cye neuglousgejellschafl.

Gottesdienst.

Sabbat^eier am 8. April 1911:

Freitag abend 6.40 Uhr.

Samstag morgen 8.30 Uhr. Predigt.

Samstaq nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 7.55 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.45 Uhr, abends 6.00 Uhr.

Ungejochte ....

Bullen.

Ideal, dessen Verwirklichung unter Berücksichtigung der be­sonderen Verhältnisse jeder deutschen Landschaft zu er­streben ist.

2. Der Begriff der allgemeinen Bildung, wie er unser Schulwesen heute noch beherrscht, ist für die Mädchenfortbil- dungsschule als irrtümlich und irreführend abzulehnen.

3. Die Fortbildungsschule sür Mädchen muß vielmehr eine Berufsschule fein. Und zwar haben alle Mädchen einen doppelten Beruf zu erlernen. Einmal müssen die Mädchen den Wirkungskreis der Hausfrau gründlich kennen lernen, und dann stellt unsere Zeit an sie auch noch die Forderung, daß sie wie die Küaben sich für einen bestimmten Erwerbsberuf vorbereiten. Haus Hal­tungskunde muß daher in der obligatorischen Fort­bildungsschule von allen Mädchen erlernt werden. Für die Ausbildung in einem gewerblichen oder kaufmännischen Be­rufe sind Berufs kl ass en zu bilden.

4. Eine drei- oder vierjährige obligatorische Mädchen­fortbildungsschule mit mindestens 4 bis 6 Wochenstunden ist als das wünschenswerte Ziel der ganzen Bewegung zu bezeichnen.

Als zweiter Redner behandelte Lehrer Keil-Klein- LindenDie französische Fremdenlegion". Der Vortrag behandelte den deutschen und französischen Heeres- ersatz, das von der Fremdenlegion eroberte französische Kolo­nialreich, die Werbuna und Herkunft der Rekruten, die Aus­bildung zu den grausamen Märschen, den Tod Weißrocks, Arbeit und Lohn des Legionärs, die brutalen Strafen, die fortgesetzten Desertionen, die blutige Geschichte der Legion und endlich die Vorschläge der deutschen Behörden, um die deutsche Jugend vor dem Höllendienst in der Legion zu be­wahren. Hierzu sollten Vereine, Biblrotheken, Fortbildungs­schulen und Volksschulen mithelfen.

Nach allgemeinem Beifall sprach Professor Dr. Alles den Rednern den Dank ber Konferenz aus. An die Kon- ferenz schloß sich ein gemeinsames Esten, bei dem Regie­rungsrat Welcker einen Toast aus den Großherzog aus- brach te.

\ \ Erlangen Sir ausdrücklich:

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 5. April. Wegen Mißhandlung und Vernachlässigung durch seine Eltern mußte ein hiesiger vier­jähriger Knabe in das Krankenhaus ausgenommen werden. Bei der Untersuchung war der Körper des Kindes ganz mit blauen, blutunterlaufenen Stellen bedeckt. Da sich die Eltern den ganzen Tag nicht um das Kind kümmerten und ihm auch nichts zu essen gabenz stillte es seinen Hunger durch Essen. Gegen das Elternpaar ift Anzeige erstattet worden.

~ Schlitz, 5. April. Trotz der strengen Vorsichtsmaß­regeln ist in zwei Ortschaften des Schlitzerlandes die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, und zwar haben sich diese die betreffenden Landwirte selbst eingeschleppt. Von einem Händler aus dem preußischen Orte Niederjosfa bezogen Land­wirte auS Rimbach und Unter-Wegfurth junge Schweine, die die Seuche mitbrachten. Die nötigen Absperrungen sind bereits erfolgt.

P. Schlitz, 5. April. Die Bewohner unserer Stadt wurden heute mittag gegen Vsl Uhr durch Fen er lärm alarmiert. In dem Ä 0 h n h a u s e des Metzgers A. Schwab war im Schlafzimmer Feuer ausgebrochen. Ein schlafendes einjähriges Kind konnte nur mit größter Lebensgefahr gerettet werden. Dem tatkräftigen Eingreifen der Bewohner, sowie der Feuerwehr ist es gelungen, das Feuer trotz des herrschenden orkanartigen Stur­mes aui seinen Herd xu beschränken: die Feuersbrunst wurde nach zwei Stunden vollständig gelöscht. Ueber die Entstehung des Brandes weiß man bis jetzt nichts Genaues, doch vermutet man, daß er durch Kurzschluß entstanden ist. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.

X Schlitz, 5. ?lpril. Diese Woche hat der Unterricht in der zurzeit sich hier befindenden Kochschule in der Turnhalle seinen Anfang genommen. Der Kursus soll etwa» 6 Wochen dauern. Es nehmen 24 junge Mädchen daran teil.

Kreis Schotten.

OV 0 m Vogelsberg, 5. April. Die schlechte Kar­toffelernte im letzten Herbste, die nicht einmal den vollen halben Ertrag Der vorausgegantzenen lieferte und sehr schlechte Qualität der Knollen gezeitigt, bringt es mit sich, daß gegenwärtig die Nachfrage nach neuen Sorten von Setzkartoffeln außergewöhnlich lebhaft ist. Dabei sind die Preise sehr hoch; sie betragen fast das Doppelte ber vorjährigem. Der Doppelzentner gewöhnlich gangbarer Sorten wirb mit 9 Mk. bezahlt, neuere Arten sogar, wie Vater Rhein",Böhms Erfolg" u dgl., 10 Mk. Es ist in diesem Frühjahre dringend geboten, bei der im vorigen Herbste erzielten schilechten Qualität der Kartoffeln einen Wechsel vorzunehmen.

Starkenburg und Nheinheffen.

m. Offenbach a. M, 6. April. Mit dem Abschluß eines Tarifvertrages beschäftigte sich gestern eine gut besuchte Holzarbciterversammlung. Die Versammlung stimmte einstimmig dem Abschluß eines Tariftertra es zu, der eine Verkürzung der Arbeitsstundenzahl von 56 aus 53 in der Woche fordert; ferner soll der Stundenlohn sofort um 3 Pfg., im nächsten Jahre abermals um 3 Pfg. und in dem darauffolgenden Jahre um 1 Pfg. erhöht werden. Der Tarif schreibt einen Mindestlohn von 48 Pfg. bis zu dem 20. Lebensjahre vor, der danach aus 55 Pfg. erhöht werden soll. Der Tarif soll auf eine Dauer von 4 Jahren abgeschlossen werden. Mit diesem Beschluß der Mit­glieder des deutschen Holzarbciterverbandes erklärten sich die in dem christlichen Holzarbeitcrverband Organisierten einverstanden.

M ainz, 5. April. Wegen der Errichtung deS Korps- bekleidungsamteS haben die Vereine Neustadt, Altstadt, Mainzer Schutzverband und Bürgerverein .Mainz-Mombach an die Bürgermeisterei eine Eingabe gerichtet. Darin wird der Bau des Korpsbelleidungsamtes und seine Lage als gegenwärtig wichtigste Fraae für die Weiterentwicklung der Stadt hingestellt und gebeten, sich an das Kriegsministerium zu wenden, daß es den Bau in Mainz und nicht in Mainz-Kaste! errichte. Das Kriegsministerium habe sich zuerst selbst für Mainz entschieden, und nachdem es Hanau nun endgültig fallen gelassen habe, fei es sicher möglich eine Entscheidung zu Gunsten des Mainzer Ge­ländes herbeizuführen, zumal dann eine direkte Verbindung mit dem Hasen und der neuen Militärbahn vorhanden wären. Außer­dem befänden sich das Proviantamt, die Bäckerei und die Kgl.

Landgemeinden bestehen örtliche Ausschüsse zu seiner Durch führung. Naturgemäß muß ja die Durchführung eines solchen allgemeinen Blumentags sich ganz den örtlichen Verhältnissen anpassen und in Stadt und Land deshalb verschieden sein In den Städten ruht der Schwerpunkt der ganzen Veranstaltung in dem allgemeinen Blum en verkauf auf den Straßen Zn den kleineren Landorten läßt sich dieser natürlich nicht überall durchfuhren. Dort werden an vielen Orten gemeinverständliche Vorträge von Aerzten, Geistlichen, Lehrern oder anderen geeigneten Personen über die Mutter- und Säuglingsfürsorge gehalten, bei denen am Eingang gegen ein paar Pfennige Eintrittsgeld Maß­liebchen überreicht werden. In anderen Orten sollen popu­läre Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen abgehalten wer­den. Wiederum in anderen Orten werden die Schulkinder, festlich gekleidet, mit Kränzchen int Haar und dem Blumen- körbchen in der Hand, unter Leitung der Lehrer in den Häusern herumgehen und ein kleines Derschen aussagen, um jedermann zu einer kleinen Gabe für die Kleinsten der Kleinen au ermuntern. In der Bergstraße werden Knaben und Mädchen mit der Zupfgeige in der Hand und Volks­lieder singend, die Blumen ausbieten. Es ift eine Freude, zu sehen, wie in vielen Orten förmlich ein Wettbewerb von Anregungen entstanden ist und wie keine Gegend unseres Hessenlandes hinter der anderen Zurückbleiben will. Kommt doch auch der Ertrag allen Gegenden des Landes und der gesamten Bevölkerung gleichmäßig zugute. Alle die bereit sind, in irgendeiner Weise in den Dienst der guten Sache zu treten, werden aufgesordert, sich ohne besondere Auf­forderung an den Ausschuß ihres Kreises (Adresse: Großh. KTeisamt) zu wenden Jedermann ist willkommen!

** Eine hochwichtige Entdeckung. Ueberall wütet eben die Maul- und Klauenseuche, unge­zählte Millionen an Schaden verursachend, und die Haupt­schwierigkeit der Bekämpfung der Krankheit besteht darin, daß man bisher ihre wahre Natur nicht kennt. Vor drei Monaten nahm der Berliner Forscher Dr. Siegel an frisch erkrankten Rindern Blut- und Milzuntersuchungen vor, er fand auch ein Lebewesen, das als Erreger der Seuche an- aesprochen werden mußte, das sich aber nur auf den Üb­lichen Kulturen nicht züchten ließ. Dr. Siegel ist die Züch­tung auf Reinkulturen nun gelungen und in der soeben er­schienenen Tierärztlichen Wochenschrift bestätigt ein zweiter Gelehrter, Dr. Nicolaus, die Befunde seines Kollegen voll- ständig. TanaÄ erscheinen die neuen Bazillen stets im Blute der an der Seuche leidenden Tiere, sobald diese fiebern. Der Gelehrte nennt sie Cytorrhyctcs Coccen Ihre wahrnehmbare Vermehrung auf Bouillon-Kulturen erfolgt erst nach 14 Tagen, besser gelingt die Züchtunlg auf Agar, und Dr. Nicolaus bestätigt ausdrücklich, bafc die auf Agar gezüchteten Coccen mit den im Blute ber kranken Rinber zirkulierenden völlig identisch sind. Mit Unterstützung bes Landwirtschaftsministeriums werden nun eingehenoe Weiterforschungen getrieben und wenn nicht alles täuscht, wird man dank ber Entdeckung Dr. Siegels bald in systematischer Weise gegen die Maul- und Klauen­seuche vorgehen können

ür bestehen viele Vorbi.der anderswo: besonders interessant ind die zwei nach der Königin Marie benannten Heime in Dresden, in denen 40 Damen wohnen. Sie erhielten sich von Anfang an ohne Zuschuß. Doch wäre es nicht möglich, ein solches Unternehmen in kleinerem Maßstab ohne Kapitalgrundlage zu beginnen. Daher wird zuerst

Martte.

F. C. Wiesbaden. Diehl) o^-Marktbericht vom 5. April. AnÜrieb: Rinder 100 (Ochsen 42, Kühe 58, Bullen 0), Kälber 337, Schcne 6, Schweine 484.

Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber und Schale lebhaft, Schweine mittelmäßig. Preis Durch-

pro 100 Pfd. schnittspreiS tebenb. «»lacht. pro 100 Pfund A c P?'u d,t ,. . XXbenb» Schlacht»

O chs en. von-blSvon-br- ßeu>i4t

Vollfleischige, auscmnästete, höchsten

P-

** Heime für alleinstehende Damen ber gebilbeten ©tänbe sinb längst an vielen Plätzen ein­gerichtet, unsere Provinz besitzt noch nichts derartiges. Da aber auch stier schon mehrfach eine solche Einrichtung gewünscht wurde, so sinb eine Reihe von Frauen und Männern ber Frage nähergetreten. Sie nahmen die Grün- >ung eines interkonfessionellen Damen Heimes ür die Provinz Oberhessen in Gießen in Aussicht. Da ür bestehen viele Vorbi.der anderswo: besonders intereffani