Ausgabe 
6.11.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aauiarden-Wobr aien. Kaiser-Alle'

Möbl. Zin

gewicht

Mk.

76-81

4144

44-47

79-84

7679

3637

48.0050.0)

47.0048.50

49.00-51.00

49.0051.00

51-56

4550

Mk.

93-97

8791

43-46

38-43

36-41

2633

5862

50-56

44-48

4448

39-43

73-80

65-71

61.0063.00

60.0063.00

62.00-68.00

62.0063.00

Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauen­seuche iu Hessen vom 28. Oktober bis 3. November 1911.

Bollfleischige Schweine von 80100 kg Lebendgewicht

Vollste ischrge Schweine unter 80 kg Lebendgewicht.

Vollfleischige Schweine von 100120kg Lebendgewicht

Vollfleischige Schweine von 120150 kg Lebendgewicht . .

Markte.

fc. Frankfurt a.M. Viehhof-Marktberi cht vom 6. Nov. Austrieb: 1181 Rinder, darunter 390 Ochsen, 39Bullen, 752 Kühe und Färsen, 255 Kälber, 477 Schale, 2636 Schweine.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine lebhaft.

Preis für 100 Pfd.

Lebend- Schlacht-

Kein Gichtiker versäume eine häusliche Trinkkur mit der Assmannshiluser Lithionterma quelle Broschüre frei durch Brunnen Verwaltung Gichtbad Assmannshausen am Rhein.

Ihr Läthionwmcer hat mir bei meinen rheumatischen Anfälle ganz ausgezeichnet geholfen. Dr med. B. i G.

Depot für Glessen: Jean Weinet, T kphon 835.

Spielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Montag, den 6. November, abends 71/, Uhr: ,2a Bohöme" Dienstag, den 7. November, abends 3 Uhr:Die Meistersinger von Nürnberg/

Schauspielhaus.

Montag, den 6. November, abends 7 Uhr:Madame Sans- ®6ne." Dienstag, den 7. November, abends 7 Uhr:König Lear/

kMandiliem Hause F l- Januar 1912 EWiWte mit

M-^an dH Qjie£

MM

|-ib_an_benjie

GZ

Gietzener Strafkammer.

Gieren, den 3. November 1911.

Di e Kirschen an der Land st raste.

Der Dienstknecht G. R. von Ilbenstadt ist am 26. Sept. I. I. vom Schöffengericht in Friedberg zu drei Tagen Gefängnis ver­urteilt worden, weil er den Strastenlvärter von Ilbenstadt bei Ausübung seines Amtes öffentlich beleidigt und ihn einenDor- mel" genannt habe. Und daran waren die Kirschen an der Land­straße schuld. Der Angeklagte, der Berufung verfolgt und Frei- sprechuna begehrt, gibt an, er habe an der Landstraße eine Mütze voll Kirschen cmfgelesen unter Bäumen, welche der Strastenwärter für sich gesteigert hatte. Da sei dieser unvermutet auf ihn zu­gekommen, Hecke ihm ins Gesicht geschlagen, daß ihm der Mund geblutet habe und habe ihn einen Stromer genannt. Gr gibt zu, hierbei den Straßenwart mitDorrnel" bezeichnet zu haben. Der Straßenwart bestreitet mit Entschiedenheit diese Angaben. Er Hahr von Wertem gesehen, daß der Qinaeflaate auf dem Baum

78-83

73-83

57-76

52-66

96-103

8695

73-81

^^O'O&0<eM MM ä »uterfi

Iv"* k^chreib R&'ote6'11

Arrr Stadt rrnd Land.

Gießen, 6. November 1911.

* Eisenbahnpersonalien. Versetzt -wurden der Bahnhofsvorsteher Reisinger von Selters nach Vilbel?, der Eisenbahnpraktikant Heune von Grünberg nach Eitorf, der Lokomotivheizer Schramm von Aschaffenburg nach Hungen, der Bahnmeisteraspirant Hintze von Frankfurt Nach Gießen, der Lokomotivführer W i s s e r von Gießen nach Eitorf, der-Lokomotivheizer D'Am o r von Hanau nach Hungen sowie der-Lokomotivheizer Hermann Diehl von Offenbach nach Hungen. Verstorben ist der Weichensteller 1. Kl. Phil. Web er in Gießen, sowie der Bahnwärter Franz Kremer aus Bad-Nauheim. Die Dienstcmszeichnungs- schnüre für zehnjährige zufriedenstellende Dienstzeit er­hielten der Reservelokomotivführer Wittich in Gießen, der Oberschaffner Honig in Gießen, sowie der Oberschaff- ner Müller I. in Rennerod. Eine einmalige Zuwendung von 100 Mk. für 40jährige zufriedenstellende Dienste erhielt der Werkstättenarbeiter Rinn in Gießen. Prämien für Entdeckung betriebsgefährlicher Schäden erhielten der Streckenarbeiter Ru hl von Gießen, der Bahnmeister D om- mer in Grünberg, der Lampenwärter Alb ach in Gießen, der Rottenführer Volk in Gießen, sowie der Strecken­arbeiter Wißner iu-Lollar.

** Po st-Personal Nachrichten. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste: der Charakter als Rech­nungsrat dem Ober-Postsekretär Rauchfuß in Friedberg; das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für lang­jährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Phrlrvps des Großmütigen dem Postagenten Schäfer in Herrnsheim; das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für lang­jährige treue Dienste" dem Briefträger Jahn in Langen und dem Landbriefträger Gerstenschläger in Reichenbach. Versetzt: Ober-Postsekretär Geißler von Worms nach Friedberg, Postsekretär Linker von Saarburg (Lothr.) nach Worms, Ober-Post-assistent Meisinger von Mainz nach Neustadt (Odenwald) unter Ernennung zum Postverwalter, die Postverwalter Herbert von Neustadt nach Mühlheim (Main) und von der Schmitt von Mühlheim nach Lauterbach, letzterer unter Ernennung zum Ober-Postassistenten, die Poftassiftenten Gräf von Groß-Gerau nach Cöln und Theis, von Darmstadt nach Berlin. Etatsmäßig ang estel kt: Telegraphengehilsin Korrel in Mainz und Schorn in Darmstadt. Ue vertragen: eine Ober--Postsekretärstelle dem Postsekretär Krumm in Worms. Ernannt: zum Ober-Postsekretär der Postsekretär Kohlhase in Gießen. Bestanden: Die Post- iassiftentenprüfung: die Postgehilfen Böhmelmann in Neckarsteinach, List in Herbstein und Vetter in Sprendlingen (Kr. Offendach); die Telegraphenassistentenprüfung: der Telegraphenanwärter Gün­ther in Offenbach (Main). Angenommen: als Postagenten: Portefeuiller Becker in Obertshausen, Sattler Kröll in Bleichen­bach und Portier Schwinn in Herrnsheim. Freiwillig uns geschieden: die Telegraphengehilfinnen Lacher in Worms und Lorge in Mainz, Postagent Hindelang in -Obertshausen. Entlassen: Telegraphengehilfin Heyer in Friückerg. Ge­storben: Ober-Teiegraphcnassistent Reinhardt in Bad-Nauheim ünd Postagent Kröll in Bleichenbach.

** Buß-und Bet tag. Der cm Werktagen vor Sonn- und Feiertagen verkehrende Personenzug 424a von Gießen nad) Weitburg fährt auch am Tage vor dem preußischen Buß- und Bettag und -zwar ab hier 7.27 Uhr abends. Der Per­sonenzug 429 von Wetzlar nach Weitburg, der 6.32 Uhr pbends abfährt, fällt an diesem Tage aus.

** Im Kolosseum erfreut sich der neue Spielptan fortgesetzt des lebhaftesten Beifalts der zahlreichen Zu­schauer, und es ist unumwunden anzuerkennen, daß die Di­rektion mit Erfolg 'bemüht gewesen ist, ein abwechslungs­reiches und vornehmes Programm aufzustellen. In Irma Blank lernen wir 'eine tüchtige Soubrette und Kuyst- pfeiferin kennen. W.'Palmin vollführt als neuzeitlicher Mensch seine bedeutenden Kunststücke an der Flugmaschine. In einem ungemein-komischen OperettenspielAm Strand" erregen Hugo und -Irma Fürst mit ihren vorzüglichen Leistungen die ausgelassenste'Heiterkeit. Sums, der be­liebte Jongleur und Komiker, der von seinen früheren Gastspielen hier noch in bestem Andenken steht, hat sich noch weiter vervollkommnet und findet mit seinen drolligen Späßen, hinter denen sich vielfach eine beißende Satire Versteckt, stets willige Lacher. Ws anmutige Humoristin gibt sich Hedy Flott mit ihren witzigen, schalkhaften Lied­lein. Fred Gulber^ malt mit verblüffender Geschicklich­keit nette Genrebilder in aller Geschwindigkeit. Einen kugel­sicheren Panzer führen Elsa und Kapt. Smith vor. Elsa Smith erweist sich dabei als Kunstschützin von erstaunlichen Fertigkeiten; die Proben von der Durchschlagskraft der modernen Militärgeschosse werden für einen großen Teil der Zuschauer durchaus neu und interessant sein. Renee d'O r m e s s o n, eine niedliche Französin, singt unter leb­haftem Beifall französische und deutsche Couplets. Al Vari erweist sich auf verschiedenen Instrumenten als Virtuose und versteht es mit seinen Vorführungen das Publikum zu fesseln. Ws trefflicher Humorist erntete Narziß Mer­tens lebhaften Beifall; sein Automobilfahrer und die Othelloparodie gefielen über die Maßen. Den Schluß bildete Gerhardt und Brasil 'mit ihren großartigen Leistun­gen am doppelten.Drahtseil.

Kreis Schotten.

st. Schotten, 4. Nov. Oefs. Skadtviorstands- sitzung. Anwesend: Bürgermeister Kromm, Beigeordneter Zinser und sämtliche neun Gemeinderatsmitglieder. (Vier Zu­hörer waren erschienen.) Auf Wunsch der Hausbesitzer am Neuen­weg und nack)dem der Stadtvorstand die Notwendigkeit aner- fcmnt hatte, wurde P fla ster an dieser Stelle ausgeführt und zwar mit vorhandenen Steinen. Der Gemeinderat setzte den Wert der Pflastersteine auf 2.20 Mk. für den Quadratmeter fest, wozu noch die Kosten der Sandlieferung und Pflasterarbeit mit 1.80 Mk. pro Quadratmeter kommen, so daß insgesamt 4 Mk. pro Quadratmeter zu rechnen sind. Von diesen Kosten werden die Hausbesitzer für die Pflasterung vor ihren Häusern ab Rinne, gemäß der Ortsbausatzung, mit der Hälfte belastet. In der Sitzung vorn 23. März l. Js. wurde die Notwendigkeit einer Gebührenordnung für die hiesige Toten krau erkannt Und beschlossen, für sie eine Dienstanweisung zu erlassen. Weiter wird von verschiedenen Mitgliedern die Notwendigkeit der Anstellung eines Leichenbitters, der alle bei einem Sterbesalle erforderlichen Gänge und Besorgungen zu machen hat, anerkannt Die von Begieordneten Zinser entworfene Dienstanweisung trägt beiden Punkten Rechnung. Der Stadtvorstaird beschließt jedoch vor Erlaß der Dienstanweisung über die Frage der Anstellung eines Leichenbitters die öffentliche Meinung zu hören und dann weiteren Beschluß zu fassen. Die Notwendigkeit eines Miets­hauses für Wenigerbemittelte wird anerkanM und die Bcrukommission beauftragt, im Verein mit dem Kreisbauinspektor die nötigen Vorbereitungen zu treffen und in der nächsten Sitzung weiteren Bericht zu erstatten. Dem Gesuch der Gebr Stang um Erlaubnis zur Anlage einer lieber- fahrtin der großen Karl st raße wird entsprochen und die Baukommission beauftragt, die Ausführung zu überwachen Die Gesuchsteller haben der Stadt einen Revers auszustellen und eine lährliche Anerkennungsgebühr von 1 Mk. zu zahlen. Der Wert der dem Georg Spamer XII. abgegebenen Pfla­stersteine wird auf 7 Mk. festgesetzt. Das Gesuch des GeorgSpamer XII. um Ersatz der Kosten der Kanal­anlage an fernem Hause wird genehmigt, weil die Stadt ihren Kanal in diesen des p. Spamer eingeführt hat. Ta.wegen Pflasterung d-er Ein fahrt Kromm-Merski-Heck mit

den Beteiligten eine Einigung wegen Leistung des Beitrags zur Pflasterung nicht zu erzielen rst, wird die Anlage einer Gosse be­schossen. Wegen Uebernahme der Bürgschaft für ein Darlehen der gemeinnützigen Baugenossen­schaft entspann sich eine längere lebhafte Verhandlung, da von einigen Mitgliedern für die Uebernahme einer Verpflrchttmg auch die Einräumung von Rechten gefordert wurde. Nagern der Bürgermeister noch erläutert hatte, daß der Stadt aus dreier Verpflichtung durchaus niemals irgend ein Schaden entstehen könne, weil ja bei Verlusten immer noch das Vermögen der Ge­nossenschaft (3000 Mk.) und der für diese Zwecke besonders ge­bildete Fonds der Dezirksfparkasse vorhanden sei, wurde me Ueber­nahme der Bürgschaft mit neun gegen zwei Stimmen beschlossen. Beigeordneter Zinser und Gemeinderat Schlitt wurden zur T-erl- nahme an den Versammlungen der Genossenschaft cckgeordnet. DieAnschaffung eines Herdes und verschiedene bauliche Herstellungen im Armenhaus wurden für notwendig erachtet unh dementsprechend beschlossen. »Der von der Kulturinspektion Gießen aufgestellte Voranschlag über b t e Kanalisation der Schloßgasse wurde vorgetragen und genehmigt. Bei Ausführung der Arbeiten soll darauf gebnmgen werden, daß sie bis Mitte Dezember beendet sind. Die Abtre­tung von städtischem Gelände in derAlten Grube zu 20 Pf. für den Quadratmeter wird genehmigt. Auf Antrag von Gemeinderat Meiski soll auf die Tagesordnung der nächsten Sitzungdie Erweiterung des Ortsbauplans" ge­setzt werden.

l. Ulfa, 6. Nov. Die Wasserleitung ist vollendet und spendet reichlich vorzügliches Wasser. Nachdem anfangs eine Anzahl Gegner sich geweigert hatte, ihre Hofreiten der Leitung anschließen zu lassen, h-at schließlich sich hier nicht ein einziger der Bewohner der Wohltat und der Bequem­lichkeit der neuen Wasserleitung verschlossen. Auch in dem benachbarten R a b e r t s h a u s e n ist die neugebaute Wasser­leitung nunmehr fertiggestellt. Als Mitglied des Kirchen­vorstandes wurde Friedrich Jüngling durch die hiesige Kirchengemeindevertretung gklväblt, nachdem der vorher­gegangenen Wahl des Bürgermersters Georg Gerhardt die Bestätigung versagt w-orden war.

Hessen-Nassau.

X Hancku, 4. Nov. Die hiesige Over r eal s chul e blickt im Februar 1913 auf eine 100jährige Geschichte zu­rück. Am 1. Februar des Jahres 1813 wurde dre An­stalt als Großh. Frankfurtische Bürger- und Realschule mit etwa 20 Schülern im Gebäude des vormaligen lutherischen Gymnasiums eröffnet. Das lutherische Gymnasium seiner­seits, nicht zu verwechseln mit der bis 1813 so genannten reformierten Hohen Landesschule, war um 1678 aus der lutherischen Schule hervo raegang en, die bald nach dem Re­gierungsantritt Friedrich Kasimirs, des ersten Grafen aus der lutherischen Linie Hanau-Lichtanverg (1642), ins Leben getreten war und gewissermaßen als die Stammutter der heutigen Oberrealschule zu bettachten ist.

Ockfen.

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht­wertes, 47 Jahre alt die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw.

Vollfleischige, jüngere . . .......

Färsen, K ü h e.

Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Vollfleischige ausgemäsleteKühe höchstenSchlacht- wertes bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen .

ältere ausgemästete Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen Kälber.

Feinste Mastkälber

Mittlere Mast- und beste Saugkälber ....

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . .

Schale.

Mastlämmer und Masthammel Schweine.

gewesen sei Und habe ihm später die Mütze vom Kops gestoßen, um sestzüstellen, daß er Kirschen banmter gehabt habe Zwei weitere Zeugen bestättgen dagegen einzelne Angaben des An- gefiagten, so daß sich ein klares Bild des Vorfalls nicht ergibt. Da aber noch weitere Personen zugegen gewesen sind, so beschließt das Gericht, die Verhandlung auszusetzen, um weitere Ermittelungen anzustellen.

Ein renitenter Angeklagter.

Der Taglöhner I. A. von Frankfutt a. M. hatte bei einem hessischen Gericht einen Prozeß verloren und schrieb deshalb einen Brief beleidigenden Inhalts an den betreffenden Richter. Er ist deshalb wegen Beamtenbeleidigung angeklagt worden, aber weder in einem früheren Termine, noch heute erschienen. Die Ladung hat er mit einem Briefe heantroortet, in dem er u. a. schreibt:Nur um meine Bestrafung entgegenzunehmen, gehe ich nicht nach Gießen." Das Gericht erläßt Haftbefehl.

Eine erfolglose Berufung.

Der H. P. von Gießen veranlaßte einen hiesigen Fabrikanten ihm Strafe und Kosten für zwei Strafbefehle im Betrage von 10.20 Mk. auszuhändigen, damit er das Gelb bei der zuständigen Bezirkskasse abliefere. In Wirklichkeit befand sich P. in Geld­verlegenheit Und wollte das Geld für sich haben. Erst einige Wochen später, als die Pfändung drohte und die Sache bereits aufgedeckt war, bezahlte er. P. ist deswegen vom hiesigen Schöffengericht wegen Betrugs zu 50 Mk. Geldstrafe verurteil^ worden. In )er heutigen Verhandlung wurden dieselben tatsächlichen Fest­stellungen getroffen wie in der ersten Instanz, so daß die auf Freisprechung gerichtete Berufung des Angeklagten als unbegründet zurückgewiesen wurde.

Ein Sittenbild'.

Ein Bild sittlicher Verkommenheit bot die Verhandlung gegen den Taglöhner H. D. von Gedern und dessen Ehefrau M. geb. S. von da. Sie sind beschuldigt, ihre eigne, kaum der Schule ent­lassene, 14jährige Tochter I. an den 16jährigenDienstknecht Ehr. L. verkuppelt zu haben. L. kam des Llbends in die Woh­nung, bezahlte Branntwein und kaufte Weck. Tann wurde die Lampe ausgeblasen. Der Rest entzieht sich der Wiedergabe. Die am meisten belastete Ehefrau D. erhält sechs Monate Gefängnis, während der Ehemann D. mit drei Monaten Gefängnis davon- Fommt. L. der angeklagt ist, die I. Ds., sowie ein weiteres 14jähriges Mädchen zur Unzucht verführt zu haben, wird frei- gesprochen, da nach Ansicht des Gerichts eineVerführung" nicht vorliegt.

Die Unterschlagungen beim Infanterie-Regiment 61.

= Thorn, 4. Nov.

Nach achttätiger Verhandlung ist vor dem hiesigen Kriegsgericht der umfangreiche Prozeß, der sich gegen 14 jetzige und ehemalige Militärpersonen wegen Durchstechereien beim Infanterieregiment Nr. 61 richteten, zu Ende gegangen. Während der Verhandlung, über die wir berichteten, liefen beim Gericht eine ganze Reihe namenloser Schreiben ein, in denen noch weitere Personen der Beihilfe bei den Unterschlagungen verdächtigt wurden. Ein Zeuge bekundete, daß der Hauptbeschuldigte, Unteroffizier Buffe, abends öfters in der Küche erschienen sei und unter seinem Mantel etwas roeggetregen habe. In dem Kaffee der Mannschaft seien nur ein bis zwei Pfund Bohnen gekommen, während es nach den Vorschriften zwei Kilo sein sollten. Milch wurde überhaupt nur an hohen Festtagen gegeben. Um sich die Leute günstig zu stimmen, habe Busse den Küchenmannschaften mitunter ein Stück Speck gegeben. Das Essen sei schlecht gewesen, die Unteroffiziere hätten beständig auf Kosten der Mannschaft gelebt und sich oft selbst Fleisch aus dem Mannschaftskessel genommen. Die Leute sagten, Busse brauche man nicht zu gehorchen, denn bei ihm sei nicht alles in Ordnung.

Das Urteil lautete schließlich gegen den ehemaligen Unter-« offizier Frank auf 7 Monate Gefängnis und Degradation, gegen den Sergeanten R a g u s e auf 8 Moliate Gefängnis und Degrada­tion, gegen den Sergeanten Knorr auf 3 Wochen gelinden Arrest und Degradation, gegen den Sergeanten Schütte auf 10 Monate Gefängnis und Degradation, gegen den Vizefeldwebel 33 uf f e auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und Degradation, gegen den Musketier Trippl er auf 7 Monate Gefängnis und Ver setzung in die zweite Klaffe des Soldatenstandes. Fünf Angeklagte erhielten Mittelarrest von 4 Wochen bis herab zu 10 Tagen, zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Der Vertreter der Anklage hatte gegen Busse zwei Jahre Zuchthaus, Ausstoßung aus dem Heere und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, gegen Schütte 1 Vr Jahre Zuchthaus mit denselben Nebenstrafen beantragt.

Den üblen Geschmack im Mund, der sich nach längerem Rauchen. Bierarenuss oder Aufenthalt in rauchigen, staubigen oder schlecht gelüfteten Räumen emsteUt, vertreibt man durch ein paar Wybert-Tabletten rasch und zuverlässig. Sie sind zahlreichen Menschen treue und unent­behrliche Begleiter, die sie nie von sich lassen. Die lange aus­reichende Schachtel kostet in allen Apotheken 1 Mark.

Depot in Glessen: Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. [ss t

L vermieten. Kerjtraße 1, Ecke? Äön möbl. Zinn 7.ri. Grabcnitran W Pension Be klleuBäue22ia. iMnehmer Aulen Mlünber, elektr.! -eizuna, Bad, Tete viltagstisch.

~ müA M iDifl zu vermieten.

fiaiierMI" 15,

Imrrtt iion. Aliceitr, 2i ^Möbliertes Zi vermieten. Bruch'

JilÄC pjL Landman«!

ZtkiollK Sh

Mkfurter %rss ii pr. annojJLB.

4 Zimm

w»»

hi ui uenmeten. 'Meres NordA

3 Zimm

A"z-Zimmer « ta Steg 16 >owie }:jimincr:5$o6iui M5l.H.ruve> noh Hemm rVerschiec MleresHa^ Kbergerichtel. Wob i lu. 2 Simmern mi i ganzen vermiet |r( zur Weilewerm

«chriitliche Angebo Men Giebener An?

Kreis:

Am 28. Okt. waren verseucht:

Born 28. Okt. bis 3. Nov. sind neu ver­seucht:

Vom 28. Okt. blS 3. Nov. ist die Seuche erloschen in:

Darmstadt.

Bensheim .

Dieburg ..

Erbach . . . Groß-Gerau Heppenheim Offenbach. .

Gießen. ..

Alsfeld .. . Büdingen. .

Friedberg .

Lauterbach. Schotten. .

Mainz . . .

Alzey.... Bingen . . .

Oppenheim Worms. . .

Darmstadt, Wixhausen

Zwingenberg, Bensheim Lorsch

Büttelborn Viernheim Tudenhoten, Hainstadt, Weiskirchen, Klein- Auheim, Offenbach, Mühlheim, Klein- Krotzenburg , Oberts­hausen, Klem-Stetnheim' Seligenstadt

Eberstadt, Obbornhofen, Utphe, Bellersheim, Steinberg, Arnsburg, Torf-Gill, Langsdorf, Hlmgen, Lich, Birklar, Jnheisen

Berstadt, Heuchelheim, Echzell, Ranstadt. Selters, Stockheim, Engelthal, Ober-Mock­stadt, Gettenau

Heldenbergen, Wohnbach, Atelbach, Griedel, Bön­stadt, Trais - Atünzen- berg, Rockenberg, Beien­heim, Rendel, Klein- Karben, Ober-Wöllstadt. Dorn-Asienheim, Tor­heim, Ossenheim, Vilbel, Bruchenbrücken, Assen- heim, Nieder-Florstadt, Södel, Frredberg-Fauer- bach, Nieder-Wöllstadt, Groß-Karben, Kloppen- heim, Kirch - Göns, Bauernheim, Ilbenstadt, Reichelsheim, Wickstadt, Weckesheim, Dortelweil, Wöliershenn, Burg- Grafenrod,Massenheim, Oppershofen, Kaichen Staden Rodherm

Angersbach, Lauterbach Ober-Schmitten, Eichels- dorf

Flomborn

Grolsheim, Gensingen, Ockenheim, Horrweiler

Wolisheim, Nierstein Pfeddersheim

Griesheim Nieder-

Ramstadt Bürstadt

Biebesheim

Heusenstamm

Wieseck

Leidhecken

Mainz Bretzenheim Ebershetm

Dietersheitn

Hainstadt, Mühlheim, Weiskirchen

Lauterbach

Mainz

Flomborn