Ausgabe 
7.2.1911 Zweites Blatt
 
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161. Jahrgang

Zweiter Blatt

Nr. 32

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

ÄmwS KmsWttaÄl c. u»b 10 Wtht JOÄ. «reife in Seifen Wie M-Momb-ch o*. iugelassene Kasseneinricktungen. Die or. entließen Einnahmen bc- die ihre Straßenwarter noch 0,80 b»s 1,00 .tk. unter dem orts liereit fid) auf 891 598 000 Mk., die Beiträge der Ar- üblichen Taglohn erftlohnen. Arn beften stehen nck die Wärter im beit geb er machten 413 497 OOOTcarfaus, bie ber Kreise Friedberg. Ter. Kreisverern Budin gen beantragt, «erst ch e r t c n 3 4 2 0 7 6 0 0 0 M a r k. Der Zuschuß des daß die 3 prozcntigen Vertrage, welche bie Krere 8*7 L1 - . r-- - ...... cm . or.. - AAf,AM i y? 11 hrifi M PU. hfni <1(5

Wärter

als

dem

Unterstübmrgskasse

bezahlen.

die

in

t der orga-l heute allein in Deutschland Waren im Werte von 4045 Mil­der Kohlen-, lioncn Mark produziert. Es gehört schon eine feine Nase dazu.

um die künstlichen Produkte von den natürlichen Düften des

ordentliche Reinheit von allen anderen bekannten dorten, dre uni tränke künstlich toufttffen. Großes

Hande. sind, unterscheidet. Tie organische Chemie, dre alle das Aroma de-, Tee und ÄEe herzuM«^ G b -

die kymplizierten chemischen Stoffe im Pflanzen- und Tierkörvcr um- * hat dre Chemre rn der Riech ft on-Jnduirrre gel

noch, daß Brasilien etwa 3 Mill. Sack festhielt. Deshalb nrüssen unsere 5^aussrauen, wenn sie ihre gewohnte Sorte haben wollen, 20 bis 30 Psg. mel-r anlegen.

** Tas Meininger Konzert abgesagt. Das für den Montag, 13. Februar, angesetzte Konzert muß, da an diesem Tag das Stadttheater für andere Zwecke be­reits vergeben ist, für diese Konzert-Saison unterbleiben.

Landkreis Gietzen.

l. Harbach, 6.»r. Gestern abend sprach bei Gastwirt Herzberger ein Vertreter der Kriegerkameradschaft Hassia über die W o h l f a h r t s e i n r i ch t u n g e n urrd Sterbetäfse der Hassia und über bic Zeitschrift Der Kamerad. Er empfahl den Kame­raden, sehr von den Vergünstigungen recht regen Gebrauch zu machen und auch die Frauen und Kinder der Versicl>erung mit, cinzuschließen. Der Vortragende sprach noch über die Entwicklung Deutschlands und erntete von der sehr gut besuchten Versamm­lung großen Beifall. Präsident Erb dankte dem Redner und brachte ein Hoch auf Kaiser und Großherzog aus.

Ne'i chVs betrug 51,5 Millionen. Die ordentlichen Ausgaben meidnen die Höhe von 598 924 000 Mk. ohne die Rücklagen

DieOlehener ZamMendlütler" werden dem Anzeiger® viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­srogen" erscheinen monatlich zweimal.

Tann bekäme der Wärter,

Flieders, Jasmins, Maiglöckchens und der Rose zu unterscheiden.

Gin c mohammedanische Kunstausstcl - lung in London. In London wird in den nächsten lagen eine außerordentlich interessante Kunstausstellung .hre Pforten öffnen, die ihre Entstehung nur den durch dre .'erfische Revolution hervoracbrachtcn Umwälzungen ver- )antt: eine Ausstellung persischer Kunst und Malerei, der päter eine Schaustellung interessanter archäologischer Funde ius Persien und wertvoller persischer keramischer Arbeiten folgen wird.Ohne die Revolution würde keines der Ge- nälbe je nach Europa gekommen sein", so erklärte der Leiter der Ausstellung, H. Hevorkian.Sie stammen vor­wiegend aus alten illuminierten Manuskripten, von denen rnr die reichsten persischen Familien noch vereinzelte Exem- jtarc besitzen. Sie hatten sich stets geweigert, diese Kunst- chätze zu veräußern, aber die Umwälzungen haben so viele Rot mit sich gebracht, daß die seltenen Kunstschätze schließlich Dod) verkauft wurden." Hevorkian hat während der letzten Fahre in Sultanabad, Ham-a-dan und an anderen mittel­persischen Kulturstätten Ausgrabungen veranstaltet, die irachtvolle alte Töpfereien, Goldschmiedearbeiten, Bronzen und emailliertes altsyrisches Glas zu Tage förderten. Die rusgestellten Malereien sind ausschließlich Aauarelle und gemahnen im Stile merkwürdig an die Schöpfungen der irühitalienischen Malerschulen. Die altper ische Malerei kennt weder Perspektive, noch Licht und Schatten: ihre Schönheit liegt fast ausschließlich in der Komposition und in der wundervollen Pracht der Farben.

Kurze Nachrickiten " " - Kun st u. Wissenschaft. Dem Medizinalrat Tr. meb. Josef Wolf st einer, Pr vatdozent für spezielle Pathologie und Therapie an der Universität Mün­chen, wurde anläßlich seines 90. Geburtstages vom Prinzregenten von Bayern das Verdienstcreuz des Ordens vom hl. Michael verliehen. Auf eine 25jährige Tätigkeit als akademischer Seiner 'onnte am 6. Februar der Germanist Geh. Rat Professor Dr. Gustav Roethe in Berlin zurückblicken. Professor Roethe ist Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschafter. In Heidelberg starb unerwartet der ordentliche Honorarprofessor der Chemie Tr. Julius Wilhelm Brühl im fast vollendetem 60. Lebensjahre. Brühl gehörte dem Lehrkörper der Universität seit 1887 an. Er war Ehrendoktor der Universität Cambridge und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Institute und Gesell- schäften.

auch noch einen Arbeiter zu stellen. In anderen Kreisen verricht das System, beim Sparen mit beit schlechten bezahlten Urbetlrrn anjufangen, erfreulicherweise nicht. Die Kreise, die für ihre Ar - beiter im Falle einer Kränklet einspringen sind' Cileitbadi, Groß-Gerau, Dieburg, Bingen, Oppenheim, Worms, Frieoberg. Lauterbach und Schotten.

Krankenkassen tätig. ,

Tie Gesamtzahl der gegen Unfall versicherten Personen be­trug nad) Abzug der auf rund 3,5 Mill, zu schätzenden, in ber Gewerbe-, Bau- und Seeunsallversicheruiig und in der Unfall­versicherung für Land- und Forstwirtschaft doppelt Versicherten _ rund 23 7(57 000 Personen, 14 854 000 Männer und 8 913 000 trauen. Träger der Unsattversicherung waren 66 gewerbliche und 48 landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften und 545 staatliche, Drovinzial- und kommunale Aufsichtsbehörden.

Tie Invalidenversicherung um c rund 15 444 00 Personen, 10 707 000 Männer und 4 737 000 Frauen. Als Träger dieies

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejsen

gemeine Zeitung schreibt u. a.. nee wurde Pvette Guilbert bie Vie Pvelte im Vortrag ihres vielseitigen Repertoirs gesehen haben, werden den Vergleich mit der Düse verstehen und rnitcrnpfinbcn Nidft Worte sind es, die beide große Tragödinnen zum Ausdruck ihrer Gefühle verwenden es ist der Klang der Stimme, das Weiche, Hingebungsvolle, das sich in tragische Akzente ziehen, kann, der zum Hörer spricht, noch efoc er den Sinn der Worte ganz erfaßt. Tie geringen Gesten, welche beiden großen Künst­lerinnen eigen sind, sind in ihrer Klarheit wundervolle Wegweiser sür die versteckte Psychologie einer kleinen nebensächlichen Phrase. Wie die Düse sich nad) d'Anminzio und Ibsen am glücklichsten fühlt in der naiven Dichtung Goldonis, so bewundert man die Vielseitigkeit Pvertes, wenn sie nach den ersdmtleinden Tragödien Rottinats und Beaudelaires uns die Lieder der galanten franzö­sischen Epod>e neu aufleben läßt. Tie einzige Veränderung, die mit Pvette Guilbert vorging, seitdem sie Paris im Sturm er­obert, besteht in ihrem jetzigen Repertoir, das immer mehr bic klassischen" französischen Chanions bevorzugt. Waren bie Typen ihrer ersten Periode erschütternd und schaurig, so sind die jetzigen fomiig und zu einem glücklichen Lächeln zwingend. Tie fOietaniar* phose, die Wette Guilbert in ihrer Kunst durchrnaclst, hak alle ihre Verehrer aufs angenehmste überrasd)t. Man muß >ieLe roi sait battre tambour" oderLe Gure de Pompadour" singen hören, um an das Wunderbare dieser Veränderung zu glauben.

** Teurer Kaffee. Preise, wie man sie seit 16 Jahren nicht kannte, werden jetzt für Kaffee gefordert. Tie Zufuhr.n sind etwa 536 700 Sack weniger als int Jahre 1909, dazu kommt

Neue wunder der Chemie.

Der aufsehenerregende Vortrag, den Professor Emll Fischer in Anwesenheit des Kaisers aus Anlaß der Konstituierung der Kaiser-Wilhelm-- Gesellschaft zur Förde­rung der Wissenschaften int Kultusministerium gehalten hat, wird jetzt in der vvn Professor Hinneberg heransgegebenrn Internationalen Wochenschrift veröffentlidft. Er gibt einen um­fassenden Ueberblick über die erstaunlichen Ersolge, bie die Chemie in den letzten Jahren errungen hat, und vermittelt weiteueai Kreisen die Kenntnis einer Reihe von hochbedetllsamen Re>ul- taten der Forsd)ung. Aus dem Gebiete der Ra d i o a 11 i v i t a < gibt fr Kunde von einer Erfindung des Professors Otto Lahn, ber in den Umwandlungsprodukten des bei der Fabrikation von Gasgluhskrümpsen gebrauchten Thoriums mehrere radioaktive Ele­mente entdeckt und das wichtigste davon Mesothorium gcnanne bat. Dieses Hahnsche Präparat, die Bromverorndung des -Um 3» thoriums, ein weißes Salz, das dieselben durchdringenden Strahlen aussendek, wie das entspred)ende Salz des Radiums, könnte ui Deutschland alljälirlick) aus den wertlosen Rückständen der Thorium- fabritation gewonnen werden, so daß baburd) die Radtumnot, die bisl>er in Deutschland herrschte, beseitigt sein dürfte. Auch in der anorganischen Chemie, die man vor 30 Jahren säst für abgeschlossen hielt, sind durch ganz neue Hilfsmittel, wie die hohen Temperaturen, die starken^clcktrischcn Strome, neue wichtige Resultate erzielt worden. So ist, die direkte Verwandlung bar Luft in Salpetersäure gegen­wärtig in das Stadium der Großfabrikation eingetreten, denn tu Norwegen wird in der Nähe eines mächtigen Wasserfalls ein Riesenwerk von deutschen Fabriken in Verbindung mit norwegischen Ingenieuren errichtet. Ter Kalkstickstoff wird durch ein originelles Verfahren aus Calziumcarbid und Lufkstickstofs bereitet, und schon ist ein drittes Verfahren angekündigt, welches darauf hinausläuft, den atmosphärischen Stickstofs direkt mit Wasserstoff zu Ammoniak zu vereinigen. Tie Herstellung solcher Stickston- berbintnmgen ist für die Landwirtschaft von höchster Bedeutung, da sie sie als künstlichen Dünger verwendet. Da nun nach dem Urteil von Sachverständigen bic deutsche Landwirtschaft seicht das Dovpelle, ja bas Dreifache des heutigen Verbrauchs an Stick- stoftverbinbungen bei Verringerung ber Preise aufnehmen könnte, so sinb der chänischen Industrie hier Ausgaben von großer Nationaler Bedeutung eröffnet, denn bei einer Ver­

saßt, ist mit der Riesenaufgabe beschäftigt, mit Hilfe nischcn Synthese aus wenigen Elementen, unter denen k stoss hervorragt, ndd) wunderbaren Methoden alle die Kombina­tionen der organischen Welt auszubauen, älmlich wie der Bau meister aus demselben Backstein die verschiedenartigsten Gebilde erstehen läßt Die Zahl der genau untersuchten organiüdiuT Verbindungen läßt sich heute auf 150000 schätzen, und iedec Jahr kommen 89000 hinzu. Es lagt sich deshalb aus rechnen, daß am Ende dieses Jahrhunderts die organische Chemie den Formenreichtum der Lebewelt, Pftanzen- und Tierreich zu- änrmcngcTwmmen, erreicht haben wirb, ^.urch die künftliehe Her "teUung von Eiweißstoffen, Kohlenhydraten, Fetten ufro. stehl die organische Chemie in engster Beziehung zu den biolo- gischen Wissenschaften, |o baß fte berufen ist, an bei Lösung der großen Rätsel des Lebens mitzuarbeiten an den Problemen der Ernährung, des Wachstums, der Vererbung, de> Alterns und der mannigfachen krankhaften Storungen des nor­malen Zustandes. Daneben hat aber bie organnche Chemie and-, für die chemische Industrie und viele andere Gewerbe den reichsten Nutzen gestiftet. So ift z. B eins ber baufigitcr Koblenhybraie, bie Zellulofe, das Material mr unzählige In bustrieprodukte geworden. Papier, Kollodium, Zelluloid, Photo graphische Films, rauchlofes Pulver, kunftliche Seide hinftUd/ \<rre künstliches Leder das alles wird aus Zellulose Der« Ä 3n b Sarbftoffinbuftric Dat di- Arb-.i, d-- Chemikers den natürlichen Farbftosf fchon fall völlig verdrängt Das synthetische Produkt ist nämlich nidtf nur Diel reiner um schöner, sondern auch erheblich billiger -2,ie Kultur ber Indigo­pflanze ist beispielsweise in Indien ichon auf ein Sechswl de. früheren Umfanges zurückgegangen und wird voraussichklieb bali qanz verschwinden. Auch die A,taten färben heute ihre Wott lind Baumwollstoffe mit deutschem Indigo, von dem^im ,;ahr 1909 für 38 Millionen Mark exportiert wurde. Xie Unter suchung ber wichtigsten Farbstoffe betSeberoelt, des Bl attg r u ns unb bes Blutfarbstoff es hat das merkwürdige Re,ulta. ergeben daß die beiden Stoffe chemiidi nahe verwandt find, bat? alia eine Art Blutsverwandtschaft zwischen Tier- und Ptlanzen reich besteht. Großartige Perspektiven,tür das Aufblühen neue. Jnduftrien eröffnen die künstliche Herstellung von K a u t f ch u i und Kampfer, ber jetzt bereits im großen künstlich gewonnen wirb" Sehr wichtig ist auch die Auffindung neuer Heil­mittel um bie die synthetische Chemie sich im engen Bund, mit ber Medizin bemüht. Tas Veronal, das Adrenalin, das Salvarfan Ehrlichs sind solche durch bie Chemie gewonnene, i für bic Heilkunde sehr wichtige Mittel. Tie Synthese ,des im . Tee und Kaffee enthaltenen belebenden chemitchen Stones, des

Kaff ei ns, stellt auch bie Möglichkeit in Aussicht, biete Ge- tränEe künstlich zu bereiten, wenn man erst so weit ist, aud;i L J ar______ imh 4-rtfpe irmfhertirfi hi'runieffeTL Grones

Dienstag, I. ßebruar 19U

Rotationsdruck und Verlag der Brulft'schen Universtläts - Buch- und oteinbruderei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Erpedition und Druckerei: 3diul- straße 7. Expedition unb Verlag: e^s^nl.

! 9teba!tion:e^ll2. Tcl.-Adr.: Anzeiger Gießen.

** Der Landesverband ber Straßenwärter des Großherzogtums Hessen hielt am Sonntag in Fra n k- furt seine Jahresversammlung ab. Anwesend waren 34 Vertreicr der einzelnen Kreisverbände; nickt vertreten waren bie Kreise Gießen und Lauterbadi. Da der 1. Vorsitzende, Schaf- Griesheim, wegen eines Unfalls am Erscheinen verhindert ist, übernahm S e i b > Rockenberg den Vorsitz. Dieser bedauerte, daß mir 427 Straßenwärter im Hessischen Kommunalbeamtenverband angemeldet sind. Er richtet den Mahnruf an alle Straßenwarter, in der gemeinsamen Vereinsarbeit mitzutun, um eher vorwärts zu lammen unb zum gemeinsamen Ziel durchzubringen. 2,er Stand müsse unbedingt aus seiner finonzietten Not und^elcmden Lage herausgcbradst werden, und die Säumigkeit be/) Standes- genossen sei da gar nicht zu entschuldigen. Es sott eine Vorstellung an bie Zweite Kammer cingcreidit werden, in der um Ausbesserung lauptsächlich der iddcdit gestellten Kreise gebeten weroen soll.

Avette Guilbert-Konzert. Tie Kasseler All- Zeitung schreibt u. a.: Irgendwo im Verlauf einer Tour- *iie Dufe der Chansons genannt. Tie,

* Die Kreisgruppe Gießen b e S b c u t j dj c it Flottenvereins veranstallele gestern abend im(Sin- horn" einen Vortragsabend. Marinepsarrer Wange-- mann hielt einen lehrreichen Vortrag überdie Ansgaben unserer Marine daheim und im Auslande". Namens der Kreisgruppc begrüßte Regierungsrat Dr. Wclcker die Er­schienenen. Er ivieS auf die Wichtigkeit der Flotte hin, streifte ihre Geschichte, für die jetzt überall im deutschen Volke dank der aufklärenden Tätigkeit des Flottenvereins das Interesse und Verständnis machse. Marinepfarrer Wanaemann sprach zunächst über Kolonialvolitik und die Abhängigkeit unserer Industrie von der Einfuhr an stiolftnaterial aus den Kolonien. Heute liefert uns Austra­lien die Schafwolle, und nach Amerika zahlen wir jähr­lich 570 Mk. für Baumwolle, 500 Millionen führen Uni­on Vegetabilien aus dem Ausland ein, überhaupt kommt 7r aller Einfuhr aus llebersee. Tas Bolksvermögen von 30 Milliarden bedarf neben Ein- und Ausfuhr des Schutzes einer starken Flotte. England wurde eifersüchtig aus unsere Kolonialpolilil, auf unseren stark wachsenden Seehandel. Vor etwa 10 Jahren wurden in England Stimmen laut, die forderten, die deutsche Flotte müsse vernichtet werden. Ta entstand der deutsche Flottenvcrein. Eine Blockade unserer Küste würde den Fabriken den Rohstoff und zu­gleich den Acksatz entziehen. Dem Schließen der Fabriken wurde Hungersirot folgen. Eine starke Flotte ist auch hier als Schutz nötig. Unser erstes Floitengeseh sollte 192u aus- aebaut sein. Der russisch-japanisdjc Krieg brachte einen Umsturz im Flottenbau. England banke seine Ricsenschifse; 1906 bewilligte auch der deutsche Reichstag acht Riesen- schisse, der Kaiser-Wilhelm Kanal wurde erweitert und ver­tieft Heute umfaßt die dentsckie Marine <-2 000 Mann. Einen Vorzug hat die deutsche Flotte neben dem crst- llassiaen Maschinenmaterial voraus, es ist dies das vor zügliche Soldatenmaterial, so daß wir mit Ver­trauen und Stolz auf unsere Flotte sehen

fönnen. Tas zeigt der Unfall des Unterseebootes Nr 3.

Bis zum letzten Atemzug hielten die drei Verunglückten auf ihrem Posten ans. Redner kommt dann ans die Li­nienschiffe, Kreuzer, Torpedoboote und Unterseeboote zu sprechen unb schildert das Leben und den Dienst an Bord. Mit der Aufforderung, dem Flottcnverein beizulrelen, schloß er unter lebhaftem Beifall den Vortrag. Die anschließen­den Lichtbilder zeigten zahlreiche Kriegsschiffe, ferner Schisse auf hoher See, im Manöver, einzelne Linienschisss- und Torpedogeschwader. Besonders schön waren die Bilder über bas Leben und Treiben an Bord, über Landungsmanöver und dergleichen mehr. Die Bilder des Großadmirals von Köster, des Kaisers unb des Prinzen Heinrich bildeten den Schluß unb riefen lebhaften Beifall hervor. Regierunge- rat Weicker dankte bem gewandten Redner namens der Kreisgruppe Gießen. Eine Anzahl neuer Mitglieder trat ber Kreisgruppe bet

mehrung des künstlichen Düngers würden sich vietteicht die Ernten so steigern lassen, daß Deutschland in bezug auf Bodcnprobukte vom Ausland unabhängig wäre. Auch mit ber Bereitung b er Metalle bat sich bie wissenschaftliche Gljcmie erfvlgreickc beschäsrigt. Das legte auf diesem Gebiet iit eine neue Sorte von Eisen, das Elektrolyt-Eisen, das sich durch seine außer-

vie parlamentarische Lage in Hessen.

R. B. Darmstadt, 6. Febr. Ueber die parla- men tarische Lage in Hessen soll in einer morgen, Dienstag, nachmittag stattfinbenden Beratung des Kommer- präsidiums resp. Äeltestenrates nähere Bestimmung ge­troffen werden. Man geht wohl nicht fehl, wenn man an» nimmt, daß, nachdem gleichfalls morgen der Finanzaus- chuß seine Berichte über die Haushaltsberatung endgültig zum Druck fertiggestellt haben wird, am 14. Februar die vorgeschriebene gemeinsame Beratung der Finanzausschüsse beider ilammern stattsindet und alsdann in der folgenden Doche bic Zweite Kammer mit der Haushaltsberatung be­ginnt. Weiter kommt aber morgen auch der Gesetzgebungs- ausschuß ber Zweiten Kammer zusammen, um sich mit ben von der Ersten Kammer getroffenen Abänderungen an der Dahlrechtsvorlage zu beschäftig n, die sodann wieder für die Zweite Kammer spruchreif wird. Da sich aber durch bic Fertigstellung des Finanzberichts der Beginn ber Haushaltsberatung immerhin noch einige Tage bis nach hem beabsichtigten Anfang ber K.immerlagung (21. Febr.) verzögern bürfte, so wirb man sich wahrscheinlich bah in ent» schließen, noch vor ber Haushaltsberatung bie Wahlrechts- Vorlage zu erlebigen, die in ber abgeänberten Fassung bic Genehmigung der Regierung gesunden hat unb voraus­sichtlich auch in der Zweiten Kammer eine Zweibrittel- Stimmenmehrheit erhalten wird. Am 14. Februar wirb sich mich ber Finanzausschuß ber Ersten Kammer mit ber Regierungsvorlage betr. bie Gemeinde stcn er reform beschäftigen, so baß auch bereu Erlebigung im Kammer- Plenum alsbald erfolgen kann.

6cjamtergebniffc der ReichsarbMrversichernng.

Bei einer durchschnittlichen Gesamtbevölkcrung von 63 879 000 Personen waren nad) ber letzten Rümmer derStatist. Korr." im Deutschen Reid,e im Jahre 1909 auf Grund des Kraulen- oersicherungsgcsetzes rund 13 385 000 Personen versichert, davon 9 928 000 'männliche und 3 457 000 weibliche. Es waren 23 449

Die Summe der Cmtschädigungsleistungen ist für die Krauken- rersicherung, einschließlich der Knappschaftskassen, ans 338 972 000 Mark, sür die ttnsattversickerung anf 162 266 000 Mk., tue bic Invalidenversicherung auf 189 029 000 Mk. berechnet.

Aus StaM und (and.

Gieuen, 7. ,yebruar 1911.

* Urlaubserteilung für Staatsbeamte. Die Deftimmungen über die Erteilung von Urlaub an Staats­beamte haben insofern eine Abänderung erfahren, als die den Ministerien unterilehenben Behörden oder Beamten, denen die Urlaubserteilung übertragen ist, in Zukunft Urlaub ohne zeitliche Beschränkung erteilen können, während seither von ihnen bis zu einem Monat Urlaub erteilt werden konnte.

Lohn anzuredmen fhib. -----

wenn auch fein Geld, wenigstens ein wenig Pcnfton mehr. Aus eine beiläufig gestellte Anfrage wird geantwortet, daß in Ober Hessen die Wärter nicht Reine Nutzen an Obst und Gras hättcl'.. Kriedibaum-Erbad) hebt hervor, wie notwendig es sei, dem Straßcnivärter Beamteneigensd>aft zu verleihen, um ihn inner- unb außerhalb seines Dienstes gegen Ucbergriire zu schützen, denen er infolge seines öffentlichen Tunist es stets ausgesetzt ist. Diese Verleihung würde dem Staate keine Kosten verursachen, sie würde aber dem Ansehen des Staates wie audi dem Straßenwesen viel nützen. Ter Vereiir bufft darum, daß er an maßgebender Stell, für diese Frage Entgegenkommen findet. Bei der darauf italb findende,i Wahl des i. Vorsitzenden wird einstimmig Schaas wieder- gewählt- zum 2. Vorsitzenden wird Jacolx-Mombach beflunmt unb Schristsührer bleckt Seib-Rockenberg. J?115 Provinzvertr^er werden gewählt - Schaas für Starkenburg, Seck sür Oberhessen, Trapp Gau-Weinheim sür Rheinhessen. Während einer Kraßheit notigen manche Kreise den Wärter trotz seines rnimmalen Einkommens