Ausgabe 
16.10.1911 Zweites Blatt
 
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161. Jahrgang

Zweites Blatt

Ur. 243

Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntag-.

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iffer (üorot Dr. VolU aller Art: GewerbliL

t. Produkte. Gebraut iflen, Wasser ui'w. boraiorium.

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Die Neu wähl eines Landtagsabaeordne- ten in Bingen, für das durch den Tod des Abgeordneten Pennrich in Bingen frei gewordene Mandat, das Erste, das

ergebene Mitteilung ertreter Herr Schede

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eßen u. Likt

Tieeitßtnrt Sainilienbiatter werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich dergplegt, das Kreisblatt für Den Kreis Stehen" »weimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit- |ragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: US. Tel.-Adr^ AnzeigerDietzen.

nach dem neuen Gesetz in direkter Wahl wieder besetzt wird, dürste sich längere Zeit hinausschieben und nach den all­gemeinen Landtagswahlen stattsinden. Da in diesem Wahl­bezirk eine Neuwahl nicht vorgesehen war, hatte eine Neu­aufstellung der Wählerlisten bisher nicht stattgefunden, dies mutz nunmehr nachgeholt werden und wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Ta nach Fertigstellung der Listen auch eine Offenlegung auf 14 Tage gesetzlich vorgeschrieben ist, dürfte die Neuwahl erst Mitte Dezember stattsinden. So ist vom Kreisarnte der Wahltermin auf den 19. Dezember angesetzt worden.

x Bad-Nauheim, 13. Olt Tie Ortsgruppe Bad- Nauheim des Deutschen Flottenvereins übermit­telte nach einem Vortrag des Rechnungsrats Kissel über die gegenwärtige politische Lage dem Reichskanzler telegraphisch die folgende Entschließung:

Tie Ortsgruppe Bab-Nauheim des Deutschen Flottenvereins richtet in ernster Besorgnis um bi2 durch die gegen­wärtige M ä ch t e g r u p p 1 e r u n g bedrohte Sicherheit unseres Volkes an Eure Exzellenz die dringende Bitte, den Ausbau der Wehrmacht des Reiches zu Wasser zu beschleunigen und eine entsprechende Vorlage noch für das Etatsjahr 1912 den gesetz­gebenden Faktoren zugehen zu lassen.

Deutsches Neich.

Angesichts der Verteuerung oer Lebensmit­tel, der Wohnungsmieten und der sonstigen Bedarfs­gegenstände bewilligte die sächsische Staatseisen­bahnverwaltung ihren Arbeitern eine allge­meine Lohnerhöhung von zwanzig Pfennigen täg­lich mit Wirkung vom 1. Oktober. Tie Bezüge der Eisen- bahngehilsen wnrden ab 1. Oktober teils um 10, teils um fünf Mark erhöht.

Ter am 15. d. M. in Gelnhausen abgehaltene Parteitag der fortschrittlichen Vollspartei des Reichstagswahl­kreises Hanau-Gelnhausen-Orb hat einhellig be­schlossen, die nationalliberale Reichstagskandidatur Bau­rat Wohlfarth zu unterstützen und diese Kandidatur als eine gemeinsame liberale anzusehen.

Montag, 16. ©hoher 1911

Rotationsdruck und Verlag der Vrühpschen Universität- Buch- und Steindruckerei.

9t Lange, Gießen.

Ausland.

Aus Nizza wird gemeldet: Leo Garibaldi, der Chef desCclaireur de Nice", hat in einem Zweikampf den Ti- reltor derDcpsche de Nice", Ren u coli, tödlich ver- iu u n d et, indem er rhm Lunge miß Leber durchbohrte. An

wurde im Jahre 1895 gelöscht. Infolge Todes schieden im Jahre 1906 die Herren Georg Noll und Georg Emil Möhl aus und Herr Adolf Noll übernahm das Geschäft allein. Er verstand es, es weiter ausLudehnen, und grün­dete noch drei Filialfabriken, so daß die Firma nun Fa­briken in Altenvers, Burkhardsfelden, Crumbach, Gießen, Launsbach, Mudersbach, Münchholzhausen, Rodheim und Wieseck hat.

Tie gestrige Jubiläumsfeier wurde durch ein Fest in den festlich geschmückten Kontorräumen am Burg­graben eingeleitet, zu dem mit den Angestellten der Firma und den ältesten Arbeitern zahlreiche Geschäftsfreunde von nah und fern erschienen untren. Als Vertreter der Regie­rung war Regierungsrat Langermann erschienen, der in feiner Glückwunschansprache betonte, daß der Erfolg eines geschäftlichen Unternehmens auf der Arbeit beruhe. Treue Arbeit sei von jeher im Hause Noll geleistet worden und so sei er heute in der Lage, neben den Glückwünschen der Regierung für die Firma eine Reihe vom Großherzog verliehener Auszeichnungen bekanntgeben zu können. Es erhielten das Allgemeine Ehrenzeichen für treue Arbeit: Helene Bechtold, Rodheim, Katharine Dauberts- Häuser, Vetzberg, Margarete Müller, Launsbach, Luise Scho mb er, Burkhardsfelden, Marie Schäfer, Burk- ihardsselden, Elisabethe Schütz, Gießen, Marie Klein, Crumbach und Ludwig Weil, Rodheim.

Ter älteste kaufmännische Angestellte der Firma, Herr Fritz Walther erhielt das silberne Kreuz des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen mit der Krone und dem Inhaber der Firma, Fabrikant Adolf Noll, wurde der Titel Kommerzienrat verliehen.

Tie Glückwünsche der Werkmeister, die als Angebinde ihr Gruppenbild überreichten, sprach Herr Schäfer- Launs­bach aus. Tie kaufmännischen Angestellten überreichten ein prachtvolles Schreibzeug. Handelskammerpräsident Geh. nomrnerzienrat H e i che l h e im, der mit dem Syndikus Dr. Zeidler erschienen war, sprach die Glückwünsche der Handels- lammer aus. Er zeichnete mit kurzen charakteristischen Zügen ein Bild der drei Inhaber der Firma und sprach zum Schluß den Wunsch aus, daß die Frima Joh. Balth. Noll noch lange weiter blühen und gedeihen möge.

Kommerzienrat Noll sprach llesbewegt seinen Tank sür die Ehrung der Firma uno seiner Person aus. Er gab dann einen Ueberblick über den WerdeZanL des Ge-

Nuanschikai.

P e k i n g, 13. Ott s2)u anschikai wurde durch kaiser­liches Edikt zurückberuscu und zum Vizekönig von Hu­tu ang, das die Provinzen Hupe und Hunan umfaßt, ernannt. Er soll sich unverzüglich nach Wutschang begeben, um dort die Staatsautorilüt wiederhcrzustellen. Admiral Sachengping und General Y i n ch a n g wurden ih mzu diesem Zwecke unterstellt. Tsengchunhauan soll Chacegfcng ersetzen und die Ordnung in Szechuan wiederherstellen.

Die Schritte der Anfständigeu.

Han lau, 14. Oft. Der die republikanischen Streitkräfte befehligende General teilte den hie­sigen fremden Konsuln mit, daß seine Partei bereit sei, die Anleiheverpslichtungeit und die anderen Verbind­lichkeiten der chinesischen Negierung anzuerkennen.

Die aufständischen Truppen fahren fort, Jagd auf M a n d s ch u h » zu machen, von denen 800 g e- tötetworden sein sollen. Ter revolutionäre General Lihuarshung gibt die Zahl der Truppen aus 25660, größtenteils ausgebildete Soldaten, an und erklärt, er habe Geldmittel in Hülle und Fülle. Agenten seien nach Hu­nan gesandt worden, um Reis für die Armee der Auf­ständischen zu kaufen, die der kaiserlichen Armee entgegen» ziehe. Ter revolutionäre Vizekönig T a n g h u a l i n g, ein 24jähriger Student, erklärte dem Korrespondenten des Reuterschen Bureaus, das Ziel der Revolution sei, China in eine Republik umzuwandeln. Wenn die gegen­wärtigen Steuern rechtschaffen vermaltet würden, wären sie ausreichend, um das Land instand zu setzen, die Last der Verpflichtungen zu tragen und die Ausgaben für die öffent­lichen Arbeiten zu bestreiten. Man könne Eisenbahnen viel­leicht ohne die Unterstützung durch fremde Anleihen bauen, doch könne man auch das Geld durch Anlechen beschaffen, wenn es notwendig sein sollte. Auf alle Fälle sei man entschlossen, mit den Ausländern in Freundschaft zu leben.

Der Präsident der China-Republik.

Ter Arzt Tr. Sunjatsen, der zum Präsidenten der neu zu schaffenden Republik China ausersehen sein toll, ist ein Verschwörer von alter Erfahrung. In dem Werke Ostasiatische Neubildungen" sagt von ihm Tr. O. Franke, Professor für ostasiatische Sprachen und Geschichte an den hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten:

Ter Führer der Korningtang, d. h. der Partei der Revolli- lionäre, ist der Kantonese Sunjatsen, ein in Honolulu und Hong­kong erzogener Fanatiker, der der mittelbare Urheber der zahl­reichen Unruhen im Süden und in den Pangtseprovinzen ist und wohl auch die Verantwortung für die anarchistischen Grcueltaten ber letzten Jahre trägt. Im Jahre 1907 entwickelte er vor einer nach Tausenden zählenden Versammlung in Tokio sein Programm, das unter drei Gesichtspunkten geordnet roar: JHafjen» kampf, d. h. Kampf gegen die Mandschus, Selbstbe- slimmungsrecht des Volkes, d. h. die Republik, unß die soziale Frage. Sunjatsen wurde infolge dieses Vortrages aus Japan ausgewiesen. Tie Komingtang, deren Organisiton immer weiter um sich zu greifen scheim, wird in kritischen Zeiten, die China bevorstehen, ein nicht unwichtiger Faktor sein. Sunjatsen hat sein $)am?tquartier in den englifdien itolonien von Hongkong und Singapore, zuweilen auch in der internationalen Nieder­lassung von Schanhai ober in Städten von Französisch-Jndochina.

Sunjatsen traf im Herbst 1896 als Flüchtling in London ein, nachdem eine von ihm geleitete Verschwö­rung zur Beseitigung der Mandschu-Tynaslie entdeckt und seine Mitschuldigen daheim hingcrichtet worden waren. Im Oktober verschwand er plötzlich aus seiner Londoner Woh­nung. Man stand vor einem Rätsel, 'bis sich ergab, daß er in die chinesische Gesandtschaft gelockt worden war und dort gefangen gehalten wurde, um im ge­eigneten Augenblick heimlich nach China geschafft zu werden. Tie englische Regierung erhielt die Nachricht davon durch den Professor der Medizin Candlic, einen ehemaligen Lehrer Sunjatsens, den dieser durch ein aus dem Fenster der Gesandtschaft geworfenes Schreiben von seinem Miß­geschick in Kenntnis gesetzt hatte. Ministerpräsident Salis­bury richtete eine sehr dringliche Note an den chinesischen Gesandten Kungtajen, hetzte auch die Polizei und die Ge­richtsbehörden in die Gesandtschaft aber anfangs ver­geblich. Die Gesandtschaft berief sich auf das Recht der Ex­territorialität. Geheimpolizisten bewachten das Gesandt­schaftsgebäude, um die Wegführung des Gefangenen zu verhindern. Endlich, am 23. Oktober, wurde - Sunjatsen, der aus Angst, vergiftet zu werden, fast keine Nahrung zu sich genommen hatte, in Freiheit gesetzt.

Tie Entfernung von Frauen und Kindern.

Han kau, 15. Oll. Aus Wladiwosrock geht das russische KanonenbootMandschur nach Hankau ab. Ein Erlaß des russischen Konsuls in Hankau ordnet i>ie Entfernung von Frauen unö Kindern an, die von einer d e u c s ch e n Firma u 11 e n t g c 111 i ch nac Schang!-i be i 'T.eri wurden.

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Die Revolution in China.

Die chinesischen Revolutionäre haben auch in den letzten Tagen Erfolge gehabt. Tie Regierung in Peking scheint mit ihren Gegenmaßregeln sehr saumselig, zu sein und sich auf bureautratifche Schritte beschränken zu wollen. Das chinesische Ministerium des Innern lat nämlich nach einer neuen Meldung aus Peking der chinesifchen Presse verboten, Meldungen aus der Provinz Hupe zu verbreiten. Es soll indessen gelungen fein, die erste Abteilung der 6. Division unter General Wulutscheng nach dem Süden zu senden. Am 14. d. M. ist der Verkehr d e r P e r s 0 n e n z ü g e ein­gestellt worden, damit Truppen nach dem Süden be­fördert werden können. In Wutschang haben die Aus­rührer große Kriegsvorräte und bares Sllber erbeutet. Tie Arsenale und Pulverfabriken arbeiten unter der Auf­sicht der Aufrührer.

Aus Schanghai sind zwei Kreuzer und em Kanonen­boot nach Wutschang entsandt worden.

Dierevolutionäre Regierung" teilt den Konsuln mit, sie sei an Stelle der früheren Regierung getreten. Ter Telegraph befindet sich in den Händen der Revolutionäre, die die chinesischen Telegramme der Zensur unterwerfen, ivährend Telegramme der Fremden der Zensur nicht unter» liegen. Die Europäer führen ein Lagerleben.

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Tie hiesigen fremden Konsuln ersuchten das diplo-!dcm Auskommen des Verletzten wird gezweifelt. Ter Grund za m a t i f di c K 0 rvs in Peking, bei der chinesischen Re-1 dem Tuell war eine Presfepolennk. .

gierung bezüglich des °ngedr°h-cn Bombald-mentz 'Vc.ft mit

vonWutschang durch die chinesischen Kreuzer Vorstellun- Budget des Jahres 1911 für orbeiulidje und außerordcnl-

gen zu machen und darum zu ersuchen, daß der das Gefchwa- Ausgaben ein Mehr von 255,1 Millionen Rubel eingestellt

der kommandierende Admiral S a ch e n g p i n g angewiesen und zwar speziell für das Ressort des Krieges und der werde, die Operationen so zu leiten, daß in Hankau die Marine ein Mehr von 89 Millionen Rubel, von denen 56 Mil» fremben Niederlassungen durch die Beschießung nicht ge- Honen aus die Flotte entfallen. Insgesamt sind für Produktive fährdet werden. Als Alternative wurde vorgefchlagen, es und kulturelle Zwecke 75,8 Millionen mehr als un. Bonahre olle eine hinlänglich frühzeitige Ankündigung des Born- eingestellt. Am Schlüsse stellte der Finanzmuuiter fest, daß bic bardements erfolgen, und die Regierung die Verpflichtung ? Ug em ei ne Wirt, chaitslage Ruß "'q?. n t -

d-s 2 ch ° den' e? s a tz e s für jX Beschädigung fremden I *«{^» «£» >»°L^ndE. Abnahme

Eigentums übernehmen. Dem ^^hmen nach hatte das I lrei)-c 2lc viufnabmc neuer Anleihen sei unnötig, ein Teil der diplomatljche Kvrpv in Püllng heute nachmittag eine nüljercn könne sogar vovzeitig getilgt werden.

sprechung über die Angelegenheit. Kleine AbteilungenStampa" zmolge hat oie , er oiscye Regierung dem loyaler Truppen kommen an und werden ausgeschisst, ohne Staalsrate eine Gesetzesvorlage zur Begutachtung über- angegriffen zu werden. I mittelt, wonach Prinzessin Helene eine Aussteuer von

in ftflnfnit 12 500 000 Tinars erhallen soll. ,

m , ®le ^uersbruust in van'atu Aus Teheran wir» gemeldet: 300 persische Kosaken

Neuyork, 14. i-U. xec amiutani)d)e Gejandte m I untcr Führung jioeicr russischer Offiziere besetzten nach einem Peking telegraphierte an das Staatsdepartement: InHan-I Bombardement K a s ch a n. Raid Hussein ist entflohen. Auf tau ist eine Feuersbrunst ausgebrochen, man glaubt, I bem Wege von Urmia nach Rußland wurde in der Nähe von daß alle Ausländer aus den Kriegsschiffen in Sicherheit Kerimebad eine große Karawane geplündert; mehrere sich befinden. I Bauern aus den iimliegcnben Dörfern wurden getötet.

Berlin, 14. LKreuzerLeipzig", ber tjUHÖCrtjähtigC ^UbClfClCr ÖCt $itma Jol).Baltff. Hol zurzeit in Schanghai liegt, erhielt den Befehl, nach Hankau "Gießen, 16. Okt.

zu gehen; das KanonenbootIltis" geht nach Nanking Die Firma Joh. Balth. Noll beging gestern unter leb» und der KreuzerN ürnberg von -vjingtau nach Schang- LjQ^r Anteilnahme die Feier ihres hundertjährigen Be- l ____________ stebens in schöner und würdiger Weise. Es war so recht

-----. , ein Fest der Arbeit, das dadurck) noch besondere Bedeutung

Ein Angriff der Narsnaner aus OIC -panier. hatte, als die Firma ununterbrochen im Besitz der Familie Auch wenn das deutsch-französische Mkommeii zustande Noll geblieben ist.

gekommen ist, bleiben nod) die wachsenden Schwierigkeiten Tie Firma wurde im Jahre 1811 von dem Großvater

mit Spanien zu lösen. Tie Spanier hatten neuerdings des jetzigen Inhabers, dem am 29. Januar 1792 geborenen

wieder blutige Gefechte mit den Marokkanern, wie nach- Joh. Balth. Noll gegründet. Dieser war ein Sohn

tehende Meldungen zeigen: des Joh. Balth. Noll, Gasthalterszum goldenen Ritter"

Melilla, 15. Oft. Tie Marokkaner griffen und RatLschösferi. Tie Firma befaßte srck) zunächst mit gestern die spanischen Stellungen bei Gznafen Kolonialwaren-Detail- und EnZros-Handel nebst Lckor- an. Bei dem sich dabei entspinneilden Gefecht wurde der Jllbrllatron in bem alten ^bschaftshaujeZum Ritter auf spanische Befehlshaber Ordonez verwundet. Bei ^er Mausburg. Mitte der 4Oer Jahre wurden außer dem Einbruch der Nacht zog sich der Feind mit zahlreichen früher bereits geführten Rauchtabak auch Zrgarren auf Toten und Verwundeten zurück. genommen, die hauptsächlich von der 1840 gegründeten

. ... Sabafc und Zigarrenfabrik Gebrüder Bücking in

Nach einer spateren Meldung £ Gießen bezogen mürben. Tieser Artikel wurde immer mehr

dazu mitgeteilt, General O r done -wurde von zw e. Ge-1 u|gcnoinmciI/ hauptsächlich von dem am 6. SLovember 1823 wehr kugeln rndieBr uft g e tr o f f c n. jUiB rbem geborencn ^ohn des Gründers, Adolf Karl Theodor Noll, wurden aus ,panischer ^eiie em Hauptmann, em Leutnant 6^ am 4. Januar 1853 Prokurist wurde und im Jahre 1859 imb 16 Soldaten verwundet. Geschäft aus eigene Rechnung übernahm. Tie Firma

Mm* Noll wuchs in ganz kurzer Zeit zu dem bedeutendsten Ab-

^-US -tjcpcit. I nehmer der Firma Gebrüder Bücking heran, übernahm im

Tie Notlage der hessischen Beamten. Aus I Jahre 1868 deren Fabrikationsgeschäft vollständig und oer« Tarmstadt wird uns geschrieben: Im Großh, Ministerium legte and) ihren Sitz nach dem Burggraben hinter der ist man zurzeit damit beschäftigt, die durch die fortgesetzte Stadtkirche, wo er sich heute noch befindet. Das Kolo- Teuerung sich noch weiter geltend machende Notlage der nialwaren- und Zigarren-Engros-Gesd)äft ging in den Besitz Beamten zu prüfen und dementsprechend eine geeignete der Firma Gebrüder Adami über. Herr Adolf Kar ^Theodor Vorlage auszuarbeiten. Es werden besonders die drei ver- Noll verstand es, die Firma erheblich zu vergrößern, so daß schiedenen Wege, welche Mhilfe schaffen können, einer Prü- sie bald zu den angesehensten der Branche gehörte. Unter fung unterzogen. Es sind dies: 1. Die Durchführung der seiner Leitung wurde sie mit den höchsten Medalllen auf Beamtenbesoldungsordnung, 2. eine Teue- den Weltausstellungen zu Wien 1873, Philadelphia 1876 run gszula g e, 3. eine Erhöhung des Wohnun gs- und Melbourne 1880 ausgezeichnet. Im Jahre 1882 wurde geldes. Die beiden letzten Auswege dürften allerdings Herr Noll von dem Großherzog zum Kommerzienrat er- immer wieder nur Stückwerk sein, zudem nur die Besol- iiannt. Kommerzienrat Noll betätigte sich auch sehr im dungsordnung eine Verjüngung des Beamtenapparates, die öffentlichen Leben. Er gehörte viele Jahre der Stadtver- unbedingt zu fordern ist, ermöglicht. ordneten-Bersammlung an, war Mllglied der Handelskam­

mer und im Aufsichtsrat der .Gewerbebank. Kurz vor seinem am 13. März 1890 erfolgten Tode übergab er das Geschäft an seine Söhne Georg Noll, Adolf Noll und seinem Pro­kuristen Georg Emil Möhl, die das Geschäft in der seit­herigen Weise weiterführten. Die Firma Gebrüder Bücking, die formell immer noch nebenbei weiter geführt worden war,