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Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.
«Peilmtf der Witterung leit gestern früh: Tie Wetterlage hat sich nicht verändert. Im Bereich des ausgedehnten Hochdruck- nebietcS bat faft gant Europa ttir die Jahreszeit ungewöhnlich kaltes Weiter. TaS Tie! über Italien verflacht sich, so daß Mitteleuropa mehr in den Bereich deS hohen Druckes gelangt Es ist daher Fortdauer deS heiteren trockenen, aber zunächst noch kalten Wetters zu erwarten. _ „ eÄ
WetterauSsichten in Hessen am Freitag dem 7 April 1911: Meist heiter und trocken, falt, nachtS schar'er Frost, östliche Winde.
Die am 12. ds. Mts. stattfindende Eröffnung unserer Mllhut-Ausstelliing, sowie der ElnLanL sämtlicher Neuheiten der Saison in Damen- u. Kinderhüten (garniert u. ungarniert) Trauerhüten u. Reisehüten, Blumen, Bändern usw. beehren wir uns ergebens! anzuzeigen : Besichtigung ohne jeden Kaufzwang :
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Em unregelmäßiges, aber pikantes oder oraztöseS Gesicht, em geist- reichcs Ange, ein sinnlicher oder frischer Mund wird im Leben die Bewerberinnen, die mit dem Diplom des ZentimeterniaßeS anrucken, in die Flucht schlagen. Frauenschönheit mit Zentimetern menen, j das gleicht ein wenig dem Versuche, den Wind in eine Puderbüchse ; sperren zu wollen. In England, wo man bei der Lenhert einer Frau eigentlich immer nur die Linie sucht, sind solche Bestrebungen , wie die obigen natürlich Es werden sich auch hier sicher die Bc- , wcrbermncn vollzählig iiifammcnitnbrt, und fckwnhettsdursttgc : Augen werden sich an dem Tbeatcrbilde des KriftallpalasteS weiden. Ucber eines beklagen sich allerdings heule Philosophen wie Kon- , fektionare gleicknnäßig, daß die Haltung der Engländerin so sehr na<l>gelassen habe. Daran sei hauptsächlich die Mode der lebten Jahre schuld, der Humpclrock, der den Gliedern keine freie und stolze Bewegung des Körpers mehr gestatte.
* Ein neuer Salomo. Wohl kein Rtcktcr Amerikas er freut sich in seinem Heimatlande einer so großen Populär tat, wie der ehrenwerte Hugh Harn, der in Bayonno im Staate Neuyork seit Jahren als Friedensrichter seines Amte« wallet. Kein Rechtsfall, wie verwickelt er auch liegen mag, kann die Ur- teilskrast dieics neuen Salomo trüben, und wo andere Nich-ter vielleicht in getreuer Befolgung des Buchstabens des Gesetzes grübeln und sinnen, nm ba8 Reckte zu treffen, setzt sich Hugh Harn entschlossen über alle juristischen Formalitäten hinweg und läßt seinen gesunden Menschenverstand entscheiden. Stand da vor kurzem ein Ehepaar vor den Schranken seines Gerichtes. Ttc Frau halte ihren Mann, Alexander Gall aus Bayonne, verhaften lassen wegen Bedrohung mit Was,en und wegen Verletzung icincr Unterhaltungspflicht. Der Salomo von Bayonne ließ sich den Fall erzählen. Der arme Ehemann berichtete, wie er Nets am letzten des Monats seiner Frau sein ganzes Monatsgehalt von 65 Dollar ausgeliefert habe: nur 15 Cents behielt er zuruck, um Tabak zu kaufen. „Und wegen dieser 15 Cents," so erklärte der Ehemann, „mazfcte meine Frau einen wü'iten Spektakel, wollte nichts mehr von mir wissen und weigerte sich, mir einen Kuß zu geben." Der Friedensrichter begriff die Lage sofort, und ganz im Gegensatz zu den sonst üblichen richterlichen^ Praktiken wandte er sich ernst und eindringlich an die Frau: „pran Gall, lieben Sie Ihren Mann?" „Aber gewiß,", begann bie Suagmn und wollte wohl weiter sprechen, doch Hugh Harn hatte sich lchon an den Gatten gewandt und stellte Ihm die gleiche bedeutungsvolle Frage: ,„Herr Gall, lieben Sie Ihre Frau?" „Trotz allem, ehrlich gesagt, ja ich liebe sie noch." „Dann," so entlchred der weile glicht er," „fordere ich Sie auf, sich jetzt zu küssen, Frieden zu schließen und nach Hause zu gehen." Und also geschah eS, daS Urteil ward sofort vollstreckt.
* Schmeichelhaft. Junger Herr: „Also glauben Sie, daß das Zigarettenrauchen ungünstig aus den Verstand euiiotrrt ? — Fräulein: ,Ha, aber nicket bei Ihnen, Herr Meter!
Kleine CageZchrontt.
In Berlin wurde das Mitglied de? Herrenhauses. General der Infanterie z. D. von Leszcynski, in der Potsdamer Straße überfahren und an der Schulter schwer verletzt.
5cit Dienstag schneit cs in den höher liegenden Gegenden Obecitaliens. Am Lago Maggiore ist die Schneedecke 40 Zentimeter hoch. „ r .
Der Generaldircllor der „Times , Mobcrly Bell tn London, ist im RedaktionSbureau der „Times" plötzlich gestorben.
Bei M o d a n c, an der französisch-italienischen Grenze, tour» ! den 12 Häuser eines Weilers von einer Law i n e ver s chüt t e t. . Es gelang, die Lehrerin auszugraben, doch war fte , beinahe zum Tode erschöpft. Fünf Mitglieder einer Familie : wurden tot aus dem Sckmee herauSgeschafft.
Vom Dienstag abend bis Mittnwch nachmittag brannte i das auf dem asiatischen Ufer liegende Stadtviertel Kadikoaj. , 300 Häuser find abgebrannt. Nur mit äußerster Anstrengung : gelang es, deS Brandes Herr zu werden. Der Schaden wird aur : 5 Millionen Mark geschützt. Vier Menschen sind um- l gekommen, mehrere werden vermißt. Wegen Verdacht der Brand- . ftiftung wurden 5 Griechen verhaftet.
erschienene- amtliches Weißbuch interessante Mitteilungen. Danach < haben die englischen Weinsreunde im vergangenen Jahr in Fäßern i 12 003 299 Gallonen szu 4,54 Liter) und m Flaschen 1 '31 410 . Gallonen Wein aus Europa bezogen. An der Spitze der (mg- ' land versorgenden Wcinländer steht dabei Portugal rntt 3 787 282 I Gallonen: eS folgen Spanien mit 3 257 376, Frankreich nitt i 2 574 148, Australien mit 794 361, und an fünfter Stelle Deutschland mit 666 007 Gallonen. Hinter Deutschland ftgu- l Tieren Italien mit 291818, die Niederlande mit 51519 und ; Madeira mit 37 944 Gallonen. ~ w
* Die Konsultation a u s d e r S t r a ß e. Wie George Clämenceau war auch Dr. Augagneur, der frühere Bürgermeister von Lyon und spätere Gouverneur von Madagaskar, Arzt, und ließ sich durch seine politische Laufbahn nicht hindern, seinen Beruf auSzuüben. .Kürzlich trafen sich ClSmcnccau und Augagneur in einem Vorzimmer der Teputiertenkammer, und als alte Aerzte sprachen beide von dem, wovon alte Aerztc eben sprechen: von ihren Erfahrungen mit Patienten. Clemenceau erzählte, und dann berichtete auch Augagneur ein amüsantes Erlebnis ans seiner ärztlichen Praxis. „Meine Patientin war eine alte Dame, sehr reich, aber beinahe noch geiziger alS vermögend. . Ich war damals noch junger Anfänger. Eine- Tages trefic ich sie in Lyon auf der Place Bellocour. Es war kalt, eS regnete, und ich war ohnehin schon erkältet. Doch die Dame hielt mich an, erkundigte sich nach meinem Wohlsein. Ich dankte, erwiderte die Frage, doch nun waren alle Schleusen ihrer Beredsamkeit entscstelt. Sie erzählte mir von ihrem Halse, wie schlecht cs ihr ginge, was sie nur tun solle. Ich erwiderte schließlich, sie möge doch in meine Sprechstunde kommen. Aber das war cs nicht, was sie wollte, sie sprach eilends weiter und verlangte ärztliche Ratschläge. „Schön," sagte ich schließlich, vom Regen durchnäßt, „ich werde Sie sofort untersuchen. Ziehen Sie sich bitte aus." Die Patientin verschwand, und ich sah sie nie wieder..."
— Die vollkommeneFrauenschönheit. Wie man ftd) in England gern mit allen Mitteln zur Vervollkommnung der Körperkultur beschäftigt, so liebt man es auch, allgemeine Schemata aufzuslellen für bad, was die eigentliche Schönheit bei Mann und Frau ausmackst. Die in diesem Sommer bevor srehenden Feste werden Gelegenheit zu einer eigenartigen Ausstellung bieten, die im Theatersaale deS Kristallpalastes veranstaltet werden soll, und bei der man die Einflüsse einiger großer Modefirmen unichwcr voraus- setzen darf. Man will in einer Reihe von Lebenden Bildern dreitzig Damen auftreten lassen, die Typen der heute geltenden vollkommenen Schönheit darstelle-,i sollen; man denkt an Ausschnitte aus dem modernen Leben (also etwa: ein Sonntagmorgen iw Hyde Park oder ein Opern-Abend im Covent Garden). Die Zulaisung zu diesem Wettbewerb wird den Tomen nickst leicht gemacht. Fünf Richter werden streng wie Minos, AiakoS und Rhadamanthys entscheiden, waS schön ist und was nicht, und zwar nach den Grund- faßen, die Sandow, der in London ausschlaggebende „Professor" der chcsundhcit und Schönheit, ausgestellt hat. Was die Figur betrifft, so läßt sich hier die Schönheit -iffermäßig feMetzcn und zwar lauten ihre Forderungen: obere Halsweite 29Vs Zentimeter, untere Halsweite 30V» Zentimeter, Brustweite 90 Zentimeter, Taillenweite 59 Zentimeter, Schulterlange im Rücken 30 Zentimeter, Armlänge von der Schulter zum Ellbogen 35 Zentimeter, vom Ellbogen zum Handgelenk 27i/3 Zentimeter. Innenseite des Armes 60 Zentimeter, Außenseite des Armes 62-/2 Zentimeter, Vifidenlänge bis zur Taille 37i/3 Zentimeter. Es wäre tnterch'ant, Vies Schönheitsmaß von 1911 mit den uns aus der «ergangenlynt überlieferten Typen historischer Schönheiten zu vergleichen. Wie wenige würden da bestehen! Aber die Frage, ob die Venns von Milo, die Zocaiida und andere ihren Amorderungen gewachsen sind, interessiert offenbar Herrn Sandow und seine strengen Rickstcr nickst. Hic London, Ijic falta! Nationalbritische Ansichten über Frauenwohlgcstalt wird man uiizweiselhaft in dem obigen Schema finden; die geforderte Armlänge läßt auf ein Land schließen, wo man sich an Gliedmaßen gewöhnt hat, die ein bißchen langer sind als auf dem Kontinent, wo man eben nickst so viel Raum zur Verfügung bat. Schließlich besagen alle noch so genau berechneten Messungen für den Eindruck, den eine Frau macht, gar nichts.
bringen die als Butter- Ersatz beliebten Van den Bergh'schen Margarine-Erzeugnisse, voran
Ckverstolz undVlkllO bis an die Grenzen des Reichs.
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Letzte Nachrichten.
Tas Kronprivzlnpaar in Rom.
Nom, 6. April. Der deutsche Kronprinz begab sich um 4v'.> Uhr nachmittags in Bcglcirnng des Generals Frugoni und dcS Leutnants von Zabeltitz ins Pantheon, wo er zwei prachtvolle Kränze mit frischen Blumen an den Grabern der Könige Victor Emanuel II. und Humbert I. niederlegte. Nicht nur die baupt- städtische, sondern auch die provinziale Presse widmet den Gästen Begrüßungsartikel. AuS der Rede des Bürgermeisters auf dem Babnhösc sei nachgetragen, daß der Bürgermeister den Kronprinzen als den Vertreter des Oberhauptes einer großen, dem Könige und dem Lande befreundeten und verbündeten Nation willkommen hieß und die Hoffnung ausdrückte, den Kronprinzen auch aus dem Kapitol begrüßen zu können, dock) drücke er ihm schon jetzt den tiefen Dank der Stadt Nom für seinen Besuch aus. Auch Fürst Bülow hatte sich aus dem Bahnhöfe eingefunden. Die Krvn- prinzlichen Herrschaften gaben nachmittags in der Villa Malta ihre Karten ab. Abends sand Familientafel statt.
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Paris, 6. April. Die neuen Militäruniformen sind nunmehr ausgewählt und werden noch im Herbst bei den Manövern von einzelnen Abteilungen probeweise getragen werden Das Uniformtuch ist bellgraugrün, dazu wird ein leichter Stoffhclm getragen, der den Fcucrwehrhelmen ähnlich ist.
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Handel.
Der Handelsvertrag zwischen England und Japan setzt die Ermäßigungen des neuen japanischen Tarif- zugunstm wichtiger Klassen von Tertiftabrikaten fest, die rur bte britische Industrie von besonderem Interesse sind. Die Zoll'ätze werden um em Drittel bi? ein Fünftel für die verschiedenen Klassen herab, gesetzt, die Sätze des neuen Zolltarifs für Eisen und istahlblem- platten um zwei Neuntel bis zwei Fünftel, für Roheisen um unge'ühr ein Sechstel und für Farben um ungefähr em Drittel ermäßigt. Der Wert der britischen Einfuhr der genannten Artikel nach Japan beläuft sich auf ungefähr 3'/, Millionen Pfund iäbrli'ch, und die britische Einfuhr beträgt mehr als 80 Prozent bet Gesamteinfuhr dieser Artikel. Ter Vertrag setzt ferner fest, daß 10 Klassen der japanischen Erzeugnisse wie bisher ioHfrct in Großbritannien zugelassen werden. Die Einfuhr dieser Erzeugnisse hat gegenwärtig einen Wert von 2150000 Pfund pro Fahr Ter Vertrag gewährt endlich den beiden Ländern gegen-- eilig bad Meistbegünstigungsrecht.
""märte.“
Limburg a. d. Lahn, 5. April, fintchtmarFL Turch- chnittSpreis pro Malter. Noter Weizen (nafieiuifdicr) 16,50 'Ult, vcn;er Weizen (anaebante Fremdlorte) 16,00 Mf^ Korii 11,60 Mk., (»erste: Futtergerste 0,00 Atf., Braugerste «0,00 Btt.. Hafer Mk. 7,85 Erbsen 0,00 9)1 f„ startosscln 7,00 —8,00 Mk.
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